Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Forschung

Jul 2 2014
13:32

Antibiotika-resistentes Bakterium A. baumannii verursacht oft tödliche Infektionen

Neue Forschergruppe zu gefährlichem Krankenhauskeim

FRANKFURT. Multiresistente Bakterien haben in den letzten Jahren in den Kliniken dramatisch zugenommen und stellen Personal und Patienten vor immense Probleme, oft mit tödlichem Ausgang. Neben den „alten Bekannten“ wie Staphylococcus aureus ist in den letzten Jahren ein neuer Erreger hinzugekommen: Acinetobacter baumannii. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligte heute eine neue Forschergruppe unter Federführung Frankfurter Wissenschaftler, welche die vielfältigen Gründe für die dramatische Zunahme multiresistenter A. baumannii-Stämme untersuchen wird.

A. baumannii ist mittlerweile in den industrialisierten Ländern ein verbreiteter und hervorragend adaptierter Krankenhauskeim. Er verursacht 5 bis 10 Prozent der im Krankenhaus erworbenen Lungenentzündungen und 2 bis 10 Prozent aller Infektionen auf Intensivstationen in europäischen Kliniken. Besorgniserregend ist die Zunahme der Antibiotika-Resistenzen. Der Keim gehört mittlerweile zu der Gruppe der sechs „ESKAPE“-Organismen, die sich einer Antibiotikatherapie entziehen. Dadurch führen Infektionen mit A. baumannii häufig zum Tode.

An der Forschergruppe 2251 „Adaptation und Persistenz von Acinetobacter baumannii“sind mehrere Institute der Goethe-Universität beteiligt: die Molekulare Mikrobiologie & Bioenergetik, die medizinische Mikrobiologie & Hygiene, das Institut für Zellbiologie & Neurowissenschaften und das Institut für Biochemie. Weitere Kooperationspartner sind die Universitäten zu Köln und Regenburg sowie das Robert-Koch-Institut. Die Forscher werden in einem hoch-interdisziplinären Ansatz die Lebensweise von A. baumannii untersuchen. Sie wollen herausfinden, wodurch er sich so gut an den Menschen und die Klinikumgebung angepasst hat und worauf die Multiresistenzen beruhen. Die Antworten auf diese Fragen sollen künftig die Therapie dieses dramatisch zunehmenden Krankenhausheims ermöglichen.

Informationen: Prof. Volker Müller, Sprecher der Forschergruppe 2251, Molekulare Mikrobiologie & Bioenergetik, Campus Riedberg, Tel: (069)798-29507; vmueller@bio.uni-frankfurt.de, Prof. Dr. Volkhard Kempf, Universitätsklinikum Frankfurt, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, volkhard.kempf @kgu.de, 49 69 6301-5019, http://www.bio.uni-frankfurt.de/51172482 

Personalia/Preise

Jul 2 2014
12:59

Der Frankfurter Philosoph und Politikwissenschaftler wurde zum Leibniztag aufgenommen

Rainer Forst Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie

FRANKFURT. Rainer Forst, Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt, ist neues Ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Die traditionsreiche Institution hat den 49-Jährigen am vergangenen Wochenende im Rahmen eines Festakts in die Sozialwissenschaftliche Klasse aufgenommen, eine von fünf „Klassen“, deren Mitglieder sich regelmäßig zu Arbeits- und Gremiensitzungen treffen.

„Das ist eine sehr große Ehre für mich“, sagte Prof. Rainer Forst nach der Auszeichnung in Berlin. Besonders freue ihn seine Aufnahme in die Akademie, weil sie die Nachfolgeorganisation der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften ist, bei der auch sein großes philosophisches Vorbild Immanuel Kant Mitglied gewesen sei. Insgesamt gehören der Akademie derzeit 173 Ordentliche und 97 entpflichtete Ordentliche Mitglieder sowie 72 Außerordentliche Mitglieder an. Zum Mitglied berufen werden kann, wer sich durch herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet hat. Die Akademie wählt ihre Mitglieder aus allen Wissenschaftsgebieten und aus ganz Deutschland, aber auch aus dem Ausland. Außer Forst sind gegenwärtig folgende Frankfurter Wissenschaftler Mitglied der Akademie in Berlin: der Ethnologe Karl-Heinz Kohl, der Rechtshistoriker Michael Stolleis, der Hirnforscher Wolf Singer, der Biophysiker Hartmut Michel und der Komparatist Winfried Menninghaus.

Rainer Forst gilt als einer der Vertreter der Kritischen Theorie der „Frankfurter Schule“ und genießt national und international den Ruf eines der wichtigsten Philosophen seiner Generation. Der gebürtige Wiesbadener hat Philosophie, Politikwissenschaft und Amerikanistik in Frankfurt, New York und an der Harvard Universität studiert und lehrte unter anderem an der Freien Universität Berlin, der New School for Social Research in New York und am Dartmouth College. Er befasst sich mit Grundbegriffen der politischen Philosophie, insbesondere mit Theorien der Gerechtigkeit, der Toleranz und der Demokratie. Seit 2004 lehrt er an der Frankfurter Universität, der er trotz mehrerer Angebote namhafter Universitäten im Ausland treu geblieben ist. Forst ist Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ sowie der Kolleg-Forschergruppe „Justitia Amplificata“. Im Jahr 2012 wurde er mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet.

Veranstaltungen

Jul 1 2014
17:11

90 Oberstufenschüler tauchen für eine Woche in geistes-, sozial- und naturwissenschaftliche Forschungsthemen ein. 11. Juli, Campus Westend

OB Feldmann besucht Schülercampus der Goethe-Universität

FRANKFURT. Unter dem Motto „Wissenschaft entdecken! Universität erleben!“ veranstaltet die Goethe-Universität zum dritten Mal einen Schülercampus für besonders motivierte und leistungsstarke Oberstufenschüler. Der bundesweit ausgeschriebene Sommerkurs besteht aus einer geistes- und sozialwissenschaftlichen sowie einer naturwissenschaftlichen Programmlinie und findet auf dem Campus Westend und dem Campus Riedberg statt. Hiermit laden wir Medienvertreter herzlich zur zweiteiligen Abschlussveranstaltung des diesjährigen Schülercampus ein.

Wann: Freitag, 11. Juli 2014, 13:00 Uhr und 16:30 Uhr.

13:00 Uhr: Teil I – Vortrag „Sucht und Verantwortung“. Grußwort von Oberbürgermeister Peter Feldmann.
16:30 Uhr: Teil II – Poster-Präsentation. Grußwort von Daphne Lipp (Polytechnische Stiftung).

Wo: Foyer des PA-Gebäudes, Campus Westend der Goethe-Universität.

Nach einem Grußwort des Oberbürgermeisters beleuchten im ersten Teil der Abschlussveranstaltung Prof. Theo Dingermann und Dr. Claudia Blöser das Thema „Sucht und Verantwortung“ aus natur- und geisteswissenschaftlicher Perspektive und diskutieren hierüber mit den Schülern. Die anschließende Poster-Präsentation gibt einen Einblick in das Programm und die Arbeitsergebnisse des Schülercampus. Bei einem Rundgang durch die wissenschaftlichen Poster erhalten Sie die Möglichkeit, mit Schülern, Wissenschaftlern und Initiatoren ins Gespräch zu kommen. Den genauen Ablauf der Abschlussveranstaltung finden Sie unter www.schuelercampus.uni-frankfurt.de.

Um Anmeldung wird bis Montag, 7. Juli, gebeten an gilde@em.uni-frankfurt.de.

Gerne können Sie sich bereits während der Woche einen Eindruck vom Schülercampus verschaffen und auch hier mit Beteiligten sprechen. Die beim Schülercampus angebotenen Fächer und Themen finden Sie unter www.schuelercampus.uni-frankfurt.de.

Weitere Informationen: Dr. Benjamin Gilde, Stabsstelle Lehre und Qualitätssicherung, Campus Westend, Tel.: (069) 798-12457,  gilde@em.uni-frankfurt.de; www.schuelercampus.uni-frankfurt.de

Personalia/Preise

Jun 30 2014
18:00

Jungwissenschaftler erhalten bedeutende Preise.

Akademische Feier 2014

FRANKFURT. Zehn junge Forscherinnen und Forscher wurden im Rahmen der Akademischen Feier 2014 ausgezeichnet. Der Vorsitzende der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität, Prof. Wilhelm Bender, und Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl überreichten die Auszeichnungen für Forschungsvorhaben, herausragende Abschlussarbeiten und Dissertationen. Die Akademische Feier der Vereinigung von Freunden und Fördern der Goethe-Universität gilt als eine der wichtigsten inneruniversitären Veranstaltungen für die wissenschaftliche Nachwuchsförderung.

Die mit 25.000 Euro am höchsten dotierte Auszeichnung ist der Adolf-Messer-Stiftungspreis. Er ging in diesem Jahr an Dr. Markus Stefan Schöffler für sein Forschungsprojekt „Händigkeitsbestimmung komplexer chiraler Moleküle mit dem Reaktionsmikroskop“. Nach der Promotion im Jahre 2006 forschte er in Berkeley und Wien und kehrte 2011 nach Frankfurt zurück und widmet sich seitdem dem Thema Händigkeit von Molekülen.

Für ihre Dissertation zum Thema „Ivan Puni und die Bedingtheit der Malerei. Ein Topos der russischen Avantgarde-Ästhetik“ erhielt die Kunstwissenschaftlerin Dr. Magdalena Nieslony den mit 3.000 Euro dotierten Benvenuto Cellini-Preis. Nieslony hat in Frankfurt und Paris studiert und ist seit 2012 Assistentin am Institut für Europäische Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg.

Der mit 5.000 Euro dotierte Frankfurter Forschungspreis der Rudolf-Geißendörfer-Stiftung ging in diesem Jahr an die Medizinerin Dr. Juliane Liese, die sich in ihrer Arbeit zur Grundlagenforschung mit „Translationalen Ansätzen zur Erhöhung der therapeutischen Effizienz der Sorafenibtherapie und Identifizierung prädiktiver Marker für das Therapieansprechen im Hepatozellulären Karzinom“ beschäftigt hat. Liese ist Ärztin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Goethe-Universität.

Die Historikerin Dr. Annika Klein wurde für ihre Dissertation zum Thema „Korruption und Korruptionsskandale in der Weimarer Republik“ mit dem Friedrich Sperl-Preis ausgezeichnet. Sie erhält dafür ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro. Klein arbeitet seit 2013 am Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Goethe-Universität.

Der Mediterran-Preis zur Förderung des Nachwuchses in der Archäologie, der mit 4.500 Euro dotiert ist, wurde Florian Schimpf M.A. für seine Magisterarbeit zum Thema „Griechisch-kleinasiatische Maßsteine. Überlegungen zur Metrologie und Funktion am Beispiel von fünf Exemplaren aus Priene“ verliehen.

Der Werner Pünder-Preis ging in diesem Jahr an Ass. jur. Julian Lubini, der sich in seiner Dissertation mit dem Thema „Die Verwaltungsgerichtsbarkeit in den Ländern der SBZ/DDR 1945-1952“ beschäftigt hat. Lubini war von 2011 bis 2012 Richter am Sozialgericht; seit 2012 ist er als Staatsanwalt tätig. 

Der Preis der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität für den naturwissenschaftlichen Nachwuchs, der mit insgesamt 10.000 Euro dotiert ist, wurde in diesem Jahr auf drei Preisträger aufgeteilt:
Der Biologe Dr. David Bierbach wurde für seine Dissertation „Mate choice in communication networks ausgezeichnet.

Der Chemiker Dr. Jin-Liang Zhuang erhielt den Preis für seine Promotion zum Thema „Controlled Synthesis of Metal-Organic Framework Particles and Growth of Surface-Atttached Metal-Organic Frameworks“.

Der Mathematiker und Philosoph Dr. Timo de Wolff schließlich erhielt die Auszeichnung für seine Dissertation „On the Geometry, Topology and Approximation of Amoebas“.

Mit dem WISAG-Preis für die beste Dissertation wurde in diesem Jahr der Politikwissenschaftler Dr. Jonas Gobert ausgezeichnet. Der Titel seiner Arbeit lautet „Zivilgesellschaftliche Organsiationen in staatlich-institutionalisierten Gremien – Zur politischen Soziologie funktionaler Repräsentationen.“ Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Weitere Informationen: Lucia Lentes, Kontaktstelle der Freunde in der Universität, Tel. (069) 798-22756, l.lentes@vdv.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 30 2014
16:13

Kooperationsabkommen zwischen Goethe-Universität und Deutschem Archäologischem Institut bestätigt jahrelange Zusammenarbeit

„Trauschein“ nach 100 Jahren

FRANKFURT. Mit einem feierlich unterzeichneten Kooperationsabkommen wollen die Goethe-Universität Frankfurt und das Deutsche Archäologische Institut ihre Zusammenarbeit auf ein neues Fundament stellen – eine formale Bestätigung des bereits seit vielen Jahren bestehenden regen Austausches und der intensiven gegenseitigen Unterstützung. Die Feier findet am kommenden Donnerstag, 3. Juli, im Senatssaal der Universität statt. Vertreter beider Institutionen werden auf die gemeinsamen Errungenschaften zurückblicken und Perspektiven in die Zukunft eröffnen. Von Seiten des DAI sprechen die Präsidentin Prof. Friederike Fless, Prof. Susanne Sievers von der Römisch Germanischen Kommission und Prof. Svend Hansen von der Eurasien-Abteilung des DAI, für die Uni-Archäologen Prof. Hans-Markus von Kaenel und Prof. Rüdiger Krause.

Schon im Vorfeld der Frankfurter Universitätsgründung hat sich die Stadt erfolgreich darum bemüht, wichtige wissenschaftliche Institutionen nach Frankfurt zu holen – darunter auch die 1902 gegründete Römisch-Germanische Kommission (RGK) des Kaiserlich Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), die heute am Palmengarten ansässig ist. Von Beginn an gab es eine vielfältige Zusammenarbeit zwischen Universität, RGK und DAI, auch wenn der Fachbereich Archäologie erst viele Jahre später einen Platz an der Goethe-Universität erhalten sollte. Bereits 1916 nahmen Direktoren und Mitarbeiter der RGK Lehraufträge an der Universität wahr, gemeinsam wurden seither zahlreiche Forschungsprojekte durchgeführt. Ein besonderes Privileg für die Studierenden ist bis heute die Nutzung der berühmten Bibliothek der RGK.

„Seit Gründung des damaligen Seminars für Vor- und Frühgeschichte rund 50 Jahren ist die Zusammenarbeit noch enger geworden“, sagt Rüdiger Krause, Professor für Früh- und Vorgeschichte am Archäologischen Institut der Goethe-Universität. Die Römisch-Germanische Kommission sei für die Limes-Forschung ein besonders wichtiger Partner, aber inzwischen gebe es auch Querverbindungen zu anderen Abteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts – etwa bei einem Projekt in Sibirien, an dem die Eurasien-Abteilung des DAI beteiligt sei. Jeder bringe seine Expertise mit ein, so dass es immer wieder zu Synergieeffekten komme. Diese Zusammenarbeit solle auch in  Zukunft fortbestehen, so Krause. Durch sie sei Frankfurt/Rhein-Main zu einem wichtigen Standort der Archäologie geworden. Insofern sei das bevorstehende Abkommen lediglich ein „Trauschein nach vielen Jahren wilder Ehe“. Demnächst wolle man gemeinsam für fünf Projekte die Aufnahme ins Landesförderprogramm LOEWE beantragen.