Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Forschung

Jun 23 2017
11:01

In der aktuellen Ausgabe von Forschung Frankfurt erklären zwei Physiker, warum man den Zeitpfeil nicht umkehren kann

Sind Zeitreisen physikalisch möglich?

FRANKFURT. Viele grundlegende physikalische Gesetze sind auch gültig, wenn die Zeit rückwärts läuft. Dennoch hat der Zeitpfeil eine eindeutige Richtung, wie der Physik-Didaktiker Prof. Roger Erb erklärt. Das hängt damit zusammen, dass Unordnung viel wahrscheinlicher ist als Ordnung. Aber es gibt auch noch andere Gründe dafür, dass Zeitreisen physikalisch nicht möglich sind. Darüber schreibt der Physiker und Wissenschaftskommunikator Sascha Vogel in seinem Beitrag über Physik in Hollywood am Beispiel des Films „Zurück in die Zukunft“. Physikalisch realistischer ist dagegen die Verlangsamung der Zeit in der Nähe eines schwarzen Lochs in dem Film „Interstellar“.

Filmt man den Stoß zweier Billardkugeln, so kann man den Film rückwärts abspielen, ohne dass dies auffällt. Dagegen laufen viele natürliche Vorgänge in nur einer Richtung ab. Ein Film vom Abbrennen einer Kerze, rückwärts vorgeführt, würde niemanden überlisten. Solche Prozesse nennen Physiker irreversibel und beschreiben sie mit einer besonderen Größe, der Entropie.

Als Beispiel hierfür führt Prof. Roger Erb ein Experiment mit einem Wasser gefüllten Gefäß an, das durch eine herausnehmbare Wand unterteilt ist. Auf der einen Seite ist das Wasser mit Farbe verrührt. Wird die Trennwand herausgezogen, so mischen sich die beiden Wassermengen, und die Farbe verteilt sich nach einiger Zeit gleichmäßig in beiden Hälften. Für jedes Farbstoffteilchen ist dann die Wahrscheinlichkeit, in der linken oder rechten Hälfte zu sein, gleich groß. Es wird sich jedoch (praktisch) nie mehr der Zustand einstellen, dass alle Farbteilchen in nur einer Hälfte versammelt sind.

Wenn ein System von einem Zustand mit wenigen Realisierungsmöglichkeiten und damit geringer Wahrscheinlichkeit in einen mit vielen Möglichkeiten und damit größerer Wahrscheinlichkeit übergeht, dann wächst die Entropie. Das ist bei den allermeisten natürlich ablaufenden Prozessen der Fall. Vereinfacht sagt man daher auch, dass in einem (geschlossenen) System die Unordnung niemals abnehmen kann und meistens zunimmt.

Warum Marty McFly nicht zurück in die Zukunft kann

Aber nicht nur das Gesetz, das eine Abnahme der Entropie verbietet, macht Zeitreisen unmöglich. Der Theoretiker und Wissenschaftskommunikator Dr. Sascha Vogel führt in seinem Beitrag über die „Physik der Zeitreise“ an, dass es durchaus physikalische Prozesse gibt, die nicht gleich ablaufen, wenn man die Zeitrichtung umkehrt. „Hier könnte man allerdings mutig sagen, dass wir dies erstmal ignorieren. Wir bauen unsere Zeitmaschine und hoffen, dass der Rest schon schiefgeht“, so Vogel.

Doch müsste man in Filmen wie „Zurück in die Zukunft“ noch an anderer Stelle aufpassen: „Wie schaffen wir es eigentlich, dass die Zeit überall zurückgedreht wird außer in der Zeitmaschine (bzw. dem DeLorean) von Doc Brown selbst?“ Denn ein biologisches System wie den Menschen kann man nicht in der Zeit zurückdrehen, und selbst wenn es so wäre, würden Marty und Doc Brown irgendwann als Säuglinge aus dem Auto krabbeln.

Physikalisch interessanter ist der Film „Interstellar“, in dem Menschen mit einem Raumschiff durch ein Wurmloch in eine andere Galaxie reisen. In deren Mitte befindet sich ein riesiges Schwarzes Loch mit einer Masse von mehreren Millionen Sonnenmassen. Auf den Planeten, die das Schwarze Loch umkreisen, läuft die Zeit deutlich langsamer ab als auf dem weit entfernten Raumschiff. Das ist physikalisch realistisch, denn in der Nähe großer Massen vergeht die Zeit tatsächlich langsamer. Dies ist eine der Folgen der allgemeinen Relativitätstheorie und ist experimentell bestätigt.

Übrigens kommt in dem Film das Bild eines Schwarzen Lochs vor, das physikalisch vollkommen korrekt berechnet wurde. Die wissenschaftlichen Berater haben dabei sogar neue Erkenntnisse gewonnen. „Da sag noch einer, Hollywood-Filme seien unnütz!“, folgert Sascha Vogel.

Information: Prof. Dr. Roger Erb, Institut für Didaktik der Physik, Fachbereich 13, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-46458, roger.erb@physik.uni-frankfurt.de
Dr. Sascha Vogel, Frankfurt Institute for Advanced Studies, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47048, svogel@fias.uni-frankfurt.de.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (1/2017) können Journalisten kostenlos bestellen: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Internet steht sie unter: www.forschung-frankfurt.de/.

Veranstaltungen

Jun 23 2017
10:57

Vortrag von Prof. Susanne Komfort-Hein am 28. Juni im Museum Giersch

Tabula rasa-Treibhaus-Tradition. Die 50er Jahre, literarisch

FRANKFURT. Passend zu der Ausstellung „Ersehnte Freiheit. Abstraktion in den 1950er Jahren“ wirft ein Vortrag der Literaturwissenschaftlerin Susanne Komfort-Hein von der Goethe-Universität Schlaglichter auf ein enorm vielfältiges und produktives literarisches Feld der frühen Bundesrepublik. Traditionalistische Entwürfe finden sich ebenso wie experimentelle Konzepte zwischen den Künsten und Medien, die den (Wieder-) Anschluss an eine avantgardistische europäische Moderne suchen. Unter anderem wird es um die Gruppe 47 und um Konkrete Poesie gehen sowie, um einige Namen zu nennen, um Ingeborg Bachmann, Paul Celan, Günter Eich, Theodor W. Adorno, Peter Weiss, Wolfgang Koeppen.

Der Vortrag von Susanne Komfort-Hein, Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt, findet statt am

am Mittwoch, 28. Juni 2017,
um 19 Uhr
im Museum Giersch der Goethe-Universität,
Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

Der Vortrag ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Ersehnte Freiheit. Abstraktion in den 1950er Jahren“ (noch bis 9. Juli 2017) im Museum Giersch der Goethe-Universität. Mit 74 Arbeiten von 20 Künstlern und Künstlerinnen möchte die Ausstellung einen neuen Blick auf die Abstraktion jener Zeit werfen, die für Freiheit stand und dem Selbstverständnis der jungen Bundesrepublik entsprach. Nach der Diktatur des Nationalsozialismus, dem Zweiten Weltkrieg und der Isolation gelang mit ihr der Anschluss an die westliche Avantgarde.

Susanne Komfort-Hein hat Deutsche Philologie, Niederlandistik, Soziologie, Philosophie und Latein an der Universität Kiel studiert. Nach ihrer Promotion 1993 habilitierte sie sich im Jahr 2000 an Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Seit 2002 ist sie als Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Goethe Universität Frankfurt am Main tätig und hat die Geschäftsführung der Frankfurter Poetikvorlesungen inne. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Theorien und Methoden der Gegenwartsliteraturforschung, Literatur und Transnationalität, Poetiken des Exils, Literatur und Erinnerungskultur sowie Literatur und Politik.

Karten für 4 Euro gibt es an der Abendkasse. Ohne Anmeldung.

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/67044983

Informationen: Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/13821010, E-Mail: presse@museum-giersch.de

Sonstige

Jun 21 2017
10:54

Neueste Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Forschung Frankfurt thematisiert vielfältige Facetten der Zeit

Auf der Suche nach der gewonnenen und verlorenen Zeit

FRANKFURT. Wo bleibt sie nur die gewonnene Zeit, zumal sich doch heute viele Dinge mit weniger Aufwand und deutlich schneller erledigen lassen? In der soeben erschienen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Forschung Frankfurt (1/2017) sind die Autorinnen und Autoren den vielfältigen Facetten der Zeit nachgegangen.

Dabei beschäftigen sie sich unter anderem mit dem individuellen Zeitempfinden, das sich im Laufe des Lebens verändert, mit der nur vermeintlich gewonnenen Zeit durch die digitalen Medien oder durch das Aufschieben. Aber auch von der Macht der Dringlichkeiten und der Kunst des Abdankens handeln die Beiträge. Die naturwissenschaftlichen Artikel beleuchten zudem, ob Zeitreisen prinzipiell möglich sind und wie man das Ticken der biologische Uhr misst. In einem Gespräch mit dem technischen Leiter des Wissenschaftsgartens geht es um die Kunst des Wartenkönnens, wobei man die Natur dennoch manchmal austricksen kann.

Hier einige Highlights des Magazins:

  • „Die Macht der Dringlichkeiten“ ist der Titel eines Beitrags, die die Frankfurter Sozialpsychologin Prof. Vera King geschrieben hat. Sie hat in ihrer Forschung beobachtet: Wettbewerbsdruck und damit verbundene Beschleunigung verändern nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch den Familienalltag und die individuelle Lebensführung. Aber die Anpassung an die Macht der Dringlichkeiten wird nicht immer nur leidvoll erlebt.
  • Kämpften Arbeitnehmer in den 1950er Jahren noch für den freien Samstag und die 40-Stunden-Woche stehen heute ganz andere Probleme im Focus: 84 Prozent der Arbeitnehmer sind selbst in der Freizeit in Dauerbereitschaft. Flexible Arbeitszeiten und individuelle Arbeitszeitmodelle bringen zwar mehr Freiheit, führen aber auch zur Entgrenzung der Arbeit – häufig mit sozialen und gesundheitlichen Folgen. Über den Wandel der Arbeitszeit hat Ulrike Jaspers mit verschiedenen Frankfurter Wissenschaftler gesprochen.
  • Wenn das menschliche Leben der Vergänglichkeit unterworfen ist, wie kann der Mensch dann Glück erfahren? Der Literaturwissenschaftler Prof. Achim Geisenhanslüke schaut, wie Walter Benjamin und Marcel Proust diese Frage beantwortet haben. Für Benjamin offenbart sich Glück nur in kurzen Momenten als eine Erlösung von der linear fortschreitenden Zeit, und das geschieht in der Begegnung mit der Kunst. Der berühmte Autor des mehrbändigen Romans „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ sucht das Glück in der wiedergefundenen Zeit der Erinnerung – auch dies bleiben nach Proust Erfahrungen des Augenblicks.
  • Viele grundlegende physikalische Gesetze sind auch gültig, wenn die Zeit rückwärts läuft. Dennoch hat der Zeitpfeil eine eindeutige Richtung, wie der Physik-Didaktiker Prof. Roger Erb erklärt. Das hängt damit zusammen, dass Unordnung viel wahrscheinlicher ist als Ordnung. Aber es gibt auch noch andere Gründe dafür, dass Zeitreisen physikalisch nicht möglich sind. Darüber schreibt der Physiker und Wissenschaftskommunikator Sascha Vogel in seinem Beitrag über Physik in Hollywood am Beispiel der Filme „Zurück in die Zukunft“ und „Interstellar“.
  • Der Biologe Prof. Roland Prinzinger kann von jedem beliebigen Vogelei sagen, wann das Junge schlüpfen wird. Zwar dauert das bei Vögeln je nach Größe von 12 Tagen beim Zebrafink (Ei-Gewicht ca. 1,5 g) bis zu 50 Tagen beim Strauß (Ei-Gewicht bis zu 1 900 g). Aber in Stoffwechseleinheiten gemessen schlüpfen aber alle Jungen, nachdem sie rund 2 kJ/g Energie umgesetzt haben. Prinzinger misst deshalb das Ticken der biologischen Uhr in Stoffwechseleinheiten.
  • Schon im Altertum hatten Menschen das Bedürfnis, die Zeit zu erfassen. Im alten Ägypten teilten Sonnenuhren die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang in zwölf Stunden. So waren die Stunden im Winter kürzer als im Sommer. Heute sind moderne Atomuhren so genau, dass sie in zehn Milliarden Jahren nur maximal eine Sekunde falsch gehen. Über die zunehmende Präzision der Zeitmessung berichtet die Wissenschaftsjournalistin Dr. Stefanie Hense in ihrem Beitrag „Von der Sonnenuhr zur Atomuhr“.

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ (1/2017) kann kostenlos bestellt werden: ott@pvw.uni-frankfurt.de. Im Internet steht sie unter: www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Jun 21 2017
10:49

Öffentliche Auftaktveranstaltung des LOEWE-Schwerpunkts „Religiöse Positionierung“

Navid Kermani und Jan Assmann im Gespräch über „Religiöse Differenz in pluraler Gesellschaft“

FRANKFURT. Mit einer öffentlichen Veranstaltung in der Goethe-Universität startet der neue LOEWE-Schwerpunkt „Religiöse Positionierung: Modalitäten und Konstellationen in jüdischen, christlichen und islamischen Kontexten“ in der kommenden Woche offiziell seine Forschungsarbeit. Zwei prominente Persönlichkeiten konnten die Organisatoren für ein Gespräch über „Religion und religiöse Differenz in pluraler Gesellschaft“ an der Goethe-Universität gewinnen: Dr. Navid Kermani, deutsch-iranischer Schriftsteller und habilitierter Orientalist, und Prof. Dr. Jan Assmann, Ägyptologe und Kulturwissenschaftler, Emeritus der Universität Heidelberg. Es findet statt

am 28. Juni (Mittwoch) um 18.15 Uhr
im Hörsaalzentrum, HZ 1, Campus Westend.

Nach der Vorstellung des Forschungsschwerpunkts durch Prof. Dr. Christian Wiese, Sprecher des vom Land Hessen geförderten Forschungsverbunds und Inhaber der Martin-Buber-Professur für jüdische Religionsphilosophie, wird zunächst Isaak Dentler, Schauspiel Frankfurt, das Kapitel „Licht“‘ aus Kermanis Buch „Ungläubiges Staunen. Über das Christentum“ lesen. Das Gespräch zwischen Assmann und Kermani moderiert Prof. Dr. Joachim Valentin, Direktor des „Haus am Dom“ und Mitglied des Beirats im LOEWE-Schwerpunkt.

Kermani, der 2015 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, war schon mehrmals zu Gast an der Goethe-Universität, u.a. hielt er 2010 die viel beachtete Poetik-Vorlesung. Der Orientalist kritisiert einen mit der „kompletten Verdrängung des Religiösen“ einhergehenden „religiösen Analphabetismus“, der zu einer „grundlegenden Verarmung der Gesellschaft“ führe. Religiöse Toleranz und Religionsfreiheit benennt er als bedeutsame europäische Werte und fordert, im Sinne der Aufklärung, Achtung vor dem Glauben und der Weltanschauung anderer. Assmann, der sich insbesondere als Ägyptologe einen Namen gemacht hat, ist unter anderem durch Arbeiten zur Theorie des kulturellen Gedächtnisses hervorgetreten. Er hat mit seinen Reflexionen über die „mosaische Unterscheidung“ zwischen wahr und falsch wichtige Debatten über das Verhältnis von Monotheismus und Gewalt sowie über die Pluralismusfähigkeit der monotheistischen Religionen ausgelöst.

Der LOEWE-Schwerpunkt

„Aktuelle Debatten über die gesellschaftlichen und kulturellen Folgen der Zuwanderung von Geflüchteten zeigen, dass sich Einwanderungsgesellschaften künftig auf ein weit höheres Maß an religiös-kultureller Pluralisierung und dadurch ausgelösten Ängsten und Konflikten einstellen müssen“, so der Sprecher des Forschungsverbundes, Christian Wiese. Und hier setzen die Forscherinnen und Forscher mit ihrem interdisziplinären und interreligiösen Konzept an: Sie untersuchen den Umgang der großen monotheistischen Religionen – Judentum, Christentum und Islam – mit religiöser Vielfalt und Differenz in Vergangenheit und Gegenwart. Dazu noch einmal Wiese: „Während andere interreligiöse Pluralismus- oder Dialogkonzepte zum Teil auf eine konsensorientierte, harmonisierende Überwindung von Gegensätzen zielen, wählen wir eine andere Perspektive: Wir gehen davon aus, dass Religionen grundsätzlich positionell und somit konflikthaft, deshalb aber nicht zwangsläufig pluralismusunfähig sind, sondern Differenzen ernst nehmen und zu achten vermögen.“

Das Projekt wird vom Land Hessen mit einer Summe von knapp 4,5 Millionen Euro gefördert, der Förderzeitraum reicht von 2017 bis 2020. Federführende Institution ist die Goethe-Universität, sie kooperiert mit der Justus-Liebig-Universität Gießen. „Die Kooperation zwischen den beiden Universitäten in Frankfurt und Gießen leistet schon seit einigen Jahren einen innovativen Beitrag zu Fragen von Religion und Gesellschaft, religiöser Differenz und Interreligiösität sowie Migration und Integration. Darauf gilt es jetzt aufzubauen“, sagt Prof. Dr. Roderich Barth, Mitantragssteller aus Gießen und inzwischen Professor an der Universität Leipzig. Der Fachbereich Evangelische Theologie an der Goethe-Uni ist bereits mit dem Institut für Theologie an der Justus-Liebig-Universität eng verbunden; gemeinsam werden auch nichtkonfessionelle religionswissenschaftliche und –philosophische Studiengänge angeboten, die programmatisch auf die Thematik religiöser Vielfalt ausgerichtet sind. Ferner hat das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Land Hessen geförderte Zentrum für Islamische Studien Frankfurt/Gießen in den vergangenen Jahren eine führende Rolle im Bereich einer modernen islamisch-theologischen Wissenschaft eingenommen. Alle beteiligten Disziplinen, darunter auch die Jüdischen Studien und die beim Exzellenzcluster „Normative Orders“ angesiedelten Projekte, werden die Mitwirkung an dem Forschungsschwerpunkt auch dazu nutzen, um bestehende internationale Kooperationen auszubauen und neue zu initiieren.

Inzwischen haben – neben der Koordinatorin Dr. Nina Fischer – zehn Postdocs und sechs Promovierende aus Deutschland, Israel, Syrien und den USA ihre interdisziplinäre Arbeit an 13 Teilprojekten aus der Theologie, Religionswissenschaft, Ethnologie, Soziologie und Judaistik sowie den Islamischen Studien und den Erziehungswissenschaften aufgenommen. Sie werden nicht nur ihre Forschungsergebnisse publizieren, sondern darüber hinaus eine Vielzahl von Konferenzen und Workshops durchführen und insbesondere Veranstaltungen und Gesprächsforen zu gesellschaftlich aktuellen Themen mit anderen Bildungseinrichtungen in der Stadt Frankfurt und in der Region initiieren. Die Zusammenarbeit mit dem Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg ermöglicht es zudem, zeitweise Fellows aus dem In- und Ausland einzuladen, die das Themenspektrum des Forschungsschwerpunkts über die beteiligten Teilprojekte hinaus bereichern werden.

Information: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theorie, Campus Westend, Tel. (069) 798 33313; E-Mail: c.wiese@em.uni-frankfurt.de, und Dr. Nina Fischer, LOEWE-Schwerpunkt „Religiöse Positionierung“, Campus Bockenheim, Tel. (069) 798 33282; E-Mail: n.fischer@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Jun 21 2017
10:41

Die Frankfurter Bürger-Universität stellt die Biografie Manfred Krugs vor

Liebling Kreuzberg

FRANKFURT. Kaum eine Lebensgeschichte spiegelt die konfliktreiche Beziehung zwischen den beiden Landesteilen des Nachkriegsdeutschlands so anschaulich wieder wie die von Manfred Krug. Der im vergangenen Jahr gestorbene TV-Liebling begann seine Karriere in der ehemaligen DDR. Dort wurde Krug neben seinem Schauspielberuf auch als Jazz-Sänger zum Idol. Nachdem 1977 sein Ausreisewunsch in den Westen genehmigt wurde, setzte er sein Wirken in Berlin-Schöneberg fort. Zu einer seiner bekanntesten Rollen zählt die des Anwalts Robert Liebling in der Serie „Liebling Kreuzberg“. Der Vortrag

„Manfred Krug – Liebling Kreuzberg“, am Montag, 26. Juni 2017, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Frankfurt, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main

von Dr. Edo Reents in der Reihe „Wie wir wurden, wer wir sind“ widmet sich den biografischen Spuren eines Publikumslieblings, der besonders eng verwoben ist mit der deutsch-deutschen Geschichte. Reents ist Leiter des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Die Veranstaltungsreihe „Wie wir wurden, wer wir sind“ wird seit 2008 von Prof. Tilman Allert, Soziologe an der Goethe-Universität, kuratiert. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität im Sommersemester stellt an insgesamt sechs Abenden Lebensläufe berühmter Protagonisten deutscher Sozial- und Kulturgeschichte vor.

Folgende Biografie erwartet Sie zum Abschluss der Reihe im Sommersemester:

03. Juli 2017
Prof. Tilman Allert
Beate Uhse
Freiheit für die Liebe

Die Frankfurter Bürger-Universität ist ein Veranstaltungsformat, in dem Bürgerinnen und Bürger im Sommersemester „deutschen Biografien“ begegnen können und das im Wintersemester wechselnde Themen mit städtischem, gesellschaftsrelevantem Bezug aufgreift. Oft verlässt die Goethe-Uni mit ihren Hauptreihen den Campus und zieht an wechselnde Orte in der Stadt, um dort mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.buerger.uni-frankfurt.de