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Vortrag des ehemaligen österreichischen Bundeskanzlers Dr. Wolfgang Schüssel am Forschungskolleg Humanwissenschaften
FRANKFURT.Flüchtlinge, Terrorismus, GREXIT, BREXIT und Rentenreformen ‒Europa steht vor Problemen, die zu meistern die Europäische Union, ihre Bürger, Politiker und Wirtschaftsexperten zu überfordern scheinen. Der langjährige ehemalige Bundeskanzler und Außenminister Österreichs Dr. Wolfgang Schüssel wird im Rahmen eines öffentlichen Vortrags am Forschungskolleg Humanwissenschaften dazu Stellung beziehen und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen: Wie können die Flüchtlingsströme sinnvoll reguliert werden, ohne das Recht auf Asyl für politisch Verfolgte zu beeinträchtigen? Reichen polizeiliche Maßnahmen aus, um den Terrorismus zu bekämpfen oder bedarf es weiterer, gesellschaftspolitischer Ansätze? Wie können wir angesichts der demographischen Dynamik verhindern, der nächsten Generation mehr Schulden zu hinterlassen?
„Wie viele Probleme kann Europa gleichzeitig meistern?“
Vortrag im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität. Donnerstag, 10.12.2015, 18.30 Uhr, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg.
Die anschließende Diskussion wird vom Vizepräsidenten der Goethe-Universität, Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, moderiert. Der österreichische Handelsdelegierte Michael Love lädt danach zu einem Umtrunk im Kolleggebäude ein.
Dr. Wolfgang Schüssel, geboren 1945, war von 2000 bis 2007 österreichischer Bundeskanzler und in dieser Funktion im ersten Halbjahr 2006 EU-Ratsvorsitzender. In den Jahren 1989 bis 2000 war er als Wirtschafts- und Außenminister maßgeblich am Beitritt Österreichs zur Europäischen Union beteiligt. In seine Zeit als Bundeskanzler fallen unter anderem die Einführung des Euro, die Pensionssicherungsreform, die Rückführung der Staatsschulden, die Privatisierung verstaatlichter Industrie sowie die Restitutionszahlungen an die Opfer des Nationalsozialismus. Von 1979 bis 2011 war Wolfgang Schüssel Abgeordneter im Nationalrat. Heute widmet er sich als Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten Nationen (ÖGAVN) den österreichischen Außenbeziehungen, insbesondere der Europäischen Finanz- und Wirtschaftspolitik. Er ist Mitglied des Kuratoriums der Bertelsmann-Stiftung sowie des Aufsichtsrats des deutschen Energiekonzerns RWE AG. Er ist Präsident von United Europe e.V. und Vorsitzender des Kuratoriums der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Der Vortrag gehört zu der Reihe EuropaDialoge/Dialogues d’Europe, die vom Forschungskolleg Humanwissenschaften und dem an der Goethe-Universität angesiedelten Deutsch-Französischen Institut der Geschichts- und Sozialwissenschaften – Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales gemeinsam veranstaltet und von Professor Matthias Lutz-Bachmann und Professor Pierre Monnet wissenschaftlich geleitet wird. Ziel der Vortragsreihe ist es, Experten aus Wissenschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft zu Europa-Themen zu Wort kommen zu lassen und die jeweiligen Positionen öffentlich zu diskutieren.
Um Anmeldung wird gebeten per Fax (06172-13977-39) oder per E-Mail an info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de
Weitere Informationen unter www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de
Veranstaltungen
FRANKFURT.Was geschieht, wenn sich die Filmkunst in den Dienst der Industrie stellt? Wie wird die Ästhetik der bewegten Bilder von Industrieunternehmen genutzt? Darum geht es bei einer internationalen Konferenz mit dem Titel „Films that work“ von 15. bis 18. Dezember, die das Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität im Deutschen Filmmuseum und im Museum Angewandte Kunst ausrichtet.
Können Maschinen schön sein? Klar, können sie das: Vom Futurismus bis zum russischen Konstruktivismus hat die Avantgarde des 20. Jahrhunderts die Schönheit von Industrie und Technologie immer wieder als eines ihrer Schlüsselmotive inszeniert. Aber die Kunst kann auch selbst ein nützlicher Teil der Industrie-Maschine sein: Vor allem der Film spielt in der Industrie, aber auch in der Industriepolitik eine wesentliche Rolle. Am Beispiel herausgehobener Arbeiten aus Europa, den USA und Asien wird die Konferenz sich mit diesem Phänomen beschäftigen – davon ausgehend, dass wirtschaftliche Entwicklung Industrieorganisationen voraussetzt und dass Industrieorganisationen Kommunikation brauchen und Kommunikation Medien braucht. Wegen seiner emotionalen Wirkung nimmt der Film eine Sonderstellung im Instrumentarium der Firmenkommunikation ein. Die Tagung bringt Spezialisten aus Europa, den USA und Asien zusammen und verbindet Ansätze aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, um einen Beitrag zu einem vertieften Verständnis der Verwendungen von Kunst in industriellen Organisationen und der Medienkultur industrialisierter und postindustrieller Gesellschaften zu leisten.
Die Konferenz ist offen für alle, gezeigt werden auch seltene Filme aus Archiven aus der ganzen Welt.
Ein Bild zum Download finden Sie unter: http://www.muk.uni-frankfurt.de/59218920?
Bildunterschrift: Szene aus dem Film „La via del petrolio“ (Italien 1967, Bernardo Bertolucci), der am Mittwochabend während der Tagung im Filmmuseum zu sehen ist. (c) ENI, 1967
Informationen: Prof. Dr. Vinzenz Hediger, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-32079, E-Mail: hediger@tfm.uni-frankfurt.de
Programm und Anmeldung: http://www.films-that-work.de/
Veranstaltungen
Seit 2011 8 Mio. Euro zusätzliche Förderung für Studierende der Goethe-Universität
FRANKFURT. Die Goethe-Universität kann im laufenden Wintersemester 520 neue Deutschlandstipendien vergeben und knüpft damit an das hohe Förder-Niveau der Vorjahre an. 340 Förderer spendeten in diesem Jahr insgesamt 937.000 Euro. Dank der besonderen Konstruktion des Deutschlandstipendiums verdoppelt sich dieser Betrag aus Bundesmitteln, so dass für Studierende der Goethe-Universität insgesamt 1,874 Mio. Euro zusätzlich im akademischen Jahr 2015/16 zur Verfügung stehen. Seit Einführung des Deutschlandstipendiums Ende 2011 wurden die Studierenden der Goethe-Universität auf diese Weise mit Stipendien im Gesamtvolumen von rund 8 Mio. Euro unterstützt, 4 Mio. davon aus privaten Quellen.
Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff: „Schön, dass wieder so viele Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen aus Stadt und Region unseren Aufruf Chancen schenken unterstützen. Frankfurt zeigt: Das Deutschlandstipendium ist ein Erfolgsmodell – wenn es genug Unterstützung findet. Dafür sind wir sehr dankbar.“
Bei der Vergabefeier am Mittwochabend auf dem Campus Westend erhielten die 520 frischgebackenen, beziehungsweise verlängerten Deutschlandstipendiaten ihre Förderurkunden von Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff , weiteren Mitgliedern des Präsidiums, Staatssekretär Ingmar Jung sowie hochrangigen Förderpersönlichkeiten. Noch auf den „letzten Metern“ der Förderkampagne, die zunächst 511 Stipendien umfasste, hat der langjährige Mäzen der Goethe-Universität, Claus Wisser, die Zahl auf 520 Stipendien aufgerundet.
Hier einige Hintergründe und Fakten zum neuen Förderjahrgang:
Das Deutschlandstipendium funktioniert wie ein Scharnier zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Bürgern. Unter den fördernden Privatpersonen sind viele Ehemalige, die sogenannten Alumni, die mit Beträgen zwischen 50 Euro und mehreren tausend Euro ihre Verbundenheit mit ihrer Alma Mater und der jungen Generation sichtbar machen. Auch viele Hörer der Universität des 3. Lebensalters, der sogenannten U3L, beteiligen sich an der Förderung ihrer jungen Kommilitoninnen und Kommilitonen. Rotary-Clubs, Zonta-Clubs, Stiftungen und Alumni-Vereine ebenso wie etliche Stiftungen sind verlässliche und begeisterte Förderer der Studierenden. Für viele Unternehmen ist das Stipendienprogramm ein hervorragendes Instrument, um mit qualifizierten Nachwuchskräften in Kontakt zu kommen. Gerade Mittelständler wissen längst, dass sie bei der Nachwuchsrekrutierung selbst aktiv werden müssen. Über das Deutschlandstipendium können sie besonders begabte und engagierte Studierende schon früh an sich binden. Große Unternehmen spenden häufig ohne konkrete Fächerbindung, im besten Sinne als corporate citizens.
Über die finanzielle Förderung hinaus können Stipendiatinnen und Stipendiaten an einem ideellen Förderprogramm teilnehmen, für dessen Konzept die Goethe-Universität 2013 in einem bundesweiten Wettbewerb ausgezeichnet wurde. Zuletzt engagierten sich 192 Studierende in 11 Stipendiatengruppen, die sich u.a. mit Projekten zur Unterstützung von Flüchtlingen, der Durchführung einer Jobmesse für Geistes‐ und Sozialwissenschaften sowie eines Diktatwettbewerbs an der Goethe‐Universität beschäftigten.
Mit dieser einzigartigen Mischung von Zuwendungen aus allen gesellschaftlichen Bereichen ist es der Goethe-Universität möglich, Studierende aller Fachbereiche zu fördern. Die vom Bund vorgegebene maximale Quote der Fächerbindung von zwei Drittel der Stipendien ist in Frankfurt kein Problem: Mehr als 50 % der Stipendien sind nicht fachgebunden.
Download Foto: hier.
Informationen im Internet: www.deutschland-stipendium.uni-frankfurt.de
Sonstige
Neue Ausgabe des UniReport unter anderem über das zerstörte Grabungshaus der Vorderasiatischen Archäologie
FRANKFURT. 15 Jahre lang wurde das Grabungshaus in Tell-Chuera von Forschern und Studierenden der Goethe-Uni im Rahmen eines Projektes zur frühen Urbanisation in Mesopotamien genutzt. 2015 wurde das Gebäude im Nordosten Syriens, nur wenige Kilometer von der Grenze zur Türkei gelegen, zum großen Teil zerstört. Prof. Jan-Waalke Meyer und sein Kollege Prof. Dirk Wicke von der Abteilung Vorderasiatische Archäologie äußern sich besorgt über die Zerstörungen und Plünderungen in Syrien und im Irak, die vor allem vom Islamischen Staat (IS) ausgehen. Beide sehen die Arbeit von Generationen von Archäologen ausgelöscht, wenn der IS mit Bulldozern über altorientalische Städte wie Nimrud hinwegrollt.
Der vom IS ausgehende Terrorismus, der erst kürzlich die Stadt Paris mit einer Welle von Anschlägen überzog und Brüssel für mehrere Tage in den Ausnahmezustand versetzte, steht auch im Fokus eines Gesprächs mit Prof. Susanne Schröter, Islamismus-Expertin und Leiterin des Forschungszentrums Globaler Islam. Schröter spricht über das Entstehen einer islamistischen Jugendbewegung, die sich schnell verbreitet und eine hohe Gewaltbereitschaft zeigt. Die Forscherin warnt zugleich aber auch vor der Zunahme einer fremden- und islamfeindlichen Stimmung in Deutschland und verweist auf fast 500 Anschläge auf Asylbewerberunterkünfte allein in diesem Jahr.
Die weiteren Themen in der Dezember-Ausgabe des UniReport:
Der UniReport 6/2015 steht zum kostenlosen Download bereit unter: www.unireport.info/59165090/Unireport_6-15.pdf
Sonstige
Tagung „Die Bedeutung der Fachlichkeit im Unterricht und in der Lehrerausbildung in den MINT-Fächern“
FRANKFURT. Seit dem „PISA-Schock“ im Jahr 2000 und den Bologna-Reformen hat sich an deutschen Schulen und Hochschulen vieles geändert. Die Neuerungen hatten zum Ziel, die Qualität des deutschen Bildungssystems zu sichern und seine Internationalisierung voranzutreiben. Eine Tagung der Fachdidaktik an der Goethe-Universität richtet am 19. Dezember einen kritischen Blick auf die Reformen und sucht nach Alternativen zu etwaigen Fehlentwicklungen.
Bildungsstandards, Kompetenz- und Outputorientierung – das sind die bevorzugten Schlagworte der Bildungsreformen der vergangenen 15 Jahre. Die Verantwortlichen behaupten, die durchaus erreichte Bildungsexpansion sei auch mit einer Steigerung der Qualität einhergegangen. Doch die kritischen Stimmen werden immer lauter, die eine Nivellierung der Ansprüche auf breiter Front beklagen. Die Kritik richtet sich gegen die offenkundige Entsachlichung und Entfachlichung der Unterrichtsfächer und der Lehrerausbildung und gegen die zunehmende Umstellung des Fachunterrichts auf fachunabhängige Schlüsselkompetenzen. Ein wachsender Anteil der Abiturienten bringe vor allem insbesondere für ein Studium der so genannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) ungenügende fachliche Voraussetzungen mit, mahnen die Hochschulen. Die Folgen lägen auf der Hand: Die Abbrecher- und Durchfallquoten steigen.
Die hochkarätig besetzte Tagung aus Hochschullehrern der Fachwissenschaften und der Fachdidaktiken soll die Gründe dieser Entwicklung und mögliche Alternativen aufzeigen. Die Öffentlichkeit ist dazu herzlich eingeladen. Eine vorherige Anmeldung ist zur besseren Planung erwünscht. Kurzentschlossene sind jedoch ebenfalls willkommen.
„Die Bedeutung der Fachlichkeit im Unterricht und der Lehrerausbildung in den MINT-Fächern“, Tagung an der Goethe-Universität Frankfurt, Samstag, 19. Dezember, 9.30 bis 17.15 Uhr, Festsaal im Casino-Gebäude am Campus Westend, Theodor W.-Adorno-Platz 4, 60323 Frankfurt am Main
Programm und Anmeldung unter: http://www.didaktik-biowissenschaften.de/
Informationen: Prof. Hans Peter Klein, Didaktik der Biowissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42270, h.p.klein@bio.uni-frankfurt.de.