Veranstaltungen
Abend der offenen Tür: Fortbildungsprogramm stellt sich vor
FRANKFURT. Das Fortbildungsprogramms Buch- und Medienpraxis der Goethe-Universität veranstaltet am Donnerstag (24. Mai) ab 19 Uhr im Casino, Raum 1.812, auf dem Campus Westend einen Abend der offenen Tür. Die Dozentin Silke Tabbert, Lektorin beim Verlag Schöffling & Co, und der Dozent Christoph Schröder, freier Autor und Kritiker, geben einen Einblick in ihre Kursarbeit; ehemalige Teilnehmer erzählen, was aus ihnen geworden ist; und der gegenwärtige Jahrgang stellt sich mit Arbeitsproben vor. Eine gute Gelegenheit für Magister- und BA-Absolventen, in die Buch- und Medienpraxis einzusteigen, und für ehemalige Studenten, sich wiederzusehen.
Das Fortbildungsprogramm „Buch- und Medienpraxis", an dem seit 1996 etwa 420 Studierende teilgenommen haben, will zwischen dem philologischen Studium und der buch- und medienbezogenen Berufspraxis vermitteln. Es wendet sich an besonders qualifizierte Hochschulabsolventen und Hochschulabsolventinnen, insbesondere an Philologen. Sie sollen im Rahmen der zweisemestrigen Fortbildung die Kompetenz erwerben, philologische Kenntnisse im Hinblick auf die berufsspezifischen Anforderungen und Erwartungen der professionellen Buch- und Medienpraxis anzuwenden. Dazu kooperiert das in der Bundesrepublik einzigartige Fortbildungsprogramm mit Verlagen, Zeitungen, Rundfunk- und Fernsehanstalten, Bibliotheken, Buchhandlungen sowie anderen kulturellen Einrichtungen.
Die Lehre des Fortbildungsprogramms wird von profilierten Vertretern aus diesen Bereichen erbracht, wissenschaftlich betreut wird das Programm von Prof. Heinz Drügh, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik. Die Gebühren für das zweisemestrige Programm betragen 1000 Euro. Die Kurse finden in der Regel während der Vorlesungszeit an drei Abenden der Woche zwischen 18 Uhr und 22 Uhr statt. Jedes Jahr werden zum Wintersemester 30 Teilnehmer aufgenommen, Bewerbungsschluss für das folgende Wintersemester ist der 1. Juli.
Informationen: Maren Illinger und Malte Kleinjung, Programmkoordinatoren der Buch- und Medienpraxis, Telefon (069) 798 - 23626., bmp@lingua.uni-frankfurt.de, www.buchundmedienpraxis.de
Veranstaltungen
Alfred Herrhausen im Fokus der Frankfurter Bürger-Universität
FRANKFURT Was hätte Alfred Herrhausen den Demonstranten von Blockupy Frankfurt wohl zu sagen gehabt? Der frühere Vorstandssprecher der Deutschen Bank, wurde von vielen Zeitgenossen aufgrund seiner persönlichen Ausstrahlung als Ausnahmeerscheinung wahrgenommen. In ihrem Vortrag fragt Dr. Friederike Sattler nach individuellen Voraussetzungen dafür, dass Alfred Herrhausen, der 1930 in Essen geboren wurde, im Milieu des neuen Mittelstands aufwuchs und eine NSDAP-Eliteschule besuchte, in der Nachkriegszeit zu einem der mächtigsten Männer nicht nur der deutschen, sondern der internationalen Wirtschaft aufstieg – bevor er im November 1989 als Sprecher der Deutschen Bank durch ein Bombenattentat ermordet wurde. Wie haben frühe Prägungen durch Familie, Milieu und Schulerfahrungen den späteren Lebens- und Berufsweg Herrhausens gebahnt und woraus speist sich seine bis heute legendäre Gestaltungskraft als Bankier?
Dr. Friederike Sattler ist Wirtschafts-und Sozialhistorikerin und Mitarbeiterin der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Derzeit arbeitet sie an der biografischen Studie „Alfred Herrhausen. Manager und Symbolfigur des Rheinischen Kapitalismus“. Der Vortrag über Alfred Herrhausen ist Teil der Vortragsreihe „Wie wir wurden, wer wir sind – Deutsche Biografien“, die vom Frankfurter Soziologen Prof. Tilman Allert – speziell für die Frankfurter Bürgeruniversität - erdacht wurde. Vorgestellt werden bekannte Biografien aus unterschiedlichsten Bereichen die dabei exemplarisch Stationen der deutschen Sozial- und Kulturgeschichte darstellen.
Weitere Vorträge:
Beginn jeweils um 19.30 Uhr | Eintritt frei | Anfahrt: www.stadtbuecherei.frankfurt.de
Das komplette Programm der 7. Frankfurter Bürger-Uni: www.buerger.uni-frankfurt.de
„Wie wir wurden wer wir sind – Deutsche Biografien“ in Kooperation mit der Stadtbücherei Frankfurt am Main.
Veranstaltungen
Tagung auf dem Campus Westend: Netzwerkforscher diskutieren mit Praktikern
FRANKFURT. Wie kommt es zu „Shitstorms“, diesen Empörungswellen, die sich rapide im Internet ausbreiten? Was verbirgt sich hinter viralem Marketing? Wie können Mitarbeiter ohne Hierarchieebenen flexibel zusammenarbeiten? Netzwerkforscher suchen nach Ansätzen und Modellen, solche Fragestellungen zu beantworten. Sie erforschen Verbindungen zwischen Menschen, aber auch Institutionen, und wollen so verstehen, wie unsere Gesellschaft interagiert und wie soziale Kettenreaktionen entstehen. Dazu sammeln sie unter anderem digitale Spuren, die wir alle täglich hinterlassen. Das Verhältnis von akademischer Grundlagenforschung, vor allem in den Sozialwissenschaften, und neuen Praxisanwendungen beschäftigt etwa 70 Wissenschaftler und Anwender bei der internationalen Tagung „Praxisanwendungen der Netzwerkforschung“. Sie findet am 25. (Freitag) und 26. Mai (Samstag) im Casino, Campus Westend der Goethe-Universität statt.
„Die Geschwindigkeit, mit der Erkenntnisse aus der akademischen Welt in die Praxis umgesetzt werden, hat extrem zugenommen“, konstatiert Privatdozent Dr. Christian Stegbauer vom Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, der die Tagung organisiert hat. Das Netzwerk steht häufig als Metapher für eine zunehmende gesellschaftliche und wirtschaftliche Komplexität, in der Kooperation von Akteuren als erfolgreiches Geschäftsmodell dienen kann. Das macht die Netzwerkforschung auch so attraktiv für kommerzielle Nutzer. Der großen Komplexität und hohen Dynamik begegnen viele Unternehmen mit dem Abbau von Hierarchien. Die Mitarbeiter müssen flexibel sein und häufig mit wechselnden Kollegen zusammenarbeiten. Wie solche Aufgaben gelöst werden können, dafür bieten Netzwerkkonzepte Lösungen an. Auch bei Fusionen oder Reorganisationen von Unternehmen kann die Netzwerkforschung behilflich sein, wenn es darum geht, wichtige Mitarbeiter oder Arbeitsgruppen zu identifizieren.
Gesprochen wird auch darüber, wie sich Empörungswellen im Internet aufbauen. Es handelt sich um „Shitstorms“, eine neue Form des Protests, wenn sich beispielsweise Massen von Vegetariern über eine Scheibe Wurst in einem Werbespot mit einem Basketballstar aufregen oder Hunderttausende gegen einen Minister wettern, der Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben hat. Es wird untersucht, was so viele Menschen dazu bringt, sich an einer Kampagne zu beteiligen und vor allem wie eine Dynamik entsteht, vor der sich viele Politiker fürchten. Was Politiker vermeiden wollen, streben Vermarkter an: Ein Videoclip soll den Nerv der Menschen in Networking Sites treffen und sie sollen animiert werden, die Information oder das Video weiterzugeben. Wenn die Gesetze der Ausbreitung von solchen Mitteilungen erforscht sind, lassen sich Kampagnen planen. Dann verbreiten sich diese Aktionen wie ein Lauffeuer über Fernsehen, Videos im Netz und per Mundpropaganda. Für Strategen des „viralen Marketing“ sind diese sozialen Kettenreaktionen ein voller Erfolg. Sie sind deshalb besonders an Menschen mit vielen Kontakten, sogenannten „Hubs“, und einflussreichen Personen interessiert, das sichert die schnelle Weitergabe von Nachrichten.
Bei der Tagung geht es um ganz unterschiedliche Anwendungsbereiche. So werden die Teilnehmer beispielsweise auch darüber diskutieren, wie man in der Sozialen Arbeit Hilfestellungen geben kann. Die Netzwerkforscher fragen danach, wie Institutionen und Organisationen so miteinander verknüpft werden können, dass auch zurückgezogen lebende Menschen mit wenigen Kontakten von ihnen erreicht werden können.
Zu den Referenten aus der Praxis, die bei der Frankfurter Tagung sprechen, gehören: Harald Katzmair (Wien), der das erste Institut für Netzwerkforschung in Wien gegründet hat und leitet; Olaf Zorzi (Zürich), der die Pharmaindustrie berät; Thomas Zorbach (Berlin), der eine Agentur für Virales Marketing führt; Michael Schönhuth (Trier), der die weltführende Software für qualitative Netzwerkforschung initiierte. Sehr interessant zu werden verspricht zudem das „Forum Organisationsberatung“; dort diskutieren Organisationsberater mit dem Netzwerksoziologen Roger Häußling (Aachen), der selbst in einem großen Unternehmen Forschung zu einer Fusion von Unternehmensteilen betrieben hat.
Informationen: PD Dr. Christian Stegbauer, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Campus Bockenheim, Tel. (069) 798 23543, stegbauer@soz.uni-frankfurt.de, Tagungsprogramm: http://sites.google.com/site/praxisnetzwerkforschung/
Veranstaltungen
Jeder fünfte Selbständige in Hessen hat einen Migrationshintergrund – Workshop mit Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis
FRANKFURT. Fast jeder fünfte Selbständige in Hessen hat inzwischen einen Migrationshintergrund. Das sind rund 61.000 Unternehmer – Tendenz steigend. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Beschäftigung, erhöhen die Zahl der Ausbildungsplätze und bieten vor allem auch anderen Migranten eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt. Die Möglichkeit zur Aus- und Weiterbildung wird von Unternehmern mit Migrationshintergrund allerdings bisher deutlich seltener genutzt als vom Durchschnitt der Unternehmen. Dies belegt eine aktuelle Studie des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK), die durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung gefördert wird.
Im vergangenen Jahr befragte das der Goethe-Universität angegliederte Zentrum rund 1.700 hessische Unternehmer mit Migrationshintergrund. Im Mittelpunkt stand, ob und wie sie Aus- und Weiterbildung für ihre Mitarbeiter anbieten, welchen Bedarf sie sehen und wo die hemmenden Faktoren auszumachen sind. Erste Ergebnisse zeigen, dass insbesondere in der Schaffung transparenter Beratungs- und Förderstrukturen eine bedeutende Herausforderung liegt.
In einem Workshop am 22. Mai (Dienstag) auf dem Campus Westend der Goethe-Universität stellt das IWAK die aktuellen Ergebnisse dieser Studie vor. Außerdem soll mit Akteuren der Aus- und Weiterbildung sowie interessierten Unternehmern, Unternehmer- und Migrantenverbänden in Hessen über das Thema diskutiert werden. Gemeinsam sollen Handlungsempfehlungen entwickelt werden, die insbesondere an der Identifikation und Verbesserung der Schnittstelle zwischen Politik und Praxis ansetzen sollen. Die Handlungsempfehlungen werden voraussichtlich im Herbst 2012 im Rahmen der weiteren Studie veröffentlicht.
Informationen: Vera Neisen, Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur, Campus Bockenheim, Tel.: (069) 798-23952, v.neisen@em.uni-frankfurt.de
Programm und Anmeldung unter www.iwak-frankfurt.de/documents/ Programm08112011.pdf; Projektinformation unter www.iwak-frankfurt.de/projansprech/Migrantenunternehmen.htm
Sonstige
Neues Lehrbuch der Uni-Schreibzentren in Frankfurt (Main) und Frankfurt (Oder)
FRANKFURT. Bislang fehlte eine systematische Einführung in das anspruchsvolle Handwerk des wissenschaftlichen Schreibens und die sinnvolle Einbindung von Schreibaufgaben in die universitäre Lehre. Das ist Studierenden und Lehrenden schon lange bekannt, jetzt haben Dr. Nadja Sennewald und Dr. Katrin Girgensohn, wissenschaftliche Leiterinnen der Schreibzentren der Goethe Universität und der Europauniversität Viadrina, ein gemeinsam verfasstes Lehrbuch vorgelegt.
Das Buch führt in die Schreibforschung und die Schreibdidaktik ein. Diese Disziplinen erforschen, wie das Schreiben funktioniert und wie es sich vermitteln und erlernen lässt. Der Bedarf an Unterstützung ist erheblich. Immer mehr Universitäten in Deutschland eröffnen Schreibzentren, bieten Kurse für akademisches Schreiben an; die bundesweite Aktion „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ ist einer voller Erfolg – auch in beiden Frankfurter Universitäten.
„Schreibzentren sind Schnittstellen zwischen der Praxis des Schreibens und seiner Erforschung“, so Girgensohn, „deshalb ist es uns wichtig, dass Studierende auch die Wissenschaftsgebiete kennen lernen können, die hinter der Praxis unserer Schreibzentren stehen.“ Und Sennewald ergänzt: „Wir wollen zeigen, dass beim Schreiben bestimmte Prozesse ablaufen und deshalb spezielle Methoden beim Schreiben helfen können.“
In dem Buch werden Schreibprozessmodelle, zentrale Ergebnisse der Schreibforschung sowie die wichtigsten didaktischen Perspektiven vorgestellt. Zusätzlich gibt es hilfreiche Tipps fürs Studium: Ein Praxiskapitel lädt die Studierenden ein, verschiedene Techniken und Vorgehensweisen beim Schreiben selbst auszuprobieren. „Schreiben Lehren, Schreiben Lernen. Eine Einführung“ ist als Printausgabe und e-Book bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Darmstadt erschienen. (ISBN-10: 3534239792 ISBN-13: 978-3534239795, Preis 9,90 Euro für Mitglieder der Buchgesellschaft und 14,90 Euro im Buchhandel)
Informationen: Dr. Nadja Sennewald, Schreibzentrum Goethe-Universität, Campus Westend, Tel.: (069) 798-32845, sennewald@em.uni-frankfurt.de