Veranstaltungen
Am 14. Dezember diskutiert die Frankfurter Bürger-Universität, Ob Frankfurt seinem Integrationsanspruch gerecht wird.
FRANKFURT.Frankfurt gilt als eine der internationalsten und auch multikulturellsten Städte Deutschlands: 717 000 Menschen aus 180 Nationen mit über 200 Sprach- und Kulturtraditionen leben hier. Der Ausländeranteil lag 2013 bei 27% (185.000 Personen), knapp 50% davon stammen aus dem EU-Ausland. 1989 entstand in der Mainmetropole das deutschlandweit erste „Amt für multikulturelle Angelegenheiten“, seit 2010 gibt es ein Integrations- und Diversitätskonzept. Ist damit die Integration in den letzten 26 Jahren besser gelungen als anderswo? Wird Frankfurt seinem hochgesteckten Integrationsanspruch wirklich gerecht? Oder leben die Menschen aus aller Welt auch in Frankfurt eher nebeneinander als miteinander?
Und die derzeitige Flüchtlingssituation wirft neue Fragen auf: Wie wird die Stadt jetzt und in den kommenden Jahren den ankommenden Flüchtlingen gerecht? Gibt es die nötigen personellen Ressourcen, welche Planungen gibt es, um diese Herausforderung zu bewältigen?
Am 14. Dezember stellt Dr. Nargess Eskandari-Grünberg, Dezernentin für Integration, in einem Impulsvortrag das Integrationskonzept der Stadt Frankfurt vor. Anschließend diskutiert sie zusammen mit Prof. Sabine Andresen (Professur für Sozialpädagogik und Familienforschung, Goethe-Universität) und Prof. Lena Inowlocki (Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Migrationsstudien und interkulturelle Kommunikation). Die Moderation übernimmt Christoph Scheffer von hr-iNFO.
Veranstaltungsort:
Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main
Beginn jeweils 19:30 Uhr
Eintritt frei
Die Diskussionsreihe findet in Kooperation mit hr-iNFO statt.
Weitere Abende der Diskussionsreihe sind:
24. Januar 2016: Zu etabliert um cool zu sein? Frankfurt und seine Subkultur.
1. Februar 2016: Wofür engagiert sich Frankfurt? Private versus öffentliche Verantwortung.
Das Programmheft der Bürger-Universität Programm im Netz: http://www.buerger.uni-frankfurt.de
Bestellung von Programmheften bitte an Frau Marthe Lisson, E-Mail: m.lisson@vdv.uni-frankfurt.de
Sonstige
Die Arbeit der pakistanischen Künstlerin Shahzia Sikander verbindet die Technik der indo-persischen Miniaturmalerei mit Verfahren der digitalen Filmanimation.
FRANKFURT. Die Studiengalerie 1.357 der Goethe-Universität zeigt vom 10. Dezember bis 12. Februar die Videoarbeit „The Last Post“ der pakistanischen Künstlerin Shahzia Sikander. Die Eröffnung findet am 9.12. (Mittwoch) um 20 Uhr im I.G. Farben-Haus, Raum 1.357, statt. „The Last Post“ verbindet die Technik der indo-persischen Miniaturmalerei mit Verfahren der digitalen Filmanimation. Die symmetrischen Bildkompositionen vom Anfang des Films, die an Schichtenräume von Bühnenarchitekturen erinnern, lösen sich im Verlauf des Films zunehmend auf. Motive, wie das eines französischen Horns oder eines chinesischen Buddhas, gleiten schließlich durch den Bildraum. Doch geht es nicht um Verschmelzung und Harmonie. Das wird spätestens deutlich, wenn die Figur eines Kaufmanns in einer Uniform der britischen East India Company in Stücke zerspringt oder sich im Hintergrund geballte Fäuste erheben.
Innerhalb des Hybrids von orientalischer Ästhetik und digitaler Bildtechnologie führt „The Last Post“ die Auflösung und Rekonstitution hegemonialer Macht und die daraus resultierende Gewalt in Prozessen der Dekolonisierung und in postkolonialen Gesellschaften vor. Die Musik der chinesisch-amerikanischen Komponistin Du Yun erweitert und vervielfältigt die Spannungen der kulturellen, ästhetischen und technischen Kombinatorik noch einmal.
Die 1969 in Lahore geborene und in New York lebende Shahzia Sikander, arbeitet in den Medien der Malerei, Installation und Animationsfilm. Wie in „The Last Post“ vermischt sie auch in anderen Arbeiten immer wieder traditionelle Formen mit gegenwärtigen Technologien. Sie gehört zu einer Generation pakistanischer Künstler, die die Miniaturmalerei wiederbelebt und radikal erneuert hat. Zugleich interessiert sie sich für elektronische Bildverfahren und musikalische Sound-Scapes.
In der Studiengruppe „Erinnerungskultur, Gedächtnispolitik und Bildgebrauch“ arbeiten Studierende und Lehrende verschiedener Disziplinen in enger Kooperation mit dem MMK Museum für moderne Kunst projektorientiert an der Erforschung des bildlichen Umgangs moderner Gesellschaften mit Geschichte. Die Studiengruppe stellt vier Mal im Jahr zeitgenössische Kunst in den Räumen des IG-Farben-Gebäudes aus.
Die Ausstellung im Raum 1.357, im ersten Stock des I.G. Farben-Hauses, ist vom 10. Dezember 2015 bis 12. Februar 2016 montags bis donnerstags zwischen 12 und 17 Uhr geöffnet (geschlossen vom 19.12. bis 10.01).
Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Historisches Seminar, Campus Westend, Tel.: (069) 798 -32424, jussen@em.uni-frankfurt.de; PD Dr. Henning Engelke, Kunstgeschichtliches Institut, engelke@kunst.uni-frankfurt.de; Madeleine Hesse, studentische Mitarbeiterin der Studiengalerie 1.357, madeleine.hesse@stud.uni-frankfurt.de
Veranstaltungen
Weihnachtsvorlesung der Professoren Theo Dingermann und Dieter Steinhilber behandelt ein häufiges Leiden
FRANKFURT. Die Pharmazeuten Prof. Theo Dingermann und Prof. Dieter Steinhilber laden auch in diesem Jahr alle Interessierten zu ihrer Weihnachtsvorlesung auf den Campus Riedberg ein. In ihrem Vortrag geht es um Keith Richards, den Lead-Gitarristen der Rolling Stones. Nach einer Serie von Vorträgen über Suchterkrankungen vom Pop-Ikonen widmen sich die beiden Pharmazeuten dieses Mal nicht der Heroin- und Kokainsucht des Rockmusikers, sondern einem weniger bekannten gesundheitlichen Problem: seinen schmerzenden Gelenken.
Einen biografischen Hinweis für den Gelenkverschleiß (Osteoarthrose) gab es im Jahr 2006, als Richards während einer Tournee-Pause auf den Fidschi-Inseln angeblich von einer Palme stürzte, später aber gestand, er sei auf einem Baumstumpf ausgerutscht.
Dingermann und Steinhilber werden die physiologischen Veränderungen für die Osteoarthrose erklären. Sie geben eine Übersicht über die Häufigkeit der Erkrankung in Deutschland, ihre Ursachen und Therapiemöglichkeiten. Die fachliche Information wechselt ab mit der abschnittsweisen Erzählung von Keith Richards Biografie und vielen Musikbeispielen, die der Weihnachstsvorlesung ihren besonderen Charakter verleihen.
Weihnachtsvorlesung von Prof. Theo Dingermann und Prof. Dieter Steinhilber:
„Keith Richards und Osteoarthrose - wenn die Gelenke schmerzen“.
Dienstag, 15. Dezember, 11 Uhr (c.t.), Biozentrum, Hörsaal B1, Campus Riedberg.
Informationen: Dr. Ilse Zündorf, Institut für Pharmazeutische Biologie Goethe-Universität Frankfurt a.M., Max-von-Laue-Str. 9, 60438 Frankfurt, Tel. (069) 79829648, zuendorf@em.uni-frankfurt.de.
Personalia/Preise
Mäzenin zeichnet am Vorabend ihres 101. Geburtstages Theatergruppe der Goethe-Universität für anglophone dramatische Kunst aus.
FRANKFURT. Der mit 1.000 Euro dotierte Dagmar-Westberg-Preis geht in diesem Jahr an die Chaincourt Theatre Company, die am Institut für England- und Amerikastudien an der Goethe-Uni angesiedelt ist. Die Theatergruppe begeistert bereits seit 40 Jahren ein sowohl universitäres als auch außeruniversitäres Publikum mit englischsprachigen Aufführungen und hat sich einen festen Platz im Frankfurter Kulturleben erspielt. Mit dem Dagmar-Westberg-Preis wird seit 2010 herausragende geisteswissenschaftliche Großbritannien-Forschung an der Goethe-Universität ausgezeichnet. Über die Vergabe des Preises entscheidet ein wissenschaftlicher Beirat unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Julika Griem (Institut für England- und Amerikastudien, Goethe-Universität), dem auch Prof. Dr. Susanne Scholz (gleichfalls Institut für England- und Amerikastudien), Prof. Dr. Andreas Fahrmeir (Historisches Seminar, Goethe-Universität) und Prof. Dr. Christoph Heyl (Institut für Anglophone Studien, Universität Duisburg-Essen) angehören.
Den Preis überreichte die Stifterin Dagmar Westberg persönlich Vertretern der Chaincourt Theatre Company im Rahmen einer Feierstunde im Hessischen Hof. Die Theatergruppe, an der Studierende, Absolventen und Angestellte der Goethe-Universität mitwirken, verfolgt das Ziel, englischsprachige Kunst und Kultur dem Frankfurter Publikum nahezubringen und Studierenden die Möglichkeit zu bieten, ihre Englischkenntnisse zu verbessern. Leiter der Company ist der Lektor James Fisk. Im Januar hat die neueste Produktion Premiere: Gezeigt wird dann die Neuinterpretation des Stückes „The Millionairess“, das der berühmte irische Dramatiker George Bernard Shaw in den 30er Jahren veröffentlichte.
Dagmar Westberg ist eine bedeutende Stifterin, die schon seit vielen Jahren Wissenschaft an der Goethe-Universität fördert. Dazu zählt unter anderem die jährlich stattfindende Dagmar-Westberg-Vorlesung; seit 2012 werden international ausgewiesene Vertreter der Geistes- und Kulturwissenschaften zu Gastvorlesungen auf dem Campus Westend eingeladen. Mit dem Dagmar-Westberg-Preis möchte die Mäzenin ihre enge persönliche Beziehung zu Großbritannien zum Ausdruck bringen. Die Feierstunde im Hessischen Hof war Teil der Feierlichkeiten rund um den Geburtstag Dagmar Westbergs, die am 8. Dezember 101 Jahre alt wird.
Forschung
Studie unter Leitung der Goethe-Universität zum Wirkstoff Flubendazol
FRANKFURT.Es gibt neue Hoffnung für Kinder mit Tumorerkrankungen neuralen Ursprungs: Ein internationales Team unter Führung von Forschern der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität Kent (Großbritannien) haben möglicherweise eine neue Behandlungsmethode gefunden. Ihre Forschungsergebnisse haben sie in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht (http://www.nature.com/articles/srep08202).
Das Team um Professor Jindrich Cinatl (Frankfurter Institut für Medizinische Virologie) und Professor Martin Michaelis (School of Biosciences in Kent) hat herausgefunden, dass Flubendazol, ein Medikament gegen parasitäre Würmer, auch großes Potential zeigt für die Behandlung von Neuroblastoma, einer Krebserkrankung des peripheren Nervensystems, die bei Kindern vorkommt.
Untersuchungen von 461 Krebszelllinien ergaben, dass Neuroblastoma, der häufigste solide Tumor bei Kindern außerhalb des Gehirns und eine der Haupttodesursachen in der Kindheit, hochempfindlich auf Flubendazol reagierten.
Flubendazol reduzierte ebenfalls die Viabilität von fünf primären Neuroblastoma-Proben (Patientenisolate) in Konzentrationen, die im Menschen erreichbar sind. Es hemmte die Gefäßbildung und das Wachstum von Neuroblastomen in einem Tumormodell in befruchteten Hühnereiern.
Erworbene Resistenzen gegenüber verschiedenen Krebsmedikamenten ist ein Hauptproblem bei der Therapie von fortgeschrittenen Neuroblastomen. In einer Sammlung von 140 Neuroblastomzelllinien mit erworbenen Resistenzen gegenüber verschiedenen Krebsmedikamenten fanden die Wissenschaftler 119 Zelllinien, die empfindlich auf Flubendazol in niedrigen Konzentrationen reagierten.
Professor Cinatl und sein Team schlossen daraus, dass Flubendazol eine realistische potenzielle Behandlungsoption für Neuroblastome darstellt. Darüber soll nun weiter geforscht werden.
Die Arbeit mit dem Titel “Identification of flubendazole as potential anti-neuroblastoma compound in a large cell line screen” wurde durchgeführt von Martin Michaelis, Professor für Molekulare Medizin, Mark Wass, Dozent für Bioinformatik (beide Universität Kent), Professor Jindrich Cinatl und neun Kollegen der Goethe-Universität sowie acht Kollegen von anderen Forschungseinrichtungen in Deutschland.
Informationen: Prof. Dr. Jindrich Cinatl, Institut für Medizinische Virologie, Goethe-Universität Frankfurt; cinatl@em.uni-frankfurt.de; +49 69 6301 6409; Dr. Florian Rothweiler; f.rothweiler@kinderkrebsstiftung-frankfurt.de; +49 69 6786 6572.