Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Forschung

Jan 8 2015
14:45

Frankfurter Forscher und NASA visualisieren Entstehung eines schwarzen Lochs

Astronomische Simulation ist Renner auf Youtube

FRANKFURT. Nicht selten entfalten Bilder gewaltiger Naturereignisse eine besondere Schönheit. Das gilt auch für Computersimulationen, wie sich unlängst zeigte, als die NASA den Clip des Frankfurter Astronomen Luciano Rezzolla auf Youtube stellte. Er zeigt in Zeitlupe, wie zwei Neutronensterne zu einem schwarzen Loch verschmelzen. Innerhalb weniger Tage wurde der schrecklich schöne Zusammenstoß gigantischer Massen mehr als 270 tausend Mal angeschaut. Mittlerweile sind es mehr als 459 tausend Klicks. Die „New York Times“ nahm die Simulation zum Anlass für einen ausführlichen Bericht über die Entstehung schwarzer Löcher.

Nur 20 Millisekunden – ein Fünftel der Dauer eines Wimpernschlags – dauert es, bis aus zwei Neutronensternen ein schwarzes Loch geworden ist. Gesehen hat das noch kein menschliches Auge, aber die Computersimulation, die auf Rezzollas Berechnungen beruhen, geben eine gute Vorstellung davon: Zu Beginn des Clips haben sich die beiden Sterne ungleicher Masse auf 18 Kilometer genähert; einen Abstand, der in etwa ihrem Durchmesser entspricht. Während sie in einer spiralförmigen Bewegung aufeinander zustürzen, löst sich bereits Materie von der Kruste des leichteren Sterns und wird in einem Strudel von dem schwereren Stern aufgesaugt.

Nur 13 Millisekunden später hat der schwerere Partner so viel Materie angesammelt, dass er unter dem Druck der Gravitationskraft zu einem schwarzen Loch kollabiert. Aber nicht alle Materie wird verschluckt. Ein Teil davon umkreist das dunkle Zentrum in einem Ring mit einer Ausdehnung von 20 Kilometern. Bei dem Zusammenstoß werden enorme Energiemengen in Form kurzwelliger Gammastrahlen freigesetzt. In nur zwei Sekunden entsteht dabei so viel Energie, wie alle Sterne in unserer Galaxie zusammen in einem ganzen Jahr produzieren. Auf dieses kurze Nachglühen richtet sich Rezzollas Forschungsinteresse. In der von der NASA koordinierten Swift Mission hofft er, die energiereichen Gammastrahlen mit großen, auf der Erde stationierten Teleskopen aufzuspüren.

Informationen: Prof. Luciano Rezzolla, Institut für Theoretische Physik, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-47871, rezzolla@th.physik.uni-frankfurt.de.

Link zur Simulation: https://www.youtube.com/watch?v=vw2sLcyV7Vc

Bericht in der „New York Times“: www.nytimes.com/2014/10/08/science/space/how-to-make-a-black-hole.html?_r=1

Forschung

Jan 7 2015
15:30

Schicksale und Machenschaften Frankfurter Mediziner im Nationalsozialismus

Otmar von Verschuer blieb ungeschoren, Richard Koch unbekannt

FRANKFURT. Kurz nach Hitlers Machtübernahme standen auch in Frankfurt stramme Parteigänger bereit, um ihre jüdischen Kollegen aus den Ämtern zu drängen. Allerdings hat die Frankfurter Universität aus Historikerperspektive eine Ausnahmestellung, denn auf ihrer Personalliste standen Namen wie von Verschuer, Mengele und Hirt. Trotz ihrer Bekanntheit ist bis heute vieles um diese Täter rätselhaft geblieben. In der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Forschung Frankfurt“ geht die Medizinjournalistin Martina Lenzen-Schulte den Schicksalen und Machenschaften Frankfurter Mediziner im Nationalsozialismus nach.

Schon früh wurden in Frankfurt jüdische Mitglieder der Fakultät aus dem Amt gedrängt – entweder aufgrund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933, oder aber informell, wie im Fall des Hygienikers Max Neisser, der selbst um seine Emeritierung bat. Von den 19 Ordinarien der Medizin, die in Frankfurt für das Wintersemester 1932/1933 dokumentiert sind, mussten bis 1938 sechs aktive Mediziner und vier emeritierte ihr Amt verlassen. Hinzu kamen zahlreiche weitere Dozenten und Professoren der Fakultät, insgesamt listet der Frankfurter Medizinhistoriker Udo Benzenhöfer in seinem Buch zur Geschichte der Frankfurter Universitätsmedizin 53 Namen auf.

Richard Koch war eines der ersten jüdischen Fakultätsmitglieder, die nach der Machtübernahme entrechtet wurden. Er war in Frankfurt seit 1926 Vorsteher des Seminars für Geschichte der Medizin und verdiente sich seinen Lebensunterhalt im Wesentlichen als niedergelassener Arzt in Frankfurt. Er publizierte regelmäßig in der „Frankfurter Zeitung“ über medizinische und naturwissenschaftliche Themen, hatte jedoch nach der Beurlaubung kaum noch Einnahmen. Ab 1936 musste er sich regelmäßig bei der Polizei melden, wurde schließlich gewarnt und floh über verschiedene Stationen in den Kaukasus, wo er in Essentuki 1949 mittellos starb. Er gilt als einer der bedeutendsten Medizintheoretiker und -historiker des 20. Jahrhunderts.

Der international anerkannte Physiologe Gustav Emden wurde zunächst nicht entlassen. Wahrscheinlich wäre er als Jude später verfolgt worden, aber er starb bereits im Juli 1933. Anders erging es dem Ordinarius der Dermatologie, Oscar Gans, der nach Versetzung in den „Ruhestand“, wie es offiziell hieß, 1934 emigrierte und 1949 wieder zurück nach Frankfurt kam. Klassisch ist auch der Fall des Pharmakologen Werner Lipschitz, der als „Volljude“ von zwei Mitarbeitern, die sich bei ihm habilitiert hatten, denunziert worden war. Dass einer von ihnen sich später dazu bekannte, unter dem Druck der neuen Ideologie und seines Kollegen gehandelt zu haben und sich bei der Familie entschuldigte, ist ebenfalls eine Konstellation, die man von anderen Universitäten kennt.

Anstiftung zu verbrecherischer Zwillingsforschung?

Otmar Freiherr von Verschuer zählte zu denjenigen, die sich und ihr Fach den neuen Verhältnissen anzupassen wussten. Er kam nach Frankfurt, nachdem der nationalsozialistische Dekan der Medizin, Hans Holfelder, sich für die Einrichtung eines Instituts für Erbbiologie und Rassenhygiene an der Universität eingesetzt hatte. Josef Mengele wurde 1937 sein Praktikant, später Assistent und Doktorand.

Als von Verschuer 1942 die Leitung des Kaiser-Wilhelm-Institutes für Anthropologie in Berlin übernahm und Mengele 1943 Lagerarzt in Ausschwitz wurde, versorgte er das Berliner Institut regelmäßig mit „Material“, Blutproben und Augen von Zwillingspaaren. Von Verschuer bedankte sich ebenso regelmäßig dafür, habe aber – so seine Aussagen nach dem Krieg – nicht gewusst, wie genau dies alles gewonnen wurde. Dass Mengeles Untaten in Ausschwitz in der für von Verschuer so bedeutenden Zwillingsforschung ihren Ursprung hatten, ist mehr als plausibel.

In Mengeles Biografie nach der Frankfurter Zeit gibt es bis heute Unklarheiten: Obwohl von Verschuer versuchte, ihn in Frankfurt zu halten, wurde er 1940 einberufen und kam über verschiedene Stationen Ende Mai 1943 als Lagerarzt nach Auschwitz. Bis zum Kriegsende wurde er weiterhin als Angestellter der Universität Frankfurt geführt. Zdenek Zofka erwähnt in seiner Publikation über Mengele, dass dessen Versetzung nach Auschwitz Methode gehabt haben könnte und ganz im Interesse von Verschuers war. Es sei „nicht einmal auszuschließen, dass es überhaupt von Verschuers Idee war, die in Auschwitz gegebenen besonderen Verhältnisse für die wissenschaftliche Forschung auszunützen“.

Für Unverständnis und Aufregung sorgt unter Historikern, dass es von Verschuer gelang, 1951 einen Lehrstuhl für Humangenetik in Münster zu erlangen. Obwohl er alle Aufzeichnungen über seine Forschung aus dem Krieg retten konnte, fehlten just diejenigen, die sich auf die Zusammenarbeit mit Mengele beziehen. Nach dem Krieg bettelte er unbelastete deutsche Kollegen – darunter Otto Hahn vergeblich – um Persilscheine an, und stellte sich geschickt seinen internationalen Kollegen gegenüber als Opfer unseliger Entwicklungen und einer Verbrecherkaste dar, von der er sich stets distanziert hätte. Der Historiker Benno Müller-Hill vermutet, dass ihm dabei auch belastendes Wissen über andere zugutekam. Eine Biografie von Verschuers fehlt noch immer, auch die Forschung über das vermutete Netzwerk ehemaliger NS-Eugeniker und Nationalsozialisten an der Universität Münster hat nie wirklich Fahrt aufnehmen können.

Forschung Frankfurt kostenlos bestellen: Helga Ott, Abteilung Marketing und Kommunikation, Campus Westend, Tel: (069) 798-12472; ott@pvw.uni-frankfurt.de. www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de

Mitmachen bei der Leserumfrage: Wie gefällt Ihnen das neue Konzept von „Forschung Frankfurt“? Beteiligen Sie sich bis zum 20. Januar 2015 an unserer Online-Umfrage. Als Dankeschön verlosen wir einen Gutschein für das Restaurant Sturm&Drang auf dem Campus Westend über 30 Euro. https://ww3.unipark.de/uc/forschungfrankfurt/

Veranstaltungen

Jan 6 2015
16:43

Solist Jörg Wachsmuth an der größten spielbaren Tuba der Welt

13. Goethe-Campus-Konzert mit SKYLINE SYMPHONY

FRANKFURT. Das SKYLINE SYMPHONY – Frankfurter Kammerorchester unter der Leitung von Michael Sanderling spielt wieder auf dem Campus Westend: Solist des Abends wird der Tubist Jörg Wachsmuth sein. Er studierte im Fach Tuba an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler” Berlin und zählt heute zu den weltweit führenden Virtuosen auf seinem Instrument. 1990 bis 2000 war er Solotubist der Neubrandenburger Philharmonie und seit 2000 ist er als Solotubist der Dresdner Philharmonie tätig. Gleichzeitig wirkt er kammermusikalisch im renommierten Melton Tuba Quartett. Er ist Preisträger verschiedener nationaler und internationaler Wettbewerbe. Prof. Jörg Wachsmuth ist ein international gefragter Solist und Orchestertubist. Konzertreisen führten ihn u.a. in die USA, nach Frankreich, Österreich, Russland, Argentinien, Brasilien Japan und Korea. Wachsmuths  besondere Liebe gilt der größten spielbaren Riesentuba der Welt aus der Musikstadt Markneukirchen.

13. Goethe-Campus-Konzert mit Skyline Symphony
Sonntag, 11. Januar, 17 Uhr, Casino Festsaal, Campus Westend.

Das Programm:

Benjamin Britten, Simple Symphony for String Orchestra op. 4; Nikolai Rimski-Korsakov, Hummelflug; Julius Fucík, "Der alte Brummbär"; Dmitri Schostakowitsch, Kammersinfonie für Streichorchester nach dem Streichquartett Nr. 8 c-moll op. 110.

Mehr Informationen auch zum Kartenvorverkauf unter http://www.skyline-symphony.com/

Veranstaltungen

Jan 6 2015
16:41

Nicolai Sinai von der Universität Oxford hält Vortrag im Rahmen der Vorlesungsreihe „Der Koran – Ein Text im Dialog zwischen Osten und Westen“

Wie viel Kritik verträgt der Koran?

FRANKFURT. Mit dem gegenwärtigen Stand  der historisch-kritischen Koranforschung beschäftigt sich Nicolai Sinai, Associate Professor of Islamic Studies an der Universität Oxford, am 12. Januar in seinem Vortrag „Wie viel Kritik verträgt der Koran?“. Die Vorlesung, die um 18 Uhr im Casino (Renate von Metzler-Saal) auf dem Campus Westend beginnt, gehört zu der Vorlesungsreihe „Der Koran – Ein Text im Dialog zwischen Osten und Westen“. Sie wird im Rahmen der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG im Wintersemester vom Zentrum für Islamische Studien der Goethe-Universität veranstaltet und wendet sich insbesondere an die Bürger im Rhein-Main-Gebiet.

Den Koran kritisch zu lesen, bedeutet nicht, ihn wertend zu lesen, sondern Vormeinungen über seinen Entstehungskontext und Inhalt systematisch einzuklammern und auf methodisch konsistente Weise am Text zu überprüfen. Sinai betrachtet die kritische Koranlektüre sowohl als ernstzunehmende Herausforderung als auch als genuine Bereicherung zeitgenössischer islamischer Theologie. Wie viel Korankritik die islamische Theologie verträgt, lässt sich deshalb auf allgemeine Weise kaum bestimmen, meint der Referent. Wohl aber zeichne sich ab, dass dem Koran selbst die derzeitige Konjunktur historisch-kritischer Koranwissenschaft an europäischen und amerikanischen Universitäten überaus gut bekomme: „Immer mehr erscheint er als ein Werk der religiösen Weltliteratur, welches unter genauem Lesen und reflektierter Anwendung eines breiten Methoden-Repertoires betrachtet werden muss“, so Sinai, der 2007 an der FU Berlin in Arabistik promoviert wurde. Die Vorlesung wird dies anhand eines Überblicks über die gegenwärtig im Mittelpunkt historisch-kritischer Koranforschung stehenden Fragen und Themen detaillierter zu zeigen versuchen.

Nicolai Sinai, geb. 1976 in Hildesheim, ist derzeit Associate Professor of Islamic Studies an der Universität Oxford und Fellow am Pembroke College. Seine Forschungsgebiete umfassen den Koran und die islamische Koranexegese sowie die Geschichte des philosophischen Denkens in der islamischen Welt. Zu seinen Veröffentlichungen zählen u. a. „Fortschreibung und Auslegung. Studien zur frühen Koraninterpretation“ (Wiesbaden 2009) und „Die heilige Schrift des Islams. Die wichtigsten Fakten zum Koran“ (Freiburg 2012).

Weitere Vorträge in der Reihe „Der Koran – Ein Text im Dialog zwischen Osten und Westen“ auf einen Blick:

26. Januar 2015
Stefan Wild, Universität Bonn

Viele Wege zum Text? Gespräche zwischen muslimischen Gelehrten und Orientalisten

9. Februar 2015
Podiumsdiskussion
Den Text verstehen. Zeitgenössische Koranhermeneutik in der islamischen Welt
Moderation: Bekim Agai, Goethe-Universität
Sunnitische Zugänge: Rotraud Wielandt, Universität Bamberg
Schiitische Zugänge: Katajun Amirpur, Universität Hamburg

Die Veranstaltungen finden jeweils montags um 18 Uhr im Renate von Metzler-Saal, Casino, Campus Westend statt.

Informationen: Prof. Dr. Bekim Agai, Zentrum für Islamische Studien, Campus Bockenheim, Tel. (069) 798 32751, agai@em.uni-frankfurt.de, www.islamischestudien.uni-frankfurt.de

Forschung

Dez 22 2014
12:23

Moderne Methoden bereichern das Instrumentarium der Archäologie – Neue Ausgabe von Forschung Frankfurt zu Wandel in den Wissenschaften soeben erschienen

Mit Hightech in die Vorgeschichte

FRANKFURT. Heinrich Schliemann nannte sie die „Wissenschaft vom Spaten“, doch inzwischen hat die Archäologie bei der Suche nach Erkenntnis ein weit breiteres Instrumentarium zur Verfügung. Die Zusammenarbeit insbesondere mit den Naturwissenschaften ist für heutige Archäologen unabdingbar. Allerdings gibt es auch mahnende Stimmen, die vor einer unreflektierten Anwendung warnen und davor, die eigenen Methoden zu vernachlässigen. Die aktuelle Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“ (Heft 2/2014) gibt einen Überblick über neue Methoden und Möglichkeiten der fächerübergreifenden Zusammenarbeit, aber auch ihre Grenzen. Dies ist eines der Themen im zweiten Jubiläumsheft zum 100. Geburtstag der Goethe-Universität, das den Wandel in den Wissenschaften in den Mittelpunkt stellt.

Das Erkenntnisinteresse der Archäologie ist im Großen und Ganzen dasselbe geblieben: Im Fokus steht die Kulturgeschichte des Menschen, je nach archäologischer Disziplin geht es um unterschiedliche Regionen und Zeiträume. Und schon immer haben sich Archäologen, die sich z.B. wie in Frankfurt mit der Vor- und Frühgeschichte, mit der griechischen Klassik, der Vorderasiatischen Hochkultur oder den römischen Provinzen befassen, dabei Rat von außen geholt. So kann man zum Beispiel über geologische Methoden das Alter von Bodenschichten bestimmen und somit auch dort gefundene Gegenstände datieren. Der Raum, den naturwissenschaftliche Methoden innerhalb der Archäologie einnehmen, ist rasant gewachsen.

In vielen Stadien archäologischen Arbeitens kommen moderne Verfahren zu Einsatz: Im Vorfeld von Ausgrabungen erbringt die Geophysik wichtige Erkenntnisse für die Grabungsstrategie. Das Alter organischer Funde wird schon seit Jahrzehnten mit der Radiokohlenstoff-Datierung bestimmt. Materialanalytische Analysemethoden helfen dabei, die Herkunft von Keramik, Glas, Metall oder Marmor zu bestimmen und geben damit auch Auskunft über wirtschaftshistorische Zusammenhänge. DNA-Analyse, Massenspektrometrie, Röntgentechnik  und andere Verfahren sollten Archäologen also kein Buch mit sieben Siegeln sein. Um künftige Generationen von Wissenschaftlern zum interdisziplinären Arbeiten zu befähigen, gibt es an der Goethe-Universität einen Nebenfach-Studiengang Archäometrie.

Das sei dringend notwendig, finden auch Prof. Manfred Eggert (Tübingen) und Dr. Stefanie Samida (Potsdam), zwei Archäologen, die in einer Streitschrift über das Verhältnis von Archäologie und Naturwissenschaften reflektiert haben. „Diejenigen, die diesen Studiengang belegen, sind sicherlich viel besser dran als die meisten anderen, die von den Naturwissenschaften keine Ahnung haben“, sagte Samida gegenüber Forschung Frankfurt. Und erst die Kenntnis der fremden Disziplin und der Austausch mit den Naturwissenschaftlern ermöglichten eine fruchtbare Zusammenarbeit. „Heute kann man Fragen stellen, die früher gar nicht aufkamen – oder die man früher nicht beantworten konnte“, fasst Wulf Raeck, Prof. für Klassische Archäologie in Frankfurt, zusammen. Aber auch er warnt davor, die eigenen Kompetenzen aus dem Blick zu verlieren – sonst riskiere die Archäologie unter Umständen auch den Verlust von Erkenntnis.

Forschung Frankfurt kostenlos bestellen: Helga Ott, Abteilung Marketing und Kommunikation, Campus Westend, Tel: (069) 798-12472; ott@pvw.uni-frankfurt.de.

www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de