Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Veranstaltungen

Jun 17 2015
15:54

„Starker Start ins Studium“: Projekttagung an der Goethe-Universität

Bessere Bedingungen für Erstsemester

FRANKFURT. Mit dem Projekt „Starker Start ins Studium“ hat die Frankfurter Goethe-Universität im Herbst 2011 eines der umfangreichsten Programme im Qualitätspakt Lehre des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung eingeworben. In den verschiedenen Fachzentren der Universität wird seither daran gearbeitet, Studierenden in der ersten Zeit ihres Studiums bessere Bedingungen zu bieten. Die vielfältigen Ansätze des Projekts werden bei einer Tagung am Montag, 6. Juli, im Rahmen einer Tagung vorgestellt.

In drei Bereiche lassen sich die Maßnahmen zur Verbesserung der Studieneingangsbedingungen unterteilen: die Unterstützung beim Studieneinstieg, die Lernbegleitung in der Studieneingangsphase und das Lehren und Lernen in der „Weiter“-Entwicklung. So gibt es inzwischen Vorkurse in den Fächern Chemie, Mathematik und Informatik als Vorbereitungs- und Auffrischungskurse für Studienanfänger, insbesondere vor Beginn des Wintersemesters. Viele Studiengänge bieten vor Studienbeginn Orientierungsveranstaltungen für die angehenden Bachelorstudierenden an, wie etwa die „Welcome-Tage“ in den Biowissenschaften. In der Medizin wurde ein umfangreiches, dreiwöchiges Propädeutikum mit Beginn im September etabliert.

Lernbegleitung in der Studieneingangsphase wiederum kann ganz unterschiedlich realisiert werden. Ein Beispiel sind die „Peer-TutorInnen“ des Schreibzentrums, die andere Studierende in der Textarbeit beratend unterstützen. Zudem wurden Konzepte entwickelt, durch die die Tutoren und Mentoren in Zusammenarbeit der Fachzentren mit der zentralen Einrichtung für Tutorenqualifizierung „studiumdigitale“ auf Ihre Tätigkeit vorbereitet und qualifiziert werden. Beim „Starken Start ins Studium“ wurden auch viele Ideen für neue, spannende und zielgruppenspezifische Lehrangebote umgesetzt. Das Projekt USE (Universität studieren / Studieren erforschen) etwa hat zum Ziel, die universitäre Lehre, die meist hinter verschlossenen Türen stattfindet, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, indem auf einer Online-Plattform Ergebnisse von Lehrveranstaltungen, Lehrkonzepte und studentische Arbeiten präsentiert werden.

Bei der Projekttagung „Starker Start ins Studium“ am Montag, den 06. Juli, werden die rund 50 Projektbeteiligten ihre Arbeit in Kurzvorträgen und anhand von Postern präsentieren und sich anschließend der Diskussion stellen. Eine thematische Einführung in den Tag gibt Prof. Elke Wild, die über das Thema „Visible Learning“ im Hochschulkontext sprechen wird. Die Tagung richtet sich an Angehörige und Lehrende der Goethe-Universität sowie an alle an Lehre Interessierten anderer Hochschulen und Institutionen. Im Anschluss an die Tagung wird der 1822 Preis für exzellente Lehre verliehen.

„Starker Start ins Studium”, Tag der Lehre,
9.30 bis 17.30 Uhr,
Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Casino Festsaal
Anmeldung: https://anmeldung.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/allgemein/?veranstaltung=3st
Anmeldeschluss 01.07.2015
Tagungsbüro: tagung@starkerstart.uni-frankfurt.de
Dr. Julia Sommer/ Lars Gußen
Weitere Infos: http://www.starkerstart.uni-frankfurt.de/53980949/Tagung

Veranstaltungen

Jun 17 2015
15:39

LOEWE-Matinee mit feierlicher Urkundenübergabe durch Wissenschaftsminister Boris Rhein

Medieneinladung: Auszeichnung praxisnaher Spitzenforschung made in Hessen

FRANKFURT. Die Landesoffensive zur Entwicklung wissenschaftlich ökonomischer Exzellenz, kurz LOEWE, ist die hessische Exzellenzinitiative. Das 2008 gestartete, bundesweit einmalige wissenschaftliche Förderprogramm soll die Profilbildung der hessischen Hochschulen sowie die Vernetzung von universitären, außeruniversitären und unternehmerischen Partnern vorantreiben. Zwischen 2008 und 2014 hat das Land Hessen über LOEWE rund 520 Millionen Euro in wegweisende Projekte investiert. Anlässlich einer LOEWE-Matinee an der Goethe-Universität präsentieren sich erfolgreiche Initiativen der 1. und 4. Förderstaffel. Anschließend erfolgt die Übergabe der Urkunden und Bescheide durch Wissenschaftsminister Boris Rhein. Die Veranstaltung findet statt

am Freitag, 19. Juni 2015, 10-11.30 Uhr,
Ort: Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend,
Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt a.M.,
Foyer des Gebäudes PA (Präsidium und Administration).

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, an der Matinee teilzunehmen. Bitte teilen Sie uns mit, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen können (Frau Ott, E-Mail: ott@pvw.uni-frankfurt.de).

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Olaf Kaltenborn
Pressesprecher
Goethe-Universität Frankfurt

Forschung

Jun 17 2015
13:11

Nur wenn Vorhersagen falsch sind, schalten sich obere Hirnregionen ein

Wie erkennt das Gehirn Gesichter?

FRANKFURT. Unser Gehirn erkennt in Millisekunden Objekte, sogar, wenn es nur rudimentäre optische Informationen erhält. Forscher vermuten, dass die verlässliche und schnelle Erkennung gelingt, indem das Gehirn ständig Vorhersagen über Objekte im Gesichtsfeld trifft und diese mit den hereinkommenden Informationen abgleicht. Nur wenn dabei Fehler auftreten, müssen höhere Hirnregionen  benachrichtigt werden, um aktiv ihre Vorhersagen anzupassen. Wissenschaftler der Goethe-Universität haben diese Vermutung jetzt bestätigt. Wie sie in der aktuellen Ausgabe des „Journal of Neuroscience“ berichten, haben sie im Falle eines Vorhersagefehlers die Verstärkung von solchen Hirnwellen identifiziert, die an höhere Hirnareale gesendet werden. Diese Ergebnisse versprechen auch ein besseres Verständnis der psychischen Erkrankungen Schizophrenie und der Autismus-Spektrum-Störung.

Um Vorhersagefehler bei ihren Probanden zu provozieren, zeigten die Forscher ihnen sogenannte Mooney Gesichter, benannt nach ihrem Erfinder Craig Mooney. Das sind Fotos von Gesichtern, die ganz auf schwarze und weiße Flächen reduziert sind. Diese erkennen wir meist mühelos. Wir können sogar Angaben über Geschlecht, Alter und Gesichtsausdruck machen – obwohl lediglich der Verlauf der schwarz-weißen Grenze ein wenig Information über das Gesicht enthält. Und selbst diese minimale Information ist zweideutig, denn die Grenzen stellen entweder Übergänge zwischen Licht und Schatten dar oder sie begrenzen das Objekt selbst.

„In unserer Studie benutzten wir Mooney Gesichter, die gezielt zwei Erwartungen enttäuschten: erstens, dass wir Gesichter immer aufrecht sehen, und zweitens, dass Licht von oben einfällt. Dadurch hat sich die Gesichtserkennungs-Leistung deutlich verschlechtert und verlangsamt“, erklärt Prof. Michael Wibral vom Brain Imaging Center der Goethe-Universität.

Was passiert in diesem Fall im Gehirn? Eine aktuelle Theorie, die „Predictive Coding“-Theorie, besagt, dass Signale nur zur Verarbeitung in höhere Hirnregionen gesendet werden müssen, wenn Vorhersagen nicht erfüllt sind. Es müssten also verstärkte Signale in Richtung höherer Hirnregionen auftreten. Es gibt jedoch auch konkurrierende Theorien, die genau das Gegenteil vorhersagen.

Ein direkter Test der Theorie wurde erst kürzlich möglich, als Frankfurter Wissenschaftler vom Strüngmann-Institut entdeckten, dass Hirnwellen mit etwa 90 Schwingungen pro Sekunde bevorzugt auftreten, wenn höhere Areale des Gehirns adressiert werden. „Wenn ein Vorhersagefehler provoziert wird, indem wir Bilder erzeugen, die lebenslang gelernten visuellen Alltagswahrheiten widersprechen, sollten wir die fehlerspezifischen Hirnwellen mit etwa 90 Schwingungen pro Sekunde vermehrt sehen. Das konnten wir experimentell bestätigen“, erklärt Wibral. „Schließlich konnten wir auch zeigen, dass die ‚Fehlerhirnwellen‘ umso stärker sind, je langsamer das Erkennen ist. Dies zeigt, dass diese Hirnwellen nicht nur eine Korrektur einleiten, sondern ursächlich an unserer
Wahrnehmung beteiligt sind”, so Wibral weiter. Die Ergebnisse sind bedeutsam, weil gerade diese Hirnwellen auch bei Patienten mit Schizophrenie und Autismus Spektrum Störung deutlich beeinträchtigt erscheinen. Das haben Messungen der vergangenen Jahre im Labor des Frankfurter Brain Imaging Centers gezeigt. Die Forscher erhoffen sich nun, beide Erkrankungen besser zu verstehen und Möglichkeiten zu finden, Patienten dabei zu helfen, ihre fehlerhaften Vorhersagen besser anzupassen.

Publikation:
Alla Brodski, Georg-Friedrich Paasch, Saskia Helbling, and Michael Wibral: The Faces of Predictive Coding, in: Journal of Neuroscience, 17 Juni 2015 • 35(24):8997–9006 • 8997, DOI: 10.1523/JNEUROSCI.1529-14.2015;

Ein Bild zum Download finden Sie hier: www.uni-frankfurt.de/56080403
Bildtext: Bei der Gesichtserkennung geht das Gehirn davon aus, dass der Lichteinfall von oben kommt und das Gesicht aufrecht ist (UPTP). Diese Erwartungen haben die Forscher enttäuscht durch Lichteinfall von unten (UPBT), einen invertierten Kopf (INTP) und ein invertiertes Bild mit Lichteinfall von unten (INBT). Das letzte Bild ist ein Kontroll-Stimulus, in dem die Gesichtselemente verschoben wurden.

Informationen: Prof. Michael Wibral, MEG Labor, Brain Imaging Center, Klinikum der Goethe Universität, Tel.: (069) 6301 83193, wibral[at]bic.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 16 2015
11:22

Eine Nacht lang Wissenschaft zum Anfassen auf dem Campus Riedberg

Night of Science: Faszination Forschung live erleben 

FRANKFURT. Tief eintauchen in die Welt der Naturwissenschaft: Das können Interessierte am Freitag, den 19. Juni 2015, bei der Night of Science auf dem Campus Riedberg der Goethe-Universität. Das Programm beginnt um 17 Uhr und dauert bis 6 Uhr morgens. Es bietet über 70 spannende Vorträge, faszinierende Experimente, Mitmachstationen, Laborbesichtigungen und ein buntes Rahmenprogramm. Passend zum "Internationalen Jahr des Lichts" gibt es in diesem Jahr unter anderem eine Vortragsreihe zu kulturellen und technologischen Aspekten des Themas Licht.

Den Eröffnungsvortrag hält um 17 Uhr der Neurowissenschaftler und Buchautor Prof. Boris Kotchoubey, der sich mit den neurobiologischen und psychologischen Grundlagen der menschlichen Wahrnehmung und des freien Willens beschäftigt. Unter dem Titel "Der Fehler von Pontius Pilatus: Warum ‚Wahrnehmung‘ mit ‚wahr‘ beginnt" begibt sich Kotchoubey auf Erkundungstour im Dickicht von Wahrnehmung und Wahrheit und beleuchtet insbesondere die Frage, ob das Bild der Welt, das uns unsere Sinne liefern, eine reine Illusion ist.

Ein Vortrag des Hirnforschers Prof. Wolf Singer schafft anschließend den Übergang zur spannenden Frage, inwieweit unsere Entscheidungen tatsächlich frei sind oder bereits durch äußere Umstände bestimmt werden. Prof. Singer und Prof. Kotchoubey werden danach ihre Positionen im Rahmen einer moderierten Podiumsdebatte miteinander diskutieren.
Das ist der Auftakt zu über 70 weiteren unterhaltsamen Vorträgen, in denen Dozenten neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse vorstellen, alltägliche Phänomene erklären und spektakuläre Experimente zeigen. Wer schon immer mal ein echtes Labor von innen kennenlernen wollte, hat dazu bei der Night of Science ebenfalls Gelegenheit. Angeboten werden geführte Besichtigungen in kleinen Gruppen. Zu sehen ist beispielsweise der kälteste Ort Frankfurts: das Tieftemperaturlabor des physikalischen Instituts oder auch die Arbeit in einem Forensik-Labor.

Erstmals sind auch das Max-Planck-Institut für Biophysik sowie das Max-Planck-Institut für Hirnforschung auf dem Campus Riedberg mit Vorträgen und Führungen an der Night of Science beteiligt. Für Schülerinnen, Schüler und Studieninteressierte stellen Lehrende die Studiengänge verschiedener naturwissenschaftlicher Fachbereiche vor und stehen für Fragen zur Verfügung.

Abwechslungsreiches Rahmenprogramm
Im Rahmenprogramm gibt es für Kinder zahlreiche Mitmach- und Showexperimente sowie einen betreuten Spielplatz. Musikbegeisterte kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Insgesamt fünf verschiedene Live-Bands werden den Abend musikalisch gestalten. Die Bandbreite reicht dabei von Alternative Rock über Punk bis zu Indie-Pop. Zusätzlich ist ein „Science Slam“ geplant, also ein Kurzvortragsturnier, bei dem Wissenschaftler interessante Forschungsthemen humoristisch vor Publikum präsentieren. Auch die Roboter-Kicker aus Frankfurt, die Bembelbots, treten wieder zu einem Fußballmatch der Superlative an.

Die Night of Science, die seit 2006 jährlich stattfindet, wird ehrenamtlich von Studierenden aus neun naturwissenschaftlichen Fachbereichen organisiert. Damit wollen sie ihre Studienfächer einer breiten Öffentlichkeit näherbringen. Für ihr Engagement wurde ihnen 2012 der Hessische Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre verliehen. Finanziert wird die Veranstaltung durch den Verkauf von Speisen und Getränken sowie Sponsorengelder. Auch die Initiative „Hessen schafft Wissen“ unterstützt die Veranstaltung mit Technik und digitalen Inhalten.

Wann? Freitag, den 19.6.2015, ab 17.00 Uhr bis morgens 6.00 Uhr.
Wo? Campus Riedberg, Ruth-Moufang-Str. 2 und Max-von-Laue-Str. 1-9.

Informationen: Marco Rotter, Tel.: 015126818136, fragen@nightofscience.de.
Das Programm: www.nightofscience.de

Veranstaltungen

Jun 12 2015
16:44

Podiumsdiskussion des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 20. Juni im Frankfurter Kunstverein zum Auftakt der Paglen-Ausstellung „The Octopus“

Überwachung ist (k)eine Kunst

FRANKFURT. Der Frankfurter Kunstverein hat mit dem US-amerikanischen Künstler Trevor Paglen eine umfassende Werkschau entwickelt. Sie heißt „The Octopus“ und beschäftigt sich vom 20. Juni bis zum 30. August 2015 mit Themen wie Überwachung und politische Einflussnahme. Kooperationspartner ist der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität, der auch mit zentralen Beiträgen in dem umfangreichen Rahmenprogramm vertreten ist. Am Samstag, dem 20. Juni, veranstaltet der Exzellenzcluster um 20 Uhr im Kunstverein die Podiumsdiskussion „The Art of Surveillance“ („Die Kunst der Überwachung“). Der Eintritt hierzu ist frei.

Die vermeintliche „Notwendigkeit“ moderner Überwachungssysteme, die der Künstler Trevor Paglen in seinen Fotografien zeigt, wird mit der Verteidigung westlicher Werte begründet. Ein Grundpfeiler der Demokratie ist jedoch die Privatsphäre. Warum die schon heute schier grenzenlose Überwachung das Potenzial hat, den Rechtsstaat abzuschaffen, obwohl sie ihn doch schützen soll, ist ein zentrales Thema der Podiumsdiskussion. Teilnehmer sind Trevor Paglen und die Direktorin des Frankfurter Kunstvereins Franziska Nori. Vom Exzellenzcluster kommen Klaus Günther, dessen Co-Sprecher und Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht, sowie der Soziologe und Postdoktorand des Exzellenzclusters Valentin Rauer, der zum Zusammenhang von Sicherheitskultur und der Entwicklung ziviler Überwachungsdrohnen forscht. Die Moderation hat Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des Clusters.

„Terror kann eine Nation nicht in ihren Grundfesten gefährden. Aber mit den Überwachungssystemen der Geheimdienste lässt sich im Handumdrehen ein totalitärer Staat erschaffen“, sagt Trevor Paglen, der mit seinen Fotografien Anlagen, Apparaturen und Aktivitäten, die eigentlich geheim bleiben sollen, öffentlich sichtbar macht: Abhörstationen, Überwachungsdrohnen, Spionagesatelliten und verdeckte Operationen. Der US-Amerikaner, der als „Grenzgänger zwischen Kunst und Politik“ gilt, will mit seinen Bildern nach eigener Aussage eine „neue Art des Sehens“ schaffen, um Überwachungssysteme wahrzunehmen und darüber zu diskutieren, ob wir sie wirklich wollen.

Vielleicht gelingt es ja der Kunst, breiten Widerstand gegen die Überwachung zu mobilisieren. Denn bis auf vereinzelte Aktionen im unmittelbaren Anschluss an den „NSA-Skandal“ blieben groß angelegte Proteste aus, und auch von einer Veränderung der Verhaltensweisen kann nicht die Rede sein: Facebook, Google & Co. werden, wie es scheint, so viel und so sorglos wie zuvor verwendet. Die Überwachung sei überall, man müsse nur den Blick trainieren, dann sehe man beispielsweise auch Drohnen, sagt Paglen, der auch diese ferngesteuerten Flugobjekte fotografiert hat. Drohen werden – was mittlerweile bekannt ist – als Waffen zu militärischen Zwecken eingesetzt. Sie finden aber auch bei der „zivilen“ Überwachung in immer größerem Maße Verwendung, was vielleicht nicht so bekannt ist.

Der Einsatz von Drohnen und Satelliten, das „Abfischen“ von E-Mails und anderem Datenverkehr verstößt, so betonen Kritiker, in vielen Fällen gegen das „Recht auf informationelle Selbstbestimmung“, also das Recht, selbst zu befinden, was mit den eigenen Daten geschieht. Im so genannten Volkszählungsurteil des Bundesverfassungsgerichts heißt es: „Mit dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung wären eine Gesellschaftsordnung und eine diese ermöglichende Rechtsordnung nicht vereinbar, in der Bürger nicht mehr wissen können, wer was wann und bei welcher Gelegenheit über sie weiß.“

Die Ausstellung „Trevor Paglen: The Octopus“ ist ein Projekt des Frankfurter Kunstvereins. Sie findet im Rahmen der „RAY 2015 Fotografieprojekte Frankfurt Rhein/Main“ statt und ist zudem eine Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Die Ausstellung und das Rahmenprogramm finden im Frankfurter Kunstverein statt: Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt am Main.

Vorschau:
Am 22. Juli gibt es, ebenfalls im Rahmen des Kooperationsprojekts mit dem Frankfurter Kunstverein und am gleichen Ort, einen Vortrag von Rainer Forst, Co-Sprecher des Exzellenzclusters und Professor für Politische Theorie und Philosophie. Der Titel lautet: „Die (Un)Sichtbarkeit der Macht“. Trevor Paglens Bilder machen geheime Orte der Macht sichtbar. Doch entgegen der Auffassung, dass damit auch die Ausübung von Macht sichtbar würde, müssen wir, so Forst, nach deren verborgener Wirkungsweise fragen.

Ein Hinweis an die Redaktionen – Pressevorbesichtigung am 18.6.2015:
Der Frankfurter Kunstverein veranstaltet am Donnerstag, dem 18. Juni, um 11 Uhr eine Pressevorbesichtigung der Ausstellung, zu der Sie auch im Namen des Exzellenzclusters herzlich eingeladen sind. Es sprechen: Franziska Nori (Direktorin Frankfurter Kunstverein), Trevor Paglen (Künstler), Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin Exzellenzcluster „Die Herausbildung Normativer Ordnungen“) und Luminita Sabau (Sprecherin RAY Fotografieprojekte). Um Anmeldung wird gebeten unter: presse@fkv.de

Ein Bild zum Downloaden gibt es hier: uni-frankfurt.de/56039889

Information:
Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net, www.normativeorders.net/de/
Julia Wittwer, Leitung PR Frankfurter Kunstverein, Tel.: 069/219314-30, presse@fkv.de, www.fkv.de/;