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Beim „Climate Change Book Launch“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ geht es am 26. Juni um Fragen globaler Gerechtigkeit angesichts der Erderwärmung
FRANKFURT. Der fortschreitende Klimawandel gilt als eine der größten Herausforderungen der Menschheit im 21. Jahrhundert – und das nicht nur in ökologischer Hinsicht. „Der Klimawandel wirft insbesondere eine Reihe von drängenden moralischen Problemen auf“, sagt Darrel Moellendorf, Professor für Internationale Politische Theorie am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität. Im Namen des Clusters hat er zwei seiner profiliertesten Kollegen nach Frankfurt eingeladen, um den Zusammenhang zwischen Klimawandel und globaler Gerechtigkeit zu beleuchten. Welche Ansprüche haben beispielsweise die ohnehin ärmeren Länder, die unter einer ungebremsten Erderwärmung am meisten leiden würden? Beim „Climate Change Book Launch“ am 26. Juni um 15 Uhr stellen die drei Klimaphilosophen auch ihre neusten Publikationen zur Diskussion.
Die öffentliche Veranstaltung – eine Anmeldung ist erforderlich – findet im Gebäude des Exzellenzclusters auf dem Frankfurter Campus Westend statt. Darrel Moellendorf, der vor rund einem Jahr aus San Diego nach Frankfurt gewechselt ist, wird seine groß angelegte Monographie vorstellen. Sie heißt „The Moral Challenge of Dangerous Climate Change: Values, Poverty, and Policy“. Moellendorf sieht sich in seiner Arbeit maßgeblich von Henry Shue beeinflusst. Dieser wiederum zählt zu den Pionieren der philosophischen Beschäftigung mit den Folgen des Klimawandels – und er gehört ebenfalls zu den teilnehmenden Autoren. Die Aufsatzsammlung „Climate Justice: Vulnerability and Protection“ ist die Quintessenz seiner mehr als 20-jährigen Beschäftigung mit dem Thema. Henry Shue hat lange Zeit an US-amerikanischen Universitäten gelehrt und ist jetzt Professor in Oxford. Von der New York University kommt Dale Jamieson. Er ist Autor des Buches „Reason in a Dark Time: Why the Struggle Against Climate Change Failed – And What It Means for Our Future“
Die drei Philosophen gehen der Frage nach, wie der Klimawandel noch begrenzt werden kann und was dabei aus moralischer Sicht zu beachten ist. Nach Ansicht Darrel Moellendorfs darf sich eine gerechte globale Klimapolitik nicht darauf beschränken, allein den Klimawandel begrenzen zu wollen; sie müsse zugleich die Bekämpfung der weltweiten Armut im Blick behalten. Moellendorf plädiert für eine verteilende und ausgleichende Gerechtigkeit, bei der die reicheren Staaten – deren Wohlstand nicht zuletzt mit einer langen Phase der CO2-Produktion verbunden ist – soziale Verantwortung übernehmen und die Hauptlast des Klimaschutzes tragen. Hier favorisiert Moellendorf das Prinzip der Zahlungsfähigkeit („ability-to-pay“).
Innerhalb eines begrenzten Zeitrahmens sollten, so Moellendorf, die ärmeren Länder mehr CO2 ausstoßen dürfen, da sie ohne den Einsatz der billigeren fossilen Brennstoffe kaum Chancen hätten, der Armut zu entkommen. Den Industrieländern weist der Gerechtigkeitsphilosoph die Verantwortung zu, ihre Emissionen stark zu reduzieren, um damit das Gesamtniveau der globalen Emissionen zu verringern. Unter einem fortschreitenden Klimawandel hätten die weniger entwickelten Ländern des Südens in besonderem Maß zu leiden. Es drohen Trinkwasserknappheit, Missernten und Überschwemmungen.
Auch Henry Shue hebt hervor, dass die Maßnahmen gegen den Klimawandel nicht zulasten der ärmeren Länder gehen dürfen und sie womöglich in noch größere Armut stürzen. Shue setzt sich unter anderem für eine international koordinierte Abgabe auf die Verwendung fossiler Brennstoffe ein und für die Unterstützung der weniger entwickelten Länder bei einer alternativen Energiegewinnung. Der Philosoph kritisiert die Rolle der USA bei den bisherigen Klimaverhandlungen. Und wenn es um die Ansprüche von Menschen und Gruppen geht, betont Shue auch das Recht zukünftiger Generationen auf angemessene Lebenschancen.
Dale Jamieson schließlich stellt die ganz grundlegende Frage, warum der Kampf gegen den Klimawandel bisher gescheitert ist. Das Thema errege eigentlich nur dann Interesse, wenn die Medien über aktuelle Studien oder Konferenzen berichteten. Nach einer kurzen Phase der Einsicht, dass nun endlich etwas getan werden müsse, bliebe alles beim Alten. Den Menschen fiele es schwer, in solch alltäglichen Dingen wie Autofahren oder Flugreisen ein moralisches Problem zu sehen. Laut Jamieson ist es aber gerade diese Sichtweise auf persönliche Verantwortung, die geändert werden müsse, um adäquat zu reagieren. Die Lage sei zwar ernst, aber nicht hoffnungslos.
Der „Climate Change Book Launch“ findet am 26. Juni um 15.00 Uhr in Raum 5.01 des Gebäudes „Normative Ordnungen“ statt (Campus Westend, Lübecker Straße/Ecke Hansaallee). Nach kurzen Kommentaren der Philosophin Anja Karnein und des Philosophen Andreas Niederberger (beide Goethe-Universität) werden die Autoren ihre Thesen erläutern.
Anmeldung und inhaltliche Information:
Professur Moellendorf, Ellen Nieß, ellen.niess@normativeorders.net, 069/798-31521
Kontakt Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“:
Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de/
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Paul Tillich im Zentrum einer internationalen Konferenz in Frankfurt
FRANKFURT. „Kritische Theologie – Paul Tillich in Frankfurt“ lautet der Titel einer internationalen Konferenz, zu der der Fachbereich Evangelische Theologie der Goethe-Universität von 26. bis 28. Juni Fachleute aus Deutschland, England, Schottland, Kanada und den USA zu Gast hat. Im Mittelpunkt steht der protestantische Theologe und Religionsphilosoph Paul Johannes Tillich (1886-1965), einer der bedeutendsten deutschsprachigen Theologen und Philosophen des 20. Jahrhunderts. Tillich lehrte von 1929 bis 1933 in Frankfurt und wurde nach seiner Emigration in den USA zu einer Art „intellektuellem Superstar“. Sein Denken prägte nicht zuletzt die Frühphase der „Frankfurter Schule.“
Tillich wurde im April 1929 als Nachfolger Max Schelers auf den Frankfurter Lehrstuhl für Philosophie und Soziologie berufen, nachdem er bereits vorher kurzzeitig außerordentlicher Professor für Theologie in Marburg und Ordinarius für Religionswissenschaft in Dresden gewesen war. Frankfurt sei zum genannten Zeitpunkt die „modernste und liberalste Universität“ in Deutschland gewesen, bemerkte Tillich im Rückblick. Gleichwohl – oder gerade deshalb? – besaß die Frankfurter Universität zu jener Zeit keine eigene theologische Fakultät, und so verwundert nicht, dass sich die Vorlesungen des jungen Professors nach dessen eigener Einschätzung „auf der Grenze von Theologie und Philosophie bewegten“ – eine Charakterisierung, die auch für sein späteres Denken gelten sollte.
Tillichs Tendenz zum theoretischen Spagat wurde auch durch eine Erfahrung begünstigt, die seine theoretische Entwicklung bereits zuvor in einen höchst kreativen Entwicklungsprozess versetzt hatte, nämlich durch die Konfrontation mit dem als extrem empfundenen Gegensatz zwischen der so genannten Dialektischen Theologie in Marburg einerseits und der Liberalität und Weltoffenheit einer stark kulturwissenschaftlich ausgerichteten Denkungsart andererseits, wie sie in Dresden dominierte. Von diesem Prozess legen zahlreiche Texte Tillichs Zeugnis ab, die in den Frankfurter Jahren (1929-33) entstanden. Nimmt man die vielfachen, von Martin Buber bis zu Theodor W. Adorno reichenden Anregungen hinzu, die Tillich in Frankfurt empfing, so hätte die Prophezeiung von Tillichs Hallenser Lehrer Fritz Medicus leicht Wirklichkeit werden können, wonach Tillich „der kommende Mann in der Philosophie“ sei. Doch dazu sollte es nicht kommen, denn Tillich wurde von den Nationalsozialisten seines Amtes enthoben und im Herbst 1933 gezwungen, in die USA auszuwandern.
Zwei Leitziele bestimmen die Konzeption und Durchführung der Frankfurter Konferenz, die in Zusammenhang mit dem Jubiläum der Goethe-Universität stattfindet: Zunächst sollen die Bedingungen rekonstruiert werden, die die Entwicklung des Tillichschen Denkens während der Frankfurter Jahre geprägt haben; zugleich wird dadurch umgekehrt ein konturschärferes Bild der geistigen Situation der Frankfurter Universität Ende der 20er, Anfang der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts entstehen. Darüber hinaus soll die prinzipielle Leistungsfähigkeit des Tillichschen Denkens als einer ‚kritischen Theologie‘, also einer Theorie theologischer Rationalität in kritisch-konstruktiver Selbstabgrenzung von Philosophie, Soziologie und Religionswissenschaft, herausgearbeitet und deren Theoriepotential nach Möglichkeit systematisch weiterentwickelt werden.
Informationen: Prof. Dr. Heiko Schulz, Evangelische Theologie, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel. 069 798-32944, E-Mail Heiko.Schulz@em.uni-frankfurt.de, Sekretariat: Jeannette Schindler, Tel. 069 798-33312, E-Mail schindler-wirth@em.uni-frankfurt.dehttp://www2.uni-frankfurt.de/51047259/st_Tillich_Flyer_neuerRaum.pdf
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Zweitägiger Kongress auf dem Campus Westend – In der Weimarer Zeit wurde Frankfurt zur attraktiven Alternative zu den etablierten Unis
FRANKFURT. Im Umfeld der jungen Frankfurter Universität konnte sich der Geist der Weimarer Republik auf besondere Weise entfalten und in seinen extremen Positionen ausleben, das lässt sich u.a. an der Geschichte der Frankfurter Literaturwissenschaften deutlich ablesen. Dafür stehen exemplarisch zwei Namen: Max Kommerell und Leo Löwenthal. Auch um diese beiden wird es bei dem zweitägigen Kongress „Literaturwissenschaften in Frankfurt 1914-1945“ gehen, der am 20. Juni (Freitag) und 21. Juni (Samstag) auf dem Campus Westend (PEG-Gebäude, Raum1.G 147) stattfindet.
Der Literaturhistoriker Kommerell, der sich von Stefan George abwandte, aber sehr dem Kreis der Antimodernisten um die beiden Altphilologen Karl Reinhardt und Walter F. Otto zugetan war, ließ sich ab 1933 phasenweise von den Nationalsozialisten einspannen. Dagegen gehörte Leo Löwenthal, Begründer der Literatursoziologie, 1918 zu den Initiatoren einer sozialistischen Studentengruppe, war ab 1930 als junger Wissenschaftler am Institut für Sozialforschung und musste – wie die meisten Mitarbeiter des Instituts nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten – in das amerikanische Exil fliehen. Prof. Dr. Ulrich Wyss (Goethe-Universität) wird sich mit Kommerells Habilitation aus dem Jahr 1930 genauer beschäftigen, Dr. Peter-Erwin Jansen (Hochschule Koblenz) mit den literarischen Vorträgen im Jüdischen Lehrhaus, die im Kontext von Löwenthals literatursoziologischen Schriften stehen.
„Als Mitglieder der Philosophischen Fakultät trugen die nach Frankfurt berufenen Literaturwissenschaftler und die aus der Akademie für Handelswissenschaften übernommenen Kollegen zum wissenschaftlichen Profil der Goethe-Universität bei, das Frankfurt in der Weimarer Republik zu einer attraktiven Alternative zu den bereits etablierten Universitäten machte“, so der Germanist, Privatdozent Dr. Bernd Zegowitz, der gemeinsam mit dem Romanisten Dr. Frank Estelmann einen Dreierpack aus Kongress, Ringvorlesung und virtueller Ausstellung mit 20 Porträts von Literaturwissenschaftlern organisiert hat. Und Estelmann ergänzt: „Die Frankfurter Literaturwissenschaftler verhalfen einer auch auf Praxisbezug und Neuerung ausgerichteten Fachentwicklung zum Durchbruch, die in Frankfurt aus historischen und konzeptuellen Gründen gefordert und gefördert wurde, bevor die Machtergreifung der Nazis und die Vertreibung vor allem der jüdischen Wissenschaftler dieser Entwicklung entweder ein Ende setzte oder sie in andere Bahnen lenkte.“
Die Kongressbeiträge werden sich einzelnen Forscherbiografien widmen. Dabei soll es darum gehen, verschiedene Aspekte miteinander zu verbinden: methodische Zugriffe, literaturvermittelnde und thematische Schwerpunkte der Literaturwissenschaftler in Forschung (und Lehre), biografische Besonderheiten, zeitgeschichtliche Reflexionspotenziale, Verbindungen zur disziplinären Entwicklung sowie das „Frankfurter Klima“ und dessen institutionelle Voraussetzungen und programmatischen Ansprüche. Von besonderem Interesse ist die Frage, wie sich die Literaturwissenschaften auch innerhalb der Frankfurter Bürgerschaft verorteten, mit welchen Aktivitäten die beteiligten Wissenschaftler stadtgeschichtlich in Erscheinung traten, indem sie daran zum Beispiel mitwirkten, Frankfurt als Universitätsstadt ein Profil zu geben oder welche Literaten und Literaturen durch sie einen exponierten Platz in der Literaturstadt Frankfurt erhielten.
Veranstalter des Kongresses sind das Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik und das Institut für Romanische Sprachen und Literaturen der Goethe-Universität. Die öffentliche Tagung findet im Rahmen des Jubiläumsprogramms der Universität zu ihrem 100-jährigen Bestehen statt und wird finanziert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt und aus zentralen Jubiläumsmitteln der Goethe-Universität.
Informationen: Privatdozent Dr. Bernd Zegowitz, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, und Dr. Frank Estelmann, Institut für Romanische Sprachen und Literaturen, Campus Westend, Tel. (069) 798 32199, Zegowitz@lingua.uni-frankfurt.de, Estelmann@em.uni-frankfurt.de, das Programm auf einen Blick unter: http://www2.uni-frankfurt.de/50812186/LW_Kongress_Karte_endNEU.pdf
Personalia/Preise
Goethe-Universität gratuliert ihrem Emeritus, der wie kaum ein anderer die philosophischen und gesellschaftlichen Debatten der Bundesrepublik geprägt hat.
FRANKFURT. Am 18. Juni begeht er seinen 85. Geburtstag: Jürgen Habermas, der insgesamt 25 Jahre als Professor für Philosophie und Soziologie an der Goethe-Universität lehrte und als bekanntester Vertreter der Kritischen Theorie in der Generation nach Adorno und Horkheimer gilt, kann auf ein bedeutendes Forscherleben zurückblicken. Zu Habermas‘ Hauptwerken zählen „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ (1962), „Theorie des kommunikativen Handelns“ (1981) und „Der philosophische Diskurs der Moderne“ (1985). Habermas hat sich in den 60er Jahren intensiv mit den Studentenprotesten beschäftigt und Stellung bezogen in zahlreichen gesellschaftlichen Debatten.
Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl gratulierte im Namen der gesamten Goethe-Universität: „Jürgen Habermas hat das Bild der Goethe-Universität als Ort eines lebendigen und kritischen Diskurses entscheidend mitgeprägt. Sein Wissenschaftsverständnis bezieht immer auch die Öffentlichkeit mit ein. Ich würde mir wünschen, dass viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seinem Beispiel folgen und wichtige gesellschaftspolitische Debatten auch jenseits der Mauern von Universitäten diskutieren. Die Mitglieder der Goethe-Universität gratulieren Jürgen Habermas herzlich zum 85. Geburtstag und wünschen ihm noch viele fruchtbare Jahre eines engagierten Einmischens. Seine Stimme wird weltweit gehört.“
Seit 2011 befindet sich sein „Vorlass“ beim Universitätsarchiv der Goethe-Universität. Demnächst werden die Unterlagen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Es handelt sich um die Manuskripte von mehr als 50 Büchern und seine Korrespondenz seit den 50er Jahren.
1964 übernahm Habermas den Lehrstuhl von Max Horkheimer für Philosophie und Soziologie und lehrte und forschte von 1964-1971, 1975-1982 und 1983-1994 an der Goethe-Universität. Bereits von 1956 bis 1959 hatte er als Assistent am Institut für Sozialforschung (IFS) gearbeitet und war dort Theodor W. Adorno und Max Horkheimer begegnet.
Habermas war auch Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt, ab 1980 Max-Planck-Institut für Sozialwissenschaften (1971-1981). Nicht zuletzt haben seine zahlreiche Auslandreisen und Gastprofessuren in den USA für eine internationale Rezeption und Würdigung seiner Schriften gesorgt.
Zahlreiche Preise wurden Habermas für sein wissenschaftliches Schaffen verliehen, darunter der Friedenspreis des deutschen Buchhandels, der Hessische Kulturpreis, der Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen, der Theodor W. Adorno-Preis und der Hegel-Preis.
Im aktuellen UniReport würdigt der Habermas-Biograph Stefan Müller-Doohm, der gerade ein umfangreiches Buch vorgelegt hat, den Jubilar mit einem Essay über das „Intuitive“ in Habermas‘ Schaffen.
Artikel im UniReport: http://www2.uni-frankfurt.de/50855375/Unireport_3-14_Habermas.pdf
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Internationale Konferenz „Critical Sociology – Current Issues and Future Challenges“ auf dem Campus Westend
FRANKFURT. „Wo steht die kritische Soziologie heute? Was sind Perspektiven, Themen und Aufgaben einer kritischen Soziologie am Anfang des 21. Jahrhunderts? Diese großen Fragen bilden den Anlass der internationalen Konferenz „Critical Sociology – Current Issues and Future Challenges“, die vom 23. bis zum 25. Juni vom Institut für Soziologie der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Institut für Sozialforschung ausgerichtet wird.
Angesichts eines globalisierten Kapitalismus und einer ökonomischen, sozialen und ökologischen Vielfach-Krise werden u.a. folgende Themen diskutiert: Welche neuen Formen und Räume sozialer Ungleichheit entstehen, und wie lassen sie sich – etwa großstädtische Slums – am besten analysieren? Welche Rolle kommt biotechnologischem Wissen bei der Ökonomisierung von Lebensformen zu? Welche Alternativen gibt es zum kapitalistischen Paradigma des Wachstums? Was bedeuten Prozesse der Entsolidarisierung und die – verstärkt auch in Wohlstandsgesellschaften zu beobachtende – Prekarisierung von Arbeit für den Zusammenhalt einer Gesellschaft?
Die Perspektiven, die entwickelt werden, rangieren von poststrukturalistischen über marxistische bis hin zur (öko-)feministischen. Zu den bekannten Referentinnen und Referenten gehören u.a. Prof. Loic Wacquant (University of California), Prof. Serge Latouche (Université Paris XI) und Prof. Catherine Waldby (University of Sydney). Das übergeordnete Ziel der Tagung besteht darin, im Rahmen eines Dialogs zwischen renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland die Kritische Soziologie fortzuentwickeln und Ansätze auszuleuchten, mit denen in eingreifender und emanzipativer Absicht soziale Praktiken und gesellschaftliche Strukturen verändert werden können.
Weitere Rednerinnen und Redner sind Prof. Susanne Bauer (Universität Frankfurt), Prof. Klaus Dörre (Universität Jena), Prof. François Dubet (Université Bordeaux), Prof. Joan Fujimara (University of Wisconsin-Madison), Dr. Thomas Jahn (Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt), Prof. John Law (The Open University, UK), Prof. Thomas Lemke (Goethe-Universität), Prof. Mary Mellor (University of Northumbria, Newcastle), Prof. Sighard Neckel (Goethe-Universität), Prof. Serge Paugam (École des Hautes Études en Sciences Sociales EHESS, Paris), Prof. Juliet Schor (Boston College), Prof. Fred Stewart (University of Westminster, London), Prof. Ferdinand Sutterlüty(Goethe-Universität), Prof. Paul Thompson (University of Strathclyde, Glasgow) und die Veranstalter/innen Prof. Birgit Blättel-Mink, Dr. Alexandra Rau (beide Goethe-Universität) und Privatdozent Dr. Stephan Voswinkel (Institut für Sozialforschung).
Die Tagung steht im Kontext der Feierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Goethe-Universität. Der Tagungsort ist auf dem Campus Westend (Casino, Festsaal/Casino 823). Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen. Der Eintritt ist frei.
Informationen: Dr. Alexandra Rau, Institut für Soziologie Goethe-Universität, Campus Westend, Tel.: (069) 798-36662; , rau@soz.uni-frankfurt.de, http://www.fb03.uni-frankfurt.de/49883365/01_Overview