Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Personalia/Preise

Jul 10 2013
14:28

Kathrin Isabell Thoma erreicht im russischen Kazan 2. Platz im Rudern

Universiade: Silbermedaille für Studierende der Goethe-Universität

FRANKFURT. Erfolg in Kazan: Die Frankfurter Physikstudentin Kathrin Isabell Thoma hat zusammen mit Nora Wessel (Uni Hannover) im leichten Doppelzweier die Silbermedaille gewonnen. Bei widrigen Wetterbedingungen konnten sich die beiden auf den letzten 1000 Metern vom fünften auf den zweiten Platz kämpfen. „Wir gratulieren Kathrin Isabell Thoma herzlich zu dieser herausragenden Leistung – die Goethe-Universität ist stolz auf ihre Sportlerinnen und Sportler“, sagte Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl.

Die Goethe-Universität ist bei der Universiade 2013 mit insgesamt vier Athleten vertreten: Neben Kathrin Isabell Thoma treten der Erziehungswissenschaftler Saba Bolaghi (Ringen/Freistil), der Zahnmediziner Jan-Philipp Glania (Rückenschwimmen) und die Germanistin Christiane Klopsch (400 m/400 m Hürden) an. Klopsch landete im Finale über 400 Meter Hürden auf dem siebten Platz.

Insgesamt werden rund 13.000 Teilnehmer aus mehr als 170 Nationen in Russland erwartet. Mehr Informationen: Website des Allgemeinen Hochschulsportverbandes, www.adh.de

Forschung

Jul 10 2013
10:36

Neuartiger temperatursensitiver Gen-Schalter entdeckt/ Publikation in Nature

Wie sich Bakterien starken Temperaturschwankungen anpassen

FRANKFURT. Das Bakterium Vibrio Vulnificus tummelt sich in Tümpeln, Brackwasser oder Küstengebieten bei Temperaturen von etwa 15 Grad Celsius. Befällt es aber einen menschlichen Wirt, muss es auch in der Lage sein, bei 37 Grad zu überleben. Wie es das macht, haben Frankfurter Forscher  nun erstmals aufgeklärt. Sie beschreiben einen Gen-Schalter, der seine Struktur in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit niedermolekularer Baustoffe und gleichzeitig der Temperatur verändert. Nach diesem Vorbild könnten künftig auch maßgeschneiderte temperatursensitive Genschalter gebaut werden.

In der Zelle regulieren genetische Schalter aus RNA die Proteinbiosynthese. Eine besondere Klasse von genetischen RNA-Schaltern bindet direkt an niedermolekulare Baustoffe wie Adenin. Davon brauchen Zellen mal mehr, und mal weniger. Gibt es wenig Adenin, dann ist der RNA-Schalter aus. Ist dagegen zuviel Adenin vorhanden, dann bindet der Schalter Adenin. Gleichzeitig schaltet er in den Zellen ein Programm an, um Proteine herzustellen, die diesen Baustoff aus der Zelle entfernen. Wie sich diese Aus-An-Schalter den großen Temperaturschwankungen, denen Vibrio ausgesetzt ist, gleichbleibend gut anpassen können, war bisher nicht bekannt. Die Arbeitsgruppe von Prof. Harald Schwalbe vom Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie der Goethe-Universität hat nun das Rätsel dieser regulatorischen Herausforderung für Bakterien gelöst und in der renommierten Fachzeitschrift Nature publiziert.

„Die Funktion dieser RNA ist viel komplexer, als wir zuerst gedacht haben. Sie ändert ihre Gestalt je nach Temperatur und dem Angebot an Adenin“, fasst Anke Reining die Ergebnisse ihrer Doktorarbeit zusammen. Demnach liegt der RNA-Schalter in drei verschiedenen dreidimensionalen Strukturen vor: insbesondere gibt es zwei verschiedene Strukturen, in denen der Genschalter ausgestaltet ist. Bis jetzt ging man davon aus, es gäbe nur einen Aus-Zustand. Welcher der beiden Aus-Zustände nun vorliegt, hängt von der Temperatur ab. „Dieser RNA-Schalter funktioniert wie ein Thermostat, er regelt die Protein-Synthese über einen Temperaturbereich von 40 Grad, um auf Schwankungen der Adenin-Konzentration in konstanter Weise reagieren zu können“, berichtet Dr. Boris Fürtig, wissenschaftlicher Mitarbeiter in Schwalbes Arbeitsgruppe.

„In meinem Team haben wir sehr lange an diesem Puzzle gearbeitet. Dass es zwei verschiedene Aus-Zustände gibt, hat uns verblüfft. Und noch mehr, dass nur einer der beiden Zustände angeschaltet werden kann. Der völlig neuartige Mechanismus bietet Chemikern und Biologen nun einen Bauplan für RNA-Schalter, die auch über den physiologischen bedeutsamen Temperaturbereich von 5 bis 40 Grad Celsius verlässlich arbeiten“, erklärt Harald Schwalbe.

Publikation: Anke Reining, Senada Nozinovic, Kai Schlepckow, Florian Buhr, Boris Fürtig und Harald Schwalbe: Three-state mechanism couples ligand and temperature sensing in riboswitches, Nature, DOI: 10.1038/nature12378

Eine Abbildung zum Download finden Sie hier.

Bildtext: Schematische Darstellung der drei verschiedenen Zustände des RNA-Genschalters. Unterlegt ist eine elektronen-mikroskopische Aufnahme des Bakteriums Vibrio vulnificus bei 13000-facher Vergrößerung (Bild B stammt von der Public Library des CDC erstellt durch Janice Haney Carr und James Gathany)

Informationen: Prof. Harald Schwalbe, Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29130; schwalbe@em.uni-frankfurt.de

Forschung

Jul 8 2013
16:01

Betroffene Kinder und Jugendliche können an Therapiestudie teilnehmen

Gravierende Folgen von Missbrauch und Misshandlung lindern

FRANKFURT. Circa zehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen erleben körperliche Misshandlungen; jedes vierte Mädchen und jeder elfte Jungen werden sexuell missbraucht. Die Täter sind häufig bekannte Personen wie Verwandte, Freunde der Familie oder andere Jugendliche. Viele der Betroffenen entwickeln eine Posttraumatische Belastungsstörung: Sie leiden unter wiederkehrenden schmerzlichen Erinnerungen an die belastenden Ereignisse oder unter Albträumen, sie fühlen sich gefühlstaub oder sind ständig angespannt. „Bisher gibt es nur sehr wenige Behandlungsstudien bei Jugendlichen mit Posttraumatischer Belastungsstörung und kein wissenschaftlich evaluiertes Therapiekonzept“, sagt Dr. Regina Steil, wissenschaftliche Geschäftsführerin der Verhaltenstherapieambulanz und Studienleiterin in Frankfurt.

Gerade um zu verhindern, dass die Symptome chronisch werden, wurde in den vergangenen Jahren an der Goethe-Universität auf der Basis eines kognitiv-verhaltenstherapeutischen Konzepts ein Behandlungskonzept entwickelt, was speziell auf Jugendliche zugeschnitten ist. Diese Therapieform zeigte in einer ersten Pilotstudie eine hohe Verträglichkeit und sehr gute Erfolge: Sechs Wochen nach Therapieende litten nur noch 25 Prozent der Patienten unter der posttraumatischen Belastungsstörung. Auch depressive Begleitsymptome verbesserten sich deutlich.

Jetzt werden im Rahmen einer großen, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Studie, an der neben der Goethe-Universität auch die Freie Universität Berlin und Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt beteiligt sind, die Wirksamkeit der Therapie näher untersucht. Dabei werden zwei Gruppen miteinander verglichen: Die eine erhält die neue entwicklungsangepasste traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie, die andere Gruppe eine bisher übliche Behandlung. Hierfür sucht das Wissenschaftlerteam in der Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie der Goethe-Universität jugendliche Studienteilnehmer im Alter zwischen 14 und 21 Jahren, die Opfer sexuellen Missbrauchs und/oder körperlicher Misshandlung wurden und unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung leiden. Die Behandlung ist als Einzeltherapie angelegt und umfasst nach einer ausführlichen Eingangsdiagnostik zwischen 30 und 36 Therapiesitzungen in einem Zeitraum von vier bis fünf Monaten. Die Therapien können zügig beginnen.

Informationen: Dr. Franziska Schreiber, Dipl.-Psych. Jana Gutermann, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Campus Bockenheim, Tel: (069) 798-23973/23989, schreiber@psych.uni-frankfurt.de, gutermann@psych.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jul 4 2013
16:39

Einladung zu Science Camps der Chemie auf dem Campus Riedberg

Keine Langeweile in den Sommerferien

FRANKFURT.  Während der Sommerferien bieten das Goethe Schülerlabor und das Institut für Didaktik der Chemie auf dem Campus Riedberg zwei dreitägige Experimentiertage an.

Das Programm:

Pizza, Eis und Gummibärchen! Experimente rund um die Ernährung
Altersgruppe: 8. - 9. Klasse (14 - 16 Jahre); Termin: 29.7. – 31.7.2013, 10.00 – 15 Uhr 

Die Nahrung liefert Energie zum Leben und die Baustoffe für unseren Körper. Energie gewinnen wir aus Kohlenhydraten, Eiweißstoffen und Fetten. Außerdem benötigen wir Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und Wasser. In dem Kurs wird die Zusammensetzung der Nahrungsmittel experimentell untersucht. Und natürlich werden auch Nahrungsmittel selbst hergestellt.

Arzneimittel und Kosmetika
Altersgruppe: ab 10. Klasse (15 bis 17 Jahre); Termin: 12.8. – 14.8.2013, 10.00 – 15 Uhr 

In diesem Kurs erfahren Schüler, wie Tabletten, Kapseln, Salben und Zäpfchen in der Apotheke gefertigt werden und stellen auch selbst ausgewählte Arzneimittel her. Sie lernen außerdem, wie Schmerztabletten, Hustenlöser, Abführmittel und andere Arzneimittel wirken und führen dazu eigene Experimente durch. Außerdem werden Kosmetika wie Sonnencremes oder Lippenpflegestifte experimentell erforscht.

Die Angebote finden auf dem Campus Riedberg, Max-von-Laue-Str. 7 (Chemiegebäude) statt. Es wird ein Unkostenbeitrag von 10 € pro Teilnehmer erhoben.

Anmeldung: Aufgrund der begrenzten Zahl von Teilnahmeplätzen ist eine Anmeldung bis 15.7.2013 erforderlich. Tel.: 069/798-29545 oder Email: DekanatFb14@uni-frankfurt.de

www.uni-frankfurt.de/fb/fb14/schule/ScienceCamps/

Veranstaltungen

Jul 4 2013
16:12

Vortrag von Yaakov Ariel über ein „ungewöhnliches Verhältnis“ am 10. Juli am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität

Evangelikale Christen und Juden in den USA

FRANKFURT/BAD HOMBURG. Evangelikale Christen in den USA gelten als konservativ und streng patriotisch. Amerikanische Juden dagegen machen eher mit liberalen Positionen von sich reden, wenn es um Gesellschaftspolitik und internationale Beziehungen geht. Schon deshalb scheinen die beiden Gruppen nicht viel gemeinsam zu haben – von den religiösen Überzeugungen, so könnte man meinen, ganz zu schweigen. Doch ein näherer Blick zeigt, dass das Verhältnis zumindest ambivalent ist. Yaakov Ariel, Professor für Religionswissenschaften an der North Carolina Universität in Chapel Hill, spricht sogar von einer „marriage of convenience“, einer Art Vernunft- oder Zweckehe von Juden und Evangelikalen. Einen Einblick in seine Forschungen gibt er bei einem Vortrag zum

Thema:„An Unusual Relationship: Evangelical Christians and Jews“
am: Mittwoch, dem 10. Juli 2013, um 19.00 Uhr.
Ort: Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe.

Yaakov Ariel wird in englischer Sprache referieren und sich dabei eigener, umfangreicher Vorarbeiten bedienen. Sein Buch zum Thema „Unusual Relationship”, dem ungewöhnlichen Verhältnis zwischen evangelikalen Christen und Juden, ist in diesem Juni im Verlag New York University Press erschienen. Der Materialreichtum und der ansprechende Stil werden bereits gelobt. Zu den ungewöhnlichen Beziehungsaspekten gehört beispielsweise der Umstand, dass sich die evangelikalen Christen für eine weitgehende Unterstützung des Staates Israel einsetzen. Ein Sachverhalt, der umso schwerer wiegt, da die Evangelikalen einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die US-amerikanische Politik ausüben.

Das Verhältnis zwischen den konservativen Evangelikalen und den Juden in den Vereinigten Staaten ist zuweilen überraschend, auf jeden Fall aber komplex und vielschichtig. Der Vortrag zeigt, welche Rolle die Evangelikalen in ihrer Lehre den Juden zuweisen und welche kulturellen Ansichten bei ihnen über Juden und Judentum vorherrschen. Yaakov Ariel wird auch darüber sprechen, welche öffentlichen Veranstaltungsformen die Evangelikalen nutzen, um Einfluss auf die jüdische Bevölkerung auszuüben. Und schließlich wird er aufzeigen, wie Juden, Araber und nicht-evangelikale Christen auf die Faszination, die gerade auch für viele Juden von den Evangelikalen ausgeht, reagieren.

Die Einführung und auch die Moderation der Abendveranstaltung übernimmt Christian Wiese, Professor für Jüdische Religionsphilosophie an der Goethe-Universität. Im Zentrum seines wissenschaftlichen Interesses stehen die deutsch-jüdische Geistes- und Kulturgeschichte und die Antisemitismusforschung. Wiese ist Mitglied des an der Goethe-Universität angesiedelten Graduiertenkollegs „Theologie als Wissenschaft“. Er hat seinen Fachkollegen Ariel im Namen des Graduiertenkollegs zu einem Forschungsaufenthalt eingeladen.

Während seines Aufenthalts lebt und arbeitet Yaakov Ariel als Fellow am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg. Hier widmet er sich vor allem einer Untersuchung mit dem Titel „Zuflucht im Christentum. Jüdische Konversionen und Dekonversionen während und nach dem Holocaust“. Im Mittelpunkt steht dabei das Phänomen, dass während des Nationalsozialismus zehntausende Juden zum christlichen Glauben wechselten. In den Jahren danach kehrten einige zum Judentum zurück, andere blieben Christen und wieder andere versuchten, beide Glaubensrichtungen miteinander zu verbinden.

Ariel hat über das Verhältnis von Juden und Christen bereits mehrere Monographien verfasst. Neben dem jetzt erschienenen Buch „An Unusual Relationship: Evangelical Christians and Jews“ sind dies vor allem „On Behalf of Israel: American Fundamentalist Attitudes Towards Jews, Judaism, and Zionism, 1865–1945“ (1991) und „Evangelizing the Chosen People: Missions to the Jews in America 1880–2000“ (2001).

Die interessierte Öffentlichkeit ist zu der Vortragsveranstaltung nach vorheriger Anmeldung herzlich willkommen.

Anmeldung: Andreas Reichhardt, Tel: (06172) 13977-16, Fax: (06172) 13977-39, a.reichhardt@forschungskolleg-humanwissenschaften.de, www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Informationen: Ingrid Rudolph, Geschäftsführerin des Forschungskollegs, Tel.: 06172-13977-10, i.rudolph@forschungskolleg-humanwissenschaften.de