Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Veranstaltungen

Okt 15 2014
14:01

Jubiläumsausstellung im MUSEUM GIERSCH: „Ich siehe wunderbare Dinge“ präsentiert vom 19. Oktober 2014 bis 8. Februar 2015 außergewöhnliche Stücke aus 40 Sammlungen

Aus den Schatzkammern der Goethe-Universität

FRANKFURT. „Ich sehe wunderbare Dinge“ sagte Howard Carter, als er 1922 zum ersten Mal im Tal der Könige ins Grab von Tutenchamun blickte. Unbekannte Schatzkammern verbergen sich auch in den Depots, Büros, Archivräumen oder auf den Dachböden, wo die über 40 Sammlungen der Goethe-Universität und ihrer Kooperationspartner lagern. Millionen Objekte aus 4,6 Milliarden Jahren sind in über 100 Jahren Forschung und Lehre entstanden und gesammelt worden. Sie lesen sich wie ein Kaleidoskop der Erd- und Menschheitsgeschichte. Erstmals gibt die Jubiläumsausstellung zur Hundertjahrfeier der Goethe-Universität Einblicke in das breite Spektrum an Sammlungen der Geistes- und Naturwissenschaften, der Medizin sowie der Universitätsbibliothek und des Universitätsarchivs. Auch Objekte der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung werden gezeigt.

Die Goethe-Universität öffnet ihre Archive und Schatzkammern und zeigt die schönsten Stücke im Rahmen der Ausstellung „Ich sehe wunderbare Dinge“, die unter der Leitung von der Ausstellungsmacherin Dr. Charlotte Trümpler und Ihrem Team (Judith Blume, Dr. Vera Hierholzer) aus Wissenschaftlern und Studierenden kuratiert wurde.

DIE GOETHE-UNIVERSITÄT UND IHRE SAMMLUNGEN

Gemeinsam mit dem Industriellen Wilhelm Merton sowie großbürgerlichen – darunter vielen jüdischen – Mäzenen setzte sich der Frankfurter Oberbürgermeister Franz Adickes (1846 – 1915) viele Jahre lang für die Gründung einer Universität in Frankfurt ein, die 1914 schließlich eröffnet wurde. Neben der Stadt waren unter anderen die Akademie für Social- und Handelswissenschaften, der Physikalische Verein und die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft beteiligt, die die Anatomie, den Botanischen Garten und nicht zuletzt eine umfangreiche Bibliothek als Sammlungsgut miteinbrachte.  Andere Gründungsinstitutionen stellten der jungen Universität wichtige historische Buch- und Objektbestände wie die Rothschild’sche Bibliothek und die Städel’sche Abguss-Sammlung zur Verfügung.

Viele dieser historischen Sammlungen wurden leider im Zweiten Weltkrieg zerstört, einige haben die Kriege jedoch wie durch ein Wunder überlebt. Sie stammen auch aus der Anfangszeit der Universität und wurden von den ersten Professoren innerhalb ihrer Forschungen zusammengetragen, so die Moulagensammlung Karl Herxheimers oder die einzigartigen Gehirnpräparate, die Ludwig Edinger als Gründer der ersten Hirnforschungsstätte Deutschlands zusammenstellte. Ein weiteres Beispiel sind die meterlangen Kopien prähistorischer Felsbilder, die Leo Frobenius in den 1920er und 1930er Jahren in Afrika anfertigen ließ.

Die Sammlungen stehen damit sinnbildlich für 100 Jahre Forschung und Lehre der Goethe-Universität. So finden sich je nach Fachbereich Instrumente, Modelle und Präparate, Belegmaterial, historische und persönliche Dokumente, Audio-, Bild- und Filmquellen, darunter auch so überraschende Bestände wie das Jugendkulturarchiv oder das Comic-Archiv. Sie umfassen Dinge, mit denen Wissen produziert und vermittelt wird.

DIE AUSSTELLUNG

Im ersten Raum ist der Besucher eingeladen, einzigartige und wertvolle, ebenso wie unscheinbare und überraschende Gegenstände selber zu entdecken und so die Sammlungsvielfalt exemplarisch kennenzulernen. So ist der älteste Nachweis eines Menschen, der 2,4 Millionen Jahre alten Unterkiefer eines Homo rudolfensis aus Malawi (Afrika) zu bewundern, ebenso wie das älteste Ziehbilderbuch der Welt aus der Kinderbuch-Sammlung Walter Benjamins von 1825 oder ein vom berühmten Popkünstler Andy Warhol handsigniertes Plakat.

Nach der Konzentration auf das Einzelne betritt der Besucher einen Raum, in dem er hinüber geleitet wird in die Atmosphäre der nun folgenden, thematisch orientierten Sammlungsräume. Ein großes Regal sowie eigens für die Ausstellung hergestellte Fotografien von den Sammlungsräumen zeigen gefüllte Depots, Tausende von Filmrollen, Objekte in meterlangen Kellerregalen und gestapelte Kisten auf Dachböden. Gläser gefüllt mit Krebsen, Dünnschnitten, Embryonen oder Gewürzproben lagern nebeneinander und geben einen Eindruck von der schieren Menge an Objekten, die in den unbekannten Schatzkammern der Universität aufbewahrt werden.

Die weiteren Räume sind bewusst nicht nach einzelnen Sammlungen gegliedert, sondern nach übergreifenden Themen, die relevante Aspekte des menschlichen Lebens ansprechen und in den Sammlungsobjekten aufscheinen: Neugier, Glaube, Köpfe, Idealbild, Wanderung, Bewegung, Emotionen, Protest, Gewalt, Tod, Zeit. Die überraschende Gegenüberstellung von Objekten aus den verschiedenen Fachbereichen erzeugt spannende Dialoge. Sichtbar werden dabei einerseits Unterschiede und Brüche, andererseits Gemeinsamkeiten und Berührungspunkte der verschiedenen Disziplinen und regen damit zu neuen Fragestellungen an (siehe die Zusammenstellung der 13 Themenräume).

Der Abschluss ist dem Thema Kaffee und einem kleinen Seitenblick auf den Fachhumor an der Universität gewidmet. Dieser von Studierenden mitgestaltete Raum präsentiert Objekte, die im Zusammenhang mit Kaffee stehen sowie eine neue Sammlungen von Kaffeetassen der Universitätsangehörigen. Der Besucher hat die Möglichkeit sich bei einer Tasse Kaffee auszuruhen, im Katalog zu blättern, sich in die neue Online-Plattform zu den Sammlungen zu vertiefen oder die Filme anzuschauen.

FILME

Zur Ausstellung sind insgesamt 41 Filme entstanden von Sophia Edschmid und Philipp Kehm mit Musik von Nicolas Gebbe, die die spannenden Forschungen der letzten 100 Jahre lebendig lassen werden. Sie erlauben dem Betrachter einen humorvollen Blick über die Schulter der Wissenschaftler in ihre aktuellsten Untersuchungen und hinter die Kulissen der Universität. Die DVD mit allen Filmen ist dem Katalog beigegeben.

Ein Teaser zur Ausstellung sehen Sie auf dem Youtube der Goethe-Universität: http://youtu.be/QV8PITmHTNQ.

PLATTFORM (www.uni-frankfurt.de/sammlungen)

An einem Terminal ist die neue Online-Plattform abrufbar, die von der Studiengruppe „sammeln, ordnen, darstellen“ im Rahmen von Lehrveranstaltungen am Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften entwickelt wurde. Im Mittelpunkt der Plattform, die stetig erweitert wird, stehen anschaulich geschriebene Objekterzählungen von Studierenden.

KATALOG

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen mit Beiträgen von 400 Seiten, 500 farbigen und s/w Abbildungen, sowie einer DVD mit den 41 Filmen zum Preis von 20 Euro.

 

Anlage 1)

STATEMENTS

Universitätspräsident Professor Werner Müller-Esterl, der die Ausstellung zusammen mit dem Stifter und Mäzen Carlo Giersch am 15. Oktober im MUSEUM GIERSCH der Öffentlichkeit vorstellte, sprach von einer einzigartigen Möglichkeit, historische wie aktuelle Forschungsarbeiten der Goethe-Universität auf neue Weise zu entdecken und zu erleben.

„Als Universität, die sich das Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ auf die Fahnen geschrieben hat, möchten wir die Faszination und die Attraktivität von Wissenschaft vor Augen führen. Die Ausstellung ist daher viel mehr als eine reine Dokumentation. Sie stellt auf ästhetisch und inhaltlich ansprechende Weise Verbindungen her zwischen den Erlebniswelten von Menschen und ausgewählten Objekten der wissenschaftlichen Arbeiten. Damit bauen wir eine Brücke zu unserer Gesellschaft. Ich hoffe, dass viele Menschen aus Frankfurt, Hessen und Deutschland in den nächsten Monaten diese Begeisterung fühlen und mit uns teilen können. Ich bin Carlo Giersch und seiner Frau Karin dankbar, dass sie diese Ausstellung zum 100jährigen Jubiläum der Goethe-Universität in ihrem Hause möglich gemacht haben. Sie stellen nicht nur ihr Museum zur Verfügung, sondern haben darüber hinaus auch einen Großteil der Ausstellungskosten zusammen mit anderen Stiftern übernommen.“

Senator eh. Carlo Giersch hob hervor, dass die Intimität des MUSEUM GIERSCH, das am Sachsenhäuser Mainufer in einer alten Villa residiert, einen hervorragenden Rahmen bietet für diese ambitionierte Schau: „In den letzten Jahren hat unser Museum immer wieder außergewöhnliche Ausstellungen gezeigt. Eine Ausstellung jedoch, bei der die Grenzen zwischen Wissenschaft und Kunst aufgehoben werden, hat es in dieser Form bisher weder hier noch anderswo in Deutschland gegeben. Wir betreten damit also Neuland. Darauf bin ich stolz. Mich hat dieses Konzept von vornherein so überzeugt, ja fasziniert, dass meine Frau Karin und ich sich daran gern auch mit erheblichen Eigenmitteln beteiligt und zudem weitere Mittel von Unternehmen und Persönlichkeiten aus der Frankfurter Stadt-Gesellschaft eingeworben haben.“

Ausstellungsmacherin Dr. Charlotte Trümpler schilderte welch ungeheure Faszination diese vielfältigen Objekte in den Sammlungen auf sie ausübten: „Es war wirklich wie ein Ausgraben, Schicht für Schicht legte man in den Sammlungsräumen, Depots, Archiven, Kellern, Dachböden und Büros die unglaublichsten Dinge frei. Die Geschichten, die hinter den Objekten stehen erzählen von Menschen, die dank einer unermesslichen Neugier, einem enormen Willen und einer Besessenheit, den Dingen auf den Grund zu gehen und Neues zu entwickeln, die Forschungen der letzten 100 Jahre bahnbrechend vorangebracht haben und die unglaublichsten Dinge entdeckt haben.“

 

Anlage 2)

DIE THEMEN DER AUSSTELLUNG 

1) Neugier

Bildnis von Ludwig Edinger beim Sezieren eines Gehirns. Gemälde von Lovis Corinth, 1907
Blick nach Innen, Blick in die Ferne: Gehirne, Tierschnitte, gezüchtete Salzkristalle, Tagebücher über die Kxoé-Buschleute, Studie von Theodor W. Adorno zum Betriebsklima. 

2) Glaube
Biblia, Die Heilige Schrift, Germantown 1743. Erste in einer europäischen Sprache übersetzte Bibel in Amerika.
Götter, Occulta, Rituale: Nordische Götter, Zeusdarstellungen, Geisterkunde, rituell zerschlagene Terrakotten aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. aus Syrien, Magische Felsbilder.

3) Köpfe
Doppelporträt von Max und Maidon Horkheimer, Clara Quien 1971
Memoria, Rekonstruierte Gesichter, konservierte Gesichter: Porträt von Johann Wolfgang Goethe, Daguerreotypie von Arthur Schopenhauer, Rekonstruktionen vom Homo erectus, Gesichtspräparate.

4) Idealbild
Torso der Aphrodite, Gipsabguss nach einem Original des 3. Jahrhunderts v. Chr.
Die ideale Frau, der ideale Körper, der typisierte Mensch: Lara Croft, Barbie, orthopädisches Stützkorsett, Lexikon der Schönheit, Glasnegativ eines „Negermädchens“ aus dem Nachlass des Rassenhygienikers der NS-Zeit Ottmar Freiherr von Verschuer, Sammelalben mit Völkerschauserien.

5) Wanderung
Statuenkopf aus der ehemaligen Sammlung des China-Instituts, Holz, Ming-Dynastie (1368 – 1644)
Objekte reisen, Objekte ziehen um, Zukunft ungewiss: Koffer aus Tomatendosen aus Syrien, Aggressiver Krebs aus Japan, Fotografien von Kunstwerken auf den Campi der Universität, Wachsmoulagen, Präparate von Vogelgehirnen

6) Bewegung
Zander Widerstandsgerät, Fitnessgerät zur Stärkung der Rückenmuskulatur, 1900
Affen auf Reisen, Zurück zur Bewegung, Volksbewegung: Skelett eines Klammerschwanzaffen aus dem Amazonas, Felsbildkopie mit Affen von Lesotho, Beinprothese, Turnschuhe aus Nigeria, Bücher über Deutschen Sportgeist und Arbeitersport.

7) Protest
Punkjacke von 1998 – Geschenk einer ehemaligen Studentin an das Jugendkulturarchiv
1848 – 1968 – 2009: Struwwelputsch, Herbert Marcuse, Rudi Dutschke, Fotos von Barbara Klemm, Casino Besetzung.

8) Emotionen
Kostüm der Schauspielerin Adele Sandrock für die Rolle »Gretchen« in Goethes Faust, 1. Teil ,Wien, um 1890
Gespielte Gefühle, Musik, Denkmal der Freundschaft: Gipsabguss einer tanzenden Mänade, Sanduhrtrommel aus Burkina Faso, Notenskizzenheft von Theodor W. Adorno, Stammbuch von Samuel Thomas von Soemmering, Manuskript “Die Unfähigkeit zu trauern” von Margarete und Alexander Mitscherlich.

9) Gewalt
Tisch mit Karteikarten zu den SS-Angehörigen und den Opferzeugen der Auschwitz-Prozesse, 1960er-Jahre
Aggression im Alltag, eine Universität im Krieg, Auschwitz-Prozesse: Schädel mit Messer, Projektile von Pistolen, Dissertation von Josef Mengele, der Erste und Zweite Weltkrieg im Kinderbuch, Ortsbesichtigung von Auschwitz durch die hessische Staatsanwaltschaft.

10) Tod
Das Sofa, auf dem Arthur Schopenhauer 1860 gestorben ist.
Nachleben, Weiterleben, Totenköpfe, Jagd: Nachlässe, Antike Grabbeigaben, Totenkult der Gothic-Szene, Pfeilspitzen aus der Steinzeit, Herbarbeleg von Gifpflanzen für Pfeilgift, Felsbilder mit Jagddarstellungen.

11) Zeit
Evronot, jüdische Kalenderregeln, 16./17. Jahrhundert
Zeit messen, Zeit einteilen, Zeit feiern: Landkarten des Großraums Frankfurt vom 16. Jahrhundert bis heute, mumifizierter Schädel aus dem Frankfurter Stadtwald, eine von Ferdinand Kramer für die Universität gestaltete Uhr, Taufkleid Eva Demskis, ein über 542 Millionen Jahre altes Zirkongestein

12) Kaffee
Die Uni in 30 Kaffeetassen – eine neue Sammlung zusammengestellt von Studierenden
Echte Kaffeepflanze, Utensilien für eine äthiopische Kaffeezeremonie, reines Coffein, Kaffeeersatzstoffe, Liebig’s Sammelbilder, Kinderbücher.

13) Humor
Plakat für den Adorno Ähnlichkeitswettbewerb 
Gezeichnete Umlaufmappe, Gartenzwerg, Fotografien von ironischen Impressionen aus den Sammlungsräumen.

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Okt 14 2014
15:57

Vortragsreihe der Frankfurter Geographischen Gesellschaft

Die aktuellen Auswirkungen des Klimawandels

FRANKFURT. Lassen sich zukünftige Auswirkungen des Klimawandels abschätzen? Welche Auswirkungen sehen wir auch in Deutschland? Gibt es zukunftsweisende Lösungsansätze für Trinkwasserprobleme in den trockenen Regionen der Erde? Auf diese Fragen gehen Wissenschaftler aus ganz Deutschland in der Vortragsreihe der Frankfurter Geographischen Gesellschaft zum Thema „Die aktuellen Auswirkungen des Klimawandels“ ein. Die Vorträge finden mittwochs  um 18.15 Uhr im Hörsaalgebäude der Goethe-Universität (H14, 4.Stock) auf dem Campus Bockenheim statt. Sie richten sich auch an ein interessiertes Laienpublikum.

Zum Auftakt am 29. Oktober fragt Prof. Petra Döll von der Goethe-Universität Frankfurt „Welche Auswirkungen des Klimawandels wurden bereits beobachtet (und welche noch nicht)?“ Petra Döll ist Leitautorin des Kapitels Süßwasserressourcen im aktuellen Fünften Sachstandsbericht des IPCC.

Am 12. November wird Prof. Wilfried Haeberli von der Universität Zürich in seinem Vortrag „Eisschwund und neue Seen im Hochgebirge“ die Problematik der Hochgebirgs-Seebildung in Folge des Gletscherrückgangs aufzeigen und einen möglichen Umgang mit diesen vorstellen, zum Beispiel zur Energiegewinnung.

Prof. Jürgen Schmude von der Universität München spricht in seinem Vortrag „Auf der Suche nach Schnee – Flucht vor der Hitze?“ am 26.November über Auswirkungen des Klimawandels auf den Tourismus. Er wird das Reiseverhalten diskutieren und Szenarien für diverse Branchen und Reiseregionen vorstellen.

Der Vortrag „Ägyptens Wasserressourcen in Zeiten des globalen Wandels“ am 10. Dezember von Olaf Bubenezer, Professor an der Universität zu Köln, behandelt die Bedeutung des Nils als Lebensader Ägyptens. Großprojekte zur Ableitung des Nilwassers und die Förderung von endlichen Grundwasserressourcen stellen kaum eine nachhaltige Lösung für die ständig wachsende Bevölkerung Ägyptens dar.

Eine in den vergangenen 50 Jahren weltweit um 0,6 °C angestiegene Jahresmitteltemperatur ist ein Effekt des Klimawandels und ein Hinweis auf zukünftige Effekte. Prof. Thomas Hickler, BIK-F und Goethe-Universität Frankfurt, berichtet in seinem Vortrag „Aktuelle Auswirkungen des Klimawandels auf Biodiversität und Ökosysteme“ am 14. Januar 2015 wie hoch spezialisierte Pflanzen-Arten, die häufig bedroht oder geschützt und lokal begrenzt sind, auf veränderte Blütezeiten reagieren.

Am 28. Januar 2015 wird Wolf-Dieter Blümel, Professor an der Universität Stuttgart, in seinem Vortrag „Vom Polareis zur Hitzewüste – Klima- und Landschaftswandel in Extremgebieten“ die Existenz eines Zusammenhanges zwischen der Abnahme der Polareisschilde und der Ausdehnung von Hitzewüsten mithilfe eines Rückblickes auf die jüngere Vergangenheit unseres Globus untersuchen.

Otmar Löhnertz, Professor an der Hochschule Geisenheim, diskutiert in seinem Vortrag „Bedeutung des Klimawandels für den Weinbau in Deutschland“ am 04. Februar 2015, wie steigende Temperaturen die Wachstumsphasen und Nährstoffhaushalte der Böden verändern und welche Probleme dadurch in der Weinproduktion entstehen.

Die Frankfurter Geographische Gesellschaft, gegründet am 9. Dezember 1836 als "Geographischer Verein zu Frankfurt am Main" von Frankfurter Bürgern, ist die zweitälteste geographische Gesellschaft in Deutschland und die viertälteste der Welt. Sie ist eng mit den geographischen Instituten am Fachbereich Geowissenschaften/Geographie der Goethe-Universität Frankfurt verknüpft.

Informationen: Peter Behr, Tel.: (069) 798-40336, Behr@em.uni-frankfurt.de, http://www.geo.uni-frankfurt.de/ipg/fgg/

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Okt 14 2014
12:11

Studierende haben sich mit Geschichte des Gründungsstandortes der Goethe-Universität beschäftigt. Ausstellungseröffnung am 16. Oktober

Ausstellung zum Campus Bockenheim

FRANKFURT. „Vom Auditoriengebäude zum Campus Bockenheim“ lautet der Titel eines studentischen Forschungsprojektes des Kunstgeschichtlichen Instituts: Die Studierenden haben die Geschichte des Gründungsstandortes der Goethe-Universität aufgearbeitet und sich dabei schwerpunktmäßig mit Planungsgeschichte und Bauwerken auseinandergesetzt. Dazu wurde die 100-jährige Zeitspanne von den Anfängen im Jahr 1914 über die Neu- bzw. Umgestaltung durch Ferdinand Kramer in den 1950er und 1960er Jahre  bis zu den neuesten Transformationen von Studierenden untersucht. Das vielgestaltige Material umfasst historische und aktuelle Fotografien sowie Filme, Baupläne und -modelle, Zeitzeugenberichte, aber auch besondere Fund- und Erinnerungsstücke und wird ab dem 16.Oktober 2014 auf dem Campus Bockenheim präsentiert.

Die Ausstellung erstreckt sich über zwei Orte und wird für einen Monat in der Kunstbibliothek und am ehemaligen Studien-Service-Center  zu sehen sein. Begleitend erscheint ein Katalog, der die Campusgeschichte und das Forschungsprojekt dokumentiert

„Vom Auditoriengebäude zum Campus Bockenheim“
Eröffnung: Donnerstag, 16. Oktober 2014, 17 Uhr
Ort: Kunstbibliothek, Senckenberganlage 31 (Campusseite) und ehem. Studien-Service-Center, Bockenheimer Landstraße gegenüber Universitätsbibliothek (Campusseite).
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 10 bis 20 Uhr, Freitag 10 bis 17 Uhr. 

Mehr Informationen unter http://www.kunst.uni-frankfurt.de/de/

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Okt 14 2014
11:59

Öffentliche Vortragsreihe der Deutsche Bank Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ im Wintersemester 2014/2015

„Der Koran – Ein Text im Dialog zwischen Osten und Westen“

FRANKFURT. Der Dialog mit dem Koran ist nie verstummt. Heute werden Diskussionen oft polemisch, dogmatisch und ohne Sachkenntnis geführt. Das erschwert die Kommunikation zwischen Muslimen und Nichtmuslimen, aber auch unter den Muslimen unterschiedlicher Richtungen. Das Zentrum für Islamische Studien der Goethe-Universität will diese Diskussion mit ihrer öffentlichen Vorlesungsreihe „Der Koran – Ein Text im Dialog zwischen Osten und Westen“ versachlichen. Im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG beleuchten in Wintersemester international renommierte Forscher, wie der Koran im Laufe der Jahrhunderte bis heute im Osten wie im Westen fortwährend rezitiert, rezipiert und interpretiert wurde.

Der Koran gilt als Gotteswort, das dem Propheten Muhammad zwischen 610 und 632 offenbart wurde. Er lieferte nicht nur religiöse Normen, sondern beeinflusste auch Rechts- und Wirtschaftsnormen, wirkte in die mystischen Strömungen des Islams hinein und war grundlegend für literarisch-ästhetische Genres in den verschiedenen Islamsprachen. Die Vorlesungsreihe richtet sich an ein Publikum, das einen Zugang zum Koran bisher überwiegend durch einschlägige Medienberichte oder orientalistische Literatur gefunden hat, aber auch an Muslime, die sich für die vielseitigen Facetten der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Koran interessieren. Diese Reihe will gerade in Frankfurt, wo eine islamische Theologie in Deutschland entsteht, Räume schaffen, um eine gemeinsame wissenschaftliche Sprache zu entwickeln.

„Das Fremde verstehen: Europäische Koranübersetzungen vom Mittelalter bis heute“ – diesem Thema stellt sich zum Auftakt der Reihe am Montag (20. Oktober) Prof. Dr. Hartmut Bobzin, Universität Erlangen-Nürnberg. Zuvor gibt Prof. Dr. Ömer Özsoy, der gemeinsam mit Prof. Dr. Bekim Agai vom Zentrum für Islamische Studien der Goethe-Universität diese Reihe konziptiert hat, eine kurze Einführung. Die Bezeichnung „Koran“ – auf Deutsch „Lesung“ oder „Vortrag“ – gilt im strengeren Sinne nur für den arabischen Koran, da Muslime im gesamten islamischen Raum der Überzeugung sind, dass der Koran als Gottes Wort in arabischer Sprache offenbart wurde.

Der Religionswissenschaftler Bobzin, der sich seit Jahrzehnten intensiv mit der Koran-Rezeption im Abendland befasst und 2010 eine neue vollständige Übersetzung des Korans im C.H. Beck Verlag herausgegeben hat, beginnt seinen Vortrag im Hochmittelalter. Damals wurde der Koran erstmals ins Lateinische übersetzt. Anlass war die Auseinandersetzung mit dem Islam während der Kreuzzüge im Heiligen Land und der Reconquista in Spanien. Der Koran, damals meist als „die türkische Bibel“ bezeichnet, galt in Europa lange nur als unvollständiges und ungeordnetes, der Bibel nicht ebenbürtiges Buch. Erst im Zuge der Aufklärung setzte sich ein positiveres Bild durch, und es entstanden Koranübersetzungen, u.a. durch Friedrich Rückert, auf philologischer Grundlage. Die erste von einem Muslim angefertigte Koranübersetzung war die des britisch-muslimischen Literaten Mohammed Marmaduke Pickthall im Jahre 1930.

Die Vorträge auf einen Blick:

Die Veranstaltungen finden jeweils montags um 18 Uhr im Renate von Metzler-Saal, Casino, Campus Westend statt.

20. Oktokber 2014
Hartmut Bobzin, Universität Erlangen-Nürnberg
Das Fremde verstehen: Europäische Koranübersetzungen vom Mittelalter bis heute
(Einführung Ömer Özsoy, Goethe-Universität)

3. November 2014
Angelika Neuwirth, Freie Universität Berlin
Eine epochale Aufgabe: Die Etablierung islamischer Theologie an deutschen Universitäten
(Ausstellung „Arabische Kalligraphie“, Adel Ibrahim al Sudany)

17. November 2014
Ahmad Milad Karimi, Universität Münster
Der Koran als Kunstwerk? Zur Ästhetik der Offenbarung im Islam
(Mit Koranrezitation von Burak Mercan, Goethe-Universität)

1. Dezember 2014
Podiumsdiskussion
Fair Trade? Korankonformes Business in Zeiten globaler Finanzwirtschaft
Moderation : Mark Chalil Bodenstein, Goethe-Universität
Wirtschaftstheoretisches Statement : Volker Nienhaus, Universität Marburg
Islamwissenschaftliches Statement : Rüdiger Lohlker, Universität Wien

15. Dezember 2014
Enes Karic, Universität Sarajevo
Koran-Übersetzung als Politikum. Die Übertragung (1895) von Mihajlo Mico Ljubibratic

12. Januar 2015
Nicolai Sinai, Universität Oxford
Wie viel Kritik verträgt der Koran? Zum gegenwärtigen Stand der historisch-kritischen Koranforschung

26. Januar 2015
Stefan Wild, Universität Bonn
Viele Wege zum Text? Gespräche zwischen muslimischen Gelehrten und Orientalisten

9. Februar 2015
Podiumsdiskussion
Den Text verstehen. Zeitgenössische Koranhermeneutik in der islamischen Welt
Moderation: Bekim Agai, Goethe-Universität
Sunnitische Zugänge: Rotraud Wielandt, Universität Bamberg
Schiitische Zugänge: Katajun Amirpur, Universität Hamburg

Informationen: Prof. Dr. Bekim Agai, Zentrum für Islamische Studien, Campus Bockenheim, Tel. (069) 798 32751, agai@em.uni-frankfurt.de, www.islamischestudien.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Okt 13 2014
14:32

100 Jahre: Goethe-Universität lädt Bürger aus Stadt und Region am 18. Oktober zum Geburtstagsfest ein/Großes Jubiläumsfeuerwerk auf dem Campus Westend um 21 Uhr

Fulminantes Finale des Jubiläumsjahres

FRANKFURT. Am Samstag, den 18. Oktober feiert die Goethe-Universität ihren 100. Geburtstag auf dem Campus Westend mit einer Party und einem großen Feuerwerk. Und alle Bürger Frankfurts und der Region sind eingeladen, im und rund um das Casinogebäude auf dem Campus Westend mitzufeiern. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Los geht es um 18:00 Uhr mit Unterhaltung, Musik und Tombola – deren Hauptpreis ein Jubiläumsfahrrad sein wird. Für abwechslungsreichen Hörgenuss und möglicherweise den einen oder anderen Tanz sorgt von 18-20 Uhr die Band Madhouse Flowers. Danach legt bis 21 Uhr DJ Christian Rindermann auf.

Natürlich gehört zu einem richtigen Geburtstagsfest auch eine Torte. Diese ist dem markantesten Gebäude der Universität nachempfunden – dem IG-Farben-Haus – und ein Geburtstagsgeschenk des Studentenwerks Frankfurt. Weiterhin ist mit verschiedenen Essens- und Getränkeständen für das leibliche Wohl gesorgt.

Pünktlich um 21:00 Uhr wird rund um das IG-Farben Gebäude ein 15-minütiges Jubiläumsfeuerwerk gezündet. Damit finden die bereits das ganze Jahr über laufenden Geburtstagsfeierlichkeiten der Goethe-Universität mit insgesamt rund 120 Veranstaltungen ein fulminantes Finale!

Am Sonntag, den 19. Oktober, eröffnet dann noch im MUSEUM GIERSCH am Frankfurter Schaumainkai eine besondere Ausstellung mit den schönsten Stücken aus 40 Sammlungen der Goethe-Universität, die der Öffentlichkeit bisher noch nie gezeigt wurden.