Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

 

Dez 8 2017
16:57

Die Sprecher des Clusters erörtern im aktuellen UniReport Perspektiven nach dem ExStra-Aus in der Vorrunde.

Große Unterstützung der Normativen Ordnungen

FRANKFURT. Beim Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ eruiert man derzeit mit Hochdruck Möglichkeiten, wie es auch nach dem Ausscheiden aus der Exzellenzstrategie weitergehen kann. Das Land Hessen und die Goethe-Universität unterstützen die Weiterentwicklung des Clusters; eine Liste von renommierten Forschern aus der ganzen Welt fordert den Erhalt der international geschätzten Institution. Der UniReport konnte mit den beiden Sprechern des Clusters, Prof. Rainer Forst und Prof. Klaus Günther, ein Gespräch über momentane Stimmungen und Perspektiven im Haus „Normative Ordnungen“ auf dem Campus Westend führen. Beide freuen sich über die breite Unterstützung, sehen aber auch die Notwendigkeit, in absehbarer Zeit eine Perspektive für den Cluster präsentieren zu können: „Das internationale Netzwerk schaut ganz genau, was jetzt mit uns passiert. Aber auch unser internes Netzwerk möchte verständlicherweise eine längerfristige Perspektive haben.“ Link zum Interview: http://tinygu.de/interview-forst-guenther

Die weiteren Themen im aktuellen UniReport:

  • Für ein starkes Europa: Fragen an Ulrike Guérot, neue Grosser-Stiftungsgastprofessorin.
  • Folgen der Kommerzialisierung von Schmerzmitteln: Drogenforscher Bernd Werse über die Drogenepidemie in einigen Regionen der USA.
  • Hoffnung für Alzheimer-Kranke: Merz-Stiftungsgastprofessor erforscht
  • neurogenerative Erkrankungen.
  • UNESCO-Weltdokumentenerbe: Prof. Sybille Steinbacher zur Bedeutung der Akten des Auschwitz-Prozesses.
  • (Neu-)Start in die akademische Ausbildung: Academic Welcome Program ebnet hochqualifizierten Geflüchteten den Weg in ein Studium.
  • Anglistik und Romanistik vereint in einem Studium: Der Masterstudiengang Moving Cultures ist einmalig in Deutschland.
  • Per Tortenschnitt in die Vergangenheit: Vorderasiatische Archäologen leisten wichtigen Beitrag zur Erforschung des Nordirak.
  • Wenn Rassismus und Nationalismus Hand in Hand gehen: Auszeichnung für die Politologin und Erziehungswissenschaftlerin Z. Ece Kaya für ihre Dissertation zu Kolonialpädagogischen Schriften in der NS-Zeit.
  • An der Schnittstelle zwischen Psychologie, Bewegung und Training: Die Sportwissenschaftlerin Karen Zentgraf untersucht, wie das motorische und kognitive Zusammenspiel bei komplexen Bewegungsabläufen funktioniert.
  • Literatur: „ein kraftvolles Medium zur Veränderung des Menschen“: Silke Scheuermann übernimmt die Frankfurter Poetikdozentur.

Der UniReport 6/2017 steht zum kostenlosen Download bereit unter www.unireport.info/53996845

 

Dez 7 2017
15:13

Internationale Konferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität am 15. Dezember 2017

Politik der Migration – Über die Grenzen der Mitgliedschaft

FRANKFURT. „The Politics of Migration: Testing the Boundaries of Membership” lautet der Titel einer internationalen Konferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen. Sie findet am 15. Dezember im Gebäude „Normative Ordnungen“ auf dem Campus Westend der Goethe-Universität statt.

Die Frage, wie Staaten, aber auch die EU und die internationale Gemeinschaft insgesamt auf die Herausforderung globaler Migrationsbewegungen reagieren sollen, ist eine der zentralen Zukunftsfragen der Politik. Hierbei sind rechtliche, politische, aber auch moralische Gesichtspunkte zu bedenken. Die Konferenz „The Politics of Migration“ macht es sich zur Aufgabe, diese Aspekte mit international ausgewiesenen Expertinnen und Experten zu analysieren und kontrovers zu diskutieren.

Die Konferenz geht aus einer Zusammenarbeit zwischen dem Exzellenzcluster und dem Max-Planck-Institut hervor, den jährlichen „Goethe-Göttingen Critical Exchanges“, organisiert von Ayelet Shachar, Direktorin am Göttinger MPI und dort Leiterin der Abteilung Ethik, Recht und Politik, sowie Rainer Forst, Co-Sprecher des Clusters und Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität. Ayelet Shachar ist seit diesem Semester zudem Mitglied des Frankfurter Exzellenzclusters.

Nach einleitenden Worten von Shachar und Forst stehen zwei Panels und eine Roundtable-Diskussion auf dem Programm. Mit David Miller (Nuffield College, Oxford) spricht im ersten Panel einer der renommiertesten Philosophen der Gegenwart, der im Sinne eines liberalen Nationalismus argumentiert, während Andreas Cassee (FU Berlin) im zweiten Panel die kosmopolitische Gegenposition vertritt. Beide haben in jüngster Zeit im Suhrkamp Verlag dazu wichtige Bücher publiziert. Kommentiert werden sie von profilierten jüngeren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die aus Frankfurt und Göttingen stammen.

Der Roundtable bringt am Nachmittag drei hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Rechtswissenschaften zusammen: Gertrude Lübbe-Wolff ist Professorin für Öffentliches Recht an der Universität Bielefeld und war von 2002 bis 2014 Richterin des Bundesverfassungsgerichts. Francois Crepeau kommt von der McGill University, Montreal, ist dort Professor of Public International Law und war von 2001 bis 2017 UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechte von Migranten. Hiroshi Motomura lehrt Jura an der University of California, Los Angeles. Er gilt in den USA als einer der führenden Experten für Fragen des Einwanderungs- und Staatsbürgerschaftsrechts.

Die Konferenz steht auch interessierten Bürgerinnen und Bürgern offen. Um Anmeldung wird gebeten – bitte unter: sekretariat.forst@soz.uni-frankfurt.de

Programmhttps://aktuelles.uni-frankfurt.de/event/the-politics-of-migration-testing-the-boundaries-of-membership/

Informationen: Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; http://www.normativeorders.net/de

 

Dez 7 2017
10:40

Forscher der Goethe-Uni verantwortlich für jüngste Ausgabe der Online-Zeitschrift über Kafka und anderes

Thewis: Theaterwissenschaftliche News im Netz

FRANKFURT. „Kafka und Theater“ ist das Schwerpunktthema der neuen Ausgabe von Thewis, der Online-Zeitschrift der Gesellschaft für Theaterwissenschaft, die ab sofort im Netz abrufbar ist.

Die Zeitschrift versammelt Originalbeiträge jüngerer Forscherinnen und Forscher mit solchen erfahrener Theaterwissenschaftler aus Deutschland und Israel. Sie dokumentiert dabei Ergebnisse einer Masterclass an der Goethe-Universität Frankfurt am Main mit dem Titel „Kafka and Theatre“. Die Masterclass fand im Rahmen der Gastprofessur des ersten Friedrich Hölderlin-Professors für Allgemeine und Vergleichende Dramaturgie, Freddie Rokem von der Universität Tel Aviv, statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland und Israel diskutierten über das Theater der Buchstaben, Worte, Gesten und Szenen in Kafkas Texten.

Über das Schwerpunktthema hinaus umfasst die Online-Zeitschrift in einem zweiten Teil vier Miszellen, kürzere studentische Beiträge zu einem Symposium, das von der Theaterwissenschaft der Goethe-Universität in Zusammenarbeit mit dem finnischen Theaterwissenschaftler Esa Kirkkopelto in Frankfurt veranstaltet wurde und unter dem Thema „Theater des A-Humanen“ stand. Zudem gibt es auch wieder eine Sektion mit Rezensionen.

Thewis erscheint seit dem Jahr 2004 etwa alle zwei Jahre als einziges Online-Journal der Gesellschaft für Theaterwissenschaft, einer Fachgesellschaft, die seit 1990 alle zwei Jahre einen Kongress veranstaltet, dessen Ergebnisse in umfangreichen Fachpublikationen dokumentiert werden. Die Herausgeberschaft wechselt von Ausgabe zu Ausgabe. Für die vorliegende sechste Ausgabe zeichnet die Frankfurter Theaterwissenschaft verantwortlich. Gemeinsame Herausgeber sind Dr. Matthias Dreyer,  Prof. Nikolaus Müller-Schöll,  Julia Schade und Marten Weise vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität.

Link zur Online-Zeitschrift: http://www.theater-wissenschaft.de/category/thewis

Information: Prof. Dr. Nikolaus Müller-Schöll, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Fachbereich 10, Karl Wollheim Platz 1, 60322 Frankfurt am Main

 

Dez 7 2017
10:39

Cornelia Goethe Centrum der Goethe-Universität feiert Jubiläum

20 Jahre interdisziplinäre Geschlechterforschung

FRANKFURT. Das Cornelia Goethe Centrum (CGC) feiert in diesen Tagen sein 20-jähriges Bestehen. Es wurde als „Zentrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse“ 1997 gegründet und bündelt Forschung und Lehre aus unterschiedlichen Disziplinen. Im Jahr 2000 wurde es namentlich der Schwester Johann Wolfgang Goethes gewidmet.

Gegründet wurde das Cornelia Goethe Centrum 1997 – in einer Zeit, als die Institutionalisierung von Frauen- und Geschlechterforschung ihren Anfang nahm. Die DFG hatte in einem Bericht 1994 dazu aufgerufen, Zentren zu gründen, um diese Thematik voranzutreiben. Seit 1995 schon gab es in Hessen einen entsprechenden Forschungsschwerpunkt, der heute den Titel trägt „Dimensionen der Kategorie Geschlecht“.

An der Goethe-Universität machte die Soziologin Prof. Ute Gerhard die Gründung eines interdisziplinären Zentrums für Frauenstudien und Geschlechterforschung zum Gegenstand von Bleibeverhandlungen. Gemeinsam mit der Erziehungswissenschaftlerin Prof. Brita Rang, der Filmwissenschaftlerin Prof. Heide Schlüpmann und der Amerikanistin Susanne Opfermann setzte sie den Gründungsplan in die Tat um. Bald schlossen sich andere an, etwa die Juristin Prof. Ute Sacksofsky oder die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Barbara Friebertshäuser.

Hier einige Meilensteine der 20-jährigen Geschichte des Zentrums, dem immer noch vor allem sozial- und geisteswissenschaftliche Fachbereiche angehören: Im Jahr 1998 wurde der CGC Förderkreis gegründet, der die Arbeit des CGC materiell unterstützt. 1999 bis 2008 bestand das von der DFG geförderte Graduiertenkolleg „Öffentlichkeiten und Geschlechterverhältnisse. Dimensionen von Erfahrung“ in Kooperation mit der Uni Kassel. Seit Oktober 2000 können Studierende das Zertifikatsprogramm „Frauenstudien/Gender Studies“ absolvieren, eine wertvolle Zusatzqualifikation für Bewerbungen auf dem akademischen Arbeitsmarkt in- und außerhalb der Hochschulen. 2002 hat der Förderkreis erstmals den Cornelia Goethe-Preis verliehen, er wird für herausragende Dissertationen und Habilitationen vergeben und ist mit 2000 Euro dotiert.

2013 hat das CGC die Angela Davis Gastprofessur ins Leben gerufen, die in der ersten Auflage von der Namensgeberin selbst übernommen wurde. Seit 2015/16 können B.A.-Studierende im Nebenfach Gender Studies belegen, und in diesem Juni wurde das GRADE Center Gender eröffnet, das der Förderung junger Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen mit Schwerpunkt Geschlechterforschung dienen soll. Darüber hinaus findet regelmäßig ein Kolloquium statt, das Vertreter verschiedener Disziplinen zusammenbringt, im laufenden Semester z.B. zur Reproduktionsmedizin, und Veranstaltungen in Kooperation z.B. mit dem Haus am Dom, der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung oder dem Gender- und Frauenforschungszentrum der hessischen Hochschulen (gFFZ).

Die Forschungsprojekte, die am CGC laufen, sind in der Regel sowohl an den Fachbereichen als auch im Centrum angesiedelt. „Diese Verankerung im Fachbereich bei gleichzeitiger Zusammenarbeit im Centrum, das ist die Stärke des CGC“, sagt Geschäftsführerin Marianne Schmidbaur: „So entstehen viele innovative Ideen, man inspiriert sich gegenseitig.“

„Der Gründung des CGC lag die Absicht zu Grunde, Lehre und Forschung an der Goethe Uni  im Bereich Frauen- und Geschlechterforschung zu bündeln und in einen interdisziplinären Austausch zu führen. Dieses Projekt hat viele Früchte abgeworfen (neun Fachbereiche sind an den Aktivitäten des CGC momentan beteiligt) und wir streben danach, dass dies in den kommenden Jahrzehnten vertieft und ausgebaut wird“, sagt Prof. Helma Lutz, Soziologin und Geschäftsführende Direktorin am CGC.

Im PEG ist bis 22. Dezember eine Ausstellung über die Geschichte des CGC in acht Tafeln zu sehen.

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/69549908

Informationen: Dr. Marianne Schmidbaur, Cornelia Goethe Centrum, Theodor-W.-Adorno-Platz 6, Telefon +49 (0)69-798-35103, E-Mail schmidbaur@soz.uni-frankfurt.de; Web http://web.uni-frankfurt.de/cgc/

 

Dez 6 2017
12:26

VolkswagenStiftung fördert spannendes Forschungsprojekt eines jungen Mikrobiologen

Evolution der ersten Lebewesen im Labor simulieren

FRANKFURT. Das Leben auf der Erde ist vermutlich an heißen Quellen in den Ozeanen entstanden. Um neue Standort zu besiedeln, mussten sich die an Hitze gewöhnten Mikroorganismen an die kühlere Umgebung anpassen. Wie sie das innerhalb von nur wenigen 100 Generationen gemacht haben könnten, will der Mikrobiologe Dr. Mirko Basen von der Goethe-Universität jetzt durch simulierte Evolution im Labor herausfinden.

Mirko Basens Forschungsprojekt gehört zu den fünf Prozent erfolgreichen, die unter den knapp 600 eingereichten Anträgen im „Experiment!“-Programm der VolkswagenStiftung ausgewählt wurden. Mit diesem Programm fördert die Stiftung ausdrücklich gewagte Forschungsideen, die etabliertes Wissen grundlegend herausfordern und auf unkonventionellen Hypothesen beruhen.

Die ersten Organismen, die vor etwa vier Milliarden Jahren unseren Planeten bevölkerten, waren aller Wahrscheinlichkeit nach Hitze liebende (thermophile) Mikroorganismen, die sich bei 60 oder mehr Grad am wohlsten fühlten. Ihr Stoffwechsel beruhte vermutlich auf der Oxidation von Wasserstoff, verbunden mit der Reduktion von Kohlendioxid, das auf der jungen Erde reichlich vorhanden war.

Von dem letzten gemeinsamen Vorfahren aller irdischen Lebewesen leiten sich zwei Ahnenreihen ab: Die Bakterien und Archaeen. Einige von ihnen mögen es bis heute heiß – etwa die Bewohner der schwarzen Raucher in der Tiefsee. Deren Urahnen könnten Kohlendioxid entweder zu Essigsäure (acetogene Bakterien) oder zu Methan (methanogene Archaeen) verstoffwechselt haben.

„Im Stammbaum der Lebewesen gibt es eine ganze Reihe thermophiler Mikroorganismen. Es ist also anzunehmen, dass die Anpassung an kühlere Temperaturen durch mehrere, voneinander unabhängige Ereignisse stattfand“, erläutert Dr. Mirko Basen von der Abteilung Molekulare Mikrobiologie und Bioenergetik an der Goethe-Universität.

Bisher ist vor allem der umgekehrte Weg, nämlich die Anpassung von Proteinen und Zellen an heiße Lebensräume untersucht worden. Forscher haben Mechanismen vorgeschlagen, mit denen die Hitze empfindlichen Proteine geschützt werden. Sie beziehen sich auf Veränderungen des Stoffwechsels, der Struktur der Zellmembran und der DNA oder RNA. Bei bestimmten Bakterienstämmen ist es auch gelungen, sie durch experimentelle Evolution im Labor sukzessive an höhere Temperaturen anzupassen. Nach einigen hundert Generationen hatte sich ihre „Wohlfühltemperatur” um etwa 10 Grad erhöht.

„Ich schlage nun einen Perspektivwechsel vor, der vollkommen neue Einsichten in die Evolution und die Anpassung an kalte oder heiße Umgebungen bringen könnte. Meine Hypothese ist, dass die Anpassung an niedrigere Temperaturen schnell passiert ist, erzwungen durch eine rasche Veränderung der Umgebung“, so Mirko Basen.

Diese Hypothese wird der junge Mikrobiologe jetzt durch Evolution im Labor testen. Dazu verwendet er einige der vermutlich ältesten Stämme von Bakterien und Archaeen, deren Stoffwechsel auf Kohlendioxid basiert.

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/69540015

Information: Dr. Mirko Basen, Institut für Molekulare Biowissenschaften, Fachbereich 15, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798- 29320, basen@bio.uni-frankfurt.de.