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Graduiertenkolleg gewährt Blick hinter die Kulissen: Ausstellung „Werte im Widerstreit“ im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst
FRANKFURT/WIESBADEN. Jede Gesellschaft oder Kultur hat eine andere Vorstellung von „wertvollen Dingen“ und ihren Äquivalenten. Die Ausstellung „Werte im Widerstreit – Von Bräuten, Muscheln, Geld und Kupfer“, die heute in Wiesbaden eröffnet wird und bis zum 16. Dezember in der Ausstellungshalle im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst zu sehen ist, erschließt in lebendiger und spannender Weise 16 Studien von Doktorandinnen und Doktoranden aus der Archäologie, Ethnologie und Volkswirtschaft.
„Damit betreten das Graduiertenkolleg ‚Wert und Äquivalent‘ der Goethe-Universität und die Deutsche Forschungsgemeinschaft Neuland“, betont der Sprecher des Kollegs Prof. Dr. Hans-Markus von Kaenel, „erstmals werden die laufenden Forschungen von Studierenden eines Graduiertenkollegs einer Öffentlichkeit präsentiert, bevor sie in Fachpublikationen erscheinen.“ So erhalten die Nachwuchswissenschaftler die einzigartige Gelegenheit, mit einer Ausstellung ihre Dissertationen zu visualisieren und gleichzeitig praxisbezogen zu arbeiten. Das Publikum wiederum kann den Forschenden bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und einen Blick hinter die Kulissen der universitären Tätigkeiten werfen.
Seit 2010 geht eine international zusammengesetzte Gruppe von 20 Doktorandinnen und Doktoranden unter der Leitung von zehn Professorinnen und Professoren der Goethe-Universität sowie einer Professorin der TU Darmstadt den Fragen nach: „Wodurch erhalten Dinge ihren Wert und wie verändert er sich im Lauf der Zeit? Wie wird Wert im jeweiligen gesellschaftlichen Kontext bestimmt und ist der Wert eines Objektes durch Äquivalente präziser zu fassen?“ „Indem die Ausstellung – zum Teil ungewöhnliche – Formen der Erzeugung, Umwandlung und Definition von Wert präsentiert, leistet sie einen Beitrag zur Diskussion über dieses aktuelle Thema und eröffnet neue Sichtweisen auf ein Problem, das jeden von uns angeht“, erläutert die Kuratorin Dr. Charlotte Trümpler. Untersucht werden Keramikobjekte, Bronzeskulpturen, Elefantenstoßzähne, Keilschrifttexte, Steinbeile, Muscheln und Münzen aus ganz unterschiedlichen Kulturen und Zeiten. Dabei erstreckt sich der räumliche Bogen vom 4. Jahrtausend v. Chr. bis in die Gegenwart und geographisch von Südostasien über den Vorderen Orient, Europa und Afrika, bis nach Nordamerika.
Graduiertenkollegs fördern den wissenschaftlichen Nachwuchs und haben unter anderem zum Ziel, den interdisziplinären Diskurs anzuregen. Bei den Vorbereitungen zur Ausstellung hatten die Doktoranden die Gelegenheit, sich intensiv mit den Forschungsthemen anderer Fachgebiete auseinanderzusetzen. Denn wann sonst diskutieren Archäologen, Ethnologen und Volkswirte über die Gemeinsamkeiten ihrer Dissertationsthemen? Die 16 ganz unterschiedlichen Themen wurden in vier Bereiche gegliedert. Diese Gruppierung macht deutlich, welch überraschende Übereinstimmungen die verschiedenartigen Themen haben können.
Ein wichtiger Bestandteil der Ausstellung sind die Medien Film und Fotografie. Zwei Studierende aus dem Fachbereich Kunstpädagogik mit Schwerpunkt Film der Goethe-Universität haben einen einführenden Film erstellt. Sie führten mit den Doktoranden Interviews und begleiteten sie während ihren Forschungen. Den innovativen Filmemachern ist es gelungen, mit dem neugierigen Blick von Außenstehenden einen pfiffigen, lebendigen Film mit Gegenwartsbezug zu produzieren. In weiteren Videos, die die Doktoranden während ihren Forschungen erstellten, können die Besucher an einer Brautzeremonie in Burkina Faso teilnehmen, einer Zeremonie von Ahnenschätzen beiwohnen, die Bautätigkeit eines syrischen Palastes aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. erleben und beobachten wie Ösenringe, die den Göttern geweiht wurden, untersucht werden. Geschichten vom letzten Umzug in das Altersheim runden die Ausstellung ab.
Die Umsetzung der Ideen in eine gestalterische Form erfolgte durch Ursula Gillmann, Professorin an der Hochschule Darmstadt, und Studierende ihres Fachbereich Gestaltung. Zusammen mit den Doktoranden des Graduiertenkollegs erarbeitete sie ein ästhetisch ansprechendes Konzept für die Präsentation. Damit Besucher und Doktoranden am Schluss auch etwas in der Hand halten können, das die Ausstellung widerspiegelt, wurde eine Begleitpublikation mit 80 Seiten und 120 Abbildungen erstellt. In dieser sind alle 16 wissenschaftlichen Arbeiten, analog zur Präsentation, knapp und für eine breite Öffentlichkeit gut lesbar zusammengefasst und reich mit Fotografien ausgestattet.
Die Ausstellung ist bis 16. Dezember, dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostenlos. Sie findet statt in Ausstellungshalle im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Rheinstraße 23-25, Wiesbaden. Die Ausstellung wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und den Freunden und Förderern der Goethe-Universität.
Bildmaterial und Bildtexte als Download: hier (.zip, 20MB)
Informationen: Dr. Charlotte Trümpler, Kuratorin der Ausstellung, mobil 0179 7104028, truempler@em.uni-frankfurt.de; auf Anfrage wird die Pressemappe mit der reich bebilderten Begleitpublikation (80 Seiten und 120 farbigen und s/w Abbildungen) sowie einer DVD mit dem Einführungsfilm zur Verfügung gestellt; im Internet: www.value-and-equivalence.de (inkl. Auflistung der Dissertationsprojekte)
Veranstaltungen
Frankfurter Bürger-Universität bietet öffentliche Diskussionsreihe im Zeichen der Finanzkrise / Programmbroschüre präsentiert insgesamt 109 Veranstaltungen
FRANKFURT. . Bereits zum achten Mal lädt die Frankfurter Bürger-Universität dazu ein, die thematische Vielfalt der Goethe-Universität zu entdecken. Vom 10. Oktober 2012 bis zum 16. März 2013 locken populärwissenschaftliche Vorlesungen, Führungen, Ausstellungen und Konzerte. Fast 110 Veranstaltungen bieten die Möglichkeit, Forschung und ihre Akteure kennen zu lernen und mit ihnen in Kontakt zu treten.
Auch in diesem Semester steht mit „Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte?“ eine Hauptreihe im Mittelpunkt des Programms, die eigens für die Bürgeruniversität entwickelt wurde. An insgesamt sechs Abenden zwischen November 2012 und Februar 2013 werden drängende Fragen unserer Zeit behandelt und diskutiert: Inwieweit bedroht die anhaltende Finanzkrise auch das demokratische System? Wie stark und in welchen Bereichen beeinflusst die gegenwärtige Krisensituation das gesellschaftliche Miteinander? Auch die Frage, ob Forschung Politik und Öffentlichkeit mehr Orientierung geben sollte, wird im Rahmen dieser Reihe näher betrachtet werden.
Schirmherr der Bürger-Universität ist der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann, der sein starkes Interesse an dieser Reihe bekundet: „Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte? Keine Stadt bietet sich zur Beantwortung dieser Frage besser an als Frankfurt. Diese Diskussion, die uns alle angeht, nicht im (viel zitierten) „Elfenbeinturm“ der Universität, sondern mitten in unserer Stadt und mit den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt zu organisieren, das ist ein großes, vor allem aber notwendiges Vorhaben.“
Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl sagte: „Die Bürgeruniversität der Goethe-Universität ist aus dem geistigen Leben dieser Stadt nicht mehr wegzudenken. Innerhalb kurzer Zeit ist ein großer Freundeskreis dieser populärwissenschaftlichen Angebote entstanden. Als eine der größten deutschen Universitäten in bürgerschaftlicher Tradition sehen wir es als Verpflichtung an, öffentliche Diskussionsangebote zu wichtigen Themen zu machen, die viele Menschen beschäftigen. Ich hoffe, dass wir damit zur Versachlichung der Debatte um Finanzkrise und Occupy beitragen können.“
Peter Feldmann ist nur einer von vielen bekannten Namen, die an der Diskussionsreihe teilnehmen werden. Zugesagt haben nicht nur die Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Dr. Frank Schirrmacher und Prof. Werner D´Inka, sondern auch angesehene Wissenschaftler der Goethe-Universität: Prof. Otmar Issing, der ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Regulierungs- und Bankenexperten Prof. Jan-Pieter Krahnen und Prof. Andreas Hackethal, die Soziologen Prof. Sighard Neckel und Prof. Tilman Allert, der Wirtschaftshistoriker Prof. Werner Plumpe, der Philosoph Prof. Axel Honneth und der Psychologe Prof. Rolf Haubl. Mit dabei sind auch Politiker wie Dr. Sahra Wagenknecht, Karlheinz Weimar und Franz Müntefering (angefragt); zudem Vertreter der Wirtschaft wie Dr. Gertraud Traud, Chefvolkswirtin der Helaba und Dr. Christopher Pleister, Leitungsausschussvorsitzender der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung. Sich einbringen werden sich auch Mitglieder von Occupy Frankfurt.
Kuratiert wurde diese Reihe von Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter der Abteilung Marketing und Kommunikation der Goethe-Universität und Sina Weinhold, in Kooperation mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Evangelischen Akademie in Hessen und Nassau.
Wie üblich werden alle Veranstaltungen in einem Programmheft zusammengefasst, das an rund 50 verschiedenen Orten Frankfurts kostenlos ausliegt, aber auch direkt über die Universität bezogen werden kann. Neben der Reihe zur Finanzkrise enthält das Programm weitere Highlights, zum Beispiel die Vortragsreihe der Stiftungsgastprofessur Wissenschaft und Gesellschaft, Vom Eigensinn der Dinge.“ Philosophen, Archäologen und Ethnologen erläutern darin die widersprüchlichen Erfahrungen mit der Welt der Gegenstände und die unauflösbare Verbindung von Mensch und Ding.
Die traditionsreiche und bundesweit beachtete Poetikgastdozentur gestaltet im Wintersemester Michael Lentz, dessen Werk u.a. mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde.
Das Verhältnis Mensch-Tier steht im Mittelpunkt einer Veranstaltungsreihe der Wissenschaftlichen Gesellschaft der Goethe-Universität. Besonders empfehlenswert ist mit Sicherheit auch das Thema von Prof. Annette Zimmer, die Inhaberin der Alfred Grosser-Stiftungsgastprofessur im aktuellen Wintersemester. Sie spricht über „Zivilgesellschaft – Herausforderung und Potenziale“. Vorträge der Filmwissenschaft, des Fritz Bauer Instituts und die vom Cornelia Goethe Centrum veranstaltete Reihe “Geschlechterverhältnisse in den Weltreligionen“, versprechen weitere interessante Einblicke in Forschungsgebiete der Universität. Musikalisch bereichert wird das Programm durch die Konzerte der Frankfurter Universitätsmusik und dem Kammerorchester „Skyline Symphony“.
„Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte – Diskussionsreihe mit Experten und Bürgern“
*Oper Frankfurt
Holzfoyer (Ebene 1. Rang)
Untermainanlage 11 (Willy-Brandt-Platz)
60311 Frankfurt
Evangelische Akademie
in Hessen und Nassau e.V.
Römerberg 9
60311 Frankfurt
Beginn jeweils 19.30 Uhr. Eintritt frei
Mehr Informationen: www.buerger.uni-frankfurt.de
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Symposium mit Merz-Stiftungsgastprofessorin Marjan van den Akker
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
zum Symposium „Evidence-Based Medicine Meets Multimorbidity: A Blind Date?“ mit der diesjährigen Merz- Stiftungsgastprofessorin Marjan van den Akker laden wir Sie herzlich ein
am 17. Oktober von 9:30 Uhr bis 18:00 Uhr
im Vortragssaal der Deutschen Nationalbibliothek, Adickesallee 1, 60322 Frankfurt.
Internationale Wissenschaftler aus den Bereichen evidenzbasierte Medizin und Multimorbidität diskutieren die Dilemmata und Herausforderungen der Multimorbidität sowie Strategien, diese zu überwinden. Sie zeigen die Probleme auf, die sich aus Multimorbidität und Multimedikation ergeben und erörtern, welche Entscheidungshilfen die evidenzbasierte Medizin schon jetzt liefern kann. Das Symposium findet im Rahmen der Friedrich-Merz-Stiftungsgastprofessur statt, die seit 1985 an Forscher aus der Pharmazie und Humanmedizin vergeben wird.
Marjan van den Akker ist außerordentliche Professorin im Fachbereich Allgemeinmedizin der Universität Maastricht (School for Public Health and Primary Care; Caphri) und Gastdozentin an der Katholischen Universität Leuven (Belgien). Sie war Gründungsmitglied der „International Research Community on Multimorbidity“ und ist an verschiedenen nationalen wie internationalen Forschungsprojekten beteiligt, die sich den Themen Multimorbidität und Multimedikation widmen.
Das Programm finden Sie als Download hier.
In der Mittagspause (12.25 – 13.25 Uhr) haben Sie Gelegenheit zu einem Gespräch mit Prof. Marjan van den Akker und Prof. Ferdinand Gerlach, Kurator der Stiftungsgastprofessur und Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität. Bitte teilen Sie uns per Mail (hardy@pvw.uni-frankfurt.de) mit, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen dürfen.
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Anne Hardy
Referentin für Wissenschaftskommunikation
Die Friedrich-Merz-Stiftungsgastprofessur
Die Friedrich-Merz-Gastprofessur wurde im Dezember 1985 anlässlich des 100. Geburtstags von Friedrich Merz gestiftet. Ziel ist es, jedes Jahr einen besonders angesehenen Wissenschaftler aus den Bereichen der Pharmazie oder Humanmedizin an die Universität Frankfurt zu berufen. Die Stiftungsgastprofessur ist benannt nach dem Firmengründer Friedrich Merz, der als einer der ersten Mitglieder der Senckenbergischen Gesellschaft mit der Frankfurter Universität eng verbunden war und die Wissenschaft gefördert hat. Die Gastprofessur und das Symposium bieten Forschern aus der Hochschule und der Industrie alljährlich die Gelegenheit zum Wissensaustausch und zu einer weitergehenden Zusammenarbeit.
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Messe unistart bietet neuen Studierenden informatives Programm zum Semesterbeginn. 11. Oktober, Campus Westend, ab 13 Uhr
FRANKFURT. Jedes Semester entscheiden sich mehrere tausend junge Menschen für ein Studium an der Goethe-Universität. Mit der Veranstaltung „unistart“ begrüßen Universität und Stadt gemeinsam alle Studienanfängerinnen und Studienanfänger. Zentrale Bereiche der Universität und ausgewählte Partner stellen sich auf der Messe von 13 bis 17 Uhr im Hörsaalzentrum vor und informieren über die vielseitigen Angebote, wie etwa Auslandsstudium, Sportmöglichkeiten und Campus-Leben.
Besonderes Highlight in diesem Jahr: Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann wird die Studierenden persönlich begrüßen. Um 15.00 Uhr wird er gemeinsam mit der Vizepräsidentin der Goethe-Universität, Prof. Tanja Brühl, und dem AStA-Vorstand Daniel Katzenmaier zu den Erststudierenden im Audimax sprechen.
Die anschließende große Party bietet den Studierenden die Möglichkeit, erste Kontakte an der Universität zu knüpfen. Die Studienanfängerinnen und Studienanfänger werden persönlich eingeladen und bekommen ihre Eintrittskarten bei Abholung der Goethe-Card im Studien-Service-Center (SSC) ausgehändigt. Darüber hinaus erhalten alle Erstsemester als Willkommensgeschenk eine Tasche der Universität, die für jede unistart-Veranstaltung individuell gestaltet und angefertigt wird. Begrüßung und Messe finden im Hörsaalzentrum, die Party im Casino auf dem Campus Westend, statt. DJs von planet radio sorgen dann dafür, dass die erste Party unvergesslich wird.
„unistart“ ist eine Veranstaltung der Goethe-Universität Frankfurt, organisiert von der Tochtergesellschaft der Universität, CAMPUSERVICE; die unistart-Party wird von der Universität gemeinsam mit planet radio gestaltet.
Medienvertreter sind herzlich zur Veranstaltung eingeladen! Die Messe „unistart“ bietet die ideale Möglichkeit, sich einen Eindruck von den neuen Studierenden, ihren Erwartungen und Interessen zu machen.
Kontakt: Dr. Dirk Frank, Pressereferent, Abteilung Marketing und Kommunikation, Tel. (069) 798-23753, mobil: 0170-2107012, frank@pvw.uni-frankfurt.de
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Alfred Wittinghofer über molekulare Schalter als Ziel für die Tumortherapie
FRANKFURT. Seit über 30 Jahren erforscht der Biochemiker Alfred Wittinghofer die molekularen Schalter in der Zelle, die die unbegrenzte Zellteilung und damit Krebs auslösen können. In seinem Vortrag an der Goethe-Universität im Rahmen der Vortragsreihe Perspectives in Oncology fasst er seine Forschungsergebnisse der letzten Jahrzehnte zusammen und erklärt, wie diese zur erfolgreichen Tumortherapie verwendet werden können.
Wann? Dienstag, 16. Oktober, 18:15 Uhr
Wo? Klinikum der Goethe-Universität, Hörsaal-Gebäude 22, Hörsaal 1
Welche Rolle Gen-Mutationen bei der Entstehung von Krebs spielen, weiß wohl niemand besser als der Direktor der Abteilung Strukturelle Biologie am Max Planck Institut für Molekulare Physiologie in Dortmund. Seine Forschung konzentriert sich auf eine Gruppe von Krebsgenen, die in einem Drittel aller Krebsfälle mutiert sind. Diese sogenannten ras-Onkogene wurden zuerst in Rattentumoren entdeckt und stellen den Dreh- und Angelpunkt in einem Netzwerk komplizierter Signalkaskaden dar.
Im Menschen ist es vor allem die Aktivierung des K-Ras-Onkogens, die zu bösartigen Krebsformen wie Bronchial- oder Bauchspeicheldrüsen-Karzinomen führt. In den 1980er Jahren gelang es Wittinghofer, durch biochemische und biophysikalische Analysen die Ras-Funktion näher zu charakterisieren und schließlich die Kristallstruktur von aktivem H-Ras zu lösen. Dadurch konnte geklärt werden, warum einige Ras-Mutanten unter bestimmten Umständen Krebs auslösen können. Ras wurde somit als attraktives Target für die Tumortherapie erkannt und ist bis heute Gegenstand intensiver Forschung. Für seine grundlegenden Beiträge zum Verständnis der zellulären Signaltransduktion erhielt Wittinghofer unter anderem 2003 die Warburg Medaille, eine der wichtigsten Ehrungen im Bereich der Biochemie in Deutschland.
Informationen: Prof. Ivan Dikic, Institut für Biochemie II, Campus Niederrad, Tel: (069) 6301-5652, ivan.dikic@biochem2.de.