Veranstaltungen
Eine Vortragsreihe des Instituts für Jugendbuchforschung in Kooperation mit dem Historischen Museum
FRANKFURT. Die neue Bürgervorlesungsreihe „Der Erste Weltkrieg – Kindheit, Jugend, literarische Erinnerungskultur“ des Instituts für Jugendbuchforschung geht der Frage nach, wie Kinder und Jugendliche, Jungen und Mädchen den Ersten Weltkrieg erlebt haben und welche kriegsbedingten Traumatisierungen sie erleiden mussten. Welche Bilder-, Kinder- und Jugendbücher wurden während des Kriegs und in den Jahren danach publiziert? Auf welche Weise wurden die Frontsoldaten mit welcher Literatur versorgt? Die Vorlesungsreihe will zeigen, in welchem Maße die Literatur ein Ereignis lebendig vor Augen führen kann, das als die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet worden ist.
Die Bürgervorlesung, die in Kooperation mit dem Historischen Museum Frankfurt veranstaltet wird, versammelt Vortragende aus verschiedenen Disziplinen: Historiker, Buchwissenschaftler, Germanisten, Anglisten, Romanisten und nicht zuletzt Kinder- und Jugendliteraturwissenschaftler suchen ein weitgespanntes Panorama der internationalen Belletristik über den Ersten Weltkrieg zu entwickeln. Sie werden die Literatur aus dem und über den Ersten Weltkrieg auf lebendige Weise vergegenwärtigen; Romane und Erzählungen, Briefe und Tagebücher, Hörspiele und Filme stellen ein ausgezeichnetes Medium der Erinnerungskultur dar. Die Vorlesungen finden, abgesehen von zwei Terminen im Historischen Museum Frankfurt, jeweils dienstags um 18 Uhr im IG-Farben-Haus, Raum 411, Campus Westend statt. Die Reihe wird von der Waldemar Bonsels-Stiftung gefördert und findet im Rahmen des Jubiläums zum 100. Geburtstag der Goethe-Universität statt.
Der Erste Weltkrieg hat die Literatur in einem ebenso umfangreichen Maße beschäftigt, wie uns dies vom Zweiten Weltkrieg her bekannt ist. Ab Kriegsbeginn 1914 ist das Thema in allen Literaturformen präsent – in der Sachliteratur wie in der Belletristik, in Büchern für Erwachsene wie für Kinder und Jugendliche. „Die Kinder- und Jugendliteratur wie die Erwachsenenliteratur wurden zu einem wichtigen Medium der Kriegspropaganda – und zwar nicht nur in Deutschland und Österreich, sondern auch in Frankreich, Großbritannien, den USA, Kanada und Australien“, so der Initiator der Ringvorlesung und Direktor des Instituts für Jugendbuchforschung an der Goethe-Universität, Prof. Dr. Hans-Heino Ewers. „Mit Fortgang des Krieges änderte die literarische Kriegspropaganda ihren Charakter: Aus hurrapatriotischer Kriegsverherrlichung wurde eine ernste Durchhaltepropaganda, die mehr und mehr den realen Erfahrungen sowohl der Soldaten wie der Daheimgeblieben, der Familien, der Kinder und Jugendlichen, Rechnung tragen musste.“
War die während der Kriegsjahre erschienene Kriegsliteratur – nicht zuletzt zensurbedingt – durchweg patriotisch und kriegsbejahend, so entstand nach Kriegsende und in der Zwischenkriegszeit eine internationale Antikriegsliteratur. „Diese wurde zu einem großen Teil von Angehörigen der Generation der jungen Frontsoldaten verfasst; Erich Maria Remarques ‚Im Westen nichts Neues‘ ist dafür prototypisch. Umfangreicher scheint jedoch die weiterhin kriegsbejahende Literatur gewesen zu sein, für die heute der Name Ernst Jüngers steht“, ergänzt Ewers.
Das Programm auf einen Blick:
22. April: Prof. Dr. Hans-Heino Ewers, Frankfurt
Wie Kinder den Weltkrieg erlebten. Kriegskindheit im Spiegel der (Kinder- und Jugend)-Literatur über den Ersten Weltkrieg
29.April (Historisches Museum): Prof. Dr. Barbara Stambolis, Paderborn
Kriegskinder des Ersten Weltkriegs: Kindheit und Jugend in eiserner Zeit
6. Mai: Dr. Dorothea Flothow, Salzburg
Der Erste Weltkrieg im britischen Kinder- und Jugendroman: Erfahrung und Erinnerung
13. Mai: Prof. Dr. Astrid Erll, Frankfurt
Die Wiederkehr des Weltkriegs in der Literatur (1927-1930): Deutschland und England im Vergleich
20. Mai: Prof. Dr. Frank Schulze-Engler, Frankfurt
Nationale Identität, transkulturelles Gedächtnis und Bürgerrechte: Revisionen des „Großen Krieges“ in der indigenen Literatur Kanadas, Australiens und Aotearoa/Neuseelands
3. Juni: PD Dr. habil. Thomas F. Schneider, Osnabrück
„Endlich die Wahrheit über den Krieg!“ Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“ als Kulminationspunkt der Diskussion um den Ersten Weltkrieg in der Weimarer Republik
10. Juni (Historisches Museum): Prof. Dr. Christine Haug, München
Was die Soldaten des Ersten Weltkriegs lasen. Die Feldlektüre und ihre Distribution
17. Juni: Prof. Dr. Helmuth Kiesel, Heidelberg
Ernst Jüngers Kriegsbuch „In Stahlgewittern“: Entstehung, Fassungen, Rezeption
24. Juni: Prof. Dr. Sven Hanuschek, München
„Jedem geschehe was seine Taten wert sind.“ Kindheit und Jugend um 1914 im Kino der 2000er Jahre
1. Juli: Dr. Frank Estelmann, Frankfurt a.M.
Friedhof der Erinnerungen: Kindheit als Gedächtnisfigur im zeitgenössischen französischen Roman und Comic über den Ersten Weltkrieg
8. Juli: Prof. Dr. Olaf Müller, Mainz
„…expliquée à ma fille“ – Kinder als Zielpublikum für französische Literatur zum Ersten Weltkrieg von 1916 bis heute
15. Juli: Dr. Jana Mikota, Siegen
Nesthäkchen in Kriegszeiten. Der Erste Weltkrieg in der Mädchenliteratur
Informationen: Prof. Hans- Heino Ewers, Institut für Jugendbuchforschung, Fachbereich Neure Philologien, Tel: (069)798 32995, ewers@em.uni-frankfurt.de, Programm im Internet http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb10/jubufo/, Bildmaterial unter: http://user.uni-frankfurt.de/~weinkauf/Abhol/index.html
Hochschulpolitische Themen
Goethe-Universität startet heute mit 3.300 Neu-Immatrikulierten und rund 44.000 Studierenden ins Sommersemester
FRANKFURT. Mit über 44.000 Studierenden – so vielen wie noch nie in einem Sommersemester – startet die Goethe-Universität am heutigen Montag ihren Lehrbetrieb für die erste Jahreshälfte. Mit 3.300 Neu-Einschreibungen bewegt sie sich damit fast exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Die für die Lehre zuständige Vizepräsidentin, Prof. Tanja Brühl, sprach bei der Unistart-Messe am Donnerstag im Hörsaalzentrum vor ca. 400 Erstsemestern „von guten Voraussetzungen für einen gelungenen Semesterstart. Die Goethe-Universität ist dankbar für die ungebrochen große Nachfrage nach Studienplätzen. Sie übt auf Studierende von nah und fern weiterhin eine hohe Anziehungskraft aus.“ So stammen inzwischen knapp 40 % der Studierenden nicht aus Hessen. Zudem verfügt die Goethe-Universität über einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Studierenden mit ausländischem Pass.
Brühl betonte, dass das Präsidium zusammen mit den Fachbereichen große Anstrengungen unternommen habe, angesichts der stark gestiegenen Studierendenzahlen die Infrastruktur und die Lehre weiter zu verbessern. So wird pünktlich zum Semesterstart ein Seminarpavillon am Rande des Campus Westend mit einer Fläche von 1200 m² und zwölf neuen Seminarräumen eröffnet. Mit ihrem bundesweit einmaligen Professuren-Programm gelingt es der Goethe-Universität aber auch in der Lehre, signifikante Fortschritte zu erzielen. Von 40 inzwischen im Rahmen des Programms neu ausgeschriebenen Professuren konnte bereits knapp die Hälfte besetzt werden. Bei der Stellenverteilung spielte der Bedarf der Fachbereiche die entscheidende Rolle. So wurde Fachbereichen mit sehr hoher Nachfrage nach Studienplätzen bei der Vergabe Priorität eingeräumt. Bereits in den vergangenen Semestern waren Lehr- und Öffnungszeiten erweitert und die Mensakapazität vergrößert worden. Dazu Brühl: „Das Präsidium und die Fachbereiche haben nicht nur geredet, sie haben auch gehandelt.“ Trotz aller Anstrengungen komme es zum Semesterstart jedoch immer wieder zu kleineren und größeren Engpässen, "wofür ich mich bereits vorab entschuldigen möchte“, sagte die Vizepräsidentin.
Oberbürgermeister Peter Feldmann hob bei der Unistart-Messe den engen Schulterschluss zwischen Stadt und Universität hervor. Die Goethe-Universität sei ein Magnet für Frankfurt und trage wesentlich dazu bei, dass die Stadt über ein studentisches Flair verfüge und Nachwuchskräfte für die Wirtschaft anziehe. Feldmann forderte die anwesenden Studierenden auf, Frankfurt zu entdecken. Die Stadt biete extrem viel Kultur und Lebensqualität.
Da die meisten Studiengänge im Wintersemester beginnen, ist die Zahl der Studienanfänger im Sommersemester meist erheblich geringer.
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Goethe-Universität präsentiert Jubiläums-App für Bürgerinnen und Bürger sowie Uni-Angehörige
FRANKFURT. Die Goethe-Universität wird 100 Jahre alt und alle können mitfeiern – auch dank der neuen Jubiläums-App, die in Zusammenarbeit mit dem Berliner Startup Guidewriters entstanden ist. Die „100 Jahre Goethe-Uni“-App ist der digitale Wegbegleiter durch das Jubiläumsjahr der Goethe-Universität. Weit über 100 Veranstaltungen werden im laufenden Jahr stattfinden, bzw. haben bereits stattgefunden - von A wie die Ausstellung Kunstkammer Wunderkammer bis Z wie Zubin Mehta, dem weltweit gefeierten Stardirigenten, der bereits am 18. Februar in der Alten Oper das umjubelte Festkonzert dirigierte. Weitere prominente Gäste des Jubiläums sind unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck, Bestsellerautor Daniel Kehlmann, Klaus Maria Brandauer uvam.
Neben zentralen Aktivitäten haben insbesondere die 16 Fachbereiche und Studierenden der Goethe-Universität dazu beigetragen, das Programm hochkarätig, bunt und vielfältig werden zu lassen. Alle Fachbereiche, aber auch zentrale Einrichtungen wie das Universitätsarchiv oder das Büro für Gleichstellung beteiligen sich mit eigenen Aktivitäten. Im Jubiläums-Programm, das in der App in verschiedene Kapitel aufgegliedert ist, gibt es also viele Perlen und Highlights zu entdecken.
Eines der zentralen Elemente der App ist der Event-Kalender. Hier sind alle Veranstaltungen des Jubiläumsjahrs chronologisch übersichtlich aufgelistet. Ein weiteres Highlight ist der Wissenschaftsstadtplan. Mit Gedenktafeln an 100 verschiedenen Orten in Frankfurt am Main werden die entscheidenden Stätten des Lebens und Wirkens berühmter Köpfe der Universität gewürdigt. Über einen virtuellen Stadtplan werden diese Orte zu einer Tour verbunden.
„100 Jahre Goethe-Uni“ ist die offizielle App zum 100. Geburtstag der Goethe-Universität Frankfurt. Erhältlich ist sie für iOS und Android. Die direkten Links zu den entsprechenden Stores gibt es auch unter www.uni-frankfurt.de/gu100. Den vollständigen und aktuellen Terminkalender gibt es unter www.gu100.de.
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Die Goethe-Universität erhält vom Land Hessen drei innovative Elektrodienstfahrzeuge
FRANKFURT. Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein hat heute symbolisch die Schlüssel für drei Elektrodienstfahrzeuge (BMW i3) an den Präsidenten der Goethe-Universität, Prof. Werner Müller-Esterl, übergeben. „Das Land Hessen sieht in der Elektromobilität die Mobilität der Zukunft und hat deshalb diese innovative Technologie zu einem der Schwerpunkte ihrer Arbeit gemacht, dass sich die Goethe-Universität an unserem Landesprogramm beteiligt ist ein erfreuliches Signal.“, sagte Wissenschaftsminister Boris Rhein bei der Übergabe auf dem Campus Westend. „Wir möchten gerne auf dem neuen Entwicklungsfeld des Automobilbaus als Institution eine Vorbildfunktion übernehmen. Denn ein vernünftiger und nachhaltiger Umgang mit Energie gehört mit zu unseren wichtigsten Zukunftsaufgaben“, erläuterte Müller-Esterl.
Um Sichtbarkeit und Erlebbarkeit von Elektromobilität möglichst effizient und zügig in Hessen voranbringen, wurde die „e Beschaffungsinitiative Hessen“ ins Leben gerufen. Hiermit sollen Landesinstitutionen motiviert werden, bei einem Teil der Neuanschaffungen anstelle von herkömmlichen Dienstfahrzeugen Elektrofahrzeuge anzuschaffen. Bereits 70 Elektro-Dienstfahrzeuge wurden so seit 2012 beschafft.
„Intelligente Mobilität ist ein wichtiger Schlüssel für die Wirtschaftsstärke Hessens. Bei den e-Projekten prägen zwei Schwerpunkte unsere Arbeit: Wir wollen zum einen die Aus- und Weiterbildung sowie die Forschung an Hochschulen im Bereich der Elektromobilität stärken. Zum anderen wollen wir aber auch offensiv für die Elektromobilität werben, um die breite Öffentlichkeit von der Zukunftsfähigkeit der Technik zu überzeugen. Für die Jahre 2012 bis 2016 stehen daher 6,8 Millionen Euro für die Förderung von entsprechenden Projekten zur Verfügung.“, erläuterte Wissenschaftsminister Boris Rhein. Seit 2008 unterstützt die Landesregierung in Hessen in unterschiedlicher Art und Weise konkrete Umsetzungsprojekte im Bereich der Elektromobilität, mit zwei klaren Schwerpunkten: Einerseits sollen Aus- und Weiterbildung und Spitzenforschung im Bereich der Elektromobilität gestärkt werden; andererseits soll die elektromobile Überlegenheit für möglichst viele Personen sichtbar und erfahrbar gemacht werden.
„Durch die Förderung der Fahrzeuge an der Goethe-Universität Frankfurt werden diese Ziele gut miteinander verbunden. Wir danken der Landesregierung für die finanzielle Unterstützung“, betonte Müller-Esterl. Das Land übernimmt mehr als die Hälfte der Leasingkosten für die drei BMW i3. Die Fahrzeuge werden mit dem Projektbranding, der „Strom bewegt“- Raute, versehen. Ferner erklären sich die Nutzer bereit, bei der wissenschaftlichen Begleitforschung mitzuwirken.
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Ausschreibung für orientierenden Schülercampus beginnt
FRANKFURT. Oberstufenschüler aus Hessen mit Zuwanderungsgeschichte können sich bis zum 18. Juni 2014 für den Schülercampus „Mehr Migranten werden Lehrer“ bewerben. Das viertägige Seminar über das Lehramtsstudium und den Lehrerberuf findet vom 18. bis 21. Juli 2014 zum ersten Mal an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main statt.
Während der vier Tage kommen die rund 30 Schüler mit Hochschuldozenten, Lehrkräften und Lehramtsstudierenden zusammen. Bei Expertengesprächen, Diskussionsrunden und Schulhospitationen erfahren sie, was die Berufsperspektive Lehrer bedeutet. Sie erhalten viele nützliche Informationen über die Studienvoraussetzungen und die berufliche Praxis einer Lehrerin bzw. eines Lehrers in Hessen.
Das Projekt zielt auf die noch immer bestehende Diskrepanz zwischen Schülerschaft und Lehrerschaft an allgemeinbildenden Schulen: Bei den jungen Menschen in der Altersgruppe der 14- bis 18-Jährigen beträgt der Migrationsanteil knapp 50%. Jedoch haben bundesweit nur 7 % der Lehrkräfte Migrationsgeschichte. Denn leider entscheiden sich bislang noch sehr wenige Abiturientinnen und Abiturienten, deren Familien Migrationsgeschichte haben, für den Lehrberuf. Lehrer mit Zuwanderungsgeschichte werden dringend gebraucht – als Vorbilder und Vertraute.
Dr. Tatiana Matthiesen, Leiterin Förderbereich Bildung und Erziehung der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius: „Hessen ist das siebte Bundesland, in dem der Schülercampus „Mehr Migranten werden Lehrer“ nun startet – das befördert unser Projekt sehr. Es zielt darauf, dass zahlreiche Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler an dem viertägigen Kompaktseminar an der Goethe-Universität teilnehmen – und das Lehramt als berufliche Perspektive entdecken.“
Der Schülercampus in Frankfurt am Main ist eine Initiative der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und wird in Frankfurt am Main mit der Goethe-Universität Frankfurt und der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung realisiert. Weitere Informationen gibt es unter www.mehr-migranten-werden-lehrer.de.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Nora Boutaoui, Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL), boutaoui@em.uni-frankfurt.de, Tel.: 069/ 798-23301