Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Veranstaltungen

Feb 20 2013
12:28

Im internationalen Planspiel MainMUN schlüpfen Studierende und Schüler in die Rolle von UN-Diplomaten. 21.-24. Februar, Campus Westend

Studierende als Diplomaten

FRANKFURT.  Zum neunten Mal findet das von Studierenden und Schülerinnen und Schülern ausgerichtete UN-Planspiel MainMun in Frankfurt statt. Nach mehrmonatigen Vorbereitungen übernehmen junge Menschen die Rolle eines Diplomaten eines Landes ihrer Wahl und lernen die Regeln und Verfahren der Vereinten Nationen kennen. Zusätzlich lernen die Teilnehmenden, die u.a. aus Belgien, Spanien, Italien, den Niederlanden, den USA und der Türkei anreisen, während der vier Tage auf Englisch zu diskutieren, Reden zu halten und Verhandlungstaktiken. Ziel ist es, die gemeinsamen Forderungen in seiner Resolution festzuhalten und diese mit einer Mehrheit zu verabschieden. MainMun steht unter der Schirmherrschaft der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung (HSFK).

In drei Komitees werden unterschiedliche Themen und Konflikte behandelt: In der „Generalversammlung“ geht es um Piraterie und die Sicherheit der Seeschifffahrt sowie um den politischen Status der Arktis. Im „Sicherheitsrat“ wird über neue Kriegsführungen diskutiert. Der „UN-Menschenrechtsrat“ schließlich behandelt die Problematiken des gezielten Tötens und des Menschenhandels. Experten der HSFK und der Stiftung Wissenschaft und Politik – Deutsches Institut für Internationale Politik stehen für den Dialog mit den Teilnehmenden bereit.

Medienvertreter sind herzlich zum Presse- und Fototermin am 21. Februar, 17 Uhr, im Casino-Gebäude (Festsaal) auf dem Campus Westend eingeladen. Das Organisationsteam um Samantha Ruppel und Christian Helfrich steht für Fragen zur Verfügung.

Weitere Informationen: Ramona Poltrock, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit MainMUN 2013, Dreieichring 10, 63067 Offenbach am Main, Tel. (069) 82377669 o. 0176-2634423, ramona.poltrock@arcor.de

Forschung

Feb 18 2013
16:33

Forscher: Nicht kilometergroße Brocken, sondern 50-100 Meter große Fragmente stellen größte Bedrohung für die Erde dar

Permanente Gefahr aus dem All

FRANKFURT. Nach der Explosion und dem Einschlag eines Meteoriten im Ural äußert sich der renommierte Sternenstaub-Forscher Prof. Frank Brenker von der Goethe-Universität skeptisch über die Möglichkeiten einer genauen Vorhersage: „Obwohl hier die Techniken immer weiter verfeinert werden, sind bisher längst nicht alle Asteroiden entdeckt“, so der Geowissenschaftler Brenker am Dienstag in Frankfurt. „Dies gilt“, so der Wissenschaftler, „selbst für große Objekte mit Durchmessern von über einem Kilometer Durchmesser, die eine globale Katastrophe auslösen würden.“ Brenker wertet als einer von wenigen Wissenschaftlern weltweit von der NASA gewonnenen Sternenstaub wissenschaftlich aus. Aus seiner Sicht stellen nicht kilometergroße Brocken das größte Problem dar, sondern „kleinere Fragmente mit 50 bis 100 Metern Durchmesser. Oft werden diese erst später auf Aufnahmen des Nachthimmels entdeckt, nachdem Sie schon längst dicht an der Erde vorbeigerauscht sind.“

Etwa alle zwei Monate falle dann tatsächlich ein Meteorit zur Erde. Meist seien die Fragmente zu klein, um größere Schäden anzurichten, aber noch groß genug eine starke Schockwelle zu erzeugen. Wichtig sei hier auch immer der Ort des Auftreffens. So habe es im Juli 2011 ein ähnliches Ereignis über der Wüste von Marokko gegeben, bei dem aber, bedingt durch die geringe Besiedelungsdichte, kein Mensch zu Schaden kam. Auch hier konnten später Bruchstücke des Meteoriten gefunden werden, von denen sich inzwischen einige in der Sammlung des geowissenschaftlichen Instituts der Goethe-Universität befinden.

„Der Einschlag (…) führt uns vor Augen, dass solche Ereignisse nicht nur eine Hollywoodfantasie sind“, so Brenker. Die Suche nach diesen Objekten, den sogenannten PHAs (potentially hazardous asteroids) und die Berechnung ihrer Flugbahnen nimmt daher auch im NASA-Programm eine wichtige Rolle ein.

Nach ersten Messungen der Urals Federal University handele es sich bei den Meteoritenbruchstücken, die in der Nähe des Lake Chebarkul gefunden wurden, um so genannte gewöhnliche Chondrite. Damit gehöre dieser Fall zu einer der häufigsten Meteoritenklassen. „Trotzdem werden wohl schon jetzt einige Meteoritenhändler ihren Flug in den Ural gebucht haben um sich Fragmente dieses spektakulären Ereignisses zu sichern“, vermutet Brenker.

Informationen: Prof. Frank Brenker, Institut für Geowissenschaften, Facheinheit Mineralogie, Campus Riedberg, Tel: (069) 798- 40134, f.brenker@em.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Feb 15 2013
13:38

Frankfurter Wertpapierbörse hautnah erleben

Bulle und Bär

Einladung zum Medientermin

am Mittwoch, 20. Februar 2013

Neue ScienceTour zur Finanzbildung von Schülerinnen und Schülern„Bulle und Bär – Frankfurter Wertpapierbörse hautnah erleben“

am: Mittwoch, 20.Februar 2013 um 11.30 Uhr, Pressekonferenz
in der Industrie und Handelskammer Frankfurt, Börsenplatz 4, 60313 Frankfurt

mit Michaela Beck (IHK), Daphne Lipp (Stiftung Polytechnische Gesellschaft), Jutta Nothacker (Stiftung Flughafen Frankfurt/Main für die Region), Tourleiter Sebastian Schupp, Dr. Olaf Kaltenborn (Pressesprecher Goethe-Universität)

im Anschluss Möglichkeit zur Begleitung der Pilottour.

Mit dem Projekt „ScienceTours – Lernen mit Herz und Hand“ bietet die Goethe-Universität Frankfurt für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I wissenschafts- und zugleich praxisnahe Exkursionen zu verschiedenen Themenbereichen an. Die Goethe-Universität ist die erste deutsche Hochschule, die mit Unterstützung von Förderinstitutionen ein solches Programm in dieser Form anbietet. Mit ausgewählten didaktischen Konzepten werden die Schüler spielerisch an wissenschaftliche Forschungsfragen und -methoden herangeführt. Als nunmehr vierte Science-Tour ganz neu im Programm ist dabei das Thema Wirtschaft: Unter dem Motto „Bulle und Bär – Frankfurter Wertpapierbörse hautnah erleben“ schlüpfen die Schülerinnen und Schüler in die Rollen von Käufern und Verkäufern. Eigenständig handeln sie mit einem fiktiven Gut und erleben und verstehen die Funktionsweisen von Märkten. Unter der Anleitung von Wissenschaftlern und Studierenden der Wirtschaftswissenschaften der Goethe-Universität werden mögliche Handelsstrategien beleuchtet und hinterfragt. Eine Führung durch die Deutsche Börse ermöglicht den Jugendlichen einen weiteren Einblick in das Wirtschaftsgeschehen. Diese ScienceTour wird in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer Frankfurt angeboten.

Weitere Informationen finden Sie unter www.sciencetours.de.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Olaf Kaltenborn,
Pressesprecher Goethe-Universität Frankfurt

Stephanie Mayer, Projektleitung ScienceTours

Forschung

Feb 14 2013
12:53

Stammesgeschichte wirft Licht auf die Kollision von Kontinentalplatten

Als die Baumfrösche nach Indien einwanderten

FRANKFURT. Der Zusammenstoß zwischen dem indischen Subkontinent und der Eurasischen Platte gibt den Geologen Rätsel auf. Denn je länger Kollisionen zwischen Kontinentalplatten zurück liegen, desto schwerer sind sie zu datieren. Hier kann die Biogeologie helfen: Anhand der Stammesgeschichte des Baumfroschs hat ein deutsch-chinesisches Team den Zeitraum jetzt genauer eingrenzen können.

Wenn Kontinente zusammenstoßen, hat das auch tiefgreifende Auswirkungen auf die Lebensgemeinschaften - insbesondere kommt es zur Vermischung von Faunen, die vorher für Jahrmillionen getrennt waren. Dabei stellt sich die Frage, wo genau die Vorfahren heutiger Organismen gelebt haben, sowie wann und in welche Richtung ein möglicher Faunenaustausch stattfand. Wenn die geologischen Rahmenbedingungen so umstritten sind wie im Falle der indisch-eurasischen Kollision, wird es schwierig. Während Geologen früher von ungefähr 55 Millionen Jahren ausgingen, war der Zusammenstoß jüngsten geologischen Hypothesen zufolge erst vor 35 oder gar erst vor 20 Millionen Jahren.

Wissenschaftler des Chengdu Institute of Biology, China, und der Goethe-Universität haben nun den Stammbaum für Baumfrösche der Familie Rhacophoridae rekonstruiert, und die Mutationsrate von Genen anhand von Fossilfunden kalibriert, um Aufspaltungsereignisse im Stammbaum zu datieren. Das Ergebnis war eindeutig: Es kam bereits seit dem frühen Oligozän vor 35 Millionen Jahren zur mehrfachen Besiedlung Indiens mit Baumfröschen von Asien aus. Zumindest die Stammesgeschichte der Frösche erteilt geologischen Hypothesen, die von einer noch jüngeren Kollision der Platten ausgehen, eine Absage.

Ein Bild zum Download finden Sie hier.

Bildtext: Vor rund 35 Millionen Jahren wanderte der Baumfrosch (Rhacophorus rhodopus) von Asien nach Indien ein.; Bildrechte: J.-T. Li

Publikation: Jia-Tang Li, Yang Li, Sebastian Klaus, Ding-Qi Rao, David M. Hillis, Ya-Ping Zhang: Diversification of rhacophorid frogs provides evidence for accelerated faunal exchange between India and Eurasia during the Oligocene. PNAS Early Edition, www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1300881110

Informationen: Dr. Sebastian Klaus, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Campus Riedberg, Tel. (069) 798-24718, klaus@bio.uni-frankfurt.de.

Veranstaltungen

Feb 12 2013
18:00

Gastvortrag von Prof. Paul Workman an der Goethe-Universität

Genetische Störungen bei Krebs individuell therapieren

FRANKFURT. Prof. Paul Workman, Gründer des international renommierten Institute for Cancer Research in London, untersucht, wie man Krebsgene und ihre Mutationen individuell behandeln kann. Mit seinem preisgekrönten Forschungsteam entwickelte und testete er bereits ein Dutzend potentielle Krebsmedikamente. Ein vielversprechendes Präparat gegen Prostatakrebs wurde kürzlich von der europäischen sowie der US-amerikanischen Arzneimittelzulassungsbehörde zugelassen.  In seinem Vortrag in englischer Sprache

am: Donnerstag, dem 14. Februar 2013 um 18.15 Uhr
im: Klinikum der Goethe-Universität, Campus Niederrad Hörsaalgebäude 22-2

erklärt er, wie mit Hilfe von genetischen Analysen und der Anwendung von Biomarkern wirksame und selektive Krebsmedikamente entwickelt werden können.

Eine häufige Ursache für die Entstehung von Krebs ist die Mutation von Krebsgenen, so genannten Onkogenen, die zu unkontrolliertem Zellwachstum führt. Gelingt es, die außer Kontrolle geratene Signalkaskade durch gezielte Blockade der betroffenen Gene zu unterbrechen, kann dem Tumorwachstum Einhalt geboten werden. Workman und seinem Team ist es gelungen, bestimmte, das Zellwachstum regulierende Gene zu identifizieren und wirksame Inhibitoren zu entwickeln. Einige zeigen erste Erfolge in klinischen Studien der Phase 1.

Da Krebs oft auf der Mutation mehrerer Gene und somit Fehlfunktion mehrerer Signalwege beruht, ist es wichtig, das komplette Genom eines betroffenen Patienten zu analysieren, um dann eventuell effektiver handeln zu können. Dieser als personalisierte Molekularmedizin bezeichnete Ansatz soll zukünftig das Leben von Krebspatienten entscheidend verbessern.

Der Vortrag findet statt im Rahmen der Vortragsreihe Perspectives in Oncology, gesponsert von Merck-Serono.

Informationen: Prof. Hubert Serve und Prof. Ivan Dikic, Institut für Biochemie II, Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301-5652, ivan.dikic@biochem2.de