Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Veranstaltungen

Nov 21 2012
11:01

Interdisziplinäre Tagung von klassischen Philologen und Romanisten auf dem Campus Westend

Frankfurter Studientage zur antiken und neuzeitlichen Hirtendichtung

FRANKFURT. Bei einer interdisziplinären Tagung beschäftigen sich klassische Philologen und Romanisten am 30. November und 1. Dezember mit der antiken und neuzeitlichen Hirtendichtung. Die Studientage finden auf dem Campus Westend der Goethe-Universität, Nebengebäude 1.741a, statt. Der antike griechische Dichters Theokrit (3. Jahrhundert. v. Chr.) gilt als Begründer der Hirtenpoesie. Die von Theokrit und dem Römer Vergil (1. Jahrhundert v. Chr.) entwickelte Gattung der Bukolik oder Hirtendichtung wirkte bis ins 20. Jahrhundert. Mit der brasilianischen Bukolik des 18. Jahrhunderts beschäftigt sich Prof. Dr. Lorenz Rumpf (Frankfurt) in seinem öffentlichen Abendvortrag „Am trüben Goldfluss. Antikenerinnerung und Trauer in der brasilianischen Bukolik“ (Beginn 18.15 Uhr). Er untersucht das Verhältnis der „ultramarinen“ Hirtendichtung zu Vergil, spürt aber auch Reflexen der politischen Situation in dieser portugiesischen Kolonie nach.

Die antike Tradition ist in der Hirtendichtung über alle Jahrhunderte stets präsent; es werden aber auch immer wieder neue Akzente gesetzt – bis hin zur Schäferdichtung oder Pastorale, die im modernen Sinne „idyllisch“ zu nennen ist. Bei Hirtendichtung denkt man heute vor allem an gewisse stimmungsvolle Gemälde der Renaissance oder des Barock: eine Landschaft mit sanften Hügeln und vereinzelten Bäumen, darin ein Hirte mit Panflöte und friedlich weidende Schafe oder Rinder, alles in mildes Licht getaucht, halb verschwimmend im Dunst – eine ländliche Idylle, geprägt von einer sehnsuchtsvollen Empfindsamkeit. Mit den „Idyllen“ hat die antike Hirtendichtung allerdings fast nichts mehr gemein. Bei der Tagung werden in zwölf Vorträgen bukolische Texte verschiedener Epochen untersucht. Die chronologisch nach Themen geordneten Beiträge beginnen mit der griechisch-römischen Antike und führen über spätantike und frühneuzeitliche Ausprägungen der Gattung bis ins 18. Jahrhundert.

Das Konzept der Tagung entstand in enger Zusammenarbeit mit der Universität Mainz. Gefördert wird die Veranstaltung durch die Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität, die Deutsch-Griechische Gesellschaft und die Deutsch-Italienische Gesellschaft.

Informationen: Prof. Dr. Hans Bernsdorff, Instituts für Klassische Philologie, Campus Westend, Tel. 069/798-32480, bernsdorff@em.uni-frankfurt.de

Hochschulpolitische Themen

Nov 20 2012
15:54

2012 wurden insgesamt 382 Förderungen eingeworben, 70 Prozent davon von engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie privaten Stiftungen

Goethe-Uni glänzt mit Deutschlandstipendien

FRANKFURT. Die Goethe-Universität ist bundesweit eine der erfolgreichsten Hochschulen bei der Einwerbung von Deutschlandstipendien. Mit insgesamt 382 Stipendien (Vorjahr 161) im Gegenwert von fast 1,4 Mio. Euro erreicht die Goethe-Universität hinter RWTH Aachen Platz 2 in Deutschland. Platz 1 erreicht sie gar mit einem Anteil von knapp 70 Prozent bei der Anzahl von Förderungen aus der Hand von Privaten, Ehemaligen und privaten Stiftungen. Der Anteil der Stipendien von Unternehmensseite beträgt dagegen etwa 30 Prozent: „Die Goethe-Universität hat es geschafft, mehrere Hundert Bürgerinnen und Bürger zu mobilisieren, mit dem Ziel, die besten Studierenden für die Goethe-Universität zu gewinnen“, sagte Vizepräsident Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz. „Das ist ein sichtbares Beispiel für gelebtes bürgerschaftliches Engagement. Für dieses Bekenntnis zur Goethe-Universität möchte ich mich bedanken“, so Schubert-Zsilavecz. „Ich bitte Sie herzlich, sich auch künftig für unsere Deutschlandstipendiaten einzusetzen!“

Als einziger Vertreter einer deutschen Universität nahm Schubert-Zsilavecz heute (20.11.) an einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Berlin organisierten Pressekonferenz unter Leitung von Staatssekretär Helge Braun teil, um vor der Hauptstadtpresse das Frankfurter Modell des Deutschlandstipendiums vorzustellen. „Ich bin stolz darauf, dass uns das BMBF als deutschlandweites Referenzmodell ansieht“, sagte der Vizepräsident.

Dies liegt nach seiner Ansicht nach auch daran, dass die 382 Deutschland-Stipendiaten an der Goethe-Universität nicht nur 300 Euro monatlich zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts erhalten, sondern dass mit dem Stipendium auch ein ideelles Engagement verbunden ist: In 16 verschiedenen Gruppen unter der Moderation von Mentoren aus Stadt und Region bearbeiten die Studierenden spezifische Projekte mit Frankfurt-Bezug: „Insofern fließt auch etwas von dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger damit wieder zurück in die Stadt“, freut sich Schubert-Zsilavecz. Stipendiaten engagieren sich im Rahmen des Deutschlandstipendiums u.a. in Umwelt- und Sozialprojekten, die sie zum Teil selbst initiieren.

Um ein Deutschlandstipendium bewerben kann sich grundsätzlich jeder Bachelor- und Masterstudierende der Goethe-Universität: In dem zweistufigen Auswahlverfahren werden nicht nur gute Noten, sondern auch viele andere Kriterien berücksichtigt z.B. Verantwortungsbewusstsein, Motivation, Engagement und soziale und personale Kompetenzen. Ebenso kann die persönliche Biographie – Überwindung von besonderen Hürden, biographische Brüche, Betreuung von Kindern und anderen Angehörigen – für die Auswahl bedeutsam sein.

Weitere Informationen: http://deutschland-stipendium.uni-frankfurt.de/38933905/deutschland_stipendium

Veranstaltungen

Nov 20 2012
12:20

Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität mit der Chefvolkswirtin der Helaba Dr. Gertrud Traud und den Finanzexperten Prof. Jan-Pieter Krahnen und Prof. Reint Gropp

Wer kontrolliert Finanzsystem und Ratingagenturen?

ACHTUNG: Aufgrund des großen Interesses gibt es einen Ortswechsel der gesamten Reihe, da der im Programm angekündigte Raum in der Evangelischen Stadtakademie nicht über ausreichende Kapazität verfügt (siehe unten).

FRANKFURT. Das überwältigende Interesse an der Auftaktveranstaltung zur Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität hat bereits gezeigt: Die Diskussionsreihe Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte behandelt eines der wichtigsten Themen unserer Zeit: Kapitalismus vs. Demokratie? Wenn es nicht gelingt, die dominierende Rolle der Banken auf ein verträgliches Maß zurückzuführen, drohen künftig ganze Gesellschaften zu implodieren. „Ohnmächtige Demokratie - Autistische Ökonomie: Wer kontrolliert Finanzsystem und Ratingagenturen?“, unter diesem Titel sollen am 2. Abend der Bürger-Universität die Kontrollmechanismen der Finanzmärkte hinterfragt werden. Welche Kontrollsysteme gibt es und warum haben diese nicht vor der Krise Alarm geschlagen? Wie können solche Situationen in Zukunft schon frühzeitig verhindert werden? Eine Einführung und erste Einschätzung dazu kommt von Prof. Jan-Pieter Krahnen, Finanzexperte und Direktor des Center for Financial Studies. Krahnen war einziges deutsches Mitglied in der s. g. Liikanen-Kommission zur Regulierung der europäischen Finanzmärkte. Vertieft werden soll das sehr facettenreiche Thema dann in der anschließenden Diskussion mit:

  • Dr. Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen
  • Prof. Reint Gropp, Spezialist für Sustainable Banking and Finance
  • und den Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern
  • Moderation: Tim Kanning, Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

am: Montag, 26. November 2012, um 19.30 Uhr
Neuer Veranstaltungsort: Hörsaal V, Hörsaalgebäude Campus Bockenheim, Mertonstraße 17
- 21

An insgesamt sechs Abenden greift die Diskussionsreihe der Frankfurter Bürger-Universität wichtige Aspekte eine der global drängendsten Fragen unserer Zeit auf. Beleuchtet werden sollen die Leitaspekte der gegenwärtigen Finanzkrise, die auch zu einer Krise der westlichen Demokratie geworden scheint. Wer kontrolliert Banken und Ratingagenturen? Ist es die Gier, die unser gesellschaftliches Zusammenleben ruiniert? Und welche Rolle spielt die Wissenschaft? Muss Forschung Politik und Öffentlichkeit mehr Orientierung geben? Oder ist der Protest der Occupy-Bewegung der richtige Weg, um sich aus dem immer stärker werdenden Griff des Finanzsystems zu befreien?

„Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte? - Diskussionsreihe mit Experten und Bürgern“

Weitere Vorträge:

  • 10. Dezember 2012
    Falsche Anreize
    Ruiniert Gier die Basis unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens?
    u.a. mit Prof. Rolf Haubl (Psychologe) und Prof. Sighard Neckel (Soziologe)
  • 17. Dezember 2012
    Enteignung der öffentlichen Hand
    Von der Banken zur Staatsschuldenkrise?
    u.a. mit Prof. Otmar Issing (ehem. Chefvolkswirt der Deutschen Bundesbank, Dr. Christopher Pleister (Vorsitzender des Leitungsausschusses der Finanzmarktstabilisierungsanstalt) und Dr. Sahra Wagenknecht (stellvertr. Fraktionsvorsitzende „Die Linke“ im Deutschen Bundestag)
  • 14. Januar 2013
    Wissenschaft als Krisenhelfer
    Muss Forschung Politik und Öffentlichkeit mehr Orientierung geben?
    u.a. mit Prof Tilman Allert (Soziologe), Prof. Andreas Hackethal (Wirtschaftswissenschaftler) und Karlheinz Weimar (Hessischer Finanzminister a.D.)
  • 28. Januar 2013
    Was hat´s gebracht
    Occupy als Anfang einer neuen Bürgerbewegung?
    u.a. mit Prof. Axel Honneth (Philosoph), Prof. Werner Plumpe (Historiker) und Jan Umsonst (Occupy Frankfurt); mit einem Nachwort von OB Feldmann

Beginn jeweils um 19.30 Uhr / Eintritt frei

Wichtiger Hinweis: Veranstaltungsort ist ab dem 26. November immerHörsaal V, Hörsaalgebäude Campus Bockenheim, Mertonstraße 17 - 21

Das komplette Programm der 7. Frankfurter Bürger-Uni: www.buerger.uni-frankfurt.de

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Nov 20 2012
12:18

Einer der letzten Vertreter der Frankfurter Schule kommt nun in das Archiv

Archivzentrum der Universitätsbibliothek erhält den Nachlass von Alfred Schmidt

FRANKFURT. Das Archivzentrum der Universitätsbibliothek J.C. Senckenberg in Frankfurt am Main hat den Nachlass des am 28. August diesen Jahres verstorbenen Alfred Schmidt (1931-2012) erhalten. Die langjährige Lebensgefährtin Ingeborg Strauss übergab dem Archivzentrum auf der Basis eines bereits 2011 unterzeichneten Archivvertrages zahlreiche Korrespondenzen, Manuskripte und die umfangreiche Privatbibliothek.

Im vergangenen Oktober und November wurden über 600 Umzugskisten aus der Privatwohnung im Frankfurter Westend und dem Dienstzimmer an der Goethe-Universität in das Archivzentrum gebracht. Darin befanden sich rund 8.000 Bücher sowie ca. 100.000 Seiten wertvoller Archivalien und  elektronische Unterlagen von drei überlieferten Rechnern aus seinem universitären Dienstzimmer. Trotz der drückenden Raumnot der Universitätsbibliothek gelang es, die mit 260 laufenden Metern umfangreiche Privatbibliothek im Magazin der Universitätsbibliothek in seiner Gesamtheit und in der von Alfred Schmidt selbst angelegten Ordnung aufzustellen. Ein noch zu Lebzeiten Alfred Schmidts unterzeichneter Übereignungsvertrag regelt die rechtliche Seite mit der Goethe-Universität.

In ihrer Bedeutung sind die übernommenen Archivalien von großem Wert für die Geschichte der Goethe-Universität und der Stadt Frankfurt. Der größte Teil der hinterlassenen Schriften sind handschriftlich verfasst. Neben den wichtigen philosophischen und soziologischen Manuskripten, wie die zu den berühmten Donnerstagsvorlesungen, sind auch zahlreiche private Unterlagen, wie seine Urlaubsfotos auf den Kanarischen Inseln oder ein handschriftliches Entschuldigungsschreiben der Mutter für die Schule wegen einer aufgekommenen Stirnhöhlenentzündung, erhalten. Für das Archivzentrum ist diese Erwerbung vielleicht noch mit der Übernahme des Nachlasses von Ludwig von Friedeburg im Jahre 2010 zu vergleichen. Das Archivzentrum rechnet damit, dass der Nachlass von Alfred Schmidt in den nächsten zwei bis drei Jahren der breiten wissenschaftlichen Benutzung zugänglich gemacht werden kann.

Alfred Schmidt war von 1972 bis 1999 Professor für Philosophie und Soziologie an der Goethe-Universität und einer der führenden Köpfe der Frankfurter Schule. Noch bis kurz vor seinem Tod lehrte Alfred Schmidt an der Goethe-Universität. Seine  Hauptforschungsgebiete waren die Kritische Theorie, Geschichte des Materialismus, Religionsphilosophie, Freimaurerforschung, Ludwig Feuerbach und Schopenhauer. Ferner wurde er als Übersetzer englischer und französischer Schriften tätig. Im Jahre 1989 wurde ihm die Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main und 1998 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Die Nachlässe der Frankfurter Schule und weitere Archivbestände können im Archivzentrum montags bis freitags jeweils von 9:30 - 16:30 Uhr nach Voranmeldung und im Rahmen der Benutzungsordnung eingehend untersucht werden.

Am 11. Dezember 2012 erinnert die Tagung: „Alfred Schmidts Idee eines Kritischen Materialismus. Zwischen ‚enormen Bewußtsein‘ und ‚verständiger Resignation‘“ im Vereinsgebäude DENKBAR in der Spohrstraße 46a an den großen Frankfurter Philosophen.

Weitere Informationen: Dr. Mathias Jehn, Leiter des Archivzentrums, Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg, Bockenheimer Landstrasse 134-138, 60325 Frankfurt am Main. Tel. (069)798-39007, m.jehn@ub.uni-frankfurt.de

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Nov 19 2012
16:17

Berliner Philosophin hält Vortrag im Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften

„Zeit als Raum oder: Über die Kreativität der Linie“

FRANKFURT. Geisteswissenschaftler suchen im Denken von Platon, Kant, Descartes und Wittgenstein nach dem kartographischen Impuls. Damit werden Raumrelationen zu einem Instrument, um sich im Denken zu orientieren und neue Erkenntnis zu generieren.  Im Rahmen der Mittwochskonferenz (7. November) spricht Sybille Krämer, Professorin für Philosophie an der FU Berlin, auf Einladung des Forschungszentrums für Historische Geisteswissenschaften über „Zeit als Raum oder: Über die Kreativität der Linie“. Der öffentliche Vortrag beginnt um 18 Uhr im IG-Farben-Haus, Raum 411, Campus Westend der Goethe-Universität.

Zwar spielt der Topos der Tiefe in den Geisteswissenschaften eine große Rolle und steht für den Wert des tiefgründigen Denkens. Und doch verdankt sich die Entfaltung der Erkenntnistechniken zu einem Gutteil den Kulturtechniken der Verflachung: Mit Hilfe von Punkt, Strich und Fläche werden komplexe Sachverhalte in Form von Schriften, Tabellen, Grafen, Diagrammen und Karten visualisiert und für die Repräsentation und Erzeugung von Wissen eingesetzt. Worin beruht diese Kreativität der inskribierten Fläche? Spielt es eine Rolle, dass die artifizielle Zweidimensionalität der Fläche zwischen der eindimensionalen Zeit und dem dreidimensionalen Raum steht, so dass Zeit verräumlicht und Raum verzeitlicht werden kann? Die Berliner Wissenschaftlerin wird sich mit diesen Fragen in ihrem Vortrag auseinandersetzen.

Informationen: Dr. Falk Müller, Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069) 798-32411, falk.mueller@em.uni-frankfurt.de, www.fzhg.org