Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Forschung

Feb 10 2015
16:17

Deutsch-Amerikanisches Forscherteam findet im Mausmodell neurophysiologische Erklärung für kognitive und emotionale Symptome

Schizophrenie: Aktivität der Dopamin-Neuronen gestört

FRANKFURT. Schizophrenie ist nicht nur mit Halluzinationen und Wahnvorstellungen verbunden, sondern auch mit kognitiven Defiziten und Störungen des emotionalen Antriebs. Die Ursache dafür ist bisher nicht gut genug verstanden, um eine medikamentöse Therapie zu entwickeln. In der aktuellen Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) berichtet ein deutsch-amerikanisches Forscherteam unter Beteiligung der Goethe-Universität, dass im Mausmodell diejenigen Dopamin Neuronen, die für emotionale und kognitive Verarbeitung relevant sind, eine veränderte Aktivität aufweisen.

Schizophrenie ist eine schwere und unheilbare psychiatrische Erkrankung, die etwa ein Prozent der Weltbevölkerung betrifft. Während die damit verbundenen akuten Psychosen seit einigen Jahrzehnten erfolgreich mit Psychopharmaka (Neuroleptika) behandelt werden, können  kognitive Defizite und Störungen des emotionalen Antriebs derzeit in nur sehr geringem Umfang gelindert werden. Dies ist ein besonders großes Problem, da die langfristige Prognose eines Patienten vor allem durch diese Negativsymtomatik bestimmt wird. So hat sich in den letzten Jahrzehnten neben der reduzierten Lebensqualität auch die im Mittel um 25 Jahre eingeschränkte Lebensdauer bei Schizophrenie-Patienten kaum verändert.

„Um neue Therapiestrategien zu entwickeln, brauchen wir ein verbessertes neurobiologisches Verständnis der Negativsymptomatik der Schizophrenie“ erklärt Prof. Roeper vom Institut für Physiologie II der Goethe-Universität. Einen ersten wichtigen Schritt in diese Richtung machten vor einigen Jahren seine amerikanischen Kollegen Prof. Eleanor Simpson und Prof. Eric Kandel an der Columbia University in New York: Sie konnten durch genetische Veränderungen in Mäusen typische Anzeichen von kognitiven und emotionalen Negativsymptomen hervorrufen, die auch bei Schizophrenie-Patienten auftreten. Mit diesem genetisch reversiblen Schizophrenie-Modell konnten die Forscher für Schizophrenie typische Störungen zum Beispiel im Arbeitsgedächtnis der Tiere nachweisen sowie entsprechende neurochemische Veränderungen im Dopaminhaushalt des präfrontalen Cortex im Gehirn. Die zu Grunde liegenden neurophysiologischen Störungen von Dopamin Neuronen blieben allerdings ungeklärt.

Gemeinsam haben nun Prof. Eleanor Simpson und Prof. Jochen Roeper in Zusammenarbeit mit der Mathematikerin Prof. Gaby Schneider von der Goethe Universität und der Physiologin Prof. Birgit Liss von der Universität Ulm nach den neurophysiologischen Störungen gesucht. Mit Einzelzellableitungen von dopaminergen Neuronen im intakten Gehirn der Mäuse konnten sie zeigen, dass die für emotionale und kognitive Verarbeitung zuständigen dopaminergen Neuronen in ihrer elektrischen Aktivität veränderte Muster und Frequenzen aufweisen. Dagegen waren benachbarte Dopamin Neuronen, die vor allem für motorische Aktivität relevant sind, bei nicht betroffen.

Die Forscher konnten zusätzlich zeigen, dass – analog zu den anhaltenden kognitiven Leistungsschwächen – die veränderten pathologischen Entladungsmuster auch anhalten, wenn man die Schizophrenie auslösenden Gene in erwachsenen Mäusen abschaltet. „Das deutet darauf hin, dass es bei der Schizophrenie eine typische frühe kritische Phase während der Krankheitsentwicklung gibt“, so Roeper. Zurzeit untersuchen er und seine Kollegen, wie die neuronale Aktivität von Dopamin-Neuronen sich während der Arbeitsgedächtnis-Aufgaben verändert. „Unsere Arbeiten zeigen nun auch auf zellulärer Ebene, welche Störungen bei dem für die Schizophrenie so zentralen Dopamin-System vorliegen“, fasst Jochen Roeper die Bedeutung der Forschungsarbeit zusammen.

Publikation: Krabbe et al.: Increased dopamine D2 receptor activity in the striatum alters the firing pattern of dopamine neurons in the ventral tegmental area, in PNAS 9.2.2015, www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1500450112

Informationen: Prof. Jochen Roeper, Institut für Neurophysiologie, Campus Niederrad, Tel.: (069)6301-84091, roeper@em.uni-frankfurt.de

Forschung

Feb 10 2015
16:15

Deutscher Wetterdienst fördert neue Professur an der Goethe-Universität mit 1,2 Millionen Euro

Wettervorhersagen: Vorgänge in der atmosphärischen Grenzschicht besser verstehen

FRANKFURT. Gewitter, Wind, Nebel, extreme Regenfälle – alle diese Wettereignisse brauen sich auch in der bodennahen Luftschicht der Erdatmosphäre zusammen. Die Prozesse in dieser Schicht sind mit meteorologischen Modellen immer noch schwer zu erfassen. Um die Vorhersagen zu verbessern, fördert der Deutsche Wetterdienst in den kommenden vier Jahren eine neue Professur für Grenzschichtmeteorologie an der Goethe-Universität mit 1,2 Millionen Euro.

Die bis zu tausend Meter dicke atmosphärische Grenzschicht kann so hoch werden wie der große Feldberg im Taunus. Hier findet der Feuchtigkeitsaustausch zwischen Boden und Luft statt, wird Wolkenbildung ausgelöst, die wiederum die Sonneneinstrahlung beeinflusst. Die verbesserte Beschreibung der Grenzschicht in der numerischen Wettervorhersage, insbesondere in den entsprechenden Modellen des Deutschen Wetterdienstes, verspricht eine zuverlässigere Vorhersage von extremen Wetterereignissen wie starkem Regen. Ebenso könnte sie exaktere Vorhersagen zu bodennahem Wind und zur Sonneneinstrahlung für die Windparks und Solaranlagen liefern.

„Eine exakte Wettervorhersage ist ohne eine gute Beschreibung der atmosphärischen Grenzschicht nicht möglich“, erklärt Prof. Ulrich Achatz vom Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität. Schwierig zu beschreiben ist sie insbesondere in der Nacht. Tagsüber wird der Erdboden durch die solare Einstrahlung erwärmt. Der dadurch bedingte Temperaturabfall vom Boden bis in größere atmosphärische Höhen begünstigt die Ausbildung vergleichsweise gut beschreibbarer Turbulenzen. In der Nacht sinken die Temperaturen in Bodennähe; die Grenzschicht stabilisiert sich, und erfährt eine komplexe Wechselwirkung zwischen Turbulenz und atmosphärischen Wellen. Diese wird in den derzeit verwendeten Wettervorhersage-Programmen nur unzureichend berücksichtigt.

Gefördert werden die Professur sowie die Stellen eines Post-Doktoranden und zweier Doktoranden vom Hans Ertel Zentrum des Deutschen Wetterdienstes (DWD), das für die Dauer der Förderung auch einen eigenen Mitarbeiter zur Arbeit an der Universität abstellt. Mit diesem Programm, das 2015 in die zweite Förderphase geht, etabliert der DWD Forschungskooperationen mit deutschen Universitäten zu Themen, die für seine Arbeit relevant sind. An der Goethe-Universität wird das neue Forschungsfeld der Grenzschichtmeteorologie in die Lehre für den Bachelor- und Masterstudiengang Meteorologie integriert.

Informationen: Prof. Ulrich Achatz, Institut für Atmosphäre und Umwelt, Tel.: (069) 798- 40243, achatz@iau.uni-frankfurt.de

Forschung

Feb 9 2015
16:12

Ein Projekt von Kunststudierenden der Goethe-Universität

Kunstauktionshaus ARTemis GmbH lädt zu fiktiver Versteigerung ein

FRANKFURT. Das von Kunststudierenden gegründete Kunstauktionshaus ARTemis GmbH lädt am Donnerstag, den 12. Februar 2015, zu einer fiktiven Versteigerung ein. Gemälde, Skulpturen sowie Fotografien der klassischen Moderne und Gegenwartskunst  kommen an dem Abend unter den Hammer. Auch einige Frankfurter Künstler werden anwesend sein und vor Ort einzelne ihrer Werke ausstellen: Willi Bucher, Michelle Concepción, Alina Darmstadt, Marilena Faraci, Johannes Kriesche, Sarit Lichtenstein, Ulrike von der Osten, José Osto, Wiebke Struck, Karl H. Thiel und Dan Zhu. Es besteht die Möglichkeit, ausgewählte Arbeiten direkt vom Künstler zu erwerben.

Die fiktive Kunstauktion ist der Abschluss eines Projekts von Kunststudierenden, die an Dr. Benno Lehmanns Seminar „Einführung in den Kunstmarkt. Internationale und nationale Auktionshäuser als Intermediäre am Kunstmarkt“ teilgenommen haben. Nach der Gründung des fiktiven Auktionshauses ARTemis GmbH zu Beginn des Seminars bereiteten sich die Studierenden anschließend intensiv auf die Auktion vor. Neben betriebswirtschaftlichen Überlegungen und der Planung einer Marketing- und PR-Kampagne, mussten sie ebenso zahlreiche juristische und finanzielle Fragen klären. Hinzu kam die Frage, wie sich angemessene Preise für Kunstgegenstände finden lassen. Auf Grundlage dieser wurde ein Bestandskatalog der zu ersteigernden Werke und deren Preiseinschätzungen erstellt. Die Veranstaltung ist öffentlich. Jeder, der möchte, kann mitbieten. Medienvertreter sind ebenfalls sehr willkommen.

Fiktive Kunstauktion des Auktionshauses ARTemis GmbH, Festsaal über dem Café Koz, Mertonstraße 26 (Campus Bockenheim), Beginn der Versteigerung: 19:00 Uhr (Vorbesichtigung der Kunstwerke ab 18 Uhr)

Kontakt: Dr. Benno Lehmann, Kunstgeschichtliches Institut, Tel. (069) 798-28336, antikos@online.de

 

Forschung

Feb 9 2015
11:27

Aventis Foundation überträgt Rolf Sammet-Fonds an die Goethe-Universität

Eine Million Euro für Stiftungsprofessur in den Naturwissenschaften

FRANKFURT. Die Rolf Sammet-Gastprofessur, gestiftet von der Aventis Foundation, hat im Laufe ihres fast 30-jährigen Bestehens herausragende Forscher der Natur- und Lebenswissenschaften an die Goethe-Universität geführt. Seit Januar betreibt die Universität die Gastprofessur in Eigenregie und wird künftig mit einem eigenen Fondskuratorium über die jährliche Vergabe entscheiden. Die Aventis Foundation  hat dafür den neuen Rolf Sammet-Stiftungsfonds an der Goethe-Universität mit  einer Million Euro ausgestattet.

Mit der Übertragung möchte die Aventis Foundation eine weiterhin hochrangig besetzte, jährliche Rolf Sammet-Gastprofessur an der Hochschule dauerhaft sichern. Durch diese Zustiftung stärkt die Aventis Foundation gleichzeitig die Mittel der Stiftungsuniversität, die 2014 ihr 100-jähriges Bestehen feiern konnte.

Stiftungszweck ist die Weiterführung der Rolf Sammet-Gastprofessur: Jedes Jahr wird ein international renommierter Wissenschaftler auf dem Gebiet der Naturwissenschaften nach Frankfurt eingeladen, um sein Forschungsgebiet und seine aktuellen Arbeitsschwerpunkte in kompakter Form vorzustellen. Neben Vorlesungen, Seminar- und Laborbesuchen gehören dabei auch öffentliche Vorträge zum Programm.

Die ursprüngliche Rolf Sammet-Stiftungsgastprofessur, eine der ältesten an der Goethe-Universität, wurde 1985 von der Hoechst AG gegründet zu Ehren ihres langjährigen Vorstandsvorsitzenden, Prof. Rolf Sammet, der seit 1975 auch Honorarprofessor an der Goethe-Universität war. Fünf der insgesamt 35 Gastwissenschaftler waren bereits Nobelpreisträger, als sie die Einladung annahmen, fünf weiteren wurde der Nobelpreis in den folgenden Monaten oder Jahren zuerkannt.

Die Aventis Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Sie wurde 1996 als Hoechst Foundation gegründet und ist mit einem Stiftungskapital von 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt. 

Informationen: Prof. Michael Karas, Dekan Fachbereich Biochemie, Chemie und Pharmazie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29211, dekanatfb14@uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Feb 6 2015
14:57

Ausstellung im Fenster zur Stadt zeigt Bilder der Künstlerin Kristina Andres zu Daphne du Mauriers Roman „Ein Tropfen Zeit“

Thriller in Öl

FRANKFURT. Die britische Schriftstellerin Daphne du Maurier wurde vor allem mit ihren von Alfred Hitchcock verfilmten Thrillern „Die Vögel“ und „Rebecca“ bekannt. „Ein Tropfen Zeit“ stand lange Zeit etwas im Schatten dieser Bestseller, ist aber ein ebenso lesenswerter Roman über eine Droge, die dem Helden des Buches faszinierende Zeitreisen ermöglicht. Nun ist eine aufwändig illustrierte Version des Romans bei der Büchergilde Gutenberg erschienen. 24 Bilder hat die Künstlerin Kristina Andres dafür geschaffen. Drucke und Originale sind in einer Ausstellung der Reihe „Buchgestalten“ im Fenster zur Stadt zu sehen, die Wolfgang Schopf vom Universitätsarchiv der Goethe-Universität/Fachbereich Neuere Philologien kuratiert hat. Die Ausstellungsreihe „Buchgestalten“ hat die Büchergilde Gutenberg anlässlich ihres 90. Geburtstages ins Leben gerufen.

Ausstellung: „Daphne du Maurier – Ein Thriller in Öl“
10.- 27.02. 2015, Fenster zur Stadt (Restaurant Margarete), Braubachstr. 18-22. Interessierte sind herzlich zur Ausstellungseröffnung am 10. Februar um 19.30 Uhr  eingeladen. Kristina Andres wird an dem Abend anwesend sein und auch signieren.