Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

 

Okt 20 2017
11:43

Institut für Geowissenschaften und Physikalischer Verein veranstalten auf dem Campus Riedberg einen Abend rund um den Erdtrabanten.

Dem Mond näherkommen

Die „International Observe the Moon Night“ rückt den Mond weltweit in ein ganz besonderes Licht. Rund um den Globus steht der Erdtrabant in zahlreichen Veranstaltungen im Zentrum der Aufmerksamkeit. Der sonst eher stille, fast unauffällige Begleiter wird in dieser Nacht zum spannenden kosmischen Ereignis. Wie entstand der Mond eigentlich? Wie alt ist er? Wie sehen Steine vom Mond aus? Gibt es dort auch Vulkane? Was sind die großen dunklen Flecken? Gibt es Eis auf dem Mond? Viele dieser Fragen können interessierte Besucher mit Spezialisten diskutieren

am 28. Oktober (Samstag) ab 19 Uhr
im Geozentrum, Campus Riedberg, Altenhöferallee 1, 60438 Frankfurt.

Vorträge:

19.30 Uhr:    Welchen Einfluss hat der Mond auf die Erde?
Stefan Karge, Physikalischer Verein

20.45  Uhr     Fire and Ice – Neue erstaunliche Erkenntnisse zum Mond
Prof. Dr. Frank E. Brenker, Goethe Universität

Staunen - Entdecken – Beobachten

  • Beobachtung des Mondes mit Fernrohren des Physikalischen Vereins
  • Mikroskopieren von echtem Mondgestein
  • Der Mond zum Anfassen – Gesteinsproben der Goethe-Universität
  • Filme und Dokumentationen zum Mond 

Mit Volker Heinrich – Physikalischer Verein, Dr. Beverley Tkalcec, Dr. S. Schmitz, Goethe Universität und Dipl. Mineraloge Sascha Staubach, Geo-Agentur.

Informationen: Prof. Dr. Frank Brenker, Institut für Geowissenschaften, Mineralogie, Campus Riedberg, Tel.: (069)-798 40134, f.brenker@em.uni-frankfurt.de.

 

Okt 19 2017
17:25

Dr. Steffen Bruendel, Forschungsdirektor des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften, spricht im Museum Giersch der Goethe-Universität

Vortrag: Künstler zwischen Krieg und Krieg. Die klassische Moderne 1914 bis 1945

FRANKFURT. Die Zeit vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gilt als „Zweiter Dreißigjähriger Krieg“, als Epoche der Gewalt. Künstler und Dichter – unter ihnen zahlreiche deutsche Juden – hatten sich 1914 freiwillig zum Waffendienst gemeldet. Im Krieg desillusioniert, verarbeiteten sie das Erlebte. Die ideologische Polarisierung überdauerte das Kriegsende. Die Darstellung des Krieges in der Kunst blieb umstritten – zu unheroisch erschien sie einer Mehrheit der Bevölkerung. So hatten die Nationalsozialisten es leicht, als sie nach 1933 Bücher und Kunstwerke verfemten und ihre Schöpfer verfolgten.

Am Dienstag, 24.10.2017, 19 Uhr, hält Dr. Steffen Bruendel, Forschungsdirektor des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften an der Goethe-Universität, einen Vortrag über „Künstler zwischen Krieg und Krieg. Die klassische Moderne 1914 bis 1945“ im Museum Giersch der Goethe-Universität. Der Vortrag ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Von Frankfurt nach New York – Eric und Jula Isenburger“ (15. Oktober 2017 bis 11. Februar 2018) im Museum Giersch der Goethe-Universität. Der in Frankfurt geborene Eric Isenburger (1902–1994) gehört zu den jüdischen Künstlern, die in den 1930er Jahren emigrieren mussten. Das Museum Giersch zeichnet die internationale Lebens-, Flucht- und Exilgeschichte des in Vergessenheit geratenen Künstlers nach.

Steffen Bruendel ist Historiker und Forschungsdirektor des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kulturgeschichte, Erster Weltkrieg und europäische Nachkriegsordnung sowie Systemvergleich zwischen Nationalsozialismus und Franquismus. Unter anderem ist er Autor des 2014 veröffentlichten Buches „Zeitenwende 1914. Künstler, Dichter und Denker im Ersten Weltkrieg“.

Der Vortrag findet statt in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen 2017 und in Kooperation mit dem Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt.

Ohne Anmeldung. Eintritt 4,- € an der Abendkasse

Bilder zum Download unter: http://www.museum-giersch.de/#/Presse.

Informationen: Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/13821010, E-Mail: presse@museum-giersch.de

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

 

Okt 19 2017
10:22

1. Stiftertag ehrt Persönlichkeiten, die das Profil der Goethe-Universität als Stiftungsuniversität und darüber hinaus in den letzten Jahren entscheidend mitgeprägt haben

Pioniere der Stiftungsuniversität

FRANKFURT. Zum Anlass ihres 1. Stiftertages am 18. Oktober, ihrem 103. Geburtstag, nimmt die Goethe-Universität prominente Ehrungen vor. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Kassel-Stiftung, die im Jahr 2017 ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Stifterin war die Anfang 2007 verstorbene Gertrud Kassel, Witwe des Frankfurter Bankiers Alfons Kassel, der 1975 gestorben war. Aus den Erträgen des Vermögens in Höhe von 33 Millionen € unterstützt die Stiftung, deren alleiniger Zweck die Förderung der Goethe-Universität ist, seit 2007 wichtige Projekte in Forschung und Lehre. Mit einem Gesamtvolumen von bis heute über 7 Mio. € hat die Kassel-Stiftung in den letzten zehn Jahren Projekte aus Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften und Medizin gefördert, ebenso die Entwicklung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Insgesamt kamen bisher 70 universitäre Vorhaben in den Genuss einer namhaften finanziellen Unterstützung. Eine besondere Rolle bei der Anbahnung und Entwicklung der Kassel-Stiftung kommt dabei dem früheren Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Ekkehardt Sättele zu, der zugleich Vorstandsvorsitzender der Stiftung ist. Für seine besonderen Verdienste um die Stiftungsuniversität verlieh ihm die Goethe-Universität 2012 den Titel „Ehrensenator“. Gleichzeitig ist Sättele Vorstandsmitglied der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

Die Präsidentin der Goethe Universität, Professor Birgitta Wolff, sagte anlässlich der Feier im Casino des Campus Westend: „Die Kassel-Stiftung stand 2007 an der Wiege zur Neugründung der Frankfurter Stiftungsuniversität. Ihre bundesweit beachtete Vorstellung im Sommer 2007 war auch für die noch bevorstehende Gründung der Frankfurter Stiftungsuniversität ein enorm starkes Signal. Die Goethe-Universität bedankt sich für die großartige Unterstützung vieler ihrer wichtigsten Anliegen durch die Kassel-Stiftung in den letzten zehn Jahren.“

Geehrt als „Scientist of the year“ der Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung wird Joachim Curtius, Professor für experimentelle Atmosphärenforschung am Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität, der in seiner Forschung ein hoch aktuelles wissenschaftliches Thema vertritt. Im Rahmen des CLOUD-Experiments am CERN untersucht er, welche Einflüsse menschgemachte und natürliche Spurengase sowie die kosmische Strahlung auf die Wolkenbildung und damit auch auf das Klima haben. Mit Hilfe von modernen Massenspektrometern und in seiner Arbeitsgruppe entwickelten Ionisationsverfahren werden Spurengase wie beispielsweise Schwefelsäure und stark oxidierte organische Substanzen in kleinsten Konzentrationen nachgewiesen und die Bildung von Molekülclustern beobachtet. Weiterhin entwickelt er Verfahren zur Bestimmung der Anzahl und chemischen Komposition von kleinsten Aerosolpartikeln und von Eiskeimen in der Atmosphäre. Für Messungen in der Atmosphäre nutzt er das deutsche Forschungsflugzeug HALO und das Taunus-Observatorium der Goethe-Universität am Kleinen Feldberg. Er ist Koordinator eines Doktorandenprogramms der EU, Sprecher der DFG-Forschergruppe INUIT und Mitglied in den wissenschaftlichen Lenkungsausschüssen für das CLOUD-Projekt und das HALO-Flugzeug.

Für ihre besonderen Verdienste erhalten im Rahmen der Feier drei Persönlichkeiten die Auszeichnung „Ehrenmedaille der Goethe-Universität“:

Traudl Herrhausen setzte sich als Abgeordnete im Hessischen Landtag in besonderem Maße für die Autonomie von Hochschulen ein. Ihr Papier „Modell einer neuen Hochschule“, welches sie als Sprecherin für Hochschulpolitik der CDU an alle Landtagsfraktionen sowie alle Präsidentinnen und Präsidenten der Hochschulen des Landes Hessen richtete, ebnete den Weg für mehr Eigenverantwortung der Universitäten. Sie plädierte leidenschaftlich für eine höhere Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen, für die die universitäre Selbstständigkeit Grundvoraussetzung sei. Mit ihrem Einsatz für die Änderung des Hessischen Hochschulgesetzes um die Jahrtausendwende hat sie den Weg für die Umwandlung der Goethe-Universität in eine Stiftungsuniversität im Jahr 2008 mitgestaltet.

Im Jahr 2009 führte die Goethe-Universität das „Frankfurter Modell der W-Besoldung“ ein. Es sollte Professorinnen und Professoren zusätzliche Anreize für die Erbringung hervorragender Leistungen in Forschung und Lehre bieten. Dazu wurde eine überschaubare Zahl an Leistungsparametern definiert, die mit den globalen Zielen der Goethe-Universität in Einklang stehen (z.B. Publikationen, Drittmittel, Lehrevaluationen, Abschlussarbeiten). Eine Kommission aus „Elder Statesmen“, der Prof. Reinhard Hujer vorstand, überwachte das Verfahren und gab Empfehlungen. Hujer koordinierte und leitete die Arbeit des Ausschusses mit viel Einsatz, Umsicht und Verlässlichkeit. Dabei informierte der emeritierte Professor für Professor für Statistik und Ökonometrie kontinuierlich das Präsidium und den Senat der Goethe-Universität. Auch der Senatskommission zur W-Besoldung stand er für Rückfragen und als Berater zur Verfügung. Dass die Elder Statesmen innerhalb der Kommission trotz der Zugehörigkeit zu verschiedenen Disziplinen stets zu einem einstimmigen Ergebnis kamen, war der sachlichen Handlungsführung von Reinhard Hujer zu verdanken. Somit hat sein ehrenamtliches Engagement entscheidend dazu beigetragen, dass das Verfahren universitätsweit Akzeptanz gefunden hat.

Harald Müller, 1999 bis 2016 Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen/Friedens- und Konfliktforschung an der Goethe-Universität, widmete sein ganzes akademisches Leben der Frage, wie friedliche internationale Beziehungen erreicht werden können. Neben seiner Professur war er stets als Experte für Abrüstungs- und Sicherheitspolitik geschätzt; unter anderem fungierte er mehrfach als Mitglied der deutschen Delegation bei der Überprüfungs- und Verlängerungskonferenz des Nuklearwaffensperrvertrages. Weiterhin war Müller von 1999 bis 2005 Mitglied im Beratungsausschuss zu Abrüstungsfragen des Generalsekretärs der Vereinten Nationen – im Jahr 2004 als Vorsitzender. 2011 bis 2016 war er Vizepräsident des „EU Consortium on Non-Proliferation“. Ihm ist es hauptsächlich zu verdanken, dass die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), für die er seit 1976 wissenschaftlich tätig war und seit 1995 Vorstandsmitglied ist, im Jahr 2009 als Teil der Leibniz-Gesellschaft etabliert und anerkannt werden konnte. Unter seiner Leitung schloss die HSFK 1997 ein dauerhaftes Kooperationsabkommen mit der Goethe-Universität ab, in dessen Rahmen drei gemeinsame Professuren geschaffen und der erfolgreiche Master „Friedens- und Konfliktforschung“ ausgearbeitet wurde. Es bildete auch die Grundlage für die Beteiligung der HSFK am Exzellenzcluster „Die Herausbildung Normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität, dessen Direktorium Harald Müller 2007 bis 2016 angehörte.

 

Okt 18 2017
09:10

Vortragsreihe der Frankfurter Geographischen Gesellschaft und der Goethe-Universität

Wissen. Macht. Raum. Geschichten der Geographie

FRANKFURT. Die Entstehung der geographischen Disziplinen in Deutschland lässt sich nicht ohne den kolonialen Geist des 19. Jahrhunderts denken. In ihrer neuen Vortragsreihe beleuchtet die Frankfurter Geographische Gesellschaft die widersprüchlichen Entwicklungen der deutschen Geographie und fragt nach ihren Bedeutungen für das Geographie-Machen heute.

Die Vortragsreihe, die in Zusammenarbeit mit den Instituten für Humangeographie und physische Geographie der Goethe-Universität konzipiert wurde, richtet sich an ein breites Publikum und ist auch Teil der Frankfurter Bürger-Universität. Die Reihe beginnt mit dem Vortrag:

Antisemitismus, Großstadtfeindlichkeit und reaktionäre Kapitalismuskritik in der deutschsprachigen Geographie vor 1945
Dr. Boris Michel, Institut für Geographie, Universität Erlangen-Nürnberg
am 25. Oktober (Mittwoch) um 18:15 Uhr
im Hörsaalgebäude Campus Bockenheim, Mertonstr. 17-21, H IV, 2.Stock

Zum Inhalt: In der Geographiegeschichte besteht eine Leerstelle bezüglich antisemitischen Denkens. Der Vortrag zeichnet die Rolle und Funktion antisemitischer Elemente in der deutschsprachigen Geographie des Landschaftsparadigmas vor 1945 nach. Dr. Boris Michel vertritt die These, dass die Figur des Judentums als einem raumlosen Volk tief ins geographische Denken eingelagert war. Mit der antimodernen Ausrichtung der Disziplin nach 1918 fungierte das Judentum als eine Personifikation für die Raumproduktionen von Modernisierung und Urbanität.

Weitere Termine und Themen im Überblick:

8. November 18:15 Uhr, Hörsaalgebäude Campus Bockenheim, Mertonstr. 17-21, H IV, 2.Stock
Was schrecken uns Eis und Finsternis? Die Frankfurter Geographische Gesellschaft und deutsche Polarforschung im 19. Jahrhundert.
Dr. Frank Berger, Historisches Museum, Frankfurt am Main

22. November 18:15 Uhr, Hörsaalgebäude Campus Bockenheim, Mertonstr. 17-21, H IV, 2.Stock
Der ‚völkische‘ Blick Die Formierung der ‚Volks- und Kulturbodenforschung‘ an den Geographischen Instituten der Universitäten Wien und Berlin, ca. 1900 bis 1930
Dr. Norman Henniges, Universität Erfurt 

6. Dezember, 18:15 Uhr, Hörsaalgebäude Campus Bockenheim, Mertonstr. 17-21, H IV, 2.Stock
August Petermann (1822-1878) – Wegbereiter der Polar- und Meeresforschung
Dr. Reinhard A. Krause, Alfred-Wegener-Institut f. Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven

10. Januar, 18:15 Uhr, Hörsaalgebäude Campus Bockenheim, Mertonstr. 17-21, H IV, 2.Stock
Geomorphologische Untersuchungen in Ruanda. Oder: Wie europäisch ist die ruandische Landschaftsgeschichte? 
Dr. Phillipe Kersting, Institut für Humangeographie, Goethe-Universität

24. Januar, 18:15 Uhr, Hörsaalgebäude Campus Bockenheim, Mertonstr. 17-21, H IV, 2.Stock
Die Erforschung der Kolonien. Expeditionen und koloniale Wissenskultur deutscher Geographen 1884-1919
Dr. Carsten Graebel, Tübingen

7. Februar, 18:15 Uhr, Hörsaalgebäude Campus Bockenheim, Mertonstr. 17-21, H IV, 2.Stock
Blicke zurück, um nach vorne zu schauen: Zur postkolonialen Gegenwart aktueller Geographien
Katharina Schmidt, Dr. Tobias Schmitt, Katrin Singer; Institut für Geographie, Universität Hamburg

Information und Anmeldung: Dr. Mathias Rodatz, Institut für Humangeographie, Fachbereich 11, Campus Westend, Tel.: (069) 798-35175, rodatz@geo.uni-frankfurt.de, www.fgg-info.de.

Für Mitglieder ist der Eintritt frei; Nicht-Mitglieder zahlen 5 €, Studierende und Schüler 3 €.

 

Okt 18 2017
09:08

Lecture & Film-Reihe beginnt am 19. Oktober und ist in den kommenden Semestern Teil des Gesamtprojekts „Tropical Underground“

Kino aus dem tropischen Untergrund

FRANKFURT. Wer die kulturelle Globalisierung der Gegenwart verstehen will, kann von der brasilianischen Gegenkultur der 1960er und 1970er Jahre lernen. Mit deren Verbindung von Anthropologie und Avantgarde befasst sich das vielschichtige wissenschaftlich-künstlerische Projekt „Tropical Underground“, zu dem die kommende Lecture & Film-Reihe gehört, auch dieses Mal veranstaltet vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität, dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und dem Kino des Deutschen Filmmuseums.

Die Lecture & Film-Reihe, bei der nach einem einleitenden Vortrag jeweils ein Film auf dem Programm steht, umfasst in den nächsten zwei Semestern 16 Termine. Sie beginnt am 19. Oktober 2017, setzt den Akzent auf das Cinema Marginal der späten 1960er und 1970er und stellt dieses auch in den Kontext des Cinema Novo und der Tropicalia-Bewegung. Das Cinema Marginal war Bestandteil der brasilianischen Gegenkultur. Insider beschreiben es als eine Explosion des Erfindungsreichtums an der Schnittstelle von Underground und Genrekino, ausgelöst durch die Einmischung der Militärdiktatur ins Kulturleben, verknüpft mit der Tropicalia-Bewegung in der Pop-Musik und zugleich visionäre Antwort auf die Globalisierung.

Zum Auftakt am 19. Oktober um 20.15 Uhr im Deutschen Filmmuseum spricht Vinzenz Hediger, Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität, assoziiertes Mitglied des Clusters und einer der maßgeblichen Organisatoren der Reihe. Schon der Titel seiner Lecture leitet zu dem dann gezeigten Film über: „Im Kino der Menschenfresser: ‚Macunaíma’, ein Film zwischen Anthropologie und Avantgarde“. Es geht in dem Film um künstlerische „Menschenfresserei“, die Aneignung der westlichen Kunst und Kultur ebenso wie die der Kulturen des Amazonas. In brasilianischen Kunst- und Avantgardekreisen war schon im frühen 20. Jahrhundert das „Anthropophagische Manifest“ – Anthropophagie steht für menschlichen Kannibalismus – ausgerufen worden. Das Manifest galt als das Programm einer neuen, nicht-europäischen Moderne.

Auch das Gesamtprojekt „Tropical Underground“ erkundet noch bis zum Juli 2018 die vielfältigen Verknüpfungen von Anthropologie, Avantgarde und Globalisierung in Brasilien seit den 1960er Jahren. Zu den Veranstaltungen gehört in diesem Wintersemester auch die Kantorowicz Lecture des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Am 15. November 2017 widmet sich der brasilianische Ethnologie-Professor Eduardo Viveiros de Castro dem Thema: „Against the ontological exceptional position of ‚our species‘“.

Das wissenschaftlich-künstlerische Projekt „Tropical Underground“ wird gemeinsam realisiert mit dem Weltkulturen Museum, dem Museum Angewandte Kunst und dem Künstlerhaus Mousonturm sowie mit SESC – São Paulo und arte 3. Unterstützt wird es vom Kulturamt der Stadt Frankfurt, dem Kulturfond Frankfurt RheinMain, der Dr. Marschner Stiftung, der hessischen Film- und Medienakademie sowie der Vereinigung der Freunde und Förderer der Goethe-Universität.

Details zum Programm: www.tropical-underground.de

Die Lecture & Film-Reihe findet im Kino des Deutschen Filmmuseums statt (Schaumainkai 41, Frankfurt am Main). Eintritt frei, Platzzahl beschränkt. Kartenreservierungen empfohlen unter 069 961 220-220.

Informationen: Prof. Vinzenz Hediger, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Tel. 069/798-32079: hediger@tfm.uni-frankfurt.de, www.tfm.uni-frankfurt.de | Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net, http://www.normativeorders.net