Veranstaltungen
Lesung mit Turm-Graffiti und Ausstellung zu Frankfurter Abrisshäusern. 15. Oktober, 18 Uhr, PEG-Gebäude, Campus Westend
FRANKFURT. Nach dem Abriss des AfE-Turms auf dem Universitätscampus Bockenheim legt Albert A. Schmude das Buch „Turm forever! 200 Graffiti-Sprüche aus dem Frankfurter Uni-Turm, 1981 und 2013“ vor. Schmude wird aus seiner neuen Publikation eine öffentliche Lesung im Institut für Psychologie abhalten. Der Autor hat kurz vor dem Abriss des Uni-Turms wichtige und markante Graffiti-Sprüche von den Wänden abgeschrieben und stellt sie denen von 1981 gegenüber. Das Buch ist mit Fotos und einem Siebdruck des Frankfurter Künstlers Michael Bloeck illustriert. Im Anschluss an die Lesung findet im PEG-Gebäude die Vernissage zu einer Ausstellung mit Werken von Michael Bloeck statt, der den AfE-Turm als Siebdruck zusammen mit anderen Motiven von Frankfurter Abrisshäusern zeigt. Bekannte Motive sind der Henninger Turm, das Technische Rathaus und die alte Batschkapp.
Lesung und Ausstellung „Leben nach dem Turm“ sind eingebettet in eine Veranstaltungsreihe des Instituts für Psychologie und finden auf Initiative des Dekans Prof. Rolf van Dick statt. Kuratiert wird die Veranstaltung von Dr. Carsten D. Siebert.
Der Künstler Michael Bloeck, auch bekannt als BePoet, hat vor fünf Jahren begonnen, Frankfurter Abrisshäuser vor dem Verschwinden zu dokumentieren und als Siebdrucke zu bewahren. Den AfE-Turm gibt es seit 2012 in vier verschiedenen Farben als Kunstwerk auf Papier. Michael Bloeck hat sein Atelier und Aktionsraum in der Langenhainer Straße 26 im Frankfurter Gallus.
Albert A. Schmude legte bereits 1981 sein erstes Buch zur Graffiti-Sammlung im AfE-Turm vor, es trägt den Titel „Freiheit für Grönland – weg mit dem Packeis“. Nachdem dieses Buch vergriffen war, startete der Lichtblau-Verlag eine Fortsetzung mit „Turm forever! 200 Graffiti-Sprüche aus dem Frankfurter Uni-Turm, 1981 und 2013“. Dieses Werk wird auf der Frankfurter Buchmesse 2014 am Stand N34 in Halle 4.1 vorgestellt. Der Autor studierte Psychologie in den USA und anschließend Soziologie an der Goethe-Universität. Er arbeitete im Bereich der internationalen Aus- und Weiterbildung und hat staatliche Schulen sowie private Bildungszentren in vier Ländern aufgebaut und geleitet.
Die Lesung findet am 15. Oktober um 18 Uhr im Institut für Psychologie am Campus Westend der Goethe-Universität, PEG-Gebäude, 1. OG, Raum 1.G.135, statt.
Die Ausstellung wird im Anschluss um 19 Uhr im 5. OG im selben Gebäudetrakt eröffnet und läuft bis 14. Dezember 2014.
Medienvertreter sind herzlich willkommen. Für Interviews stehen der Autor und der Künstler zur Verfügung.
Mehr zum Buch „Turm forever“ auch im aktuellen UniReport (S. 20): www.uni-frankfurt.de/52298063/Unireport_5-14.pdf
Veranstaltungen
Die chinesische Währung wird in Kürze in Frankfurt gehandelt. Einladung zu einem Seminar von House of Finance und International Monetary Institute, China
FRANKFURT. China hat 2009 verkündet, seine Währung Renminbi erstmals in grenzüberschreitenden Handelsgeschäften, Investitionen und Finanztransaktionen einsetzen zu wollen und eventuell auch als internationale Reservewährung zur Verfügung zu stellen. Im Frühjahr 2014 konnte sich Frankfurt im Wettbewerb verschiedener Handelsplätze um das erste Renminbi-Clearing-Center in Europa durchsetzen. Spätestens im November sollen die ersten Zahlungen in der chinesischen Währung in Frankfurt abgewickelt werden.
Vor diesem Hintergrund veranstaltet das House of Finance der Goethe-Universität gemeinsam mit dem International Monetary Institute der Renmin University of China ein Seminar mit führenden Experten aus China, das Fragen zu dieser Neuentwicklung klären soll: Welche kurzfristigen und langfristigen Ziele verfolgt China mit seiner Währung? Ist dies eine Chance oder eine Bedrohung für Europa? Wird der Renminbi die globale Vorherrschaft des US-Dollars und des Euro gefährden? Was bedeutet diese Entwicklung für die Weltwirtschaft, die Finanzmärkte und die Bevölkerung in Deutschland? Wie kann die deutsche Wirtschaft davon profitieren?
Pressevertreter sind herzlich eingeladen, an dem Seminar teilzunehmen. Das detaillierte Programm finden Sie hier: http://www.hof.uni-frankfurt.de/images/20140929_309_eurormb-programme.pdf
Die Veranstaltung findet statt: am 15. Oktober 2014, 9:00 – 12:00 Uhr, Raum 1.811, Casino-Gebäude, Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main.
Bitte melden Sie Ihre Teilnahme an unter rmb-registration@wiwi.uni-frankfurt.de.
Kontakt: Dr. Muriel Büsser, Leitung Kommunikation House of Finance, Tel: 069 798 34006, buesser@hof.uni-frankfurt.de.
Veranstaltungen
Stefan Brijs liest aus seinem Roman „Post für Mrs. Bromley
FRANKFURT. Mit einer zweisprachigen Lesung aus seinem Roman „Post für Mrs. Bromley“ eröffnet der niederländische Schriftsteller Stefan Brijs die Veranstaltungsreihe „In Flanders Fields. 100 Jahre später: 1914-2014. Der Erste Weltkrieg in Flandern“, die das Lektorat Niederländisch an der Goethe-Universität im Wintersemester veranstaltet. Brijs liest am 22. Oktober (Mittwoch) um 19 Uhr im Casino, Raum 1.802, auf dem Campus Westend.
Zum 100. Jahrestag des Einmarsches der deutschen Armee in Belgien im August 1914 erschien die deutsche Übersetzung von Stefan Brijs‘ Roman „Post für Mrs. Bromley“ (niederländisch: Post voor mevrouw Bromley), der die Geschichte von zwei befreundeten jungen Briten im Ersten Weltkrieg erzählt. Stefan Brijs, bekannt durch seinen Roman über das Klonen von Menschen (Der Engelsmacher, 2007), siedelt den ersten Teil von „Post für Mrs. Bromley“ in London an und illustriert den britischen Patriotismus und die Kriegseuphorie, die 1914 unter jungen Männern herrschte. Teil zwei des Romans schildert die Schlachtfelder und Kriegsgräuel in Nordfrankreich Anfang 1917. Einfühlsam und ruhig zieht Brijs den Leser in diesen klassisch aufgebauten Roman über Eltern und Kinder, Freundschaft, Verlangen, Hoffnung, Mut und Feigheit in Zeiten von Krieg.
Zum Inhalt: Martin Bromley zieht mit 17 Jahren als überzeugter Freiwilliger in den Krieg und möchte ein Held sein. Sein introvertierter Freund, der Student John Patterson, hält sich so lange wie möglich aus dem Kriegsgeschehen heraus. Erst nachdem Johns Vater bei einem Bombenangriff ums Leben kommt und sich Martins Schwester Mary, in die John heimlich verliebt ist, einem anderen zuwendet, zieht er schweren Herzens in den Kampf, nicht zuletzt um herauszufinden, was seinem Freund Martin auf dem Schlachtfeld in Flandern genau passiert ist.
Im Anschluss an die zweisprachige Lesung gibt es Gelegenheit zur Diskussion; außerdem werden am Büchertisch deutsche und niederländische Bücher angeboten. Mit dieser Reihe schließt das Lektorat Niederländisch an die Ringvorlesung des Sommersemesters an.
Informationen: Laurette Artois, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Lektorat Niederländisch, Campus Westend, Tel.: (069) 798 32851, artois@lingua.uni-frankfurt.de; http://www2.uni-frankfurt.de/42255016/Veranstaltungsreihe
Hochschulpolitische Themen
Senat der Goethe-Universität verabschiedet universitäres Selbstverständnis
FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat ein neues Leitbild. Pünktlich vor dem Universitätsgeburtstag am 18. Oktober 2014 hat der Senat in seiner Sitzung vom 8. Oktober dem neuen Leitbild der Goethe-Universität mit großer Mehrheit zugestimmt.
Vorausgegangen war ein längerer inneruniversitärer Diskussion- und Verständigungsprozess, an dem alle Mitglieder der Goethe-Universität intensiv mitgewirkt und ihre Vorschläge eingebracht haben. In mehreren Entwicklungsphasen entstand ein Textentwurf, mit dem sich weite Teile der Universität identifizieren können.
Das Leitbild dient als grundsätzliche Richtschnur für universitäres Handeln. Es hat zwar keinen juristisch bindenden Charakter, bringt jedoch das ethische und intellektuelle Selbstverständnis der Universität in prägnanter Weise zum Ausdruck.
Universitätspräsident Professor Werner Müller-Esterl sagte: „Die im Senat erfolgte Verabschiedung des Leitbildes stellt einen weiteren Meilenstein des Jubiläumsjahrs dar. Der in der Universität begonnene Diskussionsprozess hat damit ein wichtiges Etappenziel erreicht. Das Leitbild formuliert Kernpunkte der universitären Identität und Entwicklungsziele für die Zukunft.“
Beim universitären Festakt zum 100. Geburtstag am 18. Oktober in der Paulskirche soll das Leitbild an Bundespräsident Joachim Gauck überreicht werden.
Forschung
Biomarker und Zielprotein in empfindlichen Neuronen identifiziert
FRANKFURT. Morbus Parkinson ist die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Allein in Deutschland sind fast eine halbe Millionen Menschen betroffen. Im Zentrum dieser Erkrankung steht das fortschreitende Absterben von Nervenzellen in einer bestimmten Region des Mittelhirns, der Substantia nigra. Schuld daran sind fehlgefaltete Proteine. Warum diese aber nur bestimmte Nervenzellen schädigen, war bisher unbekannt. Ein Forscherteam unter der Leitung Frankfurter Neurophysiologen hat den Beginn des Krankheitsprozesses jetzt im Mausmodell aufgeklärt.
Durch das fortschreitende Absterben einer bestimmten Sorte von Nervenzellen, der dopaminergen Neuronen, in der Substantia nigra, entsteht ein Dopaminmangel, der sich durch Schüttellähmung bemerkbar macht. Der Mangel kann zwar für einige Zeit therapeutisch kompensiert werden, beispielsweise durch die Gabe von L-Dopa oder Dopaminagonisten, aber der zunehmende Untergang der Neuronen ist dadurch nicht aufzuhalten.
Als Ursache für die Neurodegeneration haben Forscher in den letzten zwei Jahrzehnten toxische Protein-Aggregate identifizieren können, wobei das Protein a-synuclein eine Schlüsselstellung einnimmt. Unklar war bisher, warum nur ganz spezielle Gruppen von Nervenzellen – wie die dopaminergen Substantia nigra Neuronen – von diesem Prozess betroffen sind, während andere, etwa unmittelbar benachbarte dopaminergen Neuronen, diesen Krankheitsprozess fast unbeschadet überstehen.
Das Forscherteam um Dr. Mahalakshmi Subramaniam und Prof. Jochen Roeper aus dem Institut für Neurophysiologie an der Goethe Universität konnte in Zusammenarbeit mit Frankfurter Kollegen aus der Experimentellen Neurologie und Forschern der Universität Freiburg erstmals anhand eines genetischen Mausmodells zeigen, wie die empfindlichen dopaminergen Neuronen der Substantia nigra auf die toxischen Proteine reagieren. In dem Mausmodell wird eine mutiertes a-synculein Gen (A53T) exprimiert, das auch beim Menschen Parkinson verursacht.
Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Journal of Neuroscience berichten, reagieren die empfindlichen dopaminergen Neuronen der Substantia nigra auf eine Anhäufung der toxischen Proteine, indem sie ihre elektrische Aktivität im intakten Gehirn deutlich erhöhen. Die weniger empfindlichen benachbarten dopaminergen Neuronen bleiben dagegen unbeeinflusst. „Dieser Prozess setzte bei der Maus bereits ein Jahr vor den ersten Defiziten des Dopaminsystems ein und ist damit ein erster funktioneller Biomarker, der in Zukunft eventuell auch im Menschen zur Früherkennung einer sich anbahnenden Parkinsonschen Erkrankung dienen könnte“, erklärt Prof. Jochen Roeper. „Für die Entwicklung von neuroprotektiven Therapien ist die Möglichkeit der vorklinischen Früherkennung von Risikopersonen essentiell.“
Die Frankfurter Forscher haben auch den Proteinschalter – einen Ionenkanal - identifiziert, dessen oxidative Störung für die Erhöhung der elektrischen Aktivität und den damit verbundenen Stress in den Nervenzellen verantwortlich ist. Damit haben sie auch ein neues Zielprotein für die Neuroprotektion von dopaminergen Nervenzellen gefunden. In Hirnschnitten lässt sich die Störung der „elektrischen Bremse“ in den Ionenkanälen bereits durch die Gabe von Redoxpuffern rückgängig machen. Gelingt es künftig, dessen Empfindlichkeit auch im Mausmodell durch Medikamente zu reduzieren, könnte das Absterben der dopaminergen Nervenzellen in der Substantia Nigra verhindert werden. Die Forscher untersuchen zurzeit, ob sich ähnliche Prozesse auch bei anderen Parkinson-Genen und beim Altern einstellen können. „Langfristig gilt es dann zu überprüfen, inwieweit die Ergebnisse von der Maus auf den Menschen übertragbar sind“, sagt Roeper.
Publikation: Mahalakshmi Subramaniam et al.: Mutant a-Synuclein Enhances Firing Frequencies in Dopamine Substantia Nigra Neurons by Oxidative Impairment of A-Type Potassium Channels, The Journal of Neuroscience, October 8, 2014 • 34(41):13586 –13599. doi:10.1523/JNEUROSCI.5069-13.2014.
Informationen: Prof. Jochen Roeper, Institut für Physiologie, Universitätsklinikum Frankfurt, Tel.: (069) 6301–84091, roeper@em.uni-frankfurt.de.