Forschung
Europäische Physikalische Gesellschaft würdigt das Labor Otto Sterns in Frankfurt
FRANKFURT. Das Laborgebäude, in dem Otto Stern, Physiker an der Universität Frankfurt, seine 1943 mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Experimente mit Molekularstrahlen durchführte, ist in die Liste der historisch bedeutenden Orte der Europäischen Physikalischen Gesellschaft (EPS) aufgenommen worden. Die von Stern entwickelte Molekularstrahltechnik sei die vielleicht erfolgreichste Experimentiertechnik der modernen Quantenphysik und –chemie, so die EPS in ihrer Begründung. An dem Gebäude in der Robert-Mayer-Straße 2-4 wird im Rahmen einer Erinnerungs-Zeremonie eine Plakette angebracht.
Das 2011 von der EPS ins Leben gerufene Programm „Historic sites“ zeichnet Laboratorien, Gebäude, Institutionen oder Universitäten aus, an denen herausragende physikalische Entdeckungen stattfanden. Otto Stern und Walter Gerlach konnten 1921 mit der Molekularstrahlmethode erstmals nachweisen, dass Atome ein magnetisches Moment haben. 1922 führten sie hier das berühmte Stern-Gerlach-Experiment aus, das die Richtungsquantelung im Magnetfeld nachweist.
Seit dem Umzug des Fachbereichs Physik vom Stadtteil Bockenheim auf den Campus Riedberg gehört das Gebäude zur Senckenbergischen Stiftung. Es ist nach wie vor das Zuhause des Physikalischen Vereins, der 1824 als ältester Physikalischer Verein Deutschlands von Frankfurter Bürgern gegründet wurde.
Informationen: Prof. Horst Schmidt-Böcking, Institut für Kernphysik, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47002, hsb@atom.uni-frankfurt.de.
Veranstaltungen
100 Jahre Goethe-Universität: „Burg“-Schauspieler und international gefeierter Film-Darsteller Klaus Maria Brandauer kommt auf Einladung der Universität Frankfurt und der Steirischen Landesregierung nach Frankfurt / Medienöffentlicher Probentermin um 14.30 Uhr!
FRANKFURT. Die Jubiläumsfeierlichkeiten der Goethe-Universität nehmen Anlauf zu einem weiteren kulturellen Höhepunkt: Zu Gast mit einer musikalischen und szenischen Lesung unter dem Titel „Faust … ein gefesselter Prometheus?!“ ist am 12. Juni 2014 der bekannte Schauspieler Klaus Maria Brandauer zusammen mit dem Pianisten, Komponisten und Dirigenten Arno Waschk.
Brandauer selbst sagte in einem Exklusivinterview für die Zeitung UniReport über sein Frankfurter Programm, dieses weise über Goethes Faust-Figur hinaus: „Der Abend heißt „Faust… ein gefesselter Prometheus...?!“ und reicht von der Antike über das Volksbuch bis in die Gegenwart. Der Faust-Stoff gehört zu den Säulen unserer Zivilisation und ich meine das jetzt gar nicht im bildungsbürgerlichen Sinne. Es ist ein universaler Mythos. In ihm spiegelt sich eine besondere Facette unseres Daseins, das Nachfragen, das Sichnichtzufriedengeben – manchmal auf eine sehr deutsche Weise. Für Faust ist das Leben eine Reise ins Ungewisse, zwar mit Anfang und Ende, aber mit unvorhersehbarer Wegstrecke. Das finde ich spannend und das macht ihn so heutig.“
Über den Beruf des Schauspielers sagt er: „Schauspieler kann man nicht werden, sondern nur sein. Neben dem Handwerkszeug, ohne dass es nicht geht, das man aber lernen kann und muss, geht es um eine bestimmte Form der Präsenz, ein Vermögen, sich mitzuteilen, die Bereitschaft, das eigene Erleben einfließen zu lassen. Es braucht den Zugriff auf das eigene gelebte Leben. Dass ist die wichtigste Ressource des Schauspielers.“
Seit Anfang der siebziger Jahre ist Klaus Maria Brandauer einer der gefragtesten Schauspieler auf deutschsprachigen Bühnen. Zu seinen wichtigsten Rollen zählen Shakespeares Romeo, Schillers Fiesco, Büchners Leonce und der Prinz in Lessings Emilia Galotti, welchen er in der legendären Inszenierung von Fritz Kortner spielte. Seit 1972 ist er Mitglied am Wiener Burgtheater, dessen Ehrenmitglied er heute ist und wo er als Don Carlos, als Ferdinand, als Tartuffe, über hundert Mal als Hamlet und als Lessings Nathan der Weise aufgetreten ist. Im Dezember 2013 kehrte er als König Lear an sein Stammhaus zurück.
Im Jahr 2007 spielte er den Wallenstein in der zehnstündigen Inszenierung von Peter Stein am Berliner Ensemble. Zusammen mit Peter Stein erarbeitete er ebenfalls den Dorfrichter Adam in Heinrich von Kleists Der zerbrochne Krug und die Titelrolle in Sophokles Ödipus auf Kolonos. Mit dieser Produktion kehrte er im Sommer 2010 zu den Salzburger Festspielen zurück, wo er bis 1990 den Jedermann gespielt hatte.
Neben seiner schauspielerischen Arbeit führt Klaus Maria Brandauer immer wieder Regie. Sein Debüt gab er bereits 1964 in Salzburg mit Aimée von Heinz Coubier. In den letzten Jahren inszenierte er Esther Vilars Speer in Berlin und London, Hamlet am Wiener Burgtheater, Richard Wagners Lohengrin an der Oper Köln und Bertolt Brechts Die Dreigroschenoper im Berliner Admiralspalast. Klaus Maria Brandauer gehört zu den wenigen deutschsprachigen Schauspielern, die weltweite Anerkennung gefunden haben. 1970 gab er in der Hollywood-Produktion The Salzburg Connection sein Filmdebüt. Im Laufe der Jahre folgten der James Bond-Streifen Never Say Never Again, Out Of Africa, White Fang, Streets Of Gold, Rembrandt und Introducing Dorothy sowie erst kürzlich Tetro in der Regie von Francis Ford Coppola. Mit seinem Freund István Szabó schuf er die Filmtrilogie Oberst Redl–Mephisto-Hanussen. Als Regisseur verfilmte er Georg Elser – Einer aus Deutschland und Mario und der Zauberer von Thomas Mann.
Klaus Maria Brandauer ist ordentlicher Professor am Max-Reinhardt-Seminar in Wien, Ehrendoktor der Universität Tel Aviv und der Universität Salzburg, Ehrenbürger von Altaussee in der Steiermark und Haynes in Alaska. Wichtig ist ihm das Spiel mit verschiedenen Rollen: „Zuschauer, Schauspieler, Regisseur – nichts möchte ich immer und ausschließlich sein müssen. Theater und Film – auf keines von beiden möchte ich mich immer und ausschließlich festlegen müssen. Ich brauche das Spiel der Möglichkeiten. Ich brauche die Möglichkeiten des Spiels. Bleiben tu’ ich mir nicht. Noch nicht.“ Arno Waschk dirigierte 2009 Musiktheater-Uraufführungen von Sören Nils Eichberg in Tangermünde sowie von Christoph Schlingensiefs Mea Culpa am Burgtheater Wien, für das er zahlreiche eigene Kompositionen beisteuerte. Für die Burgtheater-Inszenierung von Faust I von Matthias Hartmann Im September 2009 komponierte er die Bühnenmusiken. Zudem war er an Schönbergs Moses und Aron auf der Ruhrtriennale sowie an der Uraufführung von Proserpina von Wolfgang Rihm in Schwetzingen beteiligt. Seit 2008 spielte er in Matthäuspassion (Regie: Sebastian Hartmann) am Centraltheater Leipzig. Er tritt regelmäßig als Klavierpartner von Klaus Maria Brandauer auf.
Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl erklärte: „Der Abend mit Klaus Maria Brandauer stellt einen besonderen Höhepunkt in unserem Jubiläumsjahr dar. Ich danke Herrn Brandauer für seine Bereitschaft und sein großes Engagement und dem Land Steiermark und der steirischen Landesregierung für die nachhaltige Unterstützung dieser Veranstaltung und die Organisation eines steirischen Abends. Einmal mehr zeigt sich im Jubiläumsjahr, dass internationale Zusammenarbeit großartige Ergebnisse hervorbringen kann.“
Der für Wirtschaft, Europa und Kultur verantwortliche Landesrat der steirischen Landesregierung, Dr. Christian Buchmann, betonte: „Seit vielen Jahren besteht eine enge politische Kooperation und Freundschaft zwischen der Steiermark und dem Land Hessen. Der 100. Geburtstag der Goethe-Universität ist der denkbar beste Anlass, auf diese enge Verbindung hinzuweisen und diese angemessen zu feiern. Wir freuen uns auf einen großartigen Abend in Frankfurt, mit dem das Land Steiermark einen wichtigen Beitrag für das Hochschuljubiläum leistet.“
Der für das Jubiläum federführende Vizepräsident und gebürtige Steirer, Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, der mit seinen Kontakten in sein Heimatland die Veranstaltung anbahnte, sagte, dieser Abend biete auch Gelegenheit, die intensive Zusammenarbeit zwischen Hessen und dem Land Steiermark weiter zu vertiefen. Graz verfüge über eine der besten Universitäten Österreichs. Eine stärkere Kooperation zwischen beiden Universitäten zum Beispiel im Bereich der Medizin und Biowissenschaften sei sehr wünschenswert. Hierzu werde es mit der politisch hochrangigen Delegation aus der Steiermark in Frankfurt weitere Gespräche geben.
Im Anschluss an die Lesung lädt das bei der Veranstaltung ebenfalls gastgebende Land Steiermark zu einem Steirischen Abend ein. Dieser dient der Präsentation kulinarischer und musikalischer Genüsse des österreichischen Bundeslandes. Der Steirische Abend steht geladenen Gästen offen.
Hinweise für die Medien: Anstatt eines Medientermins bietet Herr Brandauer Medienvertretern die Möglichkeit, am 12. Juni von 14:30 bis 14.45 Uhr an einer Probe zu „Faust … ein gefesselter Prometheus?“ im Hörsaal 1+2 teilzunehmen (Adresse: Goethe-Universität, Campus Westend, Hörsaalzentrum, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt). Hier können vom Ablauf der Probe Bild- und Tonaufnahmen hergestellt werden. Zugelassen sind nur akkreditierte Journalisten. Es bestehen jedoch nach derzeitigem Stand keine Möglichkeiten für individuelle Interviews.
Der Künstler legt großen Wert darauf, dass während der abendlichen Lesung keine Ton- und Bildaufnahmen hergestellt werden. Diese Möglichkeit besteht erst nach dem Schlussapplaus. Akkreditierungen bitte unter der E-Mail-Adresse: ott@pvw.uni-frankfurt.de Hinweise für Interessente: Die Veranstaltung ist leider bereits vollständig ausgebucht. Zusätzliche Kartenwünsche können daher nicht mehr berücksichtigt werden. Eine Übertragung der Lesung in andere Hörsäle der Universität ist aus technischen Gründen leider nicht möglich.
Informationen: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilung Marketing und Kommunikation, Campus Westend, Tel.: 069/798-13035, kaltenborn@pvw.uni-frankfurt.de
Forschung
Faszination Gehirn: experimentieren, erleben und verstehen Gemeinnützige Hertie-Stiftung fördert im Jubiläumsjahr der Goethe-Universität innovative Lehreinrichtung für Schüler mit 318.000 Euro
FRANKFURT. Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung und die Goethe-Universität Frankfurt richten ein Schülerlabor ein, in dem Schülerinnen und Schüler die Funktionsweise des menschlichen Gehirns kennen lernen und sich intensiv mit den Methoden der Neurowissenschaften auseinander setzen können. Die Goethe-Universität wird die Räumlichkeiten und die personelle Leitung des Schülerlabors zur Verfügung stellen, die Gemeinnützige Hertie-Stiftung übernimmt die Ausstattung des Labors und die Betriebskosten für eine Laufzeit von zunächst drei Jahren in Höhe von knapp 320.000 €. Ab Sommer 2015 sollen jährlich 1000 Schülerinnen und Schüler aus Frankfurt und Umgebung das Schülerlabor nutzen können.
Kinder und Jugendliche sind für die Gemeinnützige Hertie-Stiftung eine wichtige Zielgruppe, für die spezielle Projekte entwickelt werden. „Das Schülerlabor Neurowissenschaften erweitert unser Portfolio in hervorragender Weise. Wir wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, welche zentrale Rolle das Gehirn hat und wie wichtig Hirnforschung für unsere Gesellschaft ist. Zudem verstehen wir es als Geschenk an die Goethe-Universität und an die Menschen der Stadt Frankfurt, der wir uns als Sitz der Stiftung besonderes verbunden fühlen“, so Prof. Michael Madeja, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Im Schülerlabor können Schulklassen ab der Mittelstufe Experimente durchführen, die das Schulwissen zum Gehirn greifbar machen und die Faszination des Gehirns und seiner Erforschung vermitteln. Themen wie Wahrnehmung, Lernen und Gedächtnis, aber auch das Wissen über Prozesse im gesunden und kranken Gehirn werden hier zum Leben erweckt.
Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass sich die Hertie-Stiftung zum 100. Geburtstag der Goethe-Universität für die wissenschaftliche Nachwuchsarbeit und Lehrforschung einsetze: „Mit einem Schülerlabor Neurowissenschaften konkretisieren die Hertie-Stiftung und die Goethe-Universität gemeinsam die Idee einer Bürgeruniversität. Mit diesem Neuro-Labor ermöglichen wir Schülerinnen und Schülern die unmittelbare Begegnung mit Wissenschaft und Wissenschaftlern auf einem spannenden Forschungsfeld und unseren Lehramtsstudenten einen praktischen Anwendungsbezug“, so der Präsident. „Insofern entsteht das Schülerlabor zur richtigen Zeit und am richtigen Ort. Dafür sind wir sehr dankbar.“
Die Goethe-Universität erweitert damit ihr Angebot für Schülerinnen und Schüler. Prof. Paul Dierkes, der bisher schon im Rahmen der Lehramtsausbildung das „Goethe-BioLab“ in den Biowissenschaften leitet, sprach von „faszinierenden neuen Möglichkeiten“, die sich mit dem neuen Labor und seiner apparativen Ausstattung für die Verbesserung der Lehre und Lehrforschung ergeben. „Der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse von der Universität in den Schulunterricht ist ein wichtiges Ziel unserer fachdidaktischen Forschung. Das geplante Schülerlabor eröffnet Lehramtsstudierenden als Lehr-Lern-Labor eine Auseinandersetzung mit Theorie und Praxis des Lehrens und Lernens in einem wissenschaftlich hoch attraktiven Feld.“
Forschung
Neues DFG-Schwerpunkt-Programm zu Algorithmen für Big Data unter Beteiligung der Goethe-Universität
FRANKFURT. Wir sammeln und produzieren jedes Jahr eine exponentiell wachsende Zahl von Daten: Twitter User generieren täglich über 300 Millionen Tweets und eine vergleichbar große Zahl von Bildern wird täglich von Google-Nutzern hochgeladen. Die Masse der Daten aus DNA-Sequenzierungen wächst inzwischen schneller als die Entwicklung der Hardware und Software, mit der diese Daten verarbeitet werden können. „Wir leben in einer Big Data World, in der das wirkliche Problem in der Bewältigung ihrer ungeheuren Masse liegt“, fasst der Informatiker Prof. Ulrich Meyer die Situation zusammen. Er ist Professor für Algorithm Engineering an der Goethe-Universität und wissenschaftlicher Koordinator eines neuen Schwerpunktprogramms der Deutschen Forschungsgemeinschaft, das sich zum Ziel gesetzt hat, Algorithmen für die Verarbeitung großer Datenmengen zu entwickeln.
In dieser Woche treffen sich einige Projektleiter und Mitarbeiter des Big Data Schwerpunktprogramms, an dem insgesamt acht deutsche Universitäten beteiligt sind, zum Projektstart auf dem Campus Riedberg. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Vorhaben in den nächsten sechs Jahren mit insgesamt 4,9 Millionen Euro, wobei 878.000 Euro nach Frankfurt gehen. 596.000 Euro erhält Ulrich Meyer für die Koordinierung des Schwerpunktprogramms und projektübergreifende Aktionen, 282.000 Euro für das eigene Forschungsprojekt "Big-Data-DynAmO“. In diesem Projekt geht es unter anderem darum, Algorithmen für riesige Graphen zu entwickeln, die sich dynamisch ändern. Bei der Routenplanung wäre dies beispielsweise die Berücksichtigung von Staus, die eine schnelle Routenänderung erforderlich machen. Hier soll der Ansatz verfolgt werden, auf bereits berechneten Lösungen aufzubauen, anstatt die Berechnung komplett von vorn zu beginnen. „In manchen Big Data Szenarien müssen wir uns von einer exakten Lösung verabschieden und stattdessen zwischen dem Rechenaufwand und der Qualität einer genäherten Lösung abwägen“, erläutert Meyer das allgemeine Vorgehen.
Ein wichtiges Anliegen ist den Forschern die multidisziplinäre Herangehensweise an Probleme aus verschiedensten Praxisbereichen von der Genomforschung über Suchmaschinen und Routenplanern bis hin zu Kommunikationsnetzwerken wie Facebook. „Diese Communities haben oft ähnliche Probleme bei der Bewältigung großer Datenmengen, kooperieren aber bisher nur wenig miteinander“, so Meyer. In dem DFG-Schwerpunktprogramm soll wissenschaftliche Grundlagenforschung eng mit den Problemen der Anwender verzahnt werden. Wichtig ist den Projektleitern dabei auch die Ausbildung der nächsten Generation von Informatikern und explizit auch Informatikerinnen, die der Datenflut künftig Herr werden müssen.
Informationen: Prof. Ulrich Meyer, Institut für Informatik, Campus Bockenheim, Tel.: (069) 798-28433, umeyer@cs.uni-frankfurt.de.
Veranstaltungen
Spektakuläre Kunstinstallation des Konzeptkünstlers Ottmar Hörl mit 400 Skulpturen auf dem Campus Westend zum 100. Geburtstag der Goethe-Universität
FRANKFURT. Der Campus Westend der Goethe-Universität ist im universitären Jubiläumsjahr 2014 Schauplatz einer spektakulären Kunstaktion mit Bezug zum Namensstifter Johann Wolfgang Goethe. Konzeptkünstler Ottmar Hörl, unter anderem bekannt durch die „Euro-Skulptur“ auf dem Platz vor der Europäischen Zentralbank, hat in der letzten Woche auf dem Rasen vor dem IG-Farben Gebäude 400 Goethe-Skulpturen aufgestellt. Mit der temporären Kunst-Installation verwandelt er die Grünfläche in eine Identität stiftende, bildstarke, kommunikative Großskulptur. Damit soll ein Impuls zur zeitgemäßen Auseinandersetzung mit dem 1749 in Frankfurt geborenen Universalgelehrten gesetzt werden:
Purpurrot, Enzianblau, Honiggelb und Türkisgrün sind die Farben für die monochromen Skulpturen aus Kunststoff. Mit der Farbauswahl wird eine Verbindung zu den Gründungsfakultäten der Goethe-Universität hergestellt: „Die Goethe-Figuren sind Botschafter unserer Universität im Jubiläumsjahr“, so der für das Jubiläum zuständige Vizepräsident, Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz. „Die Goethe-Figuren werfen auch die Frage auf, was uns Goethe heute noch im Hinblick auf das Selbstverständnis der Goethe-Universität sagen kann“, erklärte Schubert-Zsilavecz.
Nach dem „Gastspiel“ in der Grünanlage seiner „Heimat-Universität“ werden einige der Goethe-Figuren noch als Botschafter auf Reisen gehen: Geplant sind Präsentationen in der Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden sowie den Hessischen Landesvertretungen in Berlin und Brüssel.
„Goethe ist der berühmteste Sohn der Stadt. Goethe IST Frankfurt! Und er ist eine der faszinierendsten Frankfurter Persönlichkeiten. Er war weltoffen, neugierig, blickte über den eigenen Tellerrand, entwickelte in vielen Bereichen eine unglaubliche Bandbreite, das kann Inspiration für zukünftige Generationen sein“, betont der Künstler Ottmar Hörl, der auch Professor für Bildende Kunst und Präsident der Akademie für Bildende Künste in Nürnberg ist.
In Kooperation mit:
Die Biotest AG tritt als Sponsor des Rahmenprogramms rund um die Eröffnungsfeier für die Kunstinstallation am 10. Juni hervor: Der Vorsitzender des Vorstandes, Prof. Gregor Schulz, hebt hervor, das die Biotest AG, als forschendes Pharmaunternehmen, eine enge Zusammenarbeit mit der Goethe Universität unterhält, und sich als aktiver Förderer von Wissenschaft und Kunst versteht: „Die Installation von Ottmar Hörl auf einem der baulich schönsten Universitätsstandorte Europas eröffnet die Möglichkeit, Kunst und Wissenschaft in eine besondere Wechselwirkung treten zu lassen. Wir freuen uns, dass wir mit unserem Beitrag helfen können, die Wirkung weiter zu erhöhen.“
Der Künstler Ottmar Hörl hat – wie Goethe – in Frankfurt gelebt. So studierte er hier an der Städelschule, der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste. Zahlreiche seiner Werke prägen die Main-Metropole, darunter die weltweit in den Medien präsente „Euro-Skulptur“, „Mr. Quick“ vor dem dpa-Gebäude, die weit sichtbaren plastischen Dachaufbauten auf den Finanzämtern oder die Arbeit „Wortwechsel“, entstanden in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der Union Investment GmbH. In zahlreichen Projekten hat er gezeigt, wie die Kunst ihren notwendigen Platz im öffentlichen Leben zurückgewinnen kann. In vielen Städten hat er Kunstprojekte und Installationen realisiert, zuletzt in Wien für die Albertina sowie in Aachen „Karl der Große“. Mit einer seriellen Installation dieser Art ist der Künstler erstmals in Frankfurt aktiv. Seit vielen Jahren überrascht Ottmar Hörl die Welt mit verblüffenden plastischen Konzepten, basierend auf der Maxime „Skulptur als Organisationsprinzip“. Seine Vision: Möglichst viele Menschen in einen kulturellen Diskurs mit einzubeziehen.
Ziel des künstlerischen Konzepts ist es, dass jeder, der mit der Goethe-Installation in Berührung kommt, auch ein Teil davon wird. Zum Abschluss der Präsentation im Juli besteht für die Bevölkerung daher die Möglichkeit, mit Goethe auch ganz privat auch Tuchfühlung zu gehen. Goethe-Fans haben die Möglichkeit ein Exemplar zu erwerben und „ihren Goethe“ mit nach Hause zu nehmen. Jeder neue Besitzer wird somit auch zu einem Botschafter für Goethe, die Goethe-Universität, für Frankfurt und sein kulturhistorisches Erbe. Das finanzielle Risiko für seine aufwändigen Installationen trägt der Künstler selbst.
Informationen:
Die Kunstinstallation ist vom 11. Juni bis 20. Juli 2014 auf dem Campus Westend zu sehen.
Bis Ende der Präsentation besteht noch die Gelegenheit sich eine Skulptur zum vergünstigten Subskriptionspreis zu sichern. Signierte Exemplare können für 500 Euro erworben werden (danach 700 Euro), Auflage 100 Exemplare pro Farbe. Unsignierte Figuren sind für 350 Euro erhältlich.
Kontakt für Reservierungen von Goethe-Figuren: Cornelia Regner-Hörl, E-Mail: shop@ottmarhoerl.de, Internet: www.ottmar-hoerl.de
Weitere Informationen: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilung Marketing und Kommunikation, Campus Westend, Tel.: 069/798-13035, kaltenborn@pvw.uni-frankfurt.de