Archiv Pressemitteilungen | 2012 bis 2017

Veranstaltungen

Dez 13 2012
11:02

Frankfurter Bürger-Universität diskutiert die Doppelkrise, u.a. mit Sahra Wagenknecht und Otmar Issing

Von der Banken- zur Staatsschuldenkrise?

FRANKFURT. Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte? sorgt für reichlich Gesprächsstoff. Experten und zahlreiche Bürger – zuletzt wieder knapp 300 - nutzen die Möglichkeit zur öffentlichen Diskussion. Aufgrund der überraschenden Resonanz musste sogar der ursprünglich vorgesehene Veranstaltungsort gewechselt werden. Die Reihe findet nun bis zu ihrem Ende am 28.1. 2013 dauerhaft im Hörsaal V auf dem Campus Bockenheim der Goethe-Universität statt.

Die kommende Veranstaltung darf mit Sicherheit als ein Highlight der gesamten Reihe betrachtet werden! Enteignung der öffentlichen Hand – Von der Banken- zur Staatsschuldenkrise?, mit dieser Frage wird sich am kommenden Montag eine hochkarätige Expertenrunde beschäftigen. Anwesend sein werden: Dr. Sahra Wagenknecht, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende von der Partei „Die Linke“ im Bundestag, Prof. Otmar Issing, der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bundesbank und Chefökonom der Europäischen Zentralbank, Dr. Christopher Pleister, Vorsitzender des Leitungsausschusses des Finanzmarktstabilisierungsfonds, sowie der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Mark Wahrenburg. Letzterer wird zu Beginn der Veranstaltung mit einem Kurzvortrag eine erste thematische Einordnungen vornehmen. In der Veranstaltung soll der Werdegang der aktuellen Krise nochmals nachgezeichnet werden. Gefragt werden muss auch, ob es sich hier tatsächlich um zwei getrennten Krisen handelt: Einer Banken- und einer Staatsschuldenkrise? Welche Wechselwirkungen sind vorhanden und welche davon wurden sogar bewusst konstruiert?

Enteignung der öffentlichen Hand – Von der Banken- zur Staatsschuldenkrise?

  • Prof. Mark Wahrenburg, Wirtschaftsexperte an der Goethe-Universität mit Schwerpunkt Risikomanagement
  • Dr. Sahra Wagenknecht, stellvertretende Fraktionsvorsitzende „Die Linke“, u.a. Autorin von „Freiheit statt Kapitalismus“.
  • Prof. Otmar Issing, Präsident des Center for Financial Studies und Berater der Bundesregierung
  • Dr. Christopher Pleister, Vorsitzender des Leitungsausschusses der Finanzmarktstabilisierungsanstalt
  • sowie den Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern

Moderation: Lisa Nienhaus, Wirtschaftsredakteurin Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung .

am: Montag, 17. Dezember 2012, um 19.30 Uhr

Neuer Veranstaltungsort: Hörsaal V, Hörsaalgebäude Campus Bockenheim, Mertonstraße 17 - 21

An insgesamt sechs Abenden greift die Diskussionsreihe der Frankfurter Bürger-Universität wichtige Aspekte eine der global drängendsten Fragen unserer Zeit auf. Beleuchtet werden sollen die Leitaspekte der gegenwärtigen Finanzkrise, die auch zu einer Krise der westlichen Demokratie geworden scheint. Wer kontrolliert Banken und Ratingagenturen? Ist es die Gier, die unser gesellschaftliches Zusammenleben ruiniert? Und welche Rolle spielt die Wissenschaft? Muss Forschung Politik und Öffentlichkeit mehr Orientierung geben? Oder ist der Protest der Occupy-Bewegung der richtige Weg, um sich aus dem immer stärker werdenden Griff des Finanzsystems zu befreien?

„Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte? - Diskussionsreihe mit Experten und Bürgern“

  • 14. Januar 2013
    Wissenschaft als Krisenhelfer
    Muss Forschung Politik und Öffentlichkeit mehr Orientierung geben?
    u.a. mit Prof Tilman Allert (Soziologe), Prof. Andreas Hackethal (Wirtschaftswissenschaftler) und Karlheinz Weimar (Hessischer Finanzminister a.D.)
  • 28. Januar 2013
    Was hat´s gebracht
    Occupy als Anfang einer neuen Bürgerbewegung?
    u.a. mit Prof. Axel Honneth (Philosoph), Prof. Werner Plumpe (Historiker) und Jan Umsonst (Occupy Frankfurt); mit einem Nachwort von OB Feldmann

Beginn jeweils um 19.30 Uhr / Eintritt frei

Wichtiger Hinweis: Veranstaltungsort ist immer Raum V, Hörsaalgebäude Campus Bockenheim, Mertonstraße 17 - 21

Das komplette Programm der 7. Frankfurter Bürger-Uni: www.buerger.uni-frankfurt.de

Forschung

Dez 12 2012
09:25

Bisexualität erhöht den Fortpflanzungserfolg des Atlantikkärpflings

Homosexuelles Verhalten macht männliche Fische attraktiv

FRANKFURT. Die Anzahl an Nachkommen gilt in der Evolutionsbiologie als die ultimative Einheit für den Erfolg eines Individuums. Deshalb gab das Auftreten homosexuellen Verhaltens Wissenschaftlern lange Zeit Rätsel auf. Frankfurter Evolutionsbiologen um David Bierbach und Privatdozent Dr. Martin Plath haben nun herausgefunden, warum sich homosexuelles Verhalten für Männchen lohnen kann: Sexuelle Aktivität an sich ist ein Qualitätsmerkmal, das gesunde von kranken und unterernährten Partnern unterscheidet.

„Vordergründig sollte homosexuelles Verhalten, obwohl es bei nahezu allen Tierarten zu finden ist, den Fortpflanzungserfolg eines Individuums vermindern“, sagt Martin Plath. Beispielsweise bevorzugen Weibchen des Atlantikkärpflings (Poecilia mexicana) Männchen als Paarungspartner, die zuvor sexuell mit anderen Weibchen interagiert haben – ein Verhalten, das in der Wissenschaft als Partnerwahlkopieren bekannt ist und auch für den Menschen als „Ehering-Effekt“ beschrieben wurde. Wieso zeigen dann Männchen des Atlantikkärpflings sowohl hetero- als auch homosexuelles Verhalten? Und warum tritt dieses Verhalten auch bei vielen anderen Tierarten auf?

Die Frankfurter Forscher spielten in ihrer Studie Kärpfling-Weibchen verschiedene Videoanimationen vor, auf denen Männchen entweder mit einem Weibchen oder einem anderen Männchen sexuell interagierten. Dabei fanden sie heraus, dass Weibchen auch solche Männchen attraktiver finden, die sie bei homosexuellen Verhaltensweisen mit anderen Männchen beobachten konnten. „Dies zeigt, dass das sexuelle Verhalten der Männchen beziehungsweise deren sexuelle Aktivität an sich für Weibchen ein Qualitätsmerkmal darstellt, denn kranke oder unterernährte Männchen zeigen kaum Sexualverhalten“, so David Bierbach.

Die Forscher vermuten, dass sich vor allem weniger attraktive Männchen dieser Paarungsstrategie bedienen; sie versuchen, ihren Fortpflanzungserfolg durch die attraktivitätssteigernde Wirkung von homosexuellem Verhalten zu erhöhen. Martin Plath kommt zum Schluss: „Homosexualität – oder vielmehr Bisexualität – stellt eine dem normalen Verhaltensrepertoire entsprechende Verhaltensweise der Männchen dar. Dass die Weibchen sowohl andere Weibchen, als auch homosexuell aktive Männchen bei der Partnerwahl kopieren, erklärt die Bisexualität im männlichen Geschlecht. Und zwar nicht nur bei Fischen, sondern möglicherweise auch bei anderen Tierarten.“

Studie: Bierbach D, Jung CT, Hornung S, Streit B, Plath M. 2012 Homosexual behaviour increases male attractiveness to females. Biol Lett 20121038. http://dx.doi.org/10.1098/rsbl.2012.1038

Informationen: David Bierbach, PD Dr. Martin Plath, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Campus Riedberg, Tel: (069) 798-42172 - 42169; Bierbach@bio.uni-frankfurt.de; mplath@bio.uni-frankfurt.de.



Personalia/Preise

Dez 6 2012
15:23

Prof. Ivan Dikic findet neue Zielstrukturen für die Medikamententwicklung

Frankfurter Krebsforscher erhält höchstdotierten deutschen Forschungspreis

FRANKFURT. Der Frankfurter Professor für Biochemie Ivan Dikic erhält den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2013. Das gab der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) heute in Bonn bekannt. Präsident Prof. Werner Müller-Esterl gratulierte seinem Fachkollegen: „Ivan Dikic verkörpert für mich den Idealtypus eines forschungsaktiven Mediziners, der sich mit viel Enthusiasmus und schier unerschöpflicher Kraft für die Sache von Forschung und Lehre einsetzt. Ich schätze an ihm Originalität und konzeptionelles Denken, gepaart mit Führungsqualität und Durchsetzungsvermögen.“ Müller-Esterl freut sich auch aus persönlichen Gründen: Beide verbindet seit vielen Jahren eine enge Forschungspartnerschaft. Nicht zuletzt folgte Dikic Müller-Esterl auf dessen Lehrstuhl für Biochemie 2, als dieser 2009 Präsident der Goethe-Universität wurde.

Einst war sie als “ Todeskuss für Proteine” bekannt: die Markierung von Proteinen mit dem kleinen Signalmolekül Ubiquitin (Ubiquitinierung), die sie für die Vernichtung im molekularen Schredder der Zelle, dem Proteasom, freigab. Inzwischen weiß man, das Ubiquitin an den vielfältigsten Signalmechanismen der Zelle mitwirkt. Mit seinen Pionierarbeiten auf diesem Gebiet hat Ivan Dikic gezeigt, wie der Ubiquitin-Code in Zellen entschlüsselt wird. Von ihm stammt die Idee, dass gebundenes Ubiquitin von spezialisierten Domänen im Protein erkannt werden muss, damit seine Botschaft dekodiert und ein entsprechender Auftrag von der Zelle erfüllt werden kann. Indem Dikic seine Hypothese konsequent verfolgte, konnte er rasch Ubiquitin-bindende Domänen in mehr als 200 Proteinen identifizieren und deren Bedeutung sowohl in normalen physiologischen Prozessen als auch bei der Entstehung zahlreicher Erkrankungen nachweisen. Dazu gehören Krebs, neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson, bakterielle Infektionen und Entzündungen.

Ivan Dikic machte sich also in jungen Jahren einen ausgezeichneten Namen auf dem Gebiet der Signaltransduktion, der Übertragung von Signalen in der Zelle. Er leistete fundamentale Beiträge zur Aufklärung der Funktion von Rezeptoren, die an der Zelloberfläche verschiedenste Moleküle erkennen. Er identifizierte auch mehrere Enzyme, die in Signalketten zur Regulation des Zellwachstums wichtig sind. Weiterhin klärte er einen Mechanismus der DNA-Reparatur auf, der bei Erkrankungen wie der Erbkrankheit Xeroderma pigmentosum eine zentrale Rolle spielt.

2008 erregte eine Publikation des aus Kroatien stammenden Forschers in der angesehenen Zeitschrift „Nature“ großes Aufsehen. Im Rahmen einer internationalen Kooperation gelang es Dikic, einen seit langem gesuchten Rezeptor auf dem Proteasom zu finden. Ist dieser defekt, können neurodegenerative Erkrankungen auftreten. Diese und Dikic’s frühere Arbeiten auf diesem Gebiet eröffnen neue Perspektiven für die Identifizierung innovativer Zielstrukturen bei der Medikamentenentwicklung.

Dikics Labor gehört auch zu den Vorreitern bei der Erforschung linearer Ubiquitin-Ketten, die in Fachkreisen als große Überraschung aufgenommen wurden. Er lieferte strukturelle, biochemische und genetische Beweise für die physiologische Wirkung der linearen Ubiquitinierung und erklärte, warum Mutationen auf diesem Signalweg chronische Dermatitis, Immundefekte und die Entzündung von Organen verursachen können. In seinem Labor wurden Rezeptoren identifiziert, die „verklumpte“ Proteine erkennen und für die zelluläre Vernichtungsmaschinerie markieren. Dies geschieht durch Autophagie, einen Selbstverdauungsmechanismus der Zelle. Diese Arbeiten erstrecken sich auch auf pathogene Bakterien. In einer bahnbrechenden Arbeit entdeckte seine Gruppe einen Abwehrmechanismus gegen Salmonella enterica, eine der häufigsten Ursachen für Magen-Darm-Erkrankungen beim Menschen.

Ivan Dikic studierte Medizin und promovierte 1991 an der Universität Zagreb in Kroatien. Im Labor von Prof. Joseph Schlessinger an der New York University schloss er 1995 seine zweite, naturwissenschaftliche Promotion (Ph.D.) ab. In der Zeit von 1997-2002 war er als Assoziiertes Mitglied und Nachwuchsgruppenleiter am Ludwig Institute for Cancer Research in Uppsala/Schweden tätig. Seit 2002 ist er Professor für Biochemie am Institut für Biochemie II der Goethe-Universität.

Als Leiter der Arbeitsgruppe „Molecular Signaling“ hat sich Prof. Dikic aktiv an der Etablierung neuer Forschungsschwerpunkte an der Universität beteiligt. 2009 übernahm er zusätzlich die Aufgaben des „Scientific Directors“ des aus dem Exzellenzclusters „Makromolekulare Komplexe“ hervorgegangenem Buchmann Institute for Molecular Life Sciences. Bei seiner wissenschaftlichen Tätigkeit setzt er sich nachhaltig für die Förderung des akademischen Nachwuchses ein. Seit Jahren organisiert er die weltweit beachtete „Dubrovnik Conference on Signaling“, die sich zu einem lebendigen Forum des Austauschs zwischen Wissenschaftlern aus Ost- und West-Europa entwickelt hat.

Ausdruck der Wertschätzung seiner wissenschaftlichen Aktivitäten sind die Ernennung zum Mitglied der European Molecular Biology Organization (EMBO) im Jahr 2004 und die Aufnahme als Mitglied in die Akademie der Naturforscher Leopoldina 2010 sowie zahlreiche nationale und internationale Preise, wie das Forschungsstipendium des Boehringer Ingelheim-Fonds (Stuttgart, 1997), der schwedische Lilla Fernström-Preis (Lund, 2002), der Wissenschaftspreis der GlaxoSmithKline-Stiftung (München, 2006), der Award for Outstanding Achievement in Cancer Research der American Association for Cancer Research (Washington, 2006), der Young Cancer Researcher Award der European Association for Cancer Research (Budapest, 2006), dem Sir Hans Krebs-Preis (Hannover 2009), und die erst kürzlich bekanntgegebene Verleihung des William C Rose Award 2013 der Amerikanischen Gesellschaft für Biochemie und Molekulare Biologie.

Ivan Dikic wird als 14. Wissenschaftler der Goethe-Universität mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet. 1986 erhielten der Philosoph Jürgen Habermas und der spätere Nobelpreisträger und Biochemiker Hartmut Michel den begehrten Preis. Es folgten der Historiker Lothar Gall (1988), der Physiker Reinhard Stock und der Neurowissenschaftler Heinrich Betz (beide 1989), der Rechtshistoriker Michael Stolleis (1991), der Mathematiker Claus-Peter Schnorr (1993), der Physiker Theo Geisel (1994), der Chemiker Christian Griesinger (1998), der Paläontologe Volker Mosbrugger (1999), die Biologin Stefanie Dimmeler (2005), der Historiker Bernhard Jussen (2007), der Wirtschaftswissenschaftler Roman Inderst (2010) und der Philosoph und Politikwissenschaftler Rainer Forst (2012).

Bilder zum Download finden Sie hier.

Informationen: Prof. Ivan Dikic, Institut für Biochemie II, Campus Niederrad, Tel.: (069) 6301-5652, ivan.dikic@biochem2.de oder lipke@em.uni-frankfurt.de

Veranstaltungen

Dez 6 2012
15:15

Frankfurter Bürger-Universität der Goethe-Universität diskutiert über den Schaden und Nutzen eines unkontrollierten Strebens nach Mehr

Wie viel Gier verträgt die Gesellschaft?

FRANKFURT. Die Frankfurter Bürgeruniversität Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte? der Goethe-Universität deckt die Mechanismen hinter der Finanzkrise auf und schafft für Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit, mit erstklassigen Experten ins Gespräch zu kommen. Bei den ersten beiden Veranstaltungen machten insgesamt bereits rund 900 Menschen von dieser Möglichkeit Gebrauch. Aufgrund der enormen Resonanz musste sogar der ursprünglich vorgesehene Veranstaltungsort gewechselt werden. Die Reihe findet seit dem 26.11. bis zu ihrem Ende am 28.1. 2013 nun dauerhaft statt im Hörsaal V auf dem Campus Bockenheim der Goethe-Universität!

Bei der dritten Veranstaltung geht es am Montag, den 10. Dezember ab 19.30 Uhr um das Thema „Gier“. Seit Beginn der Krise wird die Schuld an der Finanzmisere immer wieder der „Gier der Banker“ zugeschrieben. Auch Bundeskanzlerin Merkel sah die Lage auf den Finanzmärkten durch „Gier und verantwortungslose Spekulationen“ bestätigt.

Falsche Anreize - Ruiniert Gier die Basis unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens?, unter diesem Titel will die Frankfurter Bürger-Universität die Rolle des Faktors Gier genauer betrachten. Ist das Streben nach Mehr grundsätzlich schlecht? Oder ist der Mensch nicht schon von Natur aus ein Nutzenmaximierer? Wie also umgehen mit diesem brennenden Gier-Gefühl?

Eine Einführung und erste Einschätzung dazu kommt von dem renommierten Frankfurter Soziologen Prof. Sighard Neckel, der sich mit dem Thema Gier ausführlich wissenschaftlich beschäftigt hat. Weiter vertieft werden soll das so komplexe wie interessante Thema in der anschließenden Diskussion mit:

  • Prof. Sighard Neckel, Soziologe
  • Prof. Guido Friebel, Wirtschaftswissenschaftler
  • Prof. Rolf Haubl, Sozialpsychologe
  • Prof. Stefan Alkier, Evangelischer Theologe
  • sowie den Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern
  • Moderation: Dr. Rainer Hank, Ressortleiter Wirtschaft und Finanzen der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

 

am: Montag, 10. Dezember 2012, um 19.30 Uhr
Neuer Veranstaltungsort:
     Hörsaal V, Hörsaalgebäude Campus Bockenheim, Mertonstraße 17 - 21

An insgesamt sechs Abenden greift die Diskussionsreihe der Frankfurter Bürger-Universität wichtige Aspekte eine der global drängendsten Fragen unserer Zeit auf. Beleuchtet werden sollen die Leitaspekte der gegenwärtigen Finanzkrise, die auch zu einer Krise der westlichen Demokratie geworden scheint. Wer kontrolliert Banken und Ratingagenturen? Ist es die Gier, die unser gesellschaftliches Zusammenleben ruiniert? Und welche Rolle spielt die Wissenschaft? Muss Forschung Politik und Öffentlichkeit mehr Orientierung geben? Oder ist der Protest der Occupy-Bewegung der richtige Weg, um sich aus dem immer stärker werdenden Griff des Finanzsystems zu befreien?

„Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte? - Diskussionsreihe mit Experten und Bürgern“

  • 17. Dezember 2012
    Enteignung der öffentlichen Hand
    Von der Banken zur Staatsschuldenkrise?
    u.a. mit Prof. Otmar Issing (ehem. Chefvolkswirt der Deutschen Bundesbank, Dr. Christopher Pleister (Vorsitzender des Leitungsausschusses der Finanzmarktstabilisierungsanstalt) und Dr. Sahra Wagenknecht (stellvertr. Fraktionsvorsitzende „Die Linke“ im Deutschen Bundestag)
  • 14. Januar 2013
    Wissenschaft als Krisenhelfer
    Muss Forschung Politik und Öffentlichkeit mehr Orientierung geben?
    u.a. mit Prof Tilman Allert (Soziologe), Prof. Andreas Hackethal (Wirtschaftswissenschaftler) und Karlheinz Weimar (Hessischer Finanzminister a.D.)
  • 28. Januar 2013
    Was hat´s gebracht
    Occupy als Anfang einer neuen Bürgerbewegung?
    u.a. mit Prof. Axel Honneth (Philosoph), Prof. Werner Plumpe (Historiker) und Jan Umsonst (Occupy Frankfurt); mit einem Nachwort von OB Feldmann

Beginn jeweils um 19.30 Uhr / Eintritt frei

Wichtiger Hinweis: Veranstaltungsort ist immer Raum V, Hörsaalgebäude Campus Bockenheim, Mertonstraße 17 - 21

Das komplette Programm der 7. Frankfurter Bürger-Uni: www.buerger.uni-frankfurt.de

Forschung

Dez 6 2012
13:44

Vortrag von Klaus Rajewsky zu genetischen Ursachen der Leukämie

Vater der „knock-out-Maus“ in Frankfurt

FRANKFURT. Blutkrebs entsteht, wenn die weißen Blutkörperchen – ein Teil des Immunsystems – entarten und sich unkontrolliert vermehren. Der in Frankfurt geborene Immunologe Prof. Klaus Rajewsky hat sich in seinem nunmehr 48jährigen Forscherleben besonders mit den genetischen Ursachen beschäftigt. Um die Entwicklung von speziellen weißen Blutkörperchen, den B-Lymphozyten, im Körper verfolgen zu können, entwickelte er Mausmodelle, die inzwischen weltweit im Einsatz sind. In seinem Vortrag an der Goethe-Universität am Montag, den 10. Dezember erklärt er, wie genetisch maßgeschneiderte Mausmodelle neue Therapieansätze für Lymphome ermöglichen. Das sind verschiedene Arten des Blutkrebses, die von Lymphozyten ausgehen.

Wann? Montag, 10. Dezember, 18:15 Uhr
Wo?Klinikum der Goethe-Universität, Hörsaal-Gebäude 22-1

In den von Rajewsky entwickelte Mausmodellen, können gewebespezifisch Gene aus- und eingeschaltet werden (knock-out oder knock in). Mit Hilfe dieser und anderer Techniken ist es ihm gelungen, B-Zellen als Ursprungszellen des bösartigen Hodgkin-Lymphoms (Lymphdrüsenkrebs) zu identifizieren. Dabei studierte er in Mäusen die Entstehung bösartiger Lymphome und hofft, dass sich die so gewonnenen Erkenntnisse auch auf den Menschen übertragen lassen. Für seine Forschungen wurde Klaus Rajewsky mit zahlreichen Preisen geehrt, unter anderem 2009 mit der Max-Delbrück-Medaille, 1997 mit dem Körber-Preis für Europäische Wissenschaft sowie1996 mit dem Max-Planck-Forschungspreis und dem Robert-Koch-Preis.

Informationen: Prof. Ivan Dikic, Insitut für Biochemie II, Campus Niederrad, Tel: (069) 6301-5652, ivan.dikic@biochem2.de.