Veranstaltungen
FRANKFURT. Die Goethe-Universität steht für einen wachen, offenen Geist. „aufgeweckt!“ lautet daher das Motto zum Sommerfest 2012. Es startet am 6. Juli ab 15 Uhr auf dem Campus Westend. Eingeladen sind neben Studierenden und Hochschul-Angehörigen alle Interessierten, die Lust haben, die Vielfalt der Goethe-Universität kennen zu lernen.
Ein Höhepunkt an diesem Tag ist die Präsentation der Skulpturen von Igor Mitoraj, die bereits seit einigen Wochen am Campus Westend zu sehen sind. Nach einer Einführung in das Werk des Künstlers mit Universitätspräsident Werner Müller-Esterl wird Galerist Peter Femfert (DIE GALERIE) bei einem Rundgang zu den einzelnen Skulpturen mehr über Igor Mitorajs Arbeitsweise berichten.
Vorstellen möchten sich an diesem Tag auch die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Deutschland-Stipendiums. Sie haben verschiedene Projekte erarbeitet und werden diese auf dem Gelände und im Hörsaalzentrum präsentieren. Dazu zählen auch Kunst- und Filmprojekte, Zukunftsvisionen und neue Ideen für Umweltschutz und ehrenamtliches Engagement.
Ein kleines Festival für sich ist das Live-Musikprogramm auf der Hauptbühne des Campusplatzes. Mit dabei sind viele Studierende und Alumni der Goethe-Universität, angefangen bei der Jazz-Company über die Shakin´Shots bis hin zum Moderator und DJ des Programms, Tilmann Köllner von YOU FM.
Außerdem erwarten die Gäste Informationsstände zum Universitätsleben und verschiedene Mitmachaktionen, wie etwa die Original-Torwand aus dem ZDF Sportstudio. Ganz neue Einblicke bieten Führungen über den Campus, auch mit Architekt Ferdinand Heide, dem Schöpfer des Masterplans für die Neugestaltung des Campus Westend.
Selbstverständlich wird es auch für Kinder allerlei zu entdecken geben – nicht nur rund um das Spielmobil vom Abenteuer-Spielplatz Riederwald. Auch der Seifenblasenkünstler Blub wird die Blicke immer wieder auf sich ziehen.
Für leckeres Essen und kühle Getränke sorgen unter anderem die Küchen des Studentenwerks.
Informationen: www.campusfest.uni-frankfurt.de
Forschung
FRANKFURT. Weite Teile der afrikanischen Savanne könnten bis zum Jahr 2100 zu Wäldern werden, wenn ein bestimmter CO2-Wert in der Atmosphäre überschritten wird. Da diese Schwelle regional unterschiedlich ist, geschieht der Wandel aber nicht überall gleichzeitig, was das Risiko einer Erschütterung des gesamten Erdsystems verringert. Die Entwicklung könnte sogar von praktischem Nutzen für den Klimaschutz sein, weil neu wachsende Wälder große Mengen an CO2 speichern. Allerdings verschwindet mit den Graslandschaften und offenen Savannen auch eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Dies geht aus einer Studie des Biodiversität und Klima Forschungszentrums und der Goethe Universität Frankfurt hervor, die heute in der Fachzeitschrift “Nature” erscheint.
In der Savanne liegen Gräser und Gehölze im permanenten Wettstreit miteinander. Deshalb hat die Savanne viele Gesichter: tropische Graslandschaften gehören ebenso dazu wie offene Grasebenen mit vereinzeltem Gehölzbestand oder sogar mehr oder weniger dichte Wälder. Ob die Gräser oder Bäume schneller wachsen, hängt von Umweltbedingungen wie Schwankungen der Temperatur, des CO2-Gehalts in der Atmosphäre und Feuern ab. „Mit dem aktuellen CO2-Anstieg geht das Wachstum der Savannenbäume erst richtig los“, sagt Steven Higgins, Leitautor der Studie.
Der hieraus resultierende Vegetationswandel, den Higgins und Simon Scheiter in ihrer Studie modellieren, ist ein Beispiel für einen „regime shift“ einen Umbruch, der durch kleine Veränderungen an den Stellschrauben des Gesamtsystems ausgelöst wird. Damit wird eine Kette von Ereignissen in Gang gesetzt, die einander verstärken, so dass sich das ganze System zunehmend schneller verändert. Die Studie ergab, dass der Savannenkomplex bereits Anzeichen eines solchen Umbruchs zeigt. „Die Möglichkeit eines ‚regime shifts‘ in einem so weit verbreiteten Ökosystem wie der Savanne rückt diese nun in den Fokus der Erdsystem-Wissenschaftler”, kommentiert Higgins.
Voraussichtlich wird dieser Umbruch in Gegenden, in denen die Temperatur klimawandelbedingt schneller ansteigt (zum Beispiel im Zentrum Südafrikas), später stattfinden, da der steile Temperaturstieg Gräser begünstigt. Diese können dadurch trotz steigender Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre länger erfolgreich mit Bäumen konkurrieren. Obwohl einzelne Gegenden also jeweils signifikante Umbrüche erleben werden, wird der Vegetationswandel über die Gesamtregion betrachtet allmählich stattfinden. „Dass so eine Erschütterung des Erdsystems durch einen abrupten, großflächigen Vegetationswandel vermieden wird, mag zunächst beruhigend klingen. Aber wir müssen uns auch bewusst sein, dass die Veränderung aus geologischer Sicht gesehen enorm schnell abläuft”, so Higgins.
Als praktische Erkenntnis für den Klimaschutz identifizieren die Autoren eine breite Zone im nördlichen Zentralafrika, in der sich bei gleichzeitiger Feuerunterdrückung mehr Savannen zu Wäldern entwickeln könnten. „Wenn man Projekte zur CO2-Speicherung plant, sollte man das dort tun. Der Haken daran ist, dass sich diese optimalen Zonen noch verschieben werden, wenn sich der Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre weiter ändert“, erklärt Higgins. Sollten Graslandschaften und offene Savannen durch Baumsavannen oder Wälder ersetzt werden, geht zudem eine einzigartige Flora und Fauna verloren. Denn ein Anstieg des Kohlendioxidgehalts in der Atmosphäre ist ein weiterer Stressfaktor für bereits durch Überweidung, Plantagenwirtschaft und Ackerbau stark beanspruchte Ökosysteme.
Publikation: Steven I. Higgins, Simon Scheiter (2012). Atmospheric CO2 forces abrupt vegetation shifts locally, but not globally. Nature, DOI: 10.1038/nature11238
Bilder zum Download finden Sie unter: www.bikf.de/root/index.php?page_id=152
Informationen: Dr. Simon Scheiter, Institut für Physische Geographie; LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), Campus Riedberg; Tel. (069) 798 40167; scheiter@em.uni-frankfurt.de
Veranstaltungen
Tagung beschäftigt sich mit den Perspektiven religiöser und ästhetischer Gestaltung des „Hauses der Stille“ an der Goethe-Universität
FRANKFURT. Das "Haus der Stille" auf dem Campus Westend dürfte wohl einmalig sein in der deutschsprachigen Hochschullandschaft. Der sakrale Raum, in dem es keine eindeutigen religiösen Symbole gibt, kann von Menschen aller Glaubensrichtungen und Kulturen als Rückzugsort genutzt werden. Die Tagung „Raum und Sinn“
am 3. Juli 2012, 9.00-22.00 Uhr
im Casino, Raum 1.81, Campus Westend
möchte daher den Modellcharakter dieses Projektes als Raum gelebter Diversität erörtern. Vertreter beider christlichen Konfessionen, des Judentums und des Islams, der Architekt des Gebäudes, Ludwig Karl, sowie der Experte für moderne Sakralarchitektur, Professor Albrecht Gerhardts, werden die religiösen und ästhetischen Dimensionen des Hauses diskutieren. Drei Solisten werden dann am Abend den Raum mit jüdischer, islamischer und christlicher Instrumentalmusik zum Klingen bringen.
Informationen und Anmeldung: Die Anzahl der Plätze ist begrenzt, daher wird um Anmeldung gebeten unter info@ekhn-stiftung.de oder 069-597990-53.
Veranstaltungen
DVPW-Arbeitskreises „Wahlen und politische Einstellungen“ tagt in Frankfurt
FRANKFURT. Immer weniger Menschen gehen zur Wahl. Haben sie einfach das Interesse an der Politik verloren? Glauben sie, dass die Politiker und Parteien doch nichts für sie tun? Warum sind es gerade sozial Benachteiligte, die zunehmend weniger politisch aktiv sind, obwohl sie auf staatliche Unterstützung angewiesen sind? Am 28. (Donnerstag) und 29. Juni (Freitag) werden sich 80 Politikwissenschaftler im Gästehaus der Frankfurter Universität mit solchen und ähnlichen Fragen des sozialen und politischen Wandels in den vergangenen Jahrzehnten beschäftigen.
„Wenn immer mehr Bürger ihr Wahlrecht nicht wahrnehmen, dann gefährdet dies auch die Legitimationsgrundlage der demokratischen Ordnung“, konstatiert Prof. Dr. Sigrid Roßteutscher vom Institut für Gesellschafts- und Politikanalyse der Goethe-Universität; sie hat gemeinsam mit Kollegen aus Mannheim und Düsseldorf die Tagung des DVPW-Arbeitskreises „Wahlen und politische Einstellungen“ organisiert. Dieser Arbeitskreis der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaften (DVPW) besteht inzwischen seit 25 Jahren. Eine Reihe von Studien mit langfristigen Perspektiven sind in dieser Zeit entstanden. Diskutiert wird in Frankfurt auch über folgende Fragen: Wie hat sich das Wahlverhalten bei den Bundestagswahlen von 1961 bis 2009 verändert? Welche Faktoren bestimmen die Koalitionspräferenzen der Wähler in den Bundesländern von 1990 bis 2009? Was lässt sich über die Links-Rechts-Orientierung im Laufe der Jahrzehnte sagen? Wie haben sich die Wahlchancen der Frauen für ein Bundestagsmandat von 1953 bis heute gewandelt? Wie kommt es, dass sich immer mehr Wähler erst in letzter Minute entscheiden?
Informationen: Prof. Dr. Sigrid Roßteutscher, Institut für Gesellschafts- und Politikanalyse , Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Campus Bockenheim, Tel. (069) 798-22050, Mobil 0151-24041397, Rossteutscher@soz.uni-frankfurt.de
Veranstaltungen
14 frisch ausgebildete Tutoren beraten ihre Kommilitonen vom 2. bis 5. Juli auf den Campi Westend und Bockenheim
FRANKFURT. Schreibtipps und Blitzberatungen – das gibt es vom 2. Juli (Montag) bis 5. Juli (Donnerstag) an zentralen Orten des Campus Westend und des Campus Bockenheim der Goethe-Universität. Zum Auftakt der studentischen Schreibberatung bieten 14 frisch ausgebildete Peer-Tutoren und -Tutorinnen mobile Schreibberatungen an. Außerdem können dort Termine für Einzelberatungen vereinbart werden. „Wir sind für alle Studierenden, für jede Textsorte vom Exposé bis zur Hausarbeit und für jede Schreibphase ansprechbar“, erklärt die 22-jährige Hannah Maria Alfter, Studentin der Germanistik und Romanistik.
Mobile Schreibberatung findet statt auf dem Campus Westend in der Eingangshalle des IG-Farben-Hauses und im Foyer des Casinos, auf dem Campus Bockenheim im Foyer der Mensa. Weitere Termine für Schreibberatung können die Studierenden auch per Mail vereinbaren unter: katinalinguri@stud.uni-frankfurt.de
Die Peer Tutoren geben Feedback auf entstehende Texte, zum Beispiel zur Gliederung, Argumentation oder Fragestellung. Außerdem kennen sie Methoden zur Überwindung von Motivationsproblemen und Schreibblockaden und können beim Zeitmanagement beraten. „Studierende fragen am liebsten andere Studierende um Rat, um sich über das akademische Schreiben zu informieren“, so Dr. Nadja Sennewald, eine der Leiterinnen des universitären Schreibzentrums, die die Fortbildung entwickelt hat. Das Lernen auf Augenhöhe mit Kommilitonen falle vielen Studierenden leichter als in einem hierarchischen Gefüge, wie es bei einer Lehrenden-Studierenden-Konstellation immer gegeben sei – so auch das Ergebnis einer Studie, die Sennewald durchgeführt hat.
Die Erfahrung mit ähnlichen Projekten an den Universitäten Göttingen, Bielefeld oder auch der ETH Zürich zeigt, dass die studentische Schreibberatung sehr gut angenommen wird. Für die Studierenden ist es ein niedrigschwelliges Angebot, das einen Gegenpol zu vielen universitären Seminar-, Vorlesungs- und Sprechstundensituationen bildet, in denen der „Uni-Bluff“ vorherrscht: Wissenslücken, Unsicherheiten und elementare Fragen werden oft von Studierenden (und mitunter auch von Lehrenden) kaschiert. Ein solcher „Uni-Bluff“ ist in der studentischen Schreibberatung nicht notwendig, da sie außerhalb jeglicher Prüfungs- und Benotungssituationen stattfindet.
Die studentische Schreibberatung wird ermöglicht durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Programm „Starker Start ins Studium“, das zur Verbesserung der Studienbedingungen an der Goethe-Universität eingerichtet wurde.
Informationen: Dr. Nadja Sennewald, Schreibzentrum, Campus Westend, Tel. (069) 798 32845, sennewald@em.uni-frankfurt.de, zum Schreibzentrum: www.uni-frankfurt.de/fb/fb10/IDLD/Schreibzentrum/index.html;
zu Starker Start ins Studium: http://www.starkerstart.uni-frankfurt.de/starkerstart