Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Veranstaltungen

Jul 17 2015
13:01

Schüler können unter professioneller Anleitung kreatives Schreiben trainieren

Sommer-Schreib-Camp auf dem Campus Westend

FRANKFURT. Vom 4. bis 6. August werden die Preisträgerinnen und Preisträger des diesjährigen Schülerschreibwettbewerbs der Written Art Foundation zum erstmals stattfindenden „Sommer-Schreib-Camp“ an der Goethe Universität Frankfurt erwartet. Am Wettbewerb teilgenommen hatten über 1.000 14-16jährige Schülerinnen und Schüler aus mehr als 22 Wiesbadener Schulen, darunter nicht nur Gymnasien, sondern auch Haupt- und Realschulen sowie integrierte Gesamtschulen. Die Aufgabe des Wettbewerbs bestand dieses Jahr darin, eine spannende Kriminalgeschichte zu schreiben – und die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Am Campus Westend können die rund 25 prämierten Schreiber unter professioneller Anleitung ihr Talent weiter ausbauen, neue Schreibstrategien kennen lernen, sich untereinander austauschen und kreatives Schreiben trainieren. Die Leiterin des Schreibzentrums der Frankfurter Goethe-Universität, Dr. Stephanie Dreyfürst, ein halbes Dutzend ausgebildete studentische Schreibtutoren, die Kinderbuchautorin Nadia Doukali, der Wiesbadener Krimiautor Alexander Pfeiffer und der bekannte Schriftkünstler Prof. Werner Schneider stehen den Schülern während des Schreib-Camps zur Seite.

Auf dem Programm stehen neben ausgedehnten Schreibspaziergängen über den idyllischen Campus auch ein Besuch im Polizeimuseum und verschiedene Workshops rund um das Thema „Wie entsteht eine spannende Geschichte?“. In den drei Tagen werden die Schüler das Schreiben mit der Hand intensiv erleben können als Möglichkeit, Ideen schnell zu entwickeln und mit anderen zu diskutieren.

Zum Hintergrund: Das Schreiben mit der Hand wird mit der zunehmenden Digitalisierung aus dem Alltag junger Menschen verbannt. Auch schulpolitische Tendenzen gehen in die Richtung, die Handschrift zugunsten der Nutzung von Tablets im Unterricht aufzugeben. Den Schülern wird so jedoch eine wichtige Kulturtechnik vorenthalten und darüber hinaus wird ihnen die soziale Integration und der berufliche Erfolg erschwert: Ausbildende in Lehrbetrieben, aber auch Dozenten in Universitäten bemängeln, dass Jugendliche kaum noch längere Zeit am Stück Schreiben können und aufgrund fehlender Gelegenheit im wörtlichen Sinn keine ‚eigene Handschrift‘ mehr entwickeln.

Weltweit zeigen wissenschaftliche Studien, dass Inhalte, die mit der Hand geschrieben werden, besser gelernt und behalten werden. Dies bestätigen auch die Schüler in einer Umfrage der Written Art Foundation. Schreiben ist immer auch ein Ausdruck der individuellen Persönlichkeit, es fordert auf, sich zu konzentrieren selbstständig zu denken: „Write & Create“ statt „Copy & Paste“. 

Kontakt: Dr. Stephanie Dreyfürst, Leitung  schreibZENTRUM, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Tel. (069) 798-32845, Dreyfuerst@lingua.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jul 17 2015
10:38

Vortrag am 22. Juli im Rahmen der Trevor Paglen-Ausstellung des Frankfurter Kunstvereins in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

Rainer Forst über die (Un)Sichtbarkeit der Macht

FRANKFURT. Noch bis Ende August zeigt der Frankfurter Kunstverein die schon jetzt viel beachtete Werkschau des US-amerikanischen Künstlers Trevor Paglen. Sie heißt „The Octopus“ und beschäftigt sich mit Themen wie Überwachung und politische Einflussnahme. Kooperationspartner ist der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität, der auch mit zentralen Beiträgen in dem umfangreichen Rahmenprogramm vertreten ist. Am Mittwoch, dem 22. Juli, steht um 19 Uhr der Vortrag von Rainer Forst, Co-Sprecher des Exzellenzclusters, auf dem Programm. Der Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität widmet sich dem Thema „Die (Un)Sichtbarkeit der Macht“. Der Eintritt hierzu ist frei.

Trevor Paglen fotografiert geheime Standorte der NSA und CIA, verborgene Militärbasen und Transportwege zu Geheimgefängnissen oder versteckte Abhörstationen und Flugbahnen geheimer Überwachungssatelliten und Drohnen. Am aktuellen Dokumentarfilm „Citizenfour“ der Regisseurin Laura Poitras über die Snowden-Affäre, der mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, war Paglen als Rechercheur und Kameramann beteiligt. In seinen konzeptuell miteinander verbundenen Fotografien, Videos, Büchern und überwachungskritischen Aktionen will Paglen Techniken und Strukturen von Politik und Macht sichtbar werden lassen. Der US-Amerikaner strebt mit seinen Bildern nach eigener Aussage eine „neue Art des Sehens“ an, um Überwachungssysteme wahrzunehmen und darüber zu diskutieren, ob wir sie wirklich wollen.

„Trevor Paglens Bilder machen geheime Orte der Macht sichtbar. Doch entgegen der Auffassung, dass damit auch die Ausübung von Macht sichtbar würde, müssen wir nach deren verborgener Wirkungsweise fragen“, betont Rainer Forst. Denn der wahre Stoff der Macht – so wird der politische Philosoph auch in seinem Vortrag erläutern – seien nicht materielle Ressourcen, wie häufig angenommen werde, sondern etwas Immaterielles: „Die Rechtfertigungen und Überzeugungen, die uns dazu bringen, Dinge zu denken und zu tun, die wir anders – ohne die Einwirkung anderer – nicht getan hätten.“ Wer über den Raum sozialer Rechtfertigungen bestimme und ihn nutzen könne, sei im Besitz der Macht. Deshalb sei der Kampf um Definitionen, Interpretationen und auch Bilder der eigentliche Kampf um Macht.

Rainer Forst wurde im Jahr 2012 mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG ausgezeichnet und 2014 in die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Theorien der Gerechtigkeit, Toleranz und Demokratie. Zu seinen Publikationen gehören „Kontexte der Gerechtigkeit“, „Toleranz im Konflikt“, „Das Recht auf Rechtfertigung“, "Kritik der Rechtfertigungsverhältnisse" sowie „Normativität und Macht“ (im Erscheinen); alle Suhrkamp.

Die Ausstellung „Trevor Paglen: The Octopus“ ist ein Projekt des Frankfurter Kunstvereins. Sie findet im Rahmen der „RAY 2015 Fotografieprojekte Frankfurt Rhein/Main“ statt und ist zudem eine Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Die Ausstellung und das Rahmenprogramm finden im Frankfurter Kunstverein statt: Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt am Main.

Information: Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net, www.normativeorders.net/de/

Julia Wittwer, Leitung PR Frankfurter Kunstverein, Tel.: 069/219314-30, presse@fkv.de, www.fkv.de;

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Jul 17 2015
10:35

Big Data sollen künftig auch dem Allgemeinwohl dienen

Ein Netzwerk des Guten schaffen

FRANKFURT. „Big Data haben das Potenzial, Regierung, Wirtschaft und die Strukturen der Gesellschaft zu verändern“. Davon ist Roberto Zicari, Professor für Informatik, überzeugt. Bisher steht die wirtschaftliche Verwertung von Big Data durch Unternehmen im Vordergrund. Das löst bei vielen Bürgern Ängste aus. Doch die immense Datenflut lässt sich auch zum Nutzen der Gesellschaft auswerten. Diesen Ansatz unterstützt Zicari mit seinem Big Data Lab an der Goethe-Universität. Der Gewinner eines von ihm lancierten Ideenwettbewerbs wird sein Projekt am 29. September auf der TED-X-Konferenz auf dem Accenture Campus Kronberg vorstellen.

TED war ursprünglich eine Innovationskonferenz zu den Themen „Technology, Entertainment, Design“ unter dem Schlagwort „Ideas Worth Spreading“ – also Ideen, die es wert sind, verbreitet zu werden. Das Spektrum ist inzwischen auf andere Bereiche ausgeweitet worden. Auf Zicaris Anregung wurde auch die Rubrik „Common Good“ aufgenommen.Fünf Big-Data-Projekte aus insgesamt zehn vorgeschlagenen gewannen Ende Mai den TEDx RheinMain Datanauts Contest. Sie werden bis Anfang September von Accenture-Mentoren bei der Weiterentwicklung unterstützt. Dann wird der endgültige Gewinner gewählt.

»Global news – local impact« ist eines dieser Projekte. Es basiert auf einer Nachrichten-Weltkarte, die die Korrelation zwischen öffentlichem Diskurs und Medienberichterstattung sichtbar macht. Welche Länder sind relevant für die globale Meinungsbildung? Wo hat die öffentliche Stimme mehr Einfluss als die Medien? Dies sind Fragen, die Projektentwickler Yves Schleich auf einer Datengrundlage von Hashtags beantworten möchte. Hashtags sind mit einer Raute verschlagwortete Begriffe.

Tobias Pfaff überzeugte die Jury mit seinem Projekt »reuse data für social projects«. Pfaff ist der Gründer von DataLook, einer Webplattform, die aktuelle, datenbetriebene Projekte für das Allgemeinwohl zur Wiederverwendung zur Verfügung stellt. Die Zielgruppe sind Nonprofit-Organisationen, denen die Ressourcen fehlen, selbst IT-Lösungen für ihre Arbeit zu entwickeln.

Das dritte Gewinner-Projekt »natural catastrophes prediction system« von Abiturient Pascal Weinberger informiert über bevorstehende Naturkatastrophen. Eine bereits vorhandene intelligente Datenanalyse, die Muster lernt, Zeitsequenzen in Datenströmen erkennt und Anomalien markiert, möchte Weinberger für das Projekt nutzen. Diese Informationen können Klimaexperten helfen, sich bei ihren Analysen auf besonders gefährdete Regionen zu konzentrieren.

Die Idee zum vierten Gewinnerprojekt »settlement spotter« hatte Harry Underwood, als er selbst auf der Suche nach dem perfekten Eigenheim war. Ein Onlinetool mit den wichtigsten Daten zu Umgebung, Geografie, Demografie und bürgerschaftlichem Engagement soll dem Nutzer ermöglichen, den geeigneten Ort für sein Eigenheim zu finden.

Das letzte Gewinner-Projekt »needex – emergency plattform« von Elena Swrschek und Michael Kruppa befasst sich mit der Organisation von Katastrophenhilfe. Ein halbautomatischer Algorithmus, der fähig ist, die Erfordernisse der Notfallregion zu berechnen und eine Lösung zu identifizieren, dient als Grundlage für die Onlineplattform. Diese nutzt stets aktualisierte Standortdaten, demographische sowie wirtschaftliche Daten, kombiniert mit Echtzeitinformationen von jeder partizipierenden Organisation.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ kann kostenlos bestellt werden: ott@pvw.uni-frankfurt.de.

Informationen: Prof. Roberto Zicari, Institut für Informatik, Lehrstuhl für Datenbanken und Informationssysteme, Campus Bockenheim, Tel.: (069) 798-28212, zicari@dbis.cs.uni-frankfurt.de

www.bigdata.uni-frankfurt.de/

http://datanauts.tedxrheinmain.de/contest-submissions/

www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de.

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Jul 16 2015
12:54

54 Studierende aus 20 Ländern sind für einen Monat zu Gast an der Goethe-Universität

2. Frankfurt Summer School

FRANKFURT. Vom 20. Juli bis zum 14. August 2015 findet an der Goethe-Universität die 2. Frankfurt Summer School statt. Sie wird im Rahmen des auf 4 Jahre angelegten DAAD-Programms „Strategische Partnerschaften“ organisiert.

Die englischsprachige Summer School verfügt über parallele Kurse in zwei Sparten, Jura und Psychologie. Dieses Seminarprogramm wird durch ein gemeinsames Rahmenprogramm mit Deutschkursen und Exkursionen (u.a. nach Straßburg, Heidelberg und Berlin) ergänzt. Dieses Jahr werden 54 Studierende aus 20 Ländern am Programm teilnehmen.

Öffentliche Programmpunkte der 2. Frankfurt Summer School:

Montag, 20.7.2015, 10.00 Uhr
Eröffnungsfeier im Casino, Renate-von-Metzler-Saal, Campus Westend.

Prof. Brigitte Haar, Vizepräsidentin der Goethe-Universität für Internationales, wird das Grußwort halten; die Dekane der beteiligten Fachbereiche werden das Seminarprogramm vorstellen.

Dienstag, 21.7.2015, 18.00 Uhr
Empfang der Teilnehmer der 2. Frankfurt Summer School im Frankfurter Römer.

Freitag, 14.8.2015, 18.00-21.00 Uhr
Abschlussfeier im Gästehaus der Goethe-Universität, Ditmarstrasse 4. Bei dieser Veranstaltung werden die Zertifikate an die Studierenden übergeben.

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, an den öffentlichen Programmpunkten teilzunehmen. Nach Absprache mit der Projektmanagerin sind auch Besuche der Seminare möglich.

Kontakt: Anne Le Duigou Bernig, Projektmanagerin Frankfurt Summer School,  International Office, Goethe-Universität Frankfurt, Tel. (069) 798 17247

leduigou@em.uni-frankfurt.de; http://summerschool.uni-frankfurt.de/

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Jul 16 2015
12:51

Symposium: „Edward Snowden, der Sicherheitsstaat und das Theater“. 17./18. Juli, Goethe-Uni/Mousonturm

Dramaturgien der Überwachung

FRANKFURT. Die lange Geschichte der sicherheits- und machtpolitisch motivierten Überwachung hat sich stets auch in Theater und Drama niedergeschlagen hat (von Shakespeares „Hamlet“ zu Schillers „Don Karlos“ zu Brechts „Leben des Galileo“). Man könnte umgekehrt allerdings auch formulieren, dass traditionelle Formen der Überwachung insofern selbst als theatral gelten können, als sie Zuschauerschaft implizieren und die überwachten Subjekte, häufig ohne deren Wissen, als Performer behandeln. Das öffentliche Symposium „Dramaturgien der Überwachung – Edward Snowdon, der Sicherheitsstaat und das Theater“ findet am 17. u. 18. Juli an der Goethe-Universität (Campus Westend, Raum 1.411) und im Künstlerhaus Mousonturm statt.

Zu den Referenten der Veranstaltung zählt auch Gerhart Baum, Bundesminister des Innern a. D. Er spricht am Samstag um 13.00 Uhr im Mousonturm über „Weltüberwachungsstaat und Überwachungskapitalismus — Wie bewahren wir die Menschenwürde gegenüber den Gefahren des Internets?“ (Tickets für Veranstaltungen im Mousonturm: 12 Euro, Studierende haben freien Eintritt.)

Zum Programm: www.uni-frankfurt.de/55400748/symposium 

Zum Hintergrund: Was neu ist an den von Edward Snowden aufgedeckten Praktiken der amerikanischen National Security Agency (NSA) ist nicht der zugrundeliegende Impuls zur totalen Überwachung jeglicher Kommunikation, sondern die historisch erstmalige technische Umsetzbarkeit dieses Impulses, zumindest im Hinblick auf globale digitale Kommunikation. Zu fragen wäre nicht nur, welche Folgen das von der NSA repräsentierte gegenwärtige Überwachungsdispositiv langfristig für den öffentlichen Raum, die politische Gewaltenteilung, und internationale Beziehungen einerseits, sowie für die Privatsphäre, die Ausübung freier Meinungsäußerung, und die Verfasstheit des Subjekts selbst andererseits haben wird, sondern auch, wie Theater und Performance diese Entwicklungen nicht nur in den Blick bekommen, sondern sich ihnen gegenüber auch kritisch positionieren können. Dies ist angesichts der Pariser Anschläge vom 7. Januar dieses Jahres noch von zusätzlicher Dringlichkeit.

Das Symposium wird von der Professur für Theaterwissenschaft in Kooperation mit der Hessischen Theaterakademie, dem Künstlerhaus Mousonturm, und dem Staatstheater Karlsruhe veranstaltet. Gefördert wird die Veranstaltung vom DAAD aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie durch das International Office der Goethe-Universität, die Hessische Theaterakademie und das Staatstheater Karlsruhe.

Leitung: Prof. Dr. Markus Wessendorf, Friedrich-Hölderlin-Gastprofessor für Allgemeine und Vergleichende Dramaturgie (Sommersemester 2015), Goethe-Universität. Wessendorf@em.uni-frankfurt.de