Veranstaltungen
Am 7. Dezember diskutiert die Frankfurter Bürger-Universität die (zu) hohen Miet- und Immobilienpreise in der Mainmetropole
FRANKFURT.Frankfurt boomt. Unangenehmer Nebeneffekt dieser Entwicklung: Auch die Preise fürs Wohnen – ob Miete oder Kauf – in der City steigen in schwindelerregende Höhen. Ein wesentlicher Grund: Der frühere Trend von der Stadt ins Grüne hat sich komplett umgedreht. Inzwischen strömen Menschen wieder in Scharen aus dem Umland in die Stadt. Die Folge: 2014 und 2015 wächst Frankfurt um jeweils etwa 15 000 Menschen – viele von Ihnen Gut- und Besserverdienende. Damit steigt der Druck auf den Immobilienmarkt weiter, und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht.
Dabei ist seit Jahren bekannt, dass es an bezahlbarem Wohnraum mangelt. Die Anzahl der Sozialwohnungen ist in den vergangenen 20 Jahren sogar geschrumpft, von 50 000 auf 30 000. Tendenz weiter sinkend. Damit stellt sich die Frage: Welche Stadt wollen wir eigentlich? Eine Stadt nur noch für die Reichen? Muss dann derjenige, der sich Frankfurt nicht (mehr) leisten kann, ins Umland ziehen? Das Preisgefüge für Frankfurter Immobilien schränkt inzwischen sogar das das Recht auf freie Bestimmung des Wohnortes ein. Damit stellt sich die Frage: Welche Verantwortung hat die Stadt gegenüber ihren Bürgern? Muss sie sich um bezahlbaren Wohnraum kümmern?
Am 7. Dezember stehen diese Fragen im Rahmen der Frankfurter Bürger-Universität im Mittelpunkt.
An der Diskussion beteiligen sich: Prof. Maren Harnack (Professur für Städtebau und Entwerfen, Frankfurt University of Applied Sciences), Prof. Susanne Heeg (Arbeitsgruppe Geographische Stadtforschung, Goethe-Universität), Rolf Janßen (Geschäftsführer, DMB Mieterschutzverein Frankfurt a. Main), Bodo Pfaff-Greiffenhagen (Ortsvorsteher Bornheim/Ostend, CDU). Die Moderation übernimmt Petra Boberg von hr-iNFO.
Veranstaltungsort:
Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main
Beginn jeweils 19:30 Uhr
Eintritt frei
Die Diskussionsreihe findet in Kooperation mit hr-iNFO statt.
Weitere Abende der Diskussionsreihe sind:
14. Dezember 2015: Wird Frankfurt seinem Integrationsanspruch gerecht? Miteinander oder nebeneinander.
24. Januar 2016: Zu etabliert um cool zu sein? Frankfurt und seine Subkultur.
1. Februar 2016: Wofür engagiert sich Frankfurt? Private versus öffentliche Verantwortung.
Das Programmheft der Bürger-Universität Programm im Netz: http://www.buerger.uni-frankfurt.de
Bestellung von Programmheften bitte an Frau Marthe Lisson, E-Mail: m.lisson@vdv.uni-frankfurt.de
Veranstaltungen
Theaterstück handelt von einer Millionärin auf der Suche nach einem Mann mit geschäftlichem Talent. Premiere ist am 29. Januar 2016 auf dem Campus Westend.
FRANKFURT. Die Chaincourt Theatre Company vom Institut für England- und Amerikastudien an der Goethe-Universität widmet sich in ihrer neuesten Produktion der Neuinterpretation eines Theaterstückes aus den 30er Jahren: „The Millionairess“ vom berühmten irischen Dramatiker George Bernard Shaw erhielt die ihm gebührende Aufmerksamkeit erst sechzehn Jahre nach seinem Erscheinen bei einer Aufführung im Londoner Westend, als Katharine Hepburn in der Rolle der Epifania triumphierte. 1960 wurde „The Millionairess“ mit Sophia Loren und Peter Sellers verfilmt. Nun wagt sich die Chaincourt Company an eine moderne Interpretation des explosiven Stoffs.
Epifania Ognisanti di Parerga, die Millionärin, ist die Inkarnation einer Frage Shaws an die Welt: Wie schafft es eine Frau wie Epifania, die Welt um sich drehen zu lassen? Von ihrem Vater mit einem beträchtlichen Vermögen ausgestattet, versucht sie seinem letzten Willen zu entsprechen und einen Mann zu heiraten, der sich auf Geldmehrung versteht. Ihre erste Wahl erweist sich jedoch als impulsive Fehlentscheidung, als sich der Mann von dem „Hurricane Epifania“, der Königin der Narzisstinnen, in die Arme einer gutmütigen, aber glanzlosen Frau flüchtet. Doch nicht nur ihr erster Ehemann wird begreifen, dass Frauen wie Epifania nicht zu verlassen sind; der Klang ihrer Schritte ist lauter, ihr Wille stärker und ihre Präsenz einnehmender, als dass die Welt sie je ignorieren könnte. So sucht sie weiter nach ihrem Glück und es scheint nur eine Kraft zu geben, die auch sie dem Schicksal unterwirft: die Wahrheit.
George Bernard Shaw wurde am 26. Juli 1856 als Sohn eines Beamten in Dublin geboren, zog später nach London. Seine Dramen sind für ihre Verbindung von Humor, Satire und Gesellschaftskritik bekannt. 1925 erhielt er den Literaturnobelpreis.
Vorstellungen: Premiere am 29. Januar 2016; weitere Aufführungen am 30. Januar, sowie am 4., 5. und 6. Februar 2016; Vorstellungsbeginn ist um 19.30 Uhr Ort: Goethe-Universität, Westend Campus, IG-Farben-Nebengebäude, Raum 1.741.
Karten: 10 €/5 € (ermäßigt) erhältlich an der Abendkasse eine Stunde vor Vorstellungsbeginn oder in „Zimmer 17“ (Raum 3.257, IG-Farben-Haus, Tel. 793 32550); Montag & Dienstag 12-16; Mittwoch 14-16; Donnerstag 10-14
Kontakt: James Fisk, Künstlerische Leitung (fisk@em.uni-frankfurt.de); www.chaincourt.org
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Goethe-Universität vergibt erneut große Zahl an Stipendien
FRANKFURT. Die Goethe-Universität ist eine der erfolgreichsten deutschen Hochschulen bei der Vergabe von Deutschlandstipendien an ihre Studierenden. Seit Beginn der Förderaktivitäten 2011 sind bereits mehr als 2200 Studierende in den Genuss des 300 € monatlich umfassenden Stipendiums gekommen.
Anlässlich der neuen Vergaberunde findet am
Mittwoch, 2. Dezember 2015, 19 Uhr
im Casino der Goethe-Universität, Campus Westend,
Nina-Rubinstein-Weg, 60323 Frankfurt
eine Feier statt, bei der die Förderurkunden an die neuen Stipendiaten übergeben werden.
Als Medienvertreter laden wir Sie herzlich ein, an der Feier teilzunehmen. Es besteht dabei die Möglichkeit, mit Stiftern und Stipendiaten ins Gespräch zu kommen.
Programm:
Begrüßung
Prof. Dr. Birgitta Wolff
Präsidentin der Goethe-Universität
Grußworte
Dr. Stefan Luther
Leiter der Unterabteilung Bildungs- und forschungspolitische
Grundsatzfragen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
Ingmar Jung
Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Hans Nolte
Förderer
President & CEO Hahn Air Lines GmbH
„Freiräume, Motivation, Chancen – Was bewirkt das Deutschlandstipendium?“
Stipendiatinnen und Stipendiaten im Gespräch mit Vizepräsident
Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz
Übergabe der Stipendienurkunden
Persönliches Kennenlernen von Förderern und Stipendiaten
Empfang in der großen Mensa, Casino
Forschung
SAFE wird weiter gefördert, Integrative Pilzforschung erhält Auslauffinanzierung.
FRANKFURT. Gute Nachricht für zwei LOEWE-Projekte an der Goethe-Universität: Das Land hat erklärt, ab 2016 weitere Mittel für laufende LOEWE-Projekte zu mobilisieren. Das Forschungszentrum SAFE – Sustainable Architecture for Finance in Europe – erhält für das kommende Jahr eine Weiterfinanzierung von fünf Mio. Euro und eine weitere Finanzierungsoption bis Ende 2018. Der LOEWE-Schwerpunkt IPF - Integrative Pilzforschung erhält im Rahmen der Auslauffinanzierung für das Jahr 2016 weitere 700.000 Euro.
SAFE, angesiedelt im House of Finance der Goethe-Universität, beschäftigt sich mit der Analyse der europäischen Finanzmärkte und ihrer Regulierung und wird seit 2013 von der hessischen Landesoffensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischen Exzellenz (LOEWE) gefördert. Für 2016 erhält SAFE rund 5 Mio. Euro, für die Jahre 2017 und 2018 sollen weitere 10 Mio. Euro fließen.
„SAFE dient dem Ziel, Finanzmärkte nachhaltiger zu gestalten, das heißt ihr `Eigenleben´ im Sinne der Gesellschaft zu regulieren: Eine zentrale Aufgabe der Politik, die hier von der Wissenschaft Impulse erfährt. Schön, dass diese wichtige Forschung eine Fortsetzung erfährt“, freut sich Unipräsidentin Prof. Birgitta Wolff.
Die IPF – Integrative Pilzforschung erhält eine Auslauffinanzierung für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 in Höhe von 700.000 Euro. Beim LOEWE-Schwerpunkt arbeiten Biodiversitäts-Forscher mit Biochemikern, Biotechnologen und Molekulargenetikern zusammen, um die Vielfalt der Pilze zu verstehen und nutzbringend anzuwenden.IPF ist unter Federführung der Goethe-Universität ein gemeinsames Projekt mit derPhilipps-Universität Marburg, der Universität Kassel, der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung (SGN), Frankfurt am Main.
Weitere Informationen des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst: https://wissenschaft.hessen.de/presse/pressemitteilung/loewe-forschungsprojekte-erhalten-weitere-14-millionen-euro
Veranstaltungen
Bürgerveranstaltung und Symposium der Goethe-Universität in Bad Homburg befasst sich mit Erfordernissen einer Schule für alle
FRANKFURT. Wie kann eine Schule der Zukunft gelingen, damit jeder nach seinen Begabungen positive Bildungserfahrungen machen kann? Was kann die Wissenschaft dazu beitragen? Mit Fragen wie diesen hat sich am Donnerstag, 26.11., eine Bürger-Veranstaltung der Goethe-Universität in Bad Homburg befasst; ihr Titel: „Inklusion als Herausforderung für die Schule“. Am heutigen Freitag wird die Diskussion auf fachlicher Ebene fortgesetzt mit einem wissenschaftlichen Symposium zum Thema Inklusion. Die Veranstaltung zielt auch auf die Einrichtung einer einschlägigen Stiftungsprofessur an der Goethe-Universität.
Spätestens seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention durch die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2009 steht das deutsche Schulsystem vor der großen Aufgabe, auch Kindern und Jugendlichen mit Behinderung den Zugang zu allgemeinen Schulen zu ermöglichen. Welche Konsequenzen das große Projekt „Inklusion“ für das bestehende Schulsystem bedeutet, damit beschäftigt sich die Goethe-Universität in diesen Tagen. Insbesondere das Fachsymposium am heutigen Freitag soll als Plattform dienen, um mit Hilfe der entsprechenden Expertise mögliche Konzepte zu diskutieren. Dazu gehört eine neu zu schaffende Professur. „Wir wollen etwaige Stifter auf diese Weise künftig früher ins Boot holen, so dass sie auch stärker inhaltlich beteiligt sind“, erklärt Universitäts-Vizepräsident Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz.
„Es ist wichtig, dass eine eigene Professur geschaffen wird, die alle Lehrämter und alle Fachdidaktiken einbezieht“, sagt Prof. Diemut Kucharz, Dekanin des Fachbereichs Erziehungswissenschaften und Professorin am Institut für Pädagogik der Elementar- und Primarstufe. Die Umwandlung von allgemeinen in inklusive Schulen dürfe weder zu einem Qualitätsverlust im Bereich spezifischer und sonderpädagogischer Förderung noch im Bereich allgemeiner fachlicher und sozialer Förderung und Forderung aller Kinder führen. Kucharz sieht einen „enormen Entwicklungsbedarf in der schulischen Praxis, in der Schul- und Unterrichtsforschung sowie in der Lehrerbildung“. Ein personeller Ausbau dieses Bereichs an der Goethe-Universität fände bereits funktionierende Strukturen vor: Schon jetzt gibt es am Fachbereich Erziehungswissenschaften die Arbeitsstelle für Diversität und Unterrichtsentwicklung - Didaktische Werkstatt, die u.a. Lehrerfortbildungen im Bereich inklusiver Unterricht anbietet, eine Taskforce Inklusion, die sich mit relevanten Forschungsfragen auseinandersetzt, sowie eine langjährige Expertise im Gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung. Eine Inklusionsprofessur, wie sie an Universitäten in anderen Bundesländern bereits vorhanden ist, gibt es Frankfurt jedoch noch nicht.
Dass es gerade in der Lehrerbildung viel zu tun gibt, betonte auch Unternehmer Stefan Quandt in seinem Grußwort. Quandt, der nach eigenen Worten regen Anteil an der Inklusionsdebatte nimmt, erinnerte das Publikum an den Fall des elfjährigen Schülers Henri. Der Junge, der mit dem Down-Syndrom zur Welt kam, sollte an ein Gymnasium wechseln, was eine rege gesellschaftliche Diskussion auslöste: Es gab Befürworter, die den Wunsch der Eltern nur allzu verständlich fanden, aber auch etliche Kritiker, die befürchteten, Henri könne am leistungsorientierten Gymnasium nicht ausreichend gefördert werden. Was in dieser Debatte um Henris Recht auf inklusive Bildung aufgebrochen sei, so Quandt, habe das Trennende in den pädagogischen Grundeinstellungen eher noch verschärft. „Übereinstimmung besteht letztlich nur in einem Punkt: Die Schulen als Lernorte, an denen Inklusion gelebt und verwirklicht werden soll, sind auf diese Riesenaufgabe nicht vorbereitet“, stellte Quandt fest. Absolut zentral auf dem Weg zur inklusiven Schule sei die Qualifizierung von Lehrkräften für die inklusive Schulpraxis. Die Goethe-Universität will sich diesem Thema künftig intensiver widmen. Der Unternehmer Quandt erwägt die Förderung einer entsprechenden Professur.
„Inklusion ist nicht nur ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag, der uns alle etwas angeht, sondern auch eine Entwicklungsaufgabe, die in die ständige Qualitätsentwicklung jeder Schule eingebettet ist“, erklärte der Hessische Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz. „Voraussetzung zum erfolgreichen Gelingen der Inklusion ist, dass wir allen Lehrkräften die grundlegenden Kompetenzen für die Unterrichts- und Erziehungsarbeit im inklusiven Bildungssystem vermitteln. Daher begrüße ich als Hessischer Kultusminister die geplante Einrichtung einer dezidierten Stiftungsprofessur ‚Inklusion‘ an der Goethe-Universität. Ich verbinde damit die große Hoffnung, dass wir so wichtige Erkenntnisse bzw. wertvolle Impulse für das hessische Schulsystem erhalten werden. Dies ist für das Land Hessen von großer Bedeutung.“
„Inklusion als Herausforderung für die Schule“ lautet das Thema des Vortrags von Prof. Eckhard Klieme, Direktor des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF). Er machte deutlich, dass Inklusion an Schulen nicht von heute auf morgen realisiert werden könne. Vielmehr müsse sie das Ergebnis eines über längere Zeit von einem Lehrerkollegium erarbeiteten erweiterten pädagogischen Repertoires sein. Unabdingbar sei zum Beispiel Multiprofessionalität. Die Einbindung von Förderschullehrern könne, so Klieme, nur dann gelingen, wenn die Schule in Teamstrukturen arbeite. Ohne empirische Forschung bleibe das Inklusionsprojekt aber Rhetorik, würden Praktiker im Schulalltag alleingelassen und fühlten sich überfordert, weil sie immer wieder selbst Lösungen finden und erproben müssten. Deshalb sei es sehr zu begrüßen, wenn die Inklusionsforschung in Frankfurt gestärkt würde.