Hochschulpolitische Themen
Goethe-Universität erneut als „Ökoprofit-Betrieb“ ausgezeichnet
FRANKFURT. Die Goethe-Universität erhält dieses Jahr bereits zum dritten Mal eine Auszeichnung für ihr Engagement beim Thema Energie sparen. Am gestrigen Dienstag zeichnete Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig insgesamt 21 Frankfurter Unternehmen als „Ökoprofit Betrieb Frankfurt 2013“ aus. Ein Jahr lang hatten die Unternehmen Zeit, vom Einsatz von LEDs, über Gebäudedämmung bis zur Müllvermeidung, energiesparende Umweltmaßnahmen zu erarbeiten und umzusetzen. In dieser Runde unterzog die Goethe-Universität das Nebengebäude des IG-Hochhauses einem Energiecheck und bestand die anschließende Prüfung der Experten-Kommission.
Im Detail wurden dort folgende Verbesserungen erzielt:
Erneuerung der Heizungspumpen: Die alten Heizungsumwälzpumpen im Nebengebäude des IG-Hochhauses wurden im Februar dieses Jahres durch Hocheffizienzpumpen ausgetauscht. Damit sollen Stromeinsparungen für den Betrieb der Pumpen selbst von rund 25 Prozent erzielt werden. Einsparung 630 kWh/a Strom, 240kg/a C02.
Erneuerung der Kälteanlage: Auch für die bestehende Kältemaschine steht ein Austausch an (Einbau voraussichtlich im Mai). Durch den Einsatz der neuen bedarfsgerechten Maschine wird hier eine Stromeinsparung von circa 35 Prozent erwartet. Einsparung: 58.900 kWh/a Strom, 22.560 kg/a C02.
Für ihr Umweltengagement wurde die Goethe-Universität bereits zweimal als „Ökoprofit-Betrieb“ ausgezeichnet: im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk für das Casino-Gebäude am Campus Westend und ein Jahr davor für das IG-Hochhaus.
Mehr Informationen: www.oekoprofit-frankfurt.de
Veranstaltungen
Vortrag von Karen Vousden über die „Wächter des Genoms“
FRANKFURT. Die renommierte Krebsforscherin Karen Vousden, Direktorin des Beatson Institute for Cancer Research in Glasgow, besucht die Goethe-Universität im Rahmen der Vortragsreihe „Perspectives in Oncology“. In ihrem Vortrag geht sie auf die Rolle des Proteins p53 ein, das in der Literatur als „Wächter des Genoms“ bezeichnet wird. 50 Prozent aller menschlichen Tumore sind auf eine Mutation des p53-Gens zurückzuführen, welches somit eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Krebs spielt.
Wann? Montag, 29. April 2013, 18:15 Uhr
Wo? Klinikum der Goethe-Universität, Hörsaal-Gebäude 22
p53 ist ein Schlüsselprotein mit enormer Bedeutung. Bei Schädigung der DNS – etwa durch Bestrahlung oder spontane Mutationen – wird es vermehrt exprimiert. In der Folge wird der Zellzyklus angehalten und der programmierter Zelltod ausgelöst, um Schlimmeres zu verhindern. Fehlt dieser Tumorsuppressor, beginnen sich Zellen mit einer geschädigten DNA unkontrolliert zu teilen; es entstehen Tumore.
Vousden und ihr Team versuchen mit Hilfe von bestimmten Medikamenten, die in Krebszellen verloren gegangene p53-Funktion wiederherzustellen. Die Forscher hoffen, das Krebswachstum auf diese Weise aufhalten und die entarteten Zellen töten zu können.
Informationen: Prof. Ivan Dikic, Insitut für Biochemie II, Campus Niederrad, Tel: (069) 6301-5652, ivan.dikic@biochem2.de.
Veranstaltungen
Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität startet am 29. April mit der Biografie von Angela Merkel
FRANKFURT. Jeder kennt sie, Angela Merkel ist Deutschlands erste Bundeskanzlerin. Wer ist diese Frau? Wie wurde sie zu einer der einflussreichsten Politikerinnen unserer Zeit? Beantworten will diese Frage der erste Vortrag im Rahmen der Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität, „Wie wir wurden, wer wir sind – Deutsche Biografien“. Prof. Tilman Allert, Kurator der Reihe und Referent des Abends, stellt die Pfarrerstochter aus Hamburg in den Mittelpunkt seiner soziologischen Betrachtungen. Angela Merkel wächst zur Zeit der SED-Herrschaft im deutschen Osten auf. Ihr beruflicher Werdegang spiegelt Wertvorstellungen, die für das Nachkriegsdeutschland bestimmend wurden. Doch so prägnant sich ihr Gestaltungswille über die Grenzen der nationalen Politik hinaus Gehör verschafft, so wenig bekannt sind diese biografischen Voraussetzungen ihres Aufstiegs in die Politik.
Bereits zum dritten Mal untersucht Tilman Allert bekannte Biografien aus unterschiedlichsten Bereichen. An insgesamt sechs Abenden werden von Allert und weiteren Referenten Lebensläufe vorgestellt und dabei exemplarisch Stationen der deutschen Sozial- und Kulturgeschichte entworfen.
„Ich will dem Land dienen“ - Angela Merkel
am: Montag, 29. April 2013, um 19.30 Uhr,
Ort: Zentralbibliothek der Stadtbücherei, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt
Weitere Vorträge:
Beginn jeweils um 19.30 Uhr / Eintritt frei
Anfahrt: www.stadtbuecherei.frankfurt.de
Das komplette Programm der 9. Frankfurter Bürger-Uni: www.buerger.uni-frankfurt.de
Veranstaltungen
Institut für Studien der Kultur und Religion veranstaltet öffentliche Ringvorlesung
FRANKFURT. Seine Ringvorlesung im Sommersemester hat das Institut für Studien der Kultur und Religion der Goethe-Universität unter das Thema gestellt: „Historizität und Transzendenz im Islam: Geschichte, Recht und Offenbarung“. Dabei geht es um das Spannungsverhältnis zwischen der historischen Wirklichkeit und dem religiösen Anspruch auf das Transzendente – also das Übersinnliche. Dieses ist ein wichtiger Aspekt, wenn es um das Hinterfragen der islamischen Theologie geht, die damit ihrem wissenschaftlichen Anspruch im universitären Kontext gerecht wird.
In der öffentlichen Vorlesungsreihe werden sowohl klassische als auch kontextbezogene und moderne Fragestellungen thematisiert. Dazu bieten sich verschiedene methodische wie thematische Schwerpunkte an, die die Referenten aus dem In- und Ausland mit ihren Vorträgen in deutscher Sprache abdecken. Die Vorlesungen finden jeweils dienstags zwischen 18 und 20 Uhr auf dem Campus Bockenheim, Jügelhaus H 12 (3. Etage) statt.
Das Programm im Detail:
30. April 2013
Prof. Dr. Mojtahed Shabestari / Teheran: „Die Koranische Offenbarung: eine menschliche Lesart“
14. Mai 2013
Prof. Dr. Alexander Flores / Bremen „Das Sakrale und das Säkulare im Islam“
28. Mai 2013
Dr. Abdelmalek Hibaoui / Tübingen: „Universalität und kulturelle
Partikularität im islamischen Recht“
11. Juni 2013
Dr. Sarhan Dhouib / Kassel: „Das Verhältnis zwischen Philosophie und Theologie am Beispiel des Offenbarungsbgeriffes bei Al-Farabi“
25. Juni 2013
Prof. Dr. Mohamed Turki / Tunis- Frankfurt: „Geschichte und Offenbarung. Eine historische Annäherung am Beispiel von Hicham Djait“
9. Juli 2013
Dr. Ludwig Ammann /Freiburg: „Islamische Geschichtsschreibung: Geschichte und Metageschichte“
Informationen: Dr. Jameleddine Ben Abdeljelil, Institut für Studien der Kultur und Religion, Campus Bockenheim, Tel. (069) 798-32752, benabdeljelil@em.uni-frankfurt.de
Veranstaltungen
Studiengalerie 1.357 zeigt „The Horrorshow file“ des ägyptischen Künstlers Wael Shawky
FRANKFURT. Vom 25. April bis 6. Juni wird in der Studiengalerie 1.357 auf dem Campus Westend der Goethe-Universität ein neues Werk zeitgenössischer Videokunst präsentiert: Der Künstler und documenta 13-Teilnehmer Wael Shawky aus Alexandria entführt den Betrachter mit der Arbeit „The Horrorshow file“ in die Zeit der Kreuzzüge und erzählt die Geschichte dieser Ära aus arabischer Perspektive. Zur Eröffnung der Studiengalerie gibt es am Mittwoch (24. April) um 20 Uhr eine Einführung in Shawkys Arbeit, zu der alle Interessierten in das IG-Farben-Haus, Raum 1.357 eingeladen sind. Geöffnet ist die Studiengalerie montags bis donnerstags von 12 bis 17 Uhr.
Bei dieser großangelegten Produktion verbindet der Künstler Elemente des Puppentheaters, Kabaretts und des Spielfilms. Dabei unterlegt der 32-Jährige das neu geschaffene Genre mit digitalen Klangwelten. Der Zusammenhang zwischen Form und Inhalt scheint verschlüsselt und erzeugt eine eigenartige Spannung. Blutrünstige Gefechte, Gesang, Tanz, Predigt und Stille wechseln sich in rücksichtsloser Reihenfolge miteinander ab, wobei der Betrachter in einen Zustand einer befremdlichen Verzauberung verfällt, der er sich kaum entziehen kann.
„The Horrorshow file“ ist der erste Teil der aufwendigen Produktionsreihe „Cabaret Crusades“. Ausgangspunkt und Inspirationsquelle seines Werks war Shawky das Buch „The Crusades through Arab eyes“ von Amin Maalouf. Der dort dargestellte Konflikt thematisiert die zentrale Bedeutung der Manipulation im Umgang mit gegenwärtigen, vergangenen und zukünftigen Konflikten – kurzum: „Eine Analyse wie wir Geschichte schreiben und interpretieren“ (Shawky).
Der ägyptische Videokünstler studierte Bildende Kunst an der Universität von Alexandria und an der Graduate School of Fine Arts der University of Pennsylvania. 2011 wurde er mit dem Kunstpreis der Schering Stiftung ausgezeichnet. Die „Cabaret Crusades“ – Auskopplung „Path to Cairo“ von Wael Shawky wurde unter anderem auf der documenta 13 präsentiert. Seitdem er sich an den folgenreichen revolutionären Protesten in Ägypten beteiligte, arbeitete Shawky zudem erfolgreich am Aufbau einer alternativen künstlerischen Bildungsinstitution in Kairo, um jungen Künstlern eine Alternative zu offiziellen Akademien zu ermöglichen.
In der Studiengalerie 1.357 werden Ausstellungsprojekte der Studiengruppe „Geschichtspolitik Gedächtnispolitik, Gedächtniskultur und Bildgebrauch“ präsentiert. Studierende und Lehrende verschiedener Disziplinen arbeiten in enger Kooperation mit dem Städel Museum projektorientiert an der Erforschung des bildlichen Umgangs moderner Gesellschaften mit Geschichte. Die Studiengruppe stellt vier Mal im Jahr zeitgenössische Videokunst in den Räumen des IG-Farben-Gebäudes aus.
Informationen: N. Kreckel, Studiengruppe „„Geschichtspolitik Gedächtnispolitik, Gedächtniskultur und Bildgebrauch“, Campus Westend, Tel. (069) 798-32424, n.kreckel@yahoo.de, Blog der Studiengalerie: http://studiengalerie1357.wordpress.com