Veranstaltungen
Schülerinnen und Schüler lernen an den „Infotagen“ am 23. und 24. Januar 2013 die Goethe-Universität kennen
FRANKFURT. Bald ist es wieder so weit: Mehr als 6.000 Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe insbesondere der Abiturklassen werden die Goethe-Universität Ende Januar zu den „Infotagen“ besuchen. Dabei erwartet sie ein vielfältiges Programm aus Infovorträgen, Campusführungen, Vorstellung von beliebten Berufsbildern und deren Zugangsmöglichkeiten und vieles mehr. Die beiden Veranstaltungsorte – der Campus Westend und der Campus Riedberg – zählen sicherlich zu den schönsten, modernsten und leistungsfähigsten Unistandorte Deutschlands.
Zusätzlich zu den allgemeinen Programmpunkten präsentieren sich die einzelnen Fächer und Institute am Nachmittag in ihren eigenen Räumlichkeiten durch Führungen und Experimente, Sprechstunden mit Studienberatern, Gesprächsrunden mit Studierenden oder einfach der Möglichkeit, reguläre Veranstaltungen aus dem Vorlesungsangebot des Faches zu besuchen. Dies gibt den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die Universität intensiver und auf eigene Faust zu erkunden und vielleicht auch schon den ersten Kontakt zu Studierenden oder Professoren des Wunschfaches aufzunehmen.
Die Angebote der Bundesagentur für Arbeit runden die beiden Tage ab mit zahlreichen Vorträgen zur Berufspraxis und übergreifenden Themen zu Entscheidungsfindung und Überbrückungsmöglichkeiten zwischen Abitur und Studium.
Eingebettet sind die beiden Veranstaltungstage der Goethe-Universität in die insgesamt viertägigen „infotage 2013“ der Hochschulen der Region Frankfurt vom 21. bis 24. Januar 2013. Neben der Goethe-Universität sind mit dabei die Fachhochschule Frankfurt, die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, die Philosophisch-Theologische Hochschule St. Georgen und die Hochschule für Gestaltung Offenbach.
Schülerinnen und Schüler und alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die Goethe-Universität an den „Infotagen“ zu besuchen! Um eine Anmeldung wird gebeten.
Anmeldung und Programm: www.infotage.uni-frankfurt.de
Informationen: Marco Blasczyk, Zentrale Studienberatung, Goethe-Universität Frankfurt, Tel.: (069) 798-23835, blasczyk@em.uni-frankfurt.de
Veranstaltungen
Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Susanne Küchler spricht im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“
FRANKFURT. „Wie Dinge Netzwerke vermitteln“ hat Prof. Dr. Susanne Küchler ihren Vortrag betitelt, den sie am Donnerstag (17. Januar um 18.15 Uhr) in der öffentlichen Veranstaltungsreihe „Vom Eigensinn der Dinge“ im Hörsaalzentrum (HZ 5) auf dem Campus Westend hält. Der Kulturwissenschaftlerin, die Sozialanthropologie und Materielle Kultur am University College London (UCL) lehrt, geht es darum, die tief in den Strukturen der Wissenschaft verankerte Trennung von Materialwissen, Informationstechnologie und Gesellschaftswissenschaften zu überwinden.
Susanne Küchler ist eine der führenden Wissenschaftlerinnen der neueren „Material Culture Studies“. In diesem dynamischen Forschungsfeld werden die Bedeutung von Dingen und der Umgang mit ihnen im Alltag untersucht. Dazu gehören Fragen der Entwicklung neuer Materialien, des intelligenten Designs von Geräten und die Untersuchung alltäglicher Missverständnisse im Umgang mit neuen Geräten. Sie befasst sich insbesondere mit den vielfältigen Vernetzungen zwischen Menschen und Dingen.
Dazu Küchler: „Am Anfang des 21. Jahrhunderts ist es eine der zentralen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Aufgaben, die im 20. Jahrhundert dominierenden Vorstellungen immaterieller Strömung von Wissen zu revidieren und das Innovationspotenzial neuer Materialien voll auszuschöpfen. Die Dinge, deren Präsenz uns lange zu schaffen machte, können zu neuem Umgang mit Wissen in Forschung und Lehre anregen, wenn das Trennende zwischen den drei Bereichen Materialwissen, Informationstechnologie und Gesellschaftswissenschaften überwunden wird.“ Wie Küchler aufzeigt, kann die Interaktion zwischen Computern und Menschen sehr viel mehr von den uralten Routinen des Umgangs mit Dingen und von zumeist unbewussten Praktiken der Auseinandersetzung mit der stofflichen Umwelt profitieren, als es zurzeit der Fall ist. In ihrem Vortrag werden auch Dinge zur Sprache kommen, die sprichwörtlich ihren Eigensinn haben – die Dinge aus für uns fremden Welten, die die Lagerräume unserer Museen füllen.
Moderiert wird die Veranstaltung von Prof. Dr. Hans Peter Hahn, stellvertretender Sprecher des Graduiertenkollegs „Wert und Äquivalent“, das im Wintersemester im Rahmen der Deutsche Bank-Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ diese Reihe organisiert. Die Veranstaltungsreihe wurde von Ethnologen und Archäologen des Graduiertenkollegs „Wert und Äquivalent“ gemeinsam konzipiert und organisiert; 26 Doktoranden aus verschiedenen Ländern werden in diesem Kolleg betreut. Die Reihe, in der im Februar (7.2.) noch ein weiterer Vortrag von Prof. Dr. Hans-Jörg Rheinberger über „epistemische Dinge“ geplant ist, geht den überraschenden Zusammenhängen nach, die sich aus dem „Eigensinn der Dinge“ ergeben. Die Vorträge zeigen, wie wenig die bislang vorgestellten Ordnungen der Dinge ausreichend sind, um die Welt des Materiellen zu verstehen. Der Eigensinn der Dinge wird dabei sowohl als Phänomen einzelner herausragender Objekte wie auch als Frage des Verstehens materieller Kultur insgesamt und damit nach der „conditio humana“ behandelt.
Informationen: Prof. Dr. Hans Peter Hahn, Institut für Ethnologie, Prof. Dr. Hans-Markus von Kaenel, Institut für Archäologische Wissenschaften, Campus Westend, 069-798 32293, value@em.uni-frankfurt.de, www.value-and-equivalence.de
Forschung
Heisenberg-Stipendiat Thorsten Maier schlägt die Brücke vom Labor zur Klinik
FRANKFURT. Entzündungen treten im Körper nicht nur auf, wenn die weißen Blutkörperchen Krankheitserreger bekämpfen, sondern auch bei zahlreichen Erkrankungen der inneren Organe, die nicht durch Infektionen zustande gekommen sind. Betroffen sind die Atemwege, so beim Asthma bronchiale, sowie das Herz- und Gefäßsystem. Aber auch bei Tumoren, Multipler Sklerose oder Alzheimer lassen sich entzündliche Prozesse nachweisen. Könnte man diese spezifisch hemmen, ließen sich wirksame und nebenwirkungsärmere Therapien entwickeln. Das ist das Ziel des neuen Heisenberg-Stipendiaten Dr. Thorsten Jürgen Maier. Die begehrte Auszeichnung der Deutschen Forschungsgemeinschaft bereitet herausragende Nachwuchswissenschaftler auf eine Professur vor.
Als Biochemiker und angehender Mediziner hat Maier den Anwendungsbezug seiner Forschung immer im Blick. Mit seiner Forschung schlägt er die Brücke von der Untersuchung der molekularen Bausteine im Labor zu den größeren Zusammenhängen, bis er beim Krankheitsgeschehen im Patienten angelangt ist. Phantasie ist dabei wichtig; bei der Suche nach neuen Strukturen hilft es oft, wenn er sie sich erst einmal vorstellt. Aber das ist nur möglich, weil er die Zielstruktur, auf die er sich spezialisiert hat, mit schlafwandlerischer Sicherheit kennt. Sie heißt 5-Lipoxygenase (5-LO) und spielt bei Entzündungsreaktionen eine zentrale Rolle.
„Bisher gibt es leider keine zugelassenen Wirkstoffe, mit denen man dieses Enzym in Patienten effektiv und nebenwirkungsarm hemmen kann, obwohl das ein bedeutender neuer Therapieansatz bei zahlreichen Erkrankungen sein könnte“, erklärt der 37jährige, „aber es war klar, dass es in der Natur wahrscheinlich einen körpereigenen Hemmstoff geben muss, der Entzündungen örtlich und zeitlich begrenzt “. In Zusammenarbeit mit dem Vascular Research Centre um Prof. Ingrid Fleming hat Maier einen solchen körpereigenen anti-entzündlichen Mechanismus mit seiner Arbeitsgruppe entschlüsselt. Eine pharmakologisch verwertbare Verbindung zur Hemmung der 5-LO hat er daraus bereits ableiten können. Sie hat sich bei der Sepsis, einer generalisierten und lebensbedrohlichen Entzündung, im Mausmodell, als hoch wirksam erwiesen und ist bereits zum Patent angemeldet. Nun will Maier den Wirkstoff noch durch chemische Modifikation verbessern und ihn auch in Tiermodellen für Tumore und Asthma bronchiale testen.
Ein zweiter Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Entwicklung neuer Therapiekonzepte zur Behandlung der akuten myeloischen Leukämie. Kürzlich entdeckte seine Gruppe, dass die 5-LO auch bei der ausufernden Vermehrung unreifer weißer Blutkörperchen eine bedeutende Rolle spielt. Hier arbeitet Maier eng mit Privatdozent Dr. Martin Ruthardt in der Universitätsklinik Frankfurt zusammen, um den Einfluss des Enzyms in leukämischen Blutstammzellen näher zu erforschen und dann Wirkstoffe zu entwickeln, die die 5-LO in Leukämie-Patienten hemmen. Eine solche relativ nebenwirkungsarme Therapie könnte eingesetzt werden, um den häufigen und oft tödlichen Rückfällen vorzubeugen.
Download: Ein Bild von Thorsten Maier finden Sie hier.
Informationen: Dr. Thorsten Jürgen Maier, Institut für Pharmazeutische Chemie, Campus Riedberg, Tel: (069) 798-29341; Maier@pharmchem.uni-frankfurt.de.
Veranstaltungen
Frankfurter Bürger-Universität fragt nach der Aufgabe von Wissenschaft und Forschung in Zeiten der Krise
FRANKFURT. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte? hat sich zum kritischen Diskussionsforum über die Folgen der weltweiten Finanzkrise entwickelt. Experten und zahlreiche Bürger – bis zu 500 pro Veranstaltung – nutzen die Möglichkeit zum offenen Gespräch mit namhaften Experten. Die Goethe-Universität möchte dabei aber nicht nur Veranstalter dieser erfolgreichen Reihe sein, sondern nun auch auf ihre eigene Forschung einen kritischen Blick werfen.
Konkret wird es am 14. Januar 2013. „Wissenschaft als Krisenhelfer – Muss Forschung Politik und Öffentlichkeit mehr Orientierung geben?“, so lautet der Titel der ersten Veranstaltung der Bürgeruniversität im neuen Jahr. Schon länger halten Politik und Medien beispielsweise den Wirtschaftswissenschaftlern vor, in der Finanzkrise entweder wenig präsent gewesen oder mit widersprüchlichen Meinungen hervorgetreten zu sein. Wie gehen Wissenschaftler mit diesem Vorwurf um? Und welchen Anteil haben die Ökonomen selbst an der Entstehung der Krise? Brauchen wir neue Formen einer interdisziplinären Kooperation zwischen den Wissenschaften, um künftig bessere Lösungsansätze zu erhalten? Diskutiert werden soll bei dieser Gelegenheit auch die grundsätzliche Frage, wie viel Orientierung Universitäten und Forschungseinrichtungen Politik und Gesellschaft überhaupt geben können und müssen. Dabei ist die Frage interessant, ob und inwieweit die Öffentlichkeit überhaupt noch auf die Hilfe der Wissenschaften wartet und hofft.
Zwei renommierte Wissenschaftler aus Ökonomie und Soziologie stellen sich am 14. Januar diesen Fragen und versuchen diese zusammen mit dem ehemaligen Finanzminister des Landes Hessen, Karlheinz Weimar, zu beantworten: Prof. Andreas Hackethal, Wirtschaftswissenschaftler, Bankenexperte, Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität und u.a. Sachverständiger beim Bundesministerium für Finanzen sowie der Soziologe und Bildungsforscher Prof. Tilman Allert.
Wissenschaft als Krisenhelfer – Muss Forschung Politik und Öffentlichkeit mehr Orientierung geben?
Moderation: Sascha Zoske, Redakteur der Frankfurter Allgemeine Zeitung.
Sonstige
Neues Frankfurter Inter-Zentren-Programm zu neuen afrikanisch-asiatischen Interaktionen
FRANKFURT. Das interdisziplinäre Frankfurter Verbundprojekt „AFRASO – Afrikas Asiatische Optionen“ untersucht voraussichtlich ab 1. Februar 2013 die neuen Beziehungen zwischen beiden Kontinenten in vergleichender und transregionaler Perspektive. Mit einer Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Höhe von ca. 3,9 Millionen Euro organisieren die beiden an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main angesiedelten Regionalforschungszentren ZIAF (Zentrum für Interdisziplinäre Afrikaforschung) und IZO (Interdisziplinäres Zentrum für Ostasienstudien) ein zunächst auf vier Jahre angelegtes Forschungsprogramm, an dem rund 40 Wissenschaftler der Goethe-Universität beteiligt sind. Die fachliche Vielfalt von 11 Disziplinen aus 6 Fachbereichen macht den besonderen Reiz des Projektes aus, das von den beiden derzeitigen Zentrumsdirektoren , Prof. Dr. Frank Schulze-Engler (ZIAF) und Prof. Dr. Arndt Graf (IZO), gemeinsam geleitet wird.
In vier thematischen Schwerpunkten wird im Verbundprojekt AFRASO zum Beispiel den folgenden spannenden Fragen nachgegangen: Welche Migrationserfahrungen machen Afrikaner/Asiaten im jeweiligen fremden Kontext? Wie hat sich der Handel zwischen den Kontinenten verändert und welche neuen Netzwerke sind dadurch entstanden? Welche Diskurse entwickeln sich über die Aktivitäten von Asiaten in Afrika und von Afrikanern in Asien, und wie prägen diese Diskurse die Kommunikation im Cyberspace? Welchen Einfluss auf die Beziehungen von Staaten und Menschen haben Programme der kulturellen Zusammenarbeit, insbesondere in den Bereichen Kunst, Bildung und Spracherwerb? Welche Imaginationen des Indischen Ozeans als neuer transregionaler Großregion finden sich in der aktuellen Filmproduktion und Literatur Afrikas und Asiens?
Zum Hintergrund: Im vergangenen Jahrzehnt ist das zunehmend starke Engagement Chinas in Afrika in das Blickfeld von Öffentlichkeit und Wissenschaft geraten. Mittlerweile wird jedoch klar, dass die neuen chinesisch-afrikanischen Beziehungen in bestimmten Bereichen zwar besonders ausgeprägt, aber nicht einzigartig sind. Auch andere wirtschaftlich dynamische Länder Asiens, wie etwa Japan, Indien, Malaysia oder Südkorea, sind zunehmend in verschiedenen Ländern Afrikas aktiv. Umgekehrt machen sich auch Afrikaner auf den Weg nach Asien: Eine große Zahl afrikanischer Händler, Unternehmer und Studenten hat sich bereits in Asien niedergelassen und verändert damit auch die dortigen Gesellschaften. Die neuen wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Kontakte eröffnen Afrika Möglichkeiten, die kolonial geprägten Muster in seinen internationalen Beziehungen zu verändern und aus einer Vielzahl neuer Handlungsoptionen auszuwählen – jenseits von Europa und den USA.
Durch die Kooperation von ZIAF, IZO und anderen regional arbeitenden Wissenschaftlern der Goethe-Universität bietet sich eine in Deutschland einmalige Möglichkeit, auf der Grundlage umfangreicher empirischer Fallstudien gewonnene neue Erkenntnisse zur aktuellen Dynamik afrikanisch-asiatischer Interaktionen zu bündeln – und dadurch einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Debatte um die Relevanz und Kritik von Regionalstudien in Deutschland zu leisten.
Der Öffentlichkeit werden die Resultate des Forschungsprogramms in Publikationen, Einzelveranstaltungen und Vortragsreihen näher gebracht. Die kommende Projekt-Homepage www.afraso.com / www.afraso.org stellt nicht nur Programm und Projekte vor, sondern wird mit einem eigenen E-Learning-Modul auch Bildungsangebote für Lehrer und Schüler bereitstellen. Drei internationale Großkonferenzen in Malaysia (2014), Südafrika (2015) und Frankfurt (2016) präsentieren die Forschungsarbeit von AFRASO einem internationalen Expertenkreis. Langfristig soll durch das Programm ein in Europa einmaliges Kompetenzzentrum zu afrikanisch-asiatischen Interaktionen etabliert werden, dessen Wissen auch für Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit von hohem Interesse sein wird.
Weitere Informationen: Dr. Stefan Schmid, Geschäftsführer Zentrum für interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF), Goethe-Universität, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel. (069) 79832097, www.ziaf.de