Veranstaltungen
Renommierte Wissenschaftlerin spricht auf Einladung des Cornelia Goethe Centrums über „Anatomie von Gewalt“ und „Neoliberalismus“ aus postkolonial-feministischer Sicht
FRANKFURT. Chandra Talpade Mohanty, eine der bedeutendsten postkolonialen Wissenschaftlerinnen und Aktivistinnen unserer Zeit, übernimmt im Dezember die Angela Davis-Gastprofessur für internationale Gender und Diversity Studies. Die Feministin, die seit 2004 eine Professur an der Syracuse University in New York inne hat, setzt sich seit den 1980er Jahren kritisch mit der westlichen, stark kolonial geprägten Perspektive auf „Frauen in der ‚Dritten Welt‘“ auseinander. Inzwischen misst sie globalisierungskritischen Analysen und transnationaler feministischer Solidarität eine noch größere Bedeutung bei. Dies wird bei ihren beiden öffentlichen Vorlesungen an der Goethe-Universität am 12. und 16. Dezember ebenso Thema sein wie die Auseinandersetzung mit dem Neoliberalismus.
Bei ihrer öffentlichen Antrittsvorlesung „Wars, Walls, Borders: Anatomies of Violence and Postcolonial Feminist Critique“ wird sich Mohanty aus postkolonial, feministischer Sicht mit der ‚Anatomie von Gewalt‘ bezogen auf Kriege, Mauern und Grenzen beschäftigen. Dieser Vortrag findet am Samstag (12.12.) ab 18 Uhr im Casino (Raum 1.801), Campus Westend, statt. Am Mittwoch (16.12.) um 18 Uhr hält die Gastprofessorin einen öffentlichen Vortrag zum Thema „Neoliberalismus, emanzipatorisches Wissen und ‚Pädagogiken des Widerstands‘“ mit dem Titel: „Neoliberal Projects, Insurgent Knowledges, and Pedagogies of Dissent". Auch dieser Vortrag findet im Casino (Raum 1.801), Campus Westend statt. Bei universitätsinternen Workshops wird Chandra Talpade Mohanty während ihres einwöchigen Aufenthalts zudem den Dialog mit den Frankfurter Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern suchen.
Nach der Namensgeberin Angela Davis selbst wurde in diesem Jahr Chandra Talpade Mohanty auf diese Gastprofessur berufen. Der Auftakt mit der amerikanischen Bürgerrechtlerin und kritischen Sozialwissenschaftlerin Angela Davis im Dezember 2013 hat national und international großes Aufsehen erregt. Das Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse hatte die Professur zu Beginn des Wintersemesters 2013/2014 eingerichtet. Sie dient der Förderung internationaler und interdisziplinärer Zusammenarbeit im Bereich Gender und Diversity und wird alle zwei Jahre mit einer international renommierten Frauen- und Geschlechterforscherin besetzt.
Chandra Talpade Mohanty versteht sich als antirassistische Feministin und sieht sich in der Tradition sozialistischer Feministinnen und feministischer Theorien des „Globalen Südens“ verwurzelt. Mohantys Forschungsinteresse gilt transnationaler feministischer Theorie, postkolonialen Studien, Analysen des Imperialismus und des Rassismus, antirassistischer Pädagogik und antikapitalistischer Kritik. In ihren Texten analysiert sie die verschränkten Machtrelationen von Kolonialismus, „Rasse“, Klasse und Geschlecht. Dekolonisierung, das heißt die kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe auf allen Ebenen, ist für sie eine vorrangige, wissenschaftliche und zugleich politische Frage.
1955 in Bombay, dem heutigen Mumbai, geboren, wuchs Mohanty in Indien auf. Nach einem Aufenthalt in Nigeria, wo sie an einer weiterführenden Schule Englisch unterrichtete, siedelte sie in die USA über. Ihren Bachelor in Englisch legte Mohanty 1974 an der Universität Delhi ab. Ein Master in Anglistik (1976) an der Universität Delhi und Englisch/Pädagogik an der University of Illinois (1980) folgten. 1987 promovierte sie an der University of Illinois in Urbana-Champaign. Chandra Mohanty war ab 1992 Professorin für Women’s Studies am Hamilton College in Clinton, New York. Sie ist seit 2004 Professorin für Frauen- und Geschlechterstudien, Soziologie und kulturelle Grundlagen der Pädagogik und seit 2015 Dekanin des Fachbereichs für Frauen- und Geschlechterstudien an der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Syracuse University, New York. Von den zahlreichen Ehrungen seien nur die Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Universität Lund und das College of Wooster (Ohio) genannt.
Informationen: Prof. Dr. Kira Kosnick, Schwerpunkt Kultur und Migration, Institut für Soziologie, Campus Westend, Tel. 069/798- 36582, kosnick@em.uni-frankfurt.de; Dr. Marianne Schmidbaur, Wissenschaftliche Koordinatorin des Cornelia Goethe Centrums, Campus Westend, Tel. 069/798-35103, schmidbaur@soz.uni-frankfurt.de.
Veranstaltungen
Debatte zum Thema „Europa und die Lösung der Flüchtlingskrise“ auf dem Campus Westend
FRANKFURT. Vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise diskutieren der Politikwissenschaftler Prof. Alfred Grosser und der Aktivist Dr. Rupert Neudeck am 1. Dezember über die Verantwortung Europas und die Lösung der Krise (19 Uhr, Hörsaalzentrum, Raum 3, Campus Westend, Goethe-Universität Frankfurt am Main).
Der in Frankfurt geborene Alfred Grosser ist ein renommierter französischer Politikwissenschaftler und Soziologe. Für seinen Ersatz für die Völkerverständigung wurde er mit unzähligen Preisen gewürdigt. Das internationale Programm „Alfred-Grosser-Gastprofessor für Bürgergesellschaftsforschung“ wurde 2009 am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität angesiedelt. Gestiftet wurde die Professur auf Anregung der Frankfurter Deutsch-Französischen Gesellschaft von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main.
Rupert Neudeck ist Mitgründer von Cap Anamur, Deutsche Notärzte e. V. und Grünhelme e. V. Weltbekannt wurde er 1979 mit der Rettung von über 10.000 vietnamesischen Flüchtlingen. Schon 2005 veröffentlichte er das Buch „Die Flüchtlinge kommen. Warum sich unsere Asylpolitik ändern muss“.
Die Debatte „Europa und die Lösung der Flüchtlingskrise“ wird veranstaltet von der Deutsch-Französischen Gesellschaft Frankfurt am Main e. V. in Kooperation mit dem Institut Franco-Allemand de Sciences historique et sociales (IFRA).
Anmeldungen bitte per Mail an laubach@dfg-frankfurt.de oder per Fax an (0) 6174-209260.
Weitere Informationen unter www.dfg-frankfurt.de
Veranstaltungen
Diskussionsrunde mit Experten aus den unterschiedlichen Bereichen in der Vorlesungsruhe „Du, Deine Gene, Deine Therapie“
FRANKFURT. In der öffentlichen Vorlesungsreihe „Du, Deine Gene, Deine Therapie“ diskutieren am Donnerstag (3. Dezember) Prof. Dr. Elke Jäger vom Frankfurter Krankenhaus Nordwest, Dr. Ursula Marschall, Barmer GEK (Wuppertal) und Dr. Thomas Schinecker, Roche Diagnostics (Mannheim) über „Personalisierte Medizin im Spannungsfeld von Arzt und Patient, Pharmaindustrie und Kostenträger“. Die Moderation dieser Experten-Runde übernimmt der Leiter der FAZ-Wissenschaftsredaktion, Dr. Joachim Müller-Jung.
Eingeladen zu dieser Vortragsreihe der Wissenschaftlichen Gesellschaft an der Goethe-Universität, die im Rahmen der von der Deutsche Bank AG initiierten und geförderten Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ im Wintersemester stattfindet, sind interessierte Bürgerinnen und Bürger aus der Rhein-Main-Region. Die Podiumsdiskussion beginnt um 18 Uhr auf dem Campus Niederrad, Universitätsklinikum, Haus 23, Hörsaal 4, Theodor-Stern-Kai 7.
Mit der personalisierten Medizin werden neue ethische und ökonomische Fragen aufgeworfen. Die Analyse des gesamten Genoms eines Patienten ist nicht unumstritten. Denn damit lassen sich nicht nur bestehende Krankheiten feststellen, sondern auch Veranlagungen für Erkrankungen, die eventuell später ausbrechen können – ein Beispiel sind die sogenannten Brustkrebs-Gene BRCA1 und BRCA2. Ist es vertretbar, Menschen damit zu konfrontieren, dass sie eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, ernsthaft zu erkranken? Welche Auswirkungen haben die Bioanalysen auf das Verständnis der Krankheit und wie beeinflussen sie das Verhältnis zwischen Arzt und Patient? Wie stehen Krankenkassen und Pharmaindustrie zu den Chancen und Risiken der personalisierten Medizin – eine ökonomische Herausforderung oder ein Gewinn versprechendes neues Geschäftsfeld? Diese und ähnliche Fragen werden bei der Podiumsdiskussion zur Sprache kommen.
Wo noch vor wenigen Jahren kaum eine Behandlungsoption zur Verfügung stand, können Krebspatienten heute im Einzelfall mehrere sinnvolle Therapiesequenzen angeboten werden. Voraussetzung ist, das Gewebe möglichst genau zu diagnostizieren sowie phänotypische und genotypische Merkmalsmuster zu bestimmen. Prof. Jäger, Chefärztin am Frankfurter Nordwest-Krankenhaus, wird u.a. erläutern, warum solche Therapien an etablierte onkologische Zentren gebunden sein sollten, wo Diagnostik, interdisziplinär zu treffende Therapieentscheidungen sowie Management der Behandlung und ihrer Folgen fachkundig erfolgen können. Die Medizinerin fordert seit einiger Zeit strenge Richtlinien für die sachgerechte Diagnostik und Tumortherapie.
Die personalisierte Medizin steht auch auf der Agenda des Pharmaunternehmens Roche. Dr. Thomas Schinecker, Geschäftsführer der Roche Diagnostics Deutschland GmbH in Mannheim, wird bei der Diskussion näher erläutern, welche Anstrengungen Roche in der Forschung unternimmt, um Patienten wirksame Medikamente und die dafür passenden Tests zur Verfügung stellen zu können. Diese Tests helfen, die Merkmale und Zusammensetzung des individuellen Tumors genau zu erkennen, und sind die Basis für die Therapieentscheidung, die Arzt und Patienten gemeinsam treffen. Neue Arzneimittel, Behandlungs- und Diagnostikmethoden führen bei den Krankenkassen zu steigenden Ausgaben. Wie die Barmer GEK mit diesem Problem umgeht, wird Dr. Ursula Marschall ausführen. Im Fokus soll vor allem die Verbesserung der medizinischen Behandlungs- und Versorgungsqualität stehen, ohne ökonomische Aspekte aus dem Blick zu verlieren.
Die Diskussionsteilnehmer: Prof. Dr. Elke Jäger ist seit 2003 Chefärztin der zweiten Medizinischen Klinik am Frankfurter Krankenhaus Nordwest und Direktorin des Clinical Trial Centers des Ludwig Institute for Cancer Research. 2000 erhielt sie den Investigator Award des Cancer Research Institute, New York, und 2001 den Förderpreis der Hubert Burda Stiftung für die Identifizierung neuer Tumorantigene beim Kolonkarzinom.
Dr. Ursula Marschall studierte zunächst Humanmedizin, absolvierte ihre Facharzt-Ausbildung in Anästhesie und Intensivmedizin und komplettierte ihre Ausbildung mit dem Studium der Gesundheitsökonomie. Seit 2007 leitet sie die Abteilung Medizin und Versorgungsforschung bei der Barmer GEK-Hauptverwaltung in Wuppertal.
Dr. Thomas Schinecker ist seit Juli 2013 Geschäftsführer der Roche Diagnostics Deutschland GmbH in Mannheim. Er hatte bereits zuvor verschiedene leitende Funktion innerhalb des Unternehmens in Europa und den USA inne. Von 1999 bis 2003 forschte der Biochemiker bereits an der New York University zum Thema Krebs.
Weitere Vorträge und Diskussionsveranstaltungen auf einen Blick:
Die Vorträge beginnen jeweils donnerstags um 18 Uhr, Campus Niederrad, Universitätsklinikum, Haus 23, Hörsaal 4. Alle Veranstaltungen werden aufgezeichnet, sind spätestens am übernächsten Tag abrufbar über www.buerger.uni-frankfurt.de unter „Weitere Veranstaltungen“
14. Januar 2016
Prof. Dr. Dr. h.c. Carl Friedrich Gethmann, Universität Siegen
Ethische Probleme der individualisierten Medizin
Prof. Dr. Fritz von Weizsäcker, Schlosspark Klinik, Berlin
Selbstverständnis von Patienten und die Arzt-Patient-Beziehung
Einführung Prof. Dr. Peter Janich, Philipps-Universität, Marburg
Moderation Dr. Regina Oehler, Hessischer Rundfunk
28. Januar 2016
Prof. Dr. Drs h.c. Leroy Hood, Washington University, Seattle
Systems Medicine and Proactive P4 Medicine. Transforming Healthcare through Wellness – A Personal View (P4 = predictive, personalized, preventive and participatory)
Moderation Prof. Dr. Josef Pfeilschifter, Goethe-Universität
Informationen: Prof. Dr. Joachim Engels, Campus Riedberg, Fachbereich Biochemie, Chemie und Pharmazie, Tel. (069)798-29150, Joachim.Engels@chemie.uni-frankfurt.de;Prof. Dr. Simone Fulda, Campus Niederrad, Fachbereich Medizin, Institut für Experimentelle Tumorforschung in der Pädiatrie, Tel. (069) 678 66557,Simone.Fulda@kgu.de
Programmbroschüre sowie der Link zu Aufzeichnungen der Vorträge und Diskussionen auf www.buerger.uni-frankfurt.de unter „Weitere Veranstaltungen“
Programm online auch unter: www.wissenschaftliche-gesellschaft.uni-frankfurt.de
Forschung
Psychologische Studie der Goethe-Universität zu Aggressionserfahrungen von Schiedsrichter im Fußballamateurbereich
FRANKFURT.„Die Angst pfeift immer mit“, „Gewalt an jedem verdammten Sonntag“, „Der Ball ist rund, der Hass groß“ – so und ähnlich lauten die Schlagzeilen über die Zustände auf den Fußballplätzen im deutschen Amateurfußball. Eine psychologische Studie der Goethe-Universität, die auf der Befragung von über 900 Schiedsrichtern beruht, geht der Aggression und ihren Ursachen auf den Grund.
Im Rahmen seiner Masterarbeit am Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie II führte Adrian Sigel zunächst Interviews mit Schiedsrichtern aus dem Fußballamateurbereich. Auf Basis dieser Erkenntnisse erstellte er einen Fragebogen, der von über 900 Schiedsrichtern beantwortet wurde.
„Die Studie bestätigt: Schiedsrichter sind im Fußballamateurbereich regelmäßig Aggressionen ausgesetzt. Diese lassen sich in Beleidigungen, Gewaltandrohungen und tatsächlich erfolgte tätliche Angriffe differenzieren“, erläutert Adrian Sigel. Auf der Grundlage des Studiendesigns konnte er aufzeigen, wie Schiedsrichter über die Aggressionen durch Spieler, aber auch von Fans, Trainern, Funktionären oder Ordnern denken und welche Ursachen sie ihnen zuschreiben. Sie führen unter anderem eine dem Fußball inhärente spezifische Emotionalität an, aber auch ein gesamtgesellschaftlich wachsendes Aggressionspotential, das im Fußball ein Ventil findet.
Ebenso verdeutlichte die Befragung, welche Strategien Schiedsrichter anwenden, um mit Aggressionen umzugehen und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Diese umfassen ein weites Spektrum und reichen von der kritischen Selbstreflexion über die Gewöhnung an Aggressionen bis hin zum Rücktritt vom Schiedsrichteramt. Auch ließ sich erstmals zeigen, dass eine große Zahl von Schiedsrichtern die belastenden, negativen Erfahrungen auch als persönlichen Wachtums- und Reifeprozess erleben. Es bildet sich eine personale Identität heraus beziehungsweise die Identität wird gestärkt.
„Die Studie zeichnet ein komplexes und gleichzeitig anschauliches Bild der Aggressionserfahrungen von Schiedsrichtern und stellt diese in ihren Sinnzusammenhängen erstmals derartstrukturiert und charakterisierend dar“, so Prof. Sabine Windmann, Betreuerin der Masterarbeit. Von großer Bedeutung sei dabei, dass die Thematik der Aggressionen gegenüber Schiedsrichtern mitsamt ihren Ursachenzuschreibungen, Kontexten und Konsequenzen nicht durch von außen applizierte Schematabeschrieben wird, sondern sich direkt aus den Interviewäußerungen der Schiedsrichter ergibt.
Informationen: Adrian Sigel, Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie II, Campus Westend, Tel. 0179-9995070, adrian_sigel@web.de
Veranstaltungen
Am 30. November startet die zweite Diskussionsreihe der Frankfurter Bürger-Universität im Haus am Dom
FRANKFURT.Wie lebt Frankfurt? Eine zunächst unscheinbare wirkende Frage entpuppt sich als echte Herausforderung. Denn wie soll man eine Stadt kritisch hinterfragen, die von den meisten ihrer Bewohner in den höchsten Tönen gelobt wird? Wer sich hier in Frankfurt einmal richtig eingelebt hat, will nicht mehr weg. Worüber also diskutieren?
Zum Beispiel über die Klischees, die über die Stadt im Umlauf sind und natürlich die Versprechen der lokalen Politik. Inwiefern stimmen diese – oder eben auch nicht – mit der Realität überein? Und was erwartet uns in den kommenden Jahren? Weiter steigende Mieten? Eine Überalterung der sonst so jungen Stadt – die hohe Lebensqualität zieht schließlich die kaufkräftige Babyboomer-Generation an, die nicht auf dem Land altern will. Und wenn dann die Generation Praktikum übernimmt – kann die sich dann noch Oper, Theater & Co. leisten?
Der Auftaktabend am 30. November möchte zusammen mit Expertinnen und Experten sowie mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Frage diskutieren: „Wie generationengerecht ist Frankfurt? Älterwerden in der City“.
Im öffentlichen Fokus stehen allzu oft die jungen Familien und die Frage, ob sie sich die Stadt leisten können. Tatsache aber ist, dass die Gesellschaft immer älter wird und daher auch dieser Teil der Gesellschaft im öffentlichen Diskurs sowie der öffentlichen Wahrnehmung viel stärker vertreten sein sollte. Wie lebt es sich als alter Mensch in Frankfurt? Fühlen sich Senioren in der Main-Metropole gut aufgehoben oder vernachlässigt? Ist das Angebot für sie ausreichend, die Anlaufstellen für Hilfe?
Eine alternde Gesellschaft bedeutet eine Herausforderung für Städte und Kommunen, in deren Verantwortung es liegt, das Älterwerden so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Aufgabe von Stadtplanern, Kulturbeauftragten und Forschern ist es, eine nachhaltige Demografie-Strategie zu entwickeln. Wie sieht eine solche nachhaltige Strategie für die nachfolgende Generation aus? Wie wird derzeit in Frankfurt mit der zunehmenden Verstädterung, dem Älterwerden der Bevölkerung und der Isolierung des Einzelnen umgegangen? Wie funktioniert derzeit das Zusammenleben der Generationen in Frankfurt?
Diese Fragen stellen sich am 30. November zusammen mit Oberbürgermeister Feldmann, Birgit Kasper vom Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen e.V., Prof. Frank Oswald, Leiter des Arbeitsbereichs Interdisziplinäre Alternswissenschaft der Goethe-Universität und Prof. Johannes Pantel, Leiter des Arbeitsbereichs Altersmedizin des Frankfurter Universitätsklinikum. Die Moderation übernimmt Petra Boberg von hr-iNFO.
Veranstaltungsort:
Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main
Beginn jeweils 19:30 Uhr
Eintritt frei
Die Diskussionsreihe findet in Kooperation mit hr-iNFO statt.
Weitere Abende der Diskussionsreihe sind:
7. Dezember 2015: Wer kann sich Frankfurt (noch) leisten? Eine Stadt für alle oder für die Reichen.
14. Dezember 2015: Wird Frankfurt seinem Integrationsanspruch gerecht? Miteinander oder nebeneinander.
24. Januar 2016: Zu etabliert um cool zu sein? Frankfurt und seine Subkultur.
1. Februar 2016: Wofür engagiert sich Frankfurt? Private versus öffentliche Verantwortung.
Das Programmheft der Bürger-Universität Programm im Netz: http://www.buerger.uni-frankfurt.de
Bestellung von Programmheften bitte an Frau Marthe Lisson, E-Mail: m.lisson@vdv.uni-frankfurt.de