Veranstaltungen
In fünfzehn Jahren entstand dieses Mammutwerk unter Leitung des Frankfurter Philosophie-Professors Marcus Willaschek
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
fast 100 Jahre hat es gedauert, bis endlich ein neues Kant-Lexikon erschienen ist, das nun auch die Kant-Forschung des 20. Jahrhunderts angemessen abbildet: An dem neuen dreibändigen Kant-Lexikon mit knapp 2400 Artikeln haben 220 internationale Autoren mitgewirkt. Zehn Jahre haben die vier Herausgeber an diesem Mammutwerk gearbeitet, federführend war der Philosophie-Professor Dr. Marcus Willaschek der Goethe-Universität. Weitere Herausgeber sind Prof. Dr. Jürgen Stolzenberg (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Prof. Dr. Georg Mohr (Universität Bremen) und Dr. Stefano Bacin (Università Vita-Salute, Mailand).
Die Neuerscheinung setzt eine Tradition von Kant-Wörterbüchern fort, die allerdings seit Erscheinen des Standardwerks von Rudolf Eisler 1916 ins Stocken geraten war. Da Kants revolutionärer Neuansatz in der Philosophie mit der Einführung einer weitgehend neuen Terminologie einherging, sind schon zu Kants Lebzeiten mehrfach Kommentare, Wörterbücher und Kompendien zu seinem Werk erschienen. Das neue Lexikon, das auch in elektronischer Fassung vorliegt, entstand auf der Grundlage der aktuellen Text-Edition von Kants gesammelten Werken.
Was unterscheidet die Neuerscheinung aus dem Berliner Verlag Walter de Guyter von bisherigen Werken? Welche Anforderungen stellen Wissenschaftler und Studierende heute an ein solches Lexikon? Hilft es auch dem philosophischen Laien, sich Kants Kosmos zu erschließen? Welches Gesamtbild des Kantischen Denkens vermittelt das neue Lexikon? Wie lässt sich ein so großes Projekt als Herausgeber managen?
Wenn dies Ihr Interesse weckt und Sie gern noch mehr erfahren wollen, dann freuen wir uns, wenn Sie an der Präsentation des neuen Kant-Lexikons teilnehmen
am: Mittwoch, 4. November, um 11:15 Uhr,
Ort: Eisenhower-Raum, 1. Stock, IG-Farben-Hauses, Campus Westend
Ihre Gesprächspartner sind:
Über Ihre Zusage freuen wir uns, mailen Sie uns doch bitte bis zum 2. November (jaspers@pvw.uni-frankfurt.de).
Mit freundlichen Grüßen
Ulrike Jaspers
Referentin für Wissenschaftskommunikation
Informationen: Prof. Dr. Marcus Willaschek, Institut für Philosophie, Campus Westend, Tel. 069/798-32678, willaschek@em.uni-frankfurt.de
Marcus Willaschek/Jürgen Stolzenberg/Georg Mohr/Stefano Bacin (Herausgeber): Kant-Lexikon, Berlin 2015, 3 Bände, 2800 Seiten, Ladenpreis der gebundenen Ausgabe: 349 Euro, Subskriptionspreis bis 31. Dezember 2015: 249 Euro, ISBN: 978-3-11-017259-1
Veranstaltungen
Funkkolleg Wirtschaft bei hr-info unter wissenschaftlicher Begleitung des FB Wirtschaftswissenschaften startet am 2. November. Auftaktveranstaltung: 3. November
FRANKFURT. Nach der Finanzkrise ist nichts mehr, wie es vorher war: Gewissheiten und Lehrsätze in Wissenschaft und Praxis sind ins Wanken geraten. Verhalten sich Wirtschaftsakteure wirklich rational? Wann regeln sich Märkte selbst und wann versagen sie? Wie verändern Globalisierung und Digitalisierung die Arbeitswelt? Formt die Wirtschaft das Internet oder formt das Internet die Wirtschaft?
Ab 2. November greift hr-info im Rahmen des Funkkolleg Wirtschaft diese und weitere aktuelle Fragestellungen auf. Das Funkkolleg gliedert sich in die vier Themenblöcke: „Schöne neue Wirtschaftswelt“, „Der Mensch in der Wirtschaftstheorie“, „Der Mensch in der Arbeitswelt“ und „Neue Werte!“. Die Sendungen laufenjeweils montags um 20.35 Uhr und werden samstags um 11.35 Uhr sowie sonntags um 8.35 Uhr und um 20.35 Uhr wiederholt. Unter dem Hashtag #Funkkolleg können Interessierte in den sozialen Medien mitdiskutieren.
Das Funkkolleg wird wissenschaftlich begleitet von Prof. Dr. Andreas Hackethal, Professor für Personal Finance, und Prof. Dr. Eveline Wuttke, Professorin für Wirtschaftspädagogik an der Goethe-Universität. Ergänzend zu den Sendungen stellt die Universität unter www.funkkolleg-wirtschaft.de ein umfangreiches Lern-Angebot bereit, mit Hintergrundwissen, Zusatzmaterialien, Querverbindungen und Denkanstößen. Dieses Angebot wird vom Hessischen Kultusministerium unterstützt.
HR-info und der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität veranstalten zusammen am 3.11.2015 um 18 Uhr eine öffentliche Auftaktveranstaltung zum Funkkolleg Wirtschaft. Gäste auf dem Podium sind Prof. Dr. Alfons J. Weichenrieder, Professur für Finanzwissenschaft, Goethe-Universität, Prof. Dr. Eveline Wuttke, Marcel Zeitinger, Initiative „Kritische Ökonomik Uni Frankfurt“, Judith Kösters, Wirtschaftsjournalistin und Redakteurin des Funkkollegs. Moderation: Dirk Wagner. Dienstag, 3. November, 18.00 Uhr (s.t.),
Goethe-Universität, Casino Campus Westend, Raum Cas. 1.801.
Tickets: kostenlos. Veranstalter: hr-iNFO in Kooperation mit dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität.
Eine Anmeldung ist erforderlich unter www.hr-online.de/website/radio/hr-info/index.jsp?rubrik=71871&key=standard_document_57438304
Sonstige
Literaturzeitschrift „Johnny“ feiert dritte Ausgabe mit einer Lesung
FRANKFURT. „Johnny“, eine studentische Literaturzeitschrift, die von Studierenden der Goethe-Universität in Eigenregie erstellt wird, erscheint im Oktober mit ihrer dritten Ausgabe. Dazu lädt die Redaktion am Donnerstag, 29. Oktober 2015, um 19 Uhr zu einer Release-Lesung ein, bei der die neueste Ausgabe gegen eine Spende erhältlich sein wird. Gegründet wurde die Literaturzeitschrift aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Goethe-Universität.
Die druckfrische „Johnny“-Ausgabe befasst sich mit dem Thema Rausch und Wahn. Bei der Lesung werden Autorinnen und Autoren ihre eigenen Beiträge vortragen. So wird Ivanna Roik ihr Gedicht „Eine Nacht“ zum Besten geben, Katharina Busch liest ihren humoristischen Text „An allem war nur der Kaffee schuld“. Der Abend wird von Singer-Songwriter Perschya Chehrazi und der Band Acoustic Blinddate musikalisch begleitet.
Die Lesung findet am Campus Westend, im Casinogebäude, Zimmer 1.811 statt. Einlass ist um 18.30 Uhr. Die Hälfte des Erlöses wird an die studentische Initiative „Academic Experience Worldwide“ gespendet, die Tandempartnerschaften zwischen Studierenden und akademischen Asylsuchenden organisiert. Insgesamt kamen dank der großzügigen „Johnny“-Leserschaft schon bei der zweiten Ausgabe 600 Euro für das Projekt zusammen.
Forschung
Empirische Sprachwissenschaften an der Goethe-Universität erweitern ihr Angebot
FRANKFURT. Seit 2005 werden an der Goethe-Universität am Institut für Empirische Sprachwissenschaft auch die baltischen Sprachen gelehrt. Neuerdings kann man auch einen Abschluss in Baltistik machen, nämlich im Rahmen eines Schwerpunktstudiums.
Englisch, Französisch, Spanisch – diese Sprachen werden von vielen Millionen Menschen auf der Welt gesprochen, von vielen Millionen Menschen auf der Welt gelernt. Doch auch „kleine Sprachen“ haben viel zu bieten: Wer sich zum Beispiel mit dem Baltischen beschäftigt, kommt dem Ursprung aller Indogermanischen Sprachen sehr nahe und lernt viel darüber, wie Sprache an sich funktioniert.
„Das Litauische ist eine der wenigen lebenden Sprachen, die sich die Komplexität des Indogermanischen erhalten haben“, sagt Jolanta Gelumbeckaitė, die seit März 2013 als Juniorprofessorin am Institut für Vergleichende Sprachwissenschaften des Fachbereichs Sprach- und Kulturwissenschaften der Goethe-Universität lehrt. „Wenn man hören möchte, wie Indogermanisch geklungen haben könnte, sollte sich mit den baltischen Sprachen beschäftigen“, so Gelumbeckaitė.
Lettisch, Litauisch und das ausgestorbene Altpreußische – sie weisen einen Formenreichtum auf, wie er im Deutschen allenfalls in seiner frühen Stufe, dem Althochdeutschen, zu finden ist. Ein interessanter Forschungsgegenstand, auch wenn es nur rund fünf Millionen Sprecher des Baltischen gibt. Nach der Öffnung der osteuropäischen Grenzen war die Euphorie zunächst groß, und es gab viel Unterstützung für die osteuropäischen Philologien. Das habe sich inzwischen geändert, sagt Jolanta Gelumbeckaitė. Aus finanziellen Gründen mussten etliche Angebote wieder eingestellt werden. In Greifswald kann man zwar noch Baltistik studieren, allerdings mit kulturwissenschaftlicher Ausrichtung.
Nach Frankfurt gelangte die Baltistik mit Jolanta Gelumbeckaitė: Die gebürtige Litauerin kam 2005 als Gastdozentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes an den Main. Unterstützt wird sie durch eine Lektorin, die vom litauischen Ministerium für Bildung und Wissenschaft und vom Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert wird. „Ohne das Geld aus Litauen hätten wir den Schwerpunkt nicht machen können“, so die Professorin.
Die Wissenschaft ist nur für wenige Absolventen eine Option. Aber es gibt auch andere Anwendungsmöglichkeiten, etwa im Bereich der Politik. Um sich möglichst früh im Studium zu orientieren, können die Studierenden bei der Suche nach Praktikumsplätzen Unterstützung bekommen. Hilfreich ist hierbei auch die Partnerschaft des Frankfurter Fachbereichs Rechtswissenschaft mit der Juristischen Fakultät in Vilnius. Zudem soll der Schwerpunkt zu einem internationalen Studiengang ausgebaut werden, so dass die Studierenden auch in Pisa und Stockholm, wo ebenfalls Baltistik angeboten wird, Kurse belegen können. An der Universität Vilnius können die Studierenden eine sprachpraktische Prüfung ablegen.
Längst seien es nicht mehr nur diejenigen, die „eine Oma aus Ostpreußen“ haben, die sich für ein Studium der Baltistik entschieden, sondern auch einfach junge Leute, die einen breiteren Blick auf die Welt suchten. Ein Massenstudienfach wird Baltistik dennoch wohl kaum werden, die Zahl der Studierenden bleibt überschaubar und das Studium somit weiterhin maßgeschneidert.
Informationen: Prof. Jolanta Gelumbeckaitė, Goethe-Universität, Telefon 069 798 25030, Telefax 069 798 22873, eMail gelumbeckaite@em.uni-frankfurt.de
Veranstaltungen
Das Werk des Konzeptkünstlers On Kawara in zwei Versionen: Buch- und Audio-Edition – Begleitet von zweitägiger Lesung aus „Past“ und „Future“
FRANKFURT. Die Studiengalerie 1.357 der Goethe-Universität präsentiert vom 28. Oktober bis zum 26. November On Kawaras „One Million Years“ in zwei Versionen: Die Buchedition besteht aus zwei Bänden, in denen auf dünnem Bibeldruckpapier die Jahreszahlen von jeweils einer Million Jahre aufgelistet sind. Die hier gezeigte Edition des Jahres 1999 geht auf eine maschinenschriftliche Fassung des Werkes aus den Jahren 1969 und 1981 zurück. Dazu wird die Audio-Edition präsentiert, die bei einer Lesung aus dem Werk im Rahmen der documenta11 in Kassel im Jahr 2002 aufgezeichnet wurde. Die Ausstellung wird am Mittwoch (28. Oktober) um 21:30 im I.G. Farben-Haus, erster Stock, Raum 1.357, eröffnet – zum Abschluss einer ganztägigen Lesung des Werkes.
Begleitet wird die Ausstellungseröffnung durch zwei ganztägige Lesungen aus den Büchern. Vierzig Studierende und Lehrende werden am 28. Oktober (12 bis 23 Uhr) aus „Past“ und am 29. Oktober (10 bis 18 Uhr) aus „Future“ lesen. Die Studiengalerie setzt damit die sukzessive Lesung des Werks fort, die zuletzt anlässlich der großen On Kawara-Retrospektive im Guggenheim Museum, New York, im Frühjahr 2015 durchgeführt wurde. Im Aufenthaltsbereich der Lesung gibt es ein von Design-Studierenden der HfG Offenbach eingerichtetes Café.
Der erste Buchband „Past“ mit der Widmung „For all of those who have lived and died“ umfasst die Jahreszahlen von 998031 v. Chr. bis 1969 n. Chr. Der zweite Band „Future“ mit der Widmung „For the last one“, in der Urfassung 22 Jahre später getippt, präsentiert die Daten von 1981 n. Chr. bis 1001980 n. Chr. Beide Arbeiten sind Teil der Sammlung des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main.
„Ich möchte die Zahlen einer Million Jahre tippen und in einem Buch zusammenfassen. Wenn ich 500 Jahre auf einem Bogen Papier festhalten kann, dann benötige ich für diese Arbeit 2000 Blatt Papier, und die Geschichte der Menschheit findet sich lediglich auf den letzten 10 Seiten wieder“, äußerte On Kawara 1981. In „One Million Years“ setzt On Kawara mit monumentaler Geste die Arbeit am Thema „Zeit“ fort, dem er sein gesamtes Werk gewidmet hat. On Kawara sucht eine Zeitspanne zu greifen, die vor- und übermenschlich ist. Die schriftliche Markierung scheint noch möglich, ist für den Betrachter aber nur als Zahlenkonstrukt und Sprache erfassbar. Ein wiederum entmaterialisierender und synthetisierender Moment kommt durch die Vertonung hinzu: Die Zeit wird im Vorlesen nicht nur denk-, sondern vor allem erlebbar.
On Kawara wurde am 24. Dezember 1932 in Kariya/Aichi-ken in Japan geboren. Nach Beendigung seiner Schulbildung studierte er ab 1955 zeitweise Architektur. Als Künstler war er Autodidakt. Kawara verstand sich als Dauerreisender, hielt sich jedoch häufig in New York auf. Von 1960 an wurden Kawaras Arbeiten in Einzel- und Gruppenausstellungen international ausgestellt. In der Kunstgeschichte zählt er zu den bedeutendsten Vertretern der Konzeptkunst. Er starb am 27. Juni 2014 in New York City.
Die Ausstellung im Raum 1.357, im ersten Stock des I.G. Farben-Hauses, ist bis 26. November montags bis donnerstags zwischen 12 und 17 Uhr geöffnet.
Die Studiengalerie ist ein Projekt der Studiengruppe „Erinnerungskultur, Gedächtnispolitik und Bildgebrauch“. In der Gruppe arbeiten Studierende und Lehrende verschiedener Disziplinen in Kooperation mit dem Städel Museum und dem MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main projektorientiert an der Erforschung des bildlichen Umgangs moderner Gesellschaften mit Geschichte. Die Studiengruppe stellt vier Mal im Jahr zeitgenössische Kunst in dem Galerieraum 1.357 des IG-Farben-Gebäudes aus.
Informationen: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Historisches Seminar, Campus Westend, Tel.: (069) 798 -32424, jussen@em.uni-frankfurt.de; PD Dr. Henning Engelke, Kunstgeschichtliches Institut, engelke@kunst.uni-frankfurt.de; Madeleine Hesse, studentische Mitarbeiterin der Studiengalerie 1.357, madeleine.hesse@stud.uni-frankfurt.de