Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Forschung

Jul 15 2016
12:27

LOEWE Schwerpunkt MegaSyn erforscht Syntheseprinzip riesiger Enzyme/ 4,6 Millionen Euro für vier Jahre

Megasynthasen: Schlüssel zum Design neuer Antibiotika?

FRANKFURT.Antibiotika und viele andere pharmazeutische Wirkstoffe werden im Labor von Mikroorganismen produziert und oft nur noch chemisch „veredelt“, bevor sie in die Apotheke kommen. Die Wirkstoffe werden von riesigen, multifunktionalen Enzyme, den Megasynthasen, erzeugt. Im neuen LOEWE Schwerpunkt MegaSyn möchten Forscher jetzt herausfinden, wie die Natur die riesigen Moleküle Schritt für Schritt synthetisiert, damit sie selbst maßschneiderte Megasynthasen herstellen können. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst fördert MegaSyn mit 4.644.000 Euro in den nächsten vier Jahren.

Ob es sich um so wichtige Antibiotika wie Erythromycin, Vancomycin und Daptomycin handelt, um Cholesterin-Senker wie die Statine oder um Immunsuppresiva wie Ciclosporin – immer sind Megasynthasen bei der Produktion im Spiel. Die Biosynthese dieser wichtigen Wirkstoffe erfolgt über Carbon- oder Aminosäuren, die wie am Fließband einer Autofabrik von einer enzymatischen Station zur nächsten weitergereicht werden, bis am Ende der fertige Wirkstoff abgespalten wird.

Bisher ist die Struktur der Megasynthasen kaum erforscht, da sie durch ihre schiere Größe über strukturbiologische Methoden wie Röntgenspektroskopie nur schwer zugänglich sind. Dennoch konnten Forscher bereits einige der wertvollen Riesenmoleküle in den Dienst nehmen: „Wir haben in den letzten Jahren Regeln für die Modifikation natürlicher nicht-ribosomaler Peptid Synthetasen gefunden. Damit können wir neue Megasynthasen und schließlich aminosäurebasierte Wirkstoffe erzeugen, die es so in der Natur noch nicht gab“, erläutert Prof. Helge Bode, Merck-Stiftungsprofessor für Molekulare Biotechnologie und einer der beiden Sprecher von MegaSyn.

„Die Informationen aus den geplanten strukturbiologischen Arbeiten werden uns erlauben, bestimmte Klassen von Megasynthasen besser zu kontrollieren, so dass wir vielleicht schon in wenigen Jahren viele Produkte über maßschneiderte Megasynthasen in biosynthetischen Prozessen herstellen können“, sagt Martin Grininger, Lichtenberg-Professor der Volkswagenstiftung an der Goethe Universität und auch Sprecher von MegaSyn.

Für das Design von Megasynthasen werden nun in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universität Marburg, der Max Planck Institute für terrestrische Mikrobiologie (Marburg) und für Biophysik (Frankfurt) sowie der Technischen Hochschule Mittelhessen in Gießen, Baupläne für verschiedene Megasynthasen erarbeitet: Polyketidsynthasen (PKS), Fettsäuresynthasen (FAS) oder nicht-ribosomale Peptid Synthetasen (NRPS). Dazu wollen die Forscher einerseits Methoden zur effizienten molekularbiologischen Manipulation der Gene entwickeln, welche die Megasynthase kodieren. Andererseits wollen sie moderne strukturbiologische Methoden erstmals nutzen, um detaillierte Einblicke in die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen zu werfen.

„Mit MegaSyn haben wir ein weltweit einmaliges Konsortium aus Biochemikern, Biophysikern, Molekularbiologen, Strukturbiologen und Biotechnologen geschaffen, das es erlaubt, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung mit angewandter Forschung an Wirkstoffen zu verbinden“, erläutern Helge Bode und Martin Grininger. Da im Rahmen von MegaSyn die Weichen für die Entwicklung von Schlüsseltechnologien für die Wirkstoff-Forschung gestellt werden sollen, ist auch das Interesse der pharmazeutischen Industrie groß. Deshalb wird MegaSyn auch von Unternehmen wie Merck (Darmstadt) unterstützt.

Ein Bild zum Download finden sie hier: www.uni-frankfurt.de/62453495

Bildtext: Test für die Wirkung von Antibiotika: die mit Antibiotikum getränkten Testplättchen zeigen gegen die Bakterienkultur eine Aufklarungszone (links), in der keine Bakterien wachsen. Unwirksame zeigen dies nicht (rechts).

Informationen: Prof. Helge Bode, Merck-Stiftungsprofessor für Molekulare Biotechnologie, Campus Riedberg, Tel.: (069)-798-29557, h.bode@bio.uni-frankfurt.de

Prof. Martin Grininger, Lichtenberg-Professor der Volkswagenstiftung, Campus Riedberg, Tel.: (069)-798-42705, grininger@chemie.uni-frankfurt.de.

Forschung

Jul 15 2016
12:21

Neuer LOEWE-Schwerpunkt „Religiöse Positionierung“ an der Goethe-Universität untersucht Verhältnis von Judentum, Christentum und Islam zu religiöser Vielfalt und Differenz in historischer und empirischer Perspektive

Welches Gewalt- und Friedenspotenzial bergen die monotheistischen Weltreligionen?

FRANKFURT.Im Rahmen der 9. LOEWE-Förderstaffel des Landes Hessen erhält die Goethe-Universität einen neuen Forschungsschwerpunkt: „Religiöse Positionierung: Modalitäten und Konstellationen in jüdischen, christlichen und islamischen Kontexten (RelPos)“. Das Projekt wird vom Land Hessen mit einer Summe von knapp 4,5 Millionen Euro gefördert, die Förderzeitraum reicht von 2017 bis 2020. Federführende Institution ist die Goethe-Universität, Wissenschaftlicher Koordinator Prof. Christian Wiese (Fachbereich Evangelische Theologie). An der kooperierenden Justus-Liebig-Universität Gießen ist Prof. Roderich Barth Wieses Stellvertreter.

Zum Hintergrund: Gegenwärtig wird angesichts einer Vielzahl gewaltförmiger Konflikte, in denen Religion zum Tragen kommt, über die ebenso sinnstiftende wie auch zerstörerische Rolle von Religion und Religionen kontrovers debattiert. Besonders monotheistischen Religionen wird dabei unterstellt, sie ständen aufgrund ihrer zum Teil exklusiven Geltungsansprüche dem Pluralismus feindlich gegenüber und hätten eine Tendenz zu fundamentalistischen Positionen oder zur Gewalt. Andere Interpretationen hingegen sehen in ihnen ein Potenzial, Konflikten, Kriegen und Terror entgegenzuwirken. „Die aktuellen Debatten über die gesellschaftlichen und kulturellen Folgen der zahlenmäßig beispiellosen Zuwanderung von Geflüchteten zeigen, dass sich Einwanderungsgesellschaften künftig auf ein weit höheres Maß an religiös-kultureller Pluralisierung und dadurch ausgelösten Ängsten und Konflikten einstellen müssen“, betont Prof. Christian Wiese. Der neue LOEWE-Schwerpunkt wird vor diesem Hintergrund die Funktion religiöser Positionierungen in historischen wie auch gegenwärtigen jüdischen, christlichen und islamischen Kontexten hinsichtlich des Umgangs mit religiöser Differenz untersuchen. „Interreligiöse Pluralismus- oder Dialogkonzepte zielen auf eine konsensorientierte, harmonisierende Überwindung von Gegensätzen. Wir hingegen gehen in unserem Projekt davon aus, dass Religionen grundsätzlich positionell und somit konflikthaft, deshalb aber nicht zwangsläufig pluralismusunfähig sind, sondern Differenzen Ernst zu nehmen und zu achten vermögen“, erläutert Prof. Wiese. Beteiligt an diesem interreligiösen und interdisziplinären Projekt sind neben der protestantischen Theologie, der Judaistik und den Islamischen Studien auch die Soziologie, die Ethnologie und die Erziehungswissenschaften.

Wiese verweist auf die ausgezeichneten Voraussetzungen, die der Wissenschaftsstandort Frankfurt/Gießen bietet, einen innovativen Beitrag zu Fragen von Religion und Gesellschaft, Migration und Integration sowie religiöser Differenz und Interreligiosität zu leisten: So ist der Fachbereich Evangelische Theologie an der Goethe-Uni bereits mit dem Institut für Theologie an der Justus-Liebig-Universität eng verbunden; gemeinsam werden auch nichtkonfessionelle religionswissenschaftliche und –philosophische Studiengänge angeboten, die programmatisch auf Interreligiosität ausgerichtet sind. Im Bereich der Jüdischen Studien ist mit dem Seminar für Judaistik und der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie ein international gut vernetzter Partner vorhanden. Ferner hat das vom BMBF und vom Land Hessen geförderte Zentrum für Islamische Studien Frankfurt/Gießen in den vergangenen Jahren eine führende Rolle im Bereich einer modernen islamisch-theologischen Wissenschaft eingenommen. Auch die in Frankfurt beim Exzellenzcluster „Normative Orders“ angesiedelten Projekte bieten beste Kooperationsmöglichkeiten: Beispielsweise das „Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam“ von Prof. Susanne Schröter, das aktuelle Entwicklungen in der islamischen Welt untersucht, das Projekt „Genese und Geltung des Säkularen“ (Prof. Matthias Lutz-Bachmann u. Prof. Thomas Schmidt) oder „Macht, Herrschaft und Gewalt in Ordnungen der Rechtfertigung“ (Prof. Rainer Forst). Ebenfalls zu nennen sind auf dem Gebiet der interreligiösen Forschung die seit 2014 etablierten Kooperationen der Goethe-Universität mit der Tel Aviv University und der Cambridge University. Der Forschungsschwerpunkt wird zudem intensiv mit Partnerinstitutionen im Bereich von Bildung und Politik in Frankfurt und der Rhein-Main-Region zusammenarbeiten und so auch zu den öffentlichen Debatten über religiöse Vielfalt und Differenz beitragen.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie

Dekan des FB 06, Evangelische Theologie. Geschäftsführender Direktor des Instituts für Religionsphilosophische Forschung, Goethe-Universität Frankfurt. Tel. (069)  798 33313; E-Mail: C.Wiese@em.uni-frankfurt.de

Forschung

Jul 15 2016
08:32

Kein „Glaubensunterricht“: Das grundgesetzlich verankerte Schulfach soll vor allem Wissen über den Glauben vermitteln

Religionsunterricht – eine deutsche Besonderheit

FRANKFURT.Religionsunterricht gehört in Deutschland zum ganz normalen Fächerkanon einer staatlichen Schule. Wie passt das zusammen mit der angeblichen Trennung von Staat und Religion in unsrem Land? Warum das spezifisch deutsche Konstrukt, das letztlich bis auf die Paulskirchenverfassung zurückreicht, eine Chance für die Gesellschaft sein kann, dieser Frage ist Anke Sauter in ihrem Beitrag für die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ nachgegangen. Interessante Gesprächspartner fand sie dabei bei den Religionspädagogen unterschiedlicher Prägung, die an der Goethe-Universität lehren und forschen.

Allgemeinbildende öffentliche Schulen sollten sich um alle Lebensbereiche kümmern und den Schülern die dafür notwendige Bildung vermitteln – das ist einer der Grundgedanken dafür, dass an deutschen Schulen auch die Religion ihren festen Platz hat. Als einziges Schulfach ist sie sogar im Grundgesetz verankert: Dort ist einerseits festgeschrieben, dass die Inhalte in Abstimmung mit den Religionsgemeinschaften vermittelt werden, dass es aber andererseits auch die Möglichkeit gibt, sich vom Religionsunterricht abzumelden. War der Unterricht in den Anfangsjahren der Bundesrepublik noch stark am Kennen- und Auswendiglernen religiöser Texte orientiert, fand in den 1970er Jahren eine Öffnung statt. Weder evangelischer noch katholischer Religionsunterricht konzentriert sich noch allein auf die der eignen Konfession zugehörigen Themen; beide vermitteln auch Wissen über andere Religionsgemeinschaften und auch über nichtreligiöse Lebensorientierungen. „Der Glaube ist ein Thema des Religionsunterrichts, aber Religionsunterricht ist kein Glaubensunterricht“, sagt der evangelische Religionspädagoge Prof. Dr. David Käbisch. Denn der Glaube sei nicht verfügbar und könne insofern kein „operationalisierbares Unterrichtsziel“ sein. Glaube wird meist in den Familien vermittelt – wenn überhaupt
–, im schulischen Unterricht jedoch geht es um Inhalte.

Das sollte nach Ansicht des muslimischen Erziehungswissenschaftlers Prof. Dr. Harry Harun Behr auch beim islamischen Religionsunterricht der Fall sein. Anders als viele Nicht-Muslime glaubten, wüchsen muslimische Kinder oft eher glaubensfern auf. Wie bei vielen christlichen Kindern gehe es im schulischen Religionsunterricht zunächst um „religiöse Alphabetisierung“, so Behr. Schon 1980 hat die Kultusministerkonferenz der Länder die Notwendigkeit des islamischen Religionsunterrichts konstatiert, doch erst in den vergangenen Jahren kam der Aufbau der dafür notwendigen Infrastruktur in Gang. An der Goethe-Universität wurde ein neues Fach „Islamische Studien“ eingeführt, das dem Aufbau einer Islamischen Theologie dienen soll. Gemeinsam mit der Uni Gießen beheimatet Frankfurt ein Zentrum für Islamische Studien; in Gießen werden Grundschullehrer ausgebildet, an der Goethe-Universität gibt es seit diesem Frühjahr einen Weiterbildungsstudiengang für bereits praktizierende Lehrkräfte, vom Wintersemester 2016/17 an wird ein grundständiges Studium für Sekundarstufenlehrer angeboten. Für diese beiden Studiengänge ist Prof. Behr zuständig.

Eine Hürde bei der Einrichtung des bekenntnisorientierten Unterrichts analog zu dem für die christlichen Konfessionen ist freilich die Tatsache, dass es im Islam keine mit kirchlichen Entscheidungsträgern vergleichbaren Instanzen gibt. In den Ländern, in denen die Inhalte des Religionsunterrichts sich tatsächlich an den Glaubensgemeinschaften orientieren sollen, hat man sich deshalb mit Beiräten beholfen, in denen unterschiedliche Richtungen des Islam vertreten sind. In Hessen ging man einen anderen Weg, indem man direkt mit zwei Verbänden – der türkisch orientierten DITIB Hessen und der Ahmadiyya Muslim Jamaat Verträge schloss, so dass es zwei islamische Angebote unterschiedlicher Ausrichtung gibt. Die Unterschiede seien eher kultureller als theologischer Art, betont Behr, der maßgeblich an der Erarbeitung des Kerncurriculums beteiligt war. Während Kritiker der Landesregierung monieren, man dürfe mit einer dem türkischen Staat so nahe stehenden Institution wie DITIB nicht so eng kooperieren, sieht Behr die Chance in dem neuen Angebot: „Islamunterricht ist normalitätsstiftend“, sagt er – auch für das Zusammenleben der Muslime unterschiedlicher Herkunft. Vor allem aber trage der Unterricht in deutscher Sprache erheblich zur Integration der jungen Muslime in die deutsche Gesellschaft bei. „Wir müssen ein attraktiveres Angebot machen als die Islamisten“, betont Behr.

Ob das neue Studienangebot auch junge Leute mit extremen Positionen anzieht, darüber kann nur spekuliert werden. Aber auch in diesen Fällen ist das Angebot eine Chance, ins Gespräch zu kommen. „Theologie ist Selbstaufklärung“, sagt der katholische Religionspädagoge Prof. Dr. Bernd Trocholepczy. Auch in den christlichen Theologien gibt es immer wieder fundamentalistisch geprägte Studierende. Manche könne man umstimmen, manche gäben ihr Studium wieder auf. Denn, so Trocholepczy, theologische Rationalität und Fundamentalismus seien nicht miteinander vereinbar.

Sonstige

Jul 14 2016
12:27

Gefährdet die Digitalisierung nicht nur die Privatsphäre, sondern auch die politische Teilhabe und Kritik? Die aktuelle Ausgabe des UniReport stellt ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zum Thema vor

Wie viel Freiheit steckt noch im Privaten?

FRANKFURT.Verschwindet durch die Allgegenwart digitaler Medien die Privatsphäre, ist der Nutzer von Smartphones und Tablet Computer eine gefährdete Spezies? Prof. Sandra Seubert, Politikwissenschaftlerin an der Goethe-Universität, forscht gemeinsam mit Medien- und Rechtswissenschaftlern sowie Informatikern im Rahmen einer interdisziplinären Forschungsgruppe zum „Strukturwandel des Privaten“. Sie hinterfragt dabei den in der öffentlichen Debatte nur selten problematisierten Begriff des Privaten: „Man beklagt, dass mit dem Privaten gegenwärtig ein Wert gefährdet oder gar im Verschwinden begriffen ist: Aber was ist es eigentlich, was wir hier normativ wertschätzen?“Die von der VolkswagenStiftung geförderte Forschungsgruppe legt deshalb einen besonderen Fokus auf den politischen Werts des Privaten: seine Bedeutung für die Demokratie, für Partizipation, Widerspruch und Kritik.

Die weiteren Themen in der Juli-Ausgabe des UniReport:

  • Verantwortungsvoller Umgang mit Versuchstieren: Der Neurophysiologe Jochen Roeper erforscht Morbus Parkinson und Schizophrenie.
  • Essay: Köln – Junge Männer und sexuelle Übergriffe: Was hat das mit dem Islam zu tun? Die Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ateş kommentiert zum Abschluss der Debatte im UniReport die Vorfälle der Silvesternacht.
  • Rechtsberatung für Migranten: Im Projekt „Law Clinic Migration und Teilhabe“ engagieren sich Studierende der Rechtswissenschaften.
  • Speisekammer, Apotheke und Kulturlandschaft: Eine Ausstellung im Palmengarten stellt die unbekannten Seiten der Savanne vor.
  • Wie Wissenschaft und Politik voneinander lernen können: Ein Nachbericht zum Hochschulforum Third Mission an der Goethe-Uni.
  • Gute Erzählungen ähneln Brühwürfeln: Katja-Lange-Müller über ihre Vorgänger der Frankfurter Poetikdozentur und ihre Zeit in Bergen-Enkheim.
  • Wo kluge Köpfe am liebsten schreiben: Die Gewinner des Foto-Wettbewerbs „Schreiborte“.

Der UniReport 4/2016 steht zum kostenlosen Download bereit unter http://www.unireport.info/62394146. Im neuen Online-Magazin „Goethe-Uni online“ werden darüber hinaus Beiträge des UniReport mit weiteren Texten, Fotos und Videos ergänzt: http://tinygu.de/UniReport

Sonstige

Jul 13 2016
14:55

Santander Universitäten fördert auch künftig Internationalität der Goethe-Universität

„Einzigartige Gastfreundschaft“ kann weitergehen

FRANKFURT.„Diesmal habe ich bei der Ausländerbehörde so positive Erfahrungen gemacht, und ich kann meine Dankbarkeit gar nicht in Worte fassen.“ „Ich freue mich schon wiederzukommen und Goethes einzigartige Gastfreundschaft noch einmal zu erleben.“ „Ihnen allen vielen Dank für Ihre Unterstützung. Ihre Hilfe sowohl bei bürokratischen Dingen als auch in Hinblick auf die Unterkunft hat wirklich einen großen Unterschied ausgemacht.“ Diese Stimmen (in Übersetzung) stammen allesamt von Gastwissenschaftlern, die beim Aufenthalt in Frankfurt vom Goethe Welcome Center (GWC) beraten und unterstützt worden sind. Dessen Existenz ist auch künftig gesichert, die weitere Förderung durch Santander Universitäten wurde heute vertraglich festgehalten.

Das Welcome Center soll optimale Startbedingungen für internationale Wissenschaftler schaffen, indem es ihnen vor, während und nach ihrem Aufenthalt zur Seite steht. Die Hilfe reicht vom Behördengang über die Wohnungssuche bis hin zur Bewerbung um einen Kita-Platz für den Nachwuchs. Auch in Versicherungsfragen berät das GWC, zudem bietet es Sprachkurse und Exkursionen an. Die Einrichtung des GWC und einiger weiterer Angebote, die die Goethe-Uni internationaler machen sollen, wurde erst möglich durch Spenden von Santander Universitäten. Die erste Kooperationsvereinbarung aus dem Jahr 2012 ist am heutigen Mittwoch erneuert worden. Eine entsprechende Vereinbarung haben die Präsidentin der Universität, Prof. Birgitta Wolff, und Fernando Silva, Generalbevollmächtigter der Santander Consumer Bank AG, in Frankfurt am Main unterzeichnet.

„Wir sind sehr froh, auch in Zukunft einen solch renommierten und verlässlichen Partner wie die Goethe-Universität Frankfurt an unserer Seite zu haben“, erklärte Fernando Silva anlässlich der Vertragsunterzeichnung. „Universitäten leisten einen enormen Beitrag für die Gesellschaft“, so der Generalbevollmächtigte weiter. Daher werde Santander in den nächsten vier Jahren wieder mehrere 100 Millionen Euro in die Finanzierung von Universitätsprojekten weltweit investieren.

Ein Santander-Förderschwerpunkt bleibt in den nächsten Jahren das Welcome Center der Goethe-Universität. Seit 2012 konnten zwei separate Service-Büros am Campus Westend und am Campus Riedberg eröffnet werden, insgesamt wurden bis April 2016 709 Wissenschaftler aus dem Ausland betreut. Schon vor ihrer Ankunft werden die Gäste mit umfangreichen Informationen versorgt. Universitätspräsidentin Birgitta Wolff: „Das Welcome Center hilft Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Ausland, sich schneller an der Uni und in Frankfurt zurechtzufinden. Ein echter Standortvorteil. Insofern ist es von unschätzbarem Wert, dass die Goethe-Universität auch weiterhin auf Santander als Partner zählen kann.“

Zudem wird die bisherige Förderung einer halben Stelle für Didaktik des Spanischen am Institut für Romanische Sprachen und Literaturen im Fachbereich Neuere Philologien fortgeführt. Die Stelle wurde im Oktober 2012 erstmals besetzt und beinhaltet ein Lehrdeputat von neun Semesterwochenstunden. Der Stelleninhaber führt neben den Kursen veranstaltungsbegleitend auch Prüfungen durch.

Darüber hinaus wird die Bank 20 Deutschlandstipendien für Studierende der Goethe-Universität zur Verfügung stellen. Weltweit werden derzeit 36.000 Stipendiaten von Santander gefördert. Laut einem aktuellen Bericht der UNESCO ist Santander heute der größte private Förderer von Höherer Bildung.

Bilder zum Download finden Sie unter www.uni-frankfurt.de/62388193

Bildunterschrift: Unipräsidentin Prof. Birgitta Wolff und Fernando Silva, Generalbevollmächtigter der Santander Consumer Bank AG, bei der Vertragsunterzeichnung.