Veranstaltungen
Fachbereich Evangelische Theologie veranstaltet Vorlesung zur Erinnerung an einen der bedeutendsten Theologen des 20. Jahrhunderts
FRANKFURT. Für die Paul-Tillich-Lecture hat der Fachbereich Evangelische Theologie der Goethe-Universität in diesem Sommersemester Mark Lewis Taylor, Maxwell M. Upson-Professor of Theology and Culture am Princeton Theological Seminary, gewinnen können. Maxwell ist einer der prominentesten Tillich-Forscher weltweit und zugleich einer der profiliertesten US-amerikanischen Gegenwartsstimmen im Bereich der politischen Theologie. Das Thema des Vortrags lautet: „Socialism's Multitude: Tillich's The Socialist Decision. Resisting the U.S. Imperial". Die öffentliche Veranstaltung findet am Donnerstag (20.Juni) um 17 Uhr c.t. im Casino, Raum 1.801, auf dem Campus Westend statt.
Zum zweiten Mal organisiert der Fachbereich eine Paul-Tillich-Lecture. Sie wurde zur Erinnerung an einen der bedeutendsten deutschen protestantischen Theologen des 20. Jahrhunderts und Frankfurter Professor Paul Tillich (1929–1933) ins Leben gerufen wurde. Die Veranstaltung wird von den Freunden der Goethe-Universität sowie vom Graduierten-Kolleg „Theologie als Wissenschaft – Formierungsprozesse der Reflexivität von Glaubenstraditionen in historischer und systematischer Analyse" gefördert. Interessierte Bürger sind herzlich willkommen.
Informationen: Prof. Heiko Schulz, Fachbereich Evangelische Theologie, Campus Bockenheim, Tel. 069/798-32944, heiko.schulz@em.uni-frankfurt.de
Veranstaltungen
Fundzettel als Kunstwerke: Der Aktionskünstler Brandstifter zeigt zur Night of Science seine „Blow-ups“. 21. Juni, 18 Uhr, Campus Riedberg
FRANKFURT. Seit nunmehr neun Monaten läuft auf dem naturwissenschaftlichen Campus Riedberg der Goethe-Universität das partizipative Projekt "Asphaltbibliotheque Riedberg" des Aktionskünstlers Brandstifter aus Mainz. Dazu wurden insgesamt vier so genannte Fundzetteldepots in zwei Institutsgebäuden und einem Studentenwohnheim aufgestellt, in die die Studierenden und Mitarbeiter der Goethe-Universität Zettel, die sie auf dem Campus gefunden haben, einwerfen können. Die oftmals handschriftlich verfassten Notizen sind Einkaufszettel, Wegbeschreibungen, Vermisstenmeldungen, Verabredungen und vieles mehr. Vor einigen Tagen hat Brandstifter die Zettelsammlung gesichtet und die Fundzettel vergrößert. Diese werden als "Blow-ups" an dem großen Holzwürfel angebracht, der vor dem Otto-Stern-Zentrum steht. Die Fundzettel werden durch diesen performativen Akt zu Bestandteilen eines Kunstwerks, an dem alle Studierenden teilgenommen haben und teilnehmen können. Die Blow-ups spiegeln den studentischen Alltag und das Leben auf dem Campus wider.
Die Asphaltbibliotheque Riedberg ist eingebettet in die Veranstaltungsreihe des KunstRaum Riedberg. Seit vier Jahren finden auf Initiative des Vizepräsidenten Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz regelmäßig Kunst-Ausstellungen statt, die von Dr. Carsten Siebert kuratiert werden. Mit dem Aktionskünstler Brandstifter bezieht der KunstRaum Riedberg erstmals die breite Campusöffentlichkeit mit ein.
Der Künstler Brandstifter hat vor 15 Jahren das Projekt Asphaltbibliotheque begonnen. Als Asphaltbibliothekar hat er bereits in einigen Städten und Ländern seine Aktion durchgeführt, so in: Berlin, Mainz, New York, Partapur (Rajasthan) und Wien. Jüngst führte ihn seine Europa-Tour durch die Städte Paris, Brüssel, Düsseldorf, Hamburg, Berlin, Torun, Vilnius, Riga und Wien. Die auf dieser Tour gesammelten Fundzettel werden zum Abschluss im September in Brooklyn als Buch vorgestellt.
Am Eröffnungsabend, dem 21. Juni, stellt Asphaltbibliothekar Brandstifter im Austauschbüro am Würfel bei Abgabe von Fundzetteln Zertifikate aus.
Eröffnung der Asphaltbibliotheque Riedberg am Freitag, 21. Juni, ab 18 Uhr. Treffpunkt ist die Freifläche vor dem Otto-Stern-Zentrum in der Max-von-Laue-Straße am Campus Riedberg der Goethe-Universität.
Medienvertreter sind herzlich willkommen. Für Interviews steht der Künstler zur Verfügung. Im Anschluss an die Einweihung besteht die Möglichkeit, an einer Führung durch den KunstRaum Riedberg teilzunehmen.
Weitere Informationen zum Kunstraum Riedberg unter www.kunstraum.uni-frankfurt.de
Veranstaltungen
Nach dem Erfolg der Bürgeruniversität: Diskussionsabend für Bürgerinnen und Bürger mit Steve Keen und Alfons Weichenrieder
FRANKFURT. Ist die Politik des billigen Geldes die richtige Antwort auf die Staatsschuldenkrise oder überschreitet die EZB ihr Mandat? Welche Rolle sollen Banken in der Wirtschaft spielen? Inwieweit haben Ökonomen in der Finanzkrise versagt ohne Konsequenzen daraus zu ziehen? Wie viel Austerität vertragen die Demokratien Europas?
Zu diesen Themen diskutieren am 20. Juni, 18.30 – 20 Uhr, Ort: Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Hörsaalzentrum, Hörsaal HZ 4, Grüneburgplatz 1: Prof. Steve Keen (University of Western Sydney) und Prof. Alfons Weichenrieder (Goethe-Universität).
Die Veranstaltung richtet sich an die Bürgerinnen und Bürger im Rhein-Main Gebiet sowie an Studierende. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Steve Keen gilt vielen als einer der wenigen Ökonomen, die bereits 2005 vor dem Aufkommen einer Finanzkrise warnten. Mahner wie er und Robert Shiller fanden zu dieser Zeit nur wenig Gehör. Als Post-Keynsianer hat sich über viele Jahre lang als Kritiker des neoklassischen Paradigmas in der Ökonomie zu Wort gemeldet. Sein Buch „Debunking Economics“, das in mehreren Auflagen erschien, erfreut sich unter alternativen Ökonomen größter Beliebtheit.
Alfons Weichenrieder ist Finanzwissenschaftler mit Forschungsschwerpunkten im Bereich Besteuerung, Fiskalpolitik und Fiskalföderalismus. Weichenrieder votiert für ein Zurück zu mehr Eigenverantwortung für Nationalstaaten und Banken. Er ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen, Vizepräsident des International Institute of Public Finance und Herausgeber der weltweit ältesten Zeitschrift für Finanzwissenschaft, dem FinanzArchiv.
Großen Stellenwert dieser Veranstaltung, die in englischer Sprache stattfindet, hat die Einbeziehung des Publikums in die Diskussion.
Die Veranstaltung wird initiiert von der Studierendeninitiative Kritische Ökonomen und unterstützt vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität und Occupy Money. Sie ist öffentlich, eine Anmeldung nicht nötig.
Sonstige
Universitätsbibliothek der Goethe-Universität digitalisiert wertvolle Handschriftensammlung
FRANKFURT. Mit der „Göttlichen Komödie“ des italienischen Dichters Dante Alighieri wurde jetzt die 1000. Handschrift aus dem gut behüteten Schatz der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg digitalisiert und damit öffentlich für jeden zugänglich gemacht. In einem im Februar 2011 begonnenen Projekt scannt und digitalisiert die Bibliothek der Goethe-Universität ihre über 2.800 Handschriften umfassende Sammlung, die weltweit einzigartige Exemplare umfasst.
„Bisher nahmen Wissenschaftler weite Reisen sogar über Kontinente in Kauf, um die Unikate einzusehen. Durch die Digitalisierung wird es nun von jedem Ort der Welt möglich, online in den Handschriften zu blättern – ohne die empfindlichen Originale zu strapazieren“, erläutert Dr. Bernhard Tönnies, Leiter Handschriftenabteilung. Bei den bis zu 1200 Jahre alten Bänden ist ein schonender Umgang beim Scannen extrem wichtig. Deshalb hat die Universitätsbibliothek einen Spezialscanner angeschafft, in dem die Bücher nur bis zu einem Winkel von 110 Grad geöffnet werden müssen und beide Seiten gleichzeitig hochauflösend und farbgetreu bei möglichst geringem Licht aufgenommen werden. Marko Knepper, Leiter der Elektronischen Dienste, weist auf die besondere Schwierigkeit des Projekts hin: „Einerseits hat der schonende Umgang Priorität, das kostet Zeit, und andererseits wollen wir den Bestand innerhalb weniger Jahre online stellen.“ Für die bereits gescannten 350.000 Seiten sind so schon 17 Terabyte Daten zusammen gekommen, die dauerhaft archiviert werden.
Darunter ist die Handschrift zu Dantes „Göttlicher Komödie“, die im 14. Jahrhundert in Oberitalien geschrieben wurde (http://urn-resolver.de/urn:nbn:de:hebis:30:2-46119). Von der „Göttlichen Komödie“ gibt es insgesamt 600 Handschiften. „Das Frankfurter Exemplar wurde 1834 von dem aus Frankfurt stammenden und in Mailand lebenden Handelskaufmann Heinrich Mylius der Stadtbibliothek seiner Heimatstadt geschenkt“, erläutert Tönnies. „Jetzt kann es – wie die anderen bereits gescannten Handschriften – online bewundert und auch wissenschaftlich bearbeitet werden.“ Neben der Dante-Handschrift finden sich viele weitere Schätze unter den alten Handschriften, zwei ganz unterschiedliche Beispiele: eine im 13. Jahrhundert entstandene Pariser Bibel aus dem Zisterzienserkloster Eberbach und das Rüst- und Feuerwerksbuch der Stadt Frankfurt, das um 1500 für die Ratsbibliothek angeschafft wurde.
Ebenfalls gescannt und mit den Objekten verlinkt wurden die ausführlichen Beschreibungen der Handschriften, die bisher nur in Form von gedruckten Katalogen vorlagen. Die komplette digitale Sammlung ist zugänglich unter der URL: http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/msinc
Nach den Handschriften stehen ferner 2.700 Inkunabeln – Druckwerke des 15. Jahrhunderts – in den Tresorräumen bereit, an denen ebenso großes Interesse besteht. Ein besonders gefragtes Objekt, die 42-zeilige Gutenberg-Bibel, wurde schon vorgezogen. Die Bibliothek besitzt seit 1802 ein vollständiges Exemplar der von Johannes Gutenberg gedruckten Bibel, die aus dem Besitz des Frankfurter Leonhardstifts stammt.
Die Frankfurter Handschriftensammlung geht in ihren Ursprüngen bis auf die 1484 gegründete Ratsbibliothek zurück. Durch Schenkungen, Legate und Ankäufe erfolgten immer wieder wertvolle Ergänzungen. Den größten Zuwachs gab es jedoch zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als die Frankfurter Stifts- und Klosterbibliotheken im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurden.
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Bildtexte
Abb. 1: Schmuckseite aus der „Göttlichen Komödie“. Sowohl in der Initiale als auch auf der unteren Bordüre ist Dante selbst dargestellt, unten blickt er auf seine Jugendliebe Beatrice.
Abb. 2: Illuminierte Seite aus der Pariser Bibel. Am Beginn des Buches Genesis werden in sieben Einzelszenen die sieben Tage der Schöpfung dargestellt.
Abb. 3: Herstellung von Salpeter, Darstellung aus dem Rüst- und Feuerwerksbuch der Stadt Frankfurt.
Informationen: Dr. Bernhard Tönnies, Leitung Handschriftenabteilung, Email ls-handschriften@ub.uni-frankfurt.de, Tel. 069/798-39236; Marko Knepper, Leitung Abteilung E-Dienste, Email digitalisierung@ub.uni-frankfurt.de, Tel. 069/798-39905;
Veranstaltungen
Goethe-Universität eröffnet Zentrum für islamische Studien
FRANKFURT. Die Goethe-Universität betritt mit ihrem Zentrum für Islamische Studien erneut wissenschaftliches Neuland. Im Mittelpunkt der dort gelehrten „Islamischen Studien“ steht die Begründung eines nicht nur in Deutschland neuen Fachs, einer „Theologie des Islam“ im Sinne der historisch-kritischen Wissenschaft. Bei einem Mediengespräch am
Mittwoch, den 19. Juni 2013, 10 Uhr
Ort: Goethe-Universität, Campus Westend, Präsidiumsgebäude (Gebäude PA), Grüneburgplatz 1, Raum: Senatssaal
möchte Sie das Präsidium über den Stand der Entwicklung und die künftigen Perspektiven dieses Zentrums informieren.
Ihre Gesprächspartner:
Jörg-Uwe Hahn, Hessischer Minister der Justiz, für Integration und Europa
Prof. Dr. Matthias Lutz-Bachmann, Vizepräsident der Goethe-Universität
Ferner nimmt als Experte für Ihre Fragen an der PK teil:
Prof. Dr. Ömer Özsoy, Direktor des Zentrums für Islamische Studien
Über Ihr Kommen freuen wir uns. Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie an der Veranstaltung teilnehmen möchten (ott@pvw.uni-frankfurt.de). Im Anschluss besteht für Medienvertreter die Möglichkeit, an der um 11 Uhr beginnenden Festveranstaltung im angrenzenden Foyer des PA-Gebäudes teilzunehmen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Olaf Kaltenborn
Pressesprecher