Forschung
Jubiläumsausgabe von „Forschung Frankfurt“ soeben erschienen – Neues Layout mit großformatigen Fotoseiten, kompakten Informationen und intensiven Lesestrecken
FRANKFURT. Pünktlich zur Goethe-Festwoche vom 14. bis 20. Juli erscheint das Wissenschaftsmagazin „Forschung Frankfurt“ mit einer Jubiläumsausgabe zum 100. Geburtstag der Goethe-Universität. Auf 160 Seiten reflektieren die Autoren die Rolle der Wissenschaft und der Wissenschaftler in den vergangenen 100 Jahren und nehmen den Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens in verschiedenen Fächern in den Blick.
Zum Jubiläum erscheint „Forschung Frankfurt“ erstmalig in einem neuen Layout. Dichte Informationen mit kurzen Texten oder in intensiven Lesestrecken wechseln mit ruhigen, fast kontemplativ gestalteten großformatigen Fotoseiten, die auch der visuellen Faszination der Wissenschaft Raum geben. In dieser Ausgabe setzten wir Objekte aus den Sammlungen der Universität in Szene, die ab 19. Oktober auch Gegenstand der großen Jubiläumsausstellung sind.
Jubiläen, Gedenk- und Feiertage sind willkommene Anlässe, sich gemeinsam zu erinnern. Aber wie stehen diese in Beziehung zu Erinnerungskulturen? Warum brauchen Gemeinschaften das kollektive Erinnern, um fort zu bestehen? Historiker zeigen, dass Erinnern nicht nur identitätsstiftend ist, sondern dass es auch bedeutet, sich vergangene Ereignisse zu vergegenwärtigen – oder wie es Marcel Proust ausdrückt: „Erst im Gedächtnis formt sich die Wirklichkeit.“ Dazu gibt es in „Forschung Frankfurt“ grundsätzliche Überlegungen, aber auch Beispiele aus der Universitätsgeschichte. Einige Entwicklungen wie der Abschied von der Universität der Ordinarien Ende der 1960er Jahren fanden an allen deutschen Hochschulen statt, doch hatten die Studentenunruhen an der Goethe-Universität nicht zuletzt durch die gesellschaftskritische Frankfurter Schule eine besondere Ausprägung.
In der Rubrik „Fächerkulturen“ beleuchten wir nicht nur den Wandel innerhalb einzelner Fächer – etwa den Einfluss des Computers auf die Mathematik -, sondern stellen auch die Streitkultur in den Naturwissenschaften und in den Geisteswissenschaften dar, so dass Unterschiede deutlich werden. Unsere Autoren sind den Erfolgsrezepten wissenschaftlicher Schulen in der Hirnforschung, der Physik und der Sozialphilosophie nachgegangen, haben nach den Ursachen verpasster Chancen geforscht und Wissenschaftler nach ihren Erfahrungen mit inter- und transdisziplinärer Zusammenarbeit gefragt.
Ein weiterer Schwerpunkt des Hefts sind die 40 Sammlungen der Universität. Wir geben eine Vorschau auf die Ausstellung „Ich sehe wunderbare Dinge“, im Oktober im Museum Giersch, reflektieren über die sich wandelnde Bedeutung wissenschaftlicher Sammlungen und stellen die geowissenschaftlichen Sammlungen mit ihren Steinen, Mineralien und Fossilien vor.
Eine Themenauswahl der 35 Beiträge in „Forschung Frankfurt“ 1/2014:
Informationen: Dr. Anne Hardy und Ulrike Jaspers, Abteilung Marketing und Kommunikation, Campus Westend, Tel.: (069) 798-12498, hardy@pvw.uni-frankfurt.de, und (069)-798-13066, jaspers@pvw.uni-frankfurt.de.
Forschung Frankfurt im Web: www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/
Ein Probeheft von Forschung Frankfurt kann kostenlos bei Helga Ott bestellt werden, Mail: Ott@pvw.uni-frankfurt.de.
Veranstaltungen
Goethe-Universität feiert eine Woche lang mit einem bunten Programm: Ausstellungen, Campusführungen, Lesungen, Kino und viel Musik
FRANKFURT. Feiern am Campus: Im Rahmen des 100jährigen Jubiläums findet vom 14. bis 20. Juli die Sommerfestwoche an der Goethe-Universität statt. Auf alle Interessierte wartet ein vielfältiges Programm. Von Vorträgen und Diskussionen über Literatur- und Bibelnächte bis hin zu Konzerten, Open-Air-Kino, Ausstellungen und Campusführungen reicht die Palette.
Der Höhepunkt der Woche findet am Freitag, 18. Juli, statt: Dann möchte die Universität zusammen mit den Bürgerinnen und Bürger der Stadt Frankfurt das Uni-Sommerfest feiern. Unterhaltung für Groß und Klein: Ab 14 Uhr startet auf dem Campus Westend auf zwei Bühnen ein Fest für die Sinne, mit Theater, Musical und jede Menge Musik. Das Spektrum reicht von HipHop über Rock bis hin zum Osteuropa-Beat des Top Act: Niemand Geringeres als Shantel tritt am Freitag mit seinem Bukovina Club Orkestar auf der Hauptbühne am Hörsaalzentrum auf (ab 22 Uhr). Am gleichen Tag kommen übrigens Freunde der Literatur auf ihre Kosten: Die „Lange Nacht der Weltliteratur“ im Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften (IG-Farben-Haus) lockt mit einer Vielfalt an Sprachen. Das Institut für Archäologische Wissenschaften öffnet am Nachmittag für alle Interessierten seine Sammlungen.
Die Sommerfestwoche im Überblick:
Montag: Eröffnung der Sommerfestwoche; Sommerfest der Deutschland-Stipendiaten.
Dienstag, 15. Juli: Tag der Lehre, u.a. mit Studienkongress UNIversal, Podiumsdiskussion „Promotion – nur ein dritte Studienabschnitt?“ und Vorausscheid Goethe-Slam.
Mittwoch, 16. Juli: Tag der Innovationen, u.a. mit der Nacht der Bibel (18-1 Uhr) und Studiengruppe „Zur Sache!” - Die neue Online-Plattform der Sammlungen an der Goethe-Universität.
Donnerstag, 17. Juli: Semesterabschlusskonzert mit Universitätsmusik; ab 22 Uhr: Open Air-Kino: „Good Will Hunting“ (in Kooperation mit dem Deutschen Filmmuseum).
Freitag, 18. Juli: Sommerfest für Bürger, Mitarbeiter und Studierende.
Samstag, 19. Juli: Internationaler Alumni-Ball.
Ausstellungen (ganztägig):
HUNDERT: Die Goethe-Universität in 100 Dingen. Ausstellung im Foyer des IG-Farben-Hauses.
36 Stifter für eine Idee. Das Frankfurter Jüdische Bürgertum und die Gründung der Universität. Ausstellung im Foyer des PA-Gebäudes.
Das Spektrum der Lehre. Eine Ausstellung zur Vermittlung wissenschaftlichen Wissens im Wandel der Zeit. Ausstellung im Foyer des PEG-Gebäudes.
Goethe-Installation von Ottmar Hörl. Rasenfläche vor dem IG-Farben-Haus.
Sonstiges:
Chillen mit dem Uniradio Dauerwelle: Zu erfrischenden Getränken und süßen Gaumenfreuden gibt’s Musik unplugged (Mo – Do).
Campusführungen: täglich um 13 Uhr mit historischem Schwerpunkt (Treffpunkt Haupteingang IG-Farben-Haus); täglich um 17 Uhr mit architektonischem Schwerpunkt (Treffpunkt Campusplatz vor der Skulptur „Body of Knowledge).
Nähere Infos zum Programm der Sommerfest-Woche: http://www.uni-frankfurt.de/50932382/sommerfest-woche
Sonstige
Auf dem Uni-Sommerfest hat er ein Heimspiel: Der Frankfurter Musiker und DJ Stefan Hantel alias Shantel erklärt im neuen UniReport die Wurzeln seiner Musik.
FRANKFURT. Seine Musik ist eine wilde Melange aus Klezmer, Polka und Disco: Stefan Hantel füllt unter dem Namen Shantel seit vielen Jahren Konzerthallen und Discotheken in ganz Europa, sein „Disko Partizani“ ist in vielen Ländern vom Geheimtipp zum Hit avanciert. Im Interview mit dem UniReport erläutert der vielseitige Künstler, dass seine Musik in einer Art „Diaspora“ geboren wurde und in der multiethnischen Stadt Frankfurt günstige Bedingungen vorgefunden hat: „Meine Musik ist meine persönliche Interpretation der Bucovina, die Neuerfindung des Mythos, etwas sehr Virtuelles.“ Hantel, der an der Goethe-Universität studiert hat, spielt mit dem Bucovina Orkestar am 18. Juli auf dem Uni-Sommerfest (Campus Westend, ab 22 Uhr).
Die weiteren Themen im neuen UniReport (4/2014):
Ist Milch schädlich? Mit einer Anti-Milch-Kampagne an U-Bahnhöfen werden Verbraucher verunsichert: Zwei Wissenschaftler klären über die Ernährungs-Mythen auf.
Im Westend angekommen? Eine Reportage über den Hauptcampus der Goethe-Universität - ein Ort, der vieles bietet, aber auch Wünsche offenlässt.
Ein eigenes Schulfach Wirtschaft? Prof. Tim Engartner plädiert stattdessen für eine Integration der Disziplinen Soziologie, Politik und Ökonomie.
Peter Alexander und Ingeborg Bachmann in einer Vorlesung? Daniel Kehlmann, Poetikdozent an der Goethe-Universität, über den Wahnwitz der Nachkriegsunterhaltung.
Der UniReport steht zum Download bereit unter http://bit.ly/unireport_4-14
Programm der Sommerfest-Woche: http://www.uni-frankfurt.de/50932382/sommerfest-woche
Kontakt: Dr. Dirk Frank, Pressereferent, Pressereferent /stv. Leiter, Abteilung Marketing und Kommunikation, Tel. (069) 798-13753, frank@pvw.uni-frankfurt.de
Sonstige
Der brasilianische Soziologe Moisés Balestro, Gastprofessor an der Goethe-Universität, über das Turnier in seinem Land und die politische Bedeutung im bevorstehenden Präsidentschaftswahlkampf
FRANKFURT. Nach der historischen Niederlage gegen das deutsche Team: Brasilien trauert um den verpassten Einzug ins Finale. Doch welche Folgen hat der überraschende Ausgang des Spiels für eine von sozialen Konflikten geprägte Gesellschaft?, fragen viele besorgte Beobachter. „Die Bevölkerung ist sicherlich vom Ausgang des Spiels sehr enttäuscht, aber nach dem Spiel ist es vergleichsweise sehr ruhig geblieben“, betont Prof. Moisès Balestro, Soziologe der Universität Brasilia und im Augenblick Gastprofessor am Institut für Politikwissenschaft an der Goethe-Universität. In den Sozialen Medien lasse sich sogar ein humorvoller Umgang mit der Niederlage beobachten. Ein Großteil der brasilianischen Fußballfans hoffe nun auf einen Sieg der deutschen Mannschaft im Finale: „Das hat natürlich sehr stark mit der Rivalität zum Nachbarn Argentinien zu tun“, erläutert Balestro.
Der Experte für sozio-ökonomische Veränderungen in Schwellenländern wie Brasilien beobachtet genau die Diskussion in seinem Land und analysiert die politische Stimmung nach dem Halbfinale. Während die Fußballfans das verlorene Halbfinale vor allem unter sportlichen Gesichtspunkten betrachteten, sei der Diskurs in Medien und Politik ein anderer. „Noch in diesem Jahr wird in Brasilien eine neue Regierung gewählt“, betont Balestro. Daher versuche man, Parallelen zwischen dem Misserfolg im Sport und der Arbeit der Regierung herzustellen. Große Zeitungen wie „Folha de São“, „Estado de São Paulo“ und „O Globo“, die der Opposition nahestehen, wählten drastische Schlagzeilen wie „Schande“ oder „Demütigung“; sie deuteten die Niederlage als Alarmsignal an die amtierende Präsidentin Dilma Roussef, sagt Balestro. „Als Soziologe sehe ich darin eine Konstruktion von Wirklichkeit“, so Balestro. Die brasilianische Presse verhalte sich oft wie eine Partei und versuche massiv, auf die öffentliche Meinung einzuwirken.
Auch der Hauptoppositionskandidat Aécio Neves habe gesagt, es sei an der Zeit, Änderungen in der Seleção und der Regierung vorzunehmen. „Offiziell beteuert die Opposition, dass die WM nichts mit Politik zu tun habe, aber man versucht ganz deutlich, die Niederlage auszuschlachten“, analysiert Balestro. Demgegenüber habe die Präsidentin gefordert, dass eine große Nation wie Brasilien die Niederlage überwinden müsse. In der noch jungen demokratischen Geschichte Brasiliens, hebt Balestro hervor, gebe es keine Korrelation zwischen WM und Wahlergebnissen. So wurde Brasilien 2002 Weltmeister, aber der damals amtierende Präsident Cardoso wurde dennoch abgewählt, sein Nachfolger wurde Lula da Silva.
Balestro unterstreicht, dass trotz vieler anderslautender Berichte die Weltmeisterschaft in der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz genieße: „Vor der WM lag die Zustimmung gerade mal bei 51 Prozent; während des Turniers stieg diese auf über 60 Prozent.“ Brasilien sei stolz darauf, dass es eine solche Großveranstaltung erfolgreich organisieren und durchführen könne. „Unser Schriftsteller Nelson Rodriguez hat einmal von unserem ‚Straßenhund-Komplex‘ gesprochen: Brasilianer denken, dass sie andauernd alles falsch machten“, erklärt Balestro. Für das Selbstwertgefühl der Nation sei die erfolgreiche Durchführung der WM daher sehr wichtig, gerade auch angesichts der Tatsache, dass in zwei Jahren mit den Olympischen Spielen eine weitere Großveranstaltung in Brasilien stattfinde.
Veranstaltungen
Einladung zum Tag der offenen Tür des Taunus-Observatoriums
FRANKFURT. Zur Feier des 100. Geburtstages der Goethe-Universität Frankfurt laden der Physikalische Verein und der Fachbereich Geowissenschaften / Geographie der Goethe-Universität zu einem Tag der offenen Tür am 19.07 2014 ab 11 Uhr auf dem kleinen Feldberg ein. Bereits ein Jahr vor der Gründung der Universität nahmen Wissenschaftler am dortigen Taunus-Observatorium ihre Arbeit auf. Die Besucher erwartet ein buntes Programm aus Vorträgen, Führungen und Wissenschaft zum Anfassen.
Das Vortragsprogramm umfasst Themen aus der Astronomie, der Bodenkunde, der Geschichte, der Seismologie und dem Wetter, sowie eine Autorenlesung zum Roman „Nachbeben“. Außerdem öffnen die Forschungseinrichtungen selbst ihre Türen und bieten einen Einblick in die jeweiligen Methoden: In der Hans-Ludwig-Neumann-Sternwarte können die Besucher einen Blick durch ein Sonnenteleskop werfen. In der alten Erdbebenwarte dürfen sie die historischen Seismographen auf ihre Funktionstüchtigkeit testen. Auch die Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes und die Forschungsstation des Institutes für Atmosphäre und Umwelt/HLUG können besichtigt werden. In einer Vorführung zur Bodenkunde wird die Landschaftgeschichte und die ökologische Bedeutung des Umweltfaktors „Boden“ erläutert.
Gegründet wurde das Taunus-Observatorium im Jahr 1913 vom Physikalischen Verein als Stiftung, die sich aus den Spenden Frankfurter Bürger und der von Rheinach‘schen Stiftung finanzierte. Bereits vier Tage vor der Eröffnung reiste sogar Kaiser Wilhelm II. von seiner Sommerresidenz im Bad Homburger Schloss an, um die damals hochmoderne Erdbebenwarte und die „aerologische Station“ für Luftmessungen, die von Wetterballons gemacht wurden. Zur Gründung der Goethe-Universität im Jahr 1914 gliederte man das Observatorium an das Institut für Meteorologie und Geowissenschaft an.
Frankfurter Forscher leisteten am Observatorium Pionierarbeit in der Atmosphären- und Erdbebenforschung. Bis heute ist die seismologische Station am Kleinen Feldberg in Betrieb und Teil des „German Regional Seismic Network“. Im atmosphärenwissenschaftlichen Labor sammelt das Institut für Atmosphären- und Umweltforschung auch heute noch Daten. Von Vorteil ist die Nachbarschaft zu der vom Deutschen Wetterdienst betriebenen Wetterstation und der Luftmeßstation des Landes Hessen. 1998 kam die Hans-Ludwig-Neumann-Sternwarte hinzu, in der Mitarbeiter des Physikalischen Vereins inzwischen mehr als 100 Kleinplaneten entdeckt haben.
Für die kleinen Besucher werden an den jeweiligen Stationen interessante und themenbezogene Mitmachaktionen und Experimente angeboten, bei denen spielerisch in die Themen der Wissenschaft erlebt werden können. Weitere Informationen zum Programm finden Sie unter http://www.TO.uni-frankfurt.de.
Informationen: Alexander Löwer, Tel.: (069) 798-40207, GeoAgentur@uni-frankfurt.de, http://www.TO.uni-frankfurt.de/