Veranstaltungen
Öffentliche Reihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität startet am 11. April 2012
FRANKFURT. „Was Recht ist, muss Recht bleiben“, sagt das Sprichwort. Denn fast jede normative Ordnung reklamiert für sich, sowohl gut begründet als auch überall und immer gültig zu sein. Jede ethnologisch oder historisch inspirierte Betrachtung der Welt geht dagegen von der Prämisse aus, dass ‚Kulturen‘ und ‚Epochen‘ jeweils eigene normative Ordnungen entwickeln, die sich schneller oder langsamer wandeln. Dieses Spannungsverhältnis steht im Mittelpunkt der Ringvorlesung „Normativität und Geschichtlichkeit: Frankfurter Perspektiven II“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität. Die Reihe umfasst im Sommersemester zwölf Termine auf dem Campus Westend und beginnt am 11. April. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen.
Die aktuelle Ringvorlesung setzt die Veranstaltungsreihe zu Frankfurter Perspektiven auf Normativität fort, die im vergangenen Wintersemester mit einem philosophisch-politikwissenschaftlichen Blick auf Normativität begonnen hat. Thematisch reichen die Frankfurter historischen und ethnologischen Perspektiven vom alten Ägypten bis zur Gegenwart; geographisch umfassen sie den Blick auf Europa ebenso wie den auf Beziehungen zwischen Europa und einer als ‚außereuropäisch’ gedachten Welt oder auf postkoloniale Konstellationen. Die wissenschaftliche Leitung der Ringvorlesung, in der Angehörige des Exzellenzclusters fokussierte Einblicke in ihre Forschungsarbeit geben, hat der Historiker Prof. Andreas Fahrmeir.
Jede Beschreibung des Wandels normativer Ordnungen basiert auf einer Mischung aus einerseits Beobachtungen, die auf unterschiedlich dichten Überlieferungen gegründet sind, und andererseits Konstruktionen und Annahmen darüber, was die jeweilige Ordnung im Kern ausmacht. Die Ringvorlesung behandelt diese Problematik an zwei Arten von Beispielen: erstens Momenten des Wandels normativer Ordnungen und zweitens Konstellationen, in denen normative Ordnungen direkt miteinander in Kontakt treten und gegebenenfalls in Konflikt geraten. Neben der empirischen Beschreibung reflektiert die Reihe das Problem einer ethnologischen oder historischen Beschreibung normativer Ordnungen selbst. Sie setzt somit mit anderem Akzent die Vorstellung der Ergebnisse der ersten Förderphase des Clusters fort, die im vergangenen Semester mit dem eher philosophisch-politikwissenschaftlichen Blick auf Normativität begonnen wurde.
Alle Vorträge finden mittwochs auf dem Campus Westend statt – und dort jeweils von 16 bis 18 Uhr im Casino (Raum 1.811). Ausnahme(!): der Vortrag von Prof. Luise Schorn-Schütte am 30. Mai von 18 bis 20 Uhr im Hörsaalzentrum, HZ 15.
Die Termine im Überblick:
Programm: www.normativeorders.net/ringvorlesung
Informationen: Peter Siller, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel: (069) 798-25290, peter.siller@normativeorders.net
Veranstaltungen
Informationstag für Interessierte und Betroffene an der Goethe-Universität
FRANKFURT. Ist Vergesslichkeit schon Alzheimer? Was sind die ersten Anzeichen? Kann man die Krankheit überhaupt behandeln? Wie kann man vorbeugen? Die Unsicherheit im Umgang mit dem Thema Alzheimer ist ebenso groß wie der Informationsbedarf. Denn in Deutschland sind nach neuesten Schätzungen bis zu 1,2 Millionen Menschen von der Krankheit betroffen. Zu einem Informationstag für Interessierte und Betroffene lädt die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) gemeinsam mit der Goethe-Universität ein
am: Samstag, dem 21. April 2012, 13:00 bis 16:00 Uhr
im: Biozentrum Campus Riedberg, Hörsaal B1, Max-von-Laue-Straße 9, 60438 Frankfurt
Thema: „Unterm Mikroskop… Alzheimer-Forscher informieren“
Programm
Alle Referenten stehen im Anschluss für Fragen zur Verfügung. Der Eintritt ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten unter 0211-86 20 66-0 oder per E-Mail an info@alzheimer-forschung.de.
Informationen: Christine Kerzel, Dr. Christian Leibinnes, Alzheimer Forschung Initiative, Tel.: (0211) 86 20 66-23/27; presse@alzheimer-forschung.de; www.alzheimer-forschung.de
Prof. Walter E. Müller, Pharmakologisches Institut für Naturwissenschaftler, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-23973; pharmacolnat@em.uni-frankfurt.de
Forschung
Pumpe in der Membran wirkt wie ein Mini-Staubsauger
FRANKFURT. Multiple Antibiotika-Resistenz ist in den vergangenen Jahren zu einem ernsten medizinischen Problem geworden. Immer mehr bakterielle Krankheitserreger haben Mechanismen entwickelt, sich gegen die gängigen Antibiotika zur Wehr setzen. Hoch effizient sind beispielsweise Pumpen in der Bakterienmembran, die den Wirkstoff aus der Zelle hinaus befördern, noch bevor er die Membran durchquert hat. Biochemiker des Frankfurter Exzellenzclusters „Makromolekulare Komplexe“ am Institut für Biochemie haben nun den Bauplan dieser Pumpen entschlüsselt, so dass sie deren Funktion besser verstehen. Die in den Proceedings der National Acadamy of Sciences publizierte Arbeit ist nicht nur für die Grundlagenforschung interessant, sondern könnte auch Ansatzpunkte aufzeigen, die Abwehr-Tricks der Bakterien mit neuen Wirkstoffen gezielt zu umgehen.
„Die Pumpen sind wie Mini-Staubsauger oder eher Antibiotika-Sauger“, erklärt Doktorand Hi-jea Cha aus der Arbeitsgruppe von Prof. Klaas Martinus Pos. „Sie sichern das Überleben des Bakteriums, indem sie das Zellinnere von gefährlichen Substanzen frei halten“. Wie diese Pumpen funktionieren, untersuchen die Forscher bereits seit einigen Jahren. Zunächst analysierten sie die Mechanik der Nanomaschine ohne Bindung an ein Antibiotikum. Mithilfe hoch auflösender Röntgenstrukturanalyse haben sie jetzt herausgefunden, wie die Pumpe die Antibiotika einfängt und aus der Zelle befördert. Das geschieht bei Bakterien mit einer doppelten Zellmembran (Gram-negativ) in der Schicht zwischen äußerer und innerer Membran.
Die Pumpe verändert ihre Gestalt in einem zyklischen Prozess. Im ersten Schritt, der jetzt im Detail sichtbar gemacht wurde, wird das Antibiotikum auf dem Weg zum Zellinneren abgefangen und an einer taschenförmigen Bindungsstelle festgehalten. „Dafür postulieren wir einen Mechanismus ähnlich einer peristaltischen Pumpe: Die Antibiotika-Moleküle werden durch einen Tunnel nach außen gequetscht wie Nahrung durch die Speiseröhre zum Magen, so dass sie nicht zurückrutschen können“, so Pos. Die zweite, viel kräftigere Bindung in einer tiefen Bindungstasche verankert dann das Antibiotikum in der Pumpe. Dies bewirkt eine weitere Gestaltveränderung, welche einen weiteren Tunnel zur Außenseite öffnet und das Antibiotikum endgültig aus der Zelle entlässt.
Zwischen der ersten und zweiten Bindungstasche haben die Forscher zudem eine kleine Schleife beobachtet, die eine Schaltstelle bildet. Die Position dieser Schleife verändert sich, je nach dem ob das Antibiotikum in der ersten oder in der zweiten Tasche gebunden ist. Die genaue Funktion dieser Schleife wird zurzeit eingehend untersucht.
Publikation:
Thomas Eicher, Hi-jea Cha, Markus Seeger et al.: Transport of drugs by the multidrug transporter AcrB involves an access and a deep binding pocket that are separated by a switch loop, in: PNAS early edition, www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1114944109.
Ein Bild zum Download finden Sie hier.
Bildtext:
Die Antibiotikapumpe AcrB (im Hintergrund) besteht aus drei identischen Bestandteilen, die jeweils ein Stadium der peristaltischen Pumpbewegung repräsentieren (blau, gelb, rot). Durch die neue Kristallstruktur konnten die molekularen Details über die Zugänge (grün) eines Antibiotikums in die Pumpe aufgeklärt werden. Das Bild im Vordergrund zeigt, dass zwei verschiedene Bindetaschen (dargestellt als Sphären) an der Erkennung des Antibiotikums beteiligt sind. Die Taschen werden durch eine Schleife (zwischen den zwei Antibiotikamolekülen) zeitlich und räumlich koordiniert.
Informationen: Prof. Klaas Martinus Pos, Hi-jea Cha, Institut für Biochemie, Exzellenzcluster Makromolekulare Komplexe, Campus Riedberg, Tel.: (069)798-29251 bzw. - 29262; pos@em.uni-frankfurt.de, cha@em.uni-frankfurt.de.
Veranstaltungen
7. Frankfurter Bürger-Universität startet im Sommersemester mit Vortragsreihe zu deutschen Biografien
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
nach dem anhaltenden Erfolg der Frankfurter Bürger-Universität präsentiert die Goethe-Universität auch im kommenden Sommersemester ein umfangreiches Programm für das interessierte Frankfurter Publikum: Vom 11. April bis zum 15. September stehen unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Dr. h.c. Petra Roth und Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl insgesamt 102 Veranstaltungen auf dem Programm, die aktuelle Forschung in allgemeinverständlicher Form präsentieren und Einblicke in verschiedene Bereiche der Universität ermöglichen. Wie bereits in den zurückliegenden Semestern ermöglicht eine eigens dafür gestaltete Broschüre die Orientierung durch die Vielfalt an Veranstaltungen. Zusammen mit der Hauptreihe der Bürgeruniversität –„Wie wir wurden, wer wir sind – Deutsche Biografien“ (in Kooperation mit der Stadtbücherei Frankfurt am Main) möchten wir Ihnen das Gesamtprogramm im Rahmen eines Mediengesprächs
am: Donnerstag, den 5. April 2012, um 11 Uhr
Ort: Campus Bockenheim, Juridicum, Raum 1010 (Senatssaal), Senckenberganlage 31, 60325 Frankfurt am Main
vorstellen. Als Gesprächspartner erwarten Sie die Initiatoren der Bürgeruniversität und mit dem Soziologen Tilman Allert der Vordenker der aktuellen Hauptreihe. Mit der Literaturwissenschaftlerin Susanne Komfort-Hein und dem bekannten Kinder- und Jugendbuchforscher Hans-Heino Ewers sind die Protagonisten von zwei weiteren Reihen zugegen. Ewers verantwortet einen bemerkenswerten Zyklus zum 200. Geburtstag der Gebrüder Grimm, Komfort-Hein ist zuständig für die legendäre Poetik-Gastdozentur. Bei dieser Gelegenheit wird erstmals der Poetik-Gastdozent 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt. Bitte teilen Sie uns mit, ob wir mit Ihrer Kommen rechnen dürfen.
Mit besten Grüßen
Dr. Olaf Kaltenborn
Leiter Abteilung Marketing und Kommunikation
Veranstaltungen
Ehrungen für drei Persönlichkeiten, die sich auf sehr verschiedene Weise um die Goethe-Universität verdient gemacht haben
FRANKFURT. Sie haben die Stiftungsuniversität entscheidend vorangebracht (Kassel-Stiftung), Deutschlands größte Seniorenuniversität an der Goethe-Universität etabliert (Universität des 3. Lebensalters) oder sich für die Entwicklung der Frankfurter Zahnmedizin (Stiftung Carolinum) stark gemacht: Am heutigen Mittwoch erhalten in Frankfurt mit Ekkehardt Sättele, Prof. Günther Böhme und Alexander Heck drei Mitglieder bzw. Freunde der Goethe-Universität aus der Hand von Universitätspräsident Müller-Esterl die Ehrensenatorenwürde bzw. die Ehrenmedaille der Goethe-Universität: „Mit Ihrem langjährigen ehrenamtlichen Engagement haben Sie sich um die Goethe-Universität sehr verdient gemacht“, sagte Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl anlässlich einer Feierstunde.
Über die Leistungen und Verdienste Ekkehardt Sätteles, dessen Name untrennbar mit der Anbahnung und Gründung der mit 33 Mio. Euro dotierten „Kassel-Stiftung“ verbunden ist, schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung 2010: „Der aus Konstanz stammende Wirtschaftsprüfer und Steuerberater ist Gertrud Kassels Berater und Freund geworden. Er war es, der ihr den Vorschlag machte, ihr ererbtes Aktienvermögen in eine Stiftung zugunsten der Universität einzubringen. Etwa 33 Millionen Euro hinterließ die "alte Dame" nach ihrem Tod 2007 als Kapital für die von Sättele konzipierte Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung. So viel Geld ist nach dem Krieg der Universität noch nie von einer Privatperson gestiftet worden.“
Sättele hat als ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender der Kassel-Stiftung nicht nur zur Förderung vieler einzigartiger Projekte in der Universität beigetragen, sondern auch maßgeblich herausragende Forscherinnen und Forscher – auch im Bereich des wissenschaftlichen Nachwuchses – unterstützt. Bis 2004 war er Partner und Mitglied der Niederlassungsleitung Ernst & Young AG, Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft, Frankfurt am Main.
Prof. Günther Böhme ist seit 1982 Gründungsmitglied und stellvertretender Vorsitzender der „Universität des 3. Lebensalters (U3L)“ an der Goethe-Universität, die sich mit über 3.500 Teilnehmern pro Semester eines weiterhin steigenden Zuspruchs erfreut. Seit 1984 bis heute ist er Vorsitzender „U3L“. Das in Vereinsform universitätsnah organisierte Bildungsangebot stellt mit seinen etwa 70 Veranstaltungen pro Semester einen unverzichtbaren Nukleus der Frankfurter Bürgeruniversität dar. Der Name Böhmes ist an der Universität Frankfurt aufs Engste verknüpft mit dem Thema Bildungsforschung, Bildungsphilosophie und Bildungsgeschichte. Seit 1965 lehrte Böhme am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaften, 1968 - 1972 war er dessen Geschäftsführender Direktor. 1972 wurde er auf eine Professur für Pädagogik mit den Schwerpunkten Bildungsphilosophie und Bildungsgeschichte berufen.
Die Stiftung Carolinum wird seit fast 40 Jahren, seit 1979 als Vorstandsvorsitzender, ehrenamtlich von Alexander Heck betreut. Bereits in seiner Funktion als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stiftung hatte sich Heck in besonderem Maße um das zahnmedizinische Universitätsinstitut verdient gemacht. Nicht nur führte er seinerzeit die Verhandlungen mit dem Land Hessen über den Neubau für die Zahnmedizin, sondern es ist auch ihm zu verdanken, dass im Jahre 1981 die Zusammenarbeit zwischen der Stiftung, der Stadt Frankfurt am Main und dem Land Hessen vertraglich auf ein neues Fundament gestellt werden konnte. Nicht zuletzt durch dieses Fundament ist es dem zahnmedizinischen Universitätsinstitut gelungen, ein beachtliches Wachstum bei Forschung und Lehre zu realisieren. So lag zu Beginn der Vorstandstätigkeit von Alexander Heck das Umsatzvolumen des zahnmedizinischen Instituts im Jahre 1974 bei 1,4 Millionen DM. Die Mitarbeiterzahl betrug im selben Jahr 136 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Wachstum des Umsatzes auf 11 Millionen € und der Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 220 ist dem unermüdlichen Engagement Hecks und seiner umsichtigen und zugleich tatkräftigen Vorstandsführung zu verdanken.
Informationen: Caroline Mattingley-Scott, Stabsstelle Fundraising, Tel: (069) 798-22471, mattingley-scott@pvw.uni-frankfurt.de