Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Veranstaltungen

Okt 7 2015
12:33

Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 12. Oktober im Klingspor-Museum

Vortrag zur Schrift-Entstehung in Ägypten und Mesopotamien

FRANKFURT/OFFENBACH. Nach ihrem gelungenen Auftakt im vergangenen Sommersemester werden die „Goethe Lectures Offenbach“ nun fortgesetzt. Im kommenden Vortrag der Reihe, bei der der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität mit der Stadt Offenbach kooperiert, geht es um die „Schrift-Entstehung in Ägypten und Mesopotamien“. Referentin am Montag, dem 12. Oktober, um 19.00 Uhr im Offenbacher Klingspor-Museum ist Annette Imhausen, Professorin für Wissenschaftsgeschichte der vormodernen Welt an der Goethe-Universität und Mitglied des Exzellenzclusters. Der Eintritt ist frei.

Ungefähr gleichzeitig, wahrscheinlich aber unabhängig voneinander, entwickelte sich die Schrift in Ägypten und Mesopotamien. Ein Grund für die Entstehung von Schrift war in beiden Kulturen das Bedürfnis, numerische Daten festzuhalten. In der Folge verwendeten beide Kulturen die Schrift sowohl im Alltag als auch in monumentalen Inschriften, die für die Ewigkeit bestimmt waren. Obwohl es oberflächlich eine Reihe von Übereinstimmungen der Ausprägung und Verwendung von Schrift in Ägypten und Mesopotamien gibt, lassen sich bei etwas genauerer Betrachtung jedoch ebenso eine Reihe von signifikanten Unterschieden herausarbeiten, die Rückschlüsse über die jeweiligen Kulturen und ihr Weltbild geben können.

Während die Schrift, zusammen mit der Entwicklung numerischer Techniken, damals einen Grundbaustein des Erfolges beider Kulturen darstellte, ist sie heute unser bester Zugang zur Erforschung dieser Kulturen und regt so auch zum Nachdenken über den Umgang mit verschriftlichtem Wissen in unserer Zeit an. Der Vortrag zeichnet den Entstehungsprozess der Schrift in beiden Kulturen und seine Motivation(en) nach und erläutert die Folgen, die sich aus der Wahl der Schriftträger und der auf ihnen festgehaltenen Schriftzeichen ergeben sollten.

Annette Imhausen studierte Mathematik, Chemie, Ägyptologie und Altorientalistik. Nach der Promotion in Geschichte der Mathematik im Jahr 2000 folgten Forschungsaufenthalte in Cambridge, Mass. (Dibner Institute for the History of Science and Technology, MIT) und Cambridge, England (Trinity Hall College und Department of History and Philosophy of Science). Nach einer Juniorprofessur für Geschichte der Mathematik an der Gutenberg Universität, Mainz, ist sie seit 2009 Professorin für Wissenschaftsgeschichte der vormodernen Welt am Historischen Seminar der Goethe Universität Frankfurt am Main.

Sie ist Mitglied des Exzellenzclusters „Herausbildung normativer Ordnungen“ und des Sonderforschungsbereichs „Ressourcenregime und Schwächediskurse“ (jeweils an der Goethe-Universität). Ihre Forschungsinteressen sind die Geschichte der vorgriechischen Wissenschaften, insbesondere der mathematischen Wissenschaften in Ägypten und Mesopotamien (Kontext und Techniken altägyptischer mathematischer Texte, Transmission von Wissen in hellenistischer Zeit, Historiographie vorgriechischer Mathematik). Am Exzellenzcluster leitet sie das Forschungsprojekt „Die Normativität formaler Ordnungen und Prozeduren in der Antike – Mathematische und rechtliche Regelsysteme im Vergleich“.

Veranstalter des Vortragsabends im Klingspor-Museum und auch der Gesamtreihe sind neben dem Exzellenzcluster die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor-Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht auch wieder die Möglichkeit zur Diskussion.

Prof. Dr. Annette Imhausen:
Schrift-Entstehung in Ägypten und Mesopotamien
Vortrag im Rahmen der „Goethe Lectures Offenbach“
Montag, 12. Oktober 2015, 19.00 Uhr
Klingspor-Museum Offenbach
Herrnstraße 80 (Südflügel des Büsing Palais)
63065 Offenbach am Main 

Vorschau:

26. November 2015, 19.00 Uhr
Dr. Manuel Wörsdörfer
(Wirtschaftswissenschaftler und Postdoktorand am Exzellenzcluster)
Banken und Menschenrechte – Zwischen Anspruch und Wirklichkeit 

Informationen: Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de

Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392, kreativwirtschaft@offenbach.de, www.offenbach.de/wirtschaft

Veranstaltungen

Okt 2 2015
11:42

Das "Sense of Doubt"-Projekt des Frankfurter Exzellenzclusters präsentiert sich noch bis zum 11. Oktober mit bewegten Bildern und wissenschaftlichem Veranstaltungen

Videokunst mit Wissenschaft während der B3 Biennale

FRANKFURT. Der „Zweifels-Sinn“ geht auf die Zielgerade. Das wissenschaftlich-künstlerische Projekt „Sense of Doubt. Wider das Vergessen“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität läuft noch bis zum 11. Oktober. So lange werden im Metzler-Park des Museum Angewandte Kunst auch noch die 18 Videoarbeiten gezeigt. Zu den kommenden öffentlichen Veranstaltungen des Projekts gehört unter dem Titel „Journeys“ eine Podiumsdiskussion zur Rolle des Rechts und staatlicher Grenzziehungen in der jüngeren Migrationsgeschichte mit Bezug auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik. Vom 7. bis zum 11. Oktober ist „Sense of Doubt“ zudem Bestandteil des offiziellen Festivalprogramms der B3 Biennale des bewegten Bildes, die zum zweiten Mal in Frankfurt und Umgebung stattfindet, und zu der 200Künstler, Filmemacher, Designer, Internetspezialisten, Softwareexperten und Wissenschaftler aus aller Welt erwartet werden.

Die im Rahmen von „Sense of Doubt“ gezeigten Videos stammen aus der Sammlung Associacao Cultural Videobrasil in Sao Paulo. Ein Schwerpunkt liegt hier auf der Welt des so genannten Globalen Südens, Lateinamerika, Afrika, Osteuropa, Asien und dem Mittleren Osten. Bei den audiovisuellen Kunstwerken im Museumspark greift das Projekt auf die Auswahl „memórias inapagáveis“ („unauslöschliche Erinnerungen“) des spanischen Kurators Agustín Pérez Rubio zurück. Hierzu zählen Filme über fernere Vergangenheiten wie den Sklavenhandel zwischen Afrika und Brasilien und jüngere wie den Kampf von Ureinwohnern im Amazonasgebiet gegen einen Ölkonzern oder das Massaker auf dem „Platz des Himmlischen Friedens“. Aber auch aktuellere Geschehnisse werden thematisiert – darunter die Terroranschläge vom 11. September 2001 und die weltweiten Migrationsbewegungen.

Die Videos haben Formen der Unterdrückung und des Widerstandes zum Inhalt, die den geopolitischen Süden teilweise schon seit Jahrhunderten prägen. Sie versuchen, die Erinnerungen an Konflikte, Verfolgung und Gewalt vor dem Vergessen zu bewahren. Dabei nehmen die Videoarbeiten teil an den Deutungskämpfen über diese Ereignisse, vor allem gegenüber den „Meisterzählungen“ der Herrschenden. Um diesen Erzählungen der Macht entgegenzutreten, braucht es einen ausgeprägten Sinn zum Zweifeln. Das wissenschaftlich-künstlerische Projekt will ihn wecken und schärfen. Auch im Dialog mit dem Publikum probieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Exzellenzclusters ihren „Sense of Doubt“ aus.

Flankierend zum Ausstellungsprojekt ist ein umfangreicher Katalog erschienen. Er enthält einführende Texte, Informationen zu den Videos und kurze Essays, in denen sich Mitglieder des geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes aus der Sicht ihrer Disziplin mit einzelnen Videos auseinandersetzen. Der Katalog ist während der Ausstellungszeit und am Ausstellungsort kostenlos erhältlich. Auch der Video-Parcours und die öffentlichen Veranstaltungen, die grundlegende Themen der Videos aufnehmen und weiterführen, können bei freiem Eintritt besucht werden.

Die nächsten Vortrags- und Diskussionstermine (jeweils im Vortragssaal des Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 15, 60594 Frankfurt am Main):

7. Oktober 2015, 17 Uhr
Vortrag: Kunst – Experiment – Leben
Prof. Dr. Christoph Menke (Professor für Praktische Philosophie mit Schwerpunkt Rechtsphilosophie und Politische Philosophie an der Goethe-Universität)

8. Oktober 2015, 18.30 Uhr
Podiumsdiskussion: Journeys
Prof. Dr. Günter Frankenberg (Professor für Öffentliches Recht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung an der Goethe-Universität), Prof. Dr. Jens Steffek (Professor für Transnationales Regieren an der Technischen Universität Darmstadt) und Mitarbeitende von Pro Asyl

8. Oktober 2015, 20 Uhr
Podiumsdiskussion: Schwarz ist die Farbe. Ein Dialog über Sklaverei und Kunst
Prof. Dr. Vinzenz Hediger (Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität) und Prof. Dr. Juliane Rebentisch (Professorin für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main)

9. Oktober 2015, 16 Uhr
Podiumsdiskussion: Imaginative Dokumentationen struktureller Gewalt
Dr. Anja Peltzer (Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft, Universität Mannheim) und Jochen Schuff (Institut für Philosophie, Goethe-Universität)

„Sense of Doubt. Wider das Vergessen“ ist ein Projekt des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ gemeinsam mit Sesc Sao Paulo, Associacao Cultural Videobrasil, dem Museum Angewandte Kunst und Dr. Paula Macedo Weiß Kulturproduktion, im Rahmen der B3 Biennale des bewegten Bildes. Weitere Kooperationspartner sind das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, die Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main, die Städelschule Frankfurt am Main und das Goethe-Institut Sao Paulo. Das Projekt wird gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Programm: www.normativeorders.net/senseofdoubt

Kontakt: Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net, www.normativeorders.net/de/

Dorothee Maas, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Museum Angewandte Kunst, Tel.: 069/212-32828, dorothee.maas@stadt-frankfurt.de, www.museumangewandtekunst.de

Sonstige

Okt 1 2015
16:32

Beim ersten Tech Ecosystems Dialogue an der Goethe-Uni wird über Startup-Ökosysteme diskutiert

Startup-Kooperation: Frankfurt und Tel Aviv bauen digitale Brücke

FRANKFURT. Beim ersten „Tech Ecosystems Dialogue 2015“ auf dem Campus Westend der Goethe-Universität treffen sich am 27. Oktober 2015 hochkarätige Referenten, Startups aus Tel Aviv und Frankfurt Rhein-Main sowie prominente Gäste aus Politik, Industrie und Wissenschaft. Die deutschlandweit einzigartige Konferenz wirdvon Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff, Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, und Dr. Dan Shaham, Generalkonsul Israels, eröffnet.

Was sind die Voraussetzungen für erfolgreiche Gründer-Ökosysteme? Wie können Unternehmen von einer kreativen Startup-Szene profitieren? Wie wichtig ist ein globaler Ansatz für Innovation? Diese und andere Fragen werden unter anderem von Finanzprofessor Andreas Hackethal von der Goethe-Universität in Keynotes aufgegriffen und in Panels diskutiert.

Anschließend haben insgesamt zehn vorausgewählte Startups, jeweils fünf aus Tel Aviv und fünf aus Frankfurt Rhein-Main, die Möglichkeit im Pitch Contest Finale ihre wegweisenden Innovationen auf dem Gebiet der Finanztechnologie (FinTech), Informations- und Kommunikationstechnik, Big Data und Cybersecurity zu präsentieren. Die zwei besten Startups (eines pro Land) gewinnen einen einwöchigen Aufenthalt in den jeweiligen Gründerzentren Unibator FinTech Lab in Frankfurt, das am 27. Oktober offiziell eingeweiht wird, beziehungsweise dem Tel Aviv Universität Entrepreneurship Center und haben die Möglichkeit, wertvolle Kontakte zu Industrie und Investoren im Gastland zu knüpfen. Für den Contest bewerben können sich Startups bis zum 08. Oktober 2015 unter http://www.tech-ecosystems.com/pitch/.

Tech Ecosystems Dialogue 2015, Dienstag, 27. Oktober 2015, Beginn 13 Uhr, Goethe-Universität, Campus Westend (Casino Gebäude), Nina-Rubinstein-Weg 1, 60323 Frankfurt a. M.

Die Konferenz „Tech Ecosystems Dialogue 2015“ markiert 50 Jahre deutsch-israelische Beziehungen: Am 12. Mai 1965 nahmen die beiden Länder ihre diplomatischen Beziehungen auf. Seit 1980 sind Frankfurt und Tel Aviv Partnerstädte. Zudem findet zwischen der Goethe-Universität und der Tel Aviv Universität eine aktive wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit statt. Beide Städte sind Top-Standorte der Startup-Szene: Frankfurt bietet ein großes Startup-Ökosystem. Dank der Nähe zur Finanzbranche und global tätiger Konzerne der IT-, Chemie- und Pharma-Branche stehen eine hohe Zahl potenzieller Investoren und Kunden bereit. Die Weltstadt Tel Aviv gilt als einer der weltweit führenden Startup-Hubs mit der höchsten Zahl von Startups pro Kopf. Beide Universitäten sind forschungsstark, betreiben erfolgreiche Gründerzentren für Startups und wollen zukünftig insbesondere im Technologiebereich stärker kooperieren und Synergiepotenziale entwickeln.

Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.tech-ecosystems.com

Sonstige

Sep 30 2015
16:35

Aventis Foundation fördert „Academic Welcome Program“: qualifizierten Flüchtlingen soll Teilhabe an Bildung ermöglicht werden.

Begrüßungsprogramm für Flüchtlinge an der Goethe-Universität

FRANKFURT. Als Bürgeruniversität möchte die Goethe-Universität zur Lösung von gesellschaftlichen Herausforderungen beitragen. Mit dem "Academic Welcome Program for highly qualified refugees" soll ein Beitrag dazu geleistet werden, hochqualifizierten Flüchtlingen die Integration in Deutschland zu erleichtern. Durch den Zugang zu universitärer Bildung, akademischer Infrastruktur und Netzwerken will die Goethe-Universität Geflüchteten, die einen Hochschulzugang in Deutschland haben oder die im Heimatland bereits studiert haben, sowohl Orientierung vermitteln als auch Teilhabe ermöglichen.

Universitätsvizepräsidentin Prof. Tanja Brühl betont: „Ich freue mich, das in kurzer Zeit das Begrüßungsprogramm konzipiert werden konnte und nun auch mit der Förderung der Aventis Foundation umfassend umgesetzt werden kann. Als Universität, die von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Frankfurt gegründet wurde, sehen wir uns in der Verantwortung, auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren. Daher wollen wir gerne den neu in unsere Stadt und Region hinzu gekommenen Menschen aus Krisenregionen Zukunftsperspektiven bieten.“

Gefördert wird das Programm mit 50.000 Euro von der Aventis Foundation. Deren Geschäftsführender Vorstand Eugen Müller erläutert das Engagement der Stiftung: "Die Aventis Foundation möchte einen Beitrag leisten zur Bewältigung der aktuellen, drängenden Flüchtlingsproblematik. Darum sind wir auf unsere langjährigen Projektpartner im Rhein-Main Gebiet zugegangen mit der Frage nach bereits laufenden oder geplanten Flüchtlings-Initiativen, die wir finanziell unterstützen können. Wir freuen uns, dass es mit der Goethe-Universität sehr schnell und unbürokratisch zu einer Vereinbarung gekommen ist. Durch das großartige Engagement der Universität und ihrer Studenten können unsere Mittel gezielt und effizient eingesetzt werden und kommen unmittelbar den Flüchtlingen zugute.“

Ebenfalls gefördert wird im Rahmen des Academic Welcome Program der von Studierenden der Goethe-Universität gegründete Verein aeWorldwide. Bereits seit zwei Jahren engagieren sich ehrenamtlich u.a. Studierende der Goethe-Universität und organisieren Projekte für hochqualifizierte Flüchtlinge. Beispielsweise helfen sich in Form von Tandems Flüchtlinge und Studierende gegenseitig. Regelmäßig können sich alle Teilnehmenden zu akademischen Themen austauschen. Mit Seminaren und Veranstaltungen wird eine Lobby für Flüchtlinge geschaffen. In Sprechstunden und Coachings-Sessions erhalten Flüchtlinge eine professionelle Beratung.

Weitere Informationen:

Academic Welcome Program: www.uni-frankfurt.de/58025323/Academic-Welcome-Program

aeWorldwide: www.aeWorldwide.de

Veranstaltungen

Sep 28 2015
15:05

Naturwissenschaftler und Philosophen treffen sich am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität

Interdisziplinäre Tagung zum Klimawandel

FRANKFURT. „The Moral Challenge of Dangerous Climate Change“ – die jüngste Studie von Darrel Moellendorf, Professor für Internationale Politische Theorie am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität, trägt es schon im Titel: Der Klimawandel ist nicht nur ein Thema für Naturwissenschaften und Technik, auch geisteswissenschaftliche, zumal philosophische Überlegungen sind gefragt – insbesondere bei den „moralischen Herausforderungen des gefährlichen Klimawandels“. Um das Gespräch zwischen den Wissenschaften zu fördern, veranstaltet Moellendorf am 1. und 2. Oktober die internationale und vor allem auch interdisziplinäre Konferenz „Overshooting 2° C: Moral and Policy Considerations“.

Es erscheint durchaus möglich, dass über das Zwei-Grad-Ziel „hinausgeschossen“ wird. Zwar haben sich die Staaten auf dem Weltklimagipfel des Jahres 2010 darauf geeinigt, dass die Erderwärmung höchstens auf zwei Grad Celsius steigen solle. Doch der Trend zur weiteren Erwärmung scheint ungebrochen. Laut aktuellen Schätzungen wäre die Zwei-Grad-Erwärmung nach dem Ausstoß von insgesamt einer Billion Tonnen CO2 erreicht. Vom Beginn der Industrialisierung bis heute sind etwa 585 Millionen Tonnen in die Atmosphäre gelangt. Bei der gegenwärtigen Emissionsrate würde die billionste Tonne in den ersten Monaten des Jahres 2039 ausgestoßen werden.

Bislang, so Darrel Moellendorf, habe der Prozess multilateraler internationaler Verhandlungen – häufig nach dem Prinzip „pledge and review“, das auf freiwilligen Zusagen beruht – keine hinreichenden Erfolge gezeitigt. Nun richten sich alle Augen auf den kommenden Klimagipfel, der Ende November in Paris beginnen wird. Dort soll ein Nachfolgevertrag für das Kyotoprotokoll von 1997 ausgehandelt werden. Der Pariser Gipfel hat den Anspruch, einen umfassenden Plan zur Schadensminimierung zu verabschieden, der 2020 in Kraft treten soll. Beobachter betonen die eminente Wichtigkeit des Pariser Treffens mit seinen, wenn’s gut geht, entscheidenden Weichenstellungen.

Auf der Frankfurter Konferenz geht Darrel Moellendorf in seinem Tagungsbeitrag der grundsätzlichen Frage nach, ob der gefährliche Klimawandel denn überhaupt noch abgewendet werden könne („Can Dangerous Climate Change Be Avoided?”). Insgesamt stehen 14 Vorträge von ebenso vielen Teilnehmern auf dem Programm. Besprochen werden beispielsweise die Möglichkeiten der so genannten „Mitigation”, der Entwicklung neuer Technologien, Verfahren und Strategien, mit denen eine deutliche Minderung des Ausstoßes klimarelevanter Gase erreicht werden kann. Auch „Adaption“, also die Anpassung an jetzt schon unvermeidbare Folgen des Klimawandels ist ein Thema. Hinzu kommt die Erörterung desGeo- oder Climate-Engineering. Damit verbunden sind großräumige Eingriffe in die chemischen und biochemischen Kreisläufe der Erde, um sie künstlich abzukühlen.

Und nicht zuletzt geht es um den Zusammenhang zwischen Klimawandel und globaler Gerechtigkeit: Welche Ansprüche haben die ohnehin ärmeren Länder, die unter einer ungebremsten Erderwärmung am meisten leiden würden? Nach Ansicht Darrel Moellendorfs dürfe sich eine globale Klimapolitik nicht darauf beschränken, allein den Klimawandel begrenzen zu wollen; sie müsse zugleich die Bekämpfung der Armut im Blick behalten.

Neben Moellendorf kommen noch vier andere Teilnehmer aus Frankfurt, unter ihnen Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und Wissenschaftlicher Koordinator des Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), einer gemeinsamen Einrichtung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Goethe-Universität. Weitere Experten reisen aus den USA, Australien und England an.

Veranstaltungsort der zweitägigen Konferenz ist das Gebäude „Normative Ordnungen“ des Exzellenzclusters (Raum EG.01) auf dem Campus Westend der Goethe-Universität. Die Konferenzsprache ist Englisch. Interessierte sind herzlich willkommen. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Programm: www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/alleveranstaltungen/3972-1-2-oktober-2015

Information und Anmeldung:  Professur für Internationale Politische Theorie, Sekretariat, Ellen Nieß, Exzellenzcluster Normative Orders, Campus Westend, Tel. (069) 798-31521, ellen.niess@normativeorders.net, www.normativeorders.net