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Ausstellung im Struwwelpeter-Museum und Bürgervorlesungsreihe des Instituts für Jugendbuchforschung beleuchten Zusammenspiel von Text und Bild – Sonderausstellung mit Illustrationen von Jonas Lauströer
FRANKFURT. Bilderbücher wie Der Struwwelpeter des Frankfurter Arztes Heinrich Hoffmann, Wilhelm Buschs Max und Moritz oder John Tenniels Illustrationen zu den Alice-Erzählungen haben sich tief ins Gedächtnis vieler Generationen eingeprägt. Nur drei Beispiele, die zeigen, dass es nicht nur die Texte, sondern Bücher in ihrem Zusammenspiel von Text und Bild sind, die über Jahrhunderte hinweg faszinieren. Das Institut für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität und das Frankfurter Struwwelpeter-Museum haben dieses Thema im Wintersemester aufgegriffen – mit der Ausstellung „Klassiker des Bilderbuchs. Von Rotkäppchen bis Grüffelo!“ und der Bürgervorlesungsreihe „Bilder zu Klassikern – über Klassizität, Popularität, Aktualität von Illustration und Bilderbuchkunst“.
„Das Innovationspotenzial von Klassikern der Erzähltradition, wie etwa die zahlreichen Märchenbilderbücher jedes Jahr vor Weihnachten belegen, zeigt sich nicht zuletzt darin, dass klassische Märchenszenen bis heute immer wieder neu von Illustratorinnen und Illustratoren abgerufen und interpretiert werden“, so bemerkt Dr. Claudia Maria Pecher vom Institut für Jugendbuchforschung. Wie und warum sind Bilderbücher zu Klassikern der Kinderliteratur geworden? Worin liegen bis heute Faszination und Reservoir der Bildgeschichten? Wie wird mit den wirkmächtigen Vorlagen auch im Kontext von Kulturtransfer, Übersetzung und Transformationen umgegangen? Diesen Fragen gehen die 13 Referentinnen und Referenten bei der Ringvorlesung nach, unter ihnen Literaturwissenschaftlern, Literaturvermittler und Künstler. Prof. Dr. Ute Dettmar, Direktorin des Instituts für Jugendbuchforschung, skizziert die Ausrichtung der Vorlesungsreihe: „Die Vortragenden, die sich mit Illustration, Bildgeschichten und Bildwelten auseinandersetzen, beschäftigen sich mit der Ikonographie, Inter-Medialität und Materialität aus historischer Perspektive und sehen die Neubearbeitungen im Kontext von Populärkultur, Parodie und Postmoderne.“
Die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der Bildsprache erlebt spätestens seit der „ikonischen Wende“, die sich in den Wissenschaften in den 1980er und 1990er Jahre vorzog, eine Umkehr: Die vermehrte Beschäftigung mit dem Bild zeigt sich in unterschiedlichen Bereichen. So wird auch diese Vorlesungsreihe von verschiedenen Einrichtungen unterstützt, wie dem Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur, der Stiftung Buchkunst sowie der Stiftung Illustration. Die Veranstaltung wird finanziell gefördert von der Waldemar-Bonsels-Stiftung.
Die Ausstellung, die bis zum 26. März im Struwwelpeter-Museum zu sehen ist, hat Beate Zekorn-von Bebenburg, Leiterin des Museums mit Studierenden des Instituts für Jugendbuchforschung erarbeitet. Ein Höhepunkt der Ausstellung sind die Original-Illustrationen des Hamburger Künstlers Jonas Lauströer zum Thema Fabeln, die im Kunstkabinett des Museums zu sehen sind. Gezeigt werden 25 farbige Illustrationen sowie zahlreiche Skizzen zu Reineke der Fuchs, Der Hase und der Igel sowie Hans Huckebein. Lauströer, geboren 1979, hat an der an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften Design mit dem Schwerpunkt Illustration studiert und ist dort inzwischen auch Dozent, seit 2006 arbeitet er als freier Künstler. Er illustriert Bilderbücher ebenso so wie wissenschaftliche Bücher. „Ich sehe keinen Unterschied“, so Lauströer. Sein Buch „Die Kunst des Fliegens“ zeigt, wie die anatomischen Studien den „Hans Huckebein“, sein bisher erfolgreichstes Kinderbuch, beeinflusst haben. Seine mitunter provokativen Illustrationen altbekannter Klassiker regen die Fantasie des Betrachters an und fordern zu neuen Deutungen heraus.
„Die Ausstellung ist ein Wiedersehen mit Klassikern der Kinderliteratur aus zwei Jahrhunderten. Sie zeigt, wie das Zusammenspiel von Text und Illustration Rotkäppchen, Alice im Wunderland und auch den Grüffelo zu zeitlosen Kinderbüchern machen“, so Zekorn-von Bebenburg.Die Schau präsentiert mit 14 Stationen altbekannte und aktuelle Bilderbücher, stellt deren Autoren und Illustratoren vor und dokumentiert ihr Weiterleben in Filmen und Merchandising.Viele Mitmach-Angebote sorgen für ein vergnügliches Treffen mit den Kindheitshelden von Jung und Alt.
Die Bürgervorlesungsreihe „Bilder zu „Klassikern“ im Überblick:
Die Vorlesungen beginnen jeweils mittwochs um 18 Uhr (c.t.), im HZ 6, Hörsaalgebäude, Campus Westend.
26. Oktober 2016
Prof. Dr. Jens Thiele, freier Künstler, Münster,
„Zum Phänomen des „Klassikers“ in der Bilderbuchkultur. Eine Bestandsaufnahme“
2. November 2016
Prof. Dr. Emer O’Sullivan, Leuphana Universität Lüneburg
„Alice: Metamorphosen einer weltliterarischen Figur“
9. November 2016
Beate Zekorn-von Bebenburg, Heinrich-Hoffmann- & Struwwelpeter-Museums, Frankfurt
„Der Struwwelpeter. Bilder machen Geschichte(n)“
16. November 2016
Dr. Bernd Dolle-Weinkauff, Goethe-Universität Frankfurt
„Miese Gören, üble Streiche. Über die Nachkommenschaft von Max und Moritz im Comic Strip“
23. November 2016
PD Dr. habil. Mareile Oetken, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
„Vom Märchenwald in den Großstadtdschungel. Traditionslinien und Brüche in der Märchenillustration“
30. November 2016
Dr. Stefan Hauck, Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, Frankfurt
„Die Kulissen des Glücks: Der Maler Carl Larsson inszeniert Sehnsüchte“
14. Dezember 2016
Rotraut Susanne Berner, Kinderbuch-Illustratorin, München, Dr. Pauline Liesen, Bilderbuchmuseum Troisdorf
„Es wimmelt in der Burg – Wimmelbücher überall“
21. Dezember 2016
Dr. Agnes Blümer, Universität zu Köln
„Lila Stacheln und schwarze Zungen. Zur Übersetzung von Text-Bild-Relationen“
11. Januar 2017
Dr. Heidi Lexe,Universität Wien
„Holzpuppenpurzelbäume. Die (medialen) Volten des Pinocchio“
18. Januar 2017
Dr. Felix Giesa, Universität zu Köln
„Supermans Nachmittag im Kinderzimmer. Formen und Funktionen populärkultureller Ikonographie in graphischen Erzählungen für Kinder und Jugendliche“
25. Januar 2017
Lic.phil.l. Hans ten Doornkaat, Atlantis-Verlag, Zürich
„Schellen-Ursli: ein Bergbub mit Welterfolg.
Analyse des Bilderbuches, seiner Ideologie und der Rezeption“
1. Februar 2017
Dr. Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung
„Ein Siegfried für unsere Zeit: Zur Visualisierung nordischer Mythen“
8. Februar 2017
Dr. Svenja Blume, Universität Regensburg
„Wo steht die Villa Kunterbunt? Pippi Langstrumpfs Bildwelten“
Informationen zur Vorlesungsreihe: Prof. Ute Dettmar, Dr. Claudia Maria Pecher, Institut für Jugendbuchforschung, Campus Westend, E.Mail: u.dettmar@em.uni-frankfurt.de, pecher@em.uni-frankfurt.de, feil@em.uni-frankfurt.de, Tel. (069) 798 - 32995
Link zur Veranstaltung: https://www.uni-frankfurt.de/50949197/aktuelles#uebersicht
Informationen zur Ausstellung: Beate Zekorn-von Bebenburg, Heinrich-Hoffmann- & Struwwelpeter-Museum, Frankfurt, Tel. (069) 74 79 69, E-Mail: B.Zekorn@fwg-net.de
Bilder zum Download: www.uni-frankfurt.de/63764729
Sonstige
Personaler schätzen Absolventen der Goethe-Universität am meisten
FRANKFURT.Welche Unis haben die besten Absolventen? Im aktuellen Ranking der Wirtschaftswoche erreichen die Volkswirtschaftler der Goethe-Universität in Deutschland Platz 1. In dem Vergleich wurden insbesondere wirtschaftsnahe Fächer wie BWL, Maschinenbau, Informatik oder Jura bewertet: "Insgesamt 23,8 Prozent der befragten Personaler gaben an, sehr positive Erfahrungen mit den Absolventen der Goethe-Uni gemacht zu haben. Insofern kann sich die Frankfurter Hochschule getrost als Deutschlands beste Uni für VWL bezeichnen", so die Wirtschaftswoche. Für den Vergleich hatte die Wirtschaftswoche 540 Personalverantwortliche von Unternehmen befragen lassen. Aus einer Liste aller Hochschulen konnten sie diejenigen wählen, deren Absolventen ihre Erwartungen am meisten erfüllen. Pro Fach konnten sie mehrere Unis nennen.
Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff sagte: „Ein schönes Ergebnis nicht nur für unsere Volkswirte, sondern für alle unsere Wirtschaftswissenschaftler. Es ermutigt uns, das Konzept der engen Integration der Wirtschaftswissenschaften sowie der Internationalisierung und zugleich der engen Kooperation mit Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft weiterzuverfolgen, das an der Goethe-Universität seit Jahren gilt. Wissenschaftlichkeit und Praxisnähe ergänzen sich hierbei offenkundig erfolgreich. Das House of Finance bietet dafür ein gutes Dach.“
Prof. Jan Pieter Krahnen, Direktor des LOEWE-Zentrums SAFE, sagte: „Unsere thematische Schwerpunktsetzung nachhaltige Finanzarchitektur für Europa in Forschung und Politikberatung haben die Attraktivität des Standorts gerade auch für Wissenschaftler sehr gestärkt.“
Der Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften, Prof. Raimond Maurer, betonte: „Das ist ein schönes Ergebnis für unseren Fachbereich Wirtschaftswissenschaften. Mit rund 5.000 Studierenden sind wir einer der größten Fachbereiche in Deutschland was die Zahl der Studenten betrifft. Das Ergebnis der Befragung zeigt, dass wir sowohl in Quantität als auch in der Qualität sehr gute Arbeit in der Ausbildung leisten.“
Sonstige
Rhein-Main-Universitäten (RMU) legen Initiativfonds für die Förderung zukunftsträchtiger gemeinsamer Forschungsprojekte auf
FRANKFURT.Die Rhein-Main-Universitäten (RMU) intensivieren ihre Kooperationen in den Zukunftsfeldern Medizintechnik und Digital Humanities. Das ist das Ergebnis der ersten Ausschreibung eines von den drei Universitäten neu aufgelegten Initiativfonds, mit dessen Mitteln die strategische Allianz der RMU besonders vielversprechenden Forschungsverbünden zusätzlichen Schub verleihen möchte. Der Fonds ist mit jährlich 500.000 Euro dotiert.
In ihren Anträgen mussten die Forscherinnen und Forscher nachweisen, wie ihre standortübergreifenden Kooperationen einen konkreten wissenschaftlichen Mehrwehrt hervorbringen, etwa mit Blick auf die Interdisziplinarität ihrer Forschungsvorhaben. Bewertet wurde dieser zusätzliche Nutzen durch den RMU-Forschungsrat, der mit herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller drei Rhein-Main-Universitäten besetzt ist.
Das Interesse an der Ausschreibung war groß: Insgesamt beantragten 14 Forschungsverbünde eine Förderung. „Die große Resonanz auf die erste Ausschreibung des RMU-Initiativfonds ist ein Beleg für die sich entwickelnde Kooperationskultur an den Rhein-Main-Universitäten“, sagt Professorin Birgitta Wolff, Präsidentin der Goethe-Universität.
Auf Grundlage der Empfehlungen des Forschungsrats bewilligten die Präsidentin und die Präsidenten der RMU vier Projekte: Die Forschungsvorhaben „Innovative dentale Medizintechnik“ sowie „Knochenersatz mittels 3D-Druck“ möchten die Chancen neuer Technologien nutzen, um die Behandlung von Patienten zu verbessern. Die Projekte „Digital Humanities im RMU-Verbund“ sowie „Textualität und Digitalität: Neue, multimodale Hermeneutik“ haben sich zum Ziel gesetzt, das Potenzial digitalisierter Textsammlungen für die Forschung zu erschließen.
„In der Medizintechnik und den Digital Humanities sind in den kommenden Jahren große Fortschritte zu erwarten“, sagt Professor Hans Jürgen Prömel, Präsident der Technischen Universität Darmstadt. „Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begutachtung dokumentieren, dass die Rhein-Main-Universitäten in diesen Feldern bereits weithin sichtbar sind.“ Die Fördermittel aus dem RMU-Initiativfonds sollen helfen, diese Expertise in Zukunft noch besser zu bündeln.
„Die Begutachtungsresultate lieferten eindeutige Belege für den wissenschaftlichen Mehrwert unserer Forschungskooperationen“, urteilt Professor Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). „Der RMU-Initiativfonds ist ein wichtiges Instrument, um diese Strukturbildung in der Wissenschaft weiter voranzutreiben.“ Die Ausschreibung zum RMU-Initiativfonds erfolgt einmal pro Semester; die nächste Antragsphase startet im November 2016.
Weitere Informationen: http://www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz
Veranstaltungen
Sechs Schulen unterzeichnen Kooperationsvereinbarungen mit der Goethe-Universität. 2. November, 16.00 Uhr, IG-Farben-Haus
Medieneinladung
FRANKFURT.Sechs neue Schulpartnerschaften mit Schulen aus dem Einzugsgebiet Frankfurt: Vertreterinnen und Vertreter der Elisabethenschule, des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums, der Heinrich-Böll-Schule, der Heinrich-von-Kleist-Schule, der Humboldtschule und der Ziehenschule werden am 2. November im Rahmen der Auftaktveranstaltung des Partnerschulprogramms ihre Kooperationsvereinbarungen mit der Goethe-Universität unterzeichnen.
Das Partnerschulprogramm der Goethe-Universität hat das Ziel, die universitären Angebote im Bereich der Schülerarbeit besser zu strukturieren. Angestrebt wird einekontinuierlichere Zusammenarbeit mit den Partnerschulen. Besonders im Fokus stehen dabei dieStudien- und Berufsorientierung, Kooperationen in der Lehrerbildung sowie in der Forschung. Die Goethe-Universität bietet ihren Partnerschulen beispielsweise Schüler-Workshops, Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte und die Unterstützung beim Auf- und Ausbau des schuleigenen Berufs- und Studienorientierungscurriculums. Die Kooperationsvereinbarungen legen jeweils die Leistungen der Partner fest, sind aber auch auf die individuellen Erfordernisse der Schule abgestimmt.
Programm:
16.00 Uhr: Begrüßung durch Prof. Tanja Brühl, Vizepräsidentin der Goethe-Universität
16.20 Uhr: Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarungen
17.00 Uhr: „Come together“
Ort: Raum IG 1.314 (Eisenhower-Raum) im IG-Farben-Haus, Campus Westend.
Medienvertreter sind herzlich zur Veranstaltung eingeladen; im Anschluss an die Unterzeichnung besteht die Möglichkeit, mit den universitären und schulischen Vertretern ins Gespräch zu kommen. Um Anmeldung wird gebeten bis zum 28. Oktober per E-Mail an ssc-schulpartnerschaften@uni-frankfurt.de
Weitere Informationen: Susanne Mombers, Zentrale Studienberatung, Bereich Studien-Service-Center, Goethe-Universität Frankfurt am Main. Tel. (069) 798-47955, ssc-schulpartnerschaften@uni-frankfurt.de;
Veranstaltungen
Der Konstanzer Philosoph Peter Stemmer stellt beim sechsten Frankfurter Philosophischen Buchsymposion sein Buch zur Diskussion
FRANKFURT. Das sechste Frankfurter Philosophische Buchsymposion an der Goethe-Universität beschäftigt sich vom 3. bis 4. November mit dem Buch „Der Vorrang des Wollens. Eine Studie zur Anthropologie“ von Peter Stemmer. Mit dem öffentlichen Abendvortrag des Autors, der als Philosophie-Professor in Konstanz forscht und lehrt, wird das Symposion eröffnet
am Donnerstag (3. November) um 18 Uhr
im Raum 1.801, Casino, Campus Westend.
Stemmer hat seinem Vortrag den Titel „Die Wege des Wollens“ gegeben. An dem Workshop am Freitag (4. November), zu dem eine Anmeldung erforderlich ist, beteiligen sich neben Stemmer, Prof. Dr. Holmer Steinfath (Göttingen), Prof. Dr. Markus Wild (Basel), Prof. Dr. Marcus Willaschek (Frankfurt), Eva Backhaus (Frankfurt) und PD Dr. Jasper Liptow (Frankfurt).
In „Der Vorrang des Wollens“ geht Stemmer der fundamentalen anthropologischen Frage nach, was es heißt, ein menschliches Lebewesen zu sein. Während eine bedeutende philosophische Tradition das Überlegen und allgemeiner die Vernunft als das zentrale Merkmal des Menschen ausgezeichnet hat, ist Stemmer zufolge das menschliche Leben durch ein spezifisches Wollen bestimmt. Die Rolle des Überlegens erschöpfe sich darin, herauszufinden, welche Mittel wir wählen müssen, um unser Wollen zu verwirklichen, und wie wir die Vielzahl unserer Wünsche koordinieren können. Der Vorrang des Wollens soll dabei mit den für unser Selbstverständnis zentralen Ideen der Freiheit, Verantwortlichkeit, Urheberschaft und aktiven Bestimmung unseres Handelns vereinbar sein. Darüber hinaus argumentiert Stemmer, dass sich auf dieser Grundlage einerseits die unleugbaren Differenzen zwischen dem menschlichen Handeln und dem Verhalten von Tieren verständlich machen lassen, andererseits aber das menschliche Handeln auch als eine natürliche Fähigkeit erkennbar wird, die evolutionär entstanden ist.
Informationen: Eva Backhaus & PD Dr. Jasper Liptow, Institut für Philosophie, Campus Westend, Tel. (069) 798 - 32769, E.Mail: buchsymposion@uni-frankfurt.de, http://buchsymposion.uni-frankfurt.de/