Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Forschung

Jul 18 2012
16:02

Simulationssystem prognostiziert Spritverbrauch und Abgase

Bessere Luft durch klug regulierten Verkehr

FRANKFURT. Wie würde sich die Luftqualität in Frankfurt durch den Bau des Riederwaldtunnels ändern? Wie beeinflussen Tempolimits auf der Autobahn den Spritverbrauch? Diese Fragen lassen sich mithilfe eines neuartigen Verkehrssimulationssystems beantworten, das derzeit von Informatikern der Goethe-Universität entwickelt wird. Das System MAINS²IM kann aus Straßenkarten vollautomatisch eine Simulationsumgebung generieren, in der nicht nur Autos, sondern auch Fahrräder und Fußgänger berücksichtigt werden. Dabei wird das Verhalten jedes Verkehrsteilnehmers individuell simuliert.

„Unsere Fallstudien zeigen, welchen Einfluss Höhenunterschiede und der nicht-motorisierte Verkehr auf den Kraftstoffverbrauch und damit auch den CO2-Ausstoß haben“, erklärt Jörg Dallmeyer, der MAINS²IM im Rahmen seiner Doktorarbeit am Institut für Informatik der Goethe-Universität bei Prof. Ingo Timm entwickelt. Der Student Carsten Taubert erweiterte das System in seiner Masterarbeit um ein Kraftstoffverbrauchsmodell. Die Nachwuchsforscher haben die Leistungsfähigkeit ihres Systems erprobt, in dem sie eine CO2-Landkarte der Stadt Hanau erstellten.

Da Emissionen nicht dort bleiben, wo sie freigesetzt werden, arbeitet Dallmeyer derzeit daran, MAINS²IM an eine Gas-Ausbreitungssimulation anzukoppeln. Dazu kooperieren er und sein Kollege Dr. Andreas Lattner mit Experten für Geoinformatik an der George Mason University in den Vereinigten Staaten. Ihr Ziel ist es, künftig den Einfluss des Wetters auf die Verteilung von CO2-Emissionen in Frankfurt zu ermitteln.

Die Fragestellungen, die mit dem neuen System untersucht werden können, sind vielfältig: „Wenn eine Gemeinde einen neuen Kindergarten bauen möchte und mehrere Bauplätzen zur Auswahl stehen, könnten wir herausfinden, wo die Belastungen durch Emissionen des Verkehrs am geringsten sind“, erläutert Dallmeyer. Interessant könnte das System auch für Automobilhersteller sein, die wissen möchten, welche Reichweite ein neues Elektroauto im simulierten Verkehr hätte.

Informationen: Jörg Dallmeyer, Institut für Informatik, Campus Bockenheim, Tel.: (069) 798-24634, dallmeyer@informatik.uni-frankfurt.de, www.mainsim.de

Personalia/Preise

Jul 17 2012
16:21

Mit Holger Gottschalk hat ein ausgewiesener Finanzexperte das Amt des Kanzlers übernommen

Goethe-Universität mit neuem Kanzler

FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat einen neuen Kanzler. Holger Gottschalk hat zum 1. Juli das Amt des obersten Verwaltungschefs angetreten. Die Aufgaben sind dem Diplomkaufmann wohl vertraut. Denn bereits seit einem Jahr ist er dafür als ständiger Vertreter des Kanzlers gemeinsam mit dem Vizepräsidenten Prof. Rainer Klump zuständig. Aber auch darüber hinaus ist Gottschalk an der Goethe-Universität längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. So trat er vor mehr als zehn Jahren in die Verwaltung ein; zunächst als Controller, später als Koordinator Rechnungswesen und dann als Leiter der Finanzen.

Der Kanzler ist Mitglied des Präsidiums und leitet nach dessen Richtlinien die Hochschulverwaltung; er ist somit für Finanz-, Personal- und Rechtsangelegenheiten und die Studierendenadministration der Universität zuständig. An der autonomen Stiftungsuniversität, die über mehr Rechte als herkömmlich staatliche Hochschulen in Hessen verfügt, ist der Kanzler zudem Beauftragter sowohl für den Haushalt als auch für Tarifangelegenheiten und verantwortlich für das Liegenschafts- und Vermögensmanagement nach den Richtlinien des Präsidiums.

Aus einem mehrstufigen Auswahlverfahren war Gottschalk als bester Kandidat hervorgegangen. Der Präsident der Goethe-Universität, Professor Werner Müller-Esterl, holte daraufhin das Votum bei Senat und Hochschulrat ein; beide Gremien folgten seinem Vorschlag. „Mit Herrn Gottschalk ist ein ausgewiesener Verwaltungsfachmann und echter Kenner der Goethe-Universität zum Kanzler bestellt worden. Nun gilt es, gemeinsam die großen Aufgaben anzupacken. Dazu wünsche ich ihm viel Glück und eine sichere Hand!“

“Das Amt bedeutet eine große Verantwortung für die Universität als Ganzes. Diese nehme ich gerne an und freue mich, die Entwicklung der Goethe-Universität unterstützen und gestalten zu können“, sagte Gottschalk, der an der Goethe-Universität auch studiert hat. Der neue Kanzler steht für ein modernes und effizientes Hochschulmanagement. „Das bedeutet als Verwaltung Instrumente für die Steuerung der Hochschule sowie passgenauen Service für Wissenschaftler, Fachbereiche und Studierende anzubieten“, erläutert Gottschalk. Schwerpunkte will Gottschalk er auch bei der Attraktivität der Goethe-Universität als Arbeitgeber setzen: „Dazu gehören beispielsweise Familienfreundlichkeit und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten.“ Nur mit zufriedenen Mitarbeitern könne die Universität Bestes in Forschung und Lehre leisten.

Die Goethe-Universität sei in den letzten zehn Jahren zu den forschungsstärksten Universitäten Deutschlands aufgestiegen und verfüge über ein sehr hohes Drittmittelvolumen. „Darauf können wir sehr stolz sein“, so Gottschalk. Eine große Herausforderung sieht er in dem Studierendenzuwachs der nächsten Jahre und betont: „Hier haben wir die Verpflichtung, jungen Menschen trotz teils schwieriger Bedingungen gute Studienbedingungen zu bieten.“ Für die kommenden Jahre rechnet Gottschalk mit knapper werdenden öffentlichen Mitteln. „Wir müssen daher sparsam und strategisch klug mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen umgehen. Zusätzlich zur Reduzierung von Kosten setzen wir auf eine Verbreiterung der Einnahmenbasis etwa durch das Einwerben privater Stiftungsmittel“, erklärt er und bekräftigt die Bedeutung konsolidierter Finanzen. Strategische Ziele und finanzieller Rahmen müssten, so Gottschalk, in Einklang gebracht werden; dies bedeute auch, Schwerpunkte in Forschung und Lehre zu hinterfragen. Ein Weg den man zusammen mit den Fachbereichen gehen werde. Um gemeinsame Wege geht es ihm auch in der Beziehung zwischen der Universität und der Stadt Frankfurt sowie der Region. „Es ist wichtig, dass wir als Universität gesellschaftliche Themen aufgreifen und etwas an die Bürger zurückgeben.“

Das komplette Interview mit Holger Gottschalk im UniReport kann hier nachgelesen werden (PDF-Download).

Kurz-Vita Holger Gottschalk:

  • Seit Juli 2012 Kanzler der Goethe-Universität
  • 2011 bis 2012 ständiger Vertreter des Kanzlers
  • 2007 bis 2011 Leiter Finanzen
  • 2005 bis 2007 Koordinator Rechungswesen
  • 2004 bis 2005 Stellvertretender Leiter Controlling
  • 2001 bis 2004 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Goethe-Universität
  • 1994 bis 2001 Studium BWL an der Goethe-Universität
  • Geboren Kelkheim/Taunus 1970

Weitere Informationen: Dr. Olaf Kaltenborn,  Leiter Marketing und Kommunikation, Tel. (69) 798-23935, kaltenborn@pvw.uni-frankfurt.de, www.muk.uni-frankfurt.de

Hochschulpolitische Themen

Jul 13 2012
14:40

Goethe-Universität baut ihre strategische Partnerschaft mit der University of Toronto aus

Vielfalt als Stärke

FRANKFURT. „Vielfalt ist unsere Stärke“ – so lautet das Motto Torontos, Frankfurts kanadischer Partnerstadt. Die boomende Metropole am Ontariosee, in der die Hälfte der Einwohner nicht in Kanada geboren wurde, gilt weltweit als Vorbild für die erfolgreiche Integration von Migranten aus aller Welt. Toronto ist auch der Sitz von Kanadas größter und bester Universität, die zu den weltweit führenden Forschungsuniversitäten zählt. Vor drei Jahren begann die Frankfurter Goethe-Universität eine institutionalisierte Zusammenarbeit mit der University of Toronto, in  die inzwischen zahlreiche Fächer und Fakultäten einbezogen werden konnten. 

Ende Juni besuchte eine Delegation der Goethe-Universität unter Leitung von Vizepräsident Prof. Dr. Rainer Klump die University of Toronto, um an einem hochrangig besetzten Workshop teilzunehmen, der den institutionellen Bedingungen erfolgreicher Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt, ins Erziehungssystem, in soziale und kulturelle Netzwerke gewidmet war. Da an der Goethe-Universität demnächst mit Unterstützung der Hertie-Stiftung ein neues interdisziplinäres Institut für Migrations- und Integrationsforschung eingerichtet wird, stieß das Thema des Workshops in Toronto auf besonders großes Interesse.

Am Rande des Workshops konnte Vizepräsident Klump ein umfassendes Kooperationsabkommen  zwischen der Goethe-Universität und der University of Toronto unterzeichnen, das den bilateralen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern regelt. Für die Goethe-Universität ist, wie Klump betonte, „der weitere Ausbau der Kooperation mit der University of Toronto auf allen Ebenen von Forschung, Lehre und Verwaltung ein zentraler Baustein unserer Internationalisierungsstrategie. Gerade Toronto zeigt, wie sinnvoll eine Verzahnung der städtischen und der universitären Partnerschaften ist.“

In ähnlicher Weise hat die Goethe-Universität in den letzten Jahren  auch ihre Kooperationen  mit den Universitäten in Tel Aviv, Birmingham und Prag weiter ausgebaut, sowie neue Kontakte zu den Universitäten in Lyon, Krakau und Guanghzou geknüpft. Die Goethe-Universität plant für ihr Jubiläumsjahr 2014 ein Treffen mit Vertretern aller ihrer strategischen internationalen Partner. Auch dabei wird die Partnerschaft mit der University of Toronto und das Themenfeld Migration-Integration-Diversität mit Sicherheit wieder eine herausragende Rolle spielen.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Rainer Klump, Vizepräsident der Goethe-Universität Frankfurt, Tel. (069) 798 22242, E-Mail: laig@pvw.uni-frankfurt.de

Personalia/Preise

Jul 12 2012
17:30

Judaistin, Jurist und Mathematiker sind die Preisträger 2012

1822-Universitätspreis für exzellente Lehre

FRANKFURT. Zum elften Mal ist am Donnerstag der „1822-Universitätspreis für exzellente Lehre“ an der Goethe-Universität verliehen worden. Preisträger sind in diesem Jahr die Judaistin Dr. Annelies Kuyt (1. Preis: 15.000 Euro), der Jurist Dr. Timo Tohidipur (2. Preis: 10.000 Euro) und der Mathematiker Prof. Dr. Anton Wakolbinger (3. Preis: 5.000 Euro).

Der von der Stiftung der Frankfurter Sparkasse getragene „1822-Universitätspreis für exzellente Lehre“, der seit 2002 jährlich gemeinsam mit der Universität vergeben wird und den die Studierenden durch ihr Vorschlagsrecht maßgeblich mitgestalten, schenkt der grundständigen Lehre besondere Bedeutung, die Preisträger müssen hier besonders engagiert sein. Seine Vergabe wird von Lehrenden wie Lernenden gleichermaßen aufmerksam verfolgt. „Der Preis ist längst eine Institution und eine wertvolle Initiative, die Bedeutung und Wahrnehmung der Lehre in und außerhalb der Universität zu stärken“, betont der Präsident der Goethe-Universität, Prof. Werner Müller-Esterl. Dies unterstrich auch Herbert Hans Grüntker, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Frankfurter Sparkasse: “Mit der Vergabe des 1822-Universitätspreises wollen wir die Bedeutung der Lehre hervorheben, die an einer Hochschule naturgemäß immer ein wenig im Schatten der Forschung steht. Dass uns dies gelingt, zeigt das Engagement, mit dem Studentinnen und Studenten alljährlich für die von Ihnen nominierten Professoren eintreten und wie überzeugend sie für ihre Favoriten plädieren.“

In diesem Jahr hatte die Jury die Qual der Wahl, ihre Entscheidung aus 16 Vorschlägen zu treffen. Aus diesen wählte eine Kommission, bestehend aus Studierenden, Professoren und Mitarbeitern der Universität sowie eines Vertreters der Stiftung der Frankfurter Sparkasse, die Preisträger aus. Der Vorsitzende der Kommission, Vizepräsident Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, lobt: „Gute Lehre lebt von dem Engagement des Einzelnen; Studierende spüren sofort, wem die Lehre eine Herzensangelegenheit ist und wem es gelingt, Begeisterung für das Fach zu wecken.“ 

Die Qualität der Lehre ist in Zeiten dramatisch steigender Studierendenzahlen von entscheidender Bedeutung. Als Indikator für die Attraktivität einer Universität gewinnt sie immer mehr an Gewicht. Bereits im letzten Jahr ist es der Goethe-Universität im Rahmen des Qualitätspakts Lehre mit dem Programm „Starker Start ins Studium“ gelungen, hier deutliche Akzente zu setzen. Das mit rund 21 Mio. Euro dotierte Programm zielt auf eine systematische Verstärkung der Studieneingangsphase.

Zu den Preisträgern:

Dr. Annelies Kuyt (Fachbereich 9 – Sprach- und Kulturwissenschaften): Die Judaistin mit dem Forschungsschwerpunkt jüdische Mystik und jüdische Traumdeutung unterrichtet an der Goethe-Universität u.a. Neu-Hebräisch und Bibel-Hebräisch. Damit Hebräisch nicht nur eine biblische Sprache für die Studierenden bleibt, hat Frau Dr. Kuyt umfangreiche eLearning-Lehrformate entwickelt. Neben dem Spracherwerb führt  Frau Dr. Kuyt ihre Studierenden mit Hilfe sogenannter „Screencasts“  in das wissenschaftliche Arbeiten mit Originalquellen ein. Besonders beeindruckte die Jury der Einsatz von Frau Kuyt für das Institut für Judaistik, dessen Interimsleitung sie fast vier Jahre innehatte. Für dieses Engagement und die kreative Vermittlung des Hebräischen wurde Frau Kuyt mit dem 1. Preis ausgezeichnet.

Dr. Timo Tohidipur (Fachbereich 01 – Rechtswissenschaft): Zum ersten Mal in der Geschichte des 1822-Universitätspreises wird mit Dr. Tohidipur ein Jurist für sein Engagement in der Lehre ausgezeichnet. Dr. Tohidipur arbeitet derzeit an einer  Habilitationsschrift zur „Staatsverfassung im Islam“ (AT). Doch profitieren  seine Studierenden nicht nur von diesem  Thema, sondern auch von seiner Auseinandersetzung mit Menschen-, Sicherheits- und Migrationsverwaltungsrecht, das er lebhaft zu vermitteln weiß. Besonders  hervorzuheben ist sein Einsatz für eine Internationalisierung des Jurastudiums: Neben seiner Lehre in Frankfurt lehrt Dr. Tohidipur regelmäßig bei Summer Schools im europäischen Ausland und setzt sich dafür ein, dass Studierende Auslandserfahrungen während ihres Studiums sammeln. Für seinen Einsatz und sein Engagement wird Herrn Dr. Tohidipur der 2. Preis verliehen.

Prof. Dr. Anton Wakolbinger (Fachbereich 12 – Informatik und Mathematik):  Anton Wakolbinger, Professor der Mathematik,  wurde, und das ist eine Besonderheit, von den Studierenden der Informatik vorgeschlagen – was nicht nur für seine mitreißende Lehre im Pflichtcurriculum spricht, sondern auch sein Engagement als Studiendekan des Fachbereichs 12 honoriert. In den letzten beiden Jahren hat er sich für die Belange beider Fächer eingesetzt und war für alle Studierenden seines Fachbereichs geschätzter Ansprechpartner. Besondere Verdienste hat sich Professor Wakolbinger mit dem  Aufbau eines Lernzentrums Mathematik erworben, in dem die Studierenden Arbeitsmaterialien, immer aber auch Ansprechpartner finden, die zur Beratung zur Verfügung stehen. Im Juli wird  Professor Wakolbinger das Amt des Studiendekans an einen Nachfolger übergeben; die Auszeichnung ist somit nicht nur ein Dank für besondere Lehrleistung, sondern auch für sein Engagement als Studiendekan.

Als Preisträgerinnen und Preisträger vorgeschlagen worden waren neben den Ausgezeichneten folgende Lehrende:

Prof. Dr. Volker Wieland, Fachbereich 02 - Wirtschaftswissenschaft
Dr. Michelle Becka, Fachbereich 07 - Katholische Theologie
Prof. Dr. Frank Bernstein, Fachbereich 08 – Philosophie und Geschichtswissenschaften
Prof. Dr. Lisette Gebhardt, Fachbereich 09 - Sprach- und Kulturwissenschaften
Prof. Dr. Georg Peez, Fachbereich 09 - Sprach- und Kulturwissenschaften
Jesko Bender, FB 10 – Neuere Philologien
Anne Marlene Hastenplug, FB 10 – Neuere Philologien
Dr. Karsten Tolle, FB 12 – Informatik und Mathematik
Dr. Götz Olaf Munsionius und Sven Jarohs, FB 12 – Informatik und Mathematik;
Dr. Georg Wille, FB 13 – Physik
Prof. Dr. Alexander Heckel, FB 14 - Biochemie, Chemie und Pharmazie
Dr. Bernd Sorg, FB 14 - Biochemie, Chemie und Pharmazie
Dr. Tobias Weberschock, Fachbereich 16 – Medizin.

Informationen: Dr. Kerstin Schulmeyer-Ahl, Stabsstelle Lehre und Qualitätssicherung, Campus Bockenheim, Tel.: (069) 798-22431, Fax.: (069) 798-22599, schulmeyer@pvw.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jul 10 2012
16:53

Interdisziplinäre Tagung auf dem Campus Westend der Goethe-Universität

Theologische Orakel in der Spätantike

FRANKFURT. Zu den Charakteristika spätantiker Philosophie gehört das Interesse für inspirierte Texte. Neben Homer und weiteren Dichtern, die aus der Perspektive eines philosophischen Ansatzes interpretiert wurden, beschäftigten vor allem die Neuplatoniker theologische oder religiöse Dichtungen wie die Orphischen Hymnen. Andere Texte wurden als Orakel auf die Götter zurückgeführt und als deren direkte Mitteilung aufgefasst. Bei der internationalen Tagung „Theologische Orakel in der Spätantike“ befassen sich Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachgebieten vom 18. bis 21. Juli auf dem Campus Westend mit diesen Texten und setzen sich mit übergreifenden Fragen von Produktion, Verbreitung und Rezeption sowie der wechselseitigen Kontextualisierung auseinander.

„Häufig befassen sich diese Orakel mit Fragen zum Wesen Gottes oder der Götter und mit dem Wirken der Götter im Kosmos, so dass von theologischen Orakeln gesprochen werden kann“, erläutert Prof. Dr. Dr. Helmut Seng, Organisator der Tagung. Die verschieden Aspekte theologischer Orakel werden von Referenten aus den Bereichen der Klassischen Philologie, Religionsgeschichte, Theologie und Philosophie analysiert und aus dem Blickwinkel ihrer jeweiligen Disziplinen betrachtet Die Vorträge sind in deutscher, englischer, französischer und italienischer Sprache, die Manuskripte werden zum Mitlesen ausgegeben. Interessierte Bürger sind als Gäste willkommen.

Informationen: Prof. Dr. Dr. Helmut Seng, Institut für klassische Philologie, Campus Westend, Helmut.Seng@em.uni-frankfurt.de, Tel.: (069) 798-32485, Raum 4.55; Programm unter: http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb09/klassphil/download/Theologische-Orakel-Programm-220512.pdf