Forschung
FRANKFURT. Das Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) besteht seit zehn Jahren. Gegründet 2004 als Stiftung der Goethe-Universität gilt das Institut heute als ein international herausragender Ort der interdisziplinären Grundlagenforschung über komplexe Systeme. Getragen wird die Forschung am FIAS vom Land Hessen, anderen öffrentlichen Stellen und vom bürgerschaftlichen Engagement, von Stiftungen und Privatpersonen. Damit ist das FIAS auch ein einzigartiges Beispiel für die Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Privatpersonen für die Grundlagenforschung in Deutschland, der sogenannten Public-Private-Partnership. Mehr als 60 Millionen Euro sind bisher aus Drittmitteln in die FIAS-Forschung geflossen.
Unterstrichen wird die Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements am FIAS durch zwei neue Großspenden von je einer Million Euro aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums. Die Johanna-Quandt Universitäts-Stiftung stellt dem FIAS ohne Auflagen eine Million Euro für die Forschung zur Verfügung. Bisher hat die Stiftung, unter anderem mit der Johanna-Quandt-Stiftungsprofessur (Prof. Jochen Triesch), das FIAS mit Zuwendungen und Finanzierungszusagen im Umfang von rund fünf Millionen Euro unterstützt. Der Vorstand der Johanna-Quandt-Stiftung, Dr. Jörg Appelhans, erläuterte das Engagement der Stiftung mit den Worten: „Das FIAS zeigt eindrucksvoll, wie aus privatem Engagement und öffentlicher Förderung wissenschaftliche Spitzenleistungen erwachsen können. Die zweckfreie Forschung am FIAS halten wir für besonders wichtig, um wichtige Zukunftsfragen in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu stellen und interdisziplinär nach Antworten zu suchen.“
Die Stiftung Giersch beabsichtigt mit ihrer Spende, das Stiftungskapital des FIAS aufzustocken und vor allem ein Kulturprogramm für die am FIAS tätigen ausländischen Forscher zu finanzieren.
Beim Festakt zum zehnjährigen FIAS-Jubiläum sagte der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, „beim FIAS haben wir es mit einer einzigartigen Denkfabrik zur Vernetzung der Naturwissenschaften zu tun. Hier wird Zukunft nicht nur ‚gedacht‘ sondern auch ‚gemacht‘. Es wird dort großartige interdisziplinare Grundlagenforschung betrieben. Daher unterstützen wir das FIAS auch mit einer jährlichen Förderung in Höhe von 410.000 Euro. Ich bin sehr stolz darauf, dass das FIAS eine Teil des Wissenschaftsstandortes Hessen ist.“
Der Präsident der Goethe-Universität Frankfurt, Prof. Werner Müller-Esterl, unterstrich beim Festakt zum zehnjährigen Bestehen die positive Entwicklung der Zusammenarbeit von Universität und FIAS: „Es ist schön zu sehen, in welchem Ausmaß sich das FIAS in den letzten Jahren zu einer der drittmittelstärksten Einrichtungen im Umfeld der Goethe-Universität entwickelt hat. Die wissenschaftlichen Themen, die hier bearbeitet werden, sind relevant und wegweisend. Dank der fruchtbaren Kooperation mit der Goethe-Universität können an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis wichtige Neuerungen realisiert werden, wie in jüngster Zeit der effizienteste Großrechner der Welt.“
Das FIAS wurde 2004 auf Initiative des damaligen Präsidenten der Goethe-Universität, Prof. Rudolf Steinberg, und der beiden langjährigen Gründungsvorstände, dem Physiker Prof. Walter Greiner und dem Hirnforscher Prof. Wolf Singer, als Stiftung der Goethe-Universität ins Leben gerufen. Ziel war es, ein Leuchtturm-Institut der hessischen Forschung zu errichten: Eine international herausragende Forschungsstätte, wo – aufbauend auf den Ergebnissen von Experimenten – für komplexe Systeme der Natur theoretische Modelle entworfen, in Simulationen überprüft und neue Fragestellungen entwickelt werden. Beispiele für derartige Systeme sind die Vorgänge im Atomkern, das Immunsystem oder die Arbeitsweise des Gehirns. Damit wurden attraktive Arbeitsmöglichkeiten für Spitzenforscher und hervorragende Ausbildungsmöglichkeiten für den wissenschaftlichen Nachwuchs geschaffen. Dabei galt das Prinzip: Die Finanzierung der Infrastruktur trägt das Land Hessen, die Finanzierung der Forschung erfolgt durch Drittmittel.
Heute blickt das FIAS auf zahlreiche Erfolge zurück. So arbeiteten FIAS-Forscher daran, Wirkungen und Nebenwirkungen der Schwerionen-Krebstherapie berechenbar zu machen. Außerdem werden wesentliche Experimente des internationalen Beschleunigerzentrums FAIR, das derzeit bei Darmstadt entsteht, am FIAS modelliert und simuliert. Hirnforscher am FIAS entwickelten neue Einsichten, wie – trotz ständiger Veränderungen im Gehirn – das Langzeitgedächtnis des Menschen funktioniert. Ein jüngster, besonders auch international beachteter Erfolg der FIAS-Forscher ist die Entwicklung des weltweit energieeffizientesten Supercomputers für das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt. Da Supercomputer heute eines der wichtigsten Werkzeuge der theoretischen Naturwissenschaften sind, geht es bei den Höchstleistungsrechnern des FIAS darum, sie nicht nur superschnell, sondern auch umweltschonend, sowie energie- und kostensparend zu bauen und zu betreiben.
Am FIAS arbeiten heute rund 140 Wissenschaftler und Doktoranden aus 25 Nationen in den Arbeitsfeldern Physik, Hirnforschung, Lebenswissenschaften & Chemie und Computerwissenschaften. Enge Kooperationen bestehen mit der Goethe-Universität Frankfurt, Forschungsinstituten in der Region sowie mit international führenden Forschungszentren weltweit. Ergebnis einer Kooperation des FIAS mit dem Brookhaven National Laboratory in den USA war beispielsweise die gemeinsame Entdeckung des bisher schwersten Atomkerns der Antimaterie, des Anti-Heliums. In Zukunft will das FIAS in einem weiteren Arbeitsbereich komplexe systemische Risiken erforschen, wie sie in der Natur und auch in der Wirtschaft vorkommen.
Weitere bedeutende Unterstützer des FIAS im privaten Sektor sind die Hertie-Stiftung, der Stiftungsfonds Deutsche Bank, die Alfons und Getrud Kassel-Stiftung und die VolkswagenStiftung. Aber auch zahlreiche Privatpersonen haben das FIAS im Laufe der Jahre mit Zuwendungen unterstützt, etwa der frühere Spitzenmanager Dr. Helmut O. Maucher. Auf die von ihm gespendete Helmut-Maucher-Stiftungsprofessur für systemische Risiken hat vor wenigen Tagen ein junger Wissenschaftler einen Ruf erhalten.
Weitere Informationen: Hildegard Becker-Toussaint, Tel. 069 798 47618, E-Mail: BT@fias.uni-frankfurt.de; Prof. Volker Lindenstruth, Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS), Ruth-Moufang-Str. 1, 60438 Frankfurt am Main, Tel. 069-798 47600, E-Mail: voli@compeng.de, Web: fias.uni-frankfurt.de
Veranstaltungen
Prof. Werner Müller-Esterl übergibt am 13. Dezember Amt des Präsidenten an seine Nachfolgerin , Prof. Birgitta Wolff
Stabwechsel an der Spitze der Goethe-Universität: Im Beisein des Hessischen Ministers für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, des Staatsministers bei der Bundeskanzlerin, Dr. Helge Braun, des Oberbürgermeisters der Stadt Frankfurt, Peter Feldmann, sowie 400 weiterer Gäste übergibt Prof. Werner Müller-Esterl am 13. Dezember das Amt des Präsidenten an seine Nachfolgerin, Prof. Birgitta Wolff. Nach einer Bilanz des scheidenden Universitätspräsidenten wird die designierte Präsidentin einen ersten Ausblick geben.
Am 15. Juli 2014 war Wolff zur Präsidentin der Goethe-Universität Frankfurt gewählt worden. Offiziell übernimmt sie die Amtsgeschäfte an Hessens größter und Deutschlands drittgrößter Universität zum 1. Januar 2015.
Wir laden Sie als Medienvertreter herzlich ein, an dem Festakt teilzunehmen. Dieser findet statt am
Samstag, den 13. Dezember, 11-13 Uhr,
Goethe-Universität, Campus Westend, Festsaal Casino, 60323 Frankfurt am Main
Bitte teilen Sie uns mit, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen können (Mitteilung an Frau Ott, Tel.: 069/798-12472, E-Mail: ott@pvw.uni-frankfurt.de
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Olaf Kaltenborn
Pressesprecher
Goethe-Universität Frankfurt
Personalia/Preise
Die Mäzenin Dagmar Westberg nimmt an ihrem 100. Geburtstag an einem Vortrag des deutsch-amerikanischen Archäologen Lothar von Falkenhausen teil – Die jährlich stattfindende Vorlesungsreihe hat sie gestiftet
FRANKFURT. „Ich bin so alt wie die Goethe-Universität. Das passt doch gut zusammen«, freut sich die Mäzenin Dagmar Westberg. Sie ließ es sich heute nicht nehmen, auch an ihrem 100. Geburtstag an einem Vortrag des deutsch-amerikanischen Archäologen Lothar von Falkenhausen teilzunehmen; die nach ihr benannte Vorlesungsreihe findet nun zum dritten Mal statt. Die enge Verbindung zwischen der alten Dame und der Universität besteht seit 2009; inzwischen unterstützt sie die Hochschule mit dem Dagmar Westberg-Universitätsfonds, mit einem nach ihr benannten Preis in der Anglistik, mit der jährlichen Dagmar Westberg-Vorlesung in den Geistes- und Humanwissenschaften und mit der fünfjährigen maßgeblichen Finanzierung des historischen Kollegs am Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg.
Der Präsident der Goethe-Universität, Prof. Werner Müller-Esterl, gratulierte der Jubilarin und dankte ihr für das Engagement: „Wir freuen uns darüber, mit Frau Westberg eine Mäzenatin für unsere Geistes- und Sozialwissenschaften gefunden zu haben und danken Ihr herzlich für Ihr selbstloses Engagement. Förderinnen von Ihrer Art gibt es leider noch viel zu wenige in Deutschland. Wir hoffen daher, dass Sie uns noch lange die Treue hält.“ Der Vize-Präsident der Goethe-Universität, Prof. Matthias Lutz-Bachmann, erklärte. Frau Westberg sei eine „sympathische Kosmopolitin mit weitem Horizont“; und er schätze in Gesprächen mit ihr besonders „ihre scharfsinnigen Bemerkungen und lebendigen Rückfragen“. Die Universität sei dankbar, dass sie als großherzige Stifterin besonders „die Geisteswissenschaften unterstützt, die es in Bezug auf externe Förderung stets schwerer haben als andere Disziplinen“.
Der Dagmar Westberg-Preis wurde erstmals 2010 verliehen, er honoriert jährlich herausragende geisteswissenschaftliche Abschlussarbeiten, die einen Bezug zu Großbritannien haben. Zusätzlich richtete sie den Dagmar Westberg-Universitätsfonds ein. Mit seiner Hilfe werden wissenschaftliche Studien zur britischen Literatur, Kultur und Geschichte an der Goethe-Universität vorangetrieben. Beides wird von der Deutsch-Britischen-Gesellschaft, deren Ehrenmitglied Dagmar Westberg ist, zusammen mit der Goethe-Universität verantwortet. Seit 2011 gibt es auch einen zusätzlichen Universitätsfonds der Stifterin, der eine Stiftungsgastprofessur ermöglicht. Jährlich wird ein hochkarätiger Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin auf den Campus Westend oder an das Bad Homburger Forschungskolleg Humanwissenschaften als Fellow eingeladen, um Vorträge zu halten und an Kolloquien und Diskussionen teilzunehmen. 2013 kam Martha Nussbaum, Professorin für Recht und Ethik an der University of Chicago, nach Frankfurt; sie gilt als eine der profiliertesten Philosophinnen der Gegenwart. In diesem Jahr nimmt Lothar von Falkenhausen diese Gastprofessur wahr: sein Thema in den drei Vorlesungen „Chinas wirtschaftliche Hochblüte im ersten Jahrtausend vor Christus im Spiegel der archäologischen Entdeckungen“.
Als Dagmar Westberg am 8. Dezember 1914 als Jüngste von sechs Geschwistern in Hamburg zur Welt kam, hatte niemand mit ihr gerechnet. Dazu berichtet die 100-Jährige in einem Porträt in der Dezember-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“: „Nachdem mein Bruder Olaf geboren war, sagte die Hebamme: ‚Da kommt noch eins‘ – und das war ich.“ Ihr Vater, ein Anwalt aus einer baltisch-hamburgischen Unternehmerfamilie, ermunterte sie als 20-Jährige, ein privates College in England zu besuchen. Eigentlich hatte sie an der Lyton School nahe London eine Stelle als Lehrerin in Aussicht, doch aufgrund der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde ihr Visum nicht verlängert.
Zurück in Deutschland wurde ihr erstmalig bewusst, dass ihre Mutter aus einer jüdischen Familie kam und dass sie als Tochter deshalb nach den Nürnberger Rassengesetzen als „Halbjüdin“ galt – mit allen einhergehenden Diskriminierungen. Dagmar Westberg arbeitete unter anderem bis 1941 beim amerikanischen Generalkonsulat in Hamburg, was es ihr erleichterte, 1943 eine Anstellung in der Schutzmachtabteilung der Schweizer Botschaft in Berlin zu bekommen, die zum Ende des Krieges an die Schweizer Grenze verlegt wurde. So genoss sie auch einen gewissen Schutz vor Verfolgung.
Ende 1945 kam sie nach Bad Homburg und meldete sich wieder bei den Amerikanern. Im Januar 1946 nahm sie erneut eine Tätigkeit im amerikanischen Generalkonsulat in Frankfurt auf. Die Main-Metropole wurde für die Hanseatin zur zweiten Heimat. Hier konnte sie ihr selbstbestimmtes Leben fortsetzen. Auch finanziell war Dagmar Westberg durch das Vermögen ihrer Familie unabhängig. Der von ihr noch heute sehr verehrte Großonkel Oscar Troplowitz entwickelte die kleine Pharmafirma, die er von dem Apotheker Carl Paul Beiersdorf aus Altona gekauft hatte, zum weitverzweigten Unternehmen Beiersdorf, das unter anderem Nivea Creme, Hansaplast und Tesafilm auf den Markt gebracht hat. Von ihrem Großonkel hat Dagmar Westberg auch die Tradition und Verpflichtung übernommen, sich philantrophisch für das Gemeinwohl einzusetzen. In Frankfurt betrifft das insbesondere von Bürgern gegründete Institutionen im kulturellen, sozialen und Bildungsbereich.
Bild von Dagmar Westberg zum Download: hier.
Informationen: Vizepräsident Prof. Dr. Matthias Lutz-Bachmann, Campus Westend, Tel. (069) 798- 12343, Lutz-Bachmann@em.uni-frankfurt.de
Forschung
Neues Forschungsprojekt soll herausfinden, warum eine mediterrane Ernährung und ein aktiver Lebensstil vor Alzheimer schützen
FRANKFURT. Wer isst wie am Mittelmeer und sich körperlich und geistig in Bewegung hält, schützt sich zugleich vor der Alterskrankheit Demenz: Dies gilt in der Fachwelt inzwischen als erwiesen. Warum dies so ist und was genau im Gehirn passieren muss, um dem gefürchteten Gedächtnisschwund vorzubeugen, das will der Pharmakologe Dr. Gunter Eckert, Privatdozent an der Goethe-Universität Frankfurt, in einem neuen Forschungsprojekt herausfinden. Finanziert wird das Projekt von der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative e.V.
Bis jetzt ist Alzheimer unheilbar, umso mehr Bedeutung kommt einer präventiven Lebensweise zu. Gunter Eckert konnte mit seiner Forschungsgruppe „nutritional neuroscience“ bereits zeigen, dass es bei der Alzheimer-Krankheit früh zu einer Veränderung in den Kraftwerken der Nervenzellen (Mitochondrien) kommt. Diese lässt sich nach aktuellem Forschungsstand mit Polyphenolen, beispielsweise aus Oliven oder Trauben als Bestandteil einer mediterran ausgerichteten Ernährung, positiv beeinflussen. Darüber hinaus scheinen auch geistige Stimulation und körperliche Bewegung die Mitochondrien zu stärken.
All dies haben auch schon vor Jahren epidemiologische Studien gezeigt, die Daten zu Ernährung, Lebensweise und Erkrankung unter die Lupe nahmen. Auch klinische Studien gibt es bereits. Nicht bekannt ist bislang jedoch, was genau im Gehirn, in den Mitochondrien der Nervenzellen, geschieht. „Es soll die These überprüft werden, dass eine polyphenolreiche Diät zusammen mit geistiger und körperlicher Ertüchtigung Alterungsprozesse des Gehirns verlangsamt, die mitochondriale Dysfunktion verbessert und somit Evidenzen für einen Schutz vor Alzheimer liefert“, hat sich Gunter Eckert zum Ziel gesetzt.
Für seine Forschung setzt Eckert genetisch veränderte Mäuse ein, die bereits nach wenigen Monaten alzheimerähnliche Symptome entwickeln. Die Nager erhalten ein polyphenolreiches Futter und leben in größeren Käfigen, die mit Laufrädern und anderen Beschäftigungsmöglichkeiten ausgestattet sind, zum Beispiel mit Lego-Steinen. „Die Ausstattung wird wöchentlich ausgetauscht, damit die Mäuse gefordert sind“, erklärt der Forscher. Sollten diese Maßnahmen den Beginn der Alzheimer-Symptome bei den Mäusen nach hinten verschieben, würde das als Hinweis auf die Wirksamkeit dieses Ansatzes gelten.
Gunter Eckerts Forschungen wurden schon 2002 und 2008 von der Alzheimer Forschung Initiative gefördert, dem größten privaten Förderer öffentlicher Alzheimer-Forschung in Deutschland. Nun wurde der Ernährungs-Experte und Fachpharmakologe mit seinem auf zwei Jahre ausgelegten Projekt erneut von der AFI unterstützt. 74.950 Euro werden für das Frankfurter Projekt zur Verfügung gestellt. Das Forschungsvorhaben ist eines von sieben innovativen Alzheimer-Forschungsprojekten an deutschen Universitäten, welche die AFI ab sofort mit insgesamt 464.220 Euro bis 2016 fördert. Seit ihrer Gründung 1995 hat die AFI insgesamt 155 Wissenschaftler mit rund sieben Millionen Euro unterstützt.
Kostenfreies Foto von PD Dr. Gunter Eckert: hier.
Informationen: Dr. Gunter Eckert, Tel. (069) 798-29378, mailto:g.p.eckert@em.uni-frankfurt.de
Sonstige
Leiterinnen der Schreibzentrums an der Goethe-Universität veröffentlichen Sammelband
FRANKFURT. Die beiden Leiterinnen des Schreibzentrums an der Frankfurter Goethe-Universität, Dr. Stephanie Dreyfürst und Dr. Nadja Sennewald, haben jetzt im UTB-Verlag einen Band mit dem Titel „Schreiben. Grundlagentexte zur Theorie, Didaktik und Beratung“ herausgegeben. Das Spektrum des Readers mit insgesamt 24 Texten reicht von den bedeutendsten nordamerikanischen Modellen zum Schreiben aus den 1980er Jahren bis hin zu den wichtigsten aktuellen Ansätzen in der Schreibberatung.
„In Deutschland gibt es noch immer ein Wissensdefizit über die Forschung zu Schreibprozessen oder Unkenntnis über bewährte Ansätze der Schreibberatung. Mit unserem Band möchten wir das bereits vorhandene Wissen allgemein zugänglich machen“, erklärt Sennewald. Dass zentrale Beiträge zur Theorie und Didaktik rund um das Thema Schreiben nur in schwer zugänglichen Originalversionen vorhanden waren, motivierte die beiden Expertinnen, diesen Band zusammenzustellen. „Viele der Texte liegen hier zum ersten Mal auf Deutsch vor“, so Dreyfürst. Zu einigen Themen – wie zum Beispiel zu verschiedenen Ansätzen der Schreibberatung – gab es noch gar keine Literatur; diese Texte wurden für den vorliegenden Band von Spezialisten neu verfasst.
Der Band richtet sich an alle, die sich theoretisch wie praktisch mit der Vermittlung von Schreibkompetenzen beschäftigen. Die beiden Frankfurter Wissenschaftlerinnen haben in den vergangenen Jahren weitreichende Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt: So ist es ihre Aufgabe an der Goethe-Universität, studentische Schreibberater auszubilden und Schreibworkshops zu halten. Gemeinsam mit Lehrenden aus den jeweiligen Fächern entwickeln sie aber auch Konzepte, wie wissenschaftliches Schreiben in ganz unterschiedlichen Fächern vermittelt werden kann – beispielsweise in der Ethnologie oder den Wirtschaftswissenschaften. Dies geschieht im Rahmen des Programms „Starker Start ins Studium“, in dem sich mehr als 50 Lehrende gezielt mit der Verbesserung der Studieneingangsphase befassen.
Im Zuge des Bologna-Prozesses erkannten viele Hochschulen, dass nicht nur Fachinhalte, sondern auch Schlüsselkompetenzen wie fachliches Schreiben vermittelt werden müssen. Darauf geht auch die Gründung zahlreicher Schreibzentren an deutschen Universitäten in den vergangenen Jahren zurück – eine Entwicklung, die in den USA bereits in den 1980er Jahren stattgefunden hat.
Ein zentrales Thema in den Schreibzentren sind immer wieder die Schreibblockaden: Wie entstehen diese und wie kommt man aus ihnen wieder heraus? Auch dazu bieten die Autoren des neuen Bands Antworten. Typische Ursachen für Schreibblockaden sind zum Beispiel falsche Vorannahmen über das Schreiben. „So nehmen viele Studierende an, sie müssten beim wissenschaftlichen Schreiben erst eine detaillierte Gliederung fertig erstellt haben, bevor sie mit dem Schreiben beginnen“, erläutert Dreyfürst. Für Schreibtypen, die ihre besten Ideen erst während des Schreibens entwickeln, sei diese Herangehensweise kontraproduktiv und könne zu Schreibblockaden führen. „Die Ideen im Schreibfluss zu entwickeln und erst im Nachhinein zu strukturieren, kann ein möglicher Weg aus der Blockade sein“, ergänzt Sennewald.
Stephanie Dreyfürst und Nadja Sennewald (Hrsg.): Schreiben. Grundlagentexte zur Theorie, Didaktik und Beratung, UTB-L 2014. 455 Seiten. 29,99 Euro
Informationen: Dr. Stephanie Dreyfürst und Dr. Nadja Sennewald, Schreibzentrum, Campus Westend, Tel: (069)-798-32845, dreyfuerst@lingua.uni-frankfurt.de, Sennewald@em.uni-frankfurt.de