Sonstige
Wissenschaftsminister Boris Rhein überreicht Urkunden an geförderte Projekte
FRANKFURT. Das hessische Landesförderprogramm LOEWE (Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz) geht in eine weitere Runde – und wieder ist die Goethe-Universität vorne mit dabei. Bei einer feierlichen Matinee am Campus Westend hat Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) heute Vormittag die Urkunden überreicht. Neu als LOEWE-Zentrum ins Programm aufgenommen wurde das Projekt „Translationale Medizin und Pharmakologie TMP“; das LOEWE-Zentrum „HIC for FAIR“ und der LOEWE-Schwerpunkt „Außergerichtliche und gerichtliche Konfliktlösung“ können ihr Vorhaben mit Landesmitteln abschließen.
Mit rund 20 Millionen Euro geht die größte Fördersumme an das LOEWE-Zentrum „Translationale Medizin und Pharmakologie TMP“ unter der Leitung von Prof. Gerd Geisslinger, in dem sich die federführende Goethe-Universität, die Fraunhofer-Projektgruppe Translationale Medizin und Pharmakologie TMP des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME und die Abteilung Pharmakologie des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim zusammengeschlossen haben. Hauptziel des LOEWE-Zentrums ist die zielgerichtete Überführung von innovativen akademischen Forschungsideen in die anwendungsorientierte Arzneimittelforschung und somit der effektive Transfer in die medizinische Praxis. Trotz explodierender Kosten in der Arzneimittelentwicklung scheitern bislang viele neue Wirkstoffe in der klinischen Entwicklung. Die Wissenschaftler haben sich zum Ziel gesetzt, die Leistung der Arzneimittelforschung zu steigern und so die Entwicklungskosten von Arzneimitteln unter marktwirtschaftlichen Kriterien zu senken. Erreichen wollen sie dies, indem sie u.a. in Kooperation mit der Industrie präklinische und klinische Modelle entwickeln, um so früh wie möglich Aussagen über die Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneistoffen treffen zu können und damit die Erfolgsraten der klinischen Entwicklung deutlich zu steigern. Die Fraunhofer-Projektgruppe Translationale Medizin und Pharmakologie, soll die gemeinsamen Bemühungen von Wirtschaft und Wissenschaft koordinieren. Langfristiges Ziel des LOEWE-Zentrums ist die Etablierung des ersten Fraunhofer-Instituts in Frankfurt. Das Projekt knüpft an den LOEWE-Schwerpunkt „Anwendungsorientierte Arzneimittelforschung“ (2012-2014) an.
Beeindruckende Ergebnisse geliefert hat das LOEWE-Zentrum „HIC for FAIR“ (Helmholtz International Center for Facility for Antiproton and Ion Research): Mit dem LOEWE CSC in Frankfurt Höchst haben die beteiligten Wissenschaftler einen der schnellsten und energieeffizientesten Rechner in Deutschland entwickelt. Wobei dieser Rechner nur eine Art Nebenprodukt der Grundlagenforschung ist, die den Start des Teilchenbeschleunigers FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research) vorbereiten soll. Dabei geht es um Fragen wie: Was ist Masse? Woher kommt Materie? Wie sind die Elemente entstanden? HIC for FAIR kann mit den genehmigten Mitteln nun noch bis Dezember 2015
weitermachen. Neben der Goethe-Universität sind die Technische Universität Darmstadt, die Justus-Liebig-Universität Gießen, das Frankfurt Institute for Advanced Studies sowie das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung als Partner beteiligt.
Und auch der LOEWE-Schwerpunkt „Außergerichtliche und gerichtliche Konfliktlösung“ kann bis Ende 2015 fortgesetzt werden, dafür stehen weitere 350.000 Euro zur Verfügung. Unter Federführung der Goethe-Universität erforschen Wissenschaftler der Goethe-Universität gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte Frankfurt und unter Beteiligung der Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung Formen und Muster im Umgang mit Konflikten. Welche Konflikte trug man zu unterschiedlichen Zeiten vor Gericht aus, wann wurde außergerichtlich nach Lösungen gesucht? Wie stellt sich dies im internationalen Vergleich dar? Ziel ist eine fundierte Theorie der Konfliktlösung. Zugleich soll Frankfurt als Zentrum der Konfliktforschung etabliert werden, indem das Projekt in einen DFG-Sonderforschungsbereich überführt wird.
Die Goethe-Universität hat damit bei sechs LOEWE-Zentren und acht LOEWE-Schwerpunkten die Federführung inne. Professor Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität, zieht eine positive Zwischenbilanz: „Die LOEWE-Initiative hat in Hessen viel Gutes bewirkt. Denn sie regt nicht nur zur Kooperation innerhalb der Hochschulen an, sondern wegen ihrer Anwendungsorientierung auch mit Partnern aus der Wirtschaft. Aber auch für die Grundlagenforschung gibt sie wichtige Impulse. So werden nicht wenige frühere LOEWE-Projekte heute zum Beispiel von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert – auch das ein Beispiel für gelungenen Transfer!“
Veranstaltungen
Vortrag des renommierten Sozialhistoriker Jürgen Kocka eröffnet Jahresthema des Historischen Kollegs im Forschungskolleg Humanwissenschaften
BAD HOMBURG. Der renommierte Berliner Sozialhistoriker Prof. Dr. Jürgen Kocka hält am Donnerstag (25. Juni) am Historischen Kolleg des Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg einen öffentlichen Vortrag. Er spricht über „Probleme einer vergleichenden Geschichte des Kapitalismus“, moderiert wird die Veranstaltung von den Frankfurter Wirtschaftshistoriker Prof. Dr. Werner Plumpe. Dies ist Auftakt zum Themenjahr 2015 im Historischen Kolleg, das sich mit „Varianten des Kapitalismus – der atlantische Raum und Asien“ beschäftigt.
Kocka, emeritierter Professor für Geschichte der industriellen Welt an der Freien Universität Berlin, wird den Blick auf die stark divergierende Entwicklung von atlantischer und asiatischer Welt um 1800 richten. Der vielfach ausgezeichnete Forscher wird langfristige Entwicklungslinien in der Geschichte des modernen Kapitalismus nachzeichnen und darlegen, wie der Begriff des Kapitalismus zu unterschiedlichen Zeiten in der Geschichts- und Sozialwissenschaft verwendet wurde. Besonders interessiert ihn, welchen Nutzen der Kapitalismusbegriff für globalgeschichtliche und gegenwartsbezogene Fragen hat. Kocka wird auch fragen, inwiefern sich die Varianten des Kapitalismus im 21. Jahrhundert annähern.
Damit führt der Berliner Wissenschaftler in das Jahresthema des Historischen Kollegs ein. Es beschäftigt sich mit der Entstehung des abendländischen Kapitalismus und seine von den Niederlanden und Großbritannien ausgehende Verbreitung des Kapitalismus, die sich zunächst auf Europa beschränkte und dann weltweit ausdehnte. Dabei handelt es sich um ein historisches Phänomen von außerordentlicher Tragweite, das das Interesse von Ökonomen, Soziologen und Historikern geweckt hat.
An den öffentlichen Abendvortrag schließt sich ein Intensivseminar für Studierende, Doktoranden und einschlägig arbeitende Forscher an. Es wird gemeinsam von Jürgen Kocka, Werner Plumpe, dem Programmbeauftragten des Historischen Kollegs für das Jahresthema 2015/2016, sowie dem Wirtschaftshistoriker Peer Vries (Wien) und dem Politikwissenschaftler Tobias ten Brink (Frankfurt) gehalten. Sie versuchen, eine neue Perspektive auf die langfristige Evolution verschiedener Varianten des globalen Kapitalismus in der Atlantischen Welt und Asien vom frühen 19. bis zum frühen 21. Jahrhundert zu entwickeln. Bei diesem Seminar und im weiteren Verlauf des Themenjahres stehen zudem die Rolle und Beschaffenheit grundlegender Strukturmerkmale des modernen Kapitalismus auf dem Prüfstand wie Eigentumsrechte, Nutzenorientierung und Kapitalmärkte. Nicht zuletzt geht es – auch mit aktuellem politischen Bezug – um soziale Ungleichheiten, immanente Konflikte, aber auch die gesellschaftliche Akzeptanz des Kapitalismus.
2014 war das Auftaktjahr des Historischen Kollegs im Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg. Es widmete sich der „Welt von 1914“. Renommierte internationale Wissenschaftler, wie Christopher Clark, Gustavo Corni und Till van Rahden, forschten zu Kontinuitäten und Diskontinuitäten zwischen dem „Großen Krieg“ und der Zeit danach. Die Wissenschaftler diskutierten, wie die Kriegserfahrung fundamentale Aspekte der Weltsicht veränderte, und richteten den Blick auf politische und gesellschaftliche Ordnungsmuster, etwa das Verhältnis zwischen Mehrheit und Minderheit.
Das Historische Kolleg wurde als erste eigenständige Programmlinie des Forschungskollegs Humanwissenschaften in Zusammenarbeit mit dem Historischen Seminar der Goethe-Universität ins Leben gerufen. Es dient renommierten Historikern aller Welt als geisteswissenschaftliches Laboratorium und ist lebendiger Ort öffentlicher Debatten. Wissenschaftlicher Koordinator des Programms ist Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte, an der Goethe-Universität.
Die Dagmar-Westberg-Stiftung ist Hauptsponsorin des Historischen Kollegs. Das Themenjahr „Varianten des Kapitalismus“ wird finanziert von Stefan Quandt. Das Forschunsgkolleg Humanwissenschaften ist ein Institute for Advanced Studies der Goethe-Universität in Kooperation mit der Werner Reimers Stiftung.
Informationen: Dr. Friederike Sattler und Ellinor Schweighöfer,
Forschungskolleg Humanwissenschaften, Bad Homburg, Tel.: 06172-13977-0, i.rudolph@forschungskolleg-humanwissenschaften.de ; schweighoefer@forschungskolleg-humanwissenschaften.de; www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de
Anmeldung für den öffentlichen Vortrag von Prof. Kocka erbeten an: info@forschungskolleg-humanwissenschaften.de
Veranstaltungen
Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 23. Juni im Klingspor-Museum
FRANKFURT/OFFENBACH. Beim Auftaktvortrag der „Goethe Lectures Offenbach“ sprach der Soziologie-Professor Sighard Neckel vor rund einem Monat über „Burnout. Das gesellschaftliche Leid mit der Erschöpfung“. Das zweite Thema der neuen Reihe, bei der der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität mit der Stadt Offenbach kooperiert, ist nicht minder aktuell. Nun geht es um das weltweite Datennetz, das in den Augen vieler Kritiker ein rechtsfreier Raum ist, der von den Interessen einiger weniger Großkonzerne dominiert wird. Ob das stimmt und wie es denn zu ändern wäre, analysiert der Rechtswissenschaftler Dr. Matthias C. Kettemann in seinem Vortrag „Wer hat die Macht im Internet?“ am Dienstag, dem 23. Juni, im Offenbacher Klingspor-Museum. Die interessierte Öffentlichkeit ist bei freiem Eintritt herzlich willkommen.
Der Vortrag wird sich zunächst mit dem Charakter der Macht im Internet beschäftigen. Die herrschenden Machttheorien sprechen von verschiedenen Gesichtern der Macht. Mit Max Weber können wir Macht als die Fähigkeit verstehen, „innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen“. In vielen sozialen Beziehungen im Internet gibt es allerdings kein Widerstreben. Niemand zwingt uns, eine bestimme Suchmaschine zu nutzen oder ein bestimmtes soziales Netzwerk zu besuchen, niemand zwang europäische Regierungen, mit den USA Vereinbarungen zum Datenaustausch einzugehen. Dennoch geschieht es. Und das ist eine Wirkung von Macht.
Sodann werden in dem Vortrag die ‚üblichen Verdächtigen‘ auf ihre Rolle als Herrscher über die Macht im Internet durchleuchtet: die Unternehmen – die Googles und Facebooks unserer Zeit – und die großen Staaten mit ihren Überwachungskapazitäten, wobei die USA, zumindest noch, eine Sonderrolle einnehmen. Der Vortrag zeigt aber auch auf, warum kein Akteur alleine machtvoll sein kann und kommt zu dem Schluss, dass bei den einzelnen Menschen viel an emanzipatorischer Macht verbleibt. Aber Macht ist, auch dies ein zentraler Schluss, natürlich nicht alles: Mit Pascal ist Macht ohne Recht tyrannisch, sodass jede Machtordnung des Internets von einer legitimierenden Rechtsordnung unterfüttert sein muss.
Der Prozess, in dem die normative Ordnung des Internets als Gegenmodell zu einer reinen Machtordnung entwickelt wird, ist für Kettemann die „Internet Governance“. Diese hat gewisse normative Ziele, die richtunggebend sind. Zentral dabei: Der Schutz der Integrität des Internets liegt im globalen öffentlichen Interesse, und nationale Internetpolitik wird mit Blick auf das öffentliche Interesse am Schutz des Internets determiniert.
Um das Demokratisierungs- und Emanzipationsversprechen des Internets einzulösen, bedarf es, so Kettemann, einer menschenrechtlich sensiblen Netzpolitik. Diese dürfe nicht dem Informationsindustriekomplex überlassen werden – aber auch nicht autoritären Staaten. Die Internet Governance brauche klare völkerrechtliche Grundlagen. Aber eine normative Ordnung des Internets könne nicht ohne einen sie tragenden Sozialvertrag Bestand haben. Diesen zu erarbeiten, zu diskutieren und umzusetzen sei unser aller Aufgabe – eine Aufgabe, der wir uns stellen müssten, um die Macht im Internet zu bändigen.
Matthias C. Kettemann ist Postdoktorand des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, wo er sich zur normativen Ordnung des Internets habilitiert. Kettemann hat für den Europarat und das Europäische Parlament geforscht und ist Co-Chair der Internet Rights & Principles Coalition. Zu seinen jüngsten Publikationen gehören: „The Future of Individuals in International Law“, „European Yearbook on Human Rights 2013“ (als Co-Herausgeber) und “Freedom of expression and the Internet” (zusammen mit Wolfgang Benedek).
Veranstalter des Vortragsabends und auch der Gesamtreihe sind neben dem Exzellenzcluster die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor-Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits zwei erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht auch dieses Mal die Möglichkeit zur Diskussion.
Dr. Matthias C. Kettemann, LL.M. (Harvard):
Wer hat die Macht im Internet?
Vortrag im Rahmen der „Goethe Lectures Offenbach“
Dienstag, 23. Juni, 19.00 Uhr
Klingspor-Museum Offenbach
Herrnstraße 80 (Südflügel des Büsing Palais)
63065 Offenbach am Main
Informationen:
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411,
bernd.frye@normativeorders.net; www.normativeorders.net/de
Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392,
kreativwirtschaft@offenbach.de, www.offenbach.de/wirtschaft
Personalia/Preise
Langjähriger Freund, Gönner und Ehrenbürger starb im Alter von 72 Jahren
FRANKFURT. Die Goethe-Universität trauert um Dr. Jochen Hückmann. Der Ehrenbürger und langjährige Chef des Pharma-Unternehmens Merz & Co. war am Montag im Alter von 72 Jahren gestorben. Hückmann hatte sich viele Jahre intensiv für die Goethe-Universität eingesetzt. Bereits vor 30 Jahren, im Jahr 1985, stiftete der promovierte Ökonom die Friedrich-Merz-Stiftungsgastprofessur für Pharmazie und Humanmedizin – eine der ersten Stiftungsgastprofessuren der Goethe-Universität. Erst 2014 war die traditionsreiche Gastprofessur um weitere fünf Jahre verlängert worden. Leitgedanke der Gastprofessur ist vor allem die Förderung internationaler wissenschaftlicher Beziehungen der Goethe-Universität in den Bereichen Medizin und Pharmazie. Mit der Stiftung einer Gastprofessur knüpfte die Firma Merz & Co. an alte Traditionen Frankfurter Mäzenatentums an. Der Firmengründer Friedrich Merz war Mitglied der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft. Die Gastprofessur umfasst Forschungs- und Lehrtätigkeiten sowie die Teilnahme an einem internationalen und interdisziplinären Symposium, das dem Forschungsschwerpunkt des Gastprofessors gewidmet ist und ebenfalls von der Firma Merz & Co. unterstützt wird.
Im universitären Jubiläumsjahr 2014 rief Jochen Hückmann zudem einen mit 500.000 € dotierten Stiftungsfonds aus Privatmitteln für die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern sowie der Förderung der wissenschaftlichen Spitzenforschung an der Goethe-Universität ins Leben. Ein ebenfalls von ihm gestifteter, mit 100.000 € dotierter Jubiläumspreis für medizinische Spitzenforschung wurde 2014 an Prof. Florian Greten vom Georg-Speyer-Haus verliehen.
Noch Mitte 2014 hatte die Journalistin Astrid Ludwig Jochen Hückmann für die Jubiläumsausgabe des Magazins Forschung Frankfurt – das Wissenschaftsmagazin der Goethe-Universität – porträtiert. Unter dem Titel „Die stillen Stifter“ schrieb sie: „Ein Mittelständler, der in der Spitzenforschung mitmischt. Auch das passt zu Dr. Jochen Hückmann und dem Frankfurter Familienunternehmen, das nicht an die Börse geht und seine Arzneimittel in Reinheim im Odenwald und im sachsen-anhaltischen Dessau produziert: klein, aber fein, bodenständig und innovativ. Wissenschaft und Forschung, darin liege die Zukunft Deutschlands – dieses Credo ist entscheidend für seine Unterstützung der Goethe-Universität. Die öffentliche Wahrnehmung seiner eigenen Person ist ihm dabei unwichtig: »Das brauche ich nicht. Es geht um die Universität.« Gutes zu tun, macht ihm Freude; und er möchte gern andere motivieren, sich ebenfalls zu engagieren und zu stiften.
Uni-Vizepräsident und Pharmakologe Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz würdigte Jochen Hückmann: „Mit ihm verliert die Goethe-Universität einen echten Freund und Gönner. Jochen Hückmann hat sich nie in den Vordergrund gedrängt. Er wollte helfen und hat dies in der ihm eigenen bescheidenen und freundlichen Art so nachdrücklich getan wie kaum ein anderer. Die Goethe-Universität ist ihm zu großem Dank verpflichtet. Wir werden ihn sehr vermissen.“
www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/51322710/FoFra_2014_1_Stifter_Die_stillen_Stifter.pdf
Veranstaltungen
Ein Gespräch über den nachhaltigen Umgang mit Wasser
FRANKFURT. Wir alle kennen die zahlreichen Verbrauchertipps zum Wassersparen und viele von uns wenden sie auch an. Schließlich gehört Wassersparen zum Umweltschutz und Umweltschutz inzwischen zum „guten Leben“ dazu. Doch macht es wirklich Sinn, Topfpflanzen mit dem Kondenswasser aus dem Trockner zu gießen, Duschwasser für Toilettenspülungen wiederzuverwenden oder Regenwasser für den Garten aufzufangen? Helfen wir damit wirklich der Umwelt oder „nur“ dem Geldbeutel? Was für Verbraucher nach einem klaren Fall aussieht, zeigt sich Experten bei genauer Betrachtung als komplexer Zusammenhang – sowohl zwischen Wasserinfrastruktur, Ökonomie und Ökologie als auch zwischen städtischen Ballungsräumen und ländlicher Umgebung. Wie sieht hier wie da ein sinnvoller Umgang mit der Ressource Wasser wirklich aus?
Dieser Frage widmet sich das Gespräch mit Dr. Stefan Liehr vom ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung und Dr. Regina Oehler von hr-iNFO kommende Woche. Liehr leitet den Forschungsschwerpunkt „Wasserressourcen und Landnutzung“ am ISOE. Oehler hat, nach Stationen als Neurobiologin und Autorin für die Süddeutsche Zeitung und die ZEIT, die Wissenschaftsredaktion Hörfunk des Hessischen Rundfunks aufgebaut, wo sie bis heute tätig ist.
Die Veranstaltung ist Teil der Diskussionsreihe „Blaue Zukunft – Die kostbare Ressource Wasser und wie wir damit umgehen (müssen)“, die die Goethe-Universität zusammen mit dem ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung ausrichtet. An insgesamt vier Abenden diskutieren Wissenschaftler beider Einrichtungen eines der wichtigsten Themen der Zukunft: Wasser. Dabei soll es nicht nur um aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse gehen, sondern vor allem um Fragen, die wir uns als Verbraucher stellen sollten und müssen.
Vom Sinn und Unsinn des Wassersparens – Nachhaltiger Umgang mit Wasser
Gespräch mit Dr. Stefan Liehr (ISOE) und Dr. Regina Oehler (hr-iNFO)
Zeit: Mittwoch, 24. Juni 2015, um 19.00 Uhr
Ort: GLS Bank, Mainzer Landstraße 47, 60325 Frankfurt
Der Eintritt ist frei.
Die Reihe findet statt im Rahmen der Frankfurter Bürger-Universität, das komplette Programm finden Sie unter: www.buerger.uni-frankfurt.de
Ausblick
Am 08. Juli 2015 geht es dann weiter mit der Diskussion
Risikostoffe im Wasser – Gefahren für Mensch und Umwelt?
Mit Prof. Jörg Oehlmann, Prof. Wilhelm Püttmann (beide Goethe-Universität), Anna Walz und Dr. Carolin Völker (beide ISOE), Moderation: PD Dr. Heike Zimmermann-Timm (GRADE – Goethe Graduate Academy)
Das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt am Main gehört zu den führenden unabhängigen Instituten der Nachhaltigkeitsforschung. Seit 25 Jahren entwickelt das Institut wissenschaftliche Grundlagen und zukunftsfähige Konzepte für Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft – regional, national und international. Zu den Forschungsthemen gehören Wasser, Energie, Klimaschutz, Mobilität, Urbane Räume, Biodiversität sowie Bevölkerungsentwicklung und Versorgung.
Wissenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Nicola Schuldt-Baumgart (Leitung)
Hamburger Allee 45, 60486 Frankfurt am Main
Tel: (069) 707 69 19-30; Fax: (069) 707 69 19-11
schuldt-baumgart@isoe.de
Internet: www.isoe.de