Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Personalia/Preise

Sep 16 2015
14:15

Sechsköpfiges Präsidium der Goethe-Universität kann die Arbeit fortsetzen

Tanja Brühl als Vizepräsidentin wiedergewählt

FRANKFURT.Prof. Tanja Brühl wurde heute vom erweiterten Senat der Goethe-Universität mit großer Mehrheit in ihrem Amt als Vizepräsidentin bestätigt. Die Politologin gehört dem Präsidium bereits seit drei Jahren an; nach Ablauf der regulären Amtszeit trat sie heute zur Wiederwahl an. Brühl ist schwerpunktmäßig für Studium und Lehre einschließlich Lehrerbildung zuständig. Das Präsidium, an der Goethe-Universität mit drei Frauen und drei Männern paritätisch besetzt, bildet die Exekutive der Universität - Senat und Hochschulrat begleiten seine Arbeit aus interner und externer Sicht.

„Ich danke den Senatsmitgliedern für das Vertrauen, dass sie mir erneut entgegen gebracht haben. Ich freue mich auf die nächsten drei Jahre des gemeinsamen Gestaltens im Bereich Studium und Lehre“, sagte Tanja Brühl nach ihrer Wiederwahl. Sie freue sich darauf, auch zukünftig eng mit den Fächern und Fachbereichen zusammen arbeiten. „Gemeinsam mit Studierenden und Mitarbeitenden möchte ich gerne die Bedingungen in Lehre und Studium verbessern“, so Brühl. Studium und Lehre stünden angesichts der hohen Studierendenzahlen und der zunehmenden Heterogenität der Studienanfängerinnen und –anfänger vor besonderen Herausforderungen. Sie freue sich, hierzu einen Beitrag leisten zu können. Schwerpunkte der nächsten drei Jahren sollen die Umsetzung des Leitbilds Lehre und die qualitative Studiengangsentwicklung inklusive Lehramt sein.

Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff freut sich über die Wiederwahl von Brühl: „Tanja Brühl ist eine hervorragende Wissenschaftlerin und zugleich erfahrene Expertin für alle Fragen rund um die universitäre Lehre. Ich gratuliere ihr herzlich zur Wiederwahl und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit im Präsidium.“

Tanja Brühl studierte in Frankfurt Biologie und Sozialkunde auf Lehramt an Gymnasien und schloss ihr Studium 1994 mit dem Staatsexamen ab. Es folgten Tätigkeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Duisburg, Tübingen und Frankfurt. Dort promovierte sie auch 2002 über „Nichtregierungsorganisationen als Akteure internationaler Umweltverhandlungen“ und wurde anschließend auf die Juniorprofessur für Friedens- und Konfliktforschung berufen. Seit 2007 ist sie Professorin für Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt internationale Institutionen und Friedensprozesse an der Goethe-Universität. Tanja Brühl ist u.a. Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Zeitschrift für Internationale Beziehungen, der Friedens-Warte und des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (ISFH). Ihre Gutachtertätigkeit umfasst Zeitschriften (European Journal of International Relations, die Peripherie, die Zeitschrift für Internationale Beziehungen, etc.), Verlage (u.a. United Nations University Press) und Stiftungen (Studienstiftung des Deutschen Volkes, Thyssen Stiftung, etc.). Zusammen mit Thorsten Bonacker und Christoph Weller gibt sie im Namen des Vorstands der Arbeitsgemeinschaft Friedens- und Konfliktforschung (AFK) die „Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung“ (ZeFKo) heraus.

Foto zum Download: hier.

Veranstaltungen

Sep 16 2015
14:14

Literatur- und kulturwissenschaftliche Tagung zum 150. Geburtstag des Schriftstellers, Übersetzers und Herausgebers

Otto Julius Bierbaum – zwischen Berliner und Münchner Moderne

FRANKFURT. In diesem Jahr jährt sich der Geburtstag des Schriftstellers, Übersetzers und Herausgebers Otto Julius Bierbaum (1865–1910) zum 150. Mal. Das Jubiläum ist Anlass, das vielfältige literarische und editorische Schaffen Bierbaums bei einer literatur- und kulturwissenschaftlichen Tagung kritisch zu würdigen. „Otto Julius Bierbaum – zwischen Berliner und Münchner Moderne“, so der Titel der Veranstaltung, zu der sich vom 28. bis 29. September (Montag und Dienstag) Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und Österreich auf dem Campus Westend der Goethe-Universität treffen.

Die Tagung beleuchtet ästhetische und kulturwissenschaftliche Aspekte von Bierbaums Schaffen ebenso wie seine medialen und sozialhistorischen Kontexte. Der Autor gilt als ein wichtiger und zugleich streitbarer Repräsentant der literarischen Moderne, dessen Werk sowohl im Kontext der Berliner als auch der Münchner Moderne zu sehen ist. Insbesondere verbindet sich sein Name mit dem literarischen Jugendstil, den er als Herausgeber der Zeitschrift „Die Insel“ maßgeblich mitprägte. Die „Monatsschrift mit Buchschmuck und Illustrationen“, wie sich die „Insel“ im Untertitel nannte, stellt einen der wichtigsten Beiträge zu den buchgestalterischen Innovationen des Jugendstils dar und bildet den Vorläufer des heutigen Insel-Verlags.

Diese und weitere Herausgeber- und Redakteurstätigkeiten machen Bierbaum zu einer zentralen Figur im Netzwerk der Moderne. Dazu Privatdozent Dr. Bernd Zegowitz, Institut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik der Goethe-Universität, der gemeinsam mit Dr. Björn Weyand diese Tagung organisiert hat: „Bierbaums literarisches Oeuvre ist breit gestreut. Er gilt als Vorläufer der Kabarettlyrik, schreibt Opern- und Operettentexte sowie Lustspiele. Seine Prosa – Erzählungen und Romane wie der 1897 publizierte ‚Stilpe‘ – ist meist eng an literarische Vorbilder angelehnt, spielt jedoch mit der Tradition.“ Übrigens hat Bierbaum mit seiner „Empfindsamen Reise im Automobil“ (1903) das erste Autoreisebuch in deutscher Sprache verfasst.

Am Montag um 19.15 Uhr findet ein öffentliches Konzert in der Lobby des PA-Gebäudes auf dem Campus Westend statt: Die Sopranistin Britta Stallmeister singt Bierbaum-Vertonungen u.a. von Richard Strauss und Arnold Schönberg.

Die Tagung ist öffentlich, der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Informationen: Privatdozent Dr. Bernd Zegowitz, Institut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik, Campus Westend, Tel. (069) 798-32693, zegowitz@lingua.uni-frankfurt.de; Link zum Tagungsflyer: http://www.uni-frankfurt.de/58014135/Flyer-Bierbaum.pdf

Sonstige

Sep 15 2015
13:26

Neues Institut: Goethe-Universität stärkt Europäisierung gemeinsam mit französischen Partnern

Deutsch-französische Wissenschaftskooperation in den Geistes- und Sozialwissenschaften

FRANKFURT. Die Goethe-Universität hat die institutionelle Kooperation mit Frankreich ausgebaut und damit ihre europäische Ausrichtung strukturell gestärkt: Ab September wird im IG-Farben-Haus der Uni­versi­tät auf dem Campus Westend das Deutsch-Französische Institut der Geschichts- und Sozialwissenschaften (DFI-GS) – Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales (IFA-SHS) seine Arbeit aufnehmen. Es löst das Institut Français d’Histoire en Allemagne (IFHA) ab. Das neue Institut verfolgt eine deutlich erweiterte Agenda – es wird die deutsch-französische Wissenschafts­kooperation nicht nur in den Geschichts-, sondern auch in den Sozialwissenschaften unterstützen. Auch seine Trägerschaft wurde substantiell erweitert: Die renommierte Pariser Universität École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) trägt das Institut gemeinsam mit dem französischen Außenministerium und der Goethe-Universität; sie ordnet ihren Professor und Forschungsdirektor Pierre Monnet als Institutsleiter nach Frankfurt ab.

Die Gründung des IFA-SHS soll Ausgangspunkt für eine weitere Europäisierung der Goethe-Universität im Bereich der Spitzenforschung und des Austauschs von Lehrenden und Studierenden in den Geistes- und Sozialwissenschaften sein. Sie stellt den Einstieg in eine strukturell anspruchsvolle Form internationaler Integration der Universität und ihrer Wissenschaftskooperation dar. Die Goethe-Universität stellt daher nicht nur Infrastrukturen für das Institut zur Verfügung, sondern bringtauch ein Postdoc-Stipendium für deutsch-französische Forschungsthemen im europäischen Gesamtkontext in die Kooperation ein.

In den ersten fünf Jahren der deutsch-französischen Zusammenarbeit im Rahmen des IFHA wurden Drittmittel für ein interdisziplinäres deutsch-französisches Forschungsprogramm mit dem Titel „Europa als Herausforderung“ eingeworben. In Zusammenarbeit mit dem Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg ist zudem die Konferenzreihe „Europa-Dialoge“ ins Leben gerufen worden. Kürzlich begann darüber hinaus die Bearbeitung eines deutsch-französischen Forschungsprogramms zur Geschichte der Ethnologie. Die erfolgreiche Kooperation mit dem Frankfurter Historischen Seminar führte dazu, dass Pierre Monnet zum Adjunct Professor der Goethe-Universität ernannt wurde. Für die kommenden Jahre ist geplant, insbesondere die Kooperation mit den Wirtschaftswissenschaften, der Ethnologie und der Philosophie an der Goethe-Universität auszubauen. Die bewährte Zusammenarbeit mit dem universitären Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften soll intensiviert werden. Insbesondere auch die international ausgewiesenen Forschungsschwerpunkte der EHESS bieten hierfür eine Fülle von Ansatzpunkten.

Veranstaltungen

Sep 15 2015
12:20

Kooperation von Goethe-Universität und Hertie-Stiftung/ Wissenschaft zum Anfasssen mit modernen Forschungsgeräten

Schülerlabor Neurowissenschaften eröffnet

FRANKFURT. Das neue Schülerlabor Neurowissenschaften am Goethe BioLab der Goethe-Universität ist eröffnet. Es vermittelt innovative, schülerorientierte Angebote, die neurowissenschaftliche Forschung für die Jahrgangsstufen 7 und 9 sowie für die Oberstufe durch eigenes experimentieren erfahrbar machen. Jährlich werden bis zu 1000 Schülerinnen und Schüler das Schülerlabor nutzen können. Die Hertie-Stiftung unterstützt das Schülerlabor Neurowissenschaften mit 318.000 Euro in den nächsten drei Jahren, beteiligte sich aber auch an der inhaltlichen Entwicklung der Experimente

„Die experimentell-analytische Vorgehensweise der neurowissenschaftlichen Forschung ist in der Schule schwierig zu vermitteln. Das liegt an aufwendigen Versuchsaufbauten, der Problematik des Tierversuchs und kostspieligen Apparaturen“, erklärt Prof. Paul Dierkes, Leiter des Goethe BioLab und Professor für Didaktik der Biowissenschaften an der Goethe-Universität. „Dank der großzügigen Förderung durch die Hertie-Stiftung konnten wir für das Schülerlabor Neurowissenschaften Experimente mit modernsten Geräten entwickeln, die realistische Einblicke in die moderne Forschung geben“, so Prof. Enrico Schleiff, Vizepräsident der Goethe-Universität.

Vereinbart wurde die Gründung des Schülerlabors Neurowissenschaften bereits im Rahmen der 100-Jahr-Feier im Jahr 2014 zwischen dem Geschäftsführer der Hertie-Stiftung, Prof. Michael Madeja und den Professoren Schleiff und Dierkes der Goethe-Universität Frankfurt. „Die Stiftung will ein Bewusstsein dafür schaffen, welche zentrale Rolle das Gehirn hat und wie wichtig Hirnforschung für unsere Gesellschaft ist. Neben finanzieller Förderung konnten wir auch unsere neurowissenschaftliche Expertise in die Konzeption des Schülerlabors einbringen. Mit der Förderung zeigen wir zudem unsere besondere Verbundenheit mit der Goethe-Universität und den Menschen der Stadt Frankfurt.“, so Prof. Michael Madeja, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.

Das Angebot orientiert sich an den Inhalten der Lehrpläne. In der 7. Jahrgangsstufe sollen die Schüler lernen, Tier- und Pflanzenzellen zu unterscheiden. Dabei untersuchen sie nicht nur Blattschnitte in klassischen Mikroskopen. Dierkes und seine Mitarbeiterinnen Zimmermann und Greßler haben viel Arbeit in die Entwicklung virtueller Präparate von Nervenzellen gesteckt. Sie ersetzen die klassischen Mikroskopiepräparate und markieren Zellbestandteile mit Farbmolekülen, so wie es beispielsweise in der Fluoreszenzmikroskopie üblich ist. So entfallen Tierexperimente und die Präparate bleiben dauerhaft erhalten. Die Schüler arbeiten dabei mit einem speziell entwickelten „virtuellen Mikroskop“.

„Großen Spaß haben die Schüler der 9. Klasse, in der die Sinnesorgane behandelt werden, an den Versuchen mit Eyetracking Systemen“, berichtet Dierkes. Im Selbstversuch entdecken die Schüler, wie das Gehirn visuelle Informationen wahrnimmt und verarbeitet. Dabei zeichnet der Eyetracker auf, in welche Richtung das Auge blickt und wie lange es einzelne Bildbereiche fixiert.

Umfangreich ist auch das Angebot für Oberstufenschüler., Um die Reizleitung in Nervenzellen ohne Tierversuche nachvollziehen zu können, kommen auch hier künstliche Präparate in einem authentischen Messaufbau zum Einsatz, die einen realistischen Eindruck von elektrophysiologischen Messungen in einem Forschungslabor geben.

Zudem kommt die Elektroenzephalografie (EEG) zur Anwendung. Die Schüler können damit ihre eigenen Gehirnaktivitäten unter verschiedenen Versuchsbedingungen messen.

Auch werden eigene Modellvorstellungen von der Funktion und Struktur der Nervenzellen auf der submikroskopischen Ebene entwickelt. Die Schüler erarbeiten Modellsysteme zu Ionenkanälen oder der Biomembran und deren Funktionsweise. Auch hier kommen wieder Hightech-Geräte zum Einsatz: Das Labor verfügt über moderne 3D-Scanning und -Printing Verfahren, um Strukturen zu vergrößern und visuell sowie haptisch erfahrbar zu machen.

Bilder zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/58141691

Informationen: Prof. Paul Dierkes, Abteilung für Didaktik der Biowissenschaften, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-42273, dierkes@bio.uni-frankfurt.de.

Forschung

Sep 15 2015
12:18

Während und nach den „Tagen“ sind Frauen kooperativer

Beeinflusst Östrogenspiegel die Bereitschaft zu teilen?

FRANKFURT. Hormonschwankungen tragen dazu bei, dass sich das soziale Verhalten einer Frau über den Menstruationszyklus hinweg ändert. Bekannt sind Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit vor der Regelblutung, aber auch die erhöhte Bereitschaft zu Sex um die Zeit des Eissprungs. Jetzt haben Psychologen der Goethe-Universität herausgefunden, dass auch die Bereitschaft, eigene Ressourcen mit Fremden zu teilen mit dem Hormonspiegel schwankt. Während und kurz nach der Menstruation sind Frauen eher bereit zur Kooperation - so das Ergebnis zweier Internet-Studien, an denen mehr als 400 deutsche und US-amerikanische Frauen teilnahmen.

Voraussetzung war, dass die Probandinnen einen natürlichen Menstruationszyklus hatten, also keine hormonellen Verhütungsmittel anwendeten, nicht schwanger waren und noch nicht in den Wechseljahren. Die Forscher untersuchten die Kooperationsbereitschaft der Frauen in der Zeit während und kurz nach der Menstruation (frühe Follikularphase), wenn die Konzentration der Hormone Östrogen und Progesteron niedrig ist, und einige Tage nach dem Eisprung (mittlere Lutealphase), wo der Östrogen- und Progesteronspiegel besonders hoch ist. Der Hormonspiegel wurde aufgrund der Angabe des Zyklustags geschätzt.

Die individuelle Kooperationsbereitschaft der Probandinnen bestimmten die Psychologen mithilfe einer bewährten psychologischen Skala, der „sozialen Wertorientierung“. Dazu baten sie die Frauen, fiktiv Geld zwischen sich selbst und einer anderen, ihnen völlig unbekannten Person aufzuteilen. „Durch eine Vielzahl an Studien ist belegt, dass Menschen, die bei diesem Test eine hohe Bereitschaft zum Teilen zeigen, auch im echten Leben häufiger und mehr Geld für einen guten Zweck spenden, öfter mit der Bahn statt mit dem Auto zur Arbeit fahren und in Verhandlungen kompromissbereiter sind als Menschen mit einer weniger stark ausgeprägten prosozialen Wertorientierung“, erklärt Christine Anderl, Erstautorin der Studie.

In beiden Studien zeigte sich, dass die Frauen während der Menstruation und kurz danach deutlich eher bereit waren, ihre eigenen Ressourcen mit einer fremden Person zu teilen, als Frauen einige Tage nach dem Eisprung. Je höher der Zyklus abhängige Spiegel des „weiblichen“ Geschlechtshormons Östrogen, desto geringer war, rein statistisch gesehen, die Teilungsbereitschaft der Frauen. „Wir sind zwar stark davon überzeugt, dass es sich bei der Schwankung der Teilungsbereitschaft über den Zyklus um einen echten und systematischen Effekt handelt, aber ob er wirklich von Östrogen verursacht wird, wie wir auf Basis der Daten vermuten, müssen wir noch prüfen“, so Christine Anderl.

„Das passt zu früheren Befunden anderer Forschergruppen, die zeigen konnten, dass auch Hormone wie Oxytocin und das ‚männliche‘ Geschlechtshormon Testosteron die menschliche Kooperationsbereitschaft beeinflussen“, kommentiert Prof. Sabine Windmann vom Institut für Allgemeine Psychologie 2 der Goethe-Universität. Wie stark sich die zyklusbedingten Schwankungen in der Kooperationsbereitschaft auf das alltägliche Leben von Frauen auswirken und welche Lebensbereiche dadurch besonders betroffen sind, muss in weiteren Studien untersucht werden. Allerdings haben die Forscher bereits erste Hinweise darauf, dass die beschriebenen Effekte auch auftreten, wenn es für die Probandinnen um echtes Geld geht. Interessant sind diese Ergebnisse auch im Hinblick auf die hormonelle Verhütung. Bisher weiß man noch wenig darüber, wie synthetische Hormone auf die Rezeptoren im Gehirn wirken und welchen Einfluss sie auf das Verhalten von Frauen haben.

Publikation: Anderl, C., Hahn, T., Notebaert, K., Klotz, C., Rutter, B., & Windmann, S. (2015). Cooperative preferences fluctuate across the menstrual cycle. Judgment and Decision Making, 10(5), 400–406.

http://journal.sjdm.org/15/15701/jdm15701.pdf

http://journal.sjdm.org/15/15701/jdm15701.html

Informationen: Christine Anderl, Institut für Allgemeine Psychologie 1, Campus Westend, Tel.: (069) 798- 35315, anderl@psych.uni-frankfurt.de