Veranstaltungen
Bei der bundesweiten Aktion am 3. März macht das Schreibzentrum der Goethe-Universität zum 6. Mal mit
FRANKFURT. An die Stifte, fertig, los heißt es am 3. März (Donnerstag). Dann fliegen die Finger über die Tasten, Kaffeeduft zieht durch die Bibliothek der Goethe-Universität, die Nacht wird lang. Zur 6. bundesweiten „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ laden vom 3. auf den 4. März ab 20 Uhr das Schreibzentrum und das Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften ein. Wie jedes Jahr legen am ersten Donnerstag im März bundesweit hunderte Studierende in zahlreichen Hochschulbibliotheken eine Nachtschicht ein.
„Viele Studierende nutzen die lange Nacht, um mit ihren Hausarbeiten ein gutes Stück weiterzukommen oder sogar fertig zu werden. Im letzten Jahr waren es bei uns in Frankfurt um die 150“, weiß Dr. Stephanie Dreyfürst, die Leiterin des Schreibzentrums, zu berichten.
Zur Unterstützung der Schreibmotivation gibt es Kurzworkshops zu Zeitmanagement, Argumentation und Schreibtisch-Yoga von 21 bis 24 Uhr. Außerdem leisten die Tutorinnen und Tutoren mit ihrer Schreibberatungen Hilfestellung. „Wenn man mit jemandem über seinen Text spricht, wird einem die eigene Argumentation oft viel klarer“, erklärt Kevin Bien, 24, Tutor des Schreibzentrums. „Außerdem kennen wir Schreibtutoren eine Menge Tricks, um aus Schreibblockaden rauszukommen, gute Fragestellungen zu entwickeln oder chaotische Texte zu strukturieren.“
Alle, die genauer wissen möchten, wie eine Schreibberatung abläuft, können sich außerdem ab dem 3.März mit dem neuen Erklärfilm des Schreibzentrums „Was ist Schreibberatung?“ informieren. Premiere hat der Film ab 22 Uhr im 3. Stock der Bibliothek Geisteswissenschaften im IG-Farben-Haus im Querbau Q1. Ab dem 4. März wird er außerdem von der Homepage des Schreibzentrums abrufbar sein.
Alle Studierenden und Promovierenden der Goethe-Universität können an der Schreibnacht teilnehmen. Ein Austausch mit anderen nächtlichen Schreibenden von Kiel bis München ist auf Twitter unter #lndah möglich. Anmelden sollten sich die Interessierten bis zum 2. März 18 Uhr unter schreibzentrum@dlist.uni-frankfurt.de mit Name, Studienfach und Anzahl der Semester.
Informationen: Dr. Stephanie Dreyfürst, Schreibzentrum, Goethe-Universität, Tel. (069) 798 32845; E-Mail: Dreyfuerst@lingua.uni-frankfurt.de
http://schreibzentrum.uni-frankfurt.de, https://schreibnacht.wordpress.com
Veranstaltungen
Internationaler Workshop des Cornelia Goethe Centrums beschäftigt sich mit dem Thema, wie verschiedene Strömungen sich Positionen des Feminismus zu eigen machen
FRANKFURT. Konservative und rechte Akteure nutzen Forderungen zur Geschlechtergerechtigkeit immer wieder, um rassistische Diffamierungen zu legitimieren. Zudem vereinnahmen auch Neoliberale feministische Ideale und so befürchten Genderforscherinnen, dass die Gesellschaftskritik der aktuellen Frauenbewegung von dieser Strömung genutzt wird, um neue soziale Ungleichheiten zu legitimieren. Bei einem internationalen Workshop beschäftigen sich 40 Wissenschaftlerinnen aus zehn Ländern am 25. und 26. Februar (Donnerstag und Freitag) in Frankfurt mit verschiedenen Strömungen, die sich Positionen des Feminismus zu eigen machen. Konzeptioniert und organisiert wurde diese Tagung von Prof. Dr. Helma Lutz und Kristina Nottbohm vom Cornelia Goethe Centrum (CGC) der Goethe-Universität.
Der Workshop in englischer Sprache trägt den Titel „Appropriating Feminism? – Feminist Entanglements with Neoliberalism, Racism, International Politics and Military Interventions”.Am Donnerstag (25. Februar) um 18 Uhr findet ein öffentlicher Vortrag auf Campus Westend, PEG-Gebäude, R. 1.G191 statt: Prof. Dr. Anna Korteweg (University of Toronto) und Prof. Dr. Gökçe Yurdakul (Humboldt Universität) sprechen über “Appropriating Feminism? The Uses of Gender Equality in Headscarf Debates“
Anknüpfend an aktuelle Aktivitäten des Cornelia Goethe Centrums und des Schwerpunkts Frauen- und Geschlechterforschung in Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität beschäftigt sich der Workshop mit diesem Thema, das gleichermaßen hohe theoretische wie auch gesellschaftspolitische Relevanz besitzt. So rechtfertigen Rechtsextreme und rechtspopulistische Parteien und Aktionsbündnissen, aber mittlerweile auch Teile der Mehrheitsgesellschaft ihre Forderungen nach einer restriktiveren Einwanderungs- und Abschottungspolitik mit dem vermeintlich notwendigen Schutz von Frauen (Stichwort Köln). Welche Diskursformationen lassen sich hier erkennen und unterscheiden? Wie wird etwa die Forderung nach einem Kopftuchverbot begründet?
Es geht bei dem Workshop auch um die folgenden Fragen: Wie werden feministische Anliegen in neoliberalen Diskursen vereinnahmt? Auch militärische Interventionen und die Sanktionspolitiken internationaler Organisationen werden mit der Durchsetzung von Frauenrechten legitimiert. Um welche Form von Vereinnahmungen geht es hier? Wie können unter diesen Bedingungen neue transnationale Bündnisse und Formen der Solidarität unter Frauen entstehen?
Informationen: Prof. Dr. Helma Lutz und Kristina Nottbohm, Cornelia Goethe Centrum, Tel. (069) 798 36609/36615, E-Mail: lutz@soz.uni-frankfurt.de und kristina.nottbohm@posteo.de
Programm und Abstract des öffentlichen Vortrags unter: www.cgc.uni-frankfurt.de/index.shtml
Forschung
Soziologen der Goethe-Universität nehmen ältere Männer in der Kinderbetreuung unter die Lupe
FRANKFURT. In immer mehr Familien sind beide Eltern berufstätig. Doch wer kümmert sich um die Kinder, wenn die Kita geschlossen ist? Tagesmütter und Leihomas haben Konjunktur, doch ist dieses Feld auch für Männer attraktiv? Eine Vorstudie im Fachbereich Soziologie beschäftigt sich mit dem Phänomen „Leihopas“.
Männer, die einen Kinderwagen schiebend durch den Park gehen: Noch vor 40 Jahren wäre dieser Anblick in Deutschland durchaus ein Hingucker gewesen. Das hat sich grundlegend geändert, dank neuer Geschlechterrollen. Viele Männer bringen sich heute nicht nur als Väter anders ein, sondern auch in ihrer Rolle als Großväter. Doch was tun, wenn Enkel auf sich warten lassen? Für manch einen mag das Bedürfnis, ein Kind mit erziehen zu wollen, mit ihm zu spielen, sich mit ihm zu beschäftigen, wie es vorher nie möglich war, ein Grund sein, sich als „Leihopa“ in einer fremden Familie zu betätigen. Doch auch andere Gründe sind denkbar.
Licht in diesen bislang kaum erforschten Bereich bringen soll ein Forschungsprojekt unter der Leitung der Frankfurter Soziologieprofessorin Birgit Blättel-Mink und Alexandra Rau, Professorin für Soziale Arbeit an der Evangelischen Hochschule Darmstadt, das vom Hessischen Wissenschaftsministerium im Zuge der Genderforschung finanziert wird. Blättel-Mink ist auch Direktorin des Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC) der Goethe-Universität. Diplomsoziologe Luigi Wenzl (29) führt das Projekt durch. Seine These: Das „Phänomen Leihopas“ könnte sich in Zukunft durchaus ausweiten.
Doch in welcher Größenordnung kommt dieses soziale Phänomen derzeit vor? Handelt es sich vor allem um Männer, die das Empfinden haben, ihre Kompetenzen bei den eigenen Kindern nicht ausreichend eingebracht zu haben? Oder geht es den Leihopas um die Möglichkeit, die Rente mit einem kleinen Zuverdienst aufzubessern? Für gleich drei große soziologische Debatten der Gegenwart könnte das Thema somit relevant sein: für die Debatte um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die erzieherischen Versorgungslücken in den Familien, für die Debatte um die (Re-)Aktivierung der „jungen Alten“ für den Dienst an der Gesellschaft, und schließlich für die Debatte um prekäre Arbeitsverhältnisse, die keine ausreichende Altersvorsorge ermöglichen.
Luigi Wenzl hat 28 Projekte recherchiert, die „ehrenamtliche“ Leih- oder Wahlgroßeltern mit Familien in Kontakt bringen. Im nächsten Schritt werden vertiefende Interviews mit den ermittelten Leihopas, und – zum Vergleich – , mit einigen Leihomas, geführt. „Begünstigende Faktoren sind nach ersten Einschätzungen das Fehlen eigener Enkelkinder, ein emotionales Bindungsinteresse zu einem Kind, der Wunsch, sich durch den Kontakt zu Kindern jung zu halten, und den Kindern damit zugleich die Erfahrung zu ermöglichen, mit ‚Älteren‘ in Kontakt zu treten“, schließt Wenzl aus den ersten Befragungen. „Manche ältere Menschen haben auch das Gefühl, sie müssten der ‚modernen‘ Erziehung etwas entgegensetzen“, ergänzt Birgit Blättel-Mink – wobei die befragten „Leihopas“ ihre eigene Position ausschließlich als Freizeitgestalter, nicht als Erzieher hätten verstanden wissen wollen.
Von einander abweichende Auffassungen von den Aufgaben des Leihopas können freilich zu Schwierigkeiten und Spannungen führen. Wie Eltern und Leihopas ihre unterschiedlichen Ansichten und Bedürfnisse aushandeln, auch das soll die Studie beleuchten. Bei seinen ersten Interviews wurde Luigi Wenzl bereits klar: Oft kommen Männer erst durch ihre Partnerinnen zur Betreuung von fremden Kindern. Und manche schrecken dann doch davor zurück: In der Außenwahrnehmung habe es oft noch etwas Verdächtiges, wenn sich ältere Männer mit Kindern abgeben.
Informationen:
http://www.fb03.uni-frankfurt.de/soziologie/bblaettel-mink
Luigi Wenzl, email: lwenzl@em.uni-frankfurt.de
Veranstaltungen
Internationales Fachsymposium zum Thema Nachlass-Fundraising an der Goethe-Universität.
FRANKFURT. Am 18. und 19. Februar findet an der Goethe-Universität das Fundraising-Symposium 2016 zum Thema Nachlass-Fundraising statt. Diese Internationale Fachtagung dient dem Erfahrungsaustausch gemeinnütziger Organisationen, die seit Jahren Erbschaften und Vermächtnisse erhalten und diese für die Allgemeinheit einsetzen wollen. Die Tagung richtet sich an Vorstände, Geschäftsführer und Verantwortliche für Großspenden und Nachlässe in gemeinnützigen Organisationen, Bildungseinrichtungen und öffentlichen Körperschaften, wie Zoos und Kultureinrichtungen. Veranstalter ist die Fachzeitschrift "Fundraiser-Magazin " in Kooperation mit der Agentur für Nachlass-Fundraising und der Goethe Universität.
„Wir freuen uns, dass dieses internationale Symposium an der Goethe-Universität stattfindet. Unsere Universität hat das Fundraising in den letzten Jahren bereits systematisch aufgebaut. Auch im Nachlass-Fundraising haben wir erste Erfahrungen gesammelt, die wir gerne weiterentwickeln möchten. Deshalb sind wir sehr gespannt auf die fachliche Diskussion mit den Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bildungseinrichtungen und Spendenorganisationen“, erklärt Andreas Eckel, Leiter Private Hochschulförderung der Goethe-Universität.
Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge werden bis 2024 in Deutschland 3,1 Billionen Euro vererbt. Gleichzeitig wächst die Zahl der Kinderlosen und Alleinstehenden. Viele Menschen denken beim Testament deshalb auch an gemeinnützige Organisationen, denen sie meist über Jahrzehnte als Förderer treu verbunden waren. Die repräsentative GfK-Studie „Gemeinnütziges Vererben in Deutschland“ zeigt: Bereits jeder zehnte Deutsche über 60 Jahre würde mit seinem Erbe auch einen guten Zweck unterstützen; bei den Kinderlosen ist es sogar jeder dritte.
Das Fundraising-Symposium diskutiert diesen Trend mit internationalen Referenten aus Großbritannien und den Niederlanden sowie erfahrenen Praktikern aus Deutschland. Keynote Speaker am 19. Februar ist Richard Radcliffe. Der umtriebige Experte arbeitete schon auf drei Kontinenten für gemeinnützige Organisationen und überzeugte Menschen davon, über den Tod hinaus etwas für die Allgemeinheit und die gute Sache zu tun. Er wird internationale Trends und seine Erfahrungen mit Nachlass-Gebern vorstellen. Erfahrene Experten, wie Gerhard Wallmeyer von Greenpeace oder Lars Flottmann von UNICEF, werden mit den Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz diskutieren, ob und wie man für das "gute Erbe" werben darf, wie Nachlässe abgewickelt werden und welche ethischen Standards eingehalten werden müssen. Denn Testamente für gemeinnützige Organisationen haben nichts mit Erbschleicherei, sondern meist mit langen Beziehungen der Förderer zum Verein, Zoo oder der Stiftung und großem Vertrauen zu tun.
Medienvertreter sind herzlich eingeladen, am Fundraising-Symposium teilzunehmen und darüber zu berichten.
Akkreditierung: matthias.daberstiel@fundraising-symposium.de
Ansprechpartner
Matthias Daberstiel, matthias.daberstiel@fundraising-symposium.de; www.fundraising-symposium.de
Forschung
Prof. Theo Dingermann erläutert im Perspektivengespräch Hintergründe und Konsequenzen einer aktuellen Epidemie
FRANKFURT. Das Zika-Virus ist seit fast 70 Jahren bekannt und wurde bislang als harmlos eingestuft. Eine Infektion geht meist spurlos an den Betroffenen vorüber und verursacht nur bei rund einem Fünftel von ihnen grippeähnliche Symptome, die nach wenigen Tagen abklingen. Wer eine Infektion überstanden hat, ist anschließend lebenslang gegen das Virus immunisiert. Warum ruft die Weltgesundheitsorganisation dann seinetwegen jetzt den globalen Gesundheitsnotstand aus? Und warum geht uns das alle an, wenngleich wir weit vom Ort der aktuellen Epidemie entfernt wohnen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des kommenden Perspektivengesprächs des House of Pharma & Healthcare mit Prof. Theo Dingermann, Seniorprofessor am Institut für Pharmazeutische Biologie der Goethe-Universität.
Das Zika-Virus wird von der ägyptischen Tigermücke übertragen. Lange blieb seine Ausbreitung auf Afrika und in geringem Maße auf Asien beschränkt, ohne dass gravierende Folgen beobachtet worden wären. Nun steht das Virus aber plötzlich im Verdacht, in Brasilien schwerste Schädel- und Gehirnfehlbildungen (Mikrozephalien) bei Tausenden von Neugeborenen hervorgerufen zu haben, deren Mütter sich während der Schwangerschaft infiziert hatten. Auch von ersten Todesfällen wird berichtet, die im Zusammenhang mit dem Auftreten neurologischer Schäden wie dem Guillain-Barré-Syndrom zu stehen scheinen.
Dass das Zika-Virus in Südamerika eine so explosionsartige Infektionswelle ausgelöst hat, liegt vor allem daran, dass die übertragende Stechmücke dort ganzjährig vorkommt und auf eine noch nicht immunisierte Bevölkerung trifft. Dieselbe Mücke überträgt beispielsweise auch das Gelb- und das Denguefieber. Der Klimawandel bringt die Gefahr mit sich, dass diese Mückenart in immer weiteren Teilen der Welt auch jenseits der Tropen und Subtropen heimisch wird. „Im Interesse der Weltgesundheit“, plädiert Prof. Dingermann, „sollten wir daher alles dafür tun, das Übel an der Wurzel zu packen und Maßnahmen in Brasilien und anderswo zu unterstützen, die die Verbreitung dieser Mücken effektiv zu stoppen versprechen.“
Das House of Pharma & Healthcare (http://www.houseofpharma.de) verfolgt das Ziel, den Pharma-Kompetenzcluster Hessen weiterzuentwickeln und die Innovationslücke in der Arzneimittelentwicklung zu schließen. Zu diesem Zweck fördert es die Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren der Gesundheits- und Pharmabranche in Deutschland und bietet ihnen eine neutrale Diskussionsplattform. Es wird geleitet von Professor Manfred Schubert-Zsilavecz (Goethe-Universität) und Professor Jochen Maas (Sanofi).
House of Pharma & Healthcare: Perspektivengespräch
Wann? Mittwoch, 17. Februar 2016, 19:00 Uhr
Wo? House of Finance, Campus Westend, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Wir bitten interessierte Pressevertreter um Anmeldung unter:
www.houseofpharma.de/zika
Informationen: Joachim Pietzsch, Pressestelle des House of Pharma & Healthcare e.V., Telefon: (069) 36007188, presse@houseofpharma.de