Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Sonstige

Feb 13 2012
14:25

Stadt Frankfurt stiftet mit 15 Millionen Euro dotierten Fonds zugunsten der Goethe-Universität/Erinnerung an früheren Oberbürgermeister Franz Adickes

Adickes-Stiftung stärkt Forschung und Lehre

FRANKFURT. Franz Adickes hat eine überragende Bedeutung für die Frankfurter Stadtentwicklung. Von 1890 bis 1912 machte er als Oberbürgermeister die Stadt zu einer bedeutenden Großstadt und Handelsmetropole. Federführend war der berühmte Kommunalpolitiker, der unter anderem auch in Dortmund und Altona gewirkt hat, bei der Gründung der Stiftung der Universität Frankfurt im Jahre 1914. Ein neu aufgelegter Stiftungsfonds wird nun Adickes Namen tragen und sein richtungsweisendes kommunal- und hochschulpolitisches Vermächtnis  fortführen.

Oberbürgermeisterin Petra Roth, Stadtrat Felix Semmelroth und Universitätspräsident Werner Müller-Esterl präsentierten heute gemeinsam den bereits im letzten Jahr aus der Taufe gehobenen Stiftungsfonds, der mit einer Summe von insgesamt 15 Millionen Euro ausgestattet ist. Der Fonds ist unselbstständiger Teil des Stiftungsvermögens der Universität, der vom übrigen Vermögen getrennt verwaltet wird. Erträge dieses Stiftungsfonds werden ausschließlich für Zwecke der Förderung von Exzellenz in de Forschung, Lehre und Weiterbildung eingesetzt.  Finanziert werden damit unter anderem Promotionsstipendien, wissenschaftliche Kooperationsprojekte zwischen Universität, Stadt und Partnerstädten und die Pflege der Sammlung des Botanischen Gartens.

Oberbürgermeisterin Petra Roth hob bei der heutigen Präsentation des Stiftungsfonds im Frankfurter Römer die Leitmotive für die Gründung hervor:  „Franz Adickes hat als Oberbürgermeister der Jahrhundertwende die aufstrebende Stadt Frankfurt am Main erst richtig in Szene gesetzt. Er schuf mit seiner Kommunalpolitik in Zeiten der zügigen Industrialisierung die Voraussetzungen, die diese Stadt brauchte, um Potenziale eigener Entwicklung zu entfalten.“ In diesem Sinne sei Adickes bis in die Gegenwart hin „Vorbild fortschrittlicher Kommunalpolitik“, setzte das Stadtoberhaupt bei der Präsentation der Stiftung am Montag im Römer hinzu.

„Wir sind der Stadt Frankfurt für ihren Beitrag sehr dankbar“, betonte Universitätspräsident Werner Müller-Esterl. „Mit dem Stiftungsfonds, der an einen großen Kommunalpolitiker und Förderer universitärer Bildung erinnert, wird die Verbundenheit von Stadt und Universität nachhaltig erneuert“, so Müller-Esterl.  Die Stiftungsuniversität Frankfurt werde in ihrer Autonomie gestärkt und könne ihren Weg entlang der gesellschaftlichen Herausforderungen hin zu einer europäischen Spitzenuniversität damit noch selbstbewusster fortsetzen.

Mit der Adickes-Stiftung löst die Stadt ein Versprechen ein, das Oberbürgermeisterin Roth 2007 im Zuge der Umwandlung der Goethe-Universität in eine Stiftungsuniversität gegeben hatte. Das Stiftungsvermögen der Goethe-Universität hat sich seitdem beträchtlich erhöht. Inklusive aller festen Zusagen beträgt es inzwischen knapp 150 Mio. Euro. Den größten Teil davon machen die mit 33 Mio. Euro dotierte Kassel-Stiftung und der 50 Mio. Euro betragende Matching-Funds-Anteil des Landes aus. Letzterer soll aus den Erlösen des Verkaufs der Universitätsgrundstücke in Bockenheim bestritten werden, auf denen der Kulturcampus entstehen wird. In jüngster Zeit war zudem die mit 21 Mio. Euro dotierte House of Finance-Stiftung ins Leben gerufen worden.

Sonstige

Feb 9 2012
14:52

Der Betriebsarzt der Goethe-Universität empfiehlt: ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, draußen empfindliche Körperpartien schützen

Winterkälte: Trockene Heizungsluft sorgt vor allem für Reizungen der Haut und Atemwege

RANKFURT. Das sibirische Hochdruckgebiet Cooper hat erstmals in diesem Winter für arktische Verhältnisse auch im Flachland gesorgt. Nach einem eher milden Winterstart herrscht nun eine grimmige Kälte, auf die viele Menschen nicht oder nur unzureichend vorbereitet sind. Doch wer einige grundlegende Prinzipien beherzige, brauche sich aber keine Sorgen zu machen, betont Dr. Martin Düvel, Betriebsarzt der Goethe Universität und Facharzt für Arbeits- und Sozialmedizin. Oft sei es gar nicht die kalte Außenluft, sondern  vor allem die trockene Heizungswärme in Gebäuden, die bei empfindlichen Menschen für Haut- und Atemwegsreizungen sorge.

Das „Zwiebelschalenprinzip“ bei der Kleidung sei ja hinlänglich bekannt und immer noch sehr empfehlenswert, so Düvel. Wer vor allem Gesicht und Extremitäten gut schütze, könne durchaus auch bei Minusgraden Sport betreiben. Nach Möglichkeit solle dabei versucht werden, durch die Nase einzuatmen. „Solange man durch die Nase atmet, wird die Lunge geschont, weil die Luft vorgewärmt wird. Wer dagegen die kalte Luft direkt über den Mund tief einatmet, reizt damit die Bronchien, die darauf hin als Abwehrreaktion Schleim bilden.  Das kann die Entstehung einer Erkältung begünstigen“, erläutert Düvel.

Die meisten körperlichen Probleme träten aber oft erst in geheizten Räumen auf, in denen die trockene Luft den Staub aufwirbelt und auch die Verbreitung von Viren begünstigt. „Grundsätzlich ist eine Raumfeuchtigkeit zwischen 35 und 55 % empfehlenswert. Auch wenn man keinen großen Durst verspürt, sollte ausreichend getrunken werden, weil dadurch die Schleimhäute besser befeuchtet werden.  Gerade auch bei einer beginnenden Erkältung ist die Aufnahme von viel Flüssigkeit, vor allem Mineralwasser, ratsam“, betont Düvel. Ansonsten rät der Mediziner zu Lutschpastillen, die ätherische Öle enthalten.

Nicht nur die Atemwege werden von den starken Temperaturunterschieden belastet, sondern auch die Haut, das größte Organ des Menschen. Viele Menschen neigen im Gesicht und an den Händen an starkem Juckreiz, weil die Haut aufgrund der Heizungswärme stark austrocknet. „Mein persönlicher Tipp: Pflegecremes mit Harnstoff (Urea). Diese ziehen besonders gut ein und schützen vor allem die oberste Hautschicht“, so Düvel.

Besonderes Augenmerk sollten Eltern auf das Wohlergehen ihrer Kinder richten. Kleinkinder bewegen sich im Kinderwagen nur wenig und sollten nur gut eingepackt der aggressiven Winterluft ausgesetzt werden. Düvel weist auf ein häufig in Vergessenheit geratendes physikalisches Prinzip hin: Bei Kindern liege im Unterschied zu Erwachsenen ein ungünstigeres Verhältnis von Hautoberfläche und Körpervolumen vor, sie könnten daher schneller auskühlen.  Seine Empfehlung: „Ausgesprochen wohl fühlen sich die allerkleinsten, wenn sie im Tragebeutel körpernah unter einem schützenden Mantel getragen werden. Als Vater habe ich bereits vor mehr als zwanzig Jahren bei jedem meiner drei Kinder die besten Erfahrungen mit dieser Art des Kindertransportes gemacht.“

Veranstaltungen

Feb 9 2012
13:30

Podiumsdiskussion zum demokratischen Umgang mit internationalen Sicherheitsrisiken

Wofür lohnt es sich zu sterben?

 

FRANKFURT. Gefallene, Versehrte, Veteranen. Soldatenwitwen, Ehrenhaine - Krieg. Spätestens mit dem „Karfreitagsgefecht“ im April 2010, in dem mehrere Bundeswehrsoldaten in Afghanistan zu Tode kamen, sind diese Begriffe in das Vokabular deutscher Sicherheitsdebatten zurückgekehrt. Durch Fernsehbilder von angesprengten Tank- und Panzerfahrzeugen, im Gefecht stehenden Bundeswehrsoldaten sowie die Live-Übertragung von Militärbegräbnissen haben die Schattenseiten des Krieges auch das Bewusstsein der Heimatbevölkerung erreicht. Das öffentliche Drängen auf eine umfassende Erklärung von militärischen Einsätzen wuchs. Die zentrale Frage: Für welche nationalen und internationalen Werte kann und soll heute noch auf welche Weise Sicherheit gewährleistet werden? Darüber diskutieren  Experten aus Wissenschaft und Praxis in einer Podiumsdiskussion

am:        Samstag, dem 18. Februar 2012, um 18 Uhr;
Ort:        Campus Westend; IG-Farben Haus, Raum 411.
Thema:   „Wofür lohnt es sich zu sterben?“

Die Vorstellung, dass ein demokratisches Gemeinwesen wie die Bundesrepublik Frauen und Männer aus ihrer Mitte verpflichtet, an bewaffneten Konflikten teilzunehmen, um seine Werte, Ziele und Interessen zu beschützen, mag vielen als archaisch erscheinen. Doch die deklaratorische Verpflichtung auf die Werte Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit, bleibt für die Sicherheitspolitik des vereinigten Deutschland nicht folgenlos. Auch wenn die Verpflichtung, sich der Gefahr von Verwundung oder sogar Tod auszusetzen, nun primär auf Freiwilligkeit beruht, stellt sich dennoch die brisante Frage, wie demokratische Gemeinschaften den Prozess der Selbstverständigung organisieren, wenn sie tatsächlich auf diese Freiwilligkeit zurückgreifen wollen.

In der Podiumsdiskussion gilt es, insbesondere Antworten auf die Herausforderung zu finden, wie Willensbildungsprozesse demokratischer Gemeinschaften über ihre Sicherheit im Sinne von Teilhabemöglichkeiten sowie der Schonung individueller Freiheitsrechte organisiert werden können.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe Universität sowie des American Institute for Contemporary German Studies der Johns Hopkins Universität, Washington DC und findet mit freundlicher Unterstützung der FAZIT-Stiftung statt.

Informationen: Prof. Gunther Hellmann, Professur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Außenbeziehungen Deutschlands und der Europäischen Union sowie Principle Investigator des Exzellenzclusters „Die Herausbildung Normativer Ordnungen“, Campus Bockenheim, Tel. Sekretariat (Frau Opaterny): (069) 798-22059;g.hellmann@soz.uni-frankfurt.de.

Sonstige

Feb 8 2012
17:29

Einrichtung am Riedberg erhält den Namen „Buchmann Institut für Molekulare Lebenswissenschaften“

Buchmann fördert Exzellenzcluster der Goethe Universität

FRANKFURT. Mit mit einem substantiellen Betrag fördert der Frankfurter Unternehmer und Mäzen Dr. Josef Buchmann das neue Institut für Molekulare Lebenswissenschaften der Goethe-Universität. Im Exzellenzcluster forschen herausragende Physiker, Chemiker, Biologen und Mediziner an grundsätzlichen Fragen zur Struktur und zum Mechanismus von „Molekularen Maschinen“. Der Stiftungsvertrag wurde im Rahmen eines universitären Festaktes am 7. Februar besiegelt, an dem neben dem Ehepaar Buchmann auch Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth zugegen war.

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl dankte dem Ehepaar Buchmann und würdigte sein nachhaltiges Engagement für die Forschung:  Buchmann sei ein bedeutender Unternehmer, der den Wiederaufbau Frankfurts mitgestaltet habe. Als Mäzen, Stifter und Förderer der Kunst, Medizin, Forschung und Bildung habe er in Polen, Israel und Deutschland maßgeblich gewirkt. Buchmann ist als Sohn einer jüdischen Familie in Polen geboren und wurde ins Ghetto von Lodz und anschließend in die Vernichtungslager Auschwitz und Bergen-Belsen verschleppt. Er und zwei seiner Schwestern überlebten den Todesmarsch von Auschwitz nach Bergen-Belsen, nicht aber seine Eltern. „Dr. Josef Buchmann hat trotz aller beruflichen Erfolge nicht die harten Jahre des Überlebenskampfs vergessen. Er weiß, was es heißt, in Not zu sein. Daraus rührt nicht zuletzt der Gedanke, Menschen die Wohltat und Fürsorge zukommen zu lassen, die ihm in jüngeren Jahren versagt geblieben sind.“

Allein der Goethe-Universität habe er unter anderem eine Stiftungsprofessur und einen Doktorandenfonds finanziert, aus dem bislang mehr als 300 Stipendien hervorgingen, darunter auch für die Universität Tel Aviv. „Herr Buchmann ist ein leuchtendes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement. Die Goethe-Universität ist daher stolz, ihn zu unseren Förderern zählen zu dürfen“, betonte Müller-Esterl in seiner Laudatio. Um der Bedeutung Buchmanns für Forschung an der Goethe-Universität Ausdruck zu verleihen, wird das Institut für Molekulare Lebenswissenschaften künftig den Namen des Stifters tragen.

Prof. Harald Schwalbe,  Sprecher des Exzellenzclusters „Makromolekulare Komplexe“ an der Goethe-Universität, sieht in der Spende einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit des neuen Instituts: „Die Mittel kommen der Förderung herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zugute, darunter sind 13 Professoren und mehr als 100 ausgewiesene Nachwuchswissenschaftler.“ Das Institut sei in seiner interdisziplinären Ausrichtung ein Juwel der Goethe Universität. Man hoffe, dass die Forschergruppe Antworten auf drängende Fragen geben und entscheidende Impulse bei der Bekämpfung von Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson setzen könne.

Seit 1999 gibt es im Zentrum der Kinderheilkunde des Klinikum der Goethe  Universität einen "Josef Buchmann-Flügel", benannt nach Josef Buchmann aufgrund seiner großzügigen Spende anlässlich der Errichtung des Neubaus.

Forschung

Feb 8 2012
14:27

Hoch sensitiver Test für Eiweiß-Aggregate im Nervenwasser

Alzheimer Demenz: früher erkennen, besser behandeln

 

FRANKFURT. Die Diagnose „Alzheimer Demenz“ wird meist erst gestellt, wenn der Patient ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat. Medikamente, die zu einem früheren Zeitpunkt noch wirksam gewesen wären, helfen dann nur noch eingeschränkt. Das könnte sich nun dank eines neuen Tests zur Frühdiagnose der Alzheimer Demenz ändern: Der von einem internationalen Team unter der Leitung von Prof. Harald Hampel entwickelte Test kann die Konzentration von Protein-Aggregaten im Nervenwasser schon in geringen Mengen nachweisen. Darüber berichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des renommierten „Journal of Alzheimer’s Disease“. 

Eines der Kennzeichen der Alzheimer Krankheit ist die übermäßige Ablagerung des Eiweißstoffs beta-Amyloid  im Gehirn. Diese stört die Funktion von Nervenzellen im Gehirn empfindlich und kann zu irreparablen Schäden führen. Prof. Hampel und seine Mitarbeiter konnten in Kooperation mit einem Forscherteam aus Deutschland, Schweden und den USA nun nachweisen, dass die Konzentration dieser toxischen Oligomere im Nervenwasser stark erhöht ist, wenn man Alzheimer Patienten mit altersgleichen gesunden Kontrollprobanden vergleicht. Interessanterweise nimmt die Konzentration dieser Oligomere sogar in dem Maße zu, wie die Gedächtnisstörungen und anderen kognitiven Defizite der Alzheimer-Patienten zunehmen. „Dies ist ein bahnbrechender Befund, da die meisten anderen bisher verfügbaren Nachweismethoden, so genannte Biomarker, für Alzheimer deutlich weniger sicher den Schwund der geistigen Fähigkeiten anzeigen können“, so Prof. Hampel, Leiter der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie an der Goethe-Universität. 

Der Test könnte in Zukunft auch dazu eingesetzt werden, die Wirkung neuer Medikamente zu erproben, die spezifisch die Verklumpung des Amyloid Proteins und damit die Bildung der Amyloid-Oligomere hemmen oder deren Abbau beschleunigen sollen. Weitere Studien sind erforderlich, um die Ergebnisse dieser wegweisenden Studie zu bestätigen und deren Einsatz auch bei Patienten mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen zu prüfen. 

Publikation: Santos AN, Ewers M, Minthon L, Simm A, Silber RE, Blennow K, Prvulovic D, Hansson O, Hampel H. Amyloid-β Oligomers in Cerebrospinal Fluid are Associated with Cognitive Decline in Patients with Alzheimer's Disease. J Alzheimers Dis. 2012 (Jan 3. [Epub ahead of print]). DOI 10.3233/JAD-2012-111361

Kontaktadresse für Patienten: Gedächtnissprechstunde der Integrierten Ambulanz für eine umfassende Demenzdiagnostik, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Klinikum der Goethe-Universität, Tel.: (069) 6301-5079.

Informationen zur Studie: Zentrales Studientelefon, Tel.: (069) 6301-7634.