Sonstige
Fortbildungsprogramm „Buch- und Medienpraxis“ startet Initiative – Wochenend-Workshop mit Profis
FRANKFURT. Die Goethe-Universität bekommt im Sommersemester ihr eigenes Campus-Radio: Derzeit laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, damit die „dauerWelle“ Anfang Juli auf Sendung gehen kann. Auf Initiative des Fortbildungsprogramms Buch- und Medienpraxis wurden Fördergelder eingeworben und die Rahmenstrukturen für den online-Sender geschaffen. Studierende des Programms entwickelten Name, Logo und Website des Radios.
Nach der Startphase werden die Studierenden der GU ihre „dauerWelle“ eigenständig betreiben. Ziel ist es, ein Campusradio zu schaffen, das die Studierendenschaft sowohl als Hörer erreicht, als auch aktiv in die eigene Arbeit einbindet – ein Campusradio von Studierenden für Studierende, bei dem alle ihre Ideen einbringen können.
Den großen Auftakt bildet ein Kick-off-Workshop am kommenden Wochenende (4. und 5. Mai) mit Hörfunkexperten von hr, FFH, YOU FM sowie von den erfolgreichen Campus-Radios Mephisto 97.6 aus Leipzig und Radio Q aus Münster. Bei der Veranstaltung wird grundlegendes Praxis-Know-how vermittelt: auf dem Programm stehen u.a. Workshops zu Interviewführung, Schreiben fürs Sprechen, Schnitttechnik, Recherche- und Redaktionsabläufen. Zugleich entwickeln die Studierenden die Programmstruktur ihres Radios und organisieren sich in Redaktionsgruppen. Direkt im Anschluss an den Workshop geht die praktische Arbeit mit Unterstützung durch Redaktions-Paten vom hr weiter. Die Resonanz auf das Angebot ist sehr positiv: Alle 60 Plätze sind belegt, weitere 20 Interessenten stehen auf der Warteliste.
Studierende erhalten so die Chance, sich praktisch mit dem Medium Radio vertraut zu machen, nicht zuletzt im Hinblick auf einen möglichen Berufseinstieg. Zudem wird das Engagement bei der „dauerWelle“ in das Modulsystem des Bachelor- und Masterstudiums integriert. Studierende können sich ihre Mitarbeit in Form von Credit Points anrechnen lassen.
Informationen: Maren Illinger und Malte Kleinjung, Fortbildungsprogramms Buch- und Medienpraxis, Campus Westend, Tel: (069)798-23626, dauerwelle@uni-frankfurt.de, www.dauerwelle.uni-frankfurt.de/, www.buchundmedienpraxis.de
Veranstaltungen
Der renommierte Politikwissenschaftler hält zum Semesterstart im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften einen Vortrag über die Realisierungszwänge von Politik. Donnerstag, 7. Mai, 18 Uhr, Campus Westend
FRANKFURT. Von der Agenda 2010 über die Schuldenbremse bis zu verbindlichen Klimaschutzzielen der EU – politische Entscheidungen sind zunehmend unter einen Realisierungszwang in der näheren und ferneren Zukunft gestellt, um die Chancen künftiger Generationen zu wahren. Politik im Modus von Futur zwei – lässt sich Solidarität mit Ungeborenen oder der Zwang von Ökodienstleistungen mit dem Freiheitsversprechen verbinden? Prof. Dr. Claus Leggewie, Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts (KWI) Essen, spricht in seinem Vortrag auf Einladung des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften zum Thema
„Wie weiter? Vorüberlegungen zu einer Geschichtsschreibung der Zukunft“.
Dienstag, 7. Mai 2013, 18 Uhr s.t., Raum 1.G191, PEG-Gebäude, Campus Westend.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
Claus Leggewie gehört zu den bekanntesten politischen Publizisten Deutschlands und ist Autor zahlreicher politischer Sachbücher und politikwissenschaftlicher Studien. Er ist Direktor des renommierten Kulturwissenschaftlichen Instituts (KWI) Essen und Co-Direktor des Käte Hamburger-Kollegs „Politische Kulturen der Weltgesellschaft“. Seine aktuellen Forschungen befassen sich mit der Politik und Kultur des Klimawandels, mit der Entwicklung des europäischen Südens und der Globalisierung von Kulturen und Religionen. Zuletzt erschien „Zukunft im Süden. Wie die Mittelmeerunion Europa wiederbeleben kann“ (2012); „Unter Piraten. Erkundungen in einer neuen politischen Arena“ (2012); „Das Ende der Welt, wie wir sie kannten. Klima, Zukunft und die Chancen der Demokratie“ (2009).
Weitere Informationen: Prof. Dr. Sighard Neckel, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Institut für Soziologie, Goethe-Universität Frankfurt a. M., Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel. (069) 798-36572 /-36593; http://www.fb03.uni-frankfurt.de/soziologie/sneckel
Hochschulpolitische Themen
Vereinbarung in Frankfurt unterzeichnet
FRANKFURT. Die Goethe-Universität Frankfurt und die Technische Universität Darmstadt werden im Rahmen einer strategischen Partnerschaft in Forschung, Lehre und Weiterbildung zukünftig noch enger zusammenarbeiten. Die Universitätspräsidenten Professor Werner Müller-Esterl und Professor Hans Jürgen Prömel unterzeichneten in Frankfurt eine entsprechende Vereinbarung.
Bei regelmäßigen Treffen werden sich die Präsidien beider Hochschulen in der Struktur- und Entwicklungsplanung künftig noch enger abstimmen, unter anderem hinsichtlich neuer Forschungskooperationen, der Einrichtung und Aufhebung von Studiengängen, der Curricula und Prüfungsordnungen kooperierender Fächer, der Graduiertenprogramme, der Ausschreibung von Professuren und der Koordination der E-Learning-Aktivitäten.
„Durch die enge Abstimmung in nahezu allen Bereichen schaffen wir langfristig eine Profilierung beider Partneruniversitäten, die sich hervorragend ergänzen und gegenseitig stärken. Gleichzeitig eröffnen wir unseren Studierenden breitere Perspektiven und vermeiden ineffiziente Doppelungen“, sagt TU-Präsident Prömel.
„Wir wollen in komplementären Disziplinen Synergien schaffen und in verwandten Fächern gemeinsame Schwerpunkte bilden. Dazu werden wir die bestehenden kooperativen Forschungsprojekte weiterentwickeln und offensiv neue Projekte angehen“, ergänzt der Präsident der Goethe-Universität Müller-Esterl.
Als führende Forschungsuniversitäten Hessens arbeiten die TU Darmstadt und die Goethe-Universität Frankfurt auf Basis der im Jahr 2005 vereinbarten strategischen Partnerschaft auf vielen Gebieten eng zusammen: In der Lehre können Studierende kooperierender Fachbereiche nicht nur an Lehrveranstaltungen der jeweiligen Partner-Uni teilnehmen, Leistungsnachweise erwerben und Teilprüfungen ablegen, sondern auch die gemeinsamen Master-Studiengänge „Politische Theorie“ und „Internationale Studien/Friedens- und Konfliktforschung“ studieren. In der Forschung arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beider Partneruniversitäten in Graduiertenkollegs, Sonderforschungsbereichen und anderen Forschungsprojekten – wie im Frankfurter Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, im Darmstädter House of IT oder im LOEWE-Zentrum HIC for FAIR – Seite an Seite. Dazu entstehen laufend weitere kooperative Forschungsprojekte, zuletzt auf dem Gebiet der Dentaltechnik zwischen dem Fachbereichs Maschinenbau der TU Darmstadt und dem Fachbereichs Medizin der Goethe-Universität.
Personalia/Preise
Helmut Grubmüller ist Rolf-Sammet-Gastprofessor an der Goethe-Universität
FRANKFURT. 2008 kürten die renommierten Fachzeitschriften „Nature“ und „Science“ eine Publikation mit dem Titel "Proteine bei der Arbeit" zu einem der Forschungs-Highlights des Jahres. Einer ihrer Autoren war Helmut Grubmüller vom Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen. Der Biophysiker ist ein weltweit anerkannter Experte auf dem Gebiet der Theoretischen und Computergestützten Biophysik. Er erforscht vor allem die Funktion komplexer Proteine, die biochemischen "Nano-Maschinen" in der Zelle. Vom 7. bis 15. Mai ist er Rolf-Sammet-Gastprofessor an der Goethe-Universität. Die öffentliche Vorlesung mit dem Titel „May the force be with you: Biomachines at work“
am: Dienstag, den am 7. Mai 2013 um 17.15 Uhr
im: Biozentrum, Campus Riedberg, Hörsaal B1
richtet sich an eine interessierte Öffentlichkeit.
Eine der wichtigsten Nano-Maschinen, deren Funktion Grubmüller aufgeklärt hat, ist die F-ATPase. Mit ihrem Durchmesser von einem 10 Millionstel Millimeter ist sie der kleinste Motor der Welt. Im Körper synthetisiert sie das Molekül Adenosintriphosphat (ATP), den universellen Träger chemischer Energie. Um die einzelnen Phasen der Umwandlung von mechanischer in chemische Energie in der F-ATPase bis ins atomare Detail aufzuklären, hat die Arbeitsgruppe von Grubmüller aufwändige Computersimulationen gemacht. Zwei Jahre Rechenzeit eines Großcomputers waren dafür erforderlich.
Grubmüllers Arbeit ist unter anderem für die medizinische Grundlagenforschung von Bedeutung – so die 2008 gekürte Arbeit über das Ubiquitin. Das im Körper allgegenwärtige kleine Protein markiert beschädigte oder ausgediente Proteine für die Zerlegung im „Schredder“ der Zelle, dem Proteasom. Ist diese Funktion gestört, können zahlreiche Krankheiten entstehen, unter anderem Krebs, Alzheimer oder Parkinson. Zusammen mit Bert de Groot und Christian Griesinger konnte Grubmüller aufklären, wie das Molekül es schafft, ganz unterschiedliche Partnermoleküle zu erkennen und zu binden. Das Ubiquitin stellte sich als wahrer Verwandlungskünstler heraus; innerhalb von Mikrosekunden ändert es fortwährend seine Form. Passt eine dieser Formen zufällig zu einem seiner Partner, binden sich die beiden Proteine spontan aneinander.
Helmut Grubmüller, Jahrgang 1965, hat an der Technischen Universität München Physik studiert und dort 1994 auch promoviert. Danach arbeitete er als Assistent in der Sektion Physik der Ludwig-Maximilians-Universität München. Als Stipendiat der EMBO, einer europäischen Organisation zur Förderung von Exzellenz in den Lebenswissenschaften, ging er an die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich. 1998 gründete am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen die Arbeitsgruppe "Theoretische molekulare Biophysik". Seit 2005 ist er Direktor des Max-Planck-Instituts für Biophysikalische Chemie.
Die Rolf-Sammet-Gastprofessur zählt zu den ältesten Gastprofessuren an der Goethe-Universität. Sie wurde 1985 von der Hoechst Aktiengesellschaft ins Leben gerufen und wird heute vom Rolf Sammet-Fonds der Aventis Foundation in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität vergeben. Jedes Jahr wird ein international renommierter Wissenschaftler auf dem Gebiet der Chemie/Biochemie nach Frankfurt eingeladen, um sein Forschungsgebiet und seine aktuellen Arbeitsschwerpunkte in kompakter Form vorzustellen. Neben Vorlesungen, Seminar- und Laborbesuchen gehören dabei auch öffentliche Vorträge an der Universität Frankfurt zum Programm. Von den 27 bisherigen Preisträgern haben 10 inzwischen den Nobelpreis in Chemie oder Medizin erhalten.
Informationen: Prof. Josef Wachtveitl, Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-29351, wveitl@theochem.uni-frankfurt.de.
Veranstaltungen
Erste Veranstaltung der Reihe findet an der Goethe-Universität statt. 6. Mai, 18.30 Uhr, Campus Westend
FRANKFURT. Mit ihrer neuen Veranstaltungsreihe „Helmholtz&Uni“ will die Helmholtz-Gemeinschaft gemeinsam mit Universitäten offen über das Zusammenspiel von Universitäten und der außeruniversitären Forschung diskutieren – und zwar dort, wo seit Jahrhunderten das Herz der Wissenschaft schlägt: an den Universitäten selbst. „Helmholtz & Uni“ wird von nun an mehrmals im Jahr stattfinden und aktuelle Fragen zur Entwicklung der deutschen Hochschullandschaft und des deutschen Wissenschaftssystems aufgreifen. Auftakt ist am 6. Mai in der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Wie wird Wissenschaft künftig organisiert sein? Welchen Stellenwert werden die Universitäten haben? Welche Kooperationsformen werden die Forschung am effizientesten fördern? Und welche Rolle sollen und können außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie die Helmholtz-Gemeinschaft zukünftig spielen?
Wenn es um die Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems geht, sind viele Fragen offen. Die Antworten müssen Hand und Fuß haben, denn sie werden die Zukunft unsere Wissenschaftslandschaft prägen. Helmholtz&Uni gibt verschiedensten Standpunkten ein Forum und lädt zum offenen Dialog ein.
Die erste Helmholtz&Uni-Veranstaltung findet
Montag, 6. Mai 2013, um 18.30 Uhr an der Goethe-Universität Frankfurt am Main statt. Präsidiumsgebäude, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt a. M.
Es diskutieren:
Moderation: Meinhard Schmidt-Degenhard (Hessischer Rundfunk)
Helmholtz&Uni ist eine öffentliche Veranstaltung. Die nächste Helmholtz&Uni findet im Juni 2013 statt. www.helmholtz.de
Weitere Informationen: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter Marketing und Kommunikation, Tel. (069) 798-13035, kaltenborn@pvw.uni-frankfurt.de