Veranstaltungen
Öffentlicher Abendvortrag des Nobelpreisträgers Frank Wilczek
FRANKFURT. Können wissenschaftliche Ideen ästhetisch schön sein? Dieser Frage wird der Physik-Nobelpreisträger des Jahres 2004, Prof. Frank Wilczek vom Massachussetts Institute of Technology, USA, in einen öffentlichen Vortrag nachgehen. Der englische Vortrag mit dem Titel “Quantum Beauty” findet im Rahmen der diesjährigen Quark Matter-Konferenz in Darmstadt statt, zu der mehr als 800 Forscher aus aller Welt erwartet werden. Organisatoren sind die Universitäten Frankfurt und Heidelberg, die Technische Universität Darmstadt und das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung.
Wann? Donnerstag, den 22.5.2014, 19:00 Uhr.
Wo? Hörsaal 122 der Technischen Universität Darmstadt, Altes Maschinenhaus, Magdalenenstr. 12, 64289 Darmstadt.
Bereits Pythagoras und Platon dachten über die Schönheit physikalischer Theorien nach. Schön ist für den Physiker beispielsweise eine Theorie, die bestimmten Symmetrien unterliegt. Dass eine schöne Theorie auch wahr ist, deutete sich bereits in der Mechanik Isaac Newtons und der Theorie des Elektromagnetismus James Clerk Maxwells an. Wie Frank Wilczek demonstrieren wird, hat die moderne Physik dieses Prinzip in großer Tiefe und im Detail verinnerlicht. Er wird auch die Entwicklung des Konzepts der Schönheit physikalischer Gesetze rekapitulieren und zeigen, wie es die Forschung auf dem Weg zum ultimativen Verständnis unserer Welt leitet.
Der Eintrittspreis beträgt 5,- € (Eintrittskarten sind bis zum 19.5. zzgl. einer Vorverkaufsgebühr von 50 Cent erhältlich im Darmstadt Shop am Eingang des Luisencenters, Luisenplatz 5).
Die Quark Matter-Konferenz ist die größte und wichtigste Konferenz der Schwerionenphysik. Sie findet vom 19.5. bis 24.5. im Konferenzzentrum Darmstadtium in Darmstadt statt. Nach drei Jahren Datenaufnahme am LHC-Beschleuniger des CERN sowie einer neuen experimentellen Kampagne am RHIC am Brookhaven National Laboratory, USA, sind gerade zu diesem Zeitpunkt besonders spannende neue Forschungsergebnisse zu erwarten. Auf dem Gelände der GSI ist zurzeit die FAIR-Beschleunigungsanlage im Bau, an der auch die Goethe-Universität beteiligt ist.
Informationen: Prof. Dr. Dirk Rischke, Institut für Theoretische Physik, Campus Riedberg, Tel.: (069)-798-47862, drischke@th.physik.uni-frankfurt.de.
Sonstige
Goethe-Universität schenkt Oberbürgermeister Peter Feldmann Jubiläumsfahrrad zur Nutzung für gemeinnützige Zwecke
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Jubiläumsjahr sorgte die Goethe-Universität für mehr nachhaltige Mobilität in Frankfurt. Nach der Verlosung von 100 Jubiläumsfahrrädern an Angehörige der Universität, wird ein weiteres Fahrrad nun in den Dienst einer gemeinnützigen Einrichtung gestellt.
Die Übergabe des Zweirades an Oberbürgermeister Peter Feldmann erfolgt im Rahmen eines Besuchs der Heinrich-Lübke-Siedlung am 15. Mai 2014. Treffpunkt ist um 17.00 Uhr vor dem REWE-Markt, Heinrich-Lübke-Straße 5-7 (Zugang auch über Ludwig-Landmann-Straße).
Von dort geht der Weg dann zum Begegnungszentrum des Frankfurter Verbandes für Alten- und Behindertenhilfe e.V., Heinrich-Lübke-Straße 32, wo das Fahrrad seiner Bestimmung übergeben werden soll: Hier können es sich Seniorinnen und Senioren ausleihen, aber auch die Teilnehmerinnen des vom Quartiersmanagement initiierten Fahrradkurses für Migrantinnen.
Medienvertreter sind herzlich eingeladen, an den Termin teilzunehmen. Wir bitten um Information (ott@pvw.uni-frankfurt.de), ob wir mit Ihrem Kommen rechnen können.
Veranstaltungen
Vortragsreihe „Cornelia Goethe Colloquien“ im Sommersemester 2014
FRANKFURT. Die Kritische Theorie, die von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno in Frankfurt begründet wurde, hat in vielfacher Hinsicht zum Weiter-Denken, aber auch zum Gegen-den-Strich-Denken angeregt. Vor allem deshalb waren und sind die kultur- und gesellschaftstheoretischen Impulse dieser Frankfurter Schule für die Frauen- und Geschlechterforschung bis heute wegweisend. Die Themen der öffentlichen Vortragsreihe des Cornelia Goethe Centrums im Sommersemester 2014 reichen von den „Anfängen der Frauenforschung in Frankfurt“ bis hin zu „aktuellen Debatten im Anschluss an die Kritische Theorie“. Zur Debatte steht vor dem Hintergrund des Jubiläums der Goethe-Universität die Frage nach einer Frankfurter Schule der Frauen- und Geschlechterforschung. Die Vorträge finden immer (außer 22. Mai) mittwochs von 18 bis 20 Uhr im PEG-Gebäude (Raum 1.G 191), Campus Westend, statt.
Traditionelle Vorträge sind eher die Ausnahme bei diesen Veranstaltungen, die zum Zuhören, zur Auseinandersetzung und zum Mitdiskutieren einladen. Sie beginnen am Mittwoch (14. Mai) mit einem Interview zwischen der Medienwissenschaftlerin und geschäftsführenden Direktorin des Cornelia Goethe Centrums, Prof. Ulla Wischermann, und der Kinowissenschaftlerin und -enthusiastin, Prof. Heide Schlüpmann. Auf „100 Jahre Frauenstudien an der Goethe-Universität“ blickt eine Woche später Prof. Ute Gerhard, die erste Professorin für Frauenforschung an einer deutschen Universität, zurück (22.5.). Ausnahmsweise findet dieser Vortrag, der zugleich die Konferenz „Ausschließende Einschließung. 100 Jahre Frauen & Wissenschaft an der Goethe-Universität“ eröffnet, in der Stadtbibliothek statt.
Weitere Highlights der Vortragsreihe sind die Diskussion der Frage, wie die doppelte Verortung von Frauen in Erwerbs- und Familienarbeit in Anschluss an die Kritische Theorie heute vor dem Hintergrund einer sich international zuspitzenden „Care“-Krise, einer Krise des „Füreinander-Sorgens“, zu denken ist. Es diskutieren Prof. Helma Lutz und Prof. Regina Becker-Schmidt (4. Juni). Biografische Erinnerungsarbeit ist der Leitfaden für „Kritische Theorie und die Anfänge der Frauenforschung in Frankfurt“ am 11. Juni, ein Zurück- und Vordenken mit Prof. Ursula Apitzsch und Prof. Christel Eckart. Gegen den Strich und in vielfacher Hinsicht von einem anderen Standpunkt aus gesehen, reflektiert Prof. Nikita Dhawan am 25. Juni „The Paradox of postcolonial Enlightement“. Abgeschlossen wird die in Kooperation mit dem Frankfurter Institut für Sozialforschung konzipierte Reihe am 9. Juli mit einem Gespräch zu aktuellen Fragen der Geschlechtertheorie. Den Abend gestaltet die Frankfurter feministische Philosphinnengruppe mit ihrem Gast, der Philosophin Dr. Eva von Redecker.
Die Vortragsreihe wird veranstaltet vom Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC) in Kooperation mit dem Institut für Sozialforschung und der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung.
Das Programm auf einen Blick
14. Mai
Das große Kino - Feministische Kritik und Frankfurter Schule.
Ulla Wischermann im Gespräch mit Heide Schlüpmann
22. Mai (19:30 Uhr, Stadtbücherei Frankfurt a.M., Zentralbibliothek, Hasengasse 4)
„In den Brüchen der Zeit…“ - 100 Jahre Frauenstudien an der Universität Frankfurt.
Ute Gerhard
4. Juni
Von der ‚Doppelten Vergesellschaftung von Frauen‘ zur ‚Krise der Care-Arbeit‘ – Impulse aus der ‚Kritischen Theorie‘?'
Helma Lutz im Gespräch mit Regina Becker-Schmidt
11. Juni
Kritische Theorie und die Anfänge der Frauenforschung in Frankfurt.
Ursula Apitzsch im Gespräch mit Christel Eckart
25. Juni
Affirmative Sabotage of the Master’s Tools: The Paradox of Postcolonial Enlightenment.
Nikita Dhawan (in engl. Sprache)
9. Juli
Queer und materialistisch. Aktuelle feministische Debatten im Anschluss an die Kritische Theorie.
Eva von Redecker im Gespräch mit der Feministischen Philosophinnengruppe Frankfurt
Informationen: Dr. Marianne Schmidbaur, Stefan Fey, Cornelia Goethe Centrum, CGCentrum@soz.uni-frankfurt.de, Tel. (0171)273 9354; http://www.cgc.uni-frankfurt.de/cgc-lehre-colloq.shtml
Veranstaltungen
Diskussionsreihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ fragt am 19. Mai nach historischen Schuldzuschreibungen
FRANKFURT. Die Frage nach der Schuld stellt sich nicht nur im Strafrecht, sie gehört auch zu den großen Themen der Geschichte. Fast könnte man meinen, dass unsere Bewertung historischer Ereignisse, besonders kriegerischer Auseinandersetzungen, nicht ohne die Antwort darauf auskommt, wer im Unrecht war und zur Verantwortung gezogen werden muss. Beim 15. Frankfurter Stadtgespräch des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität soll es grundsätzlich und epochenübergreifend um die Bedeutung, die Funktion und die Folgen von Schuldzuschreibungen in der Geschichte gehen. Die Podiumsdiskussion trägt den Titel: „Wer hat angefangen? – Sinn und Unsinn historischer Schuldzuschreibungen“. Sie findet am 19. Mai 2014 um 19.00 Uhr im Historischen Museum Frankfurt statt (Fahrtor 2, Römerberg).
Exemplarisch und mit Bezug auf das aktuelle Jubiläumsjahr rückt in der jüngsten Ausgabe des Frankfurter Stadtgesprächs auch der Erste Weltkrieg in den Fokus, für dessen Ausbruch viele Historiker lange Zeit vor allem Deutschland verantwortlich machten. Zu Gast bei der öffentlichen Veranstaltung ist der Historiker Christopher Clark von der Universität Cambridge, der in seinem Buch „Die Schlafwandler – Wie Europa in den ersten Weltkrieg zog“ einen differenzierteren Ansatz verfolgt. Sein Diskussionspartner ist Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte an der Goethe-Universität. Die Moderation hat Klaus Günther, Co-Sprecher des Clusters und Rechtswissenschaftler mit den Forschungsschwerpunkten Strafrecht und Rechtsphilosophie. Das Stadtgespräch wird in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main veranstaltet.
„Der Kriegsausbruch von 1914 ist kein Agatha-Christie-Thriller, an dessen Ende wir den Schuldigen im Wintergarten über einen Leichnam gebeugt auf frischer Tat ertappen. In dieser Geschichte gibt es keine Tatwaffe als unwiderlegbaren Beweis, oder genauer: Es gibt sie in der Hand jedes einzelnen Akteurs. So gesehen war der Kriegsausbruch eine Tragödie, kein Verbrechen.“ Das schreibt Christopher Clark in seinem „Schlafwandler“-Buch. Er widerspricht damit vor allem auch der These des deutschen Historikers Fritz Fischer aus den 1960er-Jahren, wonach Deutschland den Krieg aus Expansionsbestrebungen gezielt vorbereitet habe. Auch fragt Clark in seinem Buch, ob es denn überhaupt nötig sei, „dass wir ein Plädoyer gegen einen einzigen schuldigen Staat halten oder eine Rangordnung der Staaten nach ihrem jeweiligen Anteil an der Verantwortung für den Kriegsausbruch aufstellen“.
Zumindest ein Grund für die Suche nach den Hauptverantwortlichen mag selbst in weltgeschichtlichen Zusammenhängen darin bestehen, konkrete Haftungsfragen zu klären. Bei den Friedensverhandlungen in Versailles wurde die moralische Verantwortung für den Ausbruch des Krieges beim Deutschen Reich und seinen Bündnispartnern gesehen. Die letzte Rate in Verbindung mit den damals beschlossenen Reparationen leistete die Bundesrepublik im Oktober 2010, es waren 200 Millionen Euro.
Nach wie vor strittig ist, welche Rolle die Schuldzuweisung an das Deutsche Reich für die politischen Verhältnisse in der Weimarer Republik spielte und damit für die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs und die von den Deutschen begangenen Menschheitsverbrechen. Gegen die Hauptkriegsverbrecher wurde in Nürnberg erstmals ein internationales Strafverfahren geführt. Und schließlich und nicht zuletzt: Gegenseitige Schuldzuweisungen wie beispielsweise im ehemaligen Jugoslawien vor dem Ausbruch des Bürgerkriegs zwischen den verschiedenen Ethnien prägen auch aktuelle Konflikte, sei es in der Ukraine oder auf dem afrikanischen Kontinent.
Christopher Clark, der in Cambridge Neuere Europäische Geschichte lehrt, steht bereits seit einigen Jahren in enger Verbindung mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und dessen Forschungsthemen. Im Mai folgt der vielfach ausgezeichnete Historiker zum zweiten Mal einer Einladung des Clusters an das Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg. Dort gehört er auch zu den ersten Fellows des neu gegründeten Historischen Kollegs.
Weitere Termine mit Christopher Clark:
Clark wird Teilnehmer der vom Exzellenzcluster mitveranstalteten wissenschaftlichen Tagung „Europa 1914 – Der Weg ins Ungewisse“ am 22./23. Mai sein. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Eine weitere Gelegenheit, Clark „live“ zu sehen, besteht am 29. Mai auf dem Frankfurter Campus Westend. Dann hält er im Rahmen des Jubiläumsprogramms „100 Jahre Goethe-Universität“ einen vom Cluster ausgerichteten öffentlichen Vortrag zum Thema „Das Wilhelminische Deutschland und die Universität Frankfurt: Der Kontext der Kriegsjahre“.
Weitere Informationen folgen.
Informationen im Internet:
Zum Stadtgespräch am 19. Mai: www.normativeorders.net/frankfurter-stadtgespraech
Zur Tagung am 22./23. Mai: www.normativeorders.net/europa-1914
Zum Jubiläums-Vortrag am 29. Mai: www.normativeorders.net/gu-100
Kontakt: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net
Veranstaltungen
Ausstellungseröffnung am 15. Mai im Goethe-Haus; ab 22. Juni in der Rotunde auf dem Campus Westend zu sehen
FRANKFURT. Am Donnerstag (15. Mai) um 19 Uhr wird im Frankfurter Goethe-Haus die Ausstellung „Goethes Hidschra. Reisen in den Orient. Reisen in Texte“ eröffnet, die in Kooperation mit der Professur für Religionswissenschaften der Goethe-Universität und dem Projekt „Kunst baut Brücken – Morgenland trifft Abendland“ konzipiert wurde. Am 22. Juni zieht die Ausstellung dann in die Rotunde des IG-Farben-Hauses auf den Campus Westend um und ist dort bis 12. Juli zu sehen.
Die Schriftkunstausstellung, die im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums der Goethe-Universität stattfindet, zeigt sowohl die schriftkünstlerische Auseinandersetzung der Gruppe „lettera“, mit Texten von Goethe und Hafis als auch Arbeiten des iranischen Kalligrafen Jamshid Sharabi zur persischen Übersetzung von Goethes Gedicht ‚Hegire‘. Diese Gruppe, zu der Marí Emily Bohley, Frank Fath, Antje Glashagen-Stuck, Anja Luedtke, Birgit Nass, Eveline Petersen-Gröger, Ursula Schröder-Höch und Jasna Wittmann gehören, pflegt seit mehr als 20 Jahren die Kunst des Kalligraphierens. Die Übersetzung stammt von Hossein Khadjeh Zadeh. Das ist ganz im Sinne Goethes, der sich oft vorgestellt hatte, ein Handelsreisender zu sein, dem es um den „Wechseltausch“ zwischen Kulturen geht. Zur Vernissage wird ein Rezitationsabend „Tausche Goethe gegen Hafis“ stattfinden, es werden Texte aus dem Divan von Goethe, von Hafis und aus dem Koran in deutscher, persischer und arabischer Sprache, zum Teil mit musikalischer Begleitung, aufgeführt.
Genau 100 Jahre vor Gründung der Goethe-Universität schrieb Goethe am Weihnachtsabend das Gedicht „Hegire“. Er wählte die französische Übersetzung des arabischen Wortes „Hidschra“, das auf die Auswanderung des Propheten Muhammads von Mekka nach Medina weist, zur Eröffnung für seinen West-östlichen Divan. Goethe eignete sich den Orient durch Texte, Dichtung, aber auch kalligrafische Übungen an, er befand sich in einem regen Austausch mit Professoren der Orientalistik an der Jenaer Universität (Eichhorn, Lorsbach, Kosegarten). Das Projekt „Goethes Hidschra“ unter Leitung der Frankfurter Religionswissenschaftlerin Prof. Dr. Catherina Wenzel möchte seine Beschäftigung mit den Religionen und das interkulturelle Potenzial des Divans im „Doppeljubiläum“ in den Mittelpunkt rücken.
Zum Projekt gehört neben den Übersetzungen und der Ausstellung, die noch in der Rotunde der Universität zu sehen wird, ein Konzert zur Finissage am 11. Juli (Freitag) um 18 Uhr sowie Seminare und Vorlesungen: So hält die Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken ein Seminar zu Goethes „West-östlicher Divan“; Prof. Dr. Catherina Wenzel eine Vorlesung zu „Christlich-islamische Begegnungen in Europa, Konflikte, Apologetik, Dialoge“ und Prof. Dr. Fateme Rahmati, Zentrum Islamische Studien, und Prof. Dr. Catherina Wenzel gemeinsam ein Seminar zu „Goethes Beschäftigung mit dem Islam und der Religion Zarathustras“.
Die Ausstellung und die Veranstaltungsreihe werden überwiegend finanziert aus den zentralen Mitteln für das Universitätsjubiläum, weitere Sponsoren und Kooperationspartner sind die Kulturabteilung der iranischen Botschaft in Deutschland, die Hafis-Gesellschaft Verein für Kulturdialog und das Frankfurter Goethe-Haus.
Die Goethe-Universität gehört zu den universitären Standorten in Deutschland, an denen ein Zentrum für Islamische Studien und damit eben auch Islamische Theologie als Fach neben Judaistik, jüdischer Religionsphilosophie und den christlichen Theologien etabliert wurde. „Insofern bietet dieser Ort die Möglichkeit, das Thema interreligiös und interdisziplinär zu bearbeiten. Dabei geht es um Wissensformen, die im Divan rezipiert werden und die ihrerseits durch den Divan wieder vermittelt werden – sowohl in einer spezifisch literarischen Form, als auch im Prosateil, den Noten und Abhandlungen“, erläutert die Initiatorin Catherina Wenzel. „Dabei spielt selbstverständlich die Übersetzung eine zentrale Rolle, sonst würde für Goethe, der die persische und arabische Sprache nicht verstehen konnte, eine Rezeption Hafis oder des Koran unmöglich sein.“ So gestalten sich die imaginativen Reisen Goethes in den Orient, die oft auch als Reisen in die zeitliche Ferne sind, sowohl durch das Medium der Poesie als auch mittels Aneignung von Wissen, das die Orientalistik bereitstellt.
Und Wenzel ergänzt: „In diesem Aneignungsprozess von Wissen und auf der Suche nach Inspiration spielen die ästhetischen Dimensionen des Hörens von Klang, Rhythmus und das Betrachten der besonderen Formen des arabisch-persischen Alphabetes eine beachtliche Rolle.“ Goethe sagte selbst im West-östlichen Divan, Text und Kommentare: „Am liebsten aber wünschte der Verfasser vorstehender Gedichte als ein Reisender angesehen zu werden, dem es zum Lobe gereicht, wenn er sich der fremden Landesart mit Neigung bequemt, deren Sprachgebrauch sich anzueignen trachtet, Gesinnungen zu theilen, Sitten aufzunehmen versteht.“
Zur Vorgeschichte der Ausstellung: Im Rahmen des von der Hafis-Gesellschaft ins Leben gerufenen Projektes „Morgenland trifft Abendland – Kunst baut Brücken“ fand bereits 2012 eine Dialogausstellung in Teheran statt, an der der iranischen Schriftkünstler Sedaghat Jabbari und Antje Glashagen-Stuck von „lettra“ teilnahmen. Die Initiatoren des Projekts, Manfred und Gisela Grüter, stellten den Kontakt Catherina Wenzel in Frankfurt her und so entstand die Idee zu der Frankfurter Ausstellung.
Informationen: Prof. Dr. Catherina Wenzel, Professur für Religionswissenschaften, Fachbereich Evangelische Theologie, Campus Westend, ca.wenzel@em.uni-frankfurt.de, (069) 798-32755