Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Veranstaltungen

Apr 19 2017
11:26

Die Autoren Wouter Meijer und Tilmann Bünz diskutieren ihre Erfahrungen im Nachbarland

Deutsche und Niederländer: „Gute Nachbarn – Beste buren“

FRANKFURT. Über die Niederlage des Rechtspopulisten Geert Wilders bei den niederländischen Parlamentswahlen haben die deutschen Medien ausführlich berichtet. Warum nehmen die Deutschen die Niederlande stärker wahr? Warum mögen eigentlich die Niederländer inzwischen die Deutschen? Unter dem Titel „Gute Nachbarn – Beste buren“ diskutieren die Journalisten Wouter Meijer aus den Niederlanden und Tilmann Bünz aus Deutschland über das Verhältnis der beiden Länder. Beide kennen das jeweilige andere Land seit vielen Jahren und haben 2016 Bücher über ihre Erfahrungen im Nachbarland geschrieben. Das Gespräch wird moderiert von Max Smolka, der als Wirtschaftsjournalist in der FAZ über die Niederlande berichtet. Es findet statt

am Dienstag (25. April) um 19 Uhr
auf dem Campus Westend der Goethe-Universität, IG-Farben-Haus,
Nebengebäude, Raum 1.741a.

 Wouter Meijer hatte Berlin bereits als Austauschschüler vor dem Fall der Mauer kennengelernt, 2008 kehrte er als Korrespondent für den niederländischen Rundfunk in die Stadt zurück und blieb dort sieben Jahre. Wie sich die deutsche Gesellschaft nach der Wende verändert hat, damit setzt sich der Journalist in dem 2016 erschienenen Buch unter dem charmanten, aber vielsagenden Titel „We kunnen niet allemaal Duitsers zijn“ („Wir können nicht alle Deutsche sein“) auseinander – und dies auf 238 Seiten in einem lockeren Stil mit inhaltlichem Tiefgang. Meijer hatte als Korrespondent Gelegenheit, mit zahlreichen Politikern sowie mit mehr oder weniger bekannten Personen aus Industrie, Wirtschaft, aber auch mit vielen normalen Bürgern zu sprechen. Kaum ein Thema lässt er in seinem Buch aus, er schreibt über die neuen Bundesländer, die Vergangenheitsbewältigung, Pegida, die Flüchtlingspolitik, die Finanzkrise, die Energiewende, die Europakrise, die Autoindustrie, den Erfolg der Familienbetriebe, Angela Merkel, den Tatort und vieles mehr. Außerdem will er den Niederländern erklären, wieso die Deutschen die Finanzkrise besser bewältigt haben als sie selbst.

Tilmann Bünz liebt die Niederlande, wird aus dem Land aber nicht immer schlau. 1982 ging er mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienst nach Amsterdam und arbeitete 18 Monate als Freiwilliger in der Mozes-en-Aaron-Kerk. Wie sich die Niederlande in den letzten 30 Jahren verändert haben, ist Thema seines jüngsten Buchs „Fünf Meter unter dem Meer, Niederlande für Anfänger“. Bünz, der als Reporter seit 20 Jahren für die ARD durch die Welt reist, ist auch Autor des TV-Features „Unbekannte Nachbarn – Die Niederländer“. Er wirft einen freundlich-kritischen Blick auf ein Land zwischen Toleranz und Enge. Er fragt, was von der sprichwörtlichen Toleranz übrig geblieben ist. Er nimmt an einer Einbürgerungsfeier in einem Saal voller Kopftücher teil und trifft Ahmed Aboutaleb, den muslimischen Bürgermeister von Rotterdam. Er lässt die Seele ausbaumeln auf der Watteninsel Vlieland und feiert die Ankunft des Nikolaus und seiner 612 schwarzen Knechte auf der Amstel. Er besucht alte Widerstandskämpferinnen und fragt nach, warum die Niederländer auf einmal Deutschland mögen.

Der Diskussionsabend wird vom Lektorat Niederländisch organisiert und von der Königlich Niederländischen Botschaft in Berlin unterstützt.

Informationen: Laurette Artois, Lektorat Niederländisch, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Campus Westend, Tel. (069) 798 32851, Mail: artois@lingua.uni-frankfurt.de, www.uni-frankfurt.de/41138070/niederlaendisch

Forschung

Apr 18 2017
16:50

Screeningverfahren für Leitstrukturen mit optimierter Lichtausbeute

Molekülbibliotheken für organische Leuchtdioden

FRANKFURT. Organische Leuchtdioden (OLEDs) sind vielversprechende Kandidaten für flexible Flachbildschirme. Mit einem von Chemikern der Goethe-Universität entwickelten Screeningverfahren lassen sich Leitstrukturen zur Optimierung der Lichtausbeute nun schneller identifizieren.

Die steigende Nachfrage nach immer leistungsfähigeren Smartphones, Tabletcomputern und Heimkinos stellt die Displaytechnologie vor wachsende Herausforderungen. Gegenwärtig werden sie am umfassendsten von organischen Materialien gemeistert. Insbesondere mit Molekülen aus der Stoffklasse der Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAKs) lassen sich großflächige und mechanisch flexible Flachbildschirme erzeugen. Sie vereinen brillante Farben mit einer hohen Auflösung und verbrauchen gleichzeitig wenig Energie.

Chemiker der Goethe-Universität arbeiten derzeit an neuartigen organischen Leuchtstoffen, die ihre besonders vielversprechenden Eigenschaften dem gezielten Einbau von Bor-Atomen in das PAK-Gerüst verdanken. Bislang waren die erforderlichen Synthesen äußerst anspruchsvoll und zeitaufwändig. Erleichterung könnte künftig ein jüngst entwickeltes Screeningverfahren schaffen, mit dessen Hilfe eine Vielfalt borhaltiger PAKs auf kurzem Wege zugänglich wird. So lässt sich deren Potential als OLED-Leuchtstoffe effizient evaluieren. Nur die aussichtsreichsten Kandidaten werden anschließend eingehender untersucht.

Wie die Gruppe um Prof. Matthias Wagner vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Goethe-Universität  in der Fachzeitschrift „Angewandte Chemie“ berichtet, basiert die Methode auf einer Dreikomponentenreaktion: Zwei der Bausteine bleiben in allen Reaktionen unverändert, der dritte wird aus einem breiten Spektrum käuflicher und kostengünstiger PAKs ausgewählt. Der reaktive borhaltige Ausgangsstoff spielt beim Aufbau der Molekülgerüste eine entscheidende Rolle. Zudem verleiht er den erhaltenen Verbindungen die erwünschten optoelektronischen Eigenschaften, indem er die Leuchtkraft erhöht und die elektrische Leitfähigkeit der Materialien verbessert.

„Lange Zeit hat vor allem die Pharmaforschung von Screeningverfahren profitiert“, so Doktorandin Alexandra John. „Gerade auf dem dynamisch wachsenden Gebiet der organischen Materialien bietet es sich jedoch an, ähnliche Strategien zu nutzen, um kostengünstig und ressourcenschonend ans Ziel zu kommen.“ Prof. Matthias Wagner ergänzt: „Die Marktrelevanz unserer Entwicklung erkennt man auch daran, dass unsere Forschung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie großzügig finanziell unterstützt wird“. Das zugrundeliegende Förderinstrument “WIPANO - Wissens- und Technologietransfer durch Patente und Normen“ zielt darauf ab, durch die Sicherung und Nutzung von Geistigem Eigentum die wirtschaftliche Verwertung innovativer Ideen und Erfindungen aus öffentlicher Forschung zu gewährleisten. Wagner und John haben ihr Verfahren bereits zum Patent angemeldet.

Publikation:

Alexandra John, Michael Bolte, Hans-Wolfram Lerner, and Matthias Wagner: A Vicinal Electrophilic Diborylation Reaction Furnishes Doubly Boron-Doped Polycyclic Aromatic Hydrocarbons, in: Angew. Chem. Int. Ed. 2017, DOI: 10.1002/anie.201701591. 

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/66206458 

Bildtext: Ein neues Screeningverfahren ermöglicht die effiziente Identifizierung vielversprechender OLED-Leuchtstoffe.

Copyright: AG Matthias Wagner

Informationen: Prof. Matthias Wagner, Institut für Anorganische und Analytische Chemie, Campus Riedberg, Tel.: 069 798 29156; Matthias.Wagner@chemie.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Apr 18 2017
16:48

Zum Auftakt der Vortragsreihe „Wie wir wurden, wer wir sind“ wird die Biografie Helene Weigels vorgestellt

Die Frankfurter Bürger-Universität startet ins Sommersemester

FRANKFURT. Die Frankfurter Bürger-Universität startet ab dem 24. April mit einer Neuauflage der Reihe „Wie wir wurden, wer wir sind“ ins Sommersemester 2017. Bis Anfang Juli werden wieder sechs prominente Persönlichkeiten der deutschen Geschichte und Gegenwart und ihre Lebensgeschichten vorgestellt. Es handelt sich um Biographien, die eng mit der deutschen Sozial- und Kulturgeschichte verbunden sind, diese stark geprägt haben oder weiterhin prägen.

Der erste Vortrag im Sommersemester behandelt den Lebenslauf der deutsch-österreichischen Schauspielerin Helene Weigel:

„Helene Weigel – Mutter Courage“ am Montag, 24. April 2017, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Frankfurt, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main.

Mit ihrem schauspielerischen Talent hat Weigel die Bühnen des Landes unweigerlich mitgeprägt. Ihr Wirken am Theater „Berliner Ensemble“ und ihre Beziehung zu Bertolt Brecht haben sie bekannt gemacht. Dennoch war ihr Leben an der Seite des Theatermachers und Dichters stets ein Leben in seinem Schatten. Die Kooperation am „Berliner Ensemble“, der Lebenszuschnitt des Ehepaars während der Zeit der Emigration, auferlegten Helene Weigel eine Selbstzurücknahme. Unbestritten sind dabei ihre Beiträge zur Innovation des Theaterspiels und zu einem neuen Verständnis des Schauspielberufs. Der Vortrag von Tilman Allert, Professor für Soziologie an der Goethe-Universität und Kurator der Vortragsreihe, geht den familiengeschichtlichen und berufsbiografischen Weichenstellungen einer der großen Frauen des deutschen Theaters nach.

Folgende Biografien erwarten Sie außerdem im Sommersemester:

08. Mai 2017
Prof. Matthias Bormuth
Eduard Beaucamp
Unzeitgemäße Kunstkritik 

22. Mai 2017
Dr. Lorenz Jäger
Walter Benjamin
Genie und Grenzgänger 

19. Juni 2017
Prof. Birgit Recki
Helmuth Plessner
Vom Lachen und Weinen

26. Juni 2017
Dr. Edo Reents
Manfred Krug
Liebling Kreuzberg

03. Juli 2017
Prof. Tilman Allert
Beate Uhse
Freiheit für die Liebe

Beginn jeweils um 19.30 Uhr, Eintritt frei. 

Alle Veranstaltungen finden im Foyer der Zentralbibliothek der Stadtbücherei (Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main) statt.

Die Frankfurter Bürger-Universität ist ein Veranstaltungsformat, in dem Bürgerinnen und Bürger im Sommersemester „deutschen Biografien“ begegnen können und das im Wintersemester wechselnde Themen mit städtischem, gesellschaftsrelevantem Bezug aufgreift. Oft verlässt die Goethe-Uni mit ihren Hauptreihen den Campus und zieht an wechselnde Orte in der Stadt, um dort mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Die Bürger-Universität wird jedes Semester von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm begleitet. Dieses beinhaltet neben der eigens konzipierten Vortragsreihe eine vielfältige Auswahl an öffentlichen Veranstaltungen der Goethe-Universität, ihrer Fachbereiche, (An)-Institute und Initiativen. Die Broschüre mit über 100 Veranstaltungen steht unter www.buerger.uni-frankfurt.de zur Verfügung.

Besuchen Sie auch unseren Online-Veranstaltungskalender unter: www.uni-frankfurt.de/kalender

Veranstaltungen

Apr 18 2017
16:46

Cornelia Goethe Colloquien im Sommersemester – Auch Vortrag von Carolin Emcke, Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels

Vorlesungsreihe: „Wer hat Angst vor Gender?“

FRANKFURT. Selten hat der Begriff „Gender“ in der großen Politik eine solche Rolle gespielt wie heute. Nicht nur an den Rändern, sondern immer mehr auch in der Mitte des politischen Spektrums wird neben dem Neoliberalismus und der Globalisierung auch Gender für die gesellschaftlichen Krisen der Gegenwart verantwortlich gemacht. Die öffentliche Vorlesungsreihe „Wer hat Angst vor Gender?“, die im Sommersemester vom Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC)veranstaltet wird, geht dieser Frage nach und nimmt die Ängste insofern ernst, als sie die Positionen und Politiken des Anti-Genderismus in einer interdisziplinären Perspektive offen und kritisch rekonstruiert.

Prominenter Gast dieser Cornelia Goethe-Colloquien ist die freie Publizistin Dr. Carolin Emcke, die im vergangenen Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde und auch Alumna der Goethe-Universität ist: Titel ihres Vortrags, der am 5. Juli (Mittwoch) um 18.15 Uhr im Festsaal des Casinos stattfindet, ist in Anlehnung an ihr jüngstes Buch „Gegen den Hass oder: Die Ordnung der Reinheit“.

Gender-Studies, lange Zeit als exotisches „kleines Fach“ geführt, haben sich im Verlauf der vergangenen dreißig Jahre international, aber auch an deutschen Hochschulen etabliert und im universitären Kanon verankert. Kritik daran gab es immer, jedoch nie zuvor in einer solchen Lautstärke wie heute. So mehren sich beispielsweise auch in Parteiprogrammen Forderungen nach einer Abschaffung des „Gendermainstreaming“, der Gender-Diskurse und der Gender-Studies. Wie konnte es zu dieser massiven Kritik kommen? Wie konnten ein theoretisches Konzept und sein interdisziplinäres Forschungsfeld in diesem Maß zum Fokus und Kristallisationspunkt gesellschaftlicher Ängste und an diese appellierender politischer Rhetorik werden? Diese Fragen werden in der Vortragsreihe aufgegriffen, die von Prof. Vinzenz Hediger, Prof. Helma Lutz und PD Dr. Marc Siegel konzipiert wurde.

Das Spektrum der Vorträge reicht von der neuesten medizinischen Forschung, die zeigt, dass Geschlecht keineswegs als so fixiert zu verstehen ist, wie dies „Anti-Genderisten“ aus der Biologie suggerieren, über die Soziologie, die Publizistik und die Medienforschung bis zur katholischen Theologie. Ziel der Reihe – so die Ankündigung des Cornelia Goethe Centrums – ist es, „den Anti-Genderismus in ein reflektiertes Verhältnis zu den Positionen der Genderforschung zu setzen und eine Kartografie der gegenseitigen Beunruhigungen zu entwerfen, aus der ersichtlich wird, wer genau, weshalb und mit welcher Berechtigung Angst vor Gender hat“.

Die Vorträge auf einen Blick:

26. April 2017: Dr. Nadine Hornig, Universität Kiel: Understanding Gender – vom Einfluss von Genen und Hormonen auf unser physisches und psychisches Geschlecht

10. Mai: Prof. Regina Ammicht Quinn, Universität Tübingen: Hat Religion ein Geschlecht?
Eine umstrittene Analysekategorie und ihre Auswirkungen

17. Mai: Prof. Ilse Lenz, Ruhr-Universität Bochum: Gender als Skandal? Zum neuen Antigenderismus: Diskurse und Akteure

14. Juni: Prof. Stefan Timmermanns, Frankfurt University of Applied Sciences: Sexualpädagogik im Kreuzfeuer einer reaktionären Medienkampagne

28.Juni 2017: Prof. Kathrin Peters, Universität der Künste Berlin: Gender und Medien: Zum Zwischenstand einer Debatte

5. Juli: Dr. Carolin Emcke, Berlin: Gegen den Hass oder: Die Ordnung der Reinheit

Die öffentlichen Colloquien mit den Vorträgen finden jeweils mittwochs um 18.15 Uhr auf dem Campus Westend, PEG-Gebäude, Raum 1. G 191, statt; Ausnahme der Vortrag von Carolin Emcke im Festsaal des Casinos, Campus Westend.

Informationen: Cigdem Toprak, Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse (CGC), Campus Westend; toprak@em.uni-frankfurt.de, Details zu den Vorträgen: www.cgc.uni-frankfurt.de/cgc-lehre-kolloq.shtml

Sonstige

Apr 13 2017
11:27

DIPF-Forscher Johannes Hartig weist im neuen UniReport Kritik an empirischer Bildungsforschung zurück

These vom „Bildungsverfall“ zu „alarmistisch“

FRANKFURT. Der Bildungsforscher Johannes Hartig antwortet im aktuellen UniReport auf die Kritik am Kompetenzbegriff und an der empirischen Bildungsforschung, die der Biologie-Didaktiker Hans Peter Klein (Goethe-Uni) in der letzten Ausgabe der Universitätszeitung formuliert hatte. Hartig, Professor für Educational Measurement am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und am Fachbereich Psychologie der Goethe-Universität, bemängelt, dass Klein „Untergangsszenarien“ des Bildungssystems skizziere, ohne dafür empirische Belege zu liefern. Hartig sieht ein grundsätzliches Dilemma in Kleins Kritik an der empirischen Messbarkeit der Ergebnisse schulischen Lernens. „Wenn das nicht möglich ist, sind aber auch keine Aussagen darüber möglich, ob Schülerinnen und Schüler am Ende ihrer Schulausbildung mehr oder weniger gelernt haben“, so Hartig.

Der DIPF-Forscher erkennt im Unterschied zu Klein deutliche Anzeichen für eine gute Entwicklung des Bildungssystems, beispielsweise beim Anstieg der öffentlichen Bildungsausgaben: „Insbesondere die Lehrerbildung erfährt aktuell eine enorme Aufmerksamkeit in der Forschung, zugleich wird die Ausbildung an den Universitäten finanziell stärker gefördert.“ Hartig konzediert, dass der von Klein kritisierte Kompetenzbegriff durchaus unscharf sei; hier wäre eine ebenso wissenschaftliche wie auch politische Diskussion seines Erachtens vonnöten. Hartig sieht auch auf anderem Gebiet neue Herausforderungen für das Bildungssystem: „Vielleicht ist es wichtiger, Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, wie sie an Informationen gelangen und wie sie die Glaubwürdigkeit von Online-Informationen bewerten, als sie Bruchteile des verfügbaren Fachwissens auswendig lernen zu lassen?“

Die weiteren Themen im aktuellen UniReport:

  • Witzigmann & Co: Ein soziologisches Forschungsseminar hat sich mit der Sterneküche in Deutschland beschäftigt.
  • Krise der Germanistik, reloaded? Ein SPIEGEL-Artikel über das Fach stößt bei Lehrenden und Studierenden in Frankfurt auf massive Kritik.
  • Bierhefen produzieren Fettsäuren: Basis für Biokraftstoff? Der Chemiker Martin Grininger und der Molekularbiologe Eckhard Boles haben ein neues effizientes Verfahren zur Herstellung eines wertvollen Rohstoffs entwickelt.
  • America on my mind:  Der Bachelor-Studiengang American Studies beleuchtet die Literatur, Kultur und Geschichte der USA.
  • Wissen für die Gesellschaft: Der neue Innovectis-Geschäftsführer Martin Raditsch möchte die Third Mission der Goethe-Uni stärken.
  • Leiden von Tieren verringern: Maike Windbergs hat die neue Tierschutz-Professur an der Goethe-Uni übernommen
  • Übergänge im Lebenslauf gestalten: Das neue DFG-Graduiertenkolleg „Doing Transitions“ untersucht, wie Phasen der Unbestimmtheit individuell und gesellschaftlich konstruiert und bewältigt werden.
  • 17-Prozent-Chance für Eintracht Frankfurt auf Europa League: Forscher der Goethe-Uni und der Uni Potsdam haben das Saisonende der Bundesliga mathematisch simuliert.

Der UniReport 2/2017 steht zum kostenlosen Download bereit unter http://www.unireport.info/53996845/aktuelle_ausgabe