Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Forschung

Jul 12 2017
12:33

Mit Draufgängern nehmen es Moskitofisch-Weibchen nur in der Gruppe auf

Fisch-Weibchen bevorzugen mittelmäßig aktive Lover

FRANKFURT. Viel Sex ist in der Evolution nicht immer von Vorteil. Moskitofisch-Weibchen schwimmen ungestümen Lovern aus dem Weg. Diese lassen ihnen kaum Zeit zum Fressen und verletzen sie häufiger im Genitalbereich.

In manchen Spezies investieren die Männchen kaum etwas in den Nachwuchs außer Sperma. Biologen waren bisher der Ansicht, dass in solchen Arten die sexuell aktivsten Männchen einen evolutionären Vorteil haben. Doch die Gleichung „Wer sich öfter paaren will, hat auch mehr Nachwuchs“, geht bei den östlichen Moskitofischen nicht immer auf. Denn die Weibchen haben auch ein Wörtchen mitzureden, wie Verhaltensforscher der Goethe-Universität jetzt herausgefunden haben.

„Ausgangspunkt unserer Untersuchung war die Frage, warum sich Männchen mancher Tierarten deutlich und konsistent in ihrer sexuellen Aktivität unterscheiden, selbst wenn sie identischen Umweltbedingungen ausgesetzt sind und sich nicht gegeneinander behaupten müssen“, erklärt Carolin Sommer-Trembo, die sich in ihrer Doktorarbeit mit dem Thema beschäftigte. „Wir wollten wissen, wie diese Variation an männlichen Verhaltenstypen erhalten wird, obwohl die  Selektion Männchen mit niedriger oder mittlerer sexueller Aktivität verdrängen sollte“.

Als Forschungsobjekt wählte sie die kleinen, unauffälligen Moskitofische (Gambusia holbrooki), weil diese Sex haben und lebende Junge zur Welt bringen. Die Männchen haben am Unterbauch ein im Vergleich zur Körpergröße langes Geschlechtsorgan. Um sich zu paaren, schwimmen sie von unten an das Weibchen heran, um möglichst lange unentdeckt zu bleiben.

Um herauszufinden, welche Männchen für weibliche Moskitofische interessant sind und ob das Level an männlicher sexueller Aktivität überhaupt eine Rolle in der Partnerwahl spielt, ließen Carolin Sommer-Trembo und ihre Kollegen Dr. David Bierbach (Leibniz Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Berlin) und Prof. Martin Plath (Northwest A&F University, Yangling) Weibchen zwischen Männchen verschiedener sexueller Aktivität wählen. Um auszuschließen, dass die Männchen wegen ihres Aussehens oder anderer Verhaltensmerkmalen ausgewählt wurden, und um das Maß an sexueller Aktivität der Männchen genau steuern zu können, arbeiteten die Forscher mit animierten Stimulus-Männchen, die den Weibchen über Bildschirme präsentiertwurden.

Das Ergebnis: Weibchen bevorzugten Männchen mit mittlerer sexueller Aktivität, während sie Männchen mit hoher sexueller Aktivität deutlich vermieden. Die Forscher vermuten, dass dies aus einer Kosten-Nutzen Abwägung erfolgt. Denn Weibchen, die sich in der näheren Umgebung von sexuell sehr aktiven Männchen befinden, leiden oft nicht nur an Verletzungen im Genitalbereich, sondern kommen kaum dazu, Nahrung aufzunehmen, da sie unablässig damit beschäftigt sind, den Annäherungsversuchen der Männchen zu entgehen.

Anders verhält es sich, wenn eine ganze Gruppe von Weibchen einem paarungswütigen Männchen begegnet. „Unter natürlichen Umständen bilden Moskitofisch-Weibchen oft Gruppen, um sich gegen männliche Belästigung zu schützen, ganz ähnlich wie sich Schwarmfische gegen Fressfeinde schützen“, erklärt Carolin Sommer-Trembo. In der Gruppe zeigten Weibchen eine deutlich höhere Akzeptanz gegenüber den sexuell sehr aktiven Männchen, da sich die Kosten-Nutzen Rechnung unter diesen Umständen verschiebt.

Die Abhängigkeit der Weibchenwahl vom sozialen Kontext könnte erklären, warum  die Vielfalt an männlichen Verhaltenstypen bei den Moskitofischen erhalten blieb. Und die Experimente zeigen, dass Weibchen die männliche sexuelle Aktivität als Kriterium bei der Partnerwahl miteinbeziehen.

Übrigens: Dass man stürmischen Lovern aus dem Weg schwimmen sollte, wenn man als Fisch-Weibchen allein unterwegs ist, scheint nicht instinktiv zu sein, sondern auf Erfahrung zu beruhen. Das zeigten zusätzliche Tests mit jungfräulichen Weibchen. Sie waren gegenüber allen Typen noch gleich aufgeschlossen.

Publikation:
Sommer-Trembo, C., Plath, M., Gismann, J., Helfrich, C.  & Bierbach, D.
Context-dependent female mate choice maintains variation in male sexual activity.
Royal Society Open Science; DOI: 10.1098/rsos.170303

online: http://rsos.royalsocietypublishing.org/content/4/7/170303

Ein Bild zum Download mit einer Creative Commons Lizenz finden sie unter: http://fishesofaustralia.net.au/images/image/GambusiaHolbrookiGSchmida.jpg

Auf dem Bild ist ein Moskitofischweibchen zu sehen, das von einem Männchen in typischer Manier verfolgt wird. Das Geschlechtsorgan der Männchen, das sogenannte Gonopodium, ist bereits ausgestreckt und zum „Angriff“ bereit. Es schwimmt von unten an das Weibchen heran, um möglichst lange unentdeckt zu bleiben.

Information: Carolin Sommer Trembo, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Fachbereich 15, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42172, sommer-trembo@gmx.de.

Forschung

Jul 12 2017
12:30

Wissenschaftler der Goethe-Universität über den Einfluss von Emotionen auf Sport und körperliche Aktivität

Macht Spaß mobil?

FRANKFURT. Wer Freude an der Bewegung hat, wird häufiger Sport treiben und körperlich aktiver sein als andere Menschen: Diese weit verbreitete Annahme soll nun auch stärker in den Fokus wissenschaftlicher Forschung kommen. Prof. Darko Jekauc, der seit kurzem als Sportpsychologe an der Goethe-Universität forscht und lehrt, fordert gemeinsam mit Kollegen eine Hinwendung zu Emotionen in der Sportforschung.

Es scheint auf der Hand zu liegen: Spaß und Freude am Sport wirken sich positiv auf die Teilnahme an sportlicher Betätigung und körperlicher Aktivität aus. Diesem Allgemeinplatz zum Trotz hat sich die Forschung, die sich mit den Determinanten der körperlichen Aktivität befasst, über Jahrzehnte hinweg an sozial-kognitiven Modellen orientiert. Diese Modelle gehen davon aus, dass der Mensch ein rationales Wesen ist, das die Konsequenzen seines Handelns oder Nicht-Handelns gründlich reflektiert und sich dem entsprechend entscheidet. Wer darüber Bescheid weiß, welche negativen Folgen körperliche Inaktivität haben kann, müsste demnach dauerhaft körperlich aktiv sein. Zahlreiche Studien zeigten jedoch ein anderes Bild: Das menschliche Handeln kann keineswegs über einen längeren Zeitraum durch kognitive Parameter vorhergesagt werden.

Derzeit bildet sich eine internationale Gruppe von Forschern, die eine Abkehr vom sozial-kognitiven Paradigma und eine stärkere Zuwendung zu Emotionen anstrebt. Die beiden Sportpsychologen Prof. Dr. Darko Jekauc von der Goethe-Universität Frankfurt und Prof. Dr. Ralf Brand von der Universität Potsdam haben bei der renommierten Zeitschrift Frontiers in Psychology ein Schwerpunktheft mit 16 Artikeln herausgegeben, die sich mit der Frage befassen, wie Emotionen und Gefühle körperliche Aktivität regulieren. Die Ergebnisse der Studien in diesem Schwerpunktheft zeigen, dass positive Emotionen (wie Freude am Sport) ausschlaggebend für körperliche Aktivität sind. Darüber hinaus wurde untersucht, wie solche positiven Emotionen im Sport entstehen, durch welche Mechanismen sie beeinflusst werden können und welche Rolle bewusste und unbewusste Prozesse spielen. Die Autoren dieses Schwerpunkthefts resümieren, dass derzeit große Fortschritte zum Verständnis der Wirkmechanismen gemacht werden – womöglich vollzieht sich gerade ein Paradigmenwechsel auf diesem Forschungsgebiet.

Publikation: Drako Jekauc, Ralf Brand (2017): How do Emotions and Feelings Regulate Physical Activity? Front. Psychol. 8:1145. doi: 10.3389/fpsyg.2017.01145 Online: http://journal.frontiersin.org/article/10.3389/fpsyg.2017.01145/full?&utm_source=Email_to_authors_&utm_medium=Email&utm_content=T1_11.5e1_author&utm_campaign=Email_publication&field=&journalName=Frontiers_in_Psychology&id=267690

Informationen: Prof. Dr. Darko Jekauc, Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaften, Institut für Sportwissenschaften, Abteilung für Sportpsychologie, Telefon 069 798-24524, E-Mail: jekauc@sport.uni-frankfurt.de

Forschung

Jul 11 2017
14:20

Beitrag in Forschung Frankfurt widmet sich den verschiedenen Ausprägungen des Vertagens von Aufgaben

Wenn Aufschieben zum Leiden führt

FRANKFURT. „Morgen ist auch noch ein Tag“ – diesen Impuls kennen die meisten Menschen, wenn es um die Erledigung von Aufgaben geht. Inwieweit das Aufschieben ein weit verbreitetes Laster ist und wann es zum Problem wird, damit befasst sich ein Beitrag in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“ (1/2017).

„Prokrastination“ – ein aus dem Lateinischen stammendes Fachwort, das im akademischen Milieu immer mehr zur Alltagssprache gehört. Denn von Studierenden über Doktoranden bis hin zu Professoren gibt es kaum jemanden, der noch nie aufgeschoben hat. Seminar-, Abschluss-, Doktorarbeiten oder wissenschaftliche Beiträge werden nur zu gern hinausgezögert. Aber auch in anderen Bereichen ist das Aufschieben ein bekanntes Phänomen: So bei der Steuererklärung, auch wenn man wohltuende Rückzahlungen zu erwarten hat. Handwerker vertagen, Rechnungen zu schreiben, und bringen sich damit schlimmstenfalls um ihre Existenz. Wie ist dieses Verhalten zu erklären? Und was lässt sich dagegen tun? Diesen Fragen ist Dr. Anke Sauter in ihrem Beitrag in „Forschung Frankfurt“ „Schieben Sie noch auf oder prokrastinieren Sie schon?“ nachgegangen. 

Aufschieberitis ist ein Phänomen der Moderne. Früher konnten es sich die wenigsten Menschen leisten, die Erledigung ihrer Aufgaben bis zum Sanktnimmerleinstag hinauszuzögern. Wie wäre beispielsweise eine Bauernfamilie durch den Winter gekommen, wenn sie das Korn nicht rechtzeitig geerntet hätte? Heute hingegen ist es ein Allerweltslaster, „die Schattenseite der Freiheit“, so Dr. Heike Winter, Geschäftsführerin des Ausbildungsprogramms Psychologische Psychotherapie am Institut für Psychologie der Goethe-Universität. Vor allem Vertreter freier Berufe kämpften täglich gegen die „Aufschieberitis“: Es ist nicht leicht, mit Freiheit umzugehen und damit, dass ein Unterfangen nicht im Handumdrehen erledigt ist und auch das Risiko des Scheiterns in sich birgt.

Psychologen sprechen erst dann von Prokrastination, wenn das Aufschieben zum Problem wird – weil es seelische oder körperliche Beeinträchtigungen mit sich bringt. Prokrastination wird als Störung der Selbstregulation vor allem im Falle von Kurzfristig-Langfristig-Dilemmata definiert. Die Herausforderung besteht darin, kurzfristig etwas Unangenehmes oder weniger Schönes auszuhalten, um langfristig etwas Positives oder weniger Negatives zu erreichen. Dies aber widerstrebt der Natur des Menschen. Mit dem Aufschieben umgeht er diese Herausforderung und verhilft sich so zu einer kurzfristigen Belohnung. Ersatzhandlungen wie Blumengießen, Kaffeekochen oder der Anruf bei einem uralten Schulfreund verhelfen zu einem kurzfristigen Erfolg, die anstehende Großaufgabe ist erstmal vermieden.

Im universitären Umfeld gibt es inzwischen ein Netz von Beratungsangeboten, die bei unterschiedlichen Ausprägungen von Aufschieberitis weiterhelfen können: Eine Anlaufstelle bei aufgeschobenen Hausarbeiten und Dissertationen ist das Schreibzentrum der Goethe-Universität. Hier wird Handwerkszeug vermittelt, um planvoll an eine wissenschaftliche Arbeit gehen zu können. Denn oft liegt es an mangelnden Kenntnissen beim Strukturieren und Recherchieren, weshalb eine Aufgabe unüberwindbar erscheint. Bei hartnäckigeren und immer wieder auftretenden Schwierigkeiten beim Einhalten von Fristen können Studierende an einem Kurs der Psychologischen Beratungsstelle teilnehmen, der sich ganz auf dieses Thema konzentriert. Denn je länger das Problem ansteht, desto schwieriger wird es und kann ganze Lebensläufe zerstören.

Auch an der psychotherapeutischen Ambulanz des Instituts für Klinische Psychologie und Psychotherapie hat man es häufig mit Prokrastinierern zu tun – wenn auch nur als Nebenthema. Denn viele Klienten mit der Diagnose Depression leiden unter Aufschieberitis, unter Umständen kann das chronische Aufschieben eine Depression auch auslösen: Es führt zu Gewissensbissen, das nagt am Selbstwertgefühl, schlaflose Nächte und Kontaktarmut verschärfen die Situation des Betroffenen noch – ein Teufelskreis, dem man mit professionellen Mitteln entgegenwirken sollte.

Informationen: Dr. Anke Sauter, Wissenschaftsredakteurin, Tel. (069)798-12477,
E-Mail: sauter@pvw.uni-frankfurt.de

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ kann kostenlos bestellt werden: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Internet steht sie unter: www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Jul 11 2017
11:21

Fotografien und Filme der Marielies-Hess-Kunstpreisträgerin 2017 Laura J. Padgett. Eine Ausstellung im Museum Giersch der Goethe-Universität vom 25.7. bis 27.8.2017

Laura J. Padgett: somehow real

FRANKFURT. Unter dem Motto „somehow real“ präsentiert Laura J. Padgett ihr spezifisches Thema der sensiblen Rolle der Wahrnehmung in der ästhetischen Realitätsspiegelung des öffentlichen und privaten Lebensraumes. Ihre Fotografien und Filme sind vielschichtige Beobachtungen unserer Alltagswelt. Als Meisterin der Linse integriert sie Architektur und Kunstgeschichte in ihre eigenständigen zeitgenössischen Kunstwerke, die zwischen Nüchternheit und Traum oszillieren. Zu sehen sind Farbfotografien aus fünf formal unterschiedlichen aber stets malerisch narrativen Zyklen der letzten fünfzehn Jahre: vom Entréebild „What does it mean when you say you have been there?“ über die ambivalenten „Diptychen“ und die atmosphärischen Libanonfotografien in „Confined Space“ zum Universum Peter Zumthors in „Architektur denken“ und zu ihren fotografischen Betrachtungen über Vergänglichkeit, Beständigkeit und abstrakte Schönheit der spektakulären baulichen Erweiterung des Städels in „Raum über Zeit“.

Sie alle erzählen vielschichtige und simultane Geschichten, die vom Betrachter dechiffriert werden müssen. Dabei fotografierte Laura J. Padgett bis 2012 weitgehend analog und erst danach digital. Außerdem werden zwei ihrer Filme gezeigt: „ambient noise“, als Hommage an den Film „Wavelength“ von Michael Snow, an das Erlebnis Kino und unsere Beziehung zur Innen- und Außenwelt und „Solitaire“, der zwischen privatem und öffentlichem Raum angesiedelte, sich auflösende soziale und kulturelle Grenzbereiche der 1960er Jahre beleuchtet, die sich durch die filmische Umsetzung als fundamental erweisen, ausgehend von gezielter Recherche im Archiv des Hessischen Rundfunks aus Dokumentarfilmen der Zeit.

Laura J. Padgett, 1958 in Cambridge, Massachussetts, USA geboren, weist ein außergewöhnliches künstlerisches Profil auf. Sie studierte von 1976 bis 1980 zuerst Malerei und Film am Pratt Institute in New York, dann nach ihrer Umsiedlung 1981 nach Europa ab 1983 bis 1985 Film und Fotografie an der Frankfurter Städelschule bei Peter Kubelka und Herbert Schwöbel sowie von 1991 bis 1994 Kunstgeschichte und Ästhetik an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Als Dozentin lehrt sie seit 1990 an mehreren Hochschulen Fotografie, Film, Kunstgeschichte und Kunsttheorie. Seit 2010 unterrichtet sie an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden. Sie ist in öffentlichen Sammlungen vertreten und hat seit den 1990er Jahren in Deutschland, Frankreich, Schweiz, Österreich, Italien, Türkei und Zypern in Museen und Galerien einzeln ausgestellt. Außerdem war sie als Artist in Residence in England, der Schweiz, im Libanon aber auch im Künstlerhaus Schloss Balmoral in Bad Ems. Laura J. Padgett lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

Preview für die Presse: Dienstag, 25. Juli 2017, 11 Uhr

  • Brigitta Amalia Gonser, Kuratorin der Ausstellung
  • Laura J. Padgett, Künstlerin

Vernissage und Preisverleihung: Dienstag, 25. Juli 2017, 18 Uhr

  • Begrüßung: Dr. Manfred Großkinsky, Leiter Museum Giersch der Goethe-Universität
  • Preisverleihung: Prof. Dr. Michael Crone, Marielies-Hess-Stiftung
  • Einführung: Brigitta Amalia Gonser, Kunstwissenschaftlerin
  • Musik: Ralf Frohnhöfer, Saxophon

Bilder zum Download finden Sie unter: http://www.museum-giersch.de/#/Presse.

Weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Eintritt, Führungen und Sonderveranstaltungen unter http://www.museum-giersch.de.

Die Ausstellung ist eine Kooperation der Marielies-Hess-Stiftung mit dem Museum Giersch der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Sie wird gefördert durch: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Kulturamt Frankfurt am Main, WISAG Facility Service Holding GmbH, Inner Wheel Club, Rechtsanwälte Häret, Volker Huckestein, Museum Giersch der Goethe-Universität, Stiftung Giersch, Marielies-Hess-Stiftung e.V. und hr2-kultur.

Informationen: Dipl. Kffr. Christine Karmann, Presse und Marketing Museum  Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/13821010, E-Mail: presse@museum-giersch.de

Adresse: Museum Giersch der Goethe-Universität, Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

Sonstige

Jul 10 2017
18:55

Architekturstudierende der Frankfurter Fachhochschule entwickelten Zukunftskonzepte in Masterthesis

Ausstellung mit studentischen Entwurfsideen für Neubau der Goethe-Uni-Zentralbibliothek

FRANKFURT. Nach der Präsentation erster Ideen zur Finanzierung und Gestaltung eines neuen Bibliothekzentrums der Goethe-Uni zu Beginn des vergangenen Jahres bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit den Verantwortlichen der Frankfurt University of Applied Sciences (FRA UAS) und Frankfurt School of Finance and Management, werden nun in einer Ausstellung, die heute Abend um 18 Uhr im Foyer des PA-Gebäudes eröffnet wurde, Modellentwürfe von Architekturstudierenden der FRA UAS für einen Neubau gezeigt. Die Ausstellung ist ein erster Schritt zur Konkretisierung des Bauvorhabens.

Gemeinsam mit der FRA UAS erarbeitete die Goethe-Universität für das vergangene Wintersemester 2016/17 ein Entwurfsthema für die Masterthesis im Studiengang Architektur. Die Studierenden entwickelten daraufhin Zukunftskonzepte einer Bibliothek und deren Nutzung, die sich an künftige Arbeitsweisen von Studierenden, Wissenschaftlern und anderen Bibliotheksbesuchern aus der Stadtgesellschaft orientieren. Dass Studierende als Hauptzielgruppe selbst Ideen für einen Bücher- und Leseraum entwickeln und darin ihre ganz eigenen Vorstellungen vom Lernen und Arbeiten veranschaulichen konnten, zeichnet das Projekt aus.

„Wir freuen uns, dass Studierende der Frankfurt University of Applied Sciences bereit waren, in Entwurfsarbeiten für die Masterthesis viele Gedanken und noch mehr harte Arbeit in die Entwicklung von Ideen für eine neue Universitätsbibliothek zu stecken. Schließlich sind die Studierenden die größte Nutzergruppe. Die Entwürfe sind wunderbare Ideengeber und motivieren zu weiteren Planungen“, sagt Prof. Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität zu den Ausstellungsmodellen.

Insbesondere die städtebauliche Auseinandersetzung mit dem komplexen Grundstück am Alleenring und der Integration in die sogenannte „Campusmeile“ entlang der Miquel-, Adickes-, bis zur Nibelungenallee wurde in den Entwürfen berücksichtigt. Im Rahmen der Thesis wurde ein Grundstück an der Miquelallee/Ecke Eschersheimer Landstraße untersucht. „Das Areal bündelt wissenschaftliche und wirtschaftliche Leistung und hat als Bildungsmeile eine Ausstrahlung in die gesamte Region. Frankfurt als eine internationale Stadt, die Integration erfolgreich lebt, wird sich mit der Campusmeile noch stärker auf die Bildung als zentralen Faktor der Integration konzentrieren“, erklärt Prof. Frank Dievernich, Präsident der FRA UAS.

Die Arbeit „Science Tower“ von Martin Winkel beispielsweise schlägt mit einem Hochhaus einen Frankfurter Klassiker vor, ein markantes Zeichen an der Campusmeile. Natalie Brand hingegen konzentriert sich mit ihrem Modell „Lesegärten“ auf die Nutzungsaspekte. Im Vordergrund steht die Ausbildung einer Terrassenlandschaft als Lesesaal im Außenbereich. Eine Broschüre mit Details zu den einzelnen Entwurfsideen finden Sie zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/67219094

Die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg zählt mit ihren umfangreichen Beständen und Sammlungen (rund 10 Millionen Medieneinheiten) zu den zentralen wissenschaftlichen Bibliotheken in der Bundesrepublik Deutschland. Sie vereinigt in sich die Funktion einer wissenschaftlichen Bibliothek für die Stadt Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet, einer Universitätsbibliothek mit Bibliographien und Katalogen des Landes Hessen und einer Schwerpunktbibliothek innerhalb der überregionalen Literaturversorgung – eine Herausforderung für die Studierenden, diese wesentlichen Bibliothekskomponenten in einem Zukunftskonzept zu berücksichtigen. „Die Entwürfe werden die weiteren Planungen des Neubaus sicher beleben und um vielfältige Anregungen bereichern“, sagt Dr. Heiner Schnelling, Direktor der Zentralbibliothek.

„Die vorliegenden Abschlussarbeiten bieten ein breites Spektrum an Lösungen in Hinblick auf den Standort, auf die Bibliotheksnutzung und die zukünftige Vision“, so Prof. Jean Heemskerk, Architekturprofessur an der FRA UAS und Betreuer des Projekts.

Die Ausstellung kann noch bis 20. Juli, 10 bis 17 Uhr, im Foyer des PA-Gebäudes besucht werden.   

Informationen: Yavuz, Esref, Abteilungsleiter Planen und Bauen, Immobilienmanagement, Campus Westend, Tel.: (069) 798-13871, yavuz@em.uni-frankfurt.de