Veranstaltungen
Unter dem Motto „100 Jahre hoch im Kurs“ würdigt Deutsche Börse AG langjährige Zusammenarbeit
FRANKFURT. Der Handel auf dem Frankfurter Börsenparkett wurde am heutigen Freitag durch den Präsidenten der Frankfurter Goethe-Universität, Prof. Dr. Werner Müller-Esterl, eingeläutet. Anlass war das 100-jährige Bestehen der Universität, zu dem die Deutsche Börse AG dem langjährigen Partner mit einer Spende gratulierte. Die Handelseröffnung wurde von einer Grußbotschaft unterhalb der DAX-Anzeigetafel begleitet: „Goethe-Universität – 100 Jahre hoch im Kurs!“
Gregor Pottmeyer, Finanz- und Personalvorstand der Deutsche Börse AG, sagte: „Für uns ist die Goethe-Universität ein wichtiger Partner am Finanzplatz Frankfurt. Fundierte Forschung zu finanzwirtschaftlichen Themen und ein regelmäßiger Austausch machen die Universität zu einem bedeutenden Erfolgsfaktor am Finanzplatz. Das geht über die exzellente Ausbildung künftiger Fachleute weit hinaus.“
Prof. Dr. Werner Müller-Esterl, Präsident der Frankfurter Goethe-Universität erklärte: „Wir feiern in diesem Jahr 100 Jahre Goethe-Universität. Die Deutsche Börse ist seit vielen Jahren ein verlässlicher Partner der Goethe-Universität und auch Unterstützerin im Jubiläumsjahr. Wir freuen uns über die besondere Ehre, die uns mit der heutigen Opening Bell Ceremony zuteil wird und die Wertschätzung, die in dieser außergewöhnlichen Geste zum Ausdruck kommt. Wir sind gespannt auf weitere gemeinsame Projekte am Finanzplatz Frankfurt in den nächsten 100 Jahren.“
Die Gruppe Deutsche Börse unterstützt unter anderem das House of Finance der Universität, das mehrere interdisziplinäre Forschungs- und Weiterbildungsaktivitäten der Finanzwirtschaft und des Finanzrechts unter einem Dach vereint. Sie engagiert sich bei Stiftungsprofessuren, bietet Workshops an und entsendet hochrangige Manager als Dozenten. Gemeinsame Veranstaltungen wie das ILF-Börsenforum bieten einen fachlichen Austausch auf höchster Ebene.
Ansprechpartner für die Medien: Patrick Kalbhenn, Tel. +49-69-2 11-1 15 00, media-relations@deutsche-boerse.com
Bild zum Download: hier. Copyright: Deutsche Börse
Sonstige
Penn Law School und Goethe Universität wollen herausragenden Jura-Studenten fördern
FRANKFURT. Zu Ehren des Frankfurter Rechtswissenschaftlers Friedrich Kübler (1932-2013), der viele Jahre auch an der Penn Law School in Philadelphia/USA gelehrt hat, wird in dieser Woche ein Stipendium ins Leben gerufen, das einem angehenden Juristen einen Aufenthalt an der renommierten Universität finanziell ermöglichen soll.
Er war in vielerlei Hinsicht ein Brückenbauer: Friedrich Kübler, der von 1976 bis 1998 Gesellschafts- und Kapitalrecht sowie Medienrecht an der Goethe-Universität Frankfurt lehrte, war in sehr unterschiedlichen Bereichen sowie dies- und jenseits des Atlantiks zu Hause. Er schuf Verbindungen zwischen Ökonomie und Rechtswissenschaft, zwischen Theorie und Praxis – und zwischen Deutschland und den USA. Und das mit aller Konsequenz: Von 1985 bis 2011, also weit über seine Emeritierung an der Universität Frankfurt hinaus, war Kübler Visiting Professor an der University of Pennsylvania, was mit einem häufigen Ortswechsel für die ganze Familie verbunden war.
In Pennsylvania war Kübler als Wissenschaftler und Kollege überaus anerkannt, und er bahnte auch anderen Wissenschaftlern und Studierenden aus Frankfurt den Weg an die Penn Law School. Nach seinem Tod im Oktober 2013 wurde er in einer Pressemitteilung der „Penn Law“ als „most effective bridge to foreign academic communities” bezeichnet. Aus den Reihen der amerikanischen Kollegen kam bald der Vorschlag, Kübler posthum mit einem Stipendium zu ehren, das einem angehenden Juristen aus Frankfurt den Aufenthalt in Pennsylvania ermöglichen soll. Kübler habe die Basis gelegt für die vielen internationalen Angebote und Möglichkeiten für Studierende und Wissenschaftler, die es inzwischen an der Penn Law gebe, erklärt Matthew Parker von der Penn Law School.
Die Penn Law School stellt für das Stipendium 25.000 US$ zur Verfügung in Form eines Nachlasses bei den Studiengebühren, weitere 20.000 US$ wurden auf deutscher Seite gesammelt. „Für mich ist das ein schönes Beispiel, wie bürgerschaftliches Engagement dazu führt, internationale Beziehungen zu stärken“, sagt der bisherige Vizepräsident der Goethe-Universität Prof. Rainer Klump, der sich für das Zustandekommen des Stipendiums eingesetzt hat. Der Start des Stipendiums wird am Freitag, 17. Oktober, in kleiner Runde gefeiert. Der erste Stipendiat soll zum Wintersemester 2015/16 für ein Jahr in die USA reisen dürfen. Die näheren Voraussetzungen stehen noch nicht fest, mit entscheidend wird jedoch laut Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität die Note im Ersten Staatsexamen sein sowie besondere Englischkenntnisse.
Ein Bild des Frankfurter Rechtswissenschaftlers Friedrich Kübler zum Download finden Sie hier.
Informationen: Dr. Susanne Pelster, Geschäftsführung Dekanat Fachbereich Rechtswissenschaft der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Tel. 069-798-34205; E-Mail Pelster@jur.uni-frankfurt.de
Forschung
Neues Puzzle-Teil im komplexen Abwehrmechanismus entschlüsselt
FRANKFURT. Multi-resistente Bakterien sind eine globale Bedrohung für die menschliche Gesundheit. Ein Ausweg besteht darin, die komplexen Abwehrmechanismen der Bakterien auf molekularer Ebene zu entschlüsseln. Eine internationale Forschergruppe unter Leitung der Goethe-Universität ist nun ein weiterer Schritt zur Aufklärung der Antibiotika-Resistenz bei dem Darmbakterium Escherichia coli gefunden.
E. coli besitzt in seiner doppelten Zellmembran eine Pumpe, die eingedrungene toxische Substanzen wie Antibiotika wieder nach außen befördern kann. Diese Pumpe, das AcrB-Protein, besteht aus zwei Bereichen. Bereits vor einigen Jahren hat die Arbeitsgruppe von Prof. Martin Pos am Institut für Biochemie der Goethe-Universität die Funktionsweise der Pumpe in der Domäne zwischen den zwei Membranen, dem Periplasma, aufgeklärt. Sie arbeitet wie die Darmperistaltik oder eine Quetschpumpe. „Es handelt sich um einem Zyklus mit drei Phasen, entsprechend drei verschiedenen Konformationen der Proteinpumpe“, erläutert Martin Pos.
Zunächst wird das Antibiotikum erkannt und locker gebunden, im nächsten Zustand im inneren der Pumpe fest gebunden, und im dritten durch das Protein hindurch gequetscht und nach außen entlassen. Nun hat die Gruppe auch die Funktion der Transmembrandomäne aufgeklärt: Sie befindet sich in der innere Membran der Gram-negativen E. coli Zelle und liefert die Energie für den Antibiotika-Transport. Auch diese Domäne durchläuft während des Transportes einen Zyklus mit drei Phasen.
Der „Treibstoff“ für die AcrB-Pumpe sind Protonen, die über die Transmembrandomäne in die Zelle aufgenommen werden. Wie das funktioniert, hat die Arbeitsgruppe von Pos herausgefunden, in dem sie zunächst die drei-dimensionale Struktur mehrerer Varianten der AcrB Pumpe mittels Röntgenstrukturanalyse analysierte. In Computersimulationen machte die Arbeitsgruppe von Dr. José Faraldo-Gómez vom National Institute of Health (NIH) in den USA, der vorher am Max-Planck Institut für Biophysik in Frankfurt war, den Mechanismus sichtbar. „Der Protonentransport induziert eine Bewegung ähnlich wie beim Zylinder eines Kolbenmotors“, erläutert Martin Pos. „Und obwohl die Transmembrandomäne weit entfernt liegt von der Domäne, welche die Antibiotikamoleküle nach außen transportiert, sieht es so aus, als wären die alternierenden Zyklen der beiden Domänen strikt gekoppelt“
Die Erkenntnisse, die im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Transport und Kommunikation durch biologische Membranen“ an der Goethe Universität und der europäischen „Innovative Medicines Initiation“ (IMI) gewonnen wurden, liefern möglicherweise neue Ansätze im Kampf gegen multiresistente Bakterien. IMI ist Europas größte public-private-Initiative mit dem Ziel, die Entwicklung besserer und sicherer Medikamente voran zu treiben. „AcrB ist ein Modellprotein, welches sehr nahe Verwandte hat in anderen multiresistenten pathogenen Bakterien, wie zum Beispiel Acinetobacter baumannii. Beim Menschen gibt es auch verwandte Proteine, die möglicherweise nach einem ähnlichen Mechanismus funktionieren. Sie transportieren jedoch nicht Antibiotika, sondern spielen eine wesentliche Rolle bei der Regulation des Cholesterin-Gehalts in den Zellen oder der Entwicklung des Embryos“, so Pos über die weiteren Anwendungsfelder des Forschungsergebnisses.
Publikation:
Eicher, T., Seeger, M. A.., Anselmi, C., Zhou, W., Brandstätter, L., Verrey, F., Diederichs, K., Faraldo-Gómez, J. D.*, Pos, K. M.* (2014) Coupling of remote alternating-access transport mechanisms for protons and substrates in the multidrug efflux pump AcrB. eLife 3:e03145. http://elifesciences.org/content/3/e03145
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Bildtext:
Oben: AcrB-Pumpe, mit deren Hilfe E.Coli-Bakterien eingedrungene Antibiotika (grün) aus der Zelle befördern. Antrieb ist ein Gradient aus Protonen (H+). Dabei wird die freigesetzte Energie von der Transmembrandomäne (schwarz umrandet) durch zwei Helices (rot) zu der Antibiotika-transportierenden Domäne übertragen. Unten: Die Transmembrandomäne in ihren drei verschiedenen Zuständen.
Informationen: Prof. Klaas Martinus Pos, Institut für Biochemie und Exzellenzcluster Makromolekulare Komplexe, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798- 29251, pos@em.uni-frankfurt.de; www.biochem.uni-frankfurt.de/index.php?id=7 und http://www.sfb807.de/klaas-martinus-pos.html
Personalia/Preise
100.000 Euro für Krebsforscher Florian Greten
FRANKFURT. Krebsforscher Florian Greten, Direktor des Georg-Speyer-Hauses, ist mit dem Innovationspreis für Lebenswissenschaften ausgezeichnet worden. Der mit 100.000 Euro dotierte Preis wurde anlässlich des 100.jährigen Jubiläums der Goethe-Universität von Dr. Jochen Hückmann, Ehrenbürger der Universität, gestiftet. Der Preis soll die Anwendung lebenswissenschaftlicher Grundlagenforschung in der Klinik fördern und damit die Rolle der Goethe-Universität als Innovator für den Medizin- und Pharma-Standort Frankfurt demonstrieren.
Florian Greten, 41, erforscht die Entstehung und Therapie von Darmkrebs. Bislang ging man davon aus, dass nur die eigentlichen Stammzellen des Darms Tumorwachstum auslösen können. Mit seiner Arbeitsgruppe konnte Greten vor Kurzem den genetischen Beweis erbringen, dass im Prinzip jede Zelle im Darm wieder die Eigenschaften von Stammzellen annehmen und damit Krebs auslösen kann. Das hat wichtige Folgen für Therapien, die spezifisch Tumorstammzellen angreifen. „Wir vermuten, dass solche Therapien möglicherweise nicht erfolgreich sind, da andere Zellen im Tumor wieder zu Stammzellen werden können und damit die eliminierten Stammzellen ersetzen“, so Greten.
Greten hat außerdem ein Tiermodell etabliert, an dem sich die Entstehung von Darmkrebs beobachten lässt. Durch eine genetische Veränderung fehlt den Mäusen ein Tumor unterdrückendes Gen, das Tumorsuppressorgen p53. Greten untersuchte auf der zellulären und molekularen Ebene, wie der Verlust von p53 zu einer akuten Entzündungsreaktion führt, welche essentiell ist für die Invasion und Metastasierung von Tumorzellen. An den Mäusen testet seine Arbeitsgruppe auch neue endoskopisch gesteuerte, bildgebende Verfahren sowie neue Medikamente zur Therapie von Darmkrebs.
Florian R. Greten ist seit August 2013 Direktor des Frankfurter Georg-Speyer-Hauses, das 1904 durch eine Spende von Franziska Speyer, der Witwe Georg Speyers, gegründet wurde. Sein erster Direktor, der Nobelpreisträger Paul Ehrlich, widmete sich dort der Krebsforschung und entwickelte erste Chemotherapien. Der Krebsforscher Florian Greten kam von der Technischen Universität München nach Frankfurt. Er hat bereits einige Preise und Auszeichnungen erhalten: 2005 ein Emmy-Noether-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft, 2011 den begehrten „ERC Starting Grant“ des Europäischen Forschungsrats und 2012 den Deutschen Krebspreis.
Informationen: Prof. Florian R. Greten, Georg-Speyer-Haus, Paul-Ehrlich-Str. 42-44 Tel.: (069) 63395-183, Greten@gsh.uni-frankfurt.de.
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Bildtext: Greten erhielt den Innovationspreis für Lebenswissenschaften
Personalia/Preise
Jury zeichnet Sieger auf der Frankfurter Buchmesse aus
FRANKFURT. Ein deutsches und ein italienisches Start-up-Unternehmen überzeugten die Jury des 2. Digital Publishing Creative Ideas Wettbewerbs. Im Rahmen der Technologiekonferenz CONTEC auf der Frankfurter Buchmesse 2014 wurden zwei erste Preise vergeben: Den Preis in der Kategorie „Entrepreneurship“ erhielt das italienische Unternehmen Tworeads, das einen referenzbasierten Empfehlungsalgorithmus für Sachbücher präsentierte und damit gegenüber Amazon eine vielversprechende Alternative anbietet. Der Preis in der Kategorie „Intrapreneurship “ ging an Oetinger34, ein innovatives Projekt des Hamburger Oetinger Verlags, das beim 2. Digital Publishing Creative Ideas Contest mit einer Co-creation-Plattform und Online-Community antrat: Oetinger34 bietet Grafikern und Textern einen Raum, in dem sie gemeinsame Projekte entwickeln können. Der Digital Publishing Creative Ideas Wettbewerb wird von der Frankfurter Buchmesse gemeinsam mit dem Goethe-Unibator, dem Gründerzentrum der Goethe-Universität, ausgerichtet, und fand 2014 zum 2. Mal statt.
Insgesamt fünf Finalisten hatten sich für den Live-Pitch vor Publikum qualifiziert: Neben Tworeads und Oetinger34 waren es OECD Data aus Frankreich, das indische Unternehmen Papertrell und Consetto, ebenfalls aus Deutschland. Die Jury vor Ort setzte sich zusammen aus Justo Hidalgo (24 Symbols), Ed Nawotka (Publishing Perspectives), Holger Volland (Frankfurter Buchmesse) und Dr. Sebastian Schäfer (Goethe-Unibator). Moderiert wurde die Session „Hug the Alien“ von der US-Medienexpertin Kat Meyer.
„Mit dem Digital Publishing Creative Ideas Wettbewerb, den wir gemeinsam mit dem Goethe-Unibator gestartet haben, bieten wir jungen, kreativen Unternehmern eine Gelegenheit, ihr Produkt auf der Frankfurter Buchmesse vorzustellen: Hier haben sie eine gute Chance, mit potentiellen Kunden und Sponsoren ins Gespräch zu kommen und den Bekanntheitsgrad ihres Unternehmens zu steigern“, sagte Holger Volland, VP Media Industries der Frankfurter Buchmesse.
„Die Produkte und Lösungen, die in der CONTEC-Session „Hug the Alien“ gepitcht wurden, waren spannend und innovativ, und die Bandbreite an Ideen beeindruckend. Ich freue mich, dass wir mit zwei ersten Preisen diese Vielfalt abbilden konnten“, sagte Sebastian Schäfer, Managing Director des Goethe-Unibators.
Kontakt: Goethe-Unibator, Dr. Sebastian Schäfer, Tel. (069) 798-23472, info@goetheunibator.de
Mehr Informationen unter www.goetheunibator.de