Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Hochschulpolitische Themen

Sep 19 2013
12:09

Senat verabschiedet mit großer Mehrheit Kompromiss zum Abstimmungsverfahren in Gremium der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL)

Stimmrecht für Studierende

FRANKFURT. Der Senat der Goethe-Universität hat heute mit großer Mehrheit von 11 Ja- und 3 Nein-Voten den Weg freigemacht für ein Stimmrecht von Studierenden sowie wissenschaftlichen  und nicht-wissenschaftlichen Mitarbeitern im Leitungsgremium der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL). Der zwischen Senat und Präsidium ausgehandelte Kompromiss sieht ein Stimm- und Mitspracherecht der nicht-professoralen Vertreter in diesem Gremium vor.

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl zeigte sich mit dem gefundenen Weg zufrieden: „Dadurch werden die Arbeitsfähigkeit dieses wichtigen Gremiums sichergestellt und zugleich eine angemessene Beteiligung von Studierenden und anderer Statusgruppen ermöglicht.“ Vorausgegangen war eine ausführliche Diskussion zwischen Senatsvertretern und Präsidium über den besten Weg, diese Beteiligung herzustellen.

Sonstige

Sep 19 2013
12:06

Präsidium der Goethe-Universität präsentiert im Senat Bilanz für das Jahr 2013

160.000 Euro Vandalismusschäden

FRANKFURT. Gebäude der Goethe-Universität waren bereits in den ersten neun Monaten des Jahres 2013 53 Mal Ziel von Attacken unbekannter Täter. Das Spektrum der Schäden reicht von zerbrochenen Fensterscheiben bis zu großflächigen Graffitis an neuen und historischen Gebäuden. Die Beseitigung dieser Schäden schlug allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres mit 160.000 Euro zu Buche, 20.000 davon für Personalkosten.

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl sprach von einer erschreckenden Bilanz. Er appellierte an alle Universitätsangehörige, wachsamer gegenüber solchen Formen der Gewalt zu sein. „Wir sitzen alle in einem Boot“, sagte der Präsident. „In Zeiten zurückgehender Mittel ist es besonders schmerzhaft, wenn wegen solcher Zerstörungen Mittel im Bereich der Lehre und Forschung fehlen.“ Mit den neuen Universitätsstandorten und den großartigen Neubauten verfügt die Goethe-Universität über ein einzigartiges Potenzial. „Jeder von uns kann durch sein Verhalten mithelfen, diese Qualität zu erhalten und zu schützen“, so der Präsident.  

Forschung

Sep 17 2013
10:27

Archäologe der Goethe-Universität veröffentlicht spektakuläre Funde am Bartholomäberg im Montafon

Ausstellung dokumentiert bronzezeitliche Umweltzerstörung

FRANKFURT. „Schon die Menschen der Bronze- und Eisenzeit haben massiv in ihre natürliche Umwelt eingegriffen und diese mit den begrenzten technischen Möglichkeiten ihrer Zeit maximal ausgebeutet“, kommentierte Prof. Rüdiger Krause von der Goethe-Universität im September 2012 die Ergebnisse einer von ihm geleiteten Grabungskampagne am Bartholomäberg im Montafon (Österreich).  Tödliche Folge dieses Raubbaus: Schon vor 3500 Jahren rutschten am Bartholomäberg ganze Hänge ab und begruben vereinzelt sogar Siedlungen unter sich: „Wir können zweifelsfrei nachweisen, dass solche katastrophalen Ereignisse Folgen menschlichen Tuns waren“, erklärte Krause.

Ein Jahr nach Veröffentlichung dieser spektakulären Ergebnisse, die europaweit für Medienresonanz sorgten, öffnet nun eine von Krause mitkonzipierte Dauerausstellung. Schauplatz der Ausstellung ist der Ort des bronzezeitlichen Geschehens: das aus dem 17. Jahrhundert stammende dem Frühmesshaus in Bartholomäberg, einem von vier Zweigmuseen der Montafoner Museen. Hier wird ab September 2013 die älteste Besiedlungs- und Bergbaugeschichte dieser einzigartigen inneralpinen Siedlungslandschaft zwischen Lorüns und Gargellen bis in die alpinen Hochlagen des Silvretta-Massivs präsentiert.

Der Besucher erhält Einblicke in die archäologischen und naturwissenschaftlichen Quellen, die uns heute Geschichte lebendig „erzählen“ lassen. Die Schau wird durch zahlreiche Exponate aus den archäologischen Ausgrabungen vom Bartholomäberg, vom Schafberg und durch Einzelfunde aus dem Gebirge ergänzt. Erstmals werden zur Eröffnung die einzigartigen Funde aus dem Kontext des mittelalterlichen Bergbaus vom Kristberg im Silbertal aus der Zeit um 1300 gezeigt, die deutliche Anhaltspunkte für Kinderarbeit ergeben haben und die Kenntnisse zum historischen Bergbau wesentlich erweitern.

Dank der interdisziplinären archäologischen Forschungen der Goethe-Universität steht nun fest, dass die Besiedlung am Bartholomäberg vor über 3500 Jahren in Zusammenhang mit dem ältesten bekannten Bergbau einsetzte. Für die Forscher bemerkenswert sind die durch den Menschen hervorgerufenen Umweltveränderungen, die zu Vermurungen und Umweltkatastrophen seit der Bronzezeit geführt und vollständige Siedlungsareale überdeckt haben. So lassen sich in Höhen zwischen 800 und 2000 Metern Werden und Vergehen unterschiedlichster menschlicher Nutzungen wie dem Ackerbau (Getreideanbau) und der Weidewirtschaft sowie insbesondere dem Bergbau, in idealer Weise erforschen.

Im Zuge der Ökosystemforschungen wurde auch immer wieder spekuliert inwieweit die prähistorischen Besiedlung am Bartholomäberg seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. im Zusammenhang stand mit den Anfängen des Bergbaus. Die ältesten montanarchäologischen Befunde stammten bislang aus spätkeltischer Zeit (3./2. Jahrhundert v. Chr.). Mit den Funden am Bartholomäberg ist nun bewiesen, dass im Montanfon und darüber hinaus in ganz Vorarlberg bereits viel früher extensiver Bergbau betrieben wurde.

Grundlage der Ausstellung zur Archäologie und Geschichte der inneralpinen Siedlungskammer des Montafons bilden die Einzelfunde der Bronze- und Eisenzeit aus dem Gebirge sowie die Funde der langjährigen Ausgrabungen und interdisziplinären Forschungen der Goethe-Universität unter der Leitung von Rüdiger Krause; hinzu kommen die Ergebnisse der Projekte der Universität Zürich auf der Silvretta und der Universität Innsbruck im Gauertal.

Die Eröffnung der Ausstellung

Archäologie im Gebirge ­- älteste Besiedlung und Bergbau im Montafon“

findet statt am

Dienstag, 24. September 2013 um 19 Uhr
Museum Frühmesshaus in Bartholomäberg
Adresse: Dorf 11, 6781 Bartholomäberg
Tel.: 0043-5556/74723 

Bilder zum Download: HIER (.zip)

Veranstaltungen

Sep 12 2013
10:53

Einladung zum Tag der offenen Tür auf dem Kleinen Feldberg

100 Jahre Taunus Observatorium

FRANKFURT. Vor 100 Jahren wurde das Taunus-Observatorium auf dem Kleinen Feldberg eröffnet. Zur Feier des Jubiläums laden der Physikalische Verein und der Fachbereich Geowissenschaften / Geographie der Goethe-Universität zu einem Tag der offenen Tür am 28.9.2013 ab 11 Uhr ein. Die Besucher erwartet ein buntes Programm aus Vorträgen, Führungen und Wissenschaft zum Anfassen.

Gegründet wurde das Taunus Observatorium vom Physikalischen Verein als Stiftung, die sich aus den Spenden Frankfurter Bürger finanzierte. Bereits vier Tage vor der Eröffnung reiste sogar Kaiser Wilhelm II. von seiner Sommerresidenz im Bad Homburger Schloss an, um die damals hochmoderne Erdbebenwarte und die „aerologische Station“ für Luftmessungen, die von Wetterballons gemacht wurden. Als ein Jahr später die Universität gegründet wurde, gliederte man das Observatorium an das Institut für Meteorologie und Geowissenschaft an.

Frankfurter Forscher leisteten am Observatorium Pionierarbeit in der Atmosphären- und Erdbebenforschung. Bis heute ist die seismologische Station am Kleinen Feldberg in Betrieb und Teil des German Regional Seismic Network. Im atmosphärenwissenschaftlichen Labor sammelt das Institut für Atmosphären- und Umweltforschung auch heute noch Daten. Von Vorteil ist die Nachbarschaft zu der vom Deutschen Wetterdienst betriebenen Wetterstation und der Luftmeßstation des Landes Hessen. 1998 kam noch die Hans-Ludwig-Neumann Sternwarte hinzu, in der Mitarbeiter des Physikalischen Vereins inzwischen mehr als 100 Kleinplaneten entdeckt haben.

Beim Tag der offenen Tür berichtet der Deutsche Wetterdienst über die Bedeutung der Wetterbeobachtung für die Luftfahrt. In der Hans-Ludwig-Neumann Sternwarte können die Besucher einen Blick durch ein Sonnenteleskop werfen. In der alten Erdbebenwarte dürfen sie die historischen Seismographen auf ihre Funktionstüchtigkeit testen. Auch die Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes und die Forschungsstation des Institutes für Atmosphäre und Umwelt/HLUG können besichtigt werden. In einer Vorführung zur Bodenkunde wird die Landschaftgeschichte und die ökologische Bedeutung des Umweltfaktors „Boden“ erläutert.

Damit nicht nur der Wissenshunger und –Durst gestillt werden, verkauft die Geo-Fachschaft der Goethe-Universität Kaffee und hausgemachten Kuchen.

Informationen: Alexander Löwer, Tel.: (069) 798-40207, GeoAgentur@uni-frankfurt.de, http://www.geo.uni-frankfurt.de/Geoagentur

Personalia/Preise

Sep 12 2013
10:32

Langjähriges Engagement zweier Förderer für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs gewürdigt

Josef Buchmann und Stefan Messer zu Ehrensenatoren der Goethe-Universität ernannt

FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat heute mit der Verleihung der Ehrensenatorwürde zwei bedeutende Förderer gewürdigt: Dr. Josef Buchmann, Geschäftsführer der Josef Buchmann Immobilien GmbH, und Stefan Messer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messer Group GmbH und Mitglied des Stiftungskuratoriums der Adolf-Messer-Stiftung; sie erhielten die Auszeichnung bei einer Feierstunde auf dem Campus Westend von Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl jeweils in Form einer Urkunde und einer goldenen Goethe-Anstecknadel. „Mit Herrn Dr. Josef Buchmann und Herrn Messer ehren wir zwei langjährige Mäzene, die sich der Goethe-Universität gegenüber nicht nur außerordentlich großzügig gezeigt haben, sondern die, wenn man einen Blick auf Ihren Lebensweg wirft, auch ihre Ideale der Freiheit und Verantwortung teilen“, betonte Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl in seiner Laudatio.

Dr. Josef Buchmann zählt zur Generation der Überlebenden des Holocaust. Nach Kriegsende fand er Zuflucht in Frankfurt und konnte sich binnen kurzer Zeit in der Geschäftswelt etablieren. Heute ist Buchmann erfolgreicher Immobilienhändler in Frankfurt und Eigentümer eines der größten Einkaufszentren im Rhein-Main-Gebiet. Parallel zu seinem beruflichen Aufstieg hat sich Josef Buchmann um die Förderung von Bildung und Wissenschaft in Israel und Deutschland verdient gemacht. Buchmann unterstützt die Goethe-Universität ideell und finanziell bereits seit mehr als 30 Jahren, insbesondere durch Doktorandenstipendien, den Bau und die Ausstattung der Kinderklinik sowie den Aufbau des Instituts für Molekulare Lebenswissenschaften. „Die Goethe-Universität dankt Josef Buchmann mit der Ehrensenatorwürde für seine außerordentlichen Verdienste um die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses  und vieler spannender Forschungs-Projekte“, betonte Universitätspräsident Müller-Esterl in seiner Laudatio. Die Universität freue sich auch auf ein Konzert mit dem Dirigenten Zubin Mehta in der Alten Oper im Jubiläumsjahr 2014, das Buchmann ermöglicht hat. 

Stefan Messer begann seine berufliche Laufbahn als Datentechniker bei IBM in Deutschland, bevor er in das von seinem Großvater Adolf Messer gegründete Familienunternehmen eintrat. Messer ist heute Vorsitzender der Geschäftsführung der Messer Group GmbH. Das weltweit größte eigentümergeführte Unternehmen für Industriegase beschäftigt rund 5.200 Mitarbeiter in über 30 Ländern. Stefan Messer fördert über die nach dem Firmengründer benannte Adolf-Messer-Stiftung seit vielen Jahren herausragende Forschung in den Naturwissenschaften und der Medizin der Goethe-Universität. Hervorzuheben ist in dem Zusammenhang der Adolf-Messer-Preis sowie zahlreiche Stipendien, die er ermöglichte. „Mit der Verleihung der Ehrensenatorwürde möchte die Goethe-Universität ihrem langjährigen Förderer danken. Stefan Messer verkörpert auf vorbildliche Weise bürgerschaftliches Engagement für Bildung und Wissenschaft“, unterstrich Präsident Müller-Esterl in seiner Laudatio. Die Universität freue sich besonders über die kürzlich ausgesprochene Zusage Messers, den Aufbau des Physikschülerlabors in den nächsten Jahren in beträchtlichem Umfang zu fördern.

Die Würde des Ehrensenators beziehungsweise der Ehrensenatorin wird vom Senat der Universität Frankfurt als höchste Auszeichnung verliehen und setzt bedeutsame Verdienste um die Entwicklung der Universität voraus. Die Ehrensenatoren werden dabei vom Präsidium oder einem Fachbereich vorgeschlagen. Mit den heute Ausgezeichneten hat die Goethe-Universität aktuell zwölf Ehrensenatoren.

Weitere Informationen:
Caroline Mattingley-Scott, Leiterin Stabsstelle Fundraising, Goethe-Universität, Tel. (069)798-12471, Mobil: 0172-6768087, Mattingley-Scott@pvw.uni-frankfurt.de