Forschung
Deutschlandweite Umfragen zum Thema: vorurteilsmotivierte Gewalt gegen Gruppen
FRANKFURT. Das von der EU geförderte Forschungsprojekt „When Law and Hate Collide“ beschäftigt sich mit vorurteilsmotivierter Gewalt, sogenannten Hate Crimes. Ein Hate Crime bezeichnet jegliche Gewalttat, die sich gegen eine Person oder Eigentum wendet, aufgrund der wahrgenommenen Gruppenzugehörigkeit des Opfers. Die Motivation für die Gewalttat sind Vorurteile des Täters gegenüber dieser Gruppe. Die Gewalttat richtet sich somit nicht nur direkt gegen die Person, sondern gegen die Gruppe, als deren Stellvertreter die Person gesehen wird.
Das Forschungsteam besteht aus drei Partnern: die University of Central Lancashire, der University of Gothenburg und der Goethe Universität. Ziel des Projektes ist eine Empfehlung zur europaweiten Hate Crime Policy aus der juristischen, ethisch-philosophischen und psychologischen Perspektive zu geben, wobei die Universität Frankfurt den inhaltlichen Schwerpunkt auf letzteres setzt, insbesondere auf Fragen zu Präventionsmöglichkeiten sowie zu Opfer- und Täterperspektiven.
In diesem Rahmen haben Professor Michael Fingerle und Caroline Bonnes zwei deutschlandweite Umfragen zum Thema vorurteilsmotivierte Gewalt durchgeführt. Zum einen wurden Personen befragt, die innerhalb einer Organisation arbeiten, die sich gegen Diskriminierung und Gewalt einsetzten. Zum anderen wurden Personen, die unterschiedlichen „Gruppen“ angehören, die von vorurteilsmotivierter Gewalt betroffen sind oder betroffen sein könnten, zu ihrer Erfahrung mit Hate Crime und ihrer Meinung bezüglich eines Hate Crime Gesetzes in Deutschland befragt. Zu den Befragten gehörten u.a. Menschen mit Behinderung, mit unterschiedlicher sexueller Orientierung, mit Migrationshintergrund oder auch Angehöriger sogenannter Subkulturen, wie z.B. Gothics oder Punks.
Die Ergebnisse der Umfragen werden Ende Januar 2013 im Rahmen einer Projektabschlusskonferenz in Brüssel vorgestellt. Zu der Konferenz sind europaweit Experten aus Politik, Wissenschaft und Nichtregierungs-Organisationen eingeladen. Die Vorträge werden auf der Konferenz als Podcast aufgenommen und im Nachhinein der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Weitere Informationen
Projektwebsite: http://www.uclan.ac.uk/schools/lancashire_law_school/law_hate_collide.php; Hate Crime Umfrage: https://de.surveymonkey.com/s/HateCrimeSurvey
Veranstaltungen
Gegen den Mangel an Fachkräften: Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) entwickelt mit Partnern branchenspezifische Strategiekonzepte
FRANKFURT. Um den Bedarf an Fachkräften in kleinen und mittleren Unternehmen zu decken, reichen traditionelle Wege wie eine Ausbildung oft nicht mehr aus: Das aktuelle IAB-Betriebspanel Hessen zeigt, dass in Betrieben mit bis zu 250 Mitarbeitern, insbesondere aber in Kleinstbetrieben, circa 23 Prozent der qualifizierten Stellen unbesetzt bleibt. Das Frankfurter Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität veranstaltet am Donnerstag (31. Januar) eine Tagung, bei der es um innovative Strategiekonzepte in der Nachqualifizierung von un- und angelernten Beschäftigten geht.
Die Expertinnen des IWAK wollen die unterschiedlichen Fäden der aktuellen Fachdiskussion aufnehmen und branchenspezifische Aspekte gemeinsam mit Partnern aus der Praxis vorstellen, dazu gehören Akteure aus Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften, dem Bildungsbereich und der Arbeitsvermittlung. Die Geschäftsführerin des Instituts, Dr. Christa Larsen, erläutert: „Es wird immer entscheidender für die einzelnen Betriebe, angelernte Beschäftigte aus und in ihrem eigenen Haus nachzuqualifizieren. Dies erfordert ein Umdenken von allen Beteiligten.“ Betriebe, aber auch die ungelernten Beschäftigten, die zudem oft keinen Schulabschluss haben, müssen erst für die Möglichkeiten der Nachqualifizierung sensibilisiert werden.
Nachqualifizierung heißt konkret: Über arbeitsnahe Wege werden Qualifikationen vermittelt, die im Idealfall zu einer Externenprüfung bei den IHKn führen. Dies erfordert auf die Branchen zugeschnittene Weiterbildungsangebote, die so gestaltet sind, dass die angesprochene Klientel sie annimmt und die Betriebe einen direkten Nutzen erfahren. Bei der Tagung referieren zu diesen Feldern: Charlotte Venema, Leiterin Berufliche Bildung und betriebliche Personalpolitik, Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, zu „Unternehmen für Nachqualifizierung gewinnen“ und Birgit Groß, Leiterin des DGB-Bildungswerk Hessen zu „Betriebsräte als Motoren betrieblicher Nachqualifizierung“.
Aus den Vorgesprächen und ersten Erhebungen weiß die Soziologin Sophie Westenberger, wissenschaftliche Mitarbeiterin in diesem IWAK-Strategieprojekt „Branchenspezifische Nachqualifizierung un- und angelernter Beschäftigter in Kleinen und Mittleren Unternehmen in Hessen“: „Un- und Angelernte, die beispielsweise einem Produktionsbetrieb seit langer Zeit verbunden sind, haben teilweise ein mangelndes Qualitätsbewusstsein. Sie können durch gezielte und arbeitsplatznahe Schulungen in die Lage versetzt werden, weitergehende Aufgaben in der Produktion zu übernehmen.“ Und Miriam Sophie Wiesen, ebenfalls Soziologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt, das vom Hessischen Wirtschaftsministerium und Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union bis 2014 gefördert wird, ergänzt: „Und im Einzelhandel, in dem kundenorientierte Kommunikation den Schlüssel zum erfolgreichen Verkaufen darstellt, können Un- und Angelernte durch individuelle Verkaufstrainings aktiv zum Erfolg des Unternehmens beitragen.“
Studien zur betrieblichen Weiterbildung zeigen: Diese Beschäftigen kommen nur in circa 10 Prozent der Fälle in den Genuss einer Weiterbildung, was deutlich unter dem Durchschnitt liegt. „Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass Beschäftigte, die als Un- und Angelernte beschäftigt sind, weniger motiviert wären. Wir müssen vielmehr gemeinsam mit unseren Partnern aus dem Bildungsbereich die Betriebe direkt ansprechen – auch nach Branchen orientiert – damit diese Betriebe die vorhandenen Potenziale auch strategisch nutzen“, so Dr. Larsen.
In diese Phase steigt das Projektteam jetzt ein: So sollen passgenaue Lösungen mit den Betrieben entwickelt und erprobt werden, die diese in die Lage versetzen, ihren Bedarf an Fachkräften auch auf diese Weise aktiv decken zu können. Die Partner in den Projektbranchen sind: „Bildungszentrum des Hessischen Handels gGmbH“ im Einzelhandel, „Bildungswerk Spedition und Logistik e.V.“ und „triple innova GmbH“ in der Logistik, „Internationaler Bund e.V. Verbund Hessen“ im Hotel- und Gaststättengewerbe, „maxQ im bfw-Unternehmen für Bildung“ in der Gesundheits- und Pflegebranche sowie „MYPEGASUS GmbH“ und „TÜV Rheinland Akademie GmbH“ im Produzierenden Gewerbe.
Informationen: Dr. Christa Larsen, Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK), Campus Bockenheim, Tel.: (069) 798- 22152, C.Larsen@em.uni-frankfurt.de, Miriam Sophie Wiesen, Tel.: (069) 798- 25472, wiesen@soz.uni-frankfurt.de, und Sophie Westenberger , Tel.: (069) 798-28923, (westenberger@em.uni-frankfurt.de. Infos zum Projekt und zur Tagung im Internet: www.nachqualifizierung-hessen.de und www.iwak-frankfurt.de.
Veranstaltungen
Vortrag von Prof. Ute Frevert, Direktorin des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, im Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften
FRANKFURT. „Vergängliche Gefühle“ hat die Direktorin des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, Prof. Ute Frevert, ihren öffentlichen Vortrag genannt, den sie am 30. Januar im Rahmen der Mittwochskonferenz des Forschungszentrums für Historische Geisteswissenschaften an der Goethe-Universität hält. Beginn ist um 18 Uhr im IG-Farben-Haus, Raum 411, Campus Westend. Im Titel steckt auch Freverts zentrale These: Gefühle sind nicht nur per se vergänglich, sie sind es auch in der historischen Zeit.
Dies konkretisiert die Historikerin in ihrer Ankündigung: „Es gibt Gefühle – Beispiel: Ehre –, die uns fremd geworden sind, die aber unseren Groß- und Urgroßeltern noch vertraut waren. Umgekehrt finden heute Empfindungen großen Anklang – Beispiel: Empathie –, um die sich vormoderne Gesellschaften kaum scherten.“ Wie sich solche emotionalen Konjunkturen erklären lassen, darüber wird Ute Frevert in ihrem Vortrag sprechen. Voraussichtlich im März wird der Vortrag in erweiterter Form als Taschenbuch in der Reihe „Historische Geisteswissenschaften“ erscheinen.
Frevert, die seit 2008 Direktorin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin ist, widmet sich in ihrer Forschung der Geschichte der Gefühle aus unterschiedlichen Perspektiven. Im Zentrum stehen die Fragen: Haben Gefühle eine Geschichte? Und: Machen Gefühle Geschichte? In engem Gespräch mit Psychologen und Erziehungswissenschaftlern, aber auch mit Ethnologen, Soziologen, Literatur-, Kunst- und Musikwissenschaftlern erkunden Historiker die Gefühlsordnungen der Vergangenheit. Sie gehen davon aus, dass Gefühle – Empfindungen und ihr Ausdruck – kulturell geformt und sozial erlernt werden. Was jemand in einer bestimmten Situation oder gegenüber einer anderen Person und Sache fühlen oder zeigen darf und was nicht, ist gesellschaftlich normiert und damit historisch variabel.
Frevert nimmt mit ihrem Team verschiedene Gesellschaften in den Blick und untersucht sie auf ihre emotionalen Codes, Regime und Lexika. Zeitlich konzentriert sich die Analyse auf das 18., 19. und 20. Jahrhundert; räumlich geht es um eine Kontrastierung europäisch-westlicher und südasiatischer Gesellschaften. Ein weiteres Interesse richtet sich auf die Geschichtsmächtigkeit von Gefühlen. Gefühle, so die Annahme, motivieren Handlungen und steuern Entwicklungen. Sie sind und waren daher bevorzugter Gegenstand von Manipulation und Instrumentalisierung, in politischen und wirtschaftlichen Zusammenhängen ebenso wie im privaten und zivilgesellschaftlichen Bereich. An welche Gefühle wurde wann von wem mit welchem Ziel appelliert? Inwieweit trugen Gefühle zur Bildung und Auflösung sozialer Gruppen und Bewegungen bei? Solche (und andere) Fragen bestimmen einen Forschungsbereich, in dem es darum geht, ein zentrales Element menschlicher Entwicklung zu historisieren, d.h. in seiner Abhängigkeit von Zeit und Raum zu analysieren.
Informationen: Dr. Falk Müller, Forschungszentrum für Historische Geisteswissenschaften, Campus Westend, Tel: (069) 798-32411, falk.mueller@em.uni-frankfurt.de, www.fzhg.org
Veranstaltungen
Eine öffentliche Veranstaltung des Lektorats Niederländisch auf dem Campus Westend
FRANKFURT. Seitdem sein Roman „Das Haus an der Moschee“ vom Niederländischen ins Deutsche übersetzt wurde, ist der 1954 im Iran geborene Schriftsteller Kader Abdolah auch für das deutsche Publikum kein Unbekannter mehr. Er avancierte inzwischen zu einem der wichtigsten modernen niederländischen Schriftsteller, dessen Werke in viele Sprachen übersetzt wurde. Jetzt kommt Abdolah zu einer Lesung an die Goethe-Universität: Am Donnerstag (31. Januar) um 19 Uhr trägt er auf Niederländisch aus diesem bekannten Roman vor, die deutsche Übersetzung übernimmt der Frankfurter Literaturwissenschaftler Prof. Robert Seidel. Die Veranstaltung findet auf Initiative des Lektorats Niederländisch des Fachbereichs Neuere Philologien auf dem Campus Westend, IG-Farben-Haus, Eisenhowerraum (Raum 1.314) statt, der Eintritt ist frei.
Abdolah kam 1988 als politischer Flüchtling in die Niederlande, wo der damals 34-jährige Journalist, Publizist und Naturwissenschaftler die niederländische Sprache lernen musste. Der Reiz seiner Werke: Abdolah führt den westlichen Leser behutsam, poetisch und graziös in die Jahrtausende alte persische Kultur und Welt ein, so dass man lesend den Eindruck bekommt, in einer persischen Variante des Niederländischen diese unbekannte Welt zu entdecken.
So ist „Das Haus an der Moschee“ ein in Iran spielender sehr persönlicher Generationenroman. Nach seiner Lektüre glaubt der Leser den Übergang einer archaischen Gesellschaft zu den modernen Ausschweifungen unter dem Schah-Regime, zu der Revolution von Khomeini bis zu den heutigen Bestrebungen im Iran, besser zu verstehen. „Das Haus an der Moschee“, inzwischen in über 20 Sprachen übersetzt, wurde im Jahre 2007 von den Niederländern zum zweitbesten Buch der niederländischen Literatur überhaupt gekürt.
Bereits 1993 erschien seine erste Veröffentlichung auf Niederländisch: die Erzählungen „De adelaars“ (Die Adler). Und Abdolah bekam prompt den Preis für das beste Debüt des Jahres. Seitdem erschienen von ihm mindestens 16 neue Titel, die fast alle vom Publikum gut aufgenommen und oft preisgekrönt wurden.
Im Jahre 2000 erhielt Abdolah den Orden „Ritter in de Orde van de Nederlandse Leeuw“ für seine Verdienste nicht nur auf dem Gebiet der Literatur, sondern auch der Völkerverständigung. In dem Jahr erschien auch sein Buch „Spijkerschrift“, das drei Jahre später unter dem Titel „Die geheime Schrift” auch auf Deutsch vorlag. Im Jahre 2008 veröffentlichte er seine eigene gemäßigte literarische Übersetzung des Korans und ein Buch über Mohammed, das 2009 auf Deutsch unter dem Titel „Mohammad, der Prophet“ erschien.
Mit dieser Lesung schließt das Lektorat Niederländisch sein viel beachtetes Programm in diesem Wintersemester ab. Eine Fortsetzung im Sommersemester ist bereits in Planung.
Informationen: Laurette Artois, Institut für deutsche Literatur und ihre Didaktik, Lektorat Niederländisch, Campus Westend, Tel.: (069) 798 32851, artois@lingua.uni-frankfurt.de, www.uni-frankfurt.de/fb/fb10/IDLD/Niederlaendische_Sprache_Literatur_Kultur/index.html
Personalia/Preise
SZ-Redakteure Dr. Tanjev Schultz und Roland Preuß erhalten den Goethe-Medienpreis für wissenschafts- und hochschulpolitischen Journalismus 2012
FRANKFURT. Zwei Redakteure der Süddeutschen Zeitung erhalten den mit 5.000 Euro dotierten 1. Preis des Goethe-Medienpreises für wissenschafts- und hochschulpolitischen Journalismus 2012, der heute an der Goethe-Universität Frankfurt im Rahmen einer Festveranstaltung zusammen mit der FAZIT-Stiftung vergeben wird: Unter dem Titel „Verteidigungsfall“ hatten Dr. Tanjev Schultz und Roland Preuß am 16. Februar 2011 auf Basis umfassender Recherchen erstmals über den Verdacht berichtet, bei der Dissertation des damaligen Bundesverteidigungs-ministers Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg könnte es sich in wesentlichen Teilen um ein Plagiat handeln. Die Berichterstattung löste eine Welle öffentlicher Diskussionen aus, in deren Folge sich Guttenberg genötigt sah, sein Amt aufzugeben. Inzwischen wurde eine große Zahl weiterer prominenter Fälle bekannt. An deutschen Universitäten und Hochschulen wird seitdem intensiv über bessere Qualitätsstandards in Bezug auf die Handhabung von Promotionsverfahren diskutiert. Laudator Prof. Bernhard Kempen, Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, hob hervor, die beiden SZ-Autoren hätten
„mit dem Artikel ‘Verteidigungsfall‘ ein Stück investigativen Journalismus par excellence abgeliefert, man könnte auch lapidarer formulieren, ‘Enthüllungsjournalismus‘ at ist best. Das hat sowohl Zivilcourage als auch Durchsetzungsvermögen erfordert. Das Risiko der Auseinandersetzung mit dem damaligen Politstar Karl-Theodor zu Guttenberg, der Glamour in die deutsche Politik brachte und als veritabler Meister der politischen Inszenierung galt (…) haben Sie jedenfalls nicht gescheut. Nüchtern dokumentierten Sie beide in Ihrem Artikel ‘Verteidigungsfall‘ die Defizite in zu Guttenbergs Dissertation ‘Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU‘, die 2006 als Dissertation an der Universität Bayreuth eingereicht wurde (…)“.
Weitere Preisträgerinnen des Jahres 2012 sind die FAZ-Redakteurin Dr. Christina Hucklenbroich (2. Preis, 2.500 Euro) sowie Alexa Hennings vom Norddeutschen Rundfunk (3. Preis, 1.250 Euro). Hucklenbroich würdigte die Jury für eine Reportage zur Medizinerausbildung („Der Brotberuf der Begabten“). Darin schreibt die Journalistin, selbst ausgebildete Tierärztin, wie es der großen Zahl von 1,0-Abiturientinnen ergeht, die inzwischen in die Medizinstudiengänge strömen. Dabei beleuchtet sie die starke Zunahme von Bewerbungen um ein Medizinstudium in den letzten Jahren. Was steckt dahinter? Leistungswille? Oder möglicherweise ein verändertes Berufsbild. Hucklenbroich gelingt es in sprachlich hervorragender und zugleich analytischer Weise, diese neuen Motivationen an markanten Beispielen herauszuarbeiten. Dabei erweist sich, dass der Arztberuf offenbar immer mehr zu einem „Brotberuf“ geworden ist – ein Beruf, den viele vor allem deshalb wählen, weil sie sich davon langfristige materielle Sicherheit versprechen. Der Beitrag war am 4. Mai 2011 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen.
Die dritte Preisträgerin, Alexa Hennings, erhält den Goethe-Medienpreis für ihr 30-Minuten-Radio-Feature: „Das Forum. Von Güstrow in die Welt – junge ostdeutsche Elite in Oxford und Cambridge“, das am 9. April 2012 im Norddeutschen Rundfunk ausgestrahlt wurde. Im Kern geht es darum, wie sich Studierende aus den Neuen Bundesländern, die sich an britischen Elite-Universitäten eingeschrieben haben, gegen die Westkonkurrenz behaupten. Das Feature ist schwungvoll komponiert und vermittelt originelle Beobachtungen aus dem aktuellen Ost-West-Verhältnis.
Der Goethe-Medienpreis wurde im Jahr 2008 zum ersten Mal verliehen und ist der erste seiner Art im deutschsprachigen Raum. Er unterteilt sich in drei Einzelpreise: Der erste ist mit 5.000 Euro dotiert, der zweite mit 2.500 und der dritte mit 1.250. Die Goethe-Universität schreibt diesen unabhängigen Journalistenpreis im Abstand von zwei Jahren zusammen mit der FAZIT-Stiftung aus. Die nächste Ausschreibungsrunde beginnt im April 2014.
Bewertet wurden die Arbeiten von einer hochrangig besetzten Jury aus Medien- und Wissenschaftsvertretern, der angehören:
Weitere Hintergründe und Informationen zu den Preisträgerinnen und Preisträgern finden Sie unter http://goethe-medienpreis.uni-frankfurt.de/