Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Veranstaltungen

Okt 10 2012
11:49

8. Frankfurter Bürger-Universität macht die Finanzkrise zum Thema und diskutiert mit zahlreichen Experten und Bürgern

Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte?

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

nach dem anhaltenden Erfolg der Frankfurter Bürger-Universität präsentiert die Goethe-Universität auch im Wintersemester zum 8. Mal ein umfangreiches Programm: Vom 10. Oktober bis zum 16. März stehen unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Peter Feldmann und Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl insgesamt 109 Veranstaltungen auf dem Programm, die aktuelle Forschung in allgemeinverständlicher Form präsentieren und Einblicke in verschiedene Bereiche der Universität ermöglichen. Wie bereits in den zurückliegenden Semestern, bietet eine begleitende Broschüre Orientierung und Informationen über die Vielfalt an Veranstaltungen. Besonders hinweisen möchten wir auf die eigens für die Frankfurter Bürger-Universität entwickelte Hauptreihe: „Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte?“ In Kooperation mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Evangelischen Akademie in Hessen und Nassau, greift die Reihe eine der global drängendsten Fragen auf: Inwieweit bedroht die Finanzkrise unser demokratisches System? Dazu diskutieren u.a. Wissenschaftler der Goethe-Universität wie Prof. Ottmar Issing, Prof. Rolf Haubl und Prof. Jan-Pieter Krahnen, Politiker wie Dr. Sarah Wagenknecht und Karlheinz Weimar, Frankfurter Occupy-Aktivisten, die Chefvolkswirtin der Frankfurter Helaba, Dr. Getraud Traud und Dr. Christoph Pleister von der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilsierung.

Die sechs Abende umfassende Reihe sowie das vielfältige Gesamtprogramm der Frankfurter Bürger-Universität möchten wir Ihnen im Rahmen eines Mediengesprächs vorstellen. Auch im Namen von Oberbürgermeister Peter Feldmann, dem Schirmherren der Frankfurter Bürger-Universität, laden wir Sie daher herzlich ein:

am: Donnerstag, den 11. Oktober 2012, um 13 Uhr
Ort: Büro
des Oberbürgermeisters, Römerberg 23, 60311 Frankfurt am Main

Als Gesprächspartner erwarten Sie Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl und Oberbürgermeister Peter Feldmann. Bitte teilen Sie uns mit, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen dürfen (ott@pvw.uni-frankfurt.de).

Mit besten Grüßen

Dr. Olaf Kaltenborn
Leiter Abteilung Marketing und Kommunikation

www.buerger.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Okt 8 2012
15:30

Ausstellung über legendäre Sekretärin von Siegfried Unseld in der Deutschen Nationalbibliothek, 10.-20. Oktober.

„Für Burgel Zeeh, das Glück des Hauses“

FRANKFURT. Ob Uwe Johnson oder Thomas Bernhard, ob Wolfgang Koeppen oder Max Frisch – für mehr als eine Generation von Autoren führte kein Weg an Burgel Zeeh (1937-2009) vorbei. Sie wechselte 1967 von Luchterhand zu Suhrkamp, wo sie fortan das Vorzimmer des Verlegers Siegfried Unseld leitete. Für die zeitgenössischen Autoren und Kollegen in der Verlagsbranche wurde sie zur Institution. Pretiosen aus ihrem persönlichen Nachlass erzählen ein Stück gelebter Literaturgeschichte.

Die Ausstellung der Deutschen Nationalbibliothek findet in Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt statt. Kurator ist Wolfgang Schopf (Universitätsarchiv).

Die Ausstellungseröffnung ist am Dienstag, 9.Oktober, um 19 Uhr. Begrüßung: Dr. Eliabeth Niggemann, Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek; Grußwort: Prof. Dr. Katharina Mommsen; Erinnerungen eines Freundes: Peter Bichsel; Einführung in die Ausstellung: Wolfgang Schopf.

Anmeldung und weitere Informationen: Deutsche Nationalbibliothek, Adickesallee 1, 60322 Frankfurt am Main, Tel: (069) 1525-1905, ausstellungen-frankfurt@dnb.de        

Veranstaltungen

Okt 8 2012
15:28

Ausstellung von Doktoranden der Goethe-Universität im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Von Bräuten, Muscheln, Geld und Kupfer

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Ausstellung „Werte im Widerstreit – Von Bräuten, Muscheln, Geld und Kupfer“ erschließt in lebendiger und spannender Weise 16 Studien von Doktoranden aus der Archäologie, Ethnologie und Volkswirtschaft. Damit betreten das Graduiertenkolleg „Wert und Äquivalent“ der Goethe-Universität und die Deutsche Forschungsgemeinschaft Neuland. Präsentiert werden – oft überraschende – Objekte wie Biberfelle, Elefantenstoßzähne, Keilschrifttexte, Steinbeile, Muscheln und Münzen. Ein einführender Film porträtiert die Forscher bei ihrer Arbeit und gibt einen seltenen Blick hinter die Kulissen der universitären Tätigkeit.

Zur Pressevorbesichtigung der Ausstellung laden wir Sie herzlich ein

am: Donnerstag, dem 11. Oktober, um 16 Uhr
Ort: Ausstellungshalle des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, Rheinstraße 23-25, 65185 Wiesbaden.

Prof. Hans-Markus von Kaenel, Sprecher des Graduiertenkollegs „Wert und Äquivalent“ der Goethe-Universität, und Dr. Charlotte Trümpler, Kuratorin der Ausstellung, informieren über Details der Ausstellung und über das Graduiertenkolleg.

Im Anschluss um 18 Uhr findet die Eröffnung der Ausstellung statt, bei der Ingmar Jung, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der Präsident der Goethe-Universität Prof. Werner Müller-Esterl und Dr. Robert Paul Königs, Leiter der Abteilung Fachliche Angelegenheiten der Deutschen Forschungsgemeinschaft sprechen werden.

Die Ausstellung wird vom 12. Oktober bis 16. Dezember, dienstags bis sonntags von 11-17 Uhr geöffnet sein. Eintritt kostenlos. Zur Ausstellung erscheint eine reich bebilderte Begleitpublikation mit 80 Seiten und 120 farbigen und Schwarz-Weiß-Abbildungen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Charlotte Trümpler, Kuratorin der Ausstellung

Informationen: Dr. Charlotte Trümpler, Kuratorin der Ausstellung, Tel: 0179 7104028, truempler@em.uni-frankfurt.de; auf Anfrage wird die Pressemappe nach der Eröffnung mit der reich bebilderten Begleitpublikation (80 Seiten und 120 farbigen und s/w Abbildungen) sowie einer DVD mit dem Einführungsfilm zur Verfügung gestellt.

Forschung

Okt 5 2012
12:13

Untersuchung zur Hypochondrie – Psychologen suchen Betroffene für weitere Studie

Psychotherapie bei Krankheitsängsten: Nennenswerte Verbesserung bereits nach drei Therapiesitzungen

FRANKFURT. Bereits nach drei speziellen therapeutischen Sitzungen verbessert sich die Lebenssituation von Menschen erheblich, die unter der Angst leiden, eine ernsthafte Krankheit zu haben. Das zeigen Auswertungen einer Studie, die zurzeit an der Goethe-Universität läuft und über die der Frankfurter Psychologe Dr. Florian Weck und seine Mitautoren soeben in der Fachzeitschrift Cognitive Therapy and Research berichtet haben.

Wenn sich jemand gelegentlich um seine Gesundheit sorgt, lässt dies die Psychologen noch nicht aufhorchen. Bei manchen Menschen geht aber die Angst vor ernsthaften Krankheiten so weit, dass sie sich nahezu jeden Tag damit beschäftigen, ob sie ernsthaft erkrankt sind. Diese besonders ausgeprägte Form bezeichnen die Wissenschaftler als Hypochondrie. Die Betroffenen sind durch die Rückversicherung des Arztes meist nur kurzzeitig beruhigt und haben nach einiger Zeit wieder Zweifel, ob sie auch wirklich gesund sind. Um diese Unsicherheit zu reduzieren, suchen Personen mit Krankheitsängsten auch häufig im Internet nach Informationen über mögliche Krankheiten oder versuchen bei Angehörigen Rückversicherung zu bekommen. „Vermehrte Aufmerksamkeit auf körperliche Symptome und Rückversicherungsverhalten sehen wir als wichtige Faktoren für die Aufrechterhaltung von Krankheitsängsten an“, erläutert der Leiter der Frankfurter Studie, Dr. Florian Weck.

Zwei unterschiedliche Behandlungsansätze, die in der Studie verglichen wurden, zeigen ähnlich gute Resultate: In der Konfrontationstherapie geht es eher um die Auseinandersetzung mit den Ängsten; dagegen ist die Kognitive Therapie stärker darauf ausgerichtet, die Bewertung von körperlichen Symptomen und das häufig überschätzte eigene Risiko für Krankheiten zu verändern. Interessant ist der schnelle therapeutische Erfolg. So zeigt sich in Folge der Strategien, die die Patienten in der Therapie erlernten, eine bedeutsame Abnahme von krankheitsbezogenen Ängsten bereits nach den ersten drei therapeutischen Sitzungen.

In der einen Gruppe wurde ein Aufmerksamkeitstraining durchgeführt, in dem die Patienten lernen, ihre Aufmerksamkeit weg von ihrem Körper und hin zu Sinneseindrücken in ihrer Umwelt zu richten; dies gehörte zur Kognitiven Therapie. Und in der anderen Gruppe wurde als Teil der Konfrontationstherapie angestrebt, sich nicht ständig bei Angehörigen oder Ärzten rückversichern zu müssen, wie es um die eigene Gesundheit steht. „Wir freuen uns, dass die Behandlung bereits nach drei therapeutischen Sitzungen zu so deutlichen Erfolgen führt. Natürlich sind diese drei Sitzungen aber noch nicht ausreichend, da die Patienten häufig seit Jahren unter Krankheitsängsten leiden“, so Weck.

Insgesamt umfasst das Behandlungsangebot 15 Therapiesitzungen, von denen bisher nur die ersten drei Sitzungen genauer betrachtet wurden. Die Behandlungsstudie läuft voraussichtlich noch bis Sommer 2013. Es werden noch Betroffene gesucht, die sich eine Behandlung wegen ihrer Krankheitsängste wünschen und an der Studie teilnehmen möchten.

Informationen: Julia Neng und Dr. Florian Weck, Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaften, Campus Bockenheim, Tel.: (069) 798 - 23994, neng@psych.uni-frankfurt.de, weck@psych.uni-frankfurt.de

Literaturangabe: Weck, Neng & Stangier (2012). The effects of attention training on the perception of bodily sensations in patients with hypochondriasis: a randomized controlled pilot trial. Cognitive Therapy and Research. DOI 10.1007/s10608-012-9482-3. Zusammenfassung unter http://www.springerlink.com/content/g4l6kj2m8v3r3140/

 

Forschung

Okt 4 2012
16:19

Struktur und Dynamik eines „Helfer-Proteins“ aufgeklärt

Den Tricks der Tuberkulose-Bakterien auf der Spur

FRANKFURT. Tuberkulose-Bakterien können über viele Jahre im Körper überleben, weil sie von den Fresszellen (Makrophagen) des Immunsystems zwar eingeschlossen, aber nicht immer abgetötet werden können. Sobald der infizierte Mensch geschwächt ist, etwa durch Alkoholismus, AIDS oder das Immunsystem unterdrückende Medikamente, kann die Krankheit ausbrechen. Warum das Mykobakterium tuberkulosis sich der „Verdauung“ durch die Makrophagen widersetzt, ist nur ansatzweise erforscht. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein spezifisches Protein, das von den Bakterien freigesetzt wird, um deren Überleben in Makrophagen zu sichern. Ein Forscherteam der Goethe-Universität hat die Struktur und Dynamik dieses Proteins jetzt aufgeklärt und herausgefunden, warum es bisher nicht durch spezifische Wirkstoffe ausgeschaltet werden konnte. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe des Journal of Biological Chemistry veröffentlicht.

Bei dem untersuchten Protein handelt es sich um die Protein Tyrosin Phosphatase A, kurz MptpA, mit einer Bindungstasche für Reaktionspartner. In MptpA gibt es drei flexible Molekülregionen, die zusammen eine Art Tasche bilden. Sobald ein Bindungspartner an diese Regionen andockt, ändern sie ihre Orientierung und gehen von einer offenen in eine geschlossene Konformation über, ähnlich wie bei einem Rucksack, den man zuschnürt und schließt. Um das Protein durch einen Wirkstoff gezielt ausschalten zu können, müsste man diesen so entwerfen, dass er optimal in die Bindungstasche passt und mit ihr eine starke Bindung eingeht. Damit wäre eine Manipulation der Makrophagen durch MptpA nicht mehr möglich und das Tuberkulosebakterium würde verdaut werden, wie die meisten anderen Bakterien auch.

„Das Problem ist, dass man bisher nur Strukturdaten von MptpA im gebundenen Zustand kannte. Das war für ein computergestütztes Wirkstoffdesign irreführend, denn die Bindungstasche erscheint dann viel enger“, erklärt die Chemikerin Tanja Stehle, die das Protein im Rahmen ihrer Doktorarbeit am Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie von Prof. Harald Schwalbe untersuchte.

„Die Lösung bestand darin, das ungebundene Protein mittels NMR-Spektroskopie in wässriger Lösung zu untersuchen“, berichtet Dr. Henry Jonker, Postdoktorand im Arbeitskreis von Prof. Schwalbe. Dazu haben die Chemiker das MptpA zusätzlich mit nicht-radioaktiven Isotopen markiert. Aus den Experimenten konnte durch aufwändige Rechnungen nicht nur die Struktur des ungebundenen Proteins, sondern auch seine Dynamik aufgeklärt werden. „Tatsächlich hat der Rucksack eine größere Öffnung, als bisher angenommen, wir haben also mehr Platz fürs Wirkstoffdesign“, fasst Stehle die wichtigste Erkenntnis zusammen. Die neuen Strukturdaten sollten es nun Wirkstoff-Designern ermöglichen, Moleküle zu entwerfen, die das MptpA gezielt blockieren können.

Ein Bild erhalten Sie auf Anfrage von Anne Hardy (hardy@pvw.uni-frankfurt.de)

Bildtext: Struktur des Proteins MptpA, von Tuberkulosebakterien (rechts) freigesetzt, um nicht von Makrophagen verdaut zu werden. Hintergrund: Torax Aufnahme von TBC Patient, Boden NMR-Spektrum von MptpA.

Publikation:

Tanja Stehle et al.: The Apo-structure of the Low Molecular Weight Protein-tyrosine Phosphatase A (MptpA) from Mycobacterium tuberculosis Allows for Better Target-specific Drug Development, Journal of Biological Chemistry, Vol. 287, Issue 41, 34569-34582, October 5, 2012, DOI: 10.1074/jbc.M112.399261.

Informationen:

Prof. Harald Schwalbe, Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie, Campus Riedberg, Tel.: 069-798-29737, schwalbe@nmr.uni-frankfurt.de.

Diplom-Chemikerin Tanja Stehle, Tel.: 069-798-29933, stehle@nmr.uni-frankfurt.de.

Dr. Henry Jonker, Tel.: 069-798-29137, h.jonker@nmr.uni-frankfurt.de.