Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Veranstaltungen

Jan 29 2016
08:51

Und der Gesellschaft dadurch sogar schaden? Diese Frage diskutiert am 1. Februar die Frankfurter Bürger-Universität

Kann man ehrenamtlich zu engagiert sein?

FRANKFURT. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, Frankfurter Bürger sind sehr engagiert. Rund 500 Stiftungen sind in der Mainmetropole ansässig, 60.000 Frankfurter üben ein Ehrenamt aus. Hinzu kommen 1.400 Vereine mit 350.000 Mitgliedern. Engagement – insbesondere freiwilliges ehrenamtliches – hat in Frankfurt eine lange Tradition. Woraus ist dieses entstanden und welche Entwicklungen sind für die Zukunft vorstellbar? Inwieweit profitiert die Stadt davon?

Und kann man sich vielleicht auch zu viel engagieren, zum Beispiel dann, wenn das Ehrenamt immer häufiger dazu dient, öffentliche Aufgaben zu ersetzen? Droht hier eine schleichende Privatisierung staatlicher und kommunaler Aufgaben, da die öffentlichen Haushalte oft keine finanziellen Spielräume mehr bieten?

Solche und weitere Fragen stehen am 1. Februar im Mittelpunkt der letzten Veranstaltung der Frankfurter Bürger-Universität im laufenden Wintersemester. Auf dem Podium diskutieren: Prof. Tim Engartner (Goethe-Universität), Dr. Roland Kaehlbrandt (Stiftung Polytechnische Gesellschaft), Prof. Ralf Roth (Goethe-Universität). Die Moderation übernimmt Petra Boberg (hr-iNFO).

Veranstaltungsort: Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main
Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt frei. Die Diskussionsreihe findet in Kooperation mit hr-iNFO statt.

Das Programmheft der Bürger-Universität Programm im Netz: http://www.buerger.uni-frankfurt.de. Bestellung von Programmheften bitte an Marthe Lisson, E-Mail: m.lisson@vdv.uni-frankfurt.de

Personalia/Preise

Jan 26 2016
13:35

Kindheitsforscherin der Goethe-Universität wird im Experten-Gremium sexualisierte Gewalt an Kindern aufarbeiten

Sabine Andresen übernimmt Vorsitz der Aufarbeitungskommission Kindesmissbrauch

FRANKFURT. Der unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs Johannes Wilhelm Rörig, hat sieben Mitglieder für die unabhängige Aufarbeitungskommission Kindesmissbrauch berufen. Prof. Dr. Sabine Andresen, Kindheitsforscherin an der Goethe-Universität, übernimmt den Vorsitz der Kommission. Erstmals kann eine auf nationaler Ebene angesiedelte unabhängige Kommission sexualisierte Gewalt an Kindern in Deutschland umfassend aufarbeiten.

Das Gremium will noch im Januar seine Arbeit aufnehmen und im Mai sein Arbeitsprogramm vorstellen. Das Gremium kann auch Forschungsaufträge vergeben. Die Tätigkeit der Kommission, die über ein jährliches Budget von 1,4 Millionen Euro verfügt, ist zunächst bis März 2019 befristet. „Mit der Kommission ergibt sich die große und auch international einzigartige Chance, die Dimensionen des sexuellen Kindesmissbrauchs in Familien und Institutionen aufzudecken und so einen Beitrag auch für Kinder und Jugendliche heute zu leisten“, sagte Andresen.

Weitere Informationen unter www.beauftragter-missbrauch.de

Veranstaltungen

Jan 26 2016
13:32

Neues GRADE Centre Education unterstützt junge Wissenschaftler bei Forschungsprojekten zu Bildung, Erziehung und Didaktik

Medien-Einladung: Qualifizierung und Vernetzung für Forschungsnachwuchs

FRANKFURT. Das GRADE Centre Education lädt ein zur feierlichen Gründungsveranstaltung am Donnerstag, 28. Januar 2016, ab 11.30 Uhr im Gästehaus der Goethe-Universität Frankfurt, Frauenlobstraße 1. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Tim Engartner (Sprecher des GRADE Centre Education), PD Dr. Heike Zimmermann-Timm (Geschäftsführerin der GRADE Goethe Graduate Academy) und Prof. Dr. Tanja Brühl (Uni-Vizepräsidentin) folgen drei wissenschaftliche Beiträge zu Fragen der Schul- und Unterrichtsforschung. PD Dr. Jörg Dinkelaker (Frankfurt am Main), Prof. Dr. Christine Pauli (Fribourg) und Prof. Dr. Mirjam Steffensky (Kiel) beleuchten in ihren Vorträgen, mit welchen Methoden per Video aufgezeichneter Unterricht analysiert werden kann. Ferner berichten sie darüber, wie Unterrichtsvideos bei der Ausbildung von Lehrpersonen wirkungsvoll eingesetzt werden können.

Das GRADE Centre Education ist eins von neun disziplinübergreifenden Zentren, die an der Graduiertenakademie GRADE der Goethe-Universität Frankfurt angesiedelt sind. Es dient der Vernetzung und Qualifizierung von Nachwuchswissenschaftlern, die sich in ihren Projekten mit verschiedenen Bereichen von Bildung, Erziehung und Didaktik befassen. Durch thematisch und methodisch spezifizierte Gastvorträge, Workshops, Arbeitsgruppen und Konferenzen werden Promovierende und Post-Docs bei der Entwicklung und Bearbeitung ihrer Forschungsfragen unterstützt. Damit soll ein Beitrag zu innovativen, erfolgreichen und zeitgerecht abgeschlossenen Dissertationen und Habilitationen geleistet werden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf methodische Angemessenheit, thematische Plausibilität und Anschlussfähigkeit an den aktuellen Forschungsstand gelegt.

Ein spezieller thematischer Fokus liegt derzeit auf Fragestellungen zur videobasierten Unterrichtsforschung und Professionalisierung von Lehrpersonen, wie sie aktuell etwa im Frankfurter Projekt „Lehrerbildung vernetzt entwickeln“ (LEVEL) bearbeitet werden. Dazu bietet das GRADE Centre Education ab dem Sommersemester eine Vortragsreihe an, wozu renommierte Fachexperten aus den Bildungswissenschaften eingeladen werden.

Das „GRADE Centre Education“ wird als Teil des Projekts „LEVEL“ im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie aus zentralen Mitteln der Goethe-Universität gefördert.

Weitere Informationen: Dr. Matthias Herrle, Koordinator des GRADE Centre Education.
Tel. (069) 79823307, herrle@em.uni-frankfurt.de

Ute Schorradt, Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL) Öffentlichkeitsarbeit. Tel. (069) 79825114, schorradt@em.uni-frankfurt.de

Forschung

Jan 26 2016
13:10

Renommierter Finanzexperte erhält 250.000 Euro-Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung für Kooperation mit LOEWE Zentrum SAFE an der Goethe-Universität

Anneliese Maier-Forschungspreis für Marti G. Subrahmanyam

FRANKFURT. Auf Basis einer Nominierung durch das LOEWE Zentrum SAFE an der Goethe-Universität Frankfurt hat die Alexander von Humboldt-Stiftung Marti G. Subrahmanyam, Charles E. Merrill Professor of Finance, Economics and International Business an der Stern School of Business, New York University, mit einem Anneliese Maier-Forschungspreis 2016 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 250.000 Euro dotiert und wird an herausragende Geistes- und Sozial­wissenschaftler vergeben, die von Kooperationspartnern an deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen nominiert werden. Mit dem Preisgeld werden Forschungskooperationen mit Fachkolleginnen und Fachkollegen in Deutschland für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren finanziert. Offizieller Gastgeber von Subrahmanyam in Frankfurt ist Loriana Pelizzon, SAFE Professorin für Law and Finance.

Marti Subrahmanyam gehört zu den Schwergewichten seiner Disziplin und prägt mit seinen herausragend zitierten Publikationen seit Jahrzehnten den wissenschaftlichen Diskurs über die Entwicklung der Finanzmärkte. Seine jüngsten Forschungsprojekte befassen sich mit Liquidität und der Regulierung der Märkte durch die Zentralbanken. In seiner Zusammenarbeit mit SAFE will er den Fokus seiner Forschung auf Deutschland und Europa richten. Hierbei soll er Frankfurt als internationalen Standort der Finanzmarktforschung stärken und europäische mit amerikanischen Perspektiven zusammenbringen.

Subrahmanyam, 1946 in Indien geboren, studierte am Indian Institute of Management und am Indian Institute of Technology Madras, bevor er 1974 am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, USA, promoviert wurde. Als Gastprofessor war er an Instituten in Australien, Europa und Asien tätig. Subrahmanyam ist Gründungsherausgeber der „Review of Derivatives Research“ sowie Mitherausgeber zahlreicher Finanz- und Wirtschaftszeitschriften. Zudem ist er in Gremien diverser Firmen vertreten und unter anderem Mitglied in der European Finance Association und der American Economic Association.

Veranstaltungen

Jan 26 2016
09:00

Mano Bouzamour und Rachida Lamrabet lesen aus ihren Werken – Eine Veranstaltung des Lektorats Niederländisch

Niederländische Migrantenliteratur: Zwischen zwei Welten

FRANKFURT. Die Frankfurter Buchmesse steht in diesem Jahr im Zeichen der niederländischen Literatur. Deshalb hat das Lektorat Niederländisch der Goethe-Universität Frankfurt die Reihe „Auf zur Buchmesse 2016“ gestartet, die am 5. Februar (Freitag) um 19 Uhr fortgesetzt wird. Bei diesem literarischen Abend geht es um Migrantenliteratur. Mano Bouzamour und Rachida Lamrabet, beide mit marokkanischen Wurzeln, lesen aus ihren Werken. Dazu sind alle interessierten Bürger um 19 Uhr ins Casino (Raum: 1.811), Campus Westend, eingeladen, der Eintritt ist frei. Die Lesung ist auf Niederländisch mit deutscher Übersetzung.

Direkt aus Amsterdam kommt der junge niederländische Schriftsteller mit marokkanischen Wurzeln Mano Bouzamour (geb. 1991), der 2013 mit seinem hinreißenden „Coming-of-Age“-Roman „De belofte van Pisa“ („Das Versprechen von Pisa“) einen Überraschungserfolg feierte. Obwohl die deutschen Leser erst im Sommer 2016 das Vergnügen haben werden, den erfrischenden Roman zu lesen, widmete die FAZ Bouzamour bereits im Juli 2014 eine halbe Seite.

In einer bildreichen, treffsicheren und lebendigen Sprache erzählt Bouzamour die Geschichte des jungen Protagonisten Sam, der – trotz seiner nicht-integrierten Eltern und seines kriminellen Bruders – als einziger Marokkaner sein Abitur auf einem elitären reformierten Gymnasium schafft. Das hatte er seinem Bruder, bevor dieser für sechs Jahre hinter Gitter wanderte, seinerzeit in der Eisdiele Pisa versprochen. Dieser Ausgangspunkt bietet Bouzamour die Gelegenheit, mit scharfer Feder und auf heiter-ironischer Weise die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten zu beschreiben. Der Autor selber, der zumindest äußerlich überraschende Ähnlichkeiten mit seiner Hauptfigur Sam aufweist, verspricht eine Lesung „wie ein Feuerwerk“.

Leisere, aber dafür nicht weniger im Gedächtnis haftende Töne gibt es von der 1970 in Belgien geborenen Juristin und Schriftstellerin Rachida Lamrabet. In ihren Romanen „Vrouwland“ aus 2007 (2009 auf Deutsch unter dem Titel Frauenland erschienen) und „De man die niet begraven wilde worden“ (2011) („Der Mann der nicht beerdigt werden wollte“) thematisiert Lamrabet, die als Juristin auch für das Zentrum für Chancengleichheit und Rassismusbekämpfung in Brüssel arbeitet, die Zerrissenheit der Belgier mit marokkanischem Migrationshintergrund, die dauernd zwischen zwei Welten hin- und herpendeln. Die innere Gespaltenheit ihrer Roman-figuren spiegelt sich in der nicht-chronologischen Struktur und den wechselnden Perspektiven. Die Thematik ist aktueller denn je. Faszinierend ist jedoch, wie unterschiedlich beide Autoren sie verarbeiten.

Informationen: Laurette Artois, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Lektorat Niederländisch, Campus Westend, Tel.: (069) 798 32851, artois@lingua.uni-frankfurt.de; www.uni-frankfurt.de/42255016/Veranstaltungsreihe