Hochschulpolitische Themen
Erfolgreich beim Einwerben von Drittmitteln für Strategische Partnerschaften mit Universitäten in drei Kontinenten
FRANKFURT. Der Antrag auf finanzielle Förderung der Strategischen Hochschulpartner-schaften ist bewilligt: Der DAAD hat die Goethe-Universität vor allem aufgrund der innovativen Ansätze ihres Konzepts ausgewählt. Gerade die Verbindung zwischen den Universitäts- und Städtepartnerschaften haben die Gutachter überzeugen können, denn die Aktivitäten sollen nicht nur im Elfenbeinturm stattfinden, sondern im Sinne des Konzepts der Bürgeruniversität Impulse für das Leben der Städte geben, in denen die Hochschulen angesiedelt sind. Weitere Kriterien für die Auswahl der Partnerhochschulen waren ihre Forschungsstärke, Gemeinsamkeiten des Fächerspektrums und die bisherige exzellente Zusammenarbeit.
Belohnt wird das Konzept mit über 900.000 € bis Ende 2016. Der Erfolg ist angesichts der zahlreich und gut vertretenen Konkurrenz umso erfreulicher: Für die Vorauswahl waren 117 deutsche Hochschulen im Rennen, von denen für die Endrunde 40 verblieben. Ausgewählt wurden schließlich 21 Anträge.
Die Goethe Universität plant mit ihren Partneruniversitäten (University of Toronto, Karls-Universität Prag, University of Birmingham, University of Pennsylvania und Tel Aviv University) sehr unterschiedliche Aktivitäten: Sie reichen von klassischen Formaten wie Studierenden- und Dozentenaustausch über neue Ansätze wie gemeinsame Promotionen und Industriepraktika bis hin zu gemeinsamen transdisziplinären Konferenzen und Forschungsprojekten. Als sinnvolle Ergänzung dienen gemeinsame Vorhaben zum Universitätsmanagement und Benchmarking. Und zum Jubiläumsjahr der Goethe Universität haben die Präsidenten der Partneruniversitäten ihre Teilnahme an Diskussionsveranstaltungen zur Zukunft von Universität und Stadt zugesagt. Außerdem wird 2014 auch die neue fächerübergreifende Sommeruniversität starten.
Weitere Informationen: Dr. Mathias Diederich, International Recruitment Manager, Strategische Hochschulpartnerschaften, International Office, Goethe-Universität Frankfurt, Tel. (069) 798- 25090, m.diederich@em.uni-frankfurt.de
Forschung
Ergebnisse eines Forschungsprojekts zur Wohnbedingungen alter Menschen in Frankfurt – Gefördert von der BHF-BANK-Stiftung
FRANKFURT. „Der Großteil der Aktivitäten, die ältere Menschen außer Haus unternehmen, findet im eigenen Stadtteil statt. Dabei ist das eigene Quartier im hohen Alter nicht nur wichtig für die Selbständigkeit, sondern auch für die Teilhabe am Leben, den sozialen Austausch und das eigene Wohlbefinden“, so fasst Prof. Dr.Frank Oswald, Alternsforscher an der Goethe-Universität ein wichtiges Ergebnis einer umfangreichen Feldstudie in den Frankfurter Stadtteilen Schwanheim, Bockenheim, Nordweststadt zusammen. Sein Team hat im Gespräch mit fast 600 Frauen und Männer im Alter von 70 bis 89 Jahren erkundet, wie sie sich ihrem Quartier verbunden fühlen. Oswald präsentierte heute die Details seiner Untersuchung gemeinsam mit der BHF-BANK-Stiftung, die nicht nur seine Professur für Interdisziplinäre Alternswissenschaft finanziert, sondern auch diese Studie.
Das Thema Wohnen im Alter ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und bewegt in Frankfurt die älter werdenden Bürger ebenso wie die Verantwortlichen in Verbänden und der Kommune, unterstrich Dietmar Schmid, Vorsitzender des Vorstands der BHF-BANK-Stiftung. Forschung zum Altern im Quartier sei wichtig für eine zukunftsorientierte Kommunalpolitik, die sich vermehrt auf die aktive Beteiligung der älteren Menschen stützen werde, betonte Oswald und fügte hinzu: „Auch unser Ansatz von Alternsforschung ist partizipativ und praxisnah ausgerichtet und bietet gute Anknüpfungspunkte für die Akteure auf diesem Feld.“ Von April 2010 bis September 2012 haben die Forscher die älteren Menschen „vis-a-vis“ zu ihrer Lebens- und Wohnsituation befragt und sie gebeten, in Tagebücher alle Aktivitäten außer Haus zu notieren. „Die Stadtteile sind so gewählt, dass sich die Erkenntnisse unserer Studie auf vergleichbare Stadtteile in Frankfurt und auch auf andere Städte übertragen lassen“, konstatiert Oswald.
Was hat das interdisziplinäre Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern herausgefunden, wie lassen sich die Ergebnisse in konkrete Maßnahmen auf Stadtteilebene umsetzen? Dafür einige Beispiele:
Ältere Menschen sind häufig zu Fuß an zentralen Orten im Stadtteil unterwegs und das ist unabhängig davon, wie weit sie von diesen Zentren entfernt wohnen. Die Tagebücher geben Auskunft über mehr als 10.000 Wege an über 7.000 Tagen und zeigen, dass 54 Prozent aller Wege zu Fuß zurückgelegt werden, bei den 80- bis 89-Jährigen sind es sogar 58 Prozent. Die Befragten aus Bockenheim sind am meisten zu Fuß unterwegs, am wenigsten die Schwanheimer. Insgesamt dienen 37 Prozent der Wege dem Einkaufen, 26 Prozent der Erholung, 14 Prozent der Gesundheit, 13 Prozent dem sozialen Austausch und 7 Prozent kulturellen Aktivitäten. „Daraus lässt sich ableiten, dass Einrichtungen, z.B. kleine Läden und Cafés in den Stadtteilzentren, gefahrlos, barrierefrei und zu Fuß erreichbar sein müssen. Dies ist nicht immer der Fall, besonders viele Hindernisse haben die älteren Menschen in der Nordweststadt zu überwinden“, ergänzt der Alternsforscher.
Ältere Menschen sind beständige und kritische Nutzer sowie Kenner ihres Quartiers. Sie wohnen im Durchschnitt seit über 45 Jahren im Stadtteil (am längsten in Schwanheim). Veränderungen im Stadtteil bewerten sie sehr differenziert, und keinesfalls war „früher alles nur besser“. Die Mobilitätsinfrastruktur hat sich nach Einschätzung der Befragten besonders in Bockenheim verschlechtert. Während sich in der Nordweststadt positive und negative Urteile über die Versorgungssituation die Waage halten, beklagen die Bockenheimer und Schwanheimer eher eine Verschlechterung. „Ältere Menschen wissen und beobachten sehr genau, was im Stadtteil vor sich geht und haben auch eine klare Meinung dazu. Diese Kompetenz gilt es in Zukunft besser zu nutzen, wenn es um die Weiterentwicklung in den Stadtteilen geht. Deshalb sollten älteren Menschen auch im Folgeprojekt nun aktiv in die Planung von Maßnahmen einbezogen werden“, so Oswald.
Stadtteilverbundenheit ist wichtig für das Wohlbefinden im Alter; Ältere Menschen sind Liebhaber ihres Quartiers. Die Befragungen zeigen: Sie fühlen sich mit ihrem Quartier tief verbunden und blicken optimistisch in die eigene Zukunft in ihrem Stadtteil. Die Verbundenheit ist in Schwanheim besonders eng, in der Nordweststadt enger als in Bockenheim. Die Älteren nutzen nicht nur zentrale Orte und Plätze ihres Stadtteils für Besorgungen, hier erleben sie auch Verbundenheit mit anderen Menschen und bekannten Orten. „Neu daran ist der Nachweis, dass diese Verbundenheit einen bedeutsamen Einfluss auf das eigene Wohlbefinden und auf die Erwartung hat, auch in fünf Jahren noch im Stadtteil zu wohnen – und zwar unabhängig vom Gesundheitszustand und von Barrieren in der Umwelt“, sagt der Frankfurter Alternsforscher und ergänzt: „Es kommt also nicht nur darauf an, dass Ältere sich in ihrem Stadtteil versorgt und sicher fühlen, sondern dass sie sich auch von dem Umfeld anregen lassen, sich aufgehoben und zuhause fühlen. Die Gestaltung von zentralen Wegen und Plätzen – ähnlich wie Dorfbrunnen in Südeuropa – bieten die besten Chancen, viele ältere Menschen zu erreichen.“
Wer alt ist, muss nicht einsam sein; Teilhabe am Leben im Stadtteil und sozialer Austausch sind wichtig. Mit dem Alter wächst das Einsamkeitsrisiko, insbesondere für Alleinlebende. Überraschend ist aber, dass sich hochbetagte Befragte (80 bis 89 Jahre) in Frankfurt – anders als in vielen Studien andernorts – nicht einsamer fühlen als jüngere Befragte (70 bis 79 Jahre). Wichtig ist es – so zeigt die Studie, dass sich die alten Menschen als Teil der Nachbarschaft fühlen: Es trägt zu ihrem Wohlbefinden bei, wenn sie mitbekommen, was passiert und sie sich selbst aktiv in der Nachbarschaft einbringen können. Hier unterscheiden sich die drei Stadtteile mit klaren Vorteilen für Schwanheim und die Nordweststadt. „So kann gerade im sehr hohen Alter der negative Einfluss, den die schlechte Gesundheit auf das Wohlbefinden hat, durch das Erleben von Verbundenheit und Zusammengehörigkeit abgefedert werden“, sagt Oswald.
Bei der Präsentation der Studienergebnisse unterstrich Dietmar Schmid, Vorsitzender des Vorstands der BHF-BANK-Stiftung, noch einmal das zentrale Ziel der Stiftung: „Wir möchten mit unserer Wissenschaftsförderung vor allem interdisziplinäre Forschungsansätze zum Alter stärken. Wir haben bereits von 2003 bis 2008 eine Professur für Gerontopsychiatrie an der Goethe-Universität finanziert und ab 2009 die Stiftungsprofessur für Interdisziplinäre Alternswissenschaften ermöglicht.“ Diese Professur, dieFrank Oswaldinne hat, vernetzt und bündelt kultur-, sozial- und lebenswissenschaftliche Forschung und soll zukünftig an der Universität noch weiter ausgebaut werden.
Informationen: Prof. Dr. Frank Oswald, Interdisziplinäre Alternswissenschaft, Fachbereich Erziehungswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069)798-36398, oswald@em.uni-frankfurt.de
Veranstaltungen
Kooperation der Goethe-Universität mit städtischen Schulen
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
das Schuldezernat der Stadt Frankfurt und die Goethe-Universität werden künftig enger zusammenarbeiten, um die vielfältigen Verbindungen zwischen Hochschule und Schulen zu stärken. Exemplarisch für die vertiefte Kooperation wird der Austausch zwischen dem naturwissenschaftlichen Campus Riedberg der Goethe-Universität und dem benachbarten Gymnasium Riedberg mit seinem naturwissenschaftlichen Schwerpunkt sein.
Anlässlich der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages informieren wir über das Gesamtkonzept und stellen Beispiele der Kooperation zwischen der Stadt Frankfurt, städtischen Schulen und der Goethe-Universität vor.
Wir laden Sie herzlich ein zu einen Mediengespräch über neue Initiativen zur Zusammenarbeit zwischen Schule und Hochschule und aktuelle Aktivitäten
am Montag (11. März) um 13 Uhr,
in der Mensa des Gymnasium Riedberg,
Konrad-Zuse-Straße 34, 60438 Frankfurt
Die Kooperationen und ihre Ziele werden Ihnen erläutert von
Auch der Abteilungsleiter der Zentralen Studienberatung der Goethe-Universität, Marco Blasczyk, und die Projektleiter verschiedener Angebote der Goethe-Universität für Schulen stehen für Sie zum Gespräch bereit.
Im Anschluss:
Über Ihre Teilnahme am 11. März und eine Berichterstattung über die Kooperation würden wir uns freuen. Bitte geben Sie uns bis zum Donnerstag (7. März) kurz Nachricht, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen können (E-Mail: Blasczyk@em.uni-frankfurt.de).
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Olaf Kaltenborn
Pressesprecher
Goethe-Universität Frankfurt
Veranstaltungen
Gastvortrag von Rüdiger Klein vom MPI für Biochemie in Martinsried
FRANKFURT. Rüdiger Klein, Direktor der Abteilung Molekulare Neurobiologie des Max-Planck-Instituts für Biochemie in Martinsried, erforscht mit modernen genetischen Methoden die Funktionsweise von Neuronen im Mausmodell. Dabei entwickelt er innovative Strategien, um Entwicklungsstörungen, Krankheiten oder Verletzungen von Nerven in Zukunft besser behandeln zu können. In seinem Vortrag
am: Dienstag, dem 05. März 2013 um 18.15 Uhr
im: Klinikum der Goethe-Universität, Campus Niederrad Hörsaalgebäude 22-1
erklärt er, wie Nervenzellen mit Hilfe molekularer Signale Informationen austauschen, um eine korrekte Versorgung des Zielgewebes zu gewährleisten.
Das Nervensystem der Säugetiere besteht aus einer Vielzahl von Nervenzellen, die ständig Informationen in Form von elektrischen Impulsen an andere Zellen weitergegeben. Die leitenden „Kabel“ (Axone) wachsen dabei über lange Strecken hin zu ihren Zielzellen. Als Wegweiser dienen chemische Signale, die über bestimmte Rezeptoren am Wachstumskegel des Axons wahrgenommen werden. Klein entdeckte als junger Nachwuchswissenschaftler Rezeptoren für spezifische Nervenwachstums-faktoren (NGF) und konnte beweisen, dass Ephrine als Botenstoffe Nervenzellaxone durch Abstoßung lenken.
Der Vortrag in englischer Sprache findet statt im Rahmen der Vortragsreihe Molecular Medicine, gesponsert von Sanofi-Aventis.
Informationen: Prof. Ivan Dikic, Institut für Biochemie II, Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301-5652, ivan.dikic@biochem2.de
Personalia/Preise
An der Goethe-Universität wird erstmalig der mit 25.000 Euro dotierte Karl Christ-Preis verliehen
FRANKFURT. Der mit 25.000 Euro dotierte Karl-Christ-Preis, der dem Andenken an den Marburger Althistoriker Karl Christ gewidmet ist, wird in diesem Jahr an der Goethe-Universität Frankfurt zum ersten Mal verliehen. Er zeichnet im zweijährigen Turnus herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Alten Geschichte und ihrer Nachbardisziplinen sowie der Wissenschafts- und Rezeptionsgeschichte des Altertums aus. Die Auszeichnung wird im Wechsel an den Universitäten Frankfurt und Bern vergeben, wo die Tradition Karl Christs fortgeführt wird.
Der erste Preisträger ist Prof. Dr. Wilfried Nippel. Der an der Humboldt-Universität Berlin wirkende Ordinarius für Alte Geschichte ist durch eine Vielzahl herausragender althistorischer und wissenschaftsgeschichtlicher Publikationen hervorgetreten. Er wird im nationalen wie im internationalen Kontext für seine innovative Forschung geschätzt, die Theorieorientierung und Quellenforschung auf höchst fruchtbare Weise miteinander verbindet und damit ein Anliegen Karl Christs aufgreift. Seine Schwerpunkte liegen in der Geschichte der modernen Althistorie mit Arbeiten u.a. zu Edward Gibbon, Johann Gustav Droysen, Theodor Mommsen und Max Weber. Nippel forscht zudem zur späten Römischen Republik, zur athenischen Demokratie, zur antiken politischen Theorie und ihrer neuzeitlichen Rezeption und zur Entwicklung des frühen Christentums im Kontext von Vereins- und Patronagestrukturen. Der Althistoriker engagiert sich auch im Sonderforschungsbereich „Transformationen der Antike“ an der Humboldt-Universität und im Exzellenz-Cluster TOPOI.
Die Verleihung findet am 6. April 2013 um 16 Uhr im Eisenhower-Raum der Goethe-Universität (Poelzig-Gebäude, Campus Westend) statt. An diesem Tag wäre Karl Christ, der als Nestor der deutschen Althistorie galt und 2008 verstorben ist, 90 Jahre alt geworden. Der Preisträger spricht zu dem Thema: „Fußnoten, Zitate, Plagiate. Wissenschaftsgeschichtliche Streifzüge“. Diese Veranstaltung ist öffentlich.
Informationen: Prof. Dr. Hartmut Leppin, Historisches Seminar - Abteilung für Alte Geschichte, Campus Westend, Tel. 069/79832462 , h.leppin@em.uni-frankfurt.de