Veranstaltungen
Gemeinsame Veranstaltung des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften und des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität am 11. November
FRANKFURT. Die Kantorowicz Lectures in Political Language des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften feiern ein kleines Jubiläum. Seit fünf Jahren gibt es die prominent besetzte Reihe nun – genauso lang wie das Zentrum selbst, das an der Goethe-Universität angesiedelt ist und mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ kooperiert. Beide Institutionen zusammen veranstalten jetzt die fünfte Auflage der Lectures. Der Referent gehört bereits seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Exponenten der zeitgenössischen Musik- und Theaterszene und hat sich zugleich als Kunsttheoretiker und Wissenschaftler einen Namen gemacht. Heiner Goebbels bestreitet seine Kantorowicz Lecture unter dem programmatischen Titel:
„Erkläre nichts. Stell es hin. Sag's. Verschwinde.“ – Zur Frage nach einer Politik des Ästhetischen
am: Mittwoch, dem 11. November 2015, um 18.00 Uhr
Ort: Campus Westend der Goethe-Universität, Casino, Raum 1.801
Die aktuelle Kantorowicz Lecture in Political Language widmet sich der Frage wie die Künste mit politischer Bedeutung aufgeladen werden und einem besonders sperrigen Medium politischer Sprache: der Musik. Wie man mit dem Medium der Musik, der Komposition, im politischen Diskurs agiert, ist für das Gros der Geisteswissenschaftler bisher wenig nachvollziehbar. In dem Komponisten und Theatermacher Heiner Goebbels haben das Forschungszentrum und der Exzellenzcluster für die Kantorowicz Lecture 2015 einen international besonders renommierten Redner gewinnen können, der den Versuch unternimmt, dem Begriff der politischen Sprache die künstlerische Erfahrung entgegenzustellen. Seit seinen frühesten Arbeiten, der Zeit seiner Zusammenarbeit mit Heiner Müller, bis zu seinen aktuellen Musiktheaterproduktionen stellt sich Goebbels unentwegt die Frage nach der Politik des Ästhetischen.
Heiner Goebbels arbeitet als Professor am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus Liebig Universität in Gießen und ist Präsident der Theaterakademie Hessen. Von 2012 bis 2014 war er künstlerischer Leiter der Ruhrtriennale – International Festival of the Arts. Goebbels war Mitbegründer des „Sogenannten Linksradikalen Blasorchester“, das bis 1981 existierte, und des Duos Heiner Goebbels/Alfred Harth sowie des Art Rock Trios Cassiber (1982 –1992). In dieser Zeit schrieb er Theatermusiken für Inszenierungen unter anderem von Hans Neuenfels, Claus Peymann, Matthias Langhoff undRuth Berghaus. Mitte der 1980er Jahre begann er eigene Hörspiele vor allem zu Texten von Heiner Müller zu schreiben und zu inszenieren. Nach ersten szenischen Konzerten wandte er sich verstärkt eigenen Theaterinszenierungen zu. Neben seinen Bühnenstücken schreibt er weiterhin Musik.
Die einmal pro Jahr stattfindenden Kantorowicz Lectures in Political Language erinnern an Ernst Kantorowicz, der zu den herausragenden Forscherpersönlichkeiten der Frankfurter Universitätsgeschichte gehört. Kantorowicz musste die Universität 1934 zwangsweise verlassen und wurde später am Institute for Advanced Study in Princeton zu einem der international einflussreichsten Geisteswissenschaftler, dessen Arbeiten bis heute zu den meistzitierten gehören. Die Vortragsreihe konzentriert sich auf das Thema der „politischen Sprache“. In den vergangenen fünf Jahren konnten jeweils sehr renommierte ausländische Gaste für diese Vorträge gewonnen werden. Erster Kantorowicz Lecturer war im Jahr 2011 der Philosoph und Historiker Quentin Skinner.
Informationen:
Prof. Bernhard Jussen, Sprecher des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften, Tel.: 069/798-32427, (-32424 Sekretariat), jussen@em.uni-frankfurt.de; Dr. Steffen Bruendel, Forschungsdirektor und Geschäftsführer des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften, 069/798-32113, (-32344 Sekretariat), fzhg@em.uni-frankfurt.de
Veranstaltungen
Eröffnung der Ausstellung von Bruno Feger im PEG-Gebäude auf dem Campus-Westend. 11. November, 18 Uhr
FRANKFURT. Die beiden stählernen Grashalme stehen bereits seit vergangenem Sommer an prominenter Stelle, nämlich im Foyer des PEG der Goethe-Universität: Die Skulptur „Gräser“ hat der Künstler Bruno Feger geschaffen. Nun werden anlässlich der Schenkung eine Reihe von weiteren Stahlplastiken des Künstlers im Treppenhaus des Gebäudes der Psychologie, Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften gezeigt.
Alle Interessierten sind zur Vernissage herzlich eingeladen, die am Mittwoch, 11. November, um 18 Uhr im Foyer des Instituts für Psychologie (5. OG) stattfindet. Der Künstler und die Stifterin sind anwesend. Grußworte werden sprechen: Prof. Rolf van Dick, Institut für Psychologie; Andreas Eckel, Private Hochschulförderung; Dr. Carsten D. Siebert, Kurator. Anmeldungen zur Vernissage werden erbeten per E-Mail an: dekanat@psych.uni-frankfurt.de
Die Ausstellung läuft noch bis zum 26. Februar 2016, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 20 Uhr. PEG-Gebäude, 3.-5. OG, Campus Westend, Theodor-W-Adorno-Platz 6.
Weitere Informationen: Martina Siebert, Dekanat FB 05 – Psychologie und Sportwissenschaften, Tel. (069) 798-35301
Hochschulpolitische Themen
Konzept der Goethe-Universität überzeugt im Qualitätspakt Lehre – Weitere 21 Millionen Euro zur Verbesserung der Lehre erwartet
FRANKFURT. Im bundesweiten Wettbewerb zur Verbesserung der Lehre gehört die Goethe-Universität zu den erfolgreichsten Hochschulen: Für die Goethe-Universität werden in der zweiten Förderperiode bis Ende 2020 noch einmal rund 21 Millionen Euro erwartet. Vom Frankfurter Programm „Starker Start ins Studium“ profitieren vor allem Studierende in den ersten drei Semestern. Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff freut sich über das erfolgreiche Abschneiden der Goethe-Universität: „Das zeigt uns, dass wir einen guten Weg zur Verbesserung der Lehre eingeschlagen haben. Mit dieser Förderung haben wir übrigens eines der größten Drittmittel-Projekte in diesem Jahr eingeworben – und das für die Lehre!“ Gleichzeitig hebt Wolff hervor: „Die in Aussicht stehenden 21 Millionen Euro tragen dazu bei, die Betreuungsrelation trotz der seit 2008 um 40 Prozent gestiegenen Studierendenzahlen einigermaßen konstant zu halten. Insofern ist es schön und wichtig, dass es auch für die Lehre Drittmittel gibt. Allerdings ist es schade, dass wir so dringend auf sie angewiesen sind.“
Die 156 in der zweiten Förderperiode des „Qualitätspakts Lehre“ erfolgreichen Hochschulen sind heute Vormittag bei der Pressekonferenz der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) von der Bundesbildungsministerin Prof. Johanna Wanka bekannt gegeben worden. Wobei die 21 Millionen Euro für die Goethe-Universität zu den höchsten Förderungen gehören. Dieses Bund-Länder-Programm für die Lehre an Hochschulen läuft seit 2011. 2016 beginnt die zweite Förderphase; insgesamt ist das Programm mit zwei Milliarden Euro dotiert, für die zweite Phase stehen noch einmal 820 Millionen Euro zur Verfügung.
In der Studieneingangsphase werden die Weichen für ein erfolgreiches Studium gestellt, darin sind sich Bildungsexperten einig. „Deswegen konzentrieren wir uns mit dem Programm genau auf diese Phase. Die zweite Förderperiode gibt uns die Möglichkeit, unsere gemeinsamen Konzepte für gute Lehre weiterhin und noch besser umzusetzen.“, sagt die für die Lehre zuständige Vizepräsidentin der Goethe-Universität, Prof. Tanja Brühl. Auswertungen der Goethe-Universität aus der ersten Förderperiode bestätigen den richtigen Kurs eindrücklich: So ist beispielsweise der Anteil der Studienabbrecher nach dem vierten Fachsemester in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften von 35 Prozent auf 18 Prozent gesunken. Vielfältige zusätzliche Angebote wie Brückenkurse im Mathe, Tutorien in Kleingruppen, individuellen Betreuung beim wissenschaftlichen Schreiben schlagen dabei offensichtlich ebenso positiv zu Buche, wie die etwa 60 zusätzlichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Lehre und Hochschuldidaktik sowie umfangreiche Qualifikationsangebote für alle Lehrenden, insbesondere auch für die 170 studentischen Tutorinnen und Tutoren.
Seit einigen Jahren beobachten die Lehrenden aller Universitäten, dass Abiturienten mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Vorkenntnissen in ihr Studium starten. Hier setzt das Konzept „Starker Start ins Studium“ an. Den Verantwortlichen ist hierbei wichtig, dass die universitäre Lehre sowohl in den Lehrangeboten als auch im Selbstverständnis der Lehrenden die zunehmende Heterogenität der Studierenden berücksichtigt. „Heterogenitätssensible Lehre“ nennen das die Experten. Das bedeutet: Jeder Studienanfänger soll mit seinen Stärken und Defiziten dort abgeholt werden, wo es notwendig ist, um erfolgreich und selbstbestimmt studieren zu können und um nach den ersten Semestern die methodischen und fachlichen Grundkompetenzen zu beherrschen. Dass unterschiedliche Voraussetzungen ein großes Thema an der Goethe-Universität sind, hat die universitätsweite Studierendenbefragung gezeigt: 37 Prozent der Studierenden kommen aus Familien, in denen kein Elternteil studiert hat; fast 24 Prozent haben einen Migrationshintergrund, davon haben 40 Prozent Deutsch als zweite Sprache erlernt; 66 Prozent der Studierenden müssen für ihren Lebensunterhalt parallel zum Studium arbeiten.
Nach der Zusage aus Berlin soll nun unter anderem ein Mathezentrum aufgebaut werden: Hier werden Studienanfänger aus den Natur- und Sozialwissenschaften ihre Wissenslücken in mathematischen Grundlagen, die für diese Fächer unabdingbar sind, schließen können. Dazu Dr. Julia Sommer, Koordinatorin des Zentrums Naturwissenschaften, das ebenfalls Teil des Starken Starts ist: „Wir wollen mit dem Mathezentrum an das erfolgreiche Konzept des Schreibzentrums unserer Uni anknüpfen und Studierende mit einem niedrigschwelligen Angebot unterstützen.“ Mit solchen Angeboten hat das Schreibzentrum gute Erfahrungen gemacht. So berichtet die Tutorin, Parvin Djahani, von ihren Beratungsgesprächen für die Kommilitonen „auf Augenhöhe“: „Weil ich selbst auch studiere, trauen sich Studierende bei mir viel mehr zu fragen als bei ihren Dozenten.“
Mit den Geldern wird in der zweiten Förderphase auch das Konzept der „Forschungsorientierten Lehre“ weiterentwickelt. Gerade zu Studienbeginn sollen und wollen die Studierenden erste eigene Erfahrungen in kleineren Projekten sammeln. Dies können auch „praxisorientierte Lehrforschungsprojekte“ sein, die gesellschaftsrelevante Fragen aufgreifen, das sogenannte „Service-Learning“. So könnten beispielsweise angehende Juristen Flüchtlinge zu ihrem rechtlichen Status beraten, Ethnologie-Studierende ausländischen Kommilitonen nach Erfahrungen mit der Lebenskultur in Frankfurt befragen, Marketing-Studierende ein Konzept für die Mitgliederwerbung einer Hilfsorganisation entwickeln, oder angehende Historiker eine Ausstellung zu den Anfängen der chemischen Industrie in Frankfurt konzeptionieren.
Kern des Projekts sind und bleiben die vier Zentren für Lehre in den Sozialwissenschaften, den Geisteswissenschaften, den Naturwissenschaften sowie in der Lehrerbildung. Unterstützt werden sie von dem Verbund „Di³“, dem das Interdisziplinäre Kolleg Hochschuldidaktik, „studiumdigitale“ sowie das Gleichstellungsbüro angehören. Die Leiterin der Stabsstelle Lehre und Qualitätssicherung und Projektleiterin Dr. Kerstin Schulmeyer resümiert: „Mit dem Starken Start ist es uns gelungen, Strukturen für die Lehre zu schaffen, die einerseits eine fachnahe Qualifizierung der Lehrenden und zum anderen Kommunikation über und die Weiterentwicklung von guter Lehre ermöglichen, darauf sind wir stolz!“ Durch diese Kooperationsformen haben sich achtbare Erfolge eingestellt: Die Erfolgsquoten in den naturwissenschaftlichen Grundlagenfächern sind beispielsweise deutlich gestiegen, seitdem die Angebote in Mathematik, Physik, Chemie und Biologie auf die Bedürfnisse der Studierenden abgestimmt und um zusätzliche Kurse und Tutorien ergänzt wurden.
Die Auswahl für diese zweite Förderstaffel erfolgte in einem wissenschaftsgeleiteten Verfahren: Zwölf im Bereich der Hochschullehre ausgewiesene Experten aus Wissenschaft, Hochschulmanagement und Studierendenschaft urteilten über die Förderwürdigkeit der 180 Anträge. 156 Hochschulen werden unterstützt, darunter auch acht hessischen Universitäten und Hochschulen.
Informationen: Prof. Tanja Brühl, Vizepräsidentin für Lehre, bruehl@soz.uni-frankfurt.de; Dr. Kerstin Schulmeyer, Projektleitung und Leiterin Stabsstelle Lehre und Qualitätssicherung, Telefon: (069) 798 12341, schulmeyer@pvw.uni-frankfurt.de
Forschung
Im österreichischen Montafon gab es bereits vor 3500 Jahren Bergbau
FRANKFURT/BARTHOLOMÄBERG. Bergbau in den Alpen gibt es schon viel länger als bisher angenommen – im österreichischen Montafon seit der Bronzezeit. Dank C14-Datierungen konnte jetzt eine Forschergruppe der Goethe-Universität Frankfurt um Prof. Rüdiger Krause vom Institut für Archäologische Wissenschaften im Zuge von Prospektionen am Bartholomäberg in 1450 Metern Höhe bis zu 3500 Jahre alte Bergbauspuren aus der mittleren Bronzezeit nachweisen. Die C14- oder auch Radiokarbonmethode ermöglicht aufgrund abnehmender Radioaktivität kohlenstoffhaltiger Materie eine relativ präzise Alterseinstufung etwa an Holzkohlen.
So fanden die Forscher auch heraus, dass 2500 Jahre später – im späten Frühmittelalter – der Bergbau dort offenbar sogar wieder aufgenommen wurde. Denn auch aus dieser Zeit finden sich eindeutige Spuren im Gelände. Damit ist dies eines der ältesten bisher nachweisbaren Montanreviere im europäischen Hochgebirge. Die Entdeckung, die durch Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) möglich wurde, gleicht nach Krause „einer kleinen Sensation, da die Fachwelt bronzezeitlichen Bergbau im Montanrevier des Montafons bisher nicht für möglich gehalten hatte.“ Auch für das frühe oder hohe Mittelalter liegen sonst nur ganz wenigen Stellen alpinen Bergbaus vor. Krause sieht jetzt eine spannende Verbindung etwa zu den historisch überlieferten neun Eisenschmelzöfen im Drusengau – der Region um Bludenz, dem Klostertal und dem Montafon, die im Churer Reichsurbar im Jahr 843 erwähnt sind.
Krause und sein Team, in dem Archäobotaniker und viele Studierende der Goethe-Uni mitarbeiten, forschen seit 15 Jahren im Montafon, das in den Zentralalpen im Süden des österreichischen Bundeslandes Vorarlberg liegt. Ziel ist die Erkundung der frühen Besiedlungsgeschichte und des frühen Bergbaus dieser einzigartigen inneralpinen „Siedlungskammer“ mit bronze- und eisenzeitlichen Siedlungen und einer bronzezeitlichen Burganlage mit bis zu 3m dicken Steinmauern.
Im kommenden Sommer sollen die Ausgrabungen in dem neu entdeckten Bergbaurevier beginnen. Ein spannendes Vorhaben, denn vergleichbar alten Bergbau gibt es sonst nur in den Ostalpen etwa im Bereich des berühmten Bergbaureviers des Mitterbergs, wo bronzezeitliche Bergleute bis in 200 m Tiefe Stollen gegraben und den intensivsten Bergbau dieser Zeit in den Alpen erschlossen haben. „Welchen Stellenwert unsere neue Fundstelle im Montafon dazu im Kontext der bronzezeitlichen Kupferversorgung in den Alpen gehabt hatte, werden die weiteren Untersuchungen zeigen“, sagt Krause.
Für die Frankfurter archäologischen Forschungen ist das Montafon mit seiner besonderen Besiedlungsgeschichte mit bronze- und eisenzeitlichen Siedlungen ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt. Gilt sie doch auch als Modellregion für eine interdisziplinäre Herangehensweise, so sind die Archäobotanik, die Bodenkunde und Metallanalysen, insbesondere von Schwermetallen im Boden als Überbleibsel des alten Bergbaus, ganz wichtige Informationsquellen. Im Fokus stehen dabei Fragen, was Menschen ursprünglich bewegt haben könnte, diese alpinen Tallandschaften zu besiedeln. Ab wann wurde die selbstversorgende Wirtschaft – die Vieh- und Weidewirtschaft, Sammelwirtschaft und der Ackerbau – von Tätigkeiten im Bergbau ergänzt? Dank der Frankfurter Forscher ist heute bekannt, dass in dieser inneralpine Tallandschaft seit etwa 2000 v. Chr. dauerhaft Menschen leben und das Montafon heute damit auf eine 4000jährige Besiedlungsgeschichte zurückblicken kann.
Die wissenschaftlichen „Durchbrüche“ im ehemaligen Montangebiet werden nun auch in Buchform sichtbar: Am 9. November wird in Bartholomäberg (Montafon) die erste Monographie zur Archäologie und frühen Geschichte des Bergbaus im Montafons vorgestellt, ein reich mit Fotographien und Graphiken ausgestattetes „buntes“ Buch, das dem Leser und Betrachter in kurzen und leicht verständlichen Texten die älteste Geschichte einer alpinen Tallandschaft am Beispiel des Montafons und die verschiedenen Methoden seiner Erforschung in lebendiger Form nahebringen will. So ist auch Bürgermeister Martin Vallaster von der Gemeinde Bartholomäberg sichtlich angetan: „Wir alle sind sehr stolz auf dieses Buch, das für die Vermittlung der Forschungsergebnisse mit den vielseitigen neuen Erkenntnissen ein Produkt von nachhaltigem Wert darstellt. Versetzen Sie sich beim Lesen dieses Buches in die Welt unserer Vorfahren und erfahren Sie Spannendes aus unserer einzigartigen Siedlungsgeschichte“.
Zum Buch Montafoner Zeitmaschine:
Rüdiger Krause, Archäologie im Gebirge. Montafoner Zeitmaschine. Frühe Besiedlungs-geschichte und Bergbau im Montafon, Vorarlberg (Österreich). Mit Beitragen von Lisa Bringemeier, Rudolf Klopfer, Astrid Röpke, Astrid Stobbe, Franziska Würfel. 150 Seiten, 213 farbige und großformatige Abbildungen, 23 x 23 cm, fester Einband, Euro 19,80
Bartholomäberg/Bonn 2015 (ISBN 978-3-7749-3981-0), Kommissionsvertrieb: Verlag Dr. Rudolf Habelt GmbH, Bonn (Deutschland), www.habelt.de
Kontakt: Prof. Dr. Rüdiger Krause, Sprach- und Kulturwissenschaften, Campus Westend, Tel.: +160-824 7 824, E-Mail: r.krause@em.uni-frankfurt.de
Fotos zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/58833010
Veranstaltungen
Forscher ziehen nach 10 Jahren Bilanz und diskutieren über die Zukunft
FRANKFURT. Vor 10 Jahren bildete sich unter Federführung der Pädagogen Prof. Andreas Gruschka und Prof. Olaf Radtke von der Goethe-Universität zum ersten Mal eine breite Koalition der Kritiker gegen die Ökonomisierung des Bildungswesens. Die aus den Einsprüchen von 2005 hervorgegangene Gesellschaft für Bildung und Wissen lädt zu einer internationalen Tagung am 14. November ein, auf der die Entwicklung bis heute bilanziert und die Kritik aktualisiert werden soll. Auf dem Programm steht unter anderem ein Vortrag der amerikanischen Bildungsforscherin Gita Steiner Khamsi von der Columbia University in New York, die Bildungssysteme im internationalen Vergleich studiert. Die Öffentlichkeit ist dazu herzlich eingeladen.
Was? Tagung: 10 Jahre Frankfurter Einsprüche gegen die Ökonomisierung des Bildungswesens - Bilanz und Fortsetzung
Wann? 9:30 – 17:15 Uhr
Wo? Campus Westend (Casino Gebäude), Festsaal / EG, Theodor-W.-Adorno-Platz 4, 60323 Frankfurt am Main
Die Gesellschaft für Bildung und Wissen klärt seit 2010 über die Reformfolgen auf. Ihr Bildungs-Rat hat ein pädagogisches Bildungskonzept vorgelegt, das einen am Humanismus ausgerichteten alternativen Weg zur OECD und PISA weisen soll.
Informationen: Prof. Hans Peter Klein, Institut für Didaktik der Biowissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42272, h.p.klein@bio.uni-frankfurt.de.
Program und Anmeldung unter: http://bildung-wissen.eu/veranstaltungen-1/veranstaltungen-fortbildungen-u-a/10-jahre-frankfurter-einsprueche.html